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Daily Mail*, die Mobilmachung aller sibirische

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Der chimfische Gesandte in Berlin hat am Souu- abeud dem deutsche« Auswärtige« Amt mitgetheilt, daß er vom VIceköutg von Nanking telegraphisch er- ahreu habe, daß der deutsche Gesandte t« Peking sich i» Sicherheit und wohl befinde. Ferner erhielt die Berliner chiw fische Gesandtschaft ein Tele­gramm des Direktors der chimfische« Eisenbahnen und Telegraphen, welches besagt» daß die Gesandten In Peking unversehrt seien. Auch aus Schanghai wird vom Sonnabend telegraphnt: Die letzten authentischen Nachrichten aus Peking besagen, daß die Gesandtschaften sich »och halte«. Merkwürdig ist bei allen diese« Meldungen nur, daß sic nichts Weiteres über die Lage i« Peking enthalte«. Auch in diesem Punkte muß die leicht erklärliche Wißbegierde sich Zügel anlegen.

Linienregimenter verfügt worden. Im Laufe ener mehrstündige» Konferenz mit Murowlew und Kuropatkt« in Peterhof am 20. Juni betonte »er Zar die Nothwendigkeit der Herstellung der Ordnung i« China und strenge Auftechterhaltuug des Status quo im engsten Einvernehmen mit England, Deutschland und Frankreich.

England hat sich veranlaßt gesehen, wegen der Wirre» in China Truppe» aus Süd-

fr t k a zurückzuzieheu. Der LondonerDaily

Thätigkeit in Spandau.

Infolge der bevorstehenden Expedition nach China find in Spandau nicht allein die Militärwerkftätte«, sondern auch private Beiriede stark beschäftigt, sämmtliche für Ostafien erforderlichen kleinere« Geschosse müssen nqmlich in vollkommen wasserdichten Holzttste» mit Zinkeinlage ve» palt werden. Bon diese» Kisten werden viete tausende gebraucht und ohne Ausnahme i« Spandauer Privatbetrieben hergestellt. Eine derartige Kiste kostet mehr als 20 Mark. Die großen Geschosse werden in Körben verpackt, die ein Spandauer Fabrikant liefert. Die Verladung de fertigen und vei packte« Geschosse nebst Munition wird unausgesetzt betriebe». Die Züge gehe» vo» Spandau direkt nach dem AbfahrtSplatz der unter Ordre für China gestellten Schiffe.

Wettere Rüstungen.

In Raß land ist vom Kriegs Minister, nach der

Ehrouicle* meldet vom Freitag ans Paardekop: Die Schiffsbrigade vom KriegsschiffForte* ist ab­berufe» worden.

Wie aus Rom gemeldet wird, werde» zwei Bataillone Infanterie der erythräische» Kolonie »ach China transportirt werde».

Oberleutnant Hellman« und Kapitän LanS.

Der im Kampfe vor Taku gefallene Oberleut­nant zur See Hellmau» war am 9. April 1892 ix die Marine eingetrete» und am 15. September 1895 Leutnant zur See geworden, er war längere Zeit zur 2. Matrosen- Artillerie-Abtheiluug kommandirt, befand sich dann auf dem SchulschiffStet«*, das damals vorübergehend auf der ostamcrikanischen Station kreuzte, gehörte später dem Probefahrtskommando unter Kapitän zur See Ascher au. Am 16. November 1898 avaucirte Herr Hellmann zum Oberleutnant und wurde zum Stabe des KanonenbootesIltis* versetzt, er war zuletzt der zweitälteste Oberleutnant auf demselben. Der schwer verwundete Kommandant desIltis* Korvettenkapitän LanS ist am 23. April 1878 in die Marine eingetrete», wurde am 17. Dezember 1881 zum Leutnant zur See ernannt, avaucirte am 19. März 1885 zum Leutnant zur See, am 11. April 1893 zum Kapitän Leutnant und am 12. Dec-mber 1898 zum Korvetten Kapitän. Als Kopltäu-Leutnant war er längere Zeit zum da- maligen Oberkommando der Marine kommandirt, nach­dem er vorher zweiter Offizier auf dem Panzerschiff Kurfürst Friedrich Wilhelm* gewesen war.

vou welche» die Ruffe», die Engländer, die Franzose» und die Deutsche» je ei»e» behielte».

Zur Lage i» Tientsin.

Der amerikanische Konsul i» Schanghai hat au» Taku folgende Depesche vom 22. Jnni erhalte»: Di- Russen und Amerikaner, welche am 21. Juni Tientsin zu entsetze» versuchten, wurde» gezwungen s i ch z u r ü ck z u z i h e». Sie werden wahrscheinlich Freitag Nacht nach Eintreffen von Verstärkungen de» Angriff erneuern. Ei» gepanzerter Zug entgleiste Donnerstag Nacht. Lloyds Korrespondent in Niutschwang meldet, die Eisenbahn sei au mehrere» Stelle» zwischen Tientsin und Niutschwang zerstört.

Die Deutschen Freiwillige».

Die Meldungen zum fteiwilligeu Dieust in China find beim GardekorpS außcrdeutlich zahlreich. ES biete» sich bei alle» Regimenter» so viele Manu- schafte» an, daß der Bedarf drei und vierfach gedeckt werde» könnte. Um so sorgfältiger kau« die Aus­wahl vorgeuommeu werde«. Beim Garde > Pionier- Bataillon ist fie bereit» getroffen. Von diesim Trnppen- theil gehe» Leutnant Lindow, ein Feldwebel und 66 Unteroffiziere und Mannschaften nach China. Die vier Sarde - Artillerie - Regimenter stellen zusammen eine kriegsstarke Batterie, jede Batterie durchschnittlich vier Mann. Von der Garde-Infanterie giebt jede Kompagnie eines jeden Regiment» zwei bis drei Mann ab. Bei alle» Truppe ntheileu sind die ärzt­lichen Untersuchungen im Gange. Die Leute werden auch gewogen, und die Auswahl fällt bei sonst gleich gute» SesundLheitSverhältnissen durchweg auf diejenigen, die taS leichteste Körpergewicht haben.

Die Meldungen werden bei anderen Armeekorps nicht weniger zahlreich sein als beim GardekorpS. Süddeutschland bleibt hinter dem Norden nicht zurück. Nach demSchwäb. Merkur meldeten sich von dem württembergische» Armeekorps gegen 700 Freiwillige zum Eintritt in die mobilisiite» Seebataillove und zum sofortigen Abgang nach China.

Die Kämpfe bei Taku.

Die Spannung, mit welcher mau nähere Nach­richten über die Kämpfe bei Taku und insbesondere über die Betheiligung de»Iltis* eutgegensah, hat sich gelöst. Die erste Depelche, die der Chef de» Kreuzergeschwaders am 17. Juni abgesandt, unter­wegs aber verlöre» gegauge» war, ist nochmals wiederholt worden und am Sonnabend in Berlin angetroffeo. Wir konnte» ihre» Inhalt einem Theile unseres Leserkreises bereits durch Extrablatt mittheUen. Sie hat folgenden Wortlaut:Um 12Uhr b0Miu. Nachts eröffnete« die chinesische« Forts Feuer auf die 7 Kauoneuboote int Fluß. Die Forts wurde» t» 6 stündigem hartem Kampfe befigt und besetzt. Kommandant S. M. S.Iltis* war die Seele des UuteruehmenS und hat hervor­ragend glänzend gekämpft. AnS.M.S. Iltis* find Maschine, Kessel, Schiffskörper und acht 8 Centimeter - Geschütze unbeschädigt, drei 7 Centimeter-Geschütze und Aufbau stark beschädigt. ES sind gefallen: Oberleutnant Hellmann, Büchsen­macheismaat Bacstlei», Obermatrose Svkopf, Bothe, Maas, Johannes, Matrose Lehnsoff, Oberhrizer Holm; schwer verwundet der Kommandant Koivetteu- kopitä» Laus, Obermatrose Spliuter, Matrose Schoppengerd, Berichterstatter HerrtngS vom Ost- asiatischen Lloyd, leicht verwundet 10 Mann. Letzte Stunde war Oberleutnant Hoffmann Kommandant. Er folgte dem Beispiel des Kapitäns Laos. Haltung der Mannschaft war glänzend. Hilfe von Sch ffen aus Rhede war unmöglich.*

Der hervorragende Antheil, deu S. M. S.Iltis* an den Kämpfen genommen, und die rühmliche Haltung seiner wackere» Osfiziere und Mannschaften werde» jedes deutsche Herz mit Genugthuung erfüllen. Frohe Hofftunge» für die Zukunft uuserer junge» Marine knüpfen sich dara». Aber freilich waren unsere Ver­luste schwer, schwerer als man bisher annahm.

Die Beute bei Taku.

Das Einveruehme» der Mächte uutereioarder wird illustrirt durch folgende Nachricht deS russischen Vize­admirals Alexejew aus Port Arthur: In Taku wurde« vier chinesische Torpedozerstörer genommen,

einem Markartbouquet. Derjenige Theil deS Waldes, der sich längs der See südöstlich ins Land htoeiu- zieht und in dem eS besonders schöne Farren und herrliche Baumgruppe» geben soll, heißt:Liebeseele*, «ach einem WirthShaus nähmlich. Dorthin werde ich morgen eine EntdeckungS- und Forschungsreise machen mit meinem Skizzenbuch, «einer Hängematte und der Sammettrommel. Hoffentlich ohne jede Begleitung, Du weißt, ick liebe solch' einsame Wanderungen. Für heute muß e8 genug sei«, Mütterchen. Immer bleibe ich Deine treue, gehorsame Tochter Neide.

Am nächsten Tage führte Thusnelde den brieflich erwähnte« Spaziergang »ach Liebeseele a»s und wie fie gewünscht, ganz allein, denn Tante und Neffe beschästigte» sich mtt Korrespondenzen. Das Wetter war sonnig und windstill, desto willkommener der Schatte» des Walder, der Thusnelde unter sei» Laub­dach »ahm, nachdem fie die Sttaudpromeuade «ud eine tteffandige, hügelige Strecke zurückgelegt hatte.

Ausgerüstet wie ein kleiner Professor mit Buch «wb Stift, den Riemen der kleinen Botanifierbüchse wie eine Atjutanteuschärpe quer über Schulter und Brust, über den linke» Arm eine Hängematte, so schritt fie dahin.

Ei» glückliches, fiele» Gefühl, Daseinsfreude, hob ihr die Brust. Hier in der grünen Wildnis fand ihr feiner Natursinn volles Genüge. Nicht» entging ihr, weder die kleine Waldblume, die entweder ge­pflückt »der sorglich umgangen wurde, noch die röthlich schimmernde Preißelbeere, die hier im Grunde zu Tausenden wächst. Bon de» Farren war eine schöner al» die andere. Vorläufig brach fie um

iHfrM bei bet f»ebttb« » bei all« Rk. («kl. Bestell»»»). 3*dtwHeH|t: bi» ge- bew 8hxe 16 Wg., Wifiw: bte geile 86

Die Wirren in China.

Hebet den Stand der Dinge in Tientsin ver- leatet nichts Sicheres, ebenso wenig über den Vcr- sleib des Htlfkcorps von etwas über 2000 Mann - deutscher, englischer und rusfischer Truppen, das den ^i» Tientsin Eingeschlossenen zur Hilfe kommen sollte. Scher scheint nur so viel, daß die ftemden Nieder- l lessuuk en in Tientsin vo» reguläre» chinesischen Truppen i «gegriffen md beschofle» werden, daß große Zer- Mtirnngen an de» werthvollen Niederlagen angerichtet |6ib und daß die Lage der eingeschlosseueu Europäer leb des gemischten Detachements bet Mächte äußerst k bedrohlich ist.

einen Webel ab, um sich dadurch Schirm und Fächer zu ersetzen. Sie war vom Hauptwege abgewichen, denn sie liebte keine gebahnte» und gepflegte» Pfade und ging über Höhen und Tiefe» gemächlich vor­wärts. Tief im Walde an seinem jenseittge» Rande sollte, so war ihr gesagt, das WirthShauSLiebeseel* liegen. Vorläufig verfolgte fie kein Ziel, durchschritt bald ein Nadelholz, bald ein Dickicht, »ach Längerem eine Lichtung, die ein Violet schimmernder Heide- streife auSfüllte und eine» grüne», wilde» Pfad weiter hinein in bex Walb zeigte. Von drüben sah mau eine Gruppe hoher, schöngewachseoer Birke«, die ihr zarte», hängendes Laub sanft li'pelnd bewegte», als wollte» sie der einsame« Wauderi» unteu ein Geheimnis flüstern. ThnSxeldr blieb stehen und blickte i« die Höhe, «ch, hier war e» herrlich hier schöner als anderSwo. Die schlanken poethische« Bäume mußten iuS Skizzenbuch hinein. So richtet fie stch ihr Waldatelier ein, befestigte die Hängematte zwischen zwei Bäume», hing ihren Hut an einen Strauch auch die Botanifierttommel, zog Buch und Stift her­vor und zeichnete wohl et» paar Stunde» ohne Störung und Raft. Dann überkam fie ttäumerische Stimmung, Müdigkeit, weshalb fi- das Buch schloß und die Hängematte statt al» Sitz, zum Ruhelager gebrauchte, ihre« blonde» Kopf zurücklehnte, die Hände zusammenfaltete und hinauf in da» grüne Land, in da» Stück Himmel schaute, da» lichtblau dazwischen hindurch schimmerte. Ab und zu fentien sich ihre Lider, blieben zuletzt ganz auf den schönen Augen liegen. Sie schlief und ttäumte. Wie lauge, da» wußte fie nicht. (Fortsetzung folgt)

Umschau.

Zehn Jahre preußischer Fiuanzminister.

Am 24. Juni d. I. waren zehn Jahre verflossen, seit der preußische Fiuanzminister v. Miquel sein Amt autrat. Er durfte auf eine reiche Thätigkeit zurückbltcken. Die Einkommen- und Gewerbesteuer- Gesetze, die Gesetze über die Ergänzuugssteuer und die Kommuualabgabru sind sein Werk. Das Gleich­gewicht vou Einnahme« und Ausgaben im Staats­haushalt ist aufrecht erhalten, die regelmäßige Tilgung der Staatsschuld gesichert und die rechtlichen Grund» lagen der Finanzverwaltung für die Zukunft gefestigt worden. So hat es Herr v. Miquel zu Wege ge­bracht, das Ende der 80er Jahre drohende Defizit zu beseitigen, eine Stärkung der Finanzen zu erzielen, ben dringliche« StaatSaufgabrv gerecht zu werben

Marburg

Dienstag, 26. Juni 1900

ft (Nachdruck verboten.)

Die Ehestisterin.

Von H Palme-Paysen.

berfasferin von Marietta Tonelli, Mädchenliebe, Am Mälarsee, Ein Hochzeitstag rc.

(Fortsetzung.)

Das Mädchen zersticht mit der Gabel regel- Btifeig bit Servietten, wenn fie sich wie eine litt dieselbe vor dem Gebrauch abputzt, und Sieht fast täglich ihr Glas Rothwei« über den 'Damast, während der weniger eigene Junge häufig Sobel und Messer durch die Finger ersetzt, Speise« tu Menge vor sich aufthürmt und Zuviel hernach auf deu Deller seiner refiguiert dreinschauendeuGouvernavte packt.

Aber mein Engel, behalt'S doch für Dich,* sagt dann gewöhnlich die Mutter, und als fie heute Tantchen» «ißbilligevde Blicke sah:Er hat ein so gutes Herz, gnädige Frau, und will immer abgeben, der liebe Junge.' Sie hat schon mehrmals über die Tafel fort recht laut, damit auch andere e» hören konnten, betont, daß fie ftüh geheirathet,sehr ftüh*, rämlich mtt sechzehn Jahre», danach solle» wir uns wahrscheinlich ihr Atter ausrechneu, und da» stimmt bau» schlecht zu ihrem AuSseheu und Gebäre», da» oller Fraue»« und Mutterwürde entbehrt.

: Außer mir ist noch eine Menge junger Dame» fier, die deS Morgen» beim Baden tollen Unstnn wache«, in ihren blauen oder purpurnen, auch scheckige», manchmal hocheleganten Ladekostümen Tänze, Deigeu und Bajazzosprünge im Waffer ausführen, wo» ganz vergnüglich anzusehe« ist.

I Das neue Vierteljahr

Wird zweifellos die Spannung der Zeitungsleser in hohem wachhalten. Das letzte, veizweislungi volle Ringen Kl Burenvolkes wird sich in ihm vollziehen; auderer- MM hat sich die Lage in China so zugespltzt, daß die Etigniffe doit von der folgenschwersten Bedeutung für die UgroxLischen Mächte sein können. Die Verbindung der MOberhesfischen Zeitung* mit derContinental Telegrapheu- Keepagnie* hat sich im Burenkiiege derart bewährt, daß Kjr auch für die Folge unfern Lesern rasche und zu- Merlässige Orientierung über die Vorgänge in Süd- Kjrita und in China versprechen können.

i Besondere Aufmerksamkeit werden wir auch nach wie Mwr dem lokalen und provinziellen Theil widmen. Kiterstützt durch einen größeren, stets wachsenden Kreis von Mgitarbettern werden wir an dem weiteren Ausbau dieser Efyile unserer Zeitung stetig arbeiten. Im feuille- Men i st i sch en Theil werden wir aus der bewährten Feder Wgail Lindenbergs eine weitere Serie Pariser Welt- MmSstellungs-Briefe bringen. Auch haben wir noch ver- Wschiedeue j u r i st i s ch e Artikel aus dem Gebiete deS neuen MSrgerlichen Rechts erworben. So hoffen wir auch im Maien Vierteljahr das Wohlwollen unserer Freunde uns zu Mchalteu; wir bitten dasselbe durch Empfehlung in Mekanntenkreisen zu bethätigen.

Für Inserenten bietet dieObeihessische Zeitung" die Vortheile eines gut eingefühtten Provinzialblattes. Lereinzelte Leser in ftemden Provinzen können den Inserenten nichts nützen; er wird naturgemäß den größten Srfolg seiner Anzeigen bei einem Blatte haben, das nicht einen über ein weites Gebiet dünngesäten Leserkreis hat, sondern das mtt seiner ganzen Auslage in Marburg uid dm nahegelegenen Orten verbreitet wttd. Da das bei der »Oberhessischen Zeitung" der Fall ist und sie die größte Auslage der in Marburg und der näheren Umgebung er­scheinenden Zeitungen hat, kann sie als Jnsertionsorgan bestens empfohlen werden.

Der Abonnementspreis derOberhefsischen Zeitung" beträgt wie bisher bei allen Postämtern 2,26 Mk., in der Stadt Marburg 2 Mark pro Quartal.

M R edaction und Verlag der

fOberhessischen Zeitung",

Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Jlluftrirtes Sonntagsblatt. $ f*1 Redaktion: Markt 21. Telephon 55.

»«zeigen nehmen entgegen: die Expedition dieser Blatter, die Annoneen- Bnreaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Caflel, Magde- nr

birg, Wien: Rudolf Moffe, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; vu.

T. L. Daube & Co., Frankfurt et. M., Berlin, Hannover, Parts rc.

Malcho hat auf bet Promenade natürlich eine jede bereit» gemustert nnb kritifirt.Alltägliche Ware," lautet sei» spöttelndes Ui theil, obgleich fich recht nette, mir sympathische Gesichter baruuter be- finden. Er ist wirklich zu anspruchsvoll in seinem Geschmacke und seine» Anforderungen, der Herr Leutnant. Auch eine Anzahl junger Herren gibt e8 hier. Tante ist immer ängstlich, daß ich mein Hrrz verliere an eine«hübschen Fant* oderHerrn von Habemcht»*, wie fie sagt; mein Zukünftiger müßte, das ist ihr Verlange»,mindeste»» ei» Gütchen im Hintergrund haben oder sonst ei« hübsche» Kapital."

Wie schlecht fie mich kennt. Erstlich befitze ich nicht eine Natur, die schnell ew flammt, und bann gilt mit btt Mensch, als Mensch bettachtet, nur bann etwa», wenn ich Achtung vor seinem Charatter und Sympathie für seine Geistes- und Herzenseigenschaften habe. Der Besitz kommt doch erst in zweiter Linie, freilich dann auch gleich. Leideri Geld ist keine Chimäre! Wer fühlte die ttaurige Wahrheit tiefer alS wir. Nun, für» erste ist für mein Herz nichts z« fürchten, e» kennt noch keine Liebe. .Der erste Man« aber, der mir einiges Jntereffe eirege flößt hat, ist der obenerwähnte Förster. Apropos, hast Du jemals wieder etwa» vo« de« Offizier gehört, der fich vor etwa fünf Jahren in Großmamas Haufe erschoß oder verwundete? Mit diesem glaube ich eine Aehnlichkett herauSzrfinde«.

Beiliegend sende ich Dir einige Wiesenblumen, die ich heute ftüh gepflückt, indem ich Deiner gedachte. Für Lilly Rammle ich täglich Muscheln und Steine, für Ella riesige Farren, Dolde« und Stechginster zu

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