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WScherrtttche Bettage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg «nd Kirchhain. " "** Jllustrirtes Sonntagsblatt.
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Marburg
Sonnabend, 30. Juni 1900.
«uzttgm uchmm «ntgegro: di, Expedition MtfcS Blatter, die Znnonctn» Bxrtflxi »»» Haasenstein & Bögler, Frankfurt a. M., Caffcl, Magde- barg. Wi«a; Rudolf Most,.Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; G. L Dante * So., Frankfurt e. M., Berlin, Hannover, Pari« k.
35. Jahrg.
Das neue Vierteljahr
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Die Wirren in China.
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(Nachdruck verboten.)
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Schern veröffentlicht habe»: Die Gesandte», um deren Schicksal man seit über Wochenfrist gebangt hatte, sind am Lebe» u«d befinde» sich in Taku im kchutze des Landung!corps der vereinigte» Flotte. Offenbar haben sie sich also doch bei Admiral Seymour befunden und find mit diesem zusammen durch das gemischte Kontingent unter dem Kommando der rusfischeu Obersten Stößel entsetzt worden.
ES wttd nun auch nicht lange mehr währen, bis dir europäische» Regierungen authentische Nachrichten über die Lage in Peking erhalten und darüber infoimirt werden, welche Stellung die Kaiserin und das Tsungliyame» zn dem Brxeraufstande einnehmen, ob
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,3ch Haie keine Last, mir einen Korb zu holen."
I .Dar darfst Du auch nicht. Beantworte mir eine Frage." ,Nu»?"
»Würdest Du Dich wirklich glücklich fühlen, wenn sie Deine Frau würde?"
»Die Meinung habe ich."
(Fortsetzung.)
In einer Pause, i» der sich Ernst au ihre Seite We, sagte fie zu diesem:
Kinde, um*
Zeitung" betrügt wie bisher bei allen Postämtern 5,25 Mk„ in der Stadt Marburg 2 Mark pro Quartal.
Redaction uudVerlag der „Oberhessischen Zeitung".
Die Eheftifterin.
Von H Palms»Paysen.
Serfafferin von Marietta Tonelli, Mädchenliebe, Am Mälarsee Ein Hochzeitstag rc.
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-schloß» sucht, )n»a^
Mich zweifellos di, Spannung der Zeitung! leser in hohem #e6t wachhalten. Das letzt«, veizweiflungkvolle Ringen WiBurenvolkrs wird sich in ihm vollziehen; anderer- fetl hat sich di« Lage in China so zugespitzt, daß die Gnigniffe dort von der folgenschwersten Bedeutung für di« «ropäische» Mächte sein können. Die Vnbiudnvg der ^Obohesfischtn Zeitung" mit der „Continental'Telegraphen- Gomvaguie" hat sich im Buren krieg« derart bewährt, daß wir auch für die Folge unsn-n Lesern rasch« und zuverlässige Orientierung über die Vorgänge in Südafrika und in China versprechen können.
Besondere Aufmerksamkeit w«rden wir auch nach wie »r dem lokalen und provinziell«« Theil widmen. Unterstützt durch «inen größeren, stet« wachsenden Kreis von Mitarbeitern werden wir an dem weiteren Ausbau dieser rheile unser«: Z«itung stetig arbesten. Im feuill«- toni stisch i n Th«il weiden wir au» der bewährten Feder Paul Lindenbergs ein» weiter« Ser!«Pariser Welt- «uSftellungS-Briefe bringen. Auch haben wir noch verschieden« juristische Arttkrl «ns dem Gebiete deS neuen bürgerliche» Rechts erworben. So hoffen wir auch im «um Vierteljahr das Wohlwollen unserer Freunde unS zu
i erhalten; wir bitten dasselbe durch Empfehlung in vekanntrnkreisen zu bethätigen.
Für Inserenten bietet die „Oberhessische Zeitung"
0 Adas ®crt6«Ie eines gut eingeführten Provinzialblattes. ' Vereinzelte Leser in fremden Provinzen können den
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(44^1 mit btl blrm, Ernst, »nd laß nnS am
«d. etteabe einen Augenblick ftischc Luft schöpfen."
Draußen sprach fie im Tone deS Vorwurfs:
»Laß doch den Courmacher beiseite, Ernst; Du »mmst sonst niemals zum Ziel. Sei aufrichtig, dettraue mir — liebst Du ThuSuelde?"
„Ich könnte fie liebe», wen« fie fich lieben ließe."
»Ah bah — wie bescheiden Du von Dir denkst!
Liegt eS nur daran, daß — daß —*
»Daß wir uns noch nicht verlobt haben, meinst Du?"
bekannt, l-Krieg» berg iß 'phsM
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ermit Inserenten, nichts nützen; er wird naturgemäß den größten llkomm ' Erfolg seiner Anzeigen bei «inem Blatte haben, daS nicht einen über ein weites Gebiet dünngesätcn Leserkreis hat,
lbhalt«, h*“18 empföhle" werden.
R Der Abonnement s preis der „Oberhessischen
*MUW • Mit Freuden wird die gesammte civilistrte Welt festes i die Nachricht begrüßen, die vom Chef des deutschen Kreuzergeschwaders eingegangen ist und die wir
städtisch 'ondern das mit seiner ganzen Auflage in Marl urg md dm nahegelegcnm Orten verbreitet wird. Da das bei der ^2berhessischen Zeitung" der Fall ist und sie die größte Auflage der in Marburg und der näheren Umgebung erscheinenden Zeitungen hat, kann fie als Jnsertionsorgan
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ie thatsächlich wegen unzureichender Machtmittel dem diplomatischen CmpS keine Sicherheit in der Haupt- iadt gewähren konnten oder ob fie versteckt oder offen den Feldzug gegen die Fremden unterstütze». Jetzt wird sich oller Wahrscheiolichkeit »ach auch die Frage beantworten lasse», wie die Jvvafio» in daS chinesische Gebiet vom völkerrechtliche» Standpunkte aus zu be- «rtheile» ist. In das Gefühl der Freude über die Wendung in dem Schicksal de» Freiherrn v. Kettel» und sein» Amtsgenossen mischt sich die Trauer um neue Verluste, die die deutschen Truppen erlitten haben. Vom deutschen Seesoldatendetachement, d. h. also vom 3. Seebataillon, das zur Verstärkung der Mattosenabtheilung aus Kiautschau herangezogeu worden ist, find, wie wir gestnn Abend noch durch Extrablatt bekannt geben konnten, beim Kampfe um Tientsin am vergangenen. Sonnabend Leutnant Friedrich und 10 Mann gefallen. 20 Mann sind verwundet worden. Die nächste» Tage werde» uns — darauf müssen wir gefaßt sei» — noch weitere Ver- lnstliste» bringe», da auch d» Kolonne Seymours, die ebenfalls Todte und Verwundete hat, deutsche Mannschaften von der „Hertha", der »Hansa", der »Kaiserin Augusta" und dem „Gefion" augehörteu. Manche Familie im deutschen Vater- laude wird in herben Schmerz versetzt werden, aber das Herz, daS fich in der Trauer um den Verlust eines lieben Angehörigen zusamwenkrampst, wird einen Trost in bim Gedanke» finde», daß er de« Heldentod für Kaiser und Reich gestorben ist. Daß unsere Soldaten fich brav gehalten haben, gebe» selbst Londoner Blätter zu. Ausführliche Kabel- berichte der Londoner Morgenblätter über de» E»tsatz von Tieuifi» besagen, daß die Ehre, das Arsenal und die Forts eingenommen zu haben, den rusfischeu und deutschen Truppe» gebühre.
Wie es in Peking ausficht, wird wohl noch für die nächste Zeit in Dunkel gehüllt bleiben. Die Deutschen i» Tientsin sind unversehrt. Der Hamburger Firma H. C. Eduard Meyer ging gestern fiüh drei Uhr aus Schanghai folgendes Telegramm zu: „Tientsin entsetzt; Alle nrversehrt." Ferner ging der Firma Siemffen nnb Co. folgendes Telegramm aus Schanghai zu: „Eämmtliche Deutsche in Tientsin sind unversehrt."
In wenige» Woche» werde« ftemde Truppe» i» Stärke vov mindestens 60 000 Mann in China Verwendung finden können. Ebenso große Anstrengungen wie Japan macht als Koukurreuzmacht Rußland. Rußland hat fein Amur-Corps mobilifiit und ist daher im Stande, mindestens 20—30 000 Mann aufzubieten. Außerdem will der „Vorw." aus absolut ficherer Quelle erfahren haben, daß Rußland eine Mobilmachung seines gesummten Heeres vorbereitet. DaS Blatt berichtet, „daß das ruffische Kriegsministerium an alle zuständigen Behörden tele- graphisch und vertraulich den Befehl geschickt hat, alles für die Mobilmachung Nothweudige borzubereiten." Die Ordre ist am 18. nnb 19. d. M. (nach nuferem Kalenber gerechnet) ergangen.
Amerika schickt vo» den Philippinen 4500 und Frankreich von Saigon und aus Toulon 3500 Man». Großbrttanuie» hat ueuerdi»gS etwa 18000 Mann anglo-indische Truppen mobilifirt und Deutschland,
»Dann laß mich gewähren. Ihr jungen Leute seid in Dingen der Liebe entweder nuprakttsch oder — blind."
Ernst lächelte heimlich, ein wenig mitleidig, leicht frivol, sagte aber nichts.
„Da müsse« wir Alten manchmal die Vorsehung spielen."
„Aber Tante —*
»Ahnt Neide erst Deine Wünsche, was bis jetzt ficherlich nicht d» Fall ist, so wird sie Deine Huldigungen ernsthaft nehmen und Deine Neigung «wider». Die schmeichelt ihr, die rührt fie, ich v«- stehe mich auf Mädcheuherzen."
O ja, daS that fie, wenigste»» auf ThuSuelde» Herz, i» dem üb« jede Empfind»«» — das hatte fie längst errathe« — bislang die Liebe zu der Mutter gestanden. An dieses Gefühl galt eS zu klopfen. Neide sehnte fich ja, die Mutter in bessere, sorgenlosere Verhältnisse zu versetzen, fie von so mancher heimlichen und pekuniären Last zu erlöse». Das geschah durch die gewünschte Verbindung mit ihrem ErÄst. Jeder kam dadurch auf v»schiede»e Weise zu seinem Glück, und fie, Tante Alma, durste fich da»» als Stifterin desselben ansehe». Ihre Phantasie war rege genug, tausend Mittel zu finde», hi« auf eine feine nnb schnelle Art zum Ziel zu gelangen, wobei sie zwar vngaß, daß Ernst nicht der Mann war, sich von einer Fra« bevormunde« zu lassen, besonders nicht
das bereits 3000 Mau» a» der Peiho - Mündung stehen hat, bereitet fich vor, noch fnnere 3000 Man» vo« Kiel anS abznschicke«. So wnden binnen 5 bis 6 Wochen an de« Küsten des himmlische» Reichs »ahezu 100 Kriegsschiffe nnb mindestens 60—80000 Man» Truppe» versammelt sei».
Für den deutsche» Tr»ppe»tra»Sport find natürlich auch umfangreiche sanitäre Einrichtungen getroffen. Jedem Seebataillon find auß« den Militär- ärzten 4 Sanitätsunteroffiziere und a» Material ein ein Medizinwagen mit der nöthige» Ausrüstung überwiesen. Außerdem ist eine eigene SanttätSkompaguie gebildet, zu der 4 SanitStSunteroffiziere und 4 Marinckrankcnwärter gehören. DaS Krankenwärterpersonal soll während der Reise ausgebildet werden. An Fahrmaterial erhält fie vier zweistündige Kranken-, eine» Sauitäts- und einen Packwagen.
Umschau.
Erfüllung der Wehrpflicht in Südafrika.
Für Deutsch-Südwestafrika, die einzige unserer Kolonien, welche eine aus Europäern gebildete Schutz- truppe besitzt, sind bekanntlich Anordnungen dahin «- lasien, daß solche Reichsangehörige, die in diesen Schutzgebieten ihren Wohnsitz haben, dort ihre Militärzeit abdienen und die erforderlichen Reserve- und Landwehrübungen abmachen können. Auf Auttag des Herrn Staatsministers von Hofmann hat fich der Ausschuß der Deutschen Kolonialgesellschaft in seiner Sitzung vom 22 b. M. erneut mit dieser Frage beschäftigt und ist zu dem Beschluß gelangt, a» den Henn Reichskanzler ein Eingabe dahin zu richte», daß i» Zukunft nicht nur de» in Deutsch - Südwest - Afrika ansässigen Deutsche», sonder» überhaupt alle» in Südafrika lebenden Reichsaugehörigen die Erfüllung ihrer Wehrpflicht bei der kaiserlichen Schutzttuppe für Südwestafrika gestattet werde. Erfahrungsgemäß bilde» für viele in überseeischen Ländern lebende Deutsche die großen Opf« an Zeit nnb Geld, welche die Er. füllung ihrer Dienstpflicht mit fich bringt, die Veranlassung, lieb« auf ihre Nationalität zu ver. zichte», als sich derartigen Unbequemlichkeiten und Ausgaben auSzusetze». Bei der großen Anzahl der Deutsche», welche in der Kapkolonie, Natal, Rhodesien, be« Buren-Freistaaten, Mozambique und Angola sich eine Existenz gegründet haben, würde die von dem Ausschuß der Deutschen Kolonialgesell- schaft empfohlene Maßnahme die Möglichkeit «- öffnen, viele tüchtige Volksgenossen, dem Vaterlande zu erhalte«. ES ist daher dringend zu hoffen, daß die Reichsregierung diesem Wunsche ein geneigtes Ohr schenken und dem Vorschläge der Deutschen Kolonialgesellschaft entsprechen wird. DaS Deutschthum in Südafrika würde dadurch eine entschiedene und erfreuliche Stärkung erfahren.
Deutsches Reich.
* Berit«, 29. Juni.
— Der Kaiser hielt in Kiel einen Appell üb«
2400 ehemalige Gardisten ab. Der Kais« hiell
in Liebessachen, in denen er durchaus nicht so fremd und unbewandert war, wie fie anznuehme» schien. Er hatte eS nur niemals ernst damit genommen. Nun, wo « dies that, stieß er auf unerwarteten Widerstand, scheinbar wenigstens, der ihn unsicher machte und doch wied« reizte, so sehr reizte, daß er Verlangen ttug, die von sein« Tante so sehr gewünschte Angelegenheit recht schnell nnb vor allen Dingen ohne bereu Hilfe zu Ende z» bringen.
Diese Neide, dachte er, was will sie denn? Keinen Pfennig Mitgift besitzt fie und geberdet fich doch so stolz und großartg wie eine Königin. Vielleicht thut fie auch nur so spröde. Man kennt daS ja. En avant, Ernst, frag fie sans facon, ob sie Dich will, und wen« nicht — bon Dien! in die See stürze ich wich deshalb nicht.
Mit diese« Gedavke» betrat er den Saal. Wo war er den» geblieben, der hübsche weiße Schrnetter- liug? Fortgeflatt«t? Er suchte Thusnelde überall. Wäre « den kleine» Weg zu« Damenbad gegangen, dort, wo zur Zett des Sonnenuntergänge» sich die Natnrschwärm« einzufinden pflegten, um an de» weit in die See hineinragendeu äußerste« Ende» bet hochanfgebaute« Gerüste, worauf fich die Reihe« der Badekarre« befinde», da» TageSgestirn in» Meer finke« zu sehe« — so hätte er fie gefunden.
Erhitzt und deS Tanzens müde, lockte b« prachtvoll beleuchtete Himmel ThuSuelde hiuanr. Auß«
eine kurze Ansprache an dieselbe», in welch« er sagte, er hoffe, daß sie die Treue und die vatttländische Besinnung bewahren »nd ans ihre Umgebung üb«- tragen und in dies« Weise Weiterarbeiten würden bis an dar Ende ihrer Tage. Er freue sich außerordentlich, die Gardisten in so großer Zahl ^versammelt z» sehen und danke denselben. Bräunet- befitzer Jacobseu erwidnte, die Gardisten erneuerte« den Schwur unverbrüchlicher Treue und Liebe zu Kaiser und Reich. Redner schloß mit einem brd» maligen Hurrah, worauf alle Anwesende« die Nationalhymne fangen. Sodann nahm der Kaiser den Parademarsch in Zügen ab.
— Herr ». Thielen soll sein Abschiedsgesuch eingereicht haben. Die „Voff. Z." will «fahre« habe»: He« v. Thielen habe da» Mißfalle« de» Kaisers «regt sowohl wegen fein« Haltung bei einzelnen Straßenbahn - Ausständen als wegen seiner Rede bei der Eröffnung des Elbe - Trave - Kanal». Der Minist« habe einstweilen eine» längeren Urlaub «halten, vo« dem « nicht mehr in fei« Amt zurück- kehre« werde. Es wttd sich ja bald herausstelle«, ob an der Sache etwas Wahre» ist. Allzu wahrscheinlich klingt die Nachricht vorläufig nicht.
— Prinz Rupprecht von Bayern trifft am heutige« Freitag als Gast des Kaiser» aus der „Hohenzolleru" ein, ebenso bei bayerische Militär- bevollmächtigte in Berlin, v. Reichliu-Meldegg. Prinz Rupprecht fährt zu Ende d« Woche mit dem Kaiser durch de« Kaiser Wilhelm-Kanal »nd vollzieht am 2. Juli in Wilhelmshaven die Taufe de» dort erbaute« neuen Linienschiffes.
Ausland.
Lesterreich-Ungarn. Gestern Mittag fand in der Wiener Hofburg der staatsrechtliche Akt der fei«lichen Etdesablegung des Erzherzog» Franz Ferdinand auS Anlaß seiner bevorstehenden morganatischen Vermählung mit der Gräfin Sophie Chotek statt. Der Erzherzog gab in Gegenwart deS Kaisers, der Erzherzoge, der obersten Hofchargen, d« Geheime« Räthe und der Minister beider Reichshälften die eidliche, Erklärung ab, daß er die rechtliche Natur der von ihm abzuschließende» Ehe für seine künftige Gemahlin und eventuelle Nachkommenschaft auS dieser Ehe an«tenne.
Aus Marburg und Umgegend. MarvBSg, 29. Juni.
Stadtverordvete« - Sitzung vom 28. Juni.
* Die Vnhandlunge« d« Stadtverordneten begannen damit, daß Stadtv. Schaaf für die Monate Juli und August zum 2. Stellvertteter de» Vorsitzenden gewählt wurde. Dann hat man in die Berathung der Magisttatsvorlage ein, die für die Herstellung zweier Aktenkammer 3000 Mk. fordert. BekannÜich hatten die Stadtverordnete« diese Vorlage zurückgehen laffe«, um festzustelle», ob die Herstellung der Kammer« fich nicht mit geringeren Kosten ermöglichen laffe. Das »«»einte das Stadt-
einige« alte« Herren, einigen Dame» und Kinder», die fich drübe» auf d« entgegengesetzte» Sette auf Bänke und Treppen niedergelassen hatte», sah fie fich hier allei».
Es war ehe schöner Abend. Rechts «nd links konnte dar Auge einen Theil der weißschimmernde« Düne« und der dahint« hochaufragende» Saudbnge des Strandes »och «faffeu, überall sonst n«r die heute stark bewegte See, die ihre mächtigen grüne« Woge« mit Getöse gegen das dadurch erzitternde Balkenwnk d« Gerüste warf, an dessen Geländer Thusnelde lehnte. So hatte sie es gern. Unter sich Schäumen «nd Brausen, da» ihr die Kleinheit und Ohnmacht be» Menschen gegenüb« der Gewalt d« Elemente so bewußt machte, über fich freie» Himmel, im Weste» vor fich de» heute uubeschreiblich schöne» Eonnenuntttgaug. Ei« breiter, goldumsäumter Wolkeustreife« verbarg augenblicklich die Sonnenscheibe; bald aber durchdrang fie die Hülle«, strahlte «ach allen Richtungen verschwendnisch volle Garben violette» und goldene« Lichtes ans, lugte dann mit ihrem Glutauge «st als winzig« tiefpurpurner Fleck ans dem Gewölk h«»or und hat bann, umgebe« vo» einem Glorienschein, rnhig und groß in ihrer ganzen Majestät h«vor.
(Fortsetzung folgt)