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man hätte China vielleicht das größte Interesse.
)|4j| iditt dessen erläßt diese halb mysteriöse Persönlich- ' 8t von Peking auS weitschweifige Verbalnote». Fragt
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fricnlnm vitae gebe» — unweit davon, dicht
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(Fortsetzung folgt.)
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Sie wandte de» Blick von ihm fort « die Kerne. .Saßnitz liegt nun deutlich vor wr»; sehe» Sie Sommerhänser, die Hotel» dort,* sagte er, sich
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Sie richtete sich ans. Ihre große» Nuge», tiefblau in diesem Augenblick, sahen Ernst geistesabwesend an.
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M, weshalb der weitläuftige Weg gewählt wurde, über Noten durch alle mögliche» diplomatische»
„Wo komme» Eie her?* fragte sie, ohne recht wifie», wa» sie sagte.
Er lachte auch darüber.
„Drollige Frage! Ueber welche Phantasteeu
*t do» einer allen» reisende», nach einer Unterhaltung garten Dame, die sich gleich ihm ledig, aber noch
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vergeffeu Sie Ort und Gegenwart? Haben Sie die Lüste skizziert und die Studie» in die See flattern lassen? Wa» suchen Sie den» in den Welle»?*
„Ich grübelte ei» wenig.*
„Er sah fast ängstlich au», wie Eie fich so über da» Geländer beugte». A propos! ich soll Sie hole», Neide; Sie erkäüe» fich hier obe».*
und löste hier u»d da seidene Fädchen heran», kühlte ihre .weiße Wange und sang ihr ei» wunderbare» Lied in» Ohr. E» war einmal — e» war einmal I
Liebe Deine» Anfang und Dein Ende bleibt immerdar dasselbe, aber dir Herze« gebe» Dir Deine Gestatte». Diese» triffst Du nicht tief, wenig Monde» «ur, und Dei« Riß ist geheitt, zeigt tone Narbe. Armselige» Gefühl, nicht werth, de« heilige« Name» zu erhalle«. Dem reißt Du gleich die ganze Seele wund und hebst den andere» auf lichte Höhe« einet Wonne ohne gleiche», zeigst ihm Drin große», wette» Reich, sovnenhell wie ehr schöner Frühlingshimmel. Diesen läßt Du auSkoste« seine Seligkeit, jene« stürzest Tu jäh in ein dunkles Grab, oder gibst d» ei« langsam brechende» Herz, eine Mitgift nagenden Wehe» durch» ganze, lange Lebe». Dein Anfang und Dein Ende bleibt immer dasselbe, aber die Herze« geben Dir deine Gestatten.
Eine» war ThuSnelde fich bewußt, fie hatte ihr folgenschwere» Verspreche« zu hatte«, aber unter einer, o wie schwere« Beichte! Dieser Augenblick lehrte fie e». Reine der still gehegte« Hoffnungen, die fie auf MalchoS nähere Bekanntschaft mit Ella gesetzt, schien in Erfüllung gehen zu wolle«, daß er je einer tiefet gehender Neigung fähig sei, sank immer mehr zusammen, er nannte da» ja auch — Romantik. Nun war e» ihre Sache, nicht nur der kleine» Schwester Ella sanguinische» Wünsche und Hoffnungen auszureden, sondern fie auch allmählich auf da» Bevorstehende vvMberette». Und wollte fie nach allen Richtungen hin ihre» zielbewußteu Pflichte« gerecht werde», so wußte die» mit hetterer, ruhiger Miene unter völliger Behenschung aller fich dagegen auf. lehnende« Empfindungen geschehen.
„Neide, wie unvorsichtig! Ohne Hut und Shawl. Neide, schlafe», ttäumen Sie?*
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Leider hören die Eiferfüchteleien zwischen England und Rußland nicht auf. Die Russe» beabsichtigen, über die ganze Eisenbahnstrecke von Taku »ach Peking die Kontrolle auszuüben bi» zur Beendigung der Feindseligkeiten, nnb bann bie Eisenbahnlinie »ieber den Chinesen zurückzugeben. Admiral Seymour ist aber entschieden dagegen, daß es de« Russe» gestattet werde, die Eisenbahn jenseits Tientsin» wieder herzustelle« und ist der Ansicht, daß die Briten diese Aufgabe übernehme« sollten. Seine Ansicht wttd vo« alle« brttische« Einwohner« getheitt. die Franzose« bemühe« fich, die Kosttolle über die Flußschlepper zu erlangen, und man glaubt, daß sie sich in der Konttolle mit den Rnflen theilen wollen. Die brttische» Ei»woh»er befürchte», daß die alleinige russische oder ftanzöfische Konttolle über die Eisenbahn und die Flußschifffahrt eine ernste Bedrohung der britischen Interesse» und ein Hinderniß für die brttische» Operatione» bedeute» würde.
(Fortsetznngi)
Tin neugieriger, schwatzhafter Sachse ließ fich
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igtn könnte, nm damit eine Fülle von schweren irge» und Blutvergießen zu erspare». Und
ebenso viel an bie schmackhafte Beute, die un» Sttand und See liefert. Die Fischer werden manche Delikateffe in die Hotel» bringen. Fmchtbarer Materialist, der ich bin, nicht wahr? Ich gebe mich aber, wie ich bin. Da» hat wenigsten» den Bortheil, daß die Zukunft Sie vor Enttäuschungen bewahrt.*
E» war bie erste Anspielung auf ihr Verhältnis fett de« Wiedersehen, mtt einem Anflug von Bitterkeit gesprochen. Vielleicht wolltt Ernst eine Aussprache damtt ein leiten, die Nelde nicht wünschte, nm keine» Prei» vor der Zeit wünschtt. Die erbetene und zugestandene Frist zur Ueberlegung war der Sttohhalrn, an den fie fich in ihrer Herzensangst klammerte. Daher schwieg fie zu seiner Bemerkung, was ihn mehr verdroß, als eine nnliebfame Antwort. Er betrachtete fie heimlich von der Sette und bemerkte einen feierlichen Ernst auf ihrem Gesicht. Dar paßte ihm nicht, er schnippte mit den Fingern, drehte fich anf seinem Absatz nm, pfiff leise vor fich hin und trat einen Moment an bie anbete Seite de» Verbcck». Er wußte entschieben nicht, was er thnn sollte, hier bleiben ober fortgehen. Viel lieber da» letztere, wa» fie aber Übel vermerken konnte.
Man kann nicht warm und nicht katt bei ihr werden, fie ist ander» geworden, was mag ihr fehlen? dachte er bei fich mit der Miene des Mißmitthes, hat nnu an die Treppe heran und blickte auf da» Verdeck unter fich. Ella plauderte dort mit Lothar. Er erkannte in sofort, stand nun wie angewurzelt da und beobachtete dir beiden eine Zeitlang. Ella redete — wie hübsch fie da» verstand und wir süß da» klang, wußte er ja —, und Dr. von Beklau schaute fie an, sog ihr förmlich die Worte von den Livpen.
an ihre Sette stellend; Wetter links, ganz im Grün versteckt, liegt da» Befitzthum Prinz Friedrich Karls; man fleht von hier an» nur die Fahnenstange hervorragen. Jetzt macht da» Schiff eine Wenbnng; haben wir jenen Felsvorsprung umschifft, so lieg Stubbenkammer vor uns. Wtt find dann am Ziel.*
„Ich möchte so lange hier oben bleiben.*
„Und schwärmen nicht war? Ich kann mich gar nicht hineindenken in diesen Natur-Enthusiasmus. Diese Fernficht da ist ja recht hübsch, die hohen Kreidefelsen, der flippige Strand und die grüne See; aber* — er zuckte die Achseln — „weiter berühren oder gar begeistern thut mich da» nicht.*
Ich empfange davon einen stillen, hohen Gennß, der keine Worte braucht, — einen Genuß, den ich lauge noch nach empfinde,* entgegnete fie warm; sie hatte ihre Faffung allmählich znrückgewonnen.
„Und ich denke beim Anblick dieses Panoramas
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heroisch ihrer selbstverlengnenden Wächteramte» ^e, durch eine goldene Lorgnette die Gegend be» »Stete und philosophische Betrachtungen über ihre Tvflössigkett anstelle» mochte. Außer ben Genannte» einigen Bebienstete« des Schiffes befand fich «ivelde hier allein in ihrer großen Herzensnoth. «die halbgeahnten, halbverstanbene», ungenannten, ^schreiblichen Gefühle hatten plötzlich Gestalt und gehest angenommen. Die Offenbarung bei Liebe £äber fie gekommen. Sie fühlte e» an ben Muern des Glücks nnd der Wonne, a» dem Irrende» Schmerz, an dem Widerstreit diefer •-Mangen, die fich bei dem lang entbehrten «lick Lothars ihrer Seele bemächtigt. Täuschung ^unmöglich. Während die Küste mtt dem int» psitn Kreidefelsen immer näher rückte, legte fie r Atme auf bas kalte Gitter ber Schiffsbrüstung, ? dom Hute entblößten Kopf barauf und schloß [ Äugen. Die Brise wehte i» ihrem Goldhaar
Gefäße in bie Welt zu sende», statt die kurze, kaum 200 Kilometer weite Wegstrecke zu gehe», so scheint »e Antwort der Chinesen kau« anders lauten zu könne», al» — wtt könne» nicht, ober wtt wollen nicht!
Die militärische Lage st unverändert! Daß der Weg »ach Peking keine so einfache Promenade fein möchte, zeigt die folgende, der „Schles. Ztg.* entnommene Notiz: Nach einer Mtttheilnng des russische» Generalstabes wird die internationale Truppe in Tientsin nach der Eroberung der dortigen letzte» Forts eine ganze Reihe ebensolcher Forts zu nehme» habe», mtt welchen bie Chinese» ben ganze» Weg nach Peking bccke». Gegenwärtig habe» biefelbe» schon ein starkes FestungSbreieck Ja- Kua—Ku-Tei—Koaog-Ma Tschtt geschaffen. Alle diese Befestigungen find mit Geschützen große» Kalibers ausgerüstet. An dem Lau solcher Festungen Haven Hunderttauseide ber chinesischen Miliz gearbeitet. I» Tun - Tau und Toati find Pulverfabriken angelegt. Wen» übrigens Stimme» meine», daß man die in ber Formation begriffene deutsche Expedition nach China in dem Falle am beste» zurückhielte, daß Chiua plötzlich alle Gesandten zeigte und entsprechende Sühne für de« gemordeten Herrn v. Retteier leistete, so wird man doch wohl gnt ihn», selbst bei Verhandlungen ben Chinesen gegenüber stet» bie Hand am „Abzüge* zu haben, da fie jede» Nachgebe» mißzuverstehen pflegen und nur bei Gewalt weiche», bie ihnen bnrch ihre Kraft imponirt.
Die Nachrichten an» Peking verstummen toieber allmählich. Wa» heute vorliegt, zeigt nicht mehr be» hoffunngSfteudige« Ton der letzten Tage. So lautet eine Meldung de» Reuter- scheu Bureau» aus Taku vom 22. ds.: General Li, Kommandant der in der Nähe von Taku gelegenen Peitaug-Fort», benachrichtigte den brttische» befehl»- habende» Offizier bei Tongku, ein Läufer, welcher Peking am 14. Juli verließ, berichte, daß fich die Stadt im Zustande vollständiger Anarchie befinde. Die Truppen hätte» mit de» BoxerS gekämpft md letztere hätte« die U e b e r h a « d im Kampfe gewonnen. Die Maxim-Munition der SesandtfchastSwachen fei erschöpft gerne en. Die Europäer wären sparsam mit der Gewehrmunition nmgegangen. Die fremdenfeindlichen Chinese» hätte» eine Anzahl Geschütze anf die die Gesandtschaft beherrschenden Wälle gebracht. Die Wachen hätten jedoch einen Ausfall gemacht und die Geschütze zum Schweigen gebracht. ♦
Eine Depesche des Kommandanten be» amerikanischen Kriegsschiffes „Broklyn* au» Tschifu vom 24. Juli au da» Marinebepartement meldet hierüber: „In Tientfin ging am 21. Juli eine vom 4. Juli batirte schriftliche Botschaft, unterzeichnet Cong er, et», besagend: Wtt find zwei Wochen lang in der
Die Wirren in China.
Die allgemeine Lage.
Die Lerdichtuugstenbenz der günstigen Nachrichten c die Gesandten und Fremde« in Peking Hütt ■■ etwas unbedingt sicheres liegt aber immer «och gt vor und bie Meinung, daß die ganze wett- tegbe Jnau'vmchnahme des Telegraphenapparates Mch der ogelei chinesischer Diplomatie zu dienen jt, ist immer noch die vorherrschende.
KeuerdingS tritt der alte Li Hung-Chang wieder Her in den Vordergrund; wenn die Nachrichten, t vorliege», zutreffend sind, so fühlt er sich so ein zch« als Herr der Lage, als Retter in ber Noth, Iber „kommende Mann*. Das letztere war er schon Bi; aber bie Freunde der chinesischen Rrform- Hrguug habe» stets eine Enttäuschung erlebt: China jch im Sumpf stecke» und der alte Li mürbe chsteus reicher. Die Nachrichten ber „Times* über » Unterredung ihres Korrespondenten mit Li find chl wtereffant, aber fein Programm, daß China chS zahle» kann, wttd wohl kaum in Erfüllung h». Im übrigen scheint er der optimistische» ichrich: onS Peking nicht recht zu ttauen, den» et jt bie Möglichkeit einer Ermordung der Gesandte« nach die Mandschnhorden* zu. In einem solchen ilt würde er sich weigern, Unterhandlungen zu wmehmen. Das alles find ja Redereien, mit «es der „chinesische Bismarck* immer rasch und Wich bei der Hand war. Die Hauptsache ist, daß e Europäer bald in China landen und die chinesischen ist» dtockire», bann haben Peking, Kanton unb tere Großstädte, bie auf Reisrmfuhr angewiesen ü, nichts zu effen. DaS wttd die Herren schon W machen unb ben Stimme« auf neuzeitliche Wnisatio» der chinesischen Verwaltung Gehör der- Wru.
Von wem schließlich die Kaiserlichen Erlaffe aus img ausgehe», ist ebenso unklar, wie die Lage Das selbst. Allmählich beginnen die Dinge bei hu Ernste der Sache doch saft zum Spotte heraus- strderu. Die in den Note« an die Mächte al» riitr zeichnende Persönlichkeit hätte nur nöihig,
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Nachrichtendienst für das deutsche ExpeditionScorpS.
Der „Lerl. Korrespondenz* zufolge hat da» Reichspostamt im Einvernehmen mit dem Kriegsministerium und dem Reichsmarineamt Einrichtungen gehoffen, welche den telegraphischen Verkehr vom ost- asiatischen ExpedttionS-CorpS nach der Heimath zu mäßigen Sätzen, ttr gewiffen Fällen sogar unentgeltlich ermöglichen. Ei» Verzeichniß von etwa 100 Nachrichten, für die während des Kriegszustände» etfahrnngSmäßig allgemein Bedürfniß vorliegt, wird aufgestellt; jede Nachricht erhätt eine foitianfenbe Nummer. Außerdem erhätt jeder Soldat be» Expeditionskorps eine Nummer, worunter fein Name und eine vo» ihm bestimmte Adreffe in der Heimath eingehage« find. DaS Feldtelegramm der Soldaten besteht also ans zwei Zahle«, nämlich der Telegraphe»» Nummer de» Soldaten und der Nummer der zu übe-.- mittelnden Nachricht. Diese Nachrichten werde« täglich gesammelt und zu einem Telegramm zusammen- gestellt, das täglich a» bas Haupttelegrapheuamt in Berlin übermittelt wirb. Hier werben die einzelne« Telegramme wieder übersetzt und ben Adressaten zu- gestellt. Für eine solche Nachricht nach der Heimath zahlen Offiziere 6 Mk., Unteroffiziere unb Mannschaften 3 Mk. Bei Nachrichten, die fich anf Verwundungen unb Sehnliches beziehen, will bie Milttär- bezw. Marschvervattuug die Kosten teagen, sofern die Nothweudigkeit der Nachricht vom Vorgesetzten de» Absenders anerkannt wttd. Die Telegrammgebühr kann in Freimarken entrichtet werde»; e» empfiehlt fich deshalb, die in nächster Zett Abziehenden mtt Freimarke» zu einer oder zwei Mark auSzurüste» oder solche in Briefen nachznseude».
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(Nachdruck verboten.)
Die Ehestisterin.
Bon H. PalmS-Paysen.
Warburg
Freitag, 27. IM 1900
—re Lebenszeichen von ben nur etwa 160 Kilometer K Tientfin entfernten europäischen, bez. japanischen Ktairten zu zeigen, nur eine einzige ber vermißten m-tra6, ersouen ben Peiho hinunter zu schicken, eine Auf- r-r~ abe, bie die kleinste Pattouille in drei Tagen er-
3/t d L^* bestm Jahren befand — fie hatten e» nöihig gUH6fr iMea, sich dieses gegenseitig zu verfichern —, ihr
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Aryeigen nehmen entgegen: bi« Expedition dieses Blatte», bk Annoncen»
Bxrtant von Haasmstein & Vogler, Frankfurt a. M., Caffcl, Magd«- qe 6rr«. Wien; Rudolf Most». Frankenrt a. $0., Berlin, München, Köln; OO, * L Denb» * 4.0. Frnnknirt e M. Berlin Hannover Vari» it
WSche«ttiche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Jllustrirtes Sonntagsblatt. Redaktion: Markt Sl. — Telephon 66.
britischen Gesandtschaft belagert worden. Es herrscht große Gefahr einer allgemeinen Hin- merbang durch chinesische Soldaten, die bie Gesaubtschasten täglich bombarbiren. Entsatz muß, wenn überhaupt, halb kommen. Die Stabt ist ohne Regierung, außer bnrch bie chtuefifche Armee, bie entschlossen ist, alle Fremden in Peking umzubringeu. Der Einmarsch des Entsatzcorps in die Stabt wttb heiß bestritten werben.
Der chiuefische Gesandte Wutingfang ließ übrigens am Montag eine zweite Depesche Hay'S au ben Gesandten Songer abgehen. Man darf auf den Erfolg gespannt fei«.
3« England
sieht man die Lage noch immer pesfimistisch an. Der Brief de» englischen Gesandten Macdonald anS Peking vom 4. Juli, der 17 Tage brauchte, nm an seine Adreffe zu gelangen, wird in Londoner parlamentarischen Kreisen al» der Vorbote ber schlimmsten Nachrichten betrachtet; statt die Hoffnung zu beleben, daß die britische Segation noch Stand hatte, scheine da» Schreibe» nm zu bestätigen, daß die Metzelei, wie mehrfach angenommen würbe, am 6. ober 7. Juli wirklich ftattgefunben habe. Der Londoner japanische Gesandte äußerte im Laufe einer Unterredung mtt einem Vertreter der Presse: Macdonald» Bries bestätige seine Befürchtung; de» jüngsten chinesische» Meldungen über die Sicherheit der Fremde» schenke er keine» Glaube». Er selber sei ohne Nachrichten darüber vo» Japan. „Daily Expreß* erfährt, weder Salisbury noch da» Auswärtige Amt bauten Hoffnungen anf die Botschaft Macdonald».
Militärische Maßnahme».
Japanische Berftärknuge» treffe»täglich in Tientfin ein. Die Anzahl der Japaner beträgt dort gegenwärtig 15000 Mann. Die japanische Regierung formtet trotzdem noch drei Divifionen. Zur Befreiung CharbinS eilen russische Truppen anS Nikolskoje und vom Sungarifluffe herbei. General Gerngtoß leitet die Vertheidignng. Es ist Hoffnung auf baldige Besserung der Lage vorhanden. Die Bevöllerung hält fich ben Russe« unb ber Eisenbahn gegenüber freundlich. Mit der Rettung Chardin» werden wahrscheinlich auch andere Punkte gerettet sei». Dem Oberst Mist- tschenko gelang es, mit seine» Truppe» bi» südlich der Station Daschizao vorzudringen.
Au» Tientfin wird gemeldet, man sei der Meinung, daß die Verbündeten die Bor«ärtsbeweg- nng wahrscheinlich früher beginnen, al» ursprünglich beabsichtigt war, möglicherweise schon Ende diese» Monat». Ein endgültiger Beschluß wird vor dem Eintreffen de» Generals Gaselee, der ix einigen Tagen erwartet wird, nicht gefaßt werden.
»rihfli ■*frrtn von Marietta Tonelli, Mädchenliebe, Am Mälarse» ö Siu HochztttStag rc.
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81&S *®a,bet gedrängt, anf der hölzernen Bank neben am* * Bärme auSstrahleuden Schornstein flüsterte ganz [3$ versunken ein junge» Brautpaar, während die (ben fitzende Taute, eine atte, runzelige, frierende
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