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Nochmals Generalkonsul Focke.
Generalkonsul Focke, der vielerwähute, scheint jetzt selbst eingesehe» zu habe», daß seines Bleibens in Capstadt nicht mehr sein kann. Er ist, wie man der „Tägl. Rdsch.* meldet, nm seine Versetzung ein-
Aus der Kolonialgesellschaft.
In der Coblenzer Hauptversammlung der Deutschen Kolouialgesellschaft gedachte der Präsident, Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg, in seiner Begrüßungsansprache auch des südafrikanischen Krieges. Er sagte in dieser Beziehung:
Die weltbewegenden Vorgänge im Süden Afrikas find auch in den Kreisen der Deutschen Kolonialgefillschaft mit gespanntester Aufmerksamkeit verfolgt »orden. Der verstärkte Ausschuß hat im November vorigen Jahres den Stand- punkt eingenommen, daß «8 nicht zweckmäßig erscheine, in einer Frage von hochpolitischer Bedeutung, und nachdem die Reichsregierung dem ausgebrochenen Kriege gegenüber eine neutrale Haltung eingenommen habe, seitens der ®t» s'llschaftSvertreiung eine Parteinahme eintreten zu lassen. Unbeschadet desien haben bi<- Mitglieder der Deutschen Kolonialgesellschaft ihre Empfindungen durch die opferwillig« Betheiligung bei den von dem Centralcomitö der Vereine vom Rothen Kreuz veranstalteten Sammlungen sichtbaren und nutzbringenden Ausdruck verleihen können. Wir konnten uns nicht verhehlen, daß der Krieg, wie er auch endiaen möge, nicht ohne Rückwirkung auf di« Lag« der Verhältnisie in Südafrika bleiben werde und daß insbesondere auch das deutsche Jnteresie in dem südwestafrikanischen Schutzgebiete davon in bedenklicher Weis« berührt werden können Diese Erwäxungen haben uns veranlaßt, den Herrn Reichskanzler zu büten, die zur Verstärkung der deutschen Machtstellung in Südwestafrika vöthigen Maßregeln rechtz üig zu ergreifen, namentlich auf eine Verstärkung der dortigen Schutztrupp« Bedacht zr nehmen.
traf ei». Lori wurde sehr leideud, uud bat deu Vater, mit ihr nach Hause zurückzukehre». Gern erfüllte er deu Wuusch des blasieu Mädchens, zumal der Aufenthalt bet Kathinka nicht eben sehr angenehm war. Sie konnte es Lori immer noch nicht verzeihe«, daß diese ihre« lieben Junge», — der jetzt immer häufiger die Abende in ftöhlicher Gesellschaft verbrachte, — abgewieseu hatte.
Der Abschied war daher ein sehr kühler und formeller. Lori hoffte, fich rascher erhole» zu können, wenn fie erst wieder zu Hause sein würde. Sie wollte alle die Plätzchen, wo fie mit Johannes ge- weilt, wieder aussuchen, um dadurch die Sehnsucht zu stilleu, die immer heißer, immer brennender wurde.
Ao einem regaerifche», naßkalte» Herbsttage langte» fie auf dem Gutshofe au. Lort fieberte stark, uud mußte sogleich zu Bette gebracht werde».
Helene erschrack über da» leidende Aussehe» deS Mädchen». In ihrem Sewisst» begann fich leise etwas zu rege», daS ihr zuflüsterte, daß fie zum große» Theil Schuld trage an dem veränderte» Aus
sehen Lort's, doch rasch zwang fie ihre Gefühle nieder.
Die folgende» Tage vermochte Lori nicht aufzu- stehe». Bleich und theiloahmSlos lag fie in de» Klsie», und verrieth nicht das geringste 3»tereffe an dem, was um fie her vorging. Nur wenn die. Post ei,traf, uud Berueck fich mit de« verschiedenen Zeitungen und Briefen zu ihr setzte, um ihr daS Wichtigste vorzulese«, dann fragt fie manchmal: .Ist nichts für mich dabei, Vater?- Und ihre Auge« füllte» fich nicht selten mit Thräne», wenn der Alte immer und immer wider te» ergraute» Kovk schüttelte.
Lori kehrte da»» daS Gesicht der Wand zu, um ihre» Schmerz zu verbergen, aber der Vater wußte er doch, daß fie weinte, er merkte e» wohl, wie fie
Tagen im Reichstage die E«tscheidu»g über die Flottenvorlage fällt, waren die Mitglieder der Haupt» leituvg, die Herren Abgeordnete» Professor Haffe, Or. Lehr, Graf Arnim und Graf Stolberg, vor die Wahl gestellt, entweder auf dem BerbaudStage oder im Reichstage fehle» zu müssen. Sie habe» fich schließlich doch entschlösse», lieber dem Berbandstage fern zu bleibe», da sie bei der Entscheidung einer so wichtigen nationalen Frage wie der Flottenfrage im Reichstage nicht fehlen zu dürfen glaubte».
Der um das Kriegsschulwesen hochverdiente Inspekteur der Kriegsschulen, Generalleutnant vo» Oidtman hat sein Abschiedsgesuch eingereicht. Mit ihm scheidet eine Persönlichkeit aus der Armee, die, mit etner geradezu stauueuswertheu Personalkenntniß eusgestattet, deu Untergebenen et» seltenes Wohlwollen eotgegenbrachte, und die wie wenige daS innerste Wesen des preußischen Offiziers erfaßt hat.
— Wie dem ,Lok.-A»z.« versichert wird, find sowohl seitens der Berliner amerikanischen wie der englischen Botschaft an zuständiger deutscher Stelle Vor stellungen erhoben worden gegen das vom Reichstage beschlossene Fleischbeschaugesetz» Seitens der englischiu Regierung wird die Erschwerung der australische« Fleischetnfuhr «ach Deutschland be» klagt. — Wen« die Nachricht wahr ist, so wäre fie doch kaum Gegenstand des Wunderns. Die klägliche Haltung, die die linksstehende Presse tu der Frage der Fleischbeschau angenommen hat, mußte ja geradezu das Ausland zu solchen Einsprüchen heraus- forder».
Am 23. November erreichte die Expedition in Begleitung des Stationschcfs von Lüdinghausen und von nahezu 1000 Krieger» die Töcfer Bingi und Mononoro. Vo» der erste» Farm des Dorfes Dfgai wurde plötzlich mif die Expedition gefeuert. Unter Führung des Oberleutnanls Dr. Pleh» wurde die erste Pallisade, »ach knrz-rn Feuergefccht auch die zweste Pallisade mit „Hnrrah* gestürmt. Lor der dritte» Pallisade empfing die. Soldate» ein rasendes Feuer aus Steinschloßgewehren und ei» Hagel von Pfeilen, wodurch einen Augenblick daS Vordringen aufgehaltea wurde. Trotz mehrfacher Bitte», fich nicht so zu exponire», verharrte Oberleutuant Dr. PUH« auf seinem Platze dicht bet der brüten Pallisade und dirigirte mit der größten Ruhe das Feuer der Soldate». Plötzlich erhielt Pleh» auf eine Eut- fernuug von etwa 4 Meier einen Pfeilschuß in die rechte Seite. Ec riß sich de» Pfeil aus der Wunde uud ging »och mit „Hnrrah* gegen die letzte Palli- sade vor. Ihren Führer wanke» sehend, stürmten die Sergeanten Buary, Quotjowie mb der Gefreite George todesmuthig gegen die über 2 Meter hohe Pallisade vor und sprangen hinüber. Durch das hervorragende Beispiel ihrer Unteroffiziere ermuthigt, folgte» die Soldaten auf demselben Wege. Es entspann fich hinter der Pallisade und dem davorliegeude« Blockhause ein sehr hitziger Kampf, theilweise Hand- gemengt. Die Eingeborenen wurden nach tapferster Gegenwehr aus dem Blockhause vertrieben und weiter in das Dorf zurückgedrängt. Oberleutnant Plehn ging allein in das Blockhaus, jede Hilfe verschmähend, wo er gleich darauf auf einer Bank verschied. Kaum hörte» die Soldaten von dem Tode ihres so sehr verehrten Führers, so dranaen sie unter meiner Führuna mit einer so großen Wucht und unbeschreiblichen Wuth gegen die Eingeborenen vor daß dieselben ausetnandergeipreugt wurden. Das ganze Gefecht hat ungefähr l1,, Stunden gedauert. Im Dorfe selbst wurde» über 200 Tobte gezählt. Der schwarze Koch, der fast an dem ganzen Gefecht mit großem Muthe theiigenommen hatte, wurde durch zwei Lanzenstiche schwer und drei Soldaten leicht verwundet. Ausgenommen den Koch, der in einer Hängematte transporlirt werde» mußte, sind die Verwundeten marschfähig gewesen. DaS Dorf hat mindestens 200 große, runde Hauffahütten, welche bis auf eine» geringe« Theil, die auf Bitte« des Chefs von Bertua als UnterkuuftSort für seine Leute stehe« gelassen, niedergebrannt worden.
wartete, vo» Tag z« Tag, vo» Woche zu Woche auf irgend eine Nachricht, wie die Hoffnung darauf daS Einzige war, was fie belebte. DaS Herz blutete ihn, wenn er fie, sei» einziges Kind so leiden sah, und hätte er es vermocht, Johannes herbeiznhole», — er hätte es jetzt getha» nm seines Kinder willen.
Helene mied de» Anblick Lori'S so viel sie konnte. „Krankenzimmer, seien ihr vo» jeher etwas Schreckliches gewesen,* äußerte fie wtederhott. Aber auch Lort schien nicht das geringste Verlange» nach der schöue» Cousine zu habe», fie wurde jedeSmal unruhig, wen» Helene auf einen Augenblick au ihr Bett trat, und sich eilig nach ihre» Befinden erkundigte, «m eben so schnell wieder zu verschwinde».
Es wurde daher vo» de» beide» Mädchen als eine Erleichterung empfunden, al» Tante Kathinka, die mtt Theo einige Tage auf dem Berneck'scheu SutShofe verweilt hatte, um Lori zu besuchen, — kur» vor ihrer Abreise Heleue einlud, zu ihr zu kommen.
Das schöne Mädchen hatte nämlich auf Theo einen, — wie er fich ausdrückte, — unauslöschliche» Eindruck gemacht, er veranlaßte deshalb die Taute, Heleue »ach » — kommen zu lassen, wozu natürlich Kathinka mtt Freuden bereit war. Vielleicht vernarbte die Herzwunde, die Lori dem „lieben Jungen* geschlagen hatte, am eheste», wen» er Gelegenheit halle, ein anderes Mädchen kenne» zu lerne».
Und Helene kam gern. Sie hatte die bewundernde» Blicke wohl bemerkt, die ihr Theo während seiner Anwesenhett zugeworfen, und er hatte wiederholl Tante Kathinka gegenüber geäußert: „Ah, — Taute, — diese Heleue, — da» ist doch etwa» ganz ander», als diese kleine Lori, findest Du nicht auch?*
„Gewiß, «ei» Goldsohnl*
Deutsches Reich.
* Betlitt, 5. Juni.
— Der Reichstagsabgeorduete Dr. Vielhabe», Rechtsanwalr in Hamburg, bet im Reichstage ben Wahlkreis Rinteln-Hofgeismar vertritt uwb Mitglied der deutsch-soziale» Reformpartet ist, hat sein Mandat »iedergelegt. Bekanntlich hegte Dr. Vielhaben aus Geschäftsrückstchte» diese Absicht schon seit längerer Zeit, war jedoch durch politische Freunde veranlaßt worden, die Ausführung hinauszuschieben.
— Am 6., 7. und 8. Juni findet bekanntlich die Hauptversammlung deS Alldeutschen Ver- b a n d e S in Mainz statt. Da gerade in diesen
gekommen, weil „ihm Rücksichten auf seine zahl- reiche Familie die Wahl eines anderen Wohnorts nabelegren.* Man dürfte wohl in Capstadt Herrn Focke ttae Thräne nachweine» uud auch von Berlin a»S seinem Gesuch keine Schwierigkeiten i« den Weg legen, um so weniger, als seine Abberufung schon in Aussicht genommen war. Am beste» wäre es wohl, man gäbe Herr» Focke Gelegenheit als Privatmann seiner englandfreunbltchen Gesinnung die Zügel schieße» zu lassen. Er dürfte wohl den Beweis erbracht haben, daß er eher zu einem englische» als zu einem deutschen Generalkonsul da» Zeug hat.
Siltung im Stande sein wird, die Aufgaben zu lösen, «ihrer in Afrika harren. Die Zeit drängt; denn Mgland bereitet fich vor, sofort nach Beendigung des tkge» gegen die Buren feiner imperialistische» Wik in Südafrika freie Bahn z» schaffe». Hier- cch könnten unsere Gebiete dort jedoch leicht in hleidenschaft gezogen worden unb es ist daher isgend vöthig, daß wir ans dem koloniale« Pro- forinm herauSkommen, daß wir wissen, was wir Een, oder vielmehr — was unsere R gierung will.
anischc Iren in etc.
e. und
tr. 7,
n
. Halb, Nb 2,95: tt. 8,75; , weiß, k. 5 und rmeil
fei. 4
(Nachdruck verboten.)
Die kleine Lori.
Original-Roman von Irene v. Hellmuth.
(Fortsetznng.)
Umschau.
Kein Erbe?
‘ Obwohl schon vor Wochen der Rücktritt be» ter- «jigru Direktor» bei Kolonial-Abiheilung de» Sus- ^rngen Amts Dr. v. Buchka als bevorftebeub au- jdfcibigt unb selbst vo» der offiziöse» Presse nicht ßilirede gestellt wurde, ist es jetzt davon ganz stille »itben. Es scheint, als ob fich kein Eibe der Mierlassenschaft be» derzeitige» Kolouialdirektois »en lasse. Unb wirklich, e» gehö:t großer Muth ms, die am Boden schleifenden Zügel aufzurehmeu ^6 die deutsche Kolonialpolitik endlich in fest urn- Diebene Bahnen zu leiten, die einem erkennbaren Mr entgegenführen. Und diese Aufgabe ist um so Gchriger, al» eS sich nicht bloß um eine Mgauisation der gesammten Kolonialverwaltnug, Entern auch um eine erfolgreiche Vertretung der Wie der Regierung im Reichstage handelt. Gerade » letzterem Punkt war aber Herr v. Buchka eher jto andere als glücklich. Die Centralbahn, welche d forderte, wurde seitens der Reichstagsmajorität Wmkweg abgelehnt und damit der Zug unserer ftlrmalpolitik mal wieder in ein todteS Geleise geführt.
Wer soll diese Erbschaft übernehmen? General- »lyor Liebert, dem einige sie übergeben möchten, Her nicht; denn er hat ja gerade deshalb seine keife nach Berlin angetreten, um seine Abberufung ßrchzusetzeu; er kennt die Hindernisse, welche fich ich dem besten Wille» und dem energischste» Handel» »tgegeuthürmen, zu genau, nm Verlangen danach zu «zeu, seine Kräfte int Kampfe gegen fie anfzureiben. !» bleiben beim nur bie Freunde der Kolonialgesell ^aft als Erben übrig, doch diese trauen sich nicht i, mü deren Hilfe allein zum Ziele zu gelangen.
Wir glauben, daß eine Umwandlung an Haupt Keder» nöthig sei» wird, ehe unsere Kolonialver-
tber de» Tod des Oberleutnants Pleh»,
1 auf einer Expedition in Südkameruu gefallen ist, liffeutlicht das „Kolonialblatt* Tagebuchblätter be» «itätsunteroffizters Peters, bet ben Ober» kant auf bem Zuge begleitete:
Einmal faßte fich Lori doch ein Herz und begann: Mer zürne mir nicht, — ich — ich möchte gern Wt, — kannst Du mir nichts sagen — von — M — Johanne» Lindemann?*
war es heraus, — athemloS hielt sie inne “ «stete die Augen gespannt auf deS Vaters Se-' st- Doch wenn fie gefürchtet hatte, er werde «ig auffahre», so hatte fie fich diesmal getäuscht, »eck senkte de» Blick zu Boden, er hörte die Er- ttS au» ben Worte» feiner Tochter heraus, — 1 er fühlle Plötzlich wieder ein innige» Mitleid, * wollte er fich nicht» merke« lassen.
- „Er, — er ist fort, — sage« die Leute,* — er äußerlich ruhig, und schaute verstohlen M Lort hi».
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Magr»- en, tdopr- n, übel:
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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. " —— Jllustrirtes Sonntagsblatt.
ttefe wurde noch etwas bleicher, die kleine schmale fuhr nach be» Herze».
«Fort, — und wohin?*
* -Das weiß ich nicht, — ma» sagt, er sei Plötz- ’ spurlos verschwunden gewesen; Manche behaupte», ' <mf bem Bahnhose gesehen zu habe», gewiß ist *? °aß er fich vorn Hause entfeint hat, «nb nicht stpr dahin zurück gekehrt ist.*
3n Loti begann fich auf» Neue die Hoffnung zu Vielleicht, daß Johanne» einer Stelle wegen
7$ war, nnb ihr doch »och Kunde zukomme» ließ, er erreicht was er gewollt, — ein gutes Aus-
*®en.--
verginge» einige Wochen, der Herbst zoz all- ststl'-ch in’» Land aber nicht die geringste Nachricht
Der südafrikanische Krieg.
Vom Kriegsschauplatz liegen heute nur spärlich- Nachrichten vor. I« eng. lische» militärischen Kreise ist man vollständig überzeugt, daß der Krieg jetzt effelliv vorüber ist. Dem widerspricht bemerkenswerther Weise der „Manchester Guardian* und warnt vor einer allzu optimistische» Auffassung der Lage. Lord Roberts habe die langsame aber sichere Methode vollständiger Er- obernng aufgegeben, um den Feind durch schnelle Vorstöße zu demoralifire» und sei damit auch recht weit gekommen, aber es feie» doch Rückschläge denkbar. Thatsächlict hat Roberts ja auch deu Feind m seiner Flanke und in seinem Rücken be» lasi« und and) selbst die „Westminster Gazette* sprach gestern davon, daß es besser gewesen wäre, die Bewegungen langsamer aber auf bretierer Basis zu mache«. Es ist sehr bezeichnend, daß während der langen und schnellen Verfolgung von Bloemfontein nach Johannesburg kaum ein Geschütz oder ein Bur ge. sauge» wurde, und, sagt „Manchester Guardian*, die Gefangennahme einer nennenswerthen Anzahl vo»
„Diese königliche Gestatt, diese Augen — wirklich Tante, — köstlich!*
Kaum zwei Wochen befand sich Helene in der Villa Kathinka'» am Rhein, als auch schon die A». zeige vo« der Verlobung Theo'» und Helenen's auf bem Berneck'scheu «utshof eintraf. Die Tante schrieb einen langen Brief von dem überschwenglichen Glück der junge» Brautleute, Heleue erregte Aufsehen tu der ganzen Stadt, Alle beneideten das schöne,' junge Paar, das einen langen Brautstand haßte, und der Verlobung bald die Hochzeit folge« lasse» wollte.
Lori verrieth durch kein Wott, daß sie etwa» ver. nomme» hatte vo» dem Brief, de» der Later ihr vor- geleseu. Es wurde immer schlimmer mit ihr, kaum daß fie einige kleine Bisse» essen mochte, immer schmäler wurde das rührend schöue Gesichtchen, immer durch- sichtiger die Hände, die so ruhig auf der Bettdecke lagen.
»Wie geht e» Dir heute, mein Liebling?* fragte der Vater täglich, ihre Hände so sachte und zärllich in die seiuigen nehmend, al» fürchte er, etwas daran z« verderbe». „Fühlst Du Dich nicht ein wenig besser?*
Lori schüttelte j d-S Mal den Kopf. Ein trübe», schmerzliches Lächeln irrte dann wohl um be» bleiche» Munb, ber so selten sprach. Heute, da Lori fich besonder» matt fühlte, fügte fie ans das Befrage» bt8 Later» bei: „Besser werde ich mich erst fühle», we»» ich--tobt bin. Dem« komme ich
zu meinem lieben Mütterchen, bi» wird ein Wieder- sehe» geben, Vater, — meinst Du nicht?*
Dem Atteu purzelten nun wttklich die Thräne» über da» kummervolle Gesicht herab, er bemühte fich vergebens, fie znrückznhalte» und ein Lächeln zu erzwingen.
(Fortsetzung folgt.)
*36TnteRl trrt «mdga «Ihm«» «ntgtgtn: bi« Expeditton dies«? Blattes, di« Annoncen-
®»r*“SHaasmstrin & Bogl«r, Frankfurt M., Gaffel, Magd«- o, ,
Mittwoch, 6. Juni 1900. 35. **«•
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