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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

* "*** Zllu-rirtes Souutagsblatt.

V«r<mtw»rttich für di, Ätboftton: Rtdaktrur HanS H»pf,r tu Msrdur». Stbatttea: Markt 21. Tilrphos 65.

»Nein, ihr zukünftiger Bräutigam würde das nicht gestatten." Kathiuka legte auf die letzte» Worte eine» scharfen Nachdruck.

Johannes zuckte sichtlich zusammen.

,36t Bräutigam?" wiederbollte er bebend. Gestatten Sie mir, daß ich ob dieser Mittheilung einige Zweifel hege. Ich muß Ihnen bekenne», daß ich an Fräulei» Lori ältere Rechte zu besitzen glaube. ES scheint mir fast unglaublich, daß Ihre Nichte eine» .Bräutigam" haben sollte."

.Doch, doch, mein Herr. Sobald LoriS Vater, den wir täglich erwarte«, hier eintrifft, hält mein Neffe Theodor bei ihm um die Hand feixet Tochter an Ich bin gewiß, daß er mit Freuden seine Ein­willigung zu dem Bunde gibt. Dau» wird sogleich die Verlobung veröffentlicht."

,DaS ist ja aber gar nicht möglich, das glaube ich nicht!" Jeder Blute tropfen war aus d-m Gesicht des junge» Mannes gewichen, mit seltsam ge­preßter Sti-nme bot er: »Bitte, lassen Sie mich den­noch eisige Worte mit Ihrer Nichte spreche», ich will sie gewiß nicht lauge belästigen."

Abermals zuckte Taute Kathiuka die Achsel».

»Selbst wen» ich e3 wollte, ich könnte es nicht. Die jungen Leute find eben iu Gesellschaft einiger Btkennte» auf einer kleinen Vergnügungstour be­griffe» und vor einer Viertelstunde weggegauge». Da, sehen Sie?"

»Kathiuka wies auf den Fluß hinunter, wo eben ei» Boot übersetzte, um am jenseitigen Ufer zu lande».

Johannes sah Helle Sommerkleider schimmern, Lachen n«d Scherze» drang durch das gk öffnete Fenster bis hier herauf, und er staub noch immer da und starrte auf das gtüoliche Wasser hinab; erkenne» konnte er Niemand, doch glaubte er einige Herren aus der gestrigen Gesellschaft zu erblicke». Noch immer schien eS ihm, als träume er eines schwere» Traum.

»Nur dies Eine sagen Sie mir »och, ist de»» Lor, Ihre Nichte mit all dem,---das

heißt, ist sie mit der Verlobung einverstanden?"

Stockend kam es heraus, die Augen deS jungen ManncS hingen in angstvoller Frage an dem dicke» Gesicht Kathinkas.

»Ei freilich, mein Herr! Die Kleine ist glücklich! Was Wunder auch! Sie bekommt einen stattlichen, schöne» Man», der sie auf de» Hände» tragen wird, und alle junge» Damen beneide» sie darum. Aber jetzt bitte ich, mich zu entschuldigen, ich hatte nämlich »ut etwas vergessen und möchte sogleich der Gesell- schast folge», die drüben auf mich wartet, also, adieu, mein Herr, leben Sie wohl!"

Damit rauschte Kathiuka zur Thür hinaus.

(Fortsetzung folgt.)

w GchchAnt AMch außer «h SSnfisftn n< vam- xe> Feiertagen.

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Marburg

Sonnabend, 2. Juni 1900.

Anzeigen nehmen mtgeg«: bi« Expedition diese» Blatte», die Annoncen- Bxreaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Caflel, Magd«- n Wi«; Rudolf Moffr, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln;

Danb« fc So., Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari» rr.

35. Jahrg.

Söhne machen tonnte, insbesondere bei dem kürzlich zum Abschluß gelangten Schulkursus des Kronprinzen, manche Anregung gegeben habe», wie der Lchrpla» so eiuzurichte» sei, daß, »ach de» Jntenttouen des Herrschers, auf die Bildung des Charakters und die Bedürfnisse der praktische» Lebe»S Nachdruck gelegt wird. Die Konferenz, die im Kultusministerium statt finden dürfte, beansprucht auch außerhalb Preußens Interesse. Im Jahre 1890 währte» die Berathuugeu vom 1. bis zum 17. Dezember.

Freisinn und Sozialdemokratie.

Eine» eigenartige» Artikel knüpft das »Berliner Tageblatt" au die neueste Bemerkung Bebels, daß die Gewerkschaften nicht Parteipolitlk treiben dürste» und daß er i» dieser Frage seine frühere gegenteilige und irrige Auffassung geändert habe. Das Blatt benutzt diese Aeußeruug zu einer Lobrede auf Bebel und die Sozialdemokratie, zugleich aber auch zu einem nicht mißzuverstehende« Hinweise auf die »in gewissen Parteien lPminirende» Führer, die nichts geleint und nichts vergessen haben, die das eigenwillige Verharren bei vorgefaßte» Meinungen merkwürdigerweise für Fortschritt ausgeben" undmit ihren Anhänger» um so mehr ins Hintertreffen gerathen, je geschickter sich die Soziald-mokraten ben veränderten Verhältnisse» anzupasse» suchen".

Der Kampf der feindlichen Brüder wird also voraussichtlich fortdauer». Senn es ist nicht gut anzu­nehmen, daß der Abg. Richter oder die »Freisinnige Zeitung" jene Anzapfung unerwidert lassen und daß die Erwiderung übertrieben höflich sein wird. Höchst bemerkeuswerth ist aber das Behage», welches das »Berliner Tageblatt" schon bei dem Gedanken em­pfindet, daß der Freiflu» möglicherweise do4 noch die Achtung der Sozialdemokraten erringen könne. Es sagt nämlich vo» diesen:

Früher waren für sie wenigstens in ihren Reden alle dürgerlichcn Parte»« gleich schlecht: »ein einziger reaktionärer Brei". Bei Gelegeudeit de» Kampfis um di« lex Heinze haben sie aber di« wirklich reaktionären Parteien von den freiheitsfreundlichen bürgerl chen Par leien sehr Wohl zu unterscheiden gewußt und Schulter an Schulter mit den letzteren gegen die Reaktioräre beider christlichen Konfessionen gefochten.

Der Stolz über die »Besserung der Zensur" wirkt um so komischer, als zu erwarten ist, daß die Sozialdemokratie, wes» sie dieses Anwedel» überhaupt einer Erwiderung würdigen sollte, nur mit dem übliche» Fußtritte antworten wird. Diese Art der Erwiderung wäre hier nicht unverdient.

doppelt brennend die Sehnsucht nach der Heißgeliebte». Im Flur begegnete ihm ein Dienstmädchen n»d wies auf sein Befrage» auf eine Thür zu ebener Erde.

»Habe ich vielleicht die Ehre von Fräulein Kathiuka Berne ck?" fragte er einttetend, nachdem er leise an die Thür geklopft nnb von drinnen ein

Herein!" gerufen worden war.

Die Dame des Hauses war bereits in voller

Toilette, sie kramte wüthend i» einem Schubfach,

als suche sie etwas, dann wandte sie sich um und

kam einen Schritt näher.Jawohl, die bin ich, mein Herr, nnb was wünschen Sie von mit?'

»Ich ich möchte, könnte ich vielleicht Ihre Nichte, Fräulein Lori Berncck sprechen?" stotterte der sonst so gewandte junae Mann verlegen, er war kaum im Stande, seiner Aufregung Herr zu werden.

Taute Kathiuka war keinen Augenblick im Zweifel, wen sie da vor sich hatte; sie fixirte scharf die Züge des vor ihr Stehenden uxb sagte in kaltem Ton: Und Ihr Name?"

Ach so, ich vergaß, Johannes Linde­mann."

Fräulein Kathiuka zuckte bedauernd die Achseln.

ES thut mir leid, aber meine Nichte em­pfängt keine fremden Herren.

O, ich bin Ihrer Nichte kein Fremder, bitte, wollen Sie ihr meinen Namen nennen, sie wird mich gewiß empfangen."

HM Der Aufruhr der Boxer und * j die Mächte.

enn MDie Bewegung der Boxer scheint eine ernstere

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ma t gethan zu haben. Es sei hier nachgettage», 1 der Name der Geheimbnndes Jhoischuan,

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|t habe». DieTimes" erinnert daran, daß die

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Reaktion auf die Erhaltung des Bestehende» und Unterstützung der Regierung gerichtet sind. Das

! einen neuen Sturm im fernen Osten zu fesseln droht, im Deutschen etwaFäuste der red-

rür 1 ür 1 899. s.

che Bedeutung dadurch gewiesen zu sollen, daß nur die Manbschuarmee sich offen ben fcemden- lichrn Bestrebungen bieses Geheimbnndes an- t, sondern auch die Regierung in Peking An­trifft, sich dem Einschreiten der Mächte gegen ilnstührer zu widersetzen. Das ist lediglich die e der wohlwollenden Haltung, die die chinesische iemng bisher ben Boxern gegenüber beobachtet, die sie allein auch für allen Schaden an M'nschen- und Eigenthum verantwortlich macht. So ist vermuthlich nur durch die Begünstigung der amt

Welt in Peking zu erkläre», daß die Boxer die Provinz Tschilt zum Schauplatz ihrer Schand­ausgesucht habe», und unmittelbar vor den vo» Peking hr Unwesen treiben, während in ihren eigentlichen Heimstätten, in SSantuug verhalten, nachdem sowohl Lipingheug wie sie», die beide der christen- und fremden feint ncken egung freien Lauf ließen, auf Verlangen der

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und unter bengetreuen Unterthaxen" bie tt zu erkennen.

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8 zur Bekämpfung bet Reformpartei unb der haben so wohlwollenden Anges betrachtet werden, fc Beleg der Begünstigung, die die Boxer von der itialregitmng erfuhren, theili der bekannte Sinologe chssor DouglaS Auszüge au? einem Erlaß der chim Regenti» vorn Januar dieses Jahns an die mersenre mit, worin diesen eingeschärft wird, Pn die nichtsnutzigen Gesellen, die sich zusammen- to und Unfug stiften", mit aller Strenge vorzu- m, dagegendie unterwürfige» und getreuen illihanen, die zum Schutze ihrer Familien Leibes-

eral Iua» Schihkai die Zügel und wenn sei» i? auch mit be» Boxern sein mag, äußerlich scheint seine Pflicht erfüllt, ben Christenverfolgungen Ei»-

«gen pflegen" zu schonen. Es wird ben Be- rtWpt, an bie dieser kaiserliche Erlaß gerichtet war, rtWtK schwn geworden sein, alsbald unter den Itt-WßiSnutzigen Gesellen" die Anhänger der Reforrn-

aber politische Zw cke verfolge», bie jedoch Gegensatz zu den deutsche» Turnvereine» unter

auch, wie wir schon hei vorgehoben, der Grund, ,7 . Halb sie in Peking als ein willkommenes Werk

» Eintracht" bedeuten würde, voraus bk in (38 da ansässige» Ausländer kurzwegBoxer" ge>

(Nachdruck verboten.)

Die kleine Lori.

£ae xer sich vor der Welt zur Pflege von Leibes- rt "NM bekennen, also eine Art Turnverein sind,

z Der Schauplatz der gegenwärtige» Unruhe» ist eitt « unmittelbare Umgebung Pekings. Bo» dort

(3* die Bahn Peking > Hankau, die von einer

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Sj>Wn Regierung von dem Gouvernenrsposten femt worden sind. Dort führt jetzt der gefürchtete

franzöfi'ch-belgische» Gesellschaft ausgeführt und die nach den Anfangsfilben des AusgangspnnkteS (Lukuhiao) und der Eudstatio» (Hankau) kurzweg Lnhanbahn genannt wird, zunächst in südwestlicher Richtung bis Paoting. Diese Strecke war unter Leitung belgischer und ftanzöfischer Ingenieure in Angriff genommen und scheint vo» den Boxer» gänzlrch zerstört worden zu sein. I» dem etwa 10 Kilometer vo» Peking entfernt liegende» Fengtai, wo sich Maschinenwerkflätte» befinde»', soll der Schaden allein 200 000 Mk. betrage». Große Heide» find übrigens diese chinefischen Turner offenbar nicht, denn die deutsch-französische Entsatzttuppe aus Tientsin, die die 25 Europäer, welche in der Nähe von Ftugtai, in Tschangsintie», vo» be» Boxer» eingeschiosse» waren, befreite, bestand nach englischen Berichte», i» bene» diese beherzte» Männer mit ihre» Namen auf geführt werden, aus nur vierzehn Köpfen. Bon P-king znrn Meere nach Taku besteht an dem in W östlicher Richtung fließenden Peiho entlang Eisenbahn­verbindung, und bis zu dem große» VertragShafe» Tientsin, der ungefähr 50 Kilometer vo» der Küste entfernt am Peiho liegt, könren Seeschiffe geringer» Tiefgangs Vordringen. Die Eisenbahn Taku Tientsin- Peking ist bis jetzt von de» Boxern nicht bedroht rud benutzbar, auch ist Tientsin außer Gefahr, da dort ein europäisches FreiwilligenkoipS besteht And Schutzwacheu der Amerikaner und Japaner bereits eingetroffen find. Ob auch bereits Kriegsschiffe in Tientsin ankern, ist ans den bis jetzt vorliegenden Nachrichten nicht mit Sicherheit zu erkennen, den» die aus Tientsin datirte Reutermeliung, daß dort am 30. Mai die russischen Schiffe Gremiaschtschi, Drnitti Douskoi, Siffoi Weliki, Gaikonak, Wssadnik unb zwei Torpedoboote, das französische Schiff Descartes, die englischen Schiffe Orlando und Algerine und das italienische Schiff Elba eingetroffen, und daß von allen Schiffe» Seesoldate» oder Matrosen gelandet worden seien, bezieht sich wahrscheinlich richt aus Tientsin, sondern auf die Rede von Taka am Golf von Peischili. Sonst wäre die weitere Melkung aus Tientsin vom 31., wonach die chinesische» Behörde» den russische» Truppen die Erlaubniß verweigert haben soll v, die Forts von Taku zu passire», nicht verständlich. Bestätigt sich diese Nachricht wie die weitere, daß die chinesische Regierung den Truppen die Benutzung der Bahn Tientsin-Peking nicht ge­statten wolle, so wäre das eine offene Auflehnung gegen die Mächte, die bekanntlich veschlosfe» haben, Schutzwachen nach Peking zu sende», und es könnte ganz unabsehbare Folge» haben, wen» die Pekinger Regiernrg sich diesem Beschluß gewaltsam widersetze» wollte. Die Mächte wäre» dann genöthigi, de» Durchgang bei Taku zu erzwinge», und es ist zweifel­los, daß die dortigen, obwohl »ach modernen Grund­sätzen erbauten und mit Kruppschen Geschützen armiiten Forts den Kanonen der Kriegsschiff: unb den euro­päischen Mannschaften nicht lange Wider stand leisten werde». DaS aber wäre für Chisa der Anfang vom Ende, für bie beteiligten Mächte aber vermnthlich ber Beginn tiefgreifender Verwicklungen. Rußland ist als erster auf dem Plan erschiene» und hat ein stattliches Geschwader vor der Peihomündung zu- sammengezogen, ei» Zeichen, daß eS gewillt ist, seine

Jatereffen mit allem Nachdruck zu schützen. Es heißt, Rußland habe sich für ben Schutz der Arbeiten an der Luhanbah» verbürgt; ist daS richtig, so wird eS sich vermnthlich berufe» fühle», bei dem Vorgehe» der Mächte die führende Stelle zu übernehmen und bei der etwa folgenden Abwicklung seine Interessen e-tlprecheud in ben Vordergrund zu rücke». DaS dem,che Geschwader nnter Viceadmiral Bendemann dürste übrigens, der Absicht Deutschlands entsprechend, sich dem Vorgehen der Mächte anzuschließen, bald ebenfalls vor Taku erscheinen. Bis jetzt liegt nur die Nachricht vor, daß außer dem KreuzerKaiserin Augusta" daS KanonenbootIltis" am 29. Mai von Tsingtau dorthin abgeganaen ist. Grade an jenem Tage aber wüthete in Tscharttung ein furcht­barer Taifun, der verschiedentlich Schaden axiidbttte, und man kann sich bei dem Gedanke», daß der Iltis gegen diese» Wirbelsturm zu kämpfen hatte, nicht der trüben Erinnerung erwehren, daß das Kanonenboot, das vor ihm mit Ehre» diesen Name» trug, in einem solchen Orkan an eben derselben Küste zu Grunde gegangen ist. Hoffentlich ist eS dem neuen Iltis gelungen, dem verheerende» Element, dem sein Vor­gänger zum Opfer gefallen ist, glücklich zu entkomme».

Umschau.

Eine neue Schulkonferenz.

AuS Berlin schreibt uns unser M i t a r b e i t e r: DieNordd. Allg. Ztg." bestätigt durch Wiedergabe eine Notiz derVerl. Pol. Nachr.", daß in der Woche »ach Pfingsten unter dem Vorsitz des Kaisers Er­örterungen über die Reform des höhere» UnterrichtSwesens statifinden solle». Am 1. Dezember 1890 eröffnete der Kaiser eine zu dem­selben Zweck einbeiufene Konferenz mit einet Rede, worin er u. A. sagte: Es könne nicht , mehr so weiter gehen, daß man nicht darnach frage,'ob das, wuS der Schüler lernt, für das Beben paßt oder nicht. Wir wollen nationale junge Deutsche erziehen, uxb nicht junge Griechen unb Römer. Der deutsche Aufsatz muß ber Mittelpunkt sein. Weg mit dem lateinischen Aufsatz ... Die Schulen haben eine allzu starke Ueberproduktion ber Gebildeten, ein Abiturientenproletariat zu Wege gebracht ... Die Halbheit der Bildung gießt Halbheit für das Leben nachher. I» der Schlußrede zur Konferenz, deren praktisches Hauptergebsiß war, daß der lateinische Aufsatz fast überall in Fortfall kam, ohne daß jedoch der deutsche Aufsatz eine wesentlich größere Würdigung errang, verkündete der Kaiser den Entschluß,in Be­zug auf die Heranbildung unseres jungen Geschlechts die neuen Bahne» zu beschreiten, die wir unbedingt beschreiten müssen." Es scheint, daß der Herrscher »unmehr den Zeitpunkt einer Reform des höheren Untenichtswesens in größerem Maßstabe für ge­kommen erachtet. VorauSfichtlich werde» der Konferenz bestimmte Vorschläge unterbreitet werden. Der Kaiser soll die Litteratur über ben Gegenstand sehr eingehend verfolgt habe» und oft mit Sachverständige» seiner Umgebung daS Thema der Schvlreforrn er­örtern. Auch ist wohl anzunehmen, daß bie Beob­achtungen, bie ber Kaiser bei be» Studien seiner

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Später erkundigte sich Johannes »ach der Villa

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Original-Roman von Irene v. Hellmuth.

(F»rts«tz»-)

Wie er nachher in fein Zimmer und i»'S Bett ge» en, wußte er selbst nicht. Schlaflos wälzte er i» ben heiße» Kissen. Ach, so lange bünkte ihm * Rächt, so unendlich lange!

Nit dem ersten Tagesgraue» stand er auf, bann er sich an das Fenster nnb sah zu, wie bie e Sonne hinter be» grüne» Hügel» brühen Wm emporklomm und Berg und Thal mit ihren teilen Strahlen erfüllte.

t- so sengend hernieder vorn wolkenlose» Himmel, Schweiß perlte in großen Tropfe» von der vrn des jungen Mannes, er beachtete es nicht. [27#^ Pochendem Herze» und hämmernden Schläfen er die steinernen Stufen hinan bis zur HauS-

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13.

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(3 ft 44.

l3 Fräulein Kathiuka Berneck und legte ben ziem- j 2 weite» Weg zu Fuß zurück. Die Sonne brannte

b- Dort blieb er stehen unb sah sich um. Vom °rte» her trug der Sommerwind ben Resedaduft zu 8t> Folter unb Bienen flogen geschäftig vo» Blume 1 Blume. War ben» Lori nirgends zu sehen? $» da Johannes ihr so nahe war, fühlte er

Der südafrikanische Krieg.

Was heute an Nachrichten vom Kriegsschauplatz vorliegt, bestätigt nur, daß anscheinend der Krieg in seinen großen Zügen beendet zu fein scheint. Ein Vorpostengefecht des Kommandanten Botha ist das einzige Lebenszeichen, das die Bure» vo» sich gegeben haben. Man hatte geglaubt, daß sie noch am Wii- waters-Randgebirge Widerstand leisten würden, aber auch das ist nicht der Fall gewesen. Damit ist daS Schicksal von Pretoria wohl besiegelt, deffe» Forts