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WSchewttiche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. >-- Jllustrirtes Sonntagsblatt. 8"-rt"4 -

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KUIVVU«H Bxthiii DenHaas«nsteta & Bogin, Frankfurta. M., Cassel, Magd«- ok ».t,.

Sonntag. 22. Juli 1900. 35.3*.

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Wochenschau.

n. Durch das deutsche Volk weht ein frischer alerZug. Das hat sich bei vier Nachwahlen « Reichstage, in den Kreisen Kalbe-Aschers-

, Kehl, Mülhausen und Northeim gezeigt.

haben die Sozialdemokraten eben empfind- Rückgang an Stimmen zu verzeichnen, ein , daß sich da» deutsche Volk von den reoolutio- , vaterlondslosen Treiben der Sozialdemokratie mehr abwendet. Mit der Wahl in Northeim

die Ersatzwahlen des ersten Halbjahres 1900 Glossen, die noch ausstehenden werden erst im bet vorgenommen werden.

So herrscht nun völlige Ruhe in d er innein litit Der Kaiser ist auf der NordlandSreise jffen. Auch der Reichskanzler, die Staatssekretäre die meisten Minister weilen fern von Berlin.

Hohenlohe hat das heilkräftige Ragaz aufge- Frhr. v. Thielmann hat seine Schritte in die ischen Berge gelenkt, Graf PosadowSky und v. Podbielski sehen sich die Pariser WeltauS- mg an, Herr v. Miquel ist zu seiner Tochter S Land gereist, Minister Brefeld erftischt sich in Thälern und auf den Bergen der südlichen , und Frhr. v. Rheinbaben athmet die Luft S der Aermel-Meeres. Nur einer der Staats- äre, Graf Bülow, ist auf seinem Posten ieben, und diesen dürfte er auch so bald nicht ssen.

Für die Minister deS Auswärtigen hat der iff deS Normal-ArbeitstageS längst aufgehört zu irren, besonders nachdem sich die Ereignisse China so bedenklich entwickelt haben. Von Massenmord in Peking werden alle te gleichmäßig betroffen. Sie haben jetzt dasselbe esse, Sühne zu nehmen, die Schuldigen zu n, die Ordnung herzustellen und durch Ein- g einet vernünftigen Regierung der Wiederkehr

Bewegung vorzubeugen, die die Ruhe eines

eils erschüttert und alle Reiche in Mitleiden- kkrrhlchsi zieht. ES ist ein schwerer Krieg, der den siraße chten aufgedrängt worden ist. Aber er muß ge­lt. werden zum Besten der Civilisation. Dazu ist 8 mbedtngt erforderlich: die Einigkeit der Mächte, . sich die deutsche Regierung, wie eS durch das ISTu lllds chreibeu des Grafen Bülow

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listigt worden ist, zur Richtschnur genommen hat.

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Daß vereinte Kräfte zum Ziele führen, das hat

ippen bei diesen ernsten Kämpfen, nach dem Urtheil

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kbrecherisch wäre daS Verhalten jeder Regierung, jetzt auf die Erreichung von Souder-Vortheilen

l verwi Einnahme von Tientsin durch die ver- lraber beten Truppen gezeigt. Daß sich die deutschen

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(Nachdruck vnboten.)

K Die Ehestisterin.

Bon H. Palms»Papsen.

ktz-L Nkta Den Marietta Tonelli, Mädchenliebe, AmMälarse, I Ein Hoch^itStag rc.

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ausgetauscht waren und zum erstenmal bet Walcho fiel, errötheie Neide und senkte unsicher ck, als ihre Mutter sich freundlich und günstig de« jungen Offizier äußerte. Nun war der lick gekommen, in dem fie ihr Herz öffnen dh Ihrigen die Verlobung an kündigen, das

a und behielt die kleine Hand noch einen Augen- länger in der seinigen. Ihm war's, als kenne k hübsche Kleine schon feit langer, langer Zeit,

(Fortsetzung.)

lkmst hauchte einen Kuß auf die weichen, weißen

ast seit zwei Tagen. Wie kam daS, wie hatte I düse schnelle Sympathie, diese eigenthümlich Eupfindungen am heutigen Abend zu erklären? Wahrscheinlich weil dieses reizende Kind Neide feiner Königin so ähnlich sah.

später Stunde verließ er die kleine Familie, $ Ella mit dem Gruß: Auf Wiedersehen I dnige Tage später traf Neide ein. Sie erreichte i 8bexb ihr geliebtes Heim, in dem fie voll «e begrüßt wmde. Man fand fie sehr Wohl frisch aussehend. Unbestreitbar hatte die kräfttg- _ 1 Erelust und das behagliche Bad.leben ihren 1% gestärkt und ihre weißen Wangen saust ge- [ HMj doch lag in ihren Augen die so zärtlich ihre blasse Mutter anblickten, ein nachdenklicher, t, ^wermüthiger Ernst, der den Ihrigen in der Erregung deS Wiedersehens entging.

»ach gegenseitiger lebhaft Hin- und Herrede lletaeren und größeren Erlebnisse der letzten

des russischen Oberbefehlshabers, wieder hervorragend bewährt haben, ist ta allen vaterländischen Kreisen mit umso größerer Kenugthuung aufgeuommeu worden, alS fie nur verhälttrißmäßig wenig Verluste gehabt habe». Diese Meldungen stammen von unserem Geschwaderchef, find also zuverlässig, während die von chinesischer Seite verbreiteten Nachrichten meistens falsch und auf die Irreführung der europäischen Re­gierungen berechnet waren. Da den chinesischen Ke- sandten in Europa ähnliche Umtriebe mit ihren Hintermännern in Peking zuzutrauen find, so ist es durchaus gerechtfertigt, daß Graf Bülow dem chine­sisch en Gesandten in Berlin in feinem telegraphischen Verkehr mit Peking gewisse Grenzen gezogen hat.

Inzwischen nehmen die Rüstungen der Mächte ihren Fortgang. Die Freiwilligen für die deutsche kriegsstarke Brigade find bereits zusammen- gezogen und haben ihre Garnisonen znm größten Theil verlassen, begleitet von den Glück- und Segens- wünschen ihrer Landesherrn und der Bevölkerung. Auch in Frankreich wird eifrig gerüstet. Man spricht sogar von der Bildung einer neuen Brigade, so daß daS französische Expeditionkcorps dann die Stärke einer Armee corpS erhielte.

Ju den allgemeinen Rüstungen gegen China wollen die Amerikaner ebenfalls nicht zurückstehen, trotzdem sie bereits auf den Philippinen Krieg führen. Hier ist indessen ihre Lage nichts weniger alS rosig. Die Filipinos bringen ihnen eine Schlappe nach der anderen bei, war Herrn McKinley und feinen Getreuen nm so schmerzlicher ist, als die Präsidentenwahl vor der Thür steht. Ebenso wenig find die Engländer mit dem Verlauf der Krieges ta Südafrika zufrieden. Die Nachricht von den neuen, durch die übliche Sorglosigkeit der Engländer hervorgerufenen Niederlagen in der Nähe von Pre­toria hat in London den denkbar übelsten Eindruck hervorgerufen, und zwar mit vollem Rechte. Nach wochenlangem Warten muß Feldwarschall Roberts eine der ta England so verhaßt gewordenen ,Es thut mir leib"-Meldungen telegraphiren, und wenn die öffentliche Meinung augenblicklich nicht nahezu vollständig mit den chinesischen Ereignissen beschäftigt wäre, so würde sicherlich ein Ausbruch allgemeinen Unwillens nicht zu vermein den gewesen fein.

Die Wirren in China.

Die allgemeine Lage.

Es flieht Vorgänge in den letzten Kriegen, die von vielen Setten nicht recht verstanden werden, nämlich daß die Söhne der Großmächte gegen die­selben Waffen opfervolle Kämpfe führen müssen, die unter der Einwilligung derselben Mächte aus den

Antlitz ihrer theureu Mutter in Freude aufglänzen sehen konnte, und doch schreckte ihr sonst thatkräftiger Stau, der jeglichem Aufschub abgeneigt war, davor zurück. Ich will noch warten, dachte fie bei sich, will mit Mama erst allein sprechen, will mir nicht diese frohe Stande stören. Seitdem sie nicht mehr unter dem Einfluß der Frau von Ming- witz, nicht mehr unter der Einwirkung Malchos stand, erschien ihr diese Verlobung wie eine Bürde, deren Schwere sie unterschätzt gehabt. ES gelang ihr auch nicht, den Gedanken daran zu bannen; fortwährend wurde fie an Ernst erinnert. Ella sprach mit großer Lebhaftigkeit von ihm. Sie hatte ihnnett" ge­funden von der wählerischen kleinen Ella, die an allen Männern etwas aukzusttzen fand, kein geringes Lob.

Neide," sagte fie,ihm habe ich es zu danken, daß ich reifen darf! Er verstand eS vor­trefflich, Mama zu überreden! In meiner Freude hätte ich ihm in jene« Augenblick fast erlaubt, mich Ella" zu nennen, worum et gebeten hat."

Thut er das?" fragte Nelde, nur um etwas zu sagen. Sie ho te ihre kleine Uhr hervor und zog dieselbe auf.

Ja, und wir möchten bald kommen, bat er. Wann reifen wir denn?"

Ich bin eben erst anxekommeu," lächelte Neide, wenn Deine Ungeluld eS zuläßt, gönnst Du mit zwei Ruhetage."

O, wie ich mich freue, die See zu sehen und Rügen l" rief Ella glückselig.Lily, wo hast Du Deinen Schulatlas, ich muß mir die Insel einmal aussuchen, mich orientieren und etwas darüber lesen."

Kaum gesagt, war fie schon mit der jüngeren Schwester ans dem Zimmer geeilt.

Fabriken von den Gegnern gekauft wurden, und daß fie gegen dieselbe Taktik zu fechten genöthigt find, die man ihren jetzigen Feinden einst mühsam selbst beigebracht hat. ES liegt eine gewisse bittere Ironie in diesen eigenthümlichen Thatsacheu. Man hat vielleicht auf die Dankbarkeit gerechnet, die Schüler gegen die Lehrer zu hegen pflegen, hat sich aber ta diesem Punkte wie ja ix so vielen anderen bei den Chinesen z. B. gründlich geint.

Hat man den Jrrthum nun erkannt, so sollte, ähnlich wie die deutsche Regierung dem chinesischen Gesandten ganz außer Zusammenhang mit den sonstigen diplomatischen Gepflogenheiten dir Verbindung nach Asien durchschnitten hat, von nun an ohne weiteres eine Einfuhr der Waffen nach China aus daS strengste untersagt werden.

Ja, eS scheint gegenüber den Erfahrungen, die in letzter Zett in den Kolonie«, auch von den Eng­ländern in Afrika, gemacht worden find, nöthig zu sein, in Zukunft das Waffenausfuhrwesen in gesetzliche Schranken zu binden. ES kann leider nicht ganz unterdrückt werden, weil das in unsere eigene Massenfabrikation eine so schwere Störung bringen würde, daß wir selbst sehr darunter litten; aber eS würde sich vielleicht dringend empfehlen, folgendeneinzigen Paragraphen" einzubringen: Die Lieferung von Kriegswaffen und Kriegsmaterial an dar Ausland unterliegt der jedesmaligen Ge­nehmigung des Reichskanzlers."

diesem Werkzeuge in der Hand könnte die Regierung wenigstens die Sache einigermaßen zügeln und dort, wo die Lieferungen geradezu selbstmörderisch für nur und unsere Söhne werden, die Waffenaus­fuhr tahibiren. Wir glauben sicher, daß jeder Deutsche, der die Verluste unserer braven Landes- kinder beklagt, die Einführung dieses völlig partei­losen Paragraphen mit Genugthuung begrüßen wird.

DaSBerliner Tageblatt" hat natürlich seine Bedenken; es könnten dabei ja einige sichere Geld­gewinne verloren gehen! ES sagt:

WaS die europäische Waffenlieferung an China anbe­trifft, so dürfte daS von mehreren Blättern rrwäbnte offiziell« Verbot doch auf Schwierigkeiten stoßen, bi« vielfach übersehen werden. ES ist doch die Möglichkeit nicht aus­geschlossen, daß noch feste LiefrrungSvitträg, zwischen China und europäischen Fabriken laufen, deren Nichterfüllung recht bedeutende Prozess« zur Folg« habru würd«. UibrrdieS so wird amtlicherseitS betontübten die Admirale ta Taku bereits ein« g«nan« Soutrolr aus und hätten «8 in der Hand, den Eingang von Waffen und Munttiou in China zu verhindern."

Abgesehen davon, daß die Chinesen wirklich mehr als dumm wären, wenn fie jetzt ihre Waffen über Taku" ein führ reu, zeugt die ganze Meldung von de« engherzigen Standpunkte des Blattes. Hebt schon der Tod Kontrakte auf, wie viel «ehr die force marjeure eines Krieges mit Aufrührern, die

Neide athmete schwer auf; ein Angstgefühl ergriff fie von dem ihre Mutter keine Ahnung hatte. Die lächelte ta sich hinein, hob ihre Augen von ihren fleißigen, beweglichen Händen, die jetzt daS Strick- zeug finken ließen, und sagte flüsternd:Soll ich Dir etwas vertrauen, Nelde?"

Nnn, Mama?"

Ich glaube, Ella und Malcho haben sich ge» fallen."

Nelde erbebte. Was würde ste hören müssen! Wenn Du meinst, daß fie sich lieben könnten, so glaube dies nicht etwa von von Malcho," sagte sie hastig,feine gewandte liebenswürdige Art zu plaudern, zu scherzen und jungen Damen die Cour gtt machen, ist durchaus nicht ernsthaft zu nehmen."

Mag fein; auf Ella hat feine Persönlichkeit aber, wir ich heimlich beobachtet habe, einen be» deutenden, nachhaltigen Eindruck gemacht."

Glaubst Du das wirklich, Mama?" fragte Nelde gepreßt; t8 schien ihr nach dieser Bemerkung, obgleich dieselbe eine Erörterung der eigenen Sache förmlich herausforderte, unmöglich, davon zu reden.

Fran Doktor Thielen nickte lächelnd.

Wir könnten uns ja darüber freuen, Kind. Malcho ist ein allerliebster, gewiß auch eta guter und, wie ich höre, ein vermögender Mann! Ella, die eigene kleine Person, die wieder nahe daran ist, einem Freier einen Korb zu ertheilen ich werde Dir das noch genauer erzählen, hätte in ihm endlich den Rechten und somit einen sicheren Halt fürs Leben gefunden."

Ja aber" stotterte Nelde, fie rang mit dem VertrauensbedürfniS und mit der Furcht, Mutter nnb Schwester eine Enttäuschung zu bereiten,aber vielleicht irrst Du Dich!"

vor keiner That zurückschrecken! Jene haben sich nicht gescheut, unsere Gesandten mit beten Frauen zu ermorden und damit alte und geheiligte Verträge durchbrochen; und wir sollen vor ein paar Lieferungs- vertrügen Halt machen, bei denen nnt einige Prozent- chen verloren gehen ? Wit glauben, unsere Deutschen würden eS kaum verstehen, wenn man aus Hochachtung vor dem Gotte Mammon ost unnütze Menschenopfer ruhig weiter brächte!

Leben die Gesandten noch?

Die Frage, ob die Gesandten in Peking sich noch am Leben befinden, wirb aufS Neue aufgerollt burch bie folgende aus Washington kommende Mtt- theilung des amerikanischen Staatsdepartement; Das Staatsdepartement erließ am 11. Juli eine kurze Anfrage nach Nachrichten der amerikanischen Gesandtschaft in Peking in der bei dem Staats­departement gebräuchlichen Chiffreschrift. Der hiesige chinesische Gesandte übernahm eS, die Depesche dem Gesandten (Songer zustellen zu lassen, eS gelang ihm, dies zu thun. Heute Früh erhielt bas Staats- bepartement folgenbe Telegramme beS amerikanischen Konsuls in Schanghai: Der Gouverneur von Sh«, taug benachrichtigt mich, daß er heute eine vom 19. Juli batirte chi stritte Depesche ber Ge- sandten Senget erhalten habe. Wenige Minuten später erschien mit einem Telegramm deS Eisenbahn-Taotai & 6 eng vom 20. d. M. der chinesische Gesandte Wu-ttag-fang, daS tiefer heute früh 8g Uhr erhalten hatte unb bas lautet: Ihr Telegramm ist befördert worben unb ich fenbe Ihnen, wie gewünscht, vom Tsungli - Damen folgenbe Ant­wort: Ihr Telegramm vom 15. Tage b. M. ist hier etagegangen (11. Juli). Das Telegramm beS amerikanischen Staatsdepartements ist dem Gesandten Conger übermittelt worden. Hier ist seine Antwort: In der englischen Gesandtschaft, unter fortwährendem Gewehr- und Geschützfeuer der chinesischeuTruppeu. Schnelle Hilfe kann allein allgemeines Massacre verhindern". Diese Antwort war in der bei dem Staatsdepartement gebräuchlichen Chiffrirschrist abgefaßt und wird vom Staatsdeparte­ment als wahr angesehen, da Betrügereien unter diesen Umständen ausgeschlossen zu sein scheinen." Das Staatsdepartement veröffent­licht ferner folgende Bekanntmachung:Der Staats­sekretär empfing heute stütz folgende Drpesche des amerikanischen Konsuls in Tschifu, vom 19. Juli Nachts 12 Uhr datirt: Ein Blatt aus Shanghai behauptete, am 1 6.Juli seien alle Auslän­der m Peking ge tödtet worden. Ich habe des­wegen an den Gouverneur telegraphirt unb gefragt, ob biefe Meldung war fei. Der Gouverneur ant­wortete, fein Courir habe Peking am 11. Juli

Möglich beobachte ste doch im Verkehr! Ich würde mich unendlich freuen, wenn ich recht behielte."

Wenn Malcho Dein Schwiegersohn würde?" fragte fie mit unsicherer Stimme.

Ja, mein Kind."

Auch wenn" fit wollte sagen: auch venu statt Ellen ich ihn Dir zuführte?" Aber das Wort wollte nicht über ihre Lippen. Ein jäher Gedanke schoß ihr burch den Kopf, den fie kaum auszudenken wagte. Sie schloß die Be­merkung mit einem gleichgistigeu Einwand. Ehe fie ihr Gehetauliß bergab, wollte fie Ella sprechen und zu erforschen suchen. Er blieben ihr ja noch zwei volle Tage Zett dazu.

Noch am selbigen Abend, als ste sich mit Ella ins Schlafzimmer zurückgezogen, dar beide mit ein­ander theilten, fand fie Gelegenheit dazu. Er war nicht schwer, in Ellas Herzen zu lesen. WaS fie dachte, fühlte, spiegelte fich klar in Miene und Auge wieder, und überdies trug die ausblickende Liebe zu der älteren Schwester da» VertrauenSbedürfniß ta sich. Ella sprach sehr bald von Malcho, und Nelde horchte mit zitternder Erregung darauf. Sie erzählte mit dramatischem Leben in Ton unb Wort bie Art, wie fie ihn kennen gelernt.Ich habe mich, wie Du stehst," schloß fie,also sehr übel bei ihm eta» geführt, unliebeuswürdig, schnippisch nnb unhöflich, ohne daß er mir hier nachgetragen hat, denn er ent­wickelte wirklich eine bezaubernde Liebenswürdigkeit gegen uns, Nelde."

Sie schob ihren Stuhl näher an bie Toilette heran, vor ber Neide im weißen Frisiermantel saß und sich das blonde Haar löste und bürstete.

Das Zimmer war klein und eng, doch schmu und traulich gemacht durch die zierliche Einrichtun