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8DMk halt« . . . so schnell . . . solche» Hohr» Bettag...
etwa 1000 Mark! Ich Weitz, datz soviel al» Er-
gesuchi.
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Ich bin kein Schurke,
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um Deine Vergebung.
Gerhard Rainer.
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Stadt versetzen ließ, wirkte der Einfluß Gegend, anderer Menschen und Verhältnifle auf mich ein.
Die Jahre kamen und schwanden. Die starben. Es war ihr letztes Glück, Deine
Mit feuchte« Äugen blickte Klärchen auf i ante Gertrud. Diese hatte eine alte Bibel von dem Wandbrett genommen und hielt fie aufgeschlagen auf dem
Tage noch, und ich bin entehrt, wenn Du mich nicht rettest, Geliebte! Woh-r soll ich das Geld sonst er-
schwerer zu ertragen, als die nicht geringen Mühseligkeiten, die meiner harrten.
Die Fahrt ging gut von Statten. Bald war das Ziel erreicht — der Hafen von Newyork Polizeibeamte erschienen an Bord. Man fahndete nach mir, dem flüchtigen Deftaudauten, doch in den Maschinenraum mit seiner Höllengluth stieg kein Detektiv hinab. Schwerlich würde mau auch dort in dem rußgeschwärzten, verwildert aussehendeu Gesellen den gesuchten Flüchtling erkannt haben. Glücklich kam ich ans Land.
In einem großen Fabrikunternehmen fand ich als Heizer Stellung. Bald erkannte man meine geistigen Fähigkeiten. Auf meine Bitten kam ich als Schreiber iu's Comptoir und nun arbeitete ich mit rastlosem Fleiß und großer Energie mich empor.
Meine Jugend, die Lust am Leben wies den Gedanken an Selbstmord, der mir des öfteren nahte, zurück. Ich ertrug Entbehrungen und Anstrengungen — ich wollte leben, wollte wieder eine Existenz mir zu gründen versuchen.
Mein Streben hatte Erfolg. Man zollte meinen Leistungen Anerkennung. In jahrelanger Arbeit rückte ich zur Stelle eines Buchhalters, dann zum Kassirer auf. Mit guten Zeugnissen und Empfehlungen ausgestattet, begab ich mich später ins innere Nordamerikas. Und heute besitze ich als Mr. William White ein florirendeS Bankgeschäft in einer groß« Stadt meines neuen Heimathlande». —
Doch wie ich Erfolge in geschäftlicher Thätigkeit hatte, so mied mich das Höchste auf Erden, Gertrud: des Herzens Glück. Die Tochter einer angesehenen, eingesessenen Familie führ te ich als Gattin heim, doch nach einem Jahre bereits verstarb fie. und ließ mir unser Kind, als das Einzige, waS mir noch theuer, zurück. Unermüdlich arbeitete ich nun für meine herzige Mary. Sorgen und Noch wollte ich bannen von ihrem Lebenswege. Doch bald suchte mich schwere Krankheit heim Und nun naht das Ende. . . .
Nie hab ich Dich vergess« könne«, Gertrud! Wohl weiß ich, daß ich schwer a« Dir gefehlt. Doch ich kenne Dein Herz! Ich habe erfahren, wo Du weilst und richte diese Zeile» a» Dich mit der letzte» Litte, mir zu vergebe».
Unablässig peinigt mich eine Z vangSvorstellung der Gedanke, meine Mary müßte einst die Fehler meines Lebens büße«. Sie möchte keine ausreichende Erziehung erhalten und dann, allein in der Well stehend, schlimmen Gefahre« auSgesetzt fein. Die ewige Gerechtigkeit könnte die Sünden deS Vaters heimsuche» au dem Kinde ....
Wen» Du mir, dem Sterbenden, vergebe» könntest da»», Gertrud — dann allein scheint mir eine Hilfe möglich. Dann würdest Du wohl auch m.ine größte Bitte erfüllen: Laß meine kleine Mary zu Dir »ach Deutschland komm«, nimm sie auf in Euer stilles deutsches FörsterhauS! Mary ist ei« oute» Kind. Sie ist jtzt sechs Jahre alt. Bilde sie »ach Deinem Vorbild heran, erziehe fie zu einem gut«, froh«, deutschen Mädchen. Möchte fie so edel werden, wie Du! Und wen» Du mir vergeben hast, wenn Du meine letzte Bitte erfüllst — dann weiß ich, Gertrud, wird'S auch Jemand« geb«, der dem Kinde einst von seinem Vater — mit gütigen Worten verzeih«, der Liebe spricht.
Ich habe Dich zur Erbin eines großen Thcils meines Vermögens eingesetzt. Gied Deine Anordnung« 1 Mei» Advokat erwartet Deine Entschließung.
Meinen einstige» Fehllritt habe ich aufrichttg be- re»t. Der ewige Richter über u»S Alle» möge mtt gnädig sei«!
Denke zurück an unsere Jugendzeit, Gertrud l Jetzt blüht und duftet wieder der Frühling in meiner deutschen Heirnath und ruft vielleicht auch in Dir Er. innerung »ach an unser Glück — einst im Mai. TianteS, läagstentschwundene» Glück l Doch Du hast bei treue» Herzen eine gute Heimstätte gefunden, Gertrud, Du wirst geliebt und ich — ich sterbe, von Pracht und Reichthum umgeb«, verlaffen, allein. N ir mein Kind, das die Schwere dcS Verlustes »och »ich! begreift, wird wohl um mich weiueu. Doch wenn daheim im deutsch« Vaterlande ein einziges Äugen, paar mir eine Thräne der Erinnerung weiht — dieser Gedanke könnte mich im Sterb« trösten . . .
Die Kräfte verlafle« mich ... ich kann nid); mehr schreibe« . . . Das Pfingstfest gebe Dir zu Deinem Liebeswerke für mich Kraft! Lebe wohl meine unvergesfene Gertrud! Ich scheide mit der Bitte
Tante Gertrud fort. „Ich diu nicht gestorben, ob. wohl ich mir manchesmal den Tod gewünscht. Unendlich schwer war ja mein Loos! Ja, ich mußte es duld«, daß boshafter Kleinstadtklatsch mich mit Rainer verlästerte. Aber ich ertrug Schmach und Demüthigung und Vereinsamung. Meine Ehre war ja »»berührt geblieben von Gerhards That — ich fühlte mich schuldlos und rein. Aber was ich ertragen habe — das weiß nur Gott! Wie eine Träumende ging ich einher während der ersten Wochen, und doch genas ich an Seele und Leib. Meiner Eltern Sorge entging mir nicht, sie befürchtete» wohl daS Schlimmste für mich — ich bemerkte, daß ei» Arzt mich beobachtete. Aber wie ich nicht starb, so wurde ich auch nicht wahnsinnig in all' meinem Schmerz. Der Allmächtige lieh mir Kraft.
Und als mein Vater sich in eine entfernte
mit einem braven Manne, dem jungen Oberförster Wegner, vermählt zu sehen. Ich zog zu Euch ins stille Föisterhaus mit seinem Waldesfrieden. Ihr nähmet die Alleinstehende auf. Nun war ich vor Allem geborgen. Die Stürme der Welt und des Lebens dringen nicht in unsere Einsamkeit und in mein trautes, stilles Stübchen hier.
Ein stiller Frieden zog in mein Herz. Längst habe ich Gerhard Rainer verziehen, vergess« konnte ich ihn nicht. Und es kamen Stunden ... die hohen, alten Bäume dort drüben, Klärchen, die haben mich daun wohl in grübelnden Gedanken gesehen.
Gerhard blieb verschwunden seit jener Oktobernacht. Ich hötte nichts mehr von ihm. Es hieß damals, die Flucht iu's Ausland müsse ihm wider Erwarten gelungen sein, und ich freute mich dessen. Mein Verstand sprach ihn schuldig — mein Herz vergab dem Manne, den ich heiß geliebt, seine Schuld. —
Heute nun erhielt ich diesen Brief, und weshalb er mich so erregte, ahnst Du nun wohl. Er ist von Gerhard Rainer!
Hier, Kind, Du sollst ihn lesen! Und — ja, Du könntest ihn mir einmal langsam vorles«, Klärchen! Meine Augen waren so trüb."—
Und Klärchen las laut:
„Meine theuere, unvergessene Gertrud!
Nach viel« Jahren sollst Du eiue Nachricht von mir erhalten. „Du siehst mich niemals wieder" — das waren einst meine letzten Worte zu Dir. Und sie sind wahr geworden. Dieses Schreiben ist der letzte Gruß eines Sterbenden. Nach schwerem Siech- thum geht'S mit mir zu Ende. Die Aerzte geben mir nur noch einige Tage . . .
Was ist ein Menschenleben, Gertrud, auch wenn es von Glanz und Luxus umgeben ist! Reichthum und Ansehen und Ehren — alles ist eitel vergänglich ! Nur eins lebt ewig: die Seele! Und die meine hat keinen Frieden, Gertrud! Das Leid, daS ich Dir angethan, hat mir niemals Ruhe gelassen. Ich zieh mich der Schuld, daß ich Dein junge» Leben vergiftet -- dieser Gedanke verfolgte mich Ach, wenn die Leute, die mich beneideten, wüßten, wie ich zu leid« und zu kämpfen gehabt! . . .
Es hat mir geglückt in Amerika. Ich war ans unserem Städtchen noch in jener Nacht unseres Abschiedes geflohen. Scho» am anderen Tage — Sonntag — verließ ich den deutschen Boden, nachdem ich in schneller Flucht Hamburg erreicht. Das Glück war mir günstig. Ich hatte meinem Vorgesetzten geschrieben, daß ein plötzlicher Todesfall in der Familie mich für einen Tag fortberiefe. Am Montag würde ich von der Reise zurück sein. Die Kassenschlüssel hatte ich abgeliefert.
Man setzte keinerlei Mißtrau« in meine Angabe. Denn wie ich später erfuhr, ward erst am Dienstag meine geschickt verdeckte Untreue wahrge nommen. Ein schleuniger Haftbefehl rourbe, erlassen, man stellte Recherchen an, doch ich hatte Bereits die Schifftplank« unter den Füßen. Durch veränderte Haar- und Barttracht halte ich in Hamburg mich möglichst unkenntlich gemacht und mir falsche L-gittirationspapiere zu verschaff« gewußt. Auf Grund derselb« hat.e ich unter dem Namen Wilhelm Weiß als Heizer bei einem Passazierdampfer ei» Unterkommen gefunden.
So floh ich aus der Heimath — uuerkanni und die furchtbaren Gewissensqualen, die ich beim Gedanke« an Dich, Gertrud empfand, warm viel
Vermischtes.
Ein theurrr <8eschäft»kuiff. In einem Lad« a« der Marktstraße zu Hildesheim hatte seit einigen Wochen der Inhaber eines Wanderlager» sein Der- kaufslokal aufgeschlag«. In der vorig« Woche machte er durch eine» Anschlag am Ladenfenster bekannt, daß er den Verkauf am Sonnabend Abend schließ« werde und einen Betrag von 1000 Mark Demjenigen zusage, der ihm den Nachweis erbringe» könne, daß er nach dieser Zeit noch ei« Stück Maare verkauft habe. Eine resolute Fra» machte sich dies zu Nutze. Sie ging am Montag früh in den Lade», in welchem alle Maaren noch vorhanden waren, und wünschte ei« Täschchen zu kaufen. Daffelbe wurde ihr auch bereitwilligst überlasse», da der Inhaber anscheinend den Aushang nur zur Anlockung Kauf- lustiger im Schaufenster angebracht hatte. Die schlaue Säuferin holte sich jedoch nunmehr verschiedene Zeugen für d« soeben abgeschlossenen Kauf herbei und verlangte von dem Ladeninhaber die Auszahlung der für den Nachweis de» späteren Ver- kauf» zrgesagt« 1000 Mark Natürlich wurde die» verweigert, Die Käuferin v: stand kein« Spaß, sie wand e sich an die Polizei, wurde jedoch von derselben auf den Rechtsweg verwiesen. Dagegen zog die Polizei zunächst von dem Inhaber de» Wander- lager» für die neu begonnene Verkaufswoche de« Steuerbettag vo» 40 Mark ein. Die resolute Frau will jetzt gegen den Geschäftsinhaber die Klage auf Zahlung der 1000 Mark enstreng« lassen, welche» Geld sie jedoch nicht für sich beansprucht, sonder» einer wohlrhätigen Anstalt im Falle eine» obsiegenden Urtheils überweisen will. Auf den AuSgang dieser Angelegenheit darf man gespannt sein.
Au» Nah und Ker«. Ei» großes Brand- » » g l Ü ck hat da» Dorf Dalldorf bei Segeberg heimgesucht. Das Dorf ist vollständig eingeäjchert, 23 Gebäude find der Vernichtung anheimgefallen. Der Vieh und Jnventarverluft ist sehr bedeutend.
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Schooß Thronen glänzten in ih.« Äugen, als sie mit fester vernehmlicher Sttmme die Worte las. „Die Liebe ist langmütig und st ündlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Muthwill«, fie blähet fich nicht ....
Sie sucht nicht da» Ihre, sie läßt fich nicht erbittern, fie trachtet nicht nach Stuben.
Sie verträgt Alle», fie glaubet Alle», fie hoffet Alle», sie duldet Alles.
Die Liebe höret nimmer auf . . ."
„Amen!" klang e» von der Thür.
Auf der Schwelle standen, sich innig umschlungen haltend, der Odersörster und seine Gattin.
„Berthold, Schwester" . . . stammelte Tante Gertrud verwirrt.
Klärchen eilte zur Mutter. „Ihr habt Alle» gehört, Du und Papal" . . .
„Ja, wir haben gehört, wie Du den Bries vorlasest mein Kind," sagte der Odersörster und trat zu Gertrud hi», ihr die Ha»d darreichend.
„Die Liebe hört nimmer auf!" sagte er ernst. „Gertrud, welch' köstliche» Wort! Du hast jenen Manu einst wahr und nicht in flüchtiger Leidenschaft geliebt, da» Gute, da» ihm zu eigen gewesen, hast Du in liebender Erinnerung bewahrt. Wie könntest Du ihm noch zürn«? Wir soll« einem Reuigen verzeih«! So will e» unser christliche»Gebot. Nun handle christlich, Gertrud! — Es ist Pfingsten morgen!"
„(Bern wollen wir die kleine Martz bei un» aufnehm«, wenn Du es willst, liebe Schwester!" fügte Frau Oberförster Wegner hinzu.
„Ja, ich will e»", sagte Gertrud einfach, „denn ich habe — geliebt!"
Eine feierliche Stille entstand. Und plötzlich tönten fernher klar und vernehmlich volle Glock«, klänge, und der Frühling Swind trug sie vom Kirch- dörflein drunten in da» trauliche Zimmer hinein. ILb die Abendsonne schien goldig und mild, und die alten Bäume vor dem Forsthause ließen die Zweige rauschen, ganz dicht vor Tante Gertruds Fenster. Und Alles kündete: Es wird Pfingsten!
Pommersche Hypotheken Aklien-Vank. Wir au» dem Jnseraihentheile unfern heutigen Zeitung er sichtlich, werden die cm 1. Juli er. fälligen Pfandbrief-Coupon? be« InitB vom 16. Juni ec. ab kostenlos eingelöft. Die Bank macht glichzeitig bekannt, daß eine Kündigung ober Ber» loo'ung ihrer Pfandbriefe Em. V und VI vorläufig nicht beabsichtigt ist.
jparuiß Dein eigen. Vertraue es mir au, Gertrud, greb mir Dein Sparkassenbuch . . . Du besitzest es; Du sagtest e» selbst! Ich bin verzweifelt... ich weiß keinen Rath mehr ... in Deiner Hand liegt mein Schicksal . . . habe Erbarmen . . . Das Geld
\ wird Dir untierlor« sein . . . ich werde . . .*
3» flammender Entrüstung sp.ang ich auf.
„Ehrloser!" rief ich, außer mir vor Empörung, eub stieß ihn zurück, „Du wagst.es, mich al» MU- schuldige Deiner That zu nenn«, mich zum Hehler eines gemeinen Verbrechen» zu bestimmen? Vergissest Du, daß ich die Tochter eine» int Dienste ergrauten Beamten bin, eine» Mannes, dem die Ehre heiliger ist, al» das Leb«? Beim Himmel, ich müßte mich selbst verachte«, wenn ich die Hand zur Rettung eines
I Bestellungen
für d« Monat Juni auf die
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webst oere« »ratitdeilage«
f ,-reiS blatt für die Kreise Marburg un' Krchhain", „Illustriertes Sonntags hlstt" und „Verloosungsliste der -gl. preußischen Klaffenlotterie" »erben von allen Postanstalten, Landbnef-
; irägern, in der Expedition (Markt 21), sowie ■ ,on unferm Filial-Expeditionen in Kirchhain und Neustadt entgegengenommen.
»eit ausgerissenen Äugen. _ .
Gertrud — wa» ich that, that ich nicht allein um »ich! Ich dachte an unser Glück, Dir sollte Alles ..."
— Schurke« böte!"
„Gerttud!" schrie er gellend auf, sinnlos vor Augst. Wie wahnsinnig starrte er mich an, mtt
(Nachdruck verboten.)
Tante Gertrud's Pfingsten.
Von HanS Albrecht- Cassel.
(Schluß.)
)0.
Kreis» arburg,
„Still! Da» ist zuviel! Geh' mir au» den Sogen, Unseliger l" stammelte ich. „Fliehe . . . »och ist e» Zeit . . . Du kannst unbesorgt sein ... ich schweige . . ."
„Gewiß habe ich gefehll, Gerttud, doch ich bin Acht schlecht . . . habe Erbarm«! Bergieb mir und rette mich! Ich werbe Dtt'S beuten, ewig . . .'
Nur mit äußerster Selbstbeherrschung mich aus- «chi haltend, wies ich stumm zur Thür.
Er ging, unsicher, schwankend, gebrochen, wie ein ®eä$teter. Auf der Schwelle wandte er sich ncch einmal um. Ich sah ein verzerrte», aschgraues Ge- sicht, i» einigen Stunden schien er uut Jahre gealtert.
„Lebe wohl, Gertrud! Ich folge Deinem Rath, ich werbe bie Flucht versuchen und Du . . . Du wirst e» dulden müsse«, schweigend dulde», wen» »an mtt Finger» auf Dich weist ... die Braut eines Kaffenbiebes, eine» Desraubante»! Und bas durch mich! ES ist Alles a»S . . . Du siehst mich Niemals wieder, Gerttud! Leb' wohl . .
Und er ging hinaus tn die finstere, stürmische Oktobe«acht — ein Verzweifelnder. Ich horchte auf den verhallenden To« seiner Schritte. War ich »icht grausam gewesen, erbarmungslos, herzlos? Ich that einige Schritte zur Thür.
„Gerhard!' flüsterte ich. Alle Gegenstände tanzte» vor meinen Blicken, dann senkte fich's vor meine« Auge« wie ein dichter Flor — ich griff wild nm mich und sank bewußtlos zusammen."----
Tante Gertrud hielt in ihrer Erzählung inne. I» athemloser Spannung hatte K.ärcheu gelauscht, mit blitzenden Äugen und geröthet« Wange«. Rasch hob und senkte sich die junge Brust.
„Steh', Kind, was ich erzählt, das ist nun schon so lange her! Mehr denn zwanzig Jahre!" fuhr
Schentttche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Jllustrirtes Sonntagsblatt. Redaktion: Markt 81. — Telephon 65.
Arqeigen nehmen entgegen: die Expedition diese» Blatte», die Annoncen» vnreaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M„ Cassel, Magde- nr
barg, Wien; Rudolf Mosse, Frankfurt a. M., Berlin, München. Köln; OO.
S. L. Daube & So., Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari» rc.
USSUK.&”« ÄÄSl.8» Marburg
yÄttÄ JgraaEAC, Somtag. 3. Juni 1900.
in« ■ „Eine Kassenrevision steht bevor, Gertrud!
5 Glück noch, daß ich'» durch Zufall erfuhr!