Verpflichtung nnb die ganze Lebensführung in daS eigene Belieben zn stellen. „Keinen Gott und keinen Henn" ist das Losungswort für viele geworden, nicht um in den untersten Schichten der Gesellschaft. DaS Leben und feine eiserne Nothwendigkett bringt ja viele wieder auf de» richtige» Weg, und von er. fahreneu Leute» wenigste» werde» nicht viele dem Anarchismus huldige». Aber i» den jugendlichen Köpfen richtet jener Trieb doch viel Unheil an; auch da, wo er nicht zum Anarchismus führt, bringt er fittlich und poltttsch auf »»erfreuliche Abwege. Gerade in den Jahre» der Entwickelung, in denen ste sorgfältige Ueberwachung am nöthigsten gebrauche», werde» merkwürdigerweise viele junge Leute vo» der Gesellschaft sich selber überlassen. Für manche ist später die Milstärzeit »och eine gute Schule, aber viele komme» ja nicht dazu, für viele ist diese Schule auch scho» zn spät. Mafsow hat in seinem Buche „Reform oder Revolution?* diesen Punkt beleuchtet und Abhilfe Vorschläge gemacht, aber wenig Beachtung gefunden. Ma» wird aber darauf zurückkomme» müsse»; je eher, desto besser.
Außerdem muß aber die Zuchtlosigkeit auch sonst »och überall, wo sie auftritt, eifrig bekämpft werden, nicht nur vom Staate, de»n dieser kann nicht überall hinreiche», sondern vo» der Gesellschaft, der Presse, vo» jedem Einzelnen. Wir begegnen der Zuchtlosigkeit nicht nur bei der Jugend, auch nicht um in gewissen Schichte» der Bevölkerung, sie sucht überall einzudriugeu. I» der Presse uud auf der Bühne, i» de» beide» Brennpunkte» des modernen Geisteslebens, kann man gewahren, wie sie Anhänger wstbt. Nicht immer, indem sie Niederreißen aller Schranken predigt, aber indem sie Gleichgifttgkeit gegen alles zu verbreiten sucht, was sonst edel uud erstrebeuSverth crschie». Es ist der Seist der Lerneinuug und Zerstörung, der da sei» Wese» treibt. Bei de» höher gebildete» führt er zu der firtlichen Schlaffheit, die wir leider so häufig gewahren könne», bei de» verschrobenen Köpfe» zu Anarchismus oder verwandten Richtungen. Segen ihn soll man seine Stimme erheben, wo immer man ihm begegnet; seine Ausrottung ist eine Aufgabe, zu deren Lösung sich alle die Hand reiche» sollten, die den sittliche» und geistigen Gehalt unseres Volkslebens nicht preisgebe» wollen.
Der Fürstenmord in Italien.
* Nachdem wir an anderer Stelle d. Bl. die Lehren, die sich au» dem Monzaer Attentat ziehen laffe», besprochen haben, seien an dieser Stelle noch einige Mtttheilungen über die Frevelthat und die Lage in Italien unseren bisherigen Nachrichten »ach- aetraaen.
Im KönigSschloß.
In dem Angeublick, als der König vo» den Schloßbeamten auf ei» Sopha gebettet war, ttat
Kasten, der an und für sich so viel Kilo wog, wie Passagiere an freiem Gepäck bei sich führen dürfe». WaS derselbe also an Inhalt barg, hatte sie stets als Ueberfracht zu bezahle», und das war nicht unbedeutend, den» die in jeder Hinsicht verwöhnte alle Dame legte Werth anf eine gute und reichhaltige Tostette, selbst auf Reisen, wo andere sich gern be- schränken.
Sie hatte ihr wollenes Reisekleid soeben mit einer dunklen Seidenrobe vertanscht und entnahm jetzt dem Koffer eine feine Tüllhaube, um sich dieselbe hinter ihre sorgfällig ftistrteu Haarpuffen befestigen zn laffe». Ei» Zimmermädchen deS Hotels, daS anf ein Kling eisig» al erschiene» war, mußte ihr hierbei Hüfe leiste». Taute Alma blickte während beste» in be» Spiegel und beobachtete i» demselbe» »eben ihre» eigenen, vornehmen Gesicht auch das des rothhaarige», sommersprossigen Mädchen». Welch häßliches Geschöpfche», dachte sie bei fich, mit dem Gefühl des Unbehagens. Als das Mädchen die letzte Nadel in daS Haar ge- steckt und da» Zimmer verlassen wollte, beauftragte sie dasselbe, ihren Reffen, „den Herrn auf Nr. 22", zu rufen.
Bald daranf klopfte es. Ernst erschien in dem anstoßenden, sehr geräumigen Wohnzimmer, das gleich den übrigen Räumen auf eine hölzerne Galerie führte, die »ach schweizerischer Bauart rings um daS ganze Stockwerk lief.
„Gnädigste Taute befehle»?* scherzte er; aber eS klang etwas gezwungen.
Seine ftöhliche Art, fich zu bewegen und zu spreche», äußerte fich i» letzter Zeit nicht immer natürlich nnb unbefangen. Tante Alma hatte das längst bemerü, schwieg aber dazu. Sie, die selten ohne eine gewisse Berechnung zu handeln vermochte, empfand, daß ihm
die Königin Margherita mit fliegende« Schritten iuS Todtenzimmer. Sie hatte gerade ihre Hofdamen nm fich versammelt gehabt nnb war noch in ihrer HauStoilette, als ihr gemeldet wnrde, der König sei zurückgekehrt, befinde sich aber nicht ganz wohl. Augenblicklich erhob sie sich und eilte davon. Sie hörte das Volksgeschrei und den wilden Trubel, und zu Tode erschrocken erreichte ste daS Parterre- zimmer. Sie wftd von ben beiden ersten Aerzte» zurückgehalten. „Was hat es gegeben?* fragte rasch die Königin. Die Aerzte zöger» mit der Antwort. Da fiel ihr Blick ans das bleiche Gesicht ihres Gatten. Mit einem Auffchrei erfaßte ste plötzlich die ganze ernste Situation. „Retten Ste ihn, retten Sie mir um Gotteswillen den Gatten l* flehte fie zn den Aerzte». Diese versnchte», die Königin aus dem Zimmer zu bringen. „Nein, nein, ich bleibe hier!* schrie ste. ES war ei» fnrchtbarer Augenblick. Da trat der Hosarzt Dr. Erba herzu und theilte der Königin daS Entsetzliche in schonuugSvollster Weise mit. Sie verfiel in einen furchtbare» Weinkrampf und brach zusammen, dann erhob ste fich nnb ordnete an, man solle doch ihren Gatten in seinem Schlafzimmer auf» bahren, fie wolle die Nacht bei ihm wachen. ES war ei» ergreifender, überwältigender Moment, als die Herrscherin Italiens in furchtbarem Jammer und Schmerz aufgelöst hinweggeführt wurde.
Die ärztliche Untersuchung
der Leiche stellte fest 1. eine Verwundung an der Spitze des Herzmuskels, 2. Verwundung über dem linken Schlüsselbein eindringend, mit Auslauf »ach dem Rücke» des linke» Schulterblattes, 3. Verwundung zwischen der dritten und vierten Rippe. Die Kugel prallte anf bet Rippe anf, glitt nach bem untere» Theil des Brustbeines über und blieb dort haften. Alle drei Wunde» sind tvdtlich. Die Aerzte vermuthen, daß die erste Wunde von einer Waffe kleineren Kalibers erzeugt sei als die anderen. Bewahrhettet fich diese Bermuthung, so waren es zwei Mörder, was nicht unmöglich ist. Die Leiche wird durch EiS und Ventilatoren vor droh n- der Zersetzung bewahrt.
An der Todtenbahre.
Nach der ersten kurzen ärztlichen Untersuchung wnrde die Leiche in daS Schlafzimmer deS Königs gebracht nnb dort auf eine Matratze gebettet. Links und rechts zu Haupte» wurden Todtenkandelaber entzündet und daS Todtenzimmer mit Trauerflor umhüllt. DaS Todtenbett prangt in herrlichem Blumenschmuck. Die Königin hat eigenhändig die Bahre geschmückt nnb sich stets in ber Nähe bet Leiche ihrer Gatte» aufgehalle». Immer u»b immer wieder brach fie in Schluchze» aus und rief: „Mei» Gott! Mei» Gott! ES ist das schwärzeste Verbreche» a» dem Manne begangen, der keinem Menschen etwas zu Leide gethan, aber überall nut gutes um fich ver-
gegenüber gerade in dieser Zeit Klugheit nnb Vorsicht geboten war. Hätte fie bie Weisheit und Allwissenheit Gottes, des Lenkers unseres Schicksals, gehabt, daS fie durch fich so gern personifizieren wollte, hätte ste in ihres Neffen Seele blicken, seine geheimsten Gefühle und Gedanken errathen können, so würde fie nicht eben jetzt vo» — Ella geredet habe».
„Lieber Junge,* sagte fie, fich auf eine» Stuhl i» der geöffneten Balkonthür nitberluffcnb, während Ernst am Fenster neben ihr stehe» blieb, „D» mußt mir eine» Gefallen thun; Du mußt dafür sorge», daß Doftor von Berlau diese» Abe»d beim Souper neben Ella seinen Platz erhält. Mtt etwas Ge- wandthett totrb das leicht einzmichte» sei», den» erstlich hat mir der Profeffor Selford verspräche», au der Gasttafel für uns gemeinsam Plätze zu belege», zwette»» —* ES entfiel ihr der Bädecker, indem fie mechanisch geblättert hatte.
Ernst hob das Buch auf und fragte mtt erficht- licher Spannung: „Nun, und zweitens?*
„ZwettenS glaube ich an bem sonst so zurück- haltenden Manne ein außerorbentltcheS Intereffe für Ella bemerft zu haben.*
„So — hm —* machte Ernst. „In bem Falle wttb er schon baffir sorgen, feinen Platz neben ihr zu erhalten.*
„Irgend ei» Zufall könnte es »erhindir«, also hstf be» beiden, mein Junge!*
Ernst zog die Stirn zusammen. „Willst Du damit sage», daß auch Ella es wünschen könnte?* fragte er etwas bettoffen.
(Fortsetzung folgt.)
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WSche«ttiche Beilageir: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
* "*** Jllnstrirtes Sonnlagsblatt. Redaktion: Marü $1. — Telephon 55.
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Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition diese» Blatte», die Nnnoncen- Bnreanr von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Gaffel, Magde- 6mm, Wien; Rudolf Waffe, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln;
1900. « Daube * S»., Frankfurt a. M.. Berlin. Hannover, Pari» x.
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beobachte», ben diese auf ben Man» machen Mehr war nicht vonnöthen, baS hat er Sethan, nnb wenn er ben Schreck nnb bie ^Verwirrung dieses ManneS mit ber erbfahle» und ber kurzathurige» Sprache ber Angst in Suaden übersetzen sollte, so hätte er bie Worte Wgelese«: Ich bi» der Schuft, der Deine Ehre kmez Weibes willen vernichtet hat.*
^«rwes, bedauernSwertheS Geschöpf! Eiech nnb unglücklich jetzt! Zürne» ober gar Haffen K sie nicht; aber daS Feuer anf dem Altar
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Gegen den Anarchismus.
** Die entsetzliche Frevelthat in Monza hegt die Gemüther auf das Lebhafteste. Natur- ewäß ist eS, daß jeder fragt: Siebt es denn keine ittel, solche bestialischen Thaten zu verhindern? d nicht minder naturgemäß ist es, daß dieser ge auch bald die Antworten zu gesetzgeberische» greifen folgen. Aber so natürlich das ist, so
ahrscheinllch ist eS auch, daß bei diesen Vorschlägen t ebenso wenig etwas herauskomme» wird, wie »her bei ähnlichen Gelegenheiten. Es istja nicht daS erste al, daß durch die Welt ein Sturm der Entrüstung ex anarchistische Frevler geht. Nach dem Bomben- utat in Barcelona, nach der Ermordung Carnois, den Schandthaten RavacholS und Lnccheni'S man beiheuert, daß etwas gegen dos «witzige Gesindel geschehe» muffe, das mit « Blute auS teuflischer Mordluft Verbrechen be» Aber geschehen ist nichts. ES fehlte allererste Vorbedingung, daS gemeinsame Zn- enwirken der europäische» Regierungen. Belgien früher schon internationale Maßregeln dieser Hinficht angeregt. England und e Schweiz, bie Anarchisten-Herbergen, waren aber stärkste» Hindernisse für ein einheitliches plan« ige» Vorgehen. Sie werden es vermuthlich auch »och sein. England wenigstens würde wohl falls fich einem etwaigen Vorgehen der Mächte chließe». Die Anarchisten haben fich ja für die tn in England gewährte Freistatt dadurch dankbar t, daß fie fich in England selbst nichts zu HÄden kommen ließen und wenn eS auf bem tu«
(Nachdruck verboten.)
Die Ehestisterin.
Bon H. Palmtz-Paysen.
von Marietta Tonelli, Möbcheuliebe, Am Mälarsee Sin Hochzett»tag rc.
(Fortsetzung.)
konnte sich bren, er war ja ein Mensch.
Kalte er fich nicht auftaffe» können, bie nnb bie Menschen aufzusnchen, bie ihm bie Whümer an Liebe, Glauben nnb Vertrauen ge» t- Mtt einemmale führte ihm nun bet Zufall in den Weg. Zufall?* Nein, er glaubt eme Bestimmung. Welchen Zweck mochte die «sthurg hierbei habe»? fragte er fich. Um noch WI alle erlittene Qual und Schmach auS ber e bet Seele aufzuwühle», mich erkennen zu laffe», i« Elender über baS Gelingen einer teuflisch '»«« Jntttgne ttiumphi.rte, bereu Preis ein »bereu Opfer ein zerstörtes Leben gewesen.
Gedanken hatte er fich öfter eine Begegnung
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l., ffiQt w>b barftber nachgedacht, was er bann heu F «;fa und thun wolle. — Nichts weiter, »ahm er sofo^K.?01, "IS eine einzige Frage stelle» — atioeit5' »Safe» - 4;5;»E
ropäische» Contwent nie recht ruhig wird, sonder» Frevelthate» die Gesellschaft erschüttern, so ist das der bri- rischen Poltttk ja ganz gelegen. Ohne daß aber alle Mächte gleichzeitig einen Feldzug gegen die Anarchisten beginnen, ist nichts zu erzielen. Gegen den Anarchismus wird fich also Europa in durchgreifender Weise kaum wehren können. Aber einzelne Maßregel», die daS Nebel wenigstens i» gewisse Grenzen bannen, werde« immerhin getroffen werden können, sei es, daß mehrere Regierungen gemeinsam ihre Anordnungen treffe», fei es, daß jede für fich das einführt, waS ihr zweckdienlich erscheint.
Für Deutschland wirb zunächst sorgsame Ueber- wachmig nnb «öthigexfalls sofortige Ausweisung verdächtiger Ausländer in Betracht kommen. Es flieht auch deutsche Anarchisten, die abscheulichste» Frevelthate» find aber bisher von de» Anarchisten romanischer Abstammnug auSgegonge». Solche ge» jährliche« Staren im Bereiche ber deutschen Grenzen zu lasse», liegt nicht die geringste Veranlassung vor. Ebenso wenig haben wir Anlaß, die zu allerhand Umttieben geneigte« Ausländer slavischer Nationalitäten bei unS zu dulden. Wen» solche irgendwie ver- dächtige» Elemente auS Deutschland entfernt werden, so ist das in recht umfassender Weise zu geschehen. Die demokratische Prefle würde freilich von solch:» Fälle« viel Aufhebens machen; die ordnungliebende Bevölkerung wird aber de« Behörden nur dankbar dafür sein, wen» alle zweifelhafte» Ausländer entfernt werden.
Ein weiterer Punkt wäre die Einführung der Prügelstrafe für alle Verbrechen und Ver- gehe», welche besonders gemeiner nnb roher Gesinnung entstammen. Diese von der öffentlichen Meinung schon längst geforderte Maßregel wird auf die Dauer kaum zn umgehen fein. Wie unzureichend die Bestrafung anarchistischer Verbrecher ist, sieht men immer wieder. Ten Tod sülchtet diese Gesellschaft nicht, bie weder an Gott, noch an ben Teufel glaubt und der alles völlig gleichgiltig ist, und ber Tod anf dem Schaffott schmeichelt sogar noch der Eitelkeit solcher Bube». Aber wenn einem Burschen vorn Schlage LuccheniS ober Brest'- durch richterliche» Spruch alle Monat auch nur zehn kräftige Hiebe zngemeffen werden, so ist das eine äußerst heilsame Ergänzung der Einsperrung; fie nimmt dem Burschen jede» Nimbus, und dem körperlichen Schmerz kann auch ber Gleichgiltigste fich nicht entziehe». Eine Bestie soll ma» behandeln wie eine Bestie.
Endlich aber wftd durch eine sehr umfassende Thätigkett des Staat» und der Gesellschaft bie Zuchtlosigkeit energisch bekämpft werden müssen, die ei« Hauptübel unserer Zeit ist und bie auch ben Anarchismus erzeuge. Mit ben technischen Fort- schritten ber Neuzeit nnb bem Absterben überwundener Lebensformen ist über unser Geschlecht ein unheimlicher Trieb gekommen, fich loszulösen von jeder
seiner Liebe ist ausgebrannt, verlöscht wie der Schmerz, der nicht einmal Wehmnth zurückließ. Die Wunde, die ihm die Liebe schlug, ist so fest und schmerzlos verharscht wie die Schußwunde auf ber Brust. Was aber in feinem Inner« plötzlich wieder nagt .und brennt, ist bie ohnmächtige Wuth gegen bie Well, bie auf falschen Schein hin ben Stab über ihn gebrochen hat. Dies und bie quälende Flamme der Reue, daß es eine Stunde in feinem Leben gegeben, in der er fich selbst vergessen, fich verloren gehabt; er kommt fich seitdem wie ein Verschmier vor, baS heißt, bis zu einem bestimmten Tage.
An diesem hat ein Mädchen unvergeßliche Worte zu ihm gesprochen. Wo er Verdammung, Abscheu, Schauder gefürchtet, traf er Milde, tröstlichen Zuspruch. O, wie wohl das that! Er kann seitdem daran glauben daß diese schlimme, aber aufrichtig bereute That durch ein Leben unabläsfigen WttkeuS nnb Schaffens, durch ernstes Bemühen zur Selbstveredelung bet Verzeihung des Himmels nnb guter Menschen sicher ist. Wenn auch nur eines Menschen! Wenn auch nur ber ihrigen — o, Thusnelbe!
Mtt einemmal übermannt ben starken Man» das Gefühl. Er iS tief, tief in be» dichten, stillen Wald eingedrunge»; er ist allein mtt feinet alle» Freundin, der Einsamkeit, nnb ba wirst er fich auf ben grünen MooSgrunb, in bie Schatten bet Waldbäume und drückt fein früh gealtertes Gesicht in die Hände und schämt fich nicht der strömenden Thräne», bie feit KiudhettStage» nicht mehr geflossen. Dieser Gefühls- auSbruch gilt bem p ötzlich unabweisbaren Gedanken, daß er seinen befleckten Namen niemals einem Weibe anbieten darf.
Fran von Mttgwitz hatte ihre» Koffer geöffnet, einen praktisch eingerichtete», aber umfangreichen