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«tbettbn: Markt 81. Tttephon 65.

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die «reife Marburg und Kirchhain.

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Lloyd, Herr Rudolf Zabel, derTägl. Rundschau": Die wirkliche« Ursache« des Aufstandes wenn man so sagen darf, die für die Führer maß­gebend gewesen find, find höchst realer Natnr. Der chiuefische Beamte sieht sich in seine« Einkünfte«, die zu einem großen Theile aus der Verpachtung vo« Zölle«, Konzessionen und Regale» und schließlich ans de« »ach unsere» Begriffe» arg verurtheilte«, »ach chiuefische» Begriffe» aber durchaus erlaubtenSqnize"- System hervorgeh«, durch das Wachse« sremdeu Ein­flusses und durch die Uebertragung fremder Re- gterungSprinzipie« auf chinesische Verhältnisse arg bedroht. Daß diese Bedrohung auch wirklich statt­findet, läßt fich nicht ableugueu, ebenso wenig wie die Thatsache, daß die Aufhebung des in die Kasse» der Beamten in letzter Linie fließende» Likin- (Ar­land-) Zolles für Waare», die Transitzoll bezahlt habe», bereits starke Ausfälle, a» de» Privat-Ein­nahmen der Beamte» gezeigt hat. Ma» kan» es de» chinesische» Beamte» von ihrem Standpunkte aus nicht verdenke», wen» sie ihre Stellung mtt alle« Mitteln zu erhallen suche» u»d gestützt durch die Regier«»g die Frage schließlich alS eine Macht- ftage behandel». Die Partei der Beamte», und da

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Pfahrvolleu Lage befindet und bereits beträchtliche Lerlnste zu verzeichne» habe. Zum Glück hat die

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die in»ere Ursachen der Aufstandes

ehemalige Redakteur des Ostafiatische»

2600 Man» zu Hilfe gesandt werden konnte». Ohne Zweifel ist der Zusammenstoß zwischen de» vereinigte» Mächte» und de» Chinese» schon erfolgt und der Hiwmel möge gebe», daß unS bald günstige Nach- rtckte» über de» AnSgang der oh»e Zweifel bluttge» Gefechts zugehe». Wen» die S»gabeu, die über die Stärke der Boxer» und der mtt ihnen gemeinsame Sache machenden chinesischen Soldaten auf Wahrheit beruhe», so muß ma» sich auf große Verluste auf Seite» der europäische» Truppe» gefaßt mache«. Weitere Kolonne« könne« vo» Ttentfi» kaum »och detachirt werde», da Tientsin selbst als Hauptoperationipunll stark besetzt bleibe» mnß. Die Abtheilung, die zum Ent­sätze Seymours anSgerückt ist, muß sogar mit dem Umstande rechne», daß die Chinesen sie absichtlich möglichst wett von Tientfin nördlicher Richtung vor- marschire» lassen, um ihnen daun gleichsam eine» operative» Hinterhalt zu lege». Jedenfalls würde es mit sehr große» Gefahre» für diese Kolonne verbunden sei», auf Peking weiterwarschire» zu wollen. Ei» Vormarsch ans Peking erscheint überhavpt bei der gegenwärtige» Sachlage vo» militärischen Gesichts­punkten aus in keiner Weise rathsam. Hierzu wäre mindesten» eine Truppenmacht vo« 28« bis 30000 Mann erforderlich. Ma» braucht unter diesen Umstände» kein Pessimist z» sein, um die Dinge in Ostafie» in einem sehr wenig erfteuliche» Lichte zu sehe».

Diese trübe Anschauung dürste roch weiteren Boden gewinne», wen» ma» die übrige» Nachrichte» betrachtet. Wen» die französischen Meldungen ouS Schanghai und Tschifu richtig richtig find, daß die Gesandten inzwischen Peking an der Nordseite ver« lasse» hätte», um zur Küste zu gelange», so möchte ma» «»nehme», daß die Expedition Seymours i« der That Peking nicht erreicht habe, um so mehr, da Seymour, wenn die Gesandte» mit ihm vor Tientsin eingeschloffeu wäre», nicht verfehll habe» würde, diese wichtige Nachricht zugleich mit der Bitte um Hilfe und der Meldung über seine Verluste nach Tientfin gelangen zu lasse». Führt aber Seymour die Ge­sandte» und die Ausländer a»s Peking nicht mit fich «ach Tientfin zurück, und find die Gesandte» wirklich vo» Peking, etwa in der Richtung auf Schauhaikwan, abgegange», so gesellt fich zu der Sorge um das Expeditionskorps Seymours, einer Sorge, die hoffent­lich jetzt schon gegenstandslos geworden ist, die neue und abermalige Sorge darüber, was in­zwischen a«S de» Gesandte» geworden sei» mag. Inzwischen droht auch de» vo» Taku »ach Tientfin vorgedruvgenen Truppe» die neue Gefahr, vo» der Küste abgescknitt« z« werden, denn der Iltis", der biS Tientsin den Peiho hioaufgegavgeu war, meldet laut einer Depesche auS Schanghai, daß große Abtheilunge» Chinese» fick Tsagk« räher» und daß ei» sofortiger Angriff erwartet werde. Tongku ist dar in «nmtttelbarer Nähe der Takuforts gelegene Dorf, das einige Bedeutung deßhalb hat, weil hier die Bahnlinie» vo» Peking «ud Tientsin sowohl wie von Schauhaikwan auslaufe». Ei» er­folgreicher Angriff der Chinesen würde aber vermuth- lich nicht i« Tongk» Halt machen, sonder» auch ver-

Annahme von Tientfin eine größere Strettmacht s* * iikvonibel gemacht, so daß dem britische» Admiral

Sereirqelte Leser in ftemden Provinzen können den Zvsereuten nichts nützen; er wird naturgemäß den größten Erfolg seiner Anzeigen bei einem Blatte haben, daS nicht en über rin weites Gebiet dünngesäten Leserkreis hat, ndern das mit seiner ganzen Auflage in Marburg und den nahegelegenen Orten verbreitet wird. Da das bei der .Oberhessischen Zeitung" der Fall ist und sie die größte Auflage der in Marburg und der näheren Umgebung er­scheinenden Zeitungen hat, kann sie als Jnsertionsorgan empfohlen werden.

Der Abonnementspreis derOberhessischcn Zeitung" beträgt usie bisher bei allen Postämtern 2,26 Mk., st der Stadt Marburg 2 Mark pro Quartal.

Redaction und Verlag der

,Oberhessischen Zeitung",

sucht», die TakufortS zurückzugewivueu. Dabei sei a» daS i» diese» Tage» verzeichnete Gerücht eriu»nt, daß General Rieh vo» Pellug Befehl erhalle» habe, auf die Takuforts Vorzugehe«. Eise solche Be­wegung der Chinesen wäre unangenehm, weil die bei Taku liegenden Kriegsschiffe einen bettächtlichen Theil ihrer Mannschaften für die Expedttionen über Land abgegeben haben. Diese auS Shanghai vom 25. datttte Depesche meldet weiter:Die Bicrkönige in Nanking und Wutschang Liukuvhi und Tschantschitung haben den Doyen der Konsuln davon in Kenntniß gesetzt, daß fie die Verantwortung für die Aufrecht- halluug deS Friedens in ihre« Provinzen über­nehmen und daß fie sechs Kriegsschiffe a»S Schanghai befördert haben, mit deren Hülfe fie sich erbötig machen, fich für die Aufrechterhaltung der Ordnung uud den Schutz der Ausländer in ihren Bezirken zu verbürgen". So erfreulich ist es zu hören, daß die beide» mächtige» Scueralgouverueure am unter» Jangtse fich für die Erhaltung der Ord»«»g einsetze« wolle«, um so bedauerlicher ist eS, eine Reutermelduug auS Tsingtau vo» 26. verzeichne» zu müsse«, wonach die protestantische Mission in Wechsln in der Nacht zum 26. von Aufständischen niedergebrannt worden ist. Bestätigt fich diese Meldung, fe kann fie kaum anders als dahin ge­deutet werde», daß auch in dem deutschen Einfluß- gebiete von Schantuug die Boxer vo« neuem das Haupt erheben. Die Mission, um die eS sich handelt, ist eine Station der amerikanischen Methodisten, die in südöstlicher Richtung in unmittelbarer Nähe der Stadt Weihst«, etwa 100km von Tsingtau, inmitten dichtbebanten Gartenlandes gelegen ist. Weihst» ist die erste größte Statt»» der geplante» dentschen Schantuug-Eisenbahn; ihre Bedeutung besteht in der Nähe der reichen Kohlenfelder.

Die württembergischen Freiwilligen.

In Stnttgart hat fich am Mittwoch Vor­mittag König Wilhelm vo« Württemberg in Anwesenheit der gesammte« Generalität feierlich von de» nach China abgehenden württembergischen Truppen verabschiedet. Der König schritt nach Be­grüßung der anwesenden Offiziere daS 4 Unter­offiziere, 64 Mann zählende Freiwilligenkorps ab, sprach längere Zett mit eiuzeluen Leuten und er­kundigte sich nach deren Verhältnissen. Alsdann hielt der König eine längere Ansprache an die Mann­schaften, in der er seiner Ueberzeuguug Ausdruck gab, daß die Soldaten seines Landes auch i« ferne» Oste» fich bewußt fei» werden, was ihre Pflicht und Schuldigkeit sei, daß fie dem Namen Württemberg Ehre mache» und in bester MannSzucht und voller Hingabe a» ihr Vaterland ihre Soldatenlaufbahn jenseits des Meeres fmtsttz« werde«. Der Monarch lief den Leute« seine besten, innigste«, von Herzen kommenden Wünsche z« und schloß mit den Worten: Bekräftigt mit mir Ener Gelöbuiß mit dem Rnfe: Seine Majestät der Kaiser, unser oberster Kriegsherr, er lebe hoch!" Nachdem die Klänge der KönigS- hymne verstummt waren, rief der König:Nun, Adieu, Kameraden!" Hierauf dautte der DivifionS-

kommaudeur Geueralleutuaut v. Schnürlen dem Könige und schloß seine Rede mit den Worten:Die Mannschaften versprechen Euer Majestät, daß fie als wahre Soldaten fich zeigen werden des WahlsprucheS: Furchtlos und treu!

Zur Mobilmachung der Seebataillone.

Zu« Generalstabschef der mobil gemachte« Marine- Jnfanlerie wurde Major v. G l a s e n a p p vom Generalstabe der Armee ernannt. Hauptmann Klehmet vom 16. Pionierbataillon wurde außerdem telegraphisch nach Riel beordert zur Uebernahme eines Kommandos bei der nach China abgehenden Pionier» abtheilung.

E» stehen beretts weitere Maßnahmen znr Er­wägung, um dem Expeditionskorps noch Ostafie» noch wetteren Nachschub «achzusendeu. Für das 1. und 2. Seebataillon hat eine KabinetSordre des Kaiser» alsbald die Bildung je eines Ersatzbataillons in Kiel und Wilhelmshaven angeordnet.

SemIltis".

Ueber Alter und Herkunft der gefallene« Mann­schaften desIllis" werden folgende Angaben ge­macht: Büchsenmachermaat Bästlekr, geboren am 1. August 1873 zu Heinrichs, Kreis Schleufingen, Regierungsbezirk Erfurt; Obermattosen: 1) Sokopf, Max, Sohn des GarnisouverwaüuugS- Inspektors i» Lehe, geboren zu Wilhelmshaven, 2) Bothe, geboren 28. Dezember 1879 zu Leipzig, 3) Maas, Johanne», geboren 20. Februar 1879 zu Gravenrath, Kreis Apemade; Mattose Lehnhof, geb. 14. Avril 1879 zu Mahlstadt-Burbach, Kreis Saarbrücken; Oberheizer Holm, geboren 6. August 1880 zu Wehlau in Ost-

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Marburg

Freitag, 29. Juni 1900

Die Wirren in China.

Zur Lage.

Die mttttärische Lage auf dem chinesische» Kriegs­schauplätze wen» ma» sich dieses Ausdrucks be­

diene» darf, obwohl ei» offizieller und völkerrechtlicher llriegszustand nicht besteht ist für die Mächte dmchaus nicht glänzend. ES hat fich allerdings dchätigt, daß die vereinigte» Truppe» in Tientfin Agerückt find, zugleich aber wttd auch aus ver- Wmßmäßig sicherer Quelle bekannt, daß fich das Detachement de» Admirals Seymour in einer sehr

Anzoigm nehmen entgegen: die Expedition diese» Blatte», die Annoncen- vureanx von Haasenstew & Bögler, Frankfurt a. M., Cassel, Magde- nr

dura, Wien; Rudolf Moffe. Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; OD. ^Zllyrg

G. L. Daube * 6e., Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari» «.

Das neue Vierteljahr

jy zweifellos die Spannung der Zeitungklefir in hohem ।frft, wachhalten. Das letzte, Verzweiflung! volle Ringen z^Kurenvolkes wird fich in ihm vollziehen; anderer- Wk hat fich die Lage in China so zugespitzt, daß die Gnignifie dort von der folgenschwersten Bed'eutung für die wrrpaischen Mächte sein können. Die Verbindung der ^)derhesstschen Zeitung" mit derContinental Telegraphen- gMpagnie" hat fich im Burenkiiege derart bewährt, daß gtr auch für die Folge unfern Lesern rasche und zu» erlässige Orientierung über die Vorgänge in Süd- und in China versprechen können.

Besondere Aufmerksamkeit werden wir auch nach wie dem lokalen und provinziellen Theil widmen, stützt durch einen größeren, stets wachsenden Strei» von beiter« werden vir an dem wetteren Ausbau dieser unserer Zettung stetig arbeiten. Im feuille-

,u i ft i sch e n Theil werde« wir au» der bewährten Feder Lindenbergs eine wettere Serie Pariser Seit» rftellnngS-Briefe bringen. Auch haben wir noch bei« tziedene juristische Artikel auS dem Gebiete de» neuen lichen Recht» erworben. So hoffen wir auch im Vierteljahr das Wohlwollen nuferer Freunde ««» zu

en; wir bitten daffelbe durch Empfehlung in ekanntenkreisen zu bethättgen.

Für Inserenten bietet dieOberhessische Zeitung"

U (Nachdruck verboten.)

* ;ii Die Ehestisterin.

" Von H. Palme-Paysen.

Dnfafferin von Marietta Tonelli, Mädchenliebe, Am Malarsee Ein HochzeÄtag rc.

(Fortsetzung^)

2 «L L Och diese ernste, spröde Freundin, die Ein es vermocht, ihn ab und zu au« der Ver-

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. Seine Feder hatte ihm wieder einen Beruf, eine ;M«ft geschaffen.

E» mochte feit Jahren daS erste Lächeln sein, >«lchr» hierbei seine Züge erhellte. Dan» wurde

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lchlmgnng peinvoller Gedanken zu erlösen, von ch» abgewendet, so wäre ihm dadurch gleichsam d« Boden unter den Füßen fortgezog«, so wäre ihm der Platz, der einzige, den er nach itvier Meinung al» geachteter MUglied der menschliche» Gesellschaft auf Erde« »och nutzbringend «szufül« imstande war, geraubt worde«.

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5 beim Lese» eine» der Briefe wieder ernst. Sei» Verleger übermittelte da» Schreibe» einer 'vchropologischen Gesellschaft, dir ihn zu einem «aaiefc in Stettin eventuell zu wiffenschastlicher stahrt nach Rüge» auffordertt, um mit anderen Theil- 'ihmern gemeinsam dort einige der viele» in der Lttibbnitz zerstreute» vorgeschichttiche» Gräber in «griff pr »ehme». Da» war »icht fein Wille. Er *»Ite fich nicht wieder in da» Getriebe der Mensche» Mche», f» gänzlich ohne Verkehr weiter lebe» wie

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bisher, und er sann eine Zeitlang Über feine aus der Vergangenheit hervorgewachsenen Prinzipien nach, mit denen er durch die ihn interessierende Aufforderung der Anthropologen plötzlich in ernstlichen Konflikt gerieth. Die Sache war doch der Ueberlegung werth. Für jene Herren blieb er der Geologe und pseudo­nyme Schriftsteller O. Barthold, und andere» tret er ja nicht nahe. Wer sollte in ihm den vergessene», verschollene«, de« gealterte», vergrämte» Lothar von Verla» wiedererke»»e«!

Nochmals durchlas er die Kritiken und sämmiliche Briefe, verschloß da»» alle» sorgfältig u»d ging, einer Gewohnheit gemäß, beim Zwielicht im Garte« auf und nieder. Ei» sanfter Abendwind fächelte in den Bäumen und trug den Duft der Rosen herüber. Die Rosen! Ein ftenndlicheS Bild tret vor seine Seele, ein frembeS Mädchengestcht. Die Rosen hatten ihr als» gefallen. Wen« fie morgen oder später wiederkehrte, um die Milch zu bezahlen er mußte lächeln, sollte ihr Jokko welche geben, er brauchte ja nicht zu sagen, wer der Geber sei.

Fran von Mingwitz hatte sür Thnsnelde ein weiße» Epitzenkleid kommen laffen und freute fich auf den Augenblick, da Ernst ihren Lieblingin Toilette" bewundern und gemeinsam mit ihnen die Reunion besuchen würde. Da» geschah diesen Nach- mittag.

Mtt geheimer Leftiedignng glaubte fie an ihrem Reff« wachsende Sympathie für da» junge Mädchen

zu bemerken und unterließ e» daher nicht, beiden jede erdenkliche Gelegenheit zu ungestörtem Beisammensein zu geben und in kluger und feiner Weise auf da» Gemüth der «och ahnungslosen Thnsnelde einzn- wirke«.

Scherzend, lachend, gingen die jung« Leute jetzt an ihrer Seite zu dem nahen Strandhotel, aus beffen zu ebener Erde gelegenem, lustigem Tanzsaal bereits lustige Weisen herübertönte«.

Ich appelliere an Ihr gutes Gedächtnis, ThuS- nelde," bemerkte Ernst,Sie haben mk neulich den eist« Tanz versprochen."

Machen Sie nur Ihr Recht gelt«d," antwortete sie freundlich. Da» that er und beide empfand«, daß es fich gut miteinander tanzen ließ.

Also audj darin harmonier« wir," warf Ernst hin, wie ans einem inneren Gedankengange heraus, indem er ThnSnelde wohlgefällig betrachtete. Sie gefiel ihm in ihrer einfach« Natürlichkett und offen« llnbefa«g«heit bester, als alle die eleganten unmhig«, etwas kokett« und offerierten jungen Dam«, die hier und dort an de« Thür« und Wind« umher- stand« und ost schon zu ihm herübergeblickt hatten.

Thnsnelde sah ihn mtt kühl verwundertem Blick an.

Auch?" wiederholte fie,worin noch sonst? Wtt find unS in unser« Anschauung« noch nicht begegnet, nm eine Meinung darüber zu haben. Und dann im Tanz« zu harmontt«, wa» will da» sag«?'

Puh! Sie wollen philosophieren, Neide ich danke."

Beide lachten.

Darin versteh« wtt un» am bist«, im Scherz und Lachen, nicht wahr?" meinte Ernst.

Da» gebe ich zu man kann nur nicht immer heiter fein. DaS Leb« hat auch feine ernste Sette und die läßt fich nicht Hinweglächeln. Aber ich glaube Sie köun« gar nicht ernst fein."

Meine Soldat« wissen das bester."

Sie nickte nur, er verstand fie nun einmal in solchen Fragen nicht.

Gleich barauf wurde fie von einem Badegast in einen Walzer davon geführt. Dann kam ein anderer und wieder einer.

Sehr gut," dachte Tante Alma,dar macht ihn eiferjüchtig und dadmch entschlossener."

Ihrer Ungeduld währte sein Zöge«, die «1- scheid«de LebeuSftage zu thun, worauf fie ihn inaner wieder hingewiesen, viel zu lange. Auch konnte fie fich eines Gefühl» heimlicher Furcht nicht erwehr«, ein Fremder könne ihre« Neffen zuvorkomm«, diesem da» lieb«»würdige Mädchen abspenstig mach«. Mtt einem an Naivität grenzend« Selbstbewußtsein zog sie in dieser Sache immer nur ihre und seine Wünsche in Bettacht, al» hinge von diesen allein» nicht auch von Thnsnelde die idttscheidung ab.

(Fortsetzung folgt)