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Dasein, Sie würde» vielleicht zugebev, daß eS gar nicht so leicht ist, fich darin Muth und eine gleich, mäßige Zufriedenheit und Heiterkeit auftechtzuerhalten."
„Ich bescheide mich," gab er kurz zur Antwort. Er wurde fich plötzlich der Eigeuthümlichkett dieses Gespräches mit einer ihm ganz Fremden bewußt, die mit einer Naivität sondergleichen von aller Konvenienz absah. Eine Art Verlegenheit überkam ihn, die er wie gleichgiüig hingeworfene Bemerkungen, auf die fie mit der ihr eigenen Unbefangenheit eiuging, zu verstecken suchte. Doch konnte er eS nicht unterlassen, fie ab und zu anzusehen, und bemerkte somit, daß ein liebenSwüidig heiterer Zug den unjugendliche» Ernst vo» ihrem Antlitz verscheucht, daß wahr sei» konnte, waS fie »»gewußt und ungewollt verrathex, dcßin diesem ansprechenden, sympathischen Mädchenkopfe eine zuftiedexe, muthige. heitere Seele wohne oder doch nicht? Der Schein trog schon oft. Was ginge ihn an.
Der Wald hatte sich inzwischen mehr und mehr gelichtet. Dmch die Bäume schimmerte Helle Ferne, und bald breiteten sich Felder und Wiesen »ach beide» Seite» aus. Saudige und bewaldete Hügel schlöffe» weiterhi» die Fernsicht, und von einem derselben winkte eine kleine Kirche mit schlankem Thmm und rothem Ziegeldach herab, nm die herum sich »ah und fern hübsche Sommerwohnungen gruppierten. Das war Misdroh. Eine gerade Allee mit dichtbelaubten, aber niedrigen Bäumen führte aus dem Walde, im halben
Ob die Sprache, die vor Taku von den Kanonen geführt worden ist, so eindringlich gewirkt hat oder ob andere Einflüfle maßgebend gewesen find, darüber läßt sich natürlich »och nichts sage»; fehlt doch
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e Fehlen von zuverlässige» Nachrichten anSPeking iririfst, so läßt sich daS kaum anders als Ka
der vo» der „Times* verbreitete»
Lih»»gtfcha»g vo» der Regentin Retter in der Noth (doch wohl Wege) herbeibeordert wird.
Eine Wendung zum
zu hindern. Die ftemden Schutzwachen tödteten etwa 100 Boxer.
Auch aus Peking find nun Nachrichten eingetroffen, die aber, wie gesagt, fich widersprechen. So meldet „Daily Expreß*, in Schanghai seien Nachrichten angelangt, wonach der Pöbel und die Truppe», durch die Zerstöruug von Taku wüthend gemacht, alle Ausländer in Peking sammt deren eingeborenem Personal von Schreiber» und Dienstleute» nieder- gemacht hatte». Die Gesaudffchafte» solle» verzweifelt gekämpft u»d erst »achgrgebe» habe«, als die Munition erschöpft war. Die Nachricht klingt etwas sensationell und schon deshalb wird man eine Reutermeldung für glaubwürdiger halten, welche wir gestern als Extra- blatt verbrettet haben, und welche besagt, daß »ach Nachrichten aus chinestscher Quelle am 17. Juni die Gesandtschaften unversehrt waren, und daß Seymours Truppen Peking erreichte». De« letzte» Theil dieser Meldung bestätigt auch ein Telegramm der „Times* aus Schanghai, sodaß eine Meldung der „Daily Mail*, die unter dem Befehl des Admirals Seymom stehende Entsatzkolonne sei umzingelt, ebenso unrichtig sein dürste, wie die erste Meldung vo» Seymours Rückkehr irrig war. Hoffuuug, daß die Gefaudschaften fich gehalten habe», darf man jedenfalls hege»; die Gesandtschaften mit ihre» Truppenbesatzuvge» dürfte» in keiner Weise unvorbereitet gewesen sein, denn wie verlautet, soll sogar ein einheitlicher taktischer Bertheidigungkplan für den ganzen die Gesandtschaften nmfaffenden Komplex seit der Zett des japanischen Krieges bestanden haben, der mit Zuhilfenahme der europäischen Freiwilligen- koips in Peking von den militärischen Kommandanten jedenfalls sorgfältig in Szene gesetzt und eingehalten worden ist.
Die militärische Maßnahme der Mächte.
Wenn wir ja vielleicht auch hoffen dürfe», daß die oben erwähnte Reutermeldung richtig ist, so muß doch die nächste Sorge der Mächte »ach wie vor einer genügend starken militärischen Expedition gelten. Die Maßregeln der Mächte, an denen auch Deutschland durch Entsendung seiner gefammte» Marine-Infanterie theil nimmt, haben nur für spätere Möglichkeiten Bedeutung, denn von Europa abgesandte Truppen können erst nach Wochen auf dem Schauplatz der Ereignisse eintnffen; jenes für den Augenblick nöthige militärische Eingreifen, die RettungSexpedition, fällt daher in erster Linie Rußland und Japan zu. Heber die Stärke der rnsfischen Entsendungen habe» wir gester» bereits berichtet; heute liegt en» die Nachricht vor, daß I a p a « 25 000 Man» mobilifire n»d sämmtliche Seviffe der Nippo» Dusen Kai Ha-Ge- sellschaft für den Truppentransport gechartert habe. Es läßt fich daher hoffe», daß bio»e» kurzem ei» großes internationales ExpeditiouScorps bereit sein wird, »ach Peking zu marschieren, umsomehr als jetzt auch da» amerikanische Transportschiff „Thoma»' mit 1200 Mann vor Taku eingetroffen ist.
Deutschlands Maßnahmen.
Was unsere deutsche» Truppe»e»tse»dn»ge» »»betrifft, so ist »och zu berichte», daß die „Jrrue* am 19. 3»»i vo» Tsingtau »ach Taku gegangen ist und
ikM trii 21. X Ihr: iestask.
Die Wirren in China.
Die allgemeine Lage.
* Auch heute läßt fich noch kein Ueberblick darüber tun, wie es eigentlich in China steht; die ein-
den Telegraphenbureaus wetteifern augenscheinlich st, einander völlig widersprechende Nachrichten zu Vrbreiten und so entsteht ein Wirrwar, der jede heit über die Lage der Dinge ausschließt. Sorbet» d ist am meisten zu bedauern, daß man immer wch nicht weiß, wa» aus dem deutschen Detachement
de in MW 73,
dmch erklären, daß die Gesandten und ihre Schutzbefohlene» zum mindeste» ihrer Freiheit beraubt fiud und scharf bewacht werde» »nd daß die chinesische Regierung selbst diese Absperrung vo» der A»ße»welt billigt oder veranlaßt hat. Wäre die Sachlage anders, hätte sich die fremdevfeiudliche Bewegung in der Hauptstadt gegen die Kaiserin selbst gewandt, herrschte, mit andere» Worte», Revolution in Peking, so wäre eS zweifellos, auch wen» die Stadithore geschloffen ober noch so eifrig gehütet wären, boch gelungen, Nachricht barüber an die Küste gelange« zu lassen. Es scheint vielmehr, baß die chinesische Regierung noch im Verkehr mit den übrigen Theileo des Ruches steht, den« nur so können in dem entlegenen Shanghai allerlei Gerüchte aus Peking bekannt werden und nur so erklärt eS fich, daß selbst aus dem fernen Süden, ans Kanton der alte
Viereck fich hinziehend direkt in den Ort, dort fich durch alle Straßen fortfetzend, was der kleinen Ortschaft, in der fast jedes Haus i« einem Gärtchen lag, eine» freundliche», poetische» Charakter verlieh.
MiSdroy war kaum in Sicht, als ThuSnelde ihre» Schritt verlangsamte; fie fühlte fich durch de» wette« Weg, de« schnelle«, anhaltende« Schritt, de« sie aus Rücksicht für ihren Begleiter beibehalten hatte, ermüdet, wünschte auch demselben Gelegenheit zu geben, fich vo« ihrer ihm aufgebruageaen Gesellschaft befreien z« können, unb sagte daher:
„Der Ort dort ist doch Misdroy?*
Er bejahte. „Sie könne» nicht mehr fehlen.*
„Haben Sie Dank für de» Schutz, den Sie mir gütigst durch Ihre Begleitung gewährt haben.* sagte fie.
Statt einer Antwort oder Höflichkeitsphrase machte er eine steife Verbeugung, grüßte und bog dann schnell in eine» Seitenweg, der wieder in de» Wald zurückführte.
„Wie eiftg höflich er ist,* dachte Thnsnelde, „ich könnte ihn* — fie lächelte halb belustigt, halb ärgerlich — „ja, ich könnte ihn — ohrfeige».* Trotz dieser Androhung sah fie fich voll Interesse »ach ihm um, erschrak aber und wurde dunkelroth vor Verlegen- hett, al» fie ihm ins Anttitz sah. Er hatte fich gleich ihr umgewendet, aber der Schatten des Waldes verbarg chr die Glut, die auch sei» Antlitz gefärbt, al» sich so unerwartet ihre Gedanke» und Blicke begegneten.
(Fortsetzung folgt)
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daß der Dampfer „Stuttgart* mit der Ablösung für die Schiffe in Ostafien am 19. Juni in Penang ein- getroffen ist und am 20. Juni nach Singapore gehen wollte. JnKielhatdieMobilmachungs- o r b r e für bte beiden Seebataillone begreiflicherweise erhebliche Aufregung hervorgerufen. Anfangs war die Mobilmachung der gesummten Reserve» von 1896 an angeorbnrt, doch ist diese Ordre wieder zurückgezogen worden. Wie wir gestern bereÜS durch Extrablatt mittheilten, werde» die Seebataillone durch Freiwillige aus der Armee auf Kriegsstärke gebracht werden. Außerdem soll daS Personal für sechs bespannte Geschütze von Kiauffchou gestellt und eine vollständige Batterie mit Personal ariS Bestände» der Armee abgegeben werden. Für de» Transport der Truppe» find die Lloyddampfer „Frankfurt* u»d „Wittekind* gechartert, die bereit» i» 8 Tagen nach China in See gehe».
Bessere Postverbindung.
Auch für eine bessere Nachrichtenverbindung ist feiten» der Regierung schleunigst Sorge getragen worden. Der deutsche Konsul in Tschifu ist von Berlin aus angewiesen worden, schleunigst mit dem Chef des Kreuzergeschwabers wegen Errichtung einer Schiffspost Taku- Tschifu in Ber- bindung zu trete». Bei dieser Gelegenheit sei mtt- getheilt, daß die Great Norther» Telegraphen-Kom- pag»ie dem internationalen Bureau angezeigt hat, fie hoffe demnächst mit Hülfe der vereinigte» Geschwader de» unterbrochenen Dienst zwischen Tientfi» (Taku) und Tschifu zu organisire».
Vom Kampfe bei Taku
seien noch einige Einzelheiten mitgeiheilt. Die Avion der Mächte wurde angeblich wesentlich dadurch erleichtert, daß in der Nacht vor dem Bombardement Boote vom britischen Kreuzer „C nturion*, vom russischen „Sissoy Veliky* und vom japanische« „Noschino* alle Drähte der unterseeische» Mine» durchschnitte» hatten. Erschwert wurde sie dadurch, daß die großen S ch i f f e sich nicht an der Beschießung betheiligen konnte», weil so viele kleine Kanonenboote dicht an der Küste lagen. Hätte» die große» Schlachtschiffe am Bombardeme»t theil genommen, so wäre die Gefahr vorhanden gewesen, daß fie ihre eigene» Verbündeten trafen.
Die Ursache» der chinesische« Wirre»
führt ber frühere deutsche Gesandte in Peking, vo» Braudt, in der „Londoner Finanzchronik* zurück auf Nothstände, welche durch Naturereignisse, Ueberschwemm- ung, Dürre, Heuschrecken, Hervorgerufe» find, sowie auf das gemeinsame rücksichtslose Vorgehen ber Fremden gegen China. Herr v. Brauet meinte, nm bie Verhältnisse von China richttg zu beurteilen, müsse man an brei Gesichtspunkte» festhalte»: erstens, baß Chi»a nie besser regiert worbe» ist, als währenb ber Zeit vo» 1862 bis 1889, währenb welcher Jahre ber Einfluß ber Kaiserin-Regentin ber maßgebende war, und baß alle Fortschritte ttn westliche» Si»»e, bie China gemacht hat, a»S bieser Zett stamme»; zweiten», büß jebe revolutonäre Bewegung in China einen frembenfeinblichen Charatter annehme» muß, selbst weuu ihr Urheber bemfelben abgeneigt sein sollte, ba
baS, wa» Klugheit, kühle Ueberlegung zu ihnn rät, bei ber verblenbeten Kaiserin überhaupt noch eine Statt findet, bann giebt es allerdings keinen zur Herbeiführung einer Wendung Geeigneteren als Li-Hung- Tschang, de» Rttter der „gelben Reiijacke', dessen man fich auch in Deutschland von ber Zett seiner Europareise her »och lebhaft, wenn auch nicht gerabe dankbaren Gefühls erinnert. Au» de» Millionenaufträgen, die er angeblich der deutschen Industrie er» teilen sollte, ist bekanntlich nicht» geworden. Doch gleichviel, wenn e» Li - Hung - Tschang gelingt, die Kaiserin umzustimmen und vo» ber Nutzlosigkeit weitere» Widerstandes gegen die Mächte zu überzeuge«, damr würde er da» bedeutendste Werk seines an bidcutenden Erfolgen reichen Leben» vollbracht habe». Aber die Aussichten auf eine solch günstige Wendung der Dinge find schwach Ist e» doch keines- wegs ausgeschlossen, daß die fanatifirte Menge auch Li-Hung Tschang, der ohnehin in Peking zahlreiche Feinde hat, bedroht.
Neues aus Tientsin und Peking.
So wird man weiterhin damit rechnen müssen, daß nur mit bewaffneter Hand bie Interessen ber Mächte in China geschützt werben können. Die Geister, die bie Kaffer in rief, wirb fie wohl nicht so rasch los werben. Solche Bewegungen lassen fich schwer einbämme». So wirb benn auch von einem erneuten Angriff auf Tientsin gemeldet. Nach einem amtlichen englischen Telegramm, baS Unterstaatssekretär Brodrick im englischen Unterhause verlesen hat, beschädigten die Boxer die Eisenbahnlinie nördlich von Tientsttr sehr stark, brannten die römisch-katholische Kirche, die Misfionskapellen und zahlreiche chinesische Häuser nieder. Die chinefischen Truppe» machte« keine merkliche Anstrengung, den Angriff auf die fremde Niederlassung
Das neue Vierteljahr
^zweifellos die Spannung der Zeitungkleser in hohem wachhalten. DaS letzte, ve.zwriflungrvoll» Ringen
M^ureuv o lke s wird fich in ihm vollziehen; avderer- M»-t sich die Lage in China so zugespitzt, daß die Mniffe dort von der folgenschwersten Bedeutung für die Mpäischen Mächte sein können. Die Verbindung der Fberhessischen Zeitung* mit der „Continental Telegraphen- pagnie* hat fich ttu Burenkriege derart bewährt, daß
ifc auch für die Folge unser» Lesern rasche und zu- »erlässige Orientierung über die Vorgänge in Süd- und in China versprechen können.
Besondere Aufmerksamkeit werden ttir auch nach wie »r dem lokalen und provinziellen Theil widmen. Wer stützt durch ehren größeren, stets wachsenden Kreis von Witarbeitern werden wir an dem weiteren Ausbau dieser Theist unserer Zeitung stetig «beiten. Im fcuille- louistischen Theil werden wir aus der bewährten Feder
l Lindenbergs eine wettere Serie Pariser Welt- SftellnngS-Briefe bringen. Auch haben wir noch ver-
ene juristische Artikel aus dem Gebiete de» neuen erliche» Rechts erworben. So hoffen wir auch im »een Vierteljahr das Wohlwollen unserer Freunde un» zu chüten; wir bitten dasselbe durch Empfehlung in llanntentreifen zu betätigen.
Für Inserenten bietet die „Oberhessische Zeitung* Vortheüe eines gut eingeführten Provinzialblattes. einzelte Leser in ftemden Provinzen könne» den erenten nichts nützen; er wird naturgemäß den größten Erfolg seiner Anzeigen bei einem Blatte haben, das nicht inen über ein weiter Gebiet dünngesäten Leserkreis hat, ndern das mtt seiner ganzen Auslage in Marburg und nahegelegene» Orten verbreitet wird. Da das bei der Oderhessischen Zeitung" der Fall ist und sie die größte flöge der in Marburg »nd der nähere» Umgebung elenden Zeitungen hat, kann sie als Jnsertionsorga» S empfohlen werden.
Der Abonnementspreis der „Oberhessischen itung" beträgt w e bisher bei allen Postämtern 2,25 Mk., Oder Stadt Marburg 2 Mark pro Quartal.
Redaction und Verlag der „Oberhessischen Zeitung*.
Von H Palmä-Paysen. lHZ10|*rf«fftrin von Marietta Tonelli, Mädchenliebe, Am Mälarsee, Ein Hochzeitstag re.
(Nachdruck verboten.)
Die Ehestifterin.
Scherttliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg «nb Kirchhain.
f*»» — S-Mtä. K"rM> T * Jllustrirtes Sonntagsblatt. 8— »
(Fortsetzung.)
& W sprach mit leichtem Seufzer, verfiel plötzlich
Anzeige» nehmen entgegen: di» Expedition dieser Blatte», die Annoncen- vrmaxx von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Mägde- or bürg. Wien; Rudolf Moss», Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; O0.
*. 8. Daube * do., Frankfurt«. M.. Berlin, Hannover, Pari» x.
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ml -3üs* tobt ober verwundet find unb was auS ben ' tesandtschaften in Peking sowie aus ber Fremben- daß Äberlaffung in Tientsin, wo bie Deutschen bie wett- ebrmG« größten Interessen habe«, geworben ist. WaS da» Fah -
■WEÄSfÄ Marburg
•* *'■ ttXgt JtSVBSä*. Freitag, 22. Juni 1900
bie Bestimmung darüber, bie Selbständigkeit behält ""ch Willkür Pause machen, dabei die Annehmlichkeit einer Bedienung genieße« kann, bie für uns eintiitt, wenn bie Bürde zu schwer wttb ober ein mehr geistige» Bedürfniß uns Arbeit ungelegen erscheine» läßt. Dergestalt ka»» bie Harmonie beS Daseins ungehübt bleibe». Aber —* fie stockte, ein trüber Flor legte sich über ihre Auge», wie immer buchte fie zuerst an ihre Mutter, „aber wie änbert fich das im Alter, wen» bas Fleckchen Erbe unter be» Füße» weggleitet unb geistige «nb köiperliche Kraft erschöpft. DaS ist boch ei» elend« Zustand, dem keine edle Seite mehr ab- zugewinne» ist.'
Ein schwaches Lächeln spielte um seine» M»»b. „So wett find Sie ja noch lange nicht.* .Nein — ich nicht,' hanchte fie leise.
Eine Panse entstand, hierauf sagte er:
„Qi# scheine« ben Kempf ums Dasein als ben schwerste» auf Erbe» zu erachten, — bann' kenne» Sie eben kein Leib.*
Ihre Blicke trafen zusammen unb ba schimmerte i» seinen Ange» etwas, wa» Thnsnelde bie Ueb«. zeugung gab, er, b« so sprach, er wisse, was Leib sei.
Sie sagte: „Nein, Leib in Ihrem Sinne kenne ich nicht. Herz unb Seele ftab mir gesund, und nb« baS, was man nicht an seinem Selbst «fahre« und empfunden, läßt fich'S schlecht urteilen. So darf ich auch fegen — kennten Sie ben Kampf ums
»Das Weib hat ba ab« mehr Opfer zu bringe», der Ma»»*, antwortete fie schnell, „unb dann — ist ei» ganz anderes Ding, bei biesem Grundsatz t twr** Bewußtsein zu haben, baß bas Noihwenbigste ;haus)- Leben nie in Frage gestellt wird, daß man bei ^er Arbeit, b« man fich fteiwillig nntnzieht, jeberzett
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Sinnen unb bemerkte bah« nicht, baß « sie znm ttyMftchur Mal mit prüfendem Interesse ansah.
Ihr Geficht zeigte eine reines, ausdrucksvolles e<DtH "eißen Tetttt, dem ab« ivihe Wangen • ul*Wte«. Weiches, oben kurzgeschnittenes Haar umwehte jstr. breite Stirn, bie Farbe» ihrer schöngeformten 3**8en blieb noch undefinierbar; fie bildet ein Ge> von Blau, Grau und Brann. Augenblicklich “"inerte et« weich«, wehmüthig« Glanz darin.
,DaS Schicksal kann au8 dem Menschen manch- einen das Aeußere geringschätzende» Philosophen ^M^che»,* antwortete der Fremde. „Wer noch Vieles ‘“n kann, lernt oft au» Grundsatz vo» dem exigste» leben.'
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