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WScheEche Beikrge«: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
" •*“ Zllustrirtes Sonntagsblatt. e“*0"""4 * JüTS’"1" -
^MavR« t*e/e ligtigro ach««, «tigtgtn: die Expedition dieser Blatter, di, Annoncen«
Bitmxi Den Haasmstetu & Vogler, Frankfurt a. M„ Caffel, Magd«- Ok
eroi o> r* 4 aaa bnra, Wien; Rudolf Moff«, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; OO. JjADlfl.
Dienstag, 31. Jull 1900. «. L D«tb« a«»., Frankfurt«. M.. Bnltn. Hannov«r/Parir x. ”
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Betteilmrgen für die Monate August und September aus die HkrrHrss. Isituug nebst deren »ratisöeilage« ,KreiS blatt für die Kreise Marburg unt Kirchhain", ^Illustriertes Sonntags blatt" und „VerloosungSliste der Kgl. preußischen Klassenlotterie"
Ms »erden von allen Postanstalten, Landbrief- trägecn, in der Expedition (Markt 21), sowie
Itlill con unserm Filial-Expeditionen in Kirchhain eu Pi md Neustadt entgegengenommen.
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Der Mörder, Augelo »refft aus Prato (Tos.
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derjltt onifi) wurde alsbald verhaftet und kouute nur mit
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Der König von Italien ermordet!
♦♦ Sine erschütternde, kaum faßbare Kunde ist es, die der Telegraph uns heute Morgen zutrug: Son», tag Abend ist der König von Italien ermordet worden.
ijUnu» wollte, wurde er vo« drei Schüsse«, von denen Vkfrri rin« in das Herz ging, getroffen. Er starb
Trauer - Telegramm, das wir gegen IO Uhr durch E x t r a b l a t t bekanntgaben, hatte folgende» Wortlaut:
ihorrtr Monza (bet Mailand), 29. Juli (Mitternacht). *• 2-5< AIS der König nach der Preisvertheilung bei einem
rei h« ii Uhr 30 Minuten, k. 1.56
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frtfl Neuschlicheu völlig entbehrt, ist
-|v4J fluchwürdige Thal geboren hat und
der B o l k S w u t h entrisse» werde». Er cynisch daS Verbrechen.
_____ Wie alljährlich, so weilte auch in diesem Sommer Xv-6 König Humbert auf feinem Schlosse in Monza, einem
' Leinen italienischen Städtchen. Lenffelig wohnte er nach! einem Wetturneu bei, das die Bewohner des Städtchens t Ss veranstaltet hatten, und mitten unter feinen Landes-
Indern, die mit Liebe und Verehrung an ihm hingen, st» das tückische Geschoß eines verkommenen W Geselle». Die entsetzliche That eröffnet dem Blick »ieder einmal einen Abgrund von Bestialstät, in deu mn nur schaudernd hinabblickt. Eine wahnwitzige KrDlmigswuth, die des Zusammenhanges mit allem
es, die die man wird, auch
(Nachdruck verboten.)
Die Ehestisterin.
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A : Bon H. PalmS-Paysen.
*- Kasifinin von Marietta TouM, Mädchenliebe, AmMälars«
Ein Hochzeitstag rc.
(Fottsetzung.)
> JE/ Eon dem schwalen, steinigen Strand am Landungs. **** M lührt gleich ein vielgewundener enger Pfad die >___, Höhe hinauf bis zur Stubbenkammer. Je
j ®BMtiger und unendlicher sich die weite See vor ’ül ausgedehnt, während der Fuß langsam 6 w8 erklimmt, desto tiefer finkt allgemach Strand ^Schlucht in den Abgrund, aus deffen mächtige» ;ca Pi ^«blöchen sich die blendende» weiße» Klinke» empor« <8 ®! ®txf immer gewaltiger, großartiger und starrer. Sandweide tief nuten in der kalkige» Schlucht, dünne belaubte Birke, die dort ihr kümmerliches *.IB Mistet nud gleich einem Kinde mtt unauSge« !tnen Glieder» verlangend ihre magere» Arme Himmel streckt, als wüßte fie'S, daß es fich ? gar ftöhlich grünen »ab blühen ließe, besser wr unten, am unfruchtbaren Küsteurand — sie _ Hw,ude» mehr und mehr. Waldlust mischt fich in
.' ,-^aige Seeluft, Bogelgesang in deu Schrei der t 0n .; fLubei be” Weg werfen sich Blätterschatten, die !LJ- allmählich ganz zurück, leuchtet nur »och Heu den Baumstämme» hochaufstrebender staatlicher Buche» hervor, die immer dichter auS seifige« Boden emporwachsen, bis fie fich z« «roßen Walde gestalten, der sich west und licht a8äU ? ’ta Höhen der Felsen auSbrestet. Unwest des , . Königstuhles umschlingt er ein trauliches J1CI1B» Estriges Haus, daS WstthshauS der Stubben.
*®R, das Ziel der Reisende».
ohne daß eine Bestätigung dieser Annahme bis jetzt vorliegt, annehmen können, daß auch fie, wie all die Fürstenmorde, die wst in ben letzten Jahren leider zu verzeichnen hatten, dem Treibe» deS internationale» MordgesindelS entsprunge» ist, das sich zu der sogen. .Propaganda der That' bekennt. In dem Wahn, i» deu verbrecherische Irrlehre» das Hir» dieser Ge- felle» versetzt haben, vermeine» fie in der Person der leitende» Männer und des Staatsoberbauptes den ver- haßte» Staat selbst zu treffen. Die Umstände, unter denen die That geschehe», die Thatsache, daß fie fich gegen einen Monarchen gerichtet hat, der stets mit großer Sorge und ehrlichem Wollen bemüht war, die traurige» soziale» »nd wirthschaftliche» Zustände seines Landes z» besser», lasten es als höchstwahrscheinlich gelten, daß wir es auch hier mit einem Ausfluß jener Hetzereien gegen alle Autorität zu thun haben, die leider »och immer »»gestraft auch bei uns auftrete» dürfe», die unklare Köpfe verwirren und bis zu solche» Verbrechen hinführen. Ob man nicht endlich einmal die richtige» Consequenzen aus derartige» Folge» der Volksverhetzung zieht »ab ben Aufwieglern — möge» sie ihre umstürzlerische» Pläoe in ei» frieblich scheinendes Gewand hülle» oder nicht — gründlich das Handwerk legt? Möge diese Fr.velthat endlich die Regierungen aufrütteln, bereit derartigen Verbrechen für die Zukunft nach Möglichkeit vorgebeugt wstd. Möge der Schrei der Entrüstung, der j'tzt durch die Welt fliegt, nicht wieder uugehört verhalle», wie es bei der Ermordung der Kaiserin von Oesterreich der Fall war.
Köllig Humbert, der seinem Vater Vieior Emanuel, dem Begründer des italienischen KönigthnmS, am 9. Januar 1878 auf den Thron folgte, ist am 14. März 1844 in Turin geboren worden. Seit dem 22. April 1868 ist er mit der Königin Margherita, Prinzessin von Savoyen, vermähü. Der einzige dieser Ehe entstammende Sohu, Victor Emanuel, der jetzige König, ist am 11. November 1869 geboren und seit dem 24. October 1896 mit der Pri». zesfin Helene von Monteuegro vermählt.
Jüaiges Mitgefühl und herzliche Theiluahme des deutschen Volkes wendet fich dem ttalienischeu Königs- Hause und der Königin-Wittwe, der erlauchten Inhaberin unseres Jägerbataillons, zu. Möge» fie i» der innige» Liebe ihres Volkes und der Antheil- nahrne der ganzen gesitteten Welt einen Trost in dem Leide finden, das ihnen der schmerzliche Verlust zugefügt hat.
Die Wirren in China.
AlS Lüguer »ud Fälscher entlarvt!
* Unsere Annahme, daß es fich bei dem be. kannte» .Telegramm' Couger's a» die amerikanische Regierung um eine Fälschung handele, hat uu-
Der Abend war »och nicht hereiugebroche», als fich deuselbeu gastlich die Thäre» öffneten. Alles im Hanse zeigte Leben und Bewegung, die Dienerschaft geschulte Thätigkest. Diejenigen, die fich, wie Frau o. Miugwitz, ihre Zimmer brieflich bestellt hatten, fanden alles znm Empfange berett und schnelle Unter, knnft, andere mußten fich beschränke» und fürlieb nehme», den» daS Hotel war bis zm» Giebel besetzt.
Dienstsertig ei tex die Kellner mit Reisetaschen und PlaidS bepackt de» Herrschasteu vorauf und öffneten im ersten Stockwerk, das Fran v. Miugwitz dem unruhigen Erdgeschoß vorzog, die fteundliche» Zimmer. Zwei derselben nahm Tante Alma für fich in Anspruch, bestimmte daS dritte für die jungen Mädchen und eia eatferat liegendes Eckzimmer für Ernst. Sämtliche Räume zeigten auf einen großen, von Waldbäumen umstandene» Rase» vor der Front des HauseS, auf die im Hiutergruude sichtbare Plattform deS „Königstuhles', von dem aus man de» Anblick auf die See, bis zu ArkouaS Leuchtthurm genoß.
Angeubllcklich ordnete ein jeder feine Toilette, um int Speifesaal bald das gemeinsame Abengesseu ein« zunehmen.
Auch Lothar, der gleich be» übrigen Gelehrte», vo» denen viele bereits abgereist waren, hier Unter, kunft gefunden hatt, stand hn Begriff, auf sein Zimmer zu gehen, als ihm der Weg zur Treppe von dem flehten, jovialen Professor verlegt wurde.
„Hoop, hast, lieber Doktor,' rief dieser gut gelaunt und hielt Lothar am Rockknopf fest, „ein Wort — ein Vorschlag. Ich gedenke meinen Aufenthalt hier noch zu verlängern und außer den Altertums- forscher auch eine Zeit laug den Cicerone zu spielen.? Meine liebenswürdige Freundin, Frau v. Miugwitz,! hat mich alten Kerl ihren Wünschen willfährig gemacht.?
erwartet fich als vollkommen berechtigt erwiesen. Wie dem „New-Jork Herald' aus Washington gemeldet wird, ist man dort jetzt überzeugt, daß die Depesche eine Fälschung ist. DaS Staatsdepartement besitze den a b s o l u t e» B e w e i S, daß die betreffende Depesche vo» Shengh n»b Inan Hai Kwan chiffrirt worben sei.
Damit ist ber Pessimismus, mit bem wir alle in der letzte» Zeit verbreiteten günstig lautenden Nachrichie» aus Peking aufnahree», glänzend gerechtfertigt. Hoffentlich merken jetzt aber auch bald die Mächte daß die Chinesen etwas rauher angefaßt werden müffe», und stelle» nicht durch übel augebrachte Sentimentalität eine nachhaltige Züchtigung ber ost asiatischen Heuchler in Frage. Wie sehr bie Chinese» bie Mächte an ber Nase herumführen, beweist auch, daß ber in letzter Nummer veröffentlichte Brie' MacbonaldS vom 6. Juli nach einer Melduuk des „Expreß' aus Shanghai in d r e Lesarten existirt, alle drei Lesarten stammten aus chinesischer Quelle. Einer Lesart zufolge waren die Ausländer genöthigt, die PonieS der Gesandt- schaften zu verzehren. Eine andere Lesart gießt 40 Getödtete an, eine dritte Lesart sagt, 44 Ausländer seien umgekommeu. Dieselbe Zahl gab Macdonalds Brief, der vom 4. Juli batirt war, an. ES bestehen Gründe für die Annahme, daß der angeblich vom 6. Juli daiirte Brief Mac- donalds vor dem 30. Juni geschrieben war.
Sind die Ausländer in Peking tobt?
Mit biefer Entlarvung ber Chinesen bricht natürlich baS ganze Lügengewebe zusammen, daS bie Chinese» errichtet haben. Ma» wird aber nm so sicherer aunehmeu müsse», baß bie Gesandten ermordet find, als heute folgende Nachrichten ein» getroffen find:
Die Blätter in Schanghai veröffentlichen die Mittheilung eines einflußreiche» Bankiers, ber nahe ber britische» Gesandtschaft in Peking wohnte. Derselbe verließ Peking am 7. Juli und traf in Schanghai am 25. Jult ein. Der Bankier sagt, baß bei seinem Weggang bie Ges anbtfchaften zerstört und alle Europäer ver- schwuubeu waren. Er kann nicht bestimmt sagen, eb bie Gesanbten ermordet seien oder nicht.
Der Agent der Rusfischen Bank in Shanghai Hai ferner einen Brief von ber Filiale ber Bank in Niuchwang erhalten, worin mitgetheilt wird, einer ihrer chinesischen Vertreter fei soeben an» Peking an- gekommen und habe die Meldung von der Niedermetze lnng in Peking bestätigt. Er sagte, alle Gesandten seien ermordet. Als fie sahen, daß ber Tob unvermeiblich war, da bie Chinesen in bie Sesanbtschaften hineinfchwärmten, tibteten bie Ge.
Wäre ich nicht ein so verknöcherter Hagestolz nnb trüge meine sechzig Jahre in leserlichen Ziffer» ans bem Gesicht geschrieben, ich könnte wahrhaftig in einen schlimmen Verbucht kommen. Na nun zur Haupffache. Leiste» Sie mir Gesellschaft, lieber Doktor. Vormittags graben nnb forschen wir mit» fammen im Alterthnm, Nachmittags in ben jungen, frischen Gesichter» ber Jugend. Ich bin kein gefährlicher Konkurrent. Hm, he, was meinen Sie?'
Er zwinkte bedeutsam mit den Augen, und dies samt den versteckte» A»deutn»ge» hätte» Lothar fast veranlaßt auf die Vorschläge nicht einzngehen. Er war nicht der Mann, bei bem berartige Neckereien nnb Scherze angebracht waren; ber kleine Professor kannte ihn eben nicht merkte sich baS aber nnb stellte sich, als er endlich bie Zusage erhalten, von Stuub an blind nnb taub für das Jugendthum.
Göthe sagt: „Ihr felb glücklich, wie sollte ein Scherz Euch verwunden, aber ber Kranke fühlt auch schon die leise Berührung.' Die neckenden Worte verhallten; nicht so schnell ließ fich verwische» und vergeffe», was fie berührten, ehr wehes Schicksal; ja plötzlich war's Lothar, als verwandelten fich bie aus- gescheuchten Schatten ber Vergangenheit in Fleisch und Blut und tauchten als lebende Gestalteu vor feinere leiblichen Auge ans. Obe» a» der Treppe, aa deren Fußende er mit dem Professor stand, erschien eine schlanke distinguiert ausseheude, dichtver- schleierte Dame. Sie kam langsam daher, schwebt gleichsam wie ein Geist aus der Höhe hernieder, wenigstens erschien es Lothar so, der mit ganz verfärbtem Gesicht mechanisch bis znm Fenster zurück- wich. War die Gestalt dort ein Gespenst, ei» «eist, ein Geschöpf seiner erregten Phantasie, oder ein Mensch vo» Fleisch und Blut, jenes Wese», daS sei». Jugend
sandte» im letzte» Augenblicke ihre Familie». Sir Robert Hart beging in ber Verzweiflung Selbstmord.
Li-Hnng-Tschang
lügt natürlich munter weiter. Er hat «ach Schanghai folgendes Telegramm gesandt, deffen Zweck allzu durchsichtig ist: „Aus Peking wstd berichtet, daß die Gesandte» lebe» und ihre Sicherheit gewährleistet sei. Der Einzug der verbündete» Streitkräfte ist unnöthig.'
Li-Hung-Tschangs Unrichtigkeit wird durch eine weitere Meldung des „Daily Expreß' gekennzeichnet. Li-Hung-Tschang habe auch eine Depesche von Prinz Tna» empfange», worin dieser ihn beschuldigt, in eigenem Jutereffe zu intriguire» unter Mißbrauch des Namens der Kaiserin, während die oberste Gewalt in Peking Tuang allein i»»e habe. Und kurz vorher hatte Li-Hung-Tschang erzählt, Prinz Tum sei sichern Nachrichten zufolge getöbtet!
Die Unzuverlässigkeit chinesischer Nachrichten.
Hongkonger Meldungen zufolge ersuchte der dortige italienische Consnl, unt die Zuverlässigkeit der Versicherungen der Chinesen bezüglich ber Sicherheit ber Gesaubtschafte» zu erprobe», den stellvertretenden Bice» könig vo» Kanto», fich mit bem italienischen Gesandte» in Peking i» Verbindung zu setze» und von diesem die Antwort auf eine Anfrage i» einer Angelegenheit zu erlangen, bie nur dem Gesandten nnb ihm (bem Consnl) bekannt sei. Der Vicekönig erwiderte, er könne bem Ersuchen nicht Folge leisten, da eS über sein Vermögen gehe, denn alle Botschaften ans Peking würden ans geheimen Segen (!!) erlangt, und der Gouverneur von Schautnng sei ber Berrei tler.
Einzelheiten.
Der Herzog von Meiningen hat de» nach China abgehenben Mannschaften des 32. nnb 95. Infanterie-Regiments ein hübsches Taschengeld auszahlen lassen, und zwar jedem Unteroffizier 100, jedem Musketier 50 Mark.
Neueste Nachrichten.
Die Londoner Blätter veröffentliche» ei» Telegramm ans Shanghai von Freitag, demzufolge als Vorsichtsmaßregel beschlossen wurde, die dortige sranzöfische Niederlassung in Ser» theidigungSzustand zu bringen. Ans daS Ansuchen der sranzöfische» Behörde» habe der Kommandant des holländische» Kreuzers „Holland' die Leitung der Arbeiten übernonnnen.
Einem in Tokio ans Shanghai eingetroffenen Telegramm zufolge verlautet dort, daß bie fremde» Missionäre nnb eingeborene» Christen bei Paoting von ben Boxers am 8. Juli angegriffen würben. Ein frember Arzt, deffen Nationalität unbekannt ist.
zerstört, seinem Lebe» so verhängnißvoll, so verderbenbringend geworden war?!
Diese Franengestalt konnte er fich gar nicht losgelöst denken von glänzenden, mufikdurchrauschtea Sälen, von Tanz und Last, vo» duftige» Tüll« gewäuderu und schimmernde« Blume« und blitzende» Edelsteine», nicht losgelöst vo« einer anderen Gestalt, die vor seinem Geiste so deutlich, so greifbar auf« erstand, daß er fein Auge umherschweife» ließ, in »er festen BorauSficht, auch fie müffe ihm hier oder dort gleich entgegentreten.
Sein Herz schlug bis zum Hals hinauf, feine Stirnaber schwoll, als wolle fie zerspringen, feine Ha»d ballte fich zur Faust, bie er fest auf bie Brüstung i»es Fensters stemmte, nnb um ben zufammgepreßteu Mnnb legte fich ein Zug furchtbaren Haffes nud eistger Verachtung.
Da tönte eine Stimme vo» obe», eine harte langlofe Stimme. Lothar richtete seinen glühenden Blick hinaus.
„Justine,' tönte es etwas brüsk herunter.
Die Augerufene, bie langsam bie Treppe herab» lieg Hieb plötzlich stehe«. Sie wanble ihre« Kopf zurück.
»Hier, Chlobwig,' antwortete fie in ruhigem, gleichgiltigem Tone.
„Warum so eilig, warte doch, Beste,' klang es verdrießlich zurück.
Die Dame beachtete den Zmns nicht, mit einem Achselzucken schritt fie die Treppe vollends herunter und der Hansthür zu. Sie kam nahe an Lothar vorbei. Der dichte, graue Krepeschleier ließ nur undeutlich ihr schmales, sonderbar gefärbtes Gesicht hiudurchsehen. Lothar genügte es zum Erkennen.
(Fortsetzung folgt)