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Draußen herrschte eine ungewöhnliche Kälte, die ihn etsii durchschauerte. Zögernd klopfte er an die niedere Thür des kleinen Häuschens das der ehe­malige Frennd jetzt bewohnte. Auf da» „Herein" trat er in ein nur mit dem »öthigsten HauSrath ver­sehenes Stübchen, blieb aber wie festgebannt an der Schwelle stehen.

War der Mann mtt dem völlig grauen Haar, dem düster blickenden Auge, mit dem grawgeftrrchten Antlitz wirklich Egon Lindemann? Berneck zweifelte fast daran. Er schaute noch immer ans den Un­glücklichen hinüber, der seinersefts keine Bewegung machte.

ES entstand eine peinliche Pause, die Lindemann endlich mit den Worten untertauch: „Du bist wohl gekommen, um Dich an meinem Unglück zu weiden?'

Berneck schüttelte den Kopf. Der Ton, den Egon Lindemann angeschlagen, schnitt ihm ins Herz, doc» glaubte er heraushören zu dürfen, daß der alte Groll nicht wehr die Oberhand hatte, sondern daß nur der Jammer über das Unglück, da» ihn betroffen aus ihm sprach.

Mit tiefem Seufzer fuhr Lindemann fort: „Und Du hättest doch ein Recht, über mich zu triumphiren. DaS, was ich einstmals von Dir behauptete, trifft nun auf mich zn: Ich bin arm geworden."

Der Kopf sank auf den Tisch, vor dem er saß; fast wir ein Schluchzen rang eS sich aus seiner Brust hervor.

Der Andere trat näher heran nnb legte die Hand auf die Schulter des vor ihm Sitzenden.

„Wenn ich auch weder wünschte noch hoffte," be­gann Berneck mit mühsam beherrschter Stimme, „Dir noch einmal int Leben gegenübertreten zu müflen, —

— so — komme ich doch heute al» ein Bittender zu Dir I--— Roth lehrt beten, sagt da»

Sprichwort." —

Der graue Kopf Lindemann» fuhr in die Höhe, ein ftagender Blick traf den tiefbewegten Gast.

„Ein Bittender — zum Bettler?--kam e»

zweifelnd von feinen Lippen, „was wäre es wohl, daS ich Dir noch gewähren könnte?"

Bernecks Arm umklammerte fest den seine» Jugendfreunde».

„Sehr viel, — alles kannst Du mir geben I* lief er erregt. „Sieh', ich habe Geld, — ich bin reich, — Du sollst heraus auS Deiner dumpfen Lethargie, — ich will Dir helfen, Dein Haus, Deine Scheunen wieder aufzubauen, — Du sollst alles haben, — olles, was Du willst. WaS hilft mir mein Geld und Gut, wenn mein Kind, — mein einziges Kind, — mir dahiuwclkt, wie eine Blume, die der Frost getödtet, — und Lori, fie wird — sterben wenn Du mir nicht hllfst. Lori wttd un» Beide, — mich und Dich, verklagen beim ewigen Richter dort oben, daß wir in unsercm hartheizigen Starifiun ihr Leden zeistöiten, — fie liegt zu Hause, — todtkeank, — und verzehrt sich in Gram und Weh — und ich bin nicht im Stande, das länger mit anzusehen. Darum Egon, sei barmherzig, — nimm alles, — alles hin, ich gebe es fteudigen Herzens, — nur sage mir daS (Sine, — das Einzige, — wo ist Dein Sohn, — Dein Johannes?"

Berneck stand da, mit gefalteten Händen, heiße Thränen raunen ihm über die Wangen, indes der Andere die Finger krampfhaft ineinanderschlang, und schmerzlich bewegt hervorstieß: „Mein Sohn? —ich, — ich weiß nicht, wo er ist!" —

(Fottsetzung folgt.)

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Die „Tägl. Rundsch." erhält folgende Zuschrift: Am 26. März d. 38. fuhr die „Marie Woermanu"

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„Nordd. Allg. Zig." verkündet die bevorstehende E»t- debuug des Herrn v. Buchka von seinem Posten, auf seinen Antrag, und weiß auch bereits —ein ziemlich selten,r Borgarg — den Nachfolger zu nennen: Dr. Stuevel, Kaiser!. Gesandter in Chile. Herrn Dr. Siuebel erwartet eine schwierige, verantwortungs­volle und obendrein undankbare Aufgabe. ES wird Diel darauf ankomwen, wie er fich mit dem in der Kolonialpolitik kühler gewordenen Centrum zu stellen weiß. Eines hat vr. Stuebel, vor H rrn v Buchka voraus: die praktischen Erfahrungen im überseeischen Die» st. Herrn v. Buchka'S koloniale Urtheile be­ruhten auf Studium, auf Theotte. Dasselbe ist zwar bei manchem eifrigen Kolonialpolitiker der Fall. Aber der Eine und Andere ist „draußen gewesen" längere oder kürzere Zeit. Und da? Gleiche nützt vor allem einem Kolonialdirektor und stärkt feine Autorität.

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eS doch, der kleine deutsche Kriegskreuzer „Wolff ! at erfahren, daß die „Marie Woermanu" englische Truppen an Bord hat, und hat fich in den Hafen von Lüderitzbucht gelegt. Nun darf der Kapstän nicht landen und muß zuerst nach Kapstadt, nm feine militärischen englischen Passagiere zu landen. ES ist dies jedenfalls eine große Unvorsichtigkeit von Seiten des deutschen Kapitäns Schade. Er hatte zwar von Swakopmund aus nach Deutschland telegraphirt, ob er He englischen Truppen aufnehmen dürfe, und hatte bejahende Antwort erhalten, aber die Sache wird nun doch ernster aufgefaßt."

Wir stimmen dem genannten Blatt in dem Wunsche ;U, daß festgestellt werden möge, ob wirklich von der »mischen Dampferlinie ein solcher Neutralitäts­bruch begangen worden ist.

Aufnahme als ich erwartete."

Daß die Buren aber trotz der Aufgabe Pretoria's

Die Einführung der Wahlpflicht

als Korrelat des allgemeinen Wahlrechts und schranken­loser AgitationSfreiheit ist schon vielfach gefordert worden. Wir Professor Laband in der „Dentschen Juristenzeitung" mittheili, besteht die gesetzliche Wahl- pflicht bereits in Belgien und hat dort sehr gut ge> wirkt. Vor Einführung derselben bering die Zahl der Wahleuthaliungen 16 Prozent und sank nach der Einführung auf 5 Prozent, nach Abzug der durch Krankheit,, Abwesenheit und andere gesetzliche Gründe Entschuldigten, auf kaum ein halbes Prozent der

Transport englischer Soldaten durch ein deutsches Schiff.

-Fabrik assel

fweise, an dem das Völkchen j-tzt zu Grunde geht. Heftigen» giebt es militärische Stellen, die die der Engländer garnicht rosig ansehen. In diesem e schreibt der militärische Mitarbeiter der „Frankstr. ' Er betrachtet die Ereignisse der letzten zehn e und sagt dabei: „Die Lage im Rücken der ee von Lord Roberts steht nicht darnach aus, habe man e» mtt einem demoralifirten Feinde zu . ES scheint vielmehr der Divisionär Rundle Osten des Oranje-FreistaateS vor einer Ausgabe stehen, der er nicht gewachsen ist. Bald wird ein fall bei Winburg gemeldet, dem nahezu ein rrtn zum Opfer fällt, bald kommt es bei Senekal

schwiegen, man hatte statt küssen gcrneldct, daß der Gegner im Oflen des Oranje-Freistaates tut auf eine günstige Gelegenheit warte» fich zu ergeben. Noch scblimmcr ging es der mtt Rundle zusammeuwirkendeu Division Brabant. Die Freiwilligen und Kolonialtiuppen dieser Division Hanen fich darüber beklagt, daß die Bure» Senekal ohne Kampf räumten, und daß so wahrscheinlich die letzte Geleaenheit geschwunden sei, fich mit ihnen zu messe». Die Barm thateu ihnen darauf den G-fallen, fie in einen Hinterhalt zu locken und ihnen zwei Offiziere und 40 Man» ab- zunehmeu. Wenn wir »un »och hinzufügen, daß der vor French auf dem Rückzug nach Norden ge­meldete de Wet plötzlich in der rechten englischen Flanke, nämlich bei Frankfort, austauchte, und daß Heilbron, im Röcken de» voranmarschirenden Roberts, wieder von den Burr» besetzt wurde, so bleibt kein Zweifel daran übrig, daß wir es im Oranje-Frei­staat mit eisern gutgeführten Kleinkrieg zu lhun haben. Daß Roberts einem derartiaen Kriege nicht gewachsen ist, hat er durch seine Unsähigkeit, von Bloemfontein auS dem Treiben Oliviers im Osten des Oranje Freistaates Einhalt zu tbuu, zur Genüge bewiesen. Verpflanzt fich daher die im Oranje- Freistaat so erfolgreich durchgeführte Kampfweise nach Transvaal, so wird Roberts in eine höchst unge- müthliche Lage gerathen."

Der Schreiber, ein ehemaliger pceuß scher Offizier, kommt zu dem Schluß:

„Entschließen sich die Buren aber zum Kleinkrieg, so haben sie die günstigsten Ausfichten. Die englische Heeresleitung besitzt nur einen General, der von diesem Kriege etwas versteht, nämlich Baden-Powell. Man wird ihm aber doch nicht die Führung des weiteren Krieges auverriauen können, da and) die englische Heeresleitung aebunde» ist, die Auciennität zu berück sichtige», und deshalb nicht die Männer dort ver­wenden kann, wo sie am besten za verwenden sind Roberts wird sich gegen den Kleinkrieg wehre» müssen und — das ist ein Glück für die Bure».

fahrplanmäßig mit Gütern und Passagieren für Deutsch - Südwestafrika bestimmt aus Hamburg ab. Ich lasse hier einen Theil eines Briefes folgen, der sich auf diese Reise und deren Erlebnisse bezieht. Der Brief von unserer Expedition fängt am 29. April in Swakopmund an, schildert die Ausschiffung eines TheilS der Paffagiere dort, die hochbeglückt dort ab­geholt werden. Fröhlich erzählt der Brief am 2. Mai weiter von dem Landen an der Walfischbai, aber, o weh! »u» kommen statt der in Swakopmund aus­geschifften deutschen Soldaten englische Truppen an Bord, 80 Mann und 2 Offiziere. Darm Hechts uuterm Datum des 3. Mai: „Wie soll ich weiter schreibe»? — Zwei Stunde» trenne» uns noch von Lüderitzbucht, wo wir erwartet werde». Wir seben genau den Küstenstrich, und — wir müssen vorbei­fahren, wir müssen nach Kapstadt. Wir können es kaum glauben: Was ist denn geschehen? fragen wir und erhalten die unbefriedigende Antwort: Es ist besser, Sie wiffe» es nicht genau. Aber wir merken

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Der südafrikanische Krieg.

Vom Kriegsschauplatz

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st größeren Kämpfen. Wir erfahren, daß Rundle in einem dieser Kämpfe etwa 40 Tobte und 150 Seiamsbete verlor, und wir wissen aus Erfahrung, daß ein Kampf von diesem Umfang als großer Sieg verkündet worden wäre, hätte er auch nur eine Spur von Sieg an fich gehabt. Statt dessen höre» wir, allerdings verspätet, daß der Kampf mtt dem „allge­meinen Rückzugsbefehl" für die Engländer abschloß, ttb die Heeresleitung ist harmlos genug, uns glauben suchen zu wollen, daß der ganze Kampf nur den Zwck gehabt habe, die feindliche Stellung zu «cog-

Deutsches Reich.

* verlirr, 7. Juni.

— Der Kaiser hat gelegentlich der am 12. dS. tatifindende» 700 jährigen Jubelfeier derMansfeldsche» Kupferschiefer bauenden Gewerkschaft zu EiSleben fei» Erscheinen zngesagt. Auf dieser Reise wird der Kaiser von feiner hohen Gemahlin begleitet fein. Nach Beendigung der Feierlichkeiten tritt das Kaiserpaar gemeinsam über Kassel Frankfurt a. M. die Weiter­reise nach Homburg v. d. H. an, wo inzwischen im lortigen Schlosse die jüngeren Kaiserlichen Prinzen, owie die Priuzesfin Viktoria Luise eingerioffeu fein werden.

— Ein parlamentarischer Berichterstatter meldet, »er Senioren-Konvent des Reichstages sei über­eingekommen, außer dem Flottengesetz mit den Deckung!Vorlagen noch daS Reichsseuchengesetz und das Handels-Provisorium mit England zu erledigen, so daß am 12. dieses Monats der Schluß der Sesfion zu erwarten ist.

— Hebet die Geschäftsordnung b e » Reichstags theilt man mtt: Der Reichstag wird bestimmt spätestens am nächsten Mittwoch geschloffen. Am Dienstag ist die dritte Lesung der Flottenvorlage nebst Deckmkgsgesetzen. Man hofft, da wenig Redelust vorhanden ist, vielleicht schon am Dienstag Abend fertig zu werden und die Tagung schließen zu können. Am nächste» Frettag fort die zwerte Lesung des ReichSsiuchengesctzeS statt- fiude», am Sonuaveud nölhigensfalls, wenn die Sozialdemokraten darauf bestehen, die Beantwortung der Interpellation bett. Kontraktbruch erfolgen. Am Mourag käme bann das Reichsseuchengesetz in dritter Lesung zur definitiven Annahme. Alle anderen Vor­lage» z. v. SeemannSordnung, bleiben unerledigt.

— Die Konferenz für die Reform de» höheren Unterrichtswesens in Preuße»

Marburg

Freitag, 8. Juni 1900

Umschau.

Kolonialdirektor v. Buchka'S Rücktritt.

* Als vor einigen Wochen Kolonialdirektor von Buchka als amtsmüde bezeichnet wurde infolge mancherlei Enttäuschungen und Verdrießlichkeiten in feiner Tätigkeit, konnte die „Krenzztg.", jedenfalls auf Grund direktor Erkundigungen bei Herrn von Buchka, bim früheren konservativen Abgeordneten, die Unrichtigkeit bei Meldung verfichern. Inzwischen scheint aber der Leiter der Kolonialabtheilung nament lich durch die lebhafte Mißbilligung, welche die be­kannte» Konzesfionsverträge soeben in der Haupt­versammlung bet herrische» Kolonialgesellschaft fanden, endgültig die Lust am Amte verloren zu haben. Die

birg führt. Auch Buller scheint in bedrängter Me zu sei». DaS Bureau Lassan berichtet wenigstens Pretoria vom Sonnabend: Auf Bullers Ersuchen

Kngtigtnnchmrn entgegen: die Expedition diese» Blatte», die Annoncen«

Bnreaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt o. M., Cassel, Magde- q- CVrrfcr/t birg, Wien; Rudolf Rosse, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; OO. -oUiJly L. L. Daube * Co., Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari» re.

Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Streife Marburg und Kirchhain.

- —■* Jllustrirtes Sonntagsblatt. Redaktion: Markt 91. — Telephon 65.

heute nur wenig Nachrichten vor. Lord Roberts 5et aus Pretoria vom 5. d. M.: „Die Besetzung ;he an e Stadt verlief in befriedigender Weise. Die id Dam fltiube Flagge ist nunmehr auf den Regierungs- den- »Men gehißt. Die Truppen fanden eine freund-

vsctten. Auf Deutsch nennt man da-, was Rundle «Iden konnte, eine Niederlage. Auffällig ist auch, daß Rundle meldet, es sei ihm gelungen, eine Junraniyriuppe zu „entsetzen". Daß eine derartige Trippe umzingelt war, hatte man sorgfältig ver-

e, Käsen Markts -

Widerstand zu leisten gedenken, dafür mehren | erfreulicher Weise die Anzeichen. Die Gefangen- ijgte des Bataillons Jeomanry — etwa 480 flam — zeigt, daß man mit Geschick den Guerilla-

e ein dreitägiger Waffenstillstand be= . Der Kommandant Christian Botha und trafen fich bei LaingS Nek und hatten eine düng. Utrecht ist wieder von Eng­ländern geräumt, die fich auf ihr Gros bet Prospekt zurückziehen. Wenn nur die

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tBetti solche Situationen durch kräftige Offen fine rrilem MMUtzen verständen, würde Roberts bald in üble Lqr geraden. Das ist aber der Fehler bet bmischen

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Selbstsüchtig, wie deS Menschen Natur einmal

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Währenb draußen bet Winter feinen Einzug hielt, herrschte im Berneck'scheu Gutshof Heller Sonnen­schein. Der alte würbe »lebet heiter, der finstere Schatten, ber seine Stirn um Düsterte, wich allmählich.

„Ich hatte vor dem Frühjahr kaum auf eine Besserung zu hoffen gewagt," sagte der Doktor kopf­schüttelnd, „und nun, — diese auffallende Wendung, es ist mir nicht recht klar."

Berueck lächelte. Et hatte au» Loris Reden längst herausgefunden, wa» diese Aenderung hervor­gebracht hatte, und er hoffte mit feinem Stabe.

Aber leidet war die Besserung nicht von langer Dauer.

Als wiederum Woche um Woche iu'S Land zog, ohne daß eine Nachricht von dem so heiß Ersehnten eintraf, da erloschen die Rosen, die die Hoffnung auf Lori'» Wangen gezaubert hatte eben so schnell wieder, wie fie erblüht wäre».

Die große», wundervollen Augen Lori'» hafteten jetzt fast beständig an der Thür, mtt einem Ausdruck, so unbeschreiblich sehnsüchtig, daß eS Berneck beinahe nicht mehr auszuhalten vermochte. ES war bei Lori eine Art fixe Idee geworden, daß Johanne» kommen müsse, und diese allein schien daS arme Kind »och mtt dem Leben zu verbinden.

Der Alte kämpfte einen schweren Kamps.

Endlich aber Regte die Liebe zu seinem Kinde über den Stolz, der ihn bisher immer noch abge­halten hatte, do» zu thu», wovon er allein Rettung und Hilfe erwartete. So machte er fich, wenn auch mit schwerem Herzen auf, und schlug den Weg »ach dem ehemalige» LtademannShof ein. Zwar fühlt er eine heftige Aufregung, je näher er dem Ziele kam, die Lniee wankten ihm, immer langsamer wnrde sei» Gang.

(Nachdruck verboten.)

Die kleiue Lori.

Original-Roman von Irene v. Hellmuth.

(Forts«»»»».)

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Bnbeifl-Ly S"le. Dabei begann ihr Herz rascher zu pochen, dieser Hoffnung richtete fie fich auf. Der Later tt (ttWe« in der letzten Zeit ebenfalls versöhnlicher ge- » ’ofben zu fein. E» war nicht anzunehmen, daß er , 6anne8 die Thür weisen würde, — nein, — das A—er gar nicht. Lori sprach einmal anbeutungS- »hilfr. ®etfe darüber, und fand sofort heraus, daß der uug iS Beter tatsächlich seinen Stan geändert hatte. Sie Haust •erfie fitzt mit ihm von Johanne» reden, et wurde in ber rar nicht mehr böse, sondern ging bereitwillig auf [3969 so» Thema ein. Lori war glücklich darüber. Merk- rage^^digerweise beffeite fich ihr Zustand ta diese» *°9en so wett, daß man hoffen durste, fie würde 31. t das Bett verlassen können. Der Arzt stand selbst fast vor einem Räthsel.

Wiegt ist, hoffte auch Lori, auS dem großen Un» das auf dem Lindmannshof eingezogen war, sich selbst ein Glück erstehen zu sehen. Nu» I • ’ ^Ste Johanne» wieder zurückkommen, er konnte doch r” Vain: nicht allein lassen in all dem Jammer, ‘ "er jh, betroffen. Und wenn der Geliebte erst Wtber da war, — dann, ja dann würde er gewiß d», ihrer Krankheit hören, er würde fie besuchen und ---- kL 'a$ wieder. Sie würde ihm erzählen von (398! wem großen Schmerz, von allem Leid und Kummer.

Ä all' diese Gedanken phantafirte fie fich hinein tae ein Kind, unablässig zauberte ihre gegenwärtige, «ffnungsfreudige Sttmmung die schönsten Bilder vor