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m stiller Nacht das Schwert in der Scheide klirrte

serst rüstete« sie sich zur Heimfahrt, da kam der Befehl,

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(Fortsetzmg folgt.)

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mb ihnen eine» schicksalsschweren Spruch zuraunte von heißem Streit und Todesringen? Schon

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Der Nibelungen NoLh.

Während in unserem Vaterlaube Alles grünt und

50 von ihnen sollte» nach Peking gehen. Und als dir Fünfzig nun de» Bode» der deutschen Schiffe verließen, und allein in dem fremden unheimlichen de standen, ei» verschwindend kleines Häuflein in der riesengroßen Menge des unbekannte» Volkes, da mag ih»e» wohl eise fluchtige bange Todesahnung gekommen sek», wie sie die Burgund« ar flog, als sie

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Gefühl des Schauders, wenn man die wirre» Gerüchte von de» tagelangen Straßevkämpfeu in Peking, dem

find nun wohl alle tot, die i» der englischen Gesandt' schäft ei»zeschlosseu wäre», und lebend wird wohl keiner auS de» Mauern Pekings hervorgehe», der ver. künde» könnte, waS dort geschehe» ist.

Klingt eS dem deutschen Volke nicht wie ei»e

Die Wirren in China.

* Keunzrichneud für die Lage ist, daß keinerlei Bestätigung der gesteru mstgetheilten hoffnungSftcudigern Nachrichten vorliegt. Das bestärkt unsere Vermuthung, doß alle die Nachrichter, die von de» Vertreter» der Mächte an ihre Regierunge« gesandt worbe» find, auf ein mb dieselbe chinesische Quelle zmück- zuführe» find. Und den Chinese» ist wohl zuzw tra»e», daß sie falsches Spiel treibe«. Auch über das Schicksal des Barons v. Ketteler wurde» beka»»tlich nachweislich falsche Nachrichte» verbreitet. Die einzige», unbedingt zuverlässige» Nachrichten, die vnS seit der Abschließung Pekings von der übrige» Welt zugegauge» find, find die Berichte des Herr» v. Berge» u»d vo» Sir Robert Hart, und diese lauteten bekanutlich so rngünstig, daß man leider be. rechtigt ist, de» jetzige» chiuefischeu Meldungen sehr großes Mißtraue» eutgegeu zu fetzen. So müsse» wir leider uns darauf gefaßt mache», daß die ursprünglichen Nachrichten wahr und die Fremde» i» Peking nicht «ehr am Leben find. Den» wen» that. sächlich Prinz Tiching die Uebermacht hätte, ließe sich aunehme», daß die Gesandten Nachrichte» au die Küste hätte» gelangen lassen.

Was eS mit de» letzte» Nachrichte» aus China auf fich hat, wollen wir au estrigen Beispiele» be» leuchten. Der Gouverneur von Schantung hat be« kauntlich gemeldet, daß fich am 3. Juli »och zwei

und jeder an seine» Poste«. Dumpf klingt ihr Schlachttuf dem a»stürme»de» Feinde entgegen, und von draußen antwortet gellest es teuflisches Geschrei. Die Gewehre knatter», das Feuer prasselt, Rauch und Pulverdawpf zieht dmch das HauS, und edles Blut fickert die Treppe« hinab. Die einsame» Schützen kämpfe» bis zum letzte» Athemzug. Wo die Muuttio» verschösse», da muß die Klinge ihre Pflicht thrn. De» Mordens ist ketu Ende. Sie thürmeu Schrecke» a»f Schrecke». Jeder Stretter ist ei» Held. Wir ein gefällter Riese »och sterbend breite Lücken i» die Reihe» der Feülde reißt. Umsonst alle Heldenthate». ES bleibt keiner, der u»S vo» ihue» Kunde giebt. Der Feinde Uebermacht ist zu groß. Die Leiche» der Erschlagene» im Saal liegen zu Häuf. Der Arm erlahmt. Still und ergebe» sind wohl die Letzten i» den Tod gegangen, ernste Männer, nur darauf bedacht, die Ehre reiu zu halte».

U»d da»» ist wohl ei» bleicher Morgen dämmernd heraufgezoge». Der Kampf hat auSgetobt. I» dem Hause ist es still geworden, nichts regt fich mehr. Die Flamme knistert mb ächzt i» dem Gebälk, lodrr»d lecken feurige Zrngen zum Himmel Hier hat baS Lied »in End«: Das ist der Nibelungen Not.

Fritz Hupfer.

unter de» Leute», im Herze» ein Entsetze» ohnegleichen, eine Augst, die unvergeßlich geblieben, die fie jetzt in der Eriuuerrng »och erbebe», die fie msfpring« und aus dem Zimmer eilen ließ, ja, ihr de« kleinen Schrei entlockte, als fie fich plötzlich dem branne», lächelnden Mulattenkopf gegenübersah.

,Ah, Miß schon da ick Miß kommen sehen ick Rosen holen." Damtt überreichte er Thu». neide de» eben gepflückten Strauß prachtvollster Rosen. Ihr war'», als erwache fie aus einem Traume, mb ei war eine mechanische Bewegung, mit bet fie bie «urmm entgegennahm und ihre kleine Geldbörse her- vorzog. Auf ihrem Gefichte drückte» fich so viel Zerstrmthest, Beftemdeu und Grstarne», so viel m» ausgesprochene Frage» aus, daß der Mulatte eS für uiWg fand, schnell »och hstrzuzufüge» .Massa be­sohle»" und dm», als merkte er, daß ThuSnelde »och vor seiner Erklärung de» Zusammenhang der Dinge zu ahne» begirne: .Massa HauS ist nicht Wuthschast ist nicht Wirtschaft zu Liebeseele Wirtschaft weiter weg," er streckte den Arm nach dem Walde aus - .ick Miß soll Wirtschaft zeigm."

Wie Fmer fuhr es über NeldeS Wrngen. Sie c "lies! I» einem ftemdm Hause hatte fie fich Erftischrngm reiche» laffm, in einem Privat- ganfe, das fie sich in unbefangener Neugierde mge> cm t ^m ste sich gemächlich auSgeruht, in dem pe Rosen als Geschenk mtgegengmommm hatte.

»Wrr unangenehm wie sehr unangenehm ist mir dwftr Jrrthum," stotterte fie; .bittm Sie Ihren Herr» t» meinem Name» um Entschuldigung für die Störrng' f" -- - " 1

W 6H

(Nachdruck verboten.)

Die Ehestisterin.

"6afien Sie Ihrem Herrn heißt dersete dmn?"

Von H. Palms»Paysen.

»«fafferin von MariettaTonelli, Mädchenliebe, AmMälarfe.

Ein Hochzeitstag zc.

(Fortsetzungi)

-urg Leis Miss illkon

z» Bewußtsein gekommen ist. Es hätte sonst die

Knude a« geräuschvollen Festen verloren. Wohl hat !Pfg. «la» mit Entsetze» die Nachricht vo» der Ermordung frü de» deutschen Gesandten gelesen, wohl regt sich ein

«ryeigen nehm« entgegen: di, «xmdition dies« Blattes, bi, Simon»».

Bunan«, von Haasmstein & Vogl«, Frankfurt a. M., Gaffel, Magd« rv * hWÄÄÄ'ÄÄ 85' Jahrg.

dunkle Erinnerung, wie eine alte, wilde Weise ans rdott graner Vorzett? Ist es nicht, als ob ein schon im

Traume geschautes Ungeheuer aus dem Meer der indra! Vergangenheit fei» blutiges, furchtbares Antlitz erhebt? Flam : Wie bie Bnrguudm vom Hofe zu Worms, so zog die deutsche Jugend auS nach Ostafie» und dachte

Brande der Chinesenstadt, der Bedrängnis der Be-

fohlei wohl, nach lustiger Fahrt, an Abentenern reich, glück- lich in bie Hetmath znrückzukehren. Ob ihnen nicht

er de» Donaustrom gesetzt waren mb des Königs Hel Reich betraten. Doch weiter gings nach Peking der i ,®ein' die feste» Mauern, uud hinter ihnen schloffen Gebr Me £$ore immer. Fahrt wohl, ihr Liede» » der Ferne, fahr wohl b» jrngeS schönes Lebe»!

Da brachte man die Gäste in einen weiten Saal» Zur Nachtruh eingerichttt den Recken allzumal "O weh des Nachtlagers!" svrach Giselher das Kind, .Und weh meiner Freunde, die mit uns kommen sind."

fs» Mt, der lachende Sommerhimmel fich ausspmnt er eh ßber der im tiefe» GotteSfriede» ruhende« Erde und «f dem Acker der Segen des Feldes der Ernte «t-

H gegenreist, während rauschende Feste gefeiert werden, Gedenktage begangen, und man fich begeistert i» der Grinnerrng an die Thateu der Vergaugenhett, da hat

f j sich ein grausiges Drama im fernen Oste» abgefpiett, 11 da» i» feiner ganzen Tragik unserem Volke noch nicht

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WöcheEche Beilagen: Kreisblatt für die «reife Marburg und Kirchhain. Jllustrirtes Sonntagsblatt.

Da -rst bemerkte fie, daß fich noch die Rose» ;» ihrer Hand befanden. Die hätte ste ja nicht behalle» -. ,----dürfen. Wie unangenehm 1 Was nm thun? llmkebre»

E h-stig über den Hausflur mb bie Blume» in de» «arte» lege», damtt fie dort aoen S.e ------ja, wie gefrndeu wmdru? Das war ebenso gewagt wie m.

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Unb bann brachen die schwere» büstete» Tage der Hunneoschlacht a». Mordgier und Verrath, «rau- samkett mb Hinterlist schlich lauernd nm die enge «esandtschaftsstraße. Das Schwert mußte feine Ar­beit ihm. Doch wie viele ihr Atm auch niederstreckte, immer wieder erstmdeu neue ungezählte Schaaren. Ihre schwere» Trttte scheuchte» die feige geifernde Meute, die fie umstellt hielt, aber fie ließ nicht loS. Endlos lange Tage voll Kampfgewühl, mb kurze schwüle Nächte, wo die Tapfere» erschöpft von der Blutarbett i» kurze» tiefe» Schlummer fielen, tteulich behütet vo» de» Kameraden, die draußen die Schild- wacht hielten, wie Hagen, der kühne Dege», mb Volker, der Spielman», vor dem Burguudensaal.

Mit dem neuen Morgen erhebt fich von Neuem das Kampfgetümmel. Mtt ihrer guten Waffe bahnt fich die kleine Schaar den Weg, muthig und um­sichtig, entteißt dem Feind in heißem Ringen zwei Kanone» mb stürmt ein Stadtthor, bamit die Stöber, bie nun doch bald kommen müffe», den Weg offen finde«. Sie kommen noch nicht! Aber auS- harren ist die Sofnng, und die Leben schützen, die ihnen anbertrout find! Die Noth steigt höher, die kleine Heldeuschaar schmilzt täglich mehr zusammen, und das Heer der Feinde wird täglich größer, mab- sehbar ist ihre Menge, schrankenlos Ihr Haß. Die Braven müssen weiche», Schritt für Schritt, ei» Haus nach dem andern geht iu Flamme» auf. Schließlich sind fie iu der englischen Gesandtschaft zusammen« gedrängt. Wie ost möge» fie wohl in banger Er­wartung gelauscht haben, ob der Wind nicht den Schall der brüllende» Kanonen zu ihueu herüberttägt, die ihnen zurufe», daß die Retter nahe find. Ver­geblich I Sie schicke» Bote» aus, de» Brüder» ihre Noth zu melde». Umsonst, es kehrt keiner wieder. Da ist ihnen wohl die bittere Gewißheit gekommen: verloren! Auch draußen hat fich ei» breiter Sttom des feindlichen Volke» vor die Stadt gelegt. Die Brüder könne» nicht zu ihnen hindurch- brhtgen. Allein, friedlos auf frcmber Erde! Ringsum ein tobendes, wogendes Meer von Feinde», rasend in seiner Wuth. Da» Hau» erfüllt von dem Stöhnen der Sterbende», dem Jammer» der Frauen und Kinder, die einem langsamen qualvolle» Tod e»tgegeusehen, we»n fie in die Gewalt der Feinde fallen. Da mag wohl die Verzweiflung mmch zarte Frau getrieben habe» selbst die Hand an sich zu legen und nicht zu warten, bis eine mtileibige Kugel fich in ihr Herz verirrt. Ueber ihnen im Dach frißt bie Flamme, «raufen und Entsetzen überall, keine Rettung mehr möglich! Der Tob hält feinen Einzug in das brennenbe Hans. Ein grimmiges Lächeln hat wohl um de» Mund der»»er gespielt: Feinde ringsum! Der alte deutsche recken- hafte KampfeSzor» erwacht. Das Ende! Nn» den» zum letzte» Kampf. Die letzten Patrone» vertheilt,

Eine einzige kleine Waffe, ei» Revolver, befand fich außer Verschluß; er hing wie verlöre» auf der glatten leeren Wandfläche über dem Schreibtisch, wo- durch er sogleich ins Auge fiel. Schwerwollene, dunkle Gardinen gaben dem Zimmer etwas Düsteres.

Nirgend» sah man einen Zierrat, eine Nippes- fache, auch keinen Spiegel; alles erschien dort maffiv, solide, wie Männer ei lieben.

Es gibt seltsame Gedankenverkettunge». Ost ist es der Anblick eines nur geringfügigen Gegenstandes, der uns eine ganze Situation, ein Erlebnis mit allen Einzelheiten so plötzlich, so lebhaft ins Gedächtnis ruft, als wäre es ei» Geschehnis deS gestrigen Tages, während in Wttklichkett Jahre dazwischen liegen. In der Minute, die ThuSnelde hier saß und ihre Ange» ohne Jntereffe über die Gegenstände des Zimmers hinweggletteu ließ, überkam sie plötzlich ein Gefühl, daS ihr sagte: Hier bist Du schon einmal gewesen, diese Umgebung mußt Du kenne», diese ZimmerauS- stattung hast Du schon einmal gesehen, jenen Tisch mit der große» Lampe darüber, jene ausgestopste Eule, die fich bert wie lebenb im Luftzug hin und her bewegt, diesen großen Gewehrschrauk wo aber, ba eS hier nicht sei» konnte, wo? In welcher Stabt, in welchem Hause?

In bem Augenblicke, wo fie fich diese Frage vor- legte und mtt dem Blick deS Erkennens und Erinnerns ihr Auge auf den Gegenstände» hafte» ließ, erwachte das schlummernde Gedächtnis. Dem Erdboden schienen Menschen zn entsteige», ernste, dunkle Männer, die eine dahinge streckte, leblose Männergestalt umstanden, auf deren aufgedeckt« Brust eine blutige Wunde grauenvoll hervorsah. Richt dort an der Wand, auf dem Erdboden, neben dem Verwundeten oder Tobten sah fie den kleinen Revolver liegen und fie selbst stand auch nicht am Fenster, sonder» mitten

,!' »®®ten Tag!" rief ste mtt ihrer klaren Stimme,

H babnrd) ihre Anwesenheit kmbzuthm, tret ein, V N* die Thür wieder zu schließen, setzte fich, vom i *<en ermüdet, an daS geöffnete Fenster nnd blickte ku ao» Weibmannsbilder, Hirschgeweihe schmückten «u Wände, an denen ringsum moderne eichenge- Wmtzte Möbel standen, dem Fenster gegenüber eia % ^""dlehnige Stühle daneben, in der Mitte 4 Zimmers, unter einer hängende» große» Kuppel- mit grünem Schirm ein Tisch ohne Decke, mit

1 verschiedene» Büchern bedeckt.

1 - HEer und da auf bem Fußboden breitete» fich .plche aus, Fuchspelze uud ein riesiges Leoparden- dem Schreibtisch, der zwischen den Fenster» » I u,b Bücher in Menge zeigte sonst nur die Lj bet Gelehrsamkeit, Tintenfaß, Stifte, Papier i?! Tedochalter, von denen einer in einem Bürsten- 1^11 v^en steckte. Rauchutenfilie» waren nicht z» er» iv,. , auch herrschte hier kein anderer Dust als der L% i es nahen Walde» und der Ros« an» bem Gart«. l%i« ^hür gegenüber nahm ein großer Gewehr- S® den Raum ein, über dem eine ausgestopste . "it mächtigen, wett anSgebreitete» Flügeln hiuter b« Glasfester» deS Schranke» sah b»,; 6te verschiedenartigsten Waffen, kostbare Gewehre auSgelegt« Griff«, Degen, Säbel, kleine uub Jagdflint«. Der Schrank war verschlossen^ Schluffe! war abgezog«.

Gesaubtschafte» hiett«, aber gleichzeitig melbet er in einem andern Telegramm, der Antwort ans da» Auf­gebot unsere» Kaiser», leider, daß alle Wege »ach Peking voll Rebell« sei« und somtt wenig Aussicht bestehe, das kaiserliche Knet biet« nach Peking zu bringen, Dari» liegt ein Widerspruch, wem euch kein uu überbrückbarer, da e» leichter sei» mag, au» Peking heran» als hinein zu komme», Aber e» bleibt sehr auffallend, daß diplomatische Vertteter auS den wett voneinander entlegen« Orten Schanghai, Tsingtau md Santo» gleichzeitig dieselbe Nachricht verseud«. Ma» fragt sich, wie bie betreffenden Vice­könige, wem fie nicht i» telegraphischer Berbindung mit Peking sind, fie gleichzeitig erhalten habe» soll«.

D«tlicher wird noch, was von be» Meldungen zu halte» ist, wem wir die letzt« Nachricht« au» Peking betrachte». Da berichtet eine i» Brüssel ein- gegangene Depesche aus Shanghai vom 9. b. M.: Einem chinesisch« Blatte zufolge sei« bie Truppe» deS Prinzen Tsching in Peking eingetroffe», um bie borkigen Europäer zu verproviantir« uud gegen die Aufrührer zu vertheibig«. Nun aber hat schon eine am 3. Juli in Schmghai eingetroffenc ausführliche, vo» m» mitgetheilte Melbmg über bie Kämpfe um bie Stabtbefestigmg« berichtet, daß Prinz Tsching mehrere Stadtthore besetzt habe. Wem also die Brüffeler Nachricht nicht m» der Lust ge­griffen ist, kann fie fich nur auf die Zett vor dem 1. Juli bezieh«. Und vom 30. Jmi zum I. Juli soll bekanntlich das Blutbad in Peking staügefuuden habe». Zum Üebnfluß wird nm auch noch dem -Daily Telegraph" aus Schanghai gemeldet, die chinefifcheu Beamten dort hätten am 5. Juli eine aus sechs Worten bestehende Depesche an» Peking erhalt«, welche lautete:Kaiser tobt, Kaiserin floh. Tum Usurpator." Uub eine Petersburger Bank erhielt aus China ein Telegramm, wonach bie Mit­glieder ber russischen Gesandtschaft in Peking ans die grausamste Weise gemartert wurden, ehe sie getödtet wurde». So steht also Nachricht gegen Nachricht. Wen» man sich aber die Hilferufe au» Peking ver­gegenwärtigt und die Energie sieht, mit der die Chinesen gegen da» von starker Truppenmacht ge­haltene Tientsin vorgehe», dann kann man nur das Schlimmste befürchte» uub amehm«, baß in Peking Niemmb mehr von be» Fremde» am Leb« ist.

Das schließt natürlich nicht ans, daß, nachdem die Einsichtigeren fich über die Folge» des «esandten- mordeS klar geworden find, bie Reaktion gegen bie Schmbthat« ber Boxer einznsetz« beginnt md ein großer Theil des chinesischen Reiches dem Auftuhr der Boxer md den Vorgänge» in Peking fern, wen» nicht gar feindlich gegenübersteht. Dieses Verhalte» wttd de» verbündete» Macht« die Arbett «leichter» md hoff«tlich in absehbarer Zeit Wied« Ordnung in das Verhältniß de» Auslmde» zu China bringen.

-Massa nicht zu Hmse fein," lächelte der ihr folgende Mulatte; fast schien e», als amüsiere er fich über ihr«, ihm mttklärlich« Schreck.Massa ist gut Herr, Massa sei nicht böse.

Neide biß fich auf die Lippen, fie kämpfte mit de» peinlichsten Empfindung«, öffnete md schloß hastig die kleine «ttterthür, al» müffe fie, um ruhiger werd« zu Um«, «st eine Schranke zwischen sich und dem fremb« Besitz legen, und fragte nochmals:

-Wie heißt Ihr Herr? Wie heißt der Bewohner dieses Hmses?"

Mafia heiß«: Doktor v. »«Ian,* antwortete der Mulatte mit gewaltig schnurrendem r.

ThuSnelde erinnerte sich nicht, dies« Nam« heute schon von Frm v. Mingwitz gehört zu hab«, b« Bob« brannte ihr förmlich nnt« d« Fußen. Wen» ber Besitz«, dies« Doktor v. Berlau, eben jetzt Heim­kehr«, fie wied« hi« find« würde, welch eine pein- liche Situation würde da» fein, eie tonnte gar nicht schnell genug fottUmm«.

Ohne »eiter auf d« redenden md gestikulierenden Mulatt« zu acht«, d« ihr den richtig« Weg zum WttthShauS in Liebeseele zeig« wollte, ßeffte fluchtigen Fußes davon, sch« sich umblick«d, md wurde erst wieder ruhig«, al» daS Hm» zwischen dem «» v-rschwmd md fie fich wird« ans ein­sam«, 6eta»nt« Pfaden sah.

lagerten i» bem englische» Gesmdtschaftsgebäube, der Wuth be» chinesischen Pöbels hört, aber bie rechte tiefgehende Traun hat doch nur die wenigen === Familie» ergriffen, die durch irgend einen Angehörigen an der Tragödie unmittelbar betheiligt find. Sie