Einzelbild herunterladen
 

MchM MM

n üb« em an deudq Herre,

d H :r- 18, l. tee.

Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt fftt die Kreise Marburg «nd Kirchhain.

11 Jllnstrirtes Sonntagsblatt.

M bri btt SOHbitien 9 Stt, M alle»

ja IVy Ml...... 9,96 Mk. («kl Bestell,»). 3iif«ttiwH«Hfr: bi« m>

Wi aiMi *tr b«M» «AM io fa, MU**:bfc3dU95NS«.

Neu« M»-

.1 Mk. rbeitti

Marburg

Freitag, 11. Mai 1900.

Anzeigen nehmen entgegen: bh Expedition dieser Blattes, di« Annoncen» von Haasrnstei» & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Magd«- tzira, Wim: Rudolf Moff«, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; T. 2. Daub« * Co., Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris it.

ssBsaaasa

35. Jahrg.

i steü (316s em, 52

Der südafrikanische Krieg.

Lom Kriegsschauplatz

Der Rückzug der Bure» dauert noch au, danach

2.

mig gebracht, die vor Roberts Abreise umliefeu,

xt

che @1

zu seh'

rßc«.

c. 161'

er

i«

Later nicht durch Ungehorsam erzürnen in dem blick, wo er im Begriff stand, ihr das Opfer bringen und die Versöhnung mit Lindeman» her«

vor das Gelände für sie ungünstig ist. Aus tzvaldeel wird berichtet, daß die Bure» de» Sand- verlasie« habe» und in der Richtung auf de» floß abmarschirt sind. Am Leiflaffe solle» an» ich Kordonhochländer und Husaren ein Gefecht einem gröberen Burenkommaudo gehabt haben, i dem die Baren 70 Todte verloren. Roberts aber davon nichts zu erzählen, wie er überhaupt die Lorgänge der letzten Tage schweigt. Wir ahn» nur durch das Reuterbureau, datz die Buren Poorckrand, südlich von Kroonstad Stellung ge.

« haben «nd die Regierung des Freistaats Kroonstad »ach Heilbronn verlegt worden sei. Hinter Roberts Front arbeitet die Lahnbrigade wgestrengtester Weise an einer provisorischen feit« lleberbrückuvg des Letflafle», da die Bahnbrücke

NN. m, c inne, brau i ne

(Nachdruck verboten.)

Die kleine Lori.

Original-Roman von Irene v. Hellmuth.

(Sortfchrmg.) IV.

3«ei Tage waren seitdem vergangen. Lori und eS hatten sich nicht wieder gesehen, da der LoriS bestimmt gewünscht hatte, daß jede Zn«

nur durch starken Borspann bewerkstelligt werde», dem Berichterstatter deS Daily Telegraph unter, '(243l)|KIf(* stch die Bure» tu der Segen) von Smaldeel In l»S« Zahl. Einem Berichte de« Standard' zu- IID. folge werde» die Farmen auf Waffe» u»d Munition -gesucht, die Männer festgenomme», Pferde, Vieh nb Fonrage unter Ausstellung vsu Quittungen ttie« eqairiit. Eine Angabe des Evening Standard über lschen ie Entdeckung eines Mordanschlages gegen Roberts hler, rttb von Daily Expreß Mit Gerüchten in Zufammen-

Heben Augen sie so fteudig ansehe», wie wird , r,hr L aa sein treues Herz drücken, und ihr tausend i ' ' Haieichelnamen zuflüstern. Dann war sie Braut, " seine Braut wie wird man sie beneiden um $ schönen stattlichen Mann. Die Mädchen alle __#lten in der kleinen Stadt, o sie hatte es wohl ; abz«' Mrkt, wie sie neulich bewundernde Blicke nach ihm

Dpingecj. Wohl äußerte Berneck verschienene Bedenke», doch -- ®ri wußte sie alle zu eutkräste» »nd zu zerstreue». , Herz that ihr wohl weh, wen» sie bedachte, lffit Johannes »un schon seit zwei Tage» vergebens ef fit gewar et habe, allein das mußte überwunden (33<« *tbea. Sie malte sich dafür in lebhaften Farbe» ehrer, «e Freude aus, die auch er a» de» Tag lege» würde, , sie in feine ausgebreitete» Arme fliegen und * sagen durste: »Nun ist alles gut Liebster, unsere _ "ter haben sich versöhut, wir brauchen jetzt nicht rtf so heimlich zusammen zu kommen, nichts, x ist, das uns trennen kann.' Wie würde» da

wie alle weitern Uebergänge seit dem l'tzten Freitag gründlichste zerstört worden find. Man erwartet btnda.tztthalb eine zeitweilige Stockung deS Vormarsches Met Hauptarmee von vielleicht acht Tagen, immer von rettenden Truppen abgesehen, wegen der Schwierg.

Borräthe nachzuschieben. Die Ueberschreituug er Letflusse» mit dem schweren Geschütz und den kraukportkolonnen konnte wegen der Steilheit der

-Säfte* **«

»fLhltMwach zweifelhafte ausländische Persönlichkeiten, nach "TN* Buren, nach andern Deutsche, sich bemüht r* Htta, in der Yeomamy Aufnahme zu finden. Es »«Opl r^eu thatsächttch ein paar bereits eingestellte Leu re *'öuMafat und bann aus dem Dienste eutlaffen. E» ty I We« Briefe au» Pretoria au einzelne dieser Leute ®* «fgefangen worden sein. Die Polizei verwehrte bei Robert» Abreise den Zugang zum Bahn» Wft «nd hat alle nach dem Cap gehevden Schiffe

I * "** itgfäßjg jm Slug«.

nb uoi Das wäre so ziemlich alles, wa» heute an er« »ihninswerthen Melbungeu vorliegt. Registriren t, buu« wir vielleicht noch eine sehr mysteriöse An« : ttbigmig derDaily Mail', wonach man binnen

le 5° ^e6tn Eine wichtige Bewegung der britischen in Natal erwartet. Luller vervollständige lIL-PN feine Transport.Vorkehrungen.Daily Mail'

glaubt, Buller werde, unterstützt durch eine Bewegung Robert»' im Fceistaate, die DrakenSbergltnie forctre».

DerManchester Guardia»' meldet aus Smaldeel: Ge»eral Hamiltons Kavallerie macht: cm Freitag auf cfstnkm Gelävde eine Attake auf das deutsche CorpS der Baren-Armee und brachte demselben solche Ver­luste bei, daß eS für den Rest deS Krieges prakrisch Vernichter ist. Ma« wird die Nachricht mit aller­größter Vorsicht aufzunehme» haben.

Umschau.

Alldeutscher BerbandStag.

Die Vorbereitungen zu dem in der Zeit vom 68 Juni lfo. I. in Mainz statt findenden All« deutschen Verband Stage find abgeschloffen; die Orts­gruppe hat alles getha», um einen glänzenden Verlauf des F steS zu gewährleisten. Wir werden Gelegen­heit haben das Programm nächstens mitzutheilen; heute wollen wir nur erwähnen, daß als Slauzpuntt der Veranstaltung die Festfahrt zum Niederwald ge- dacht ist. Lor dem National-Denkmal wird ReichStagS- abgeordueter Dr. Lehr, bekanntlich ein glänzender Redner, die Festrede halten; voraussichtlich wird auch ReichSrathSabgeordueter S. H. Wolf-Wien und ein Niederdeutscher (Vlame) wahrscheinl ch Dr. Pol de Mont-Antwerpen reden Der BerbandStag wird die bedeutendsten Führer der alldeutsch-u Bewegung hier vereinige»; bis jetzt haben ihre Theiluahme bk« stimmt zugesagt: von der Hauptleitung die R-iche» tagSabgeordurten Prof. Dr. Hasse-Leipzig, Graf Arnim- Mus kau- MuS kau O. L., Oberpräfident z. D. Dr. Udo Graf zu Stollberg-Wernigerode Exzellenz, Dr. A. Lehr-Berlin; von Oestreichern K. H. Wolf fich fest angesagt, außerdem werden eine ganze Reihe von ReichSrathSabgeordneten erscheinen. Auch die Siebenbürger werden ihre Führer entsenden; ebenso ist eine starke Theiluahme der niederdeutschen (Blumen und Holländer) Führer zu erwarten. Alle» tu allem kann heute schon gesagt werden, daß der «erband». tag die lettendeu Männer der stetig an Bedeutung wachsenden alldeutschen Bewegung in Mainz zusammen- führen wir» und daß die Festhandlnng vor dem Nutioaalbcnkmal wohl eine Kundgebung verspricht, wie sie selbst an diesem Orte eindrucksvoller nicht da« gewesen ist.

Zollschutz für die Landwirthschaft.

Die Anstage de» Zentrums in der Budget« kommisfion, ob die verbündeten Regierungen geneigt seien, im Jnterefle der Landwirthschaft für eine äuge- meffene Erhöhung der Schutzzölle auf laudwttthschaft. liche Erzeuguisse bei den bevorstehende» HaudelSver« träge» energisch eiozntret-n, ist in der fteihäudlerische» Preffe alsbald aufgegriffe» und entsprechend ver­arbeitet word.n. Dabei stellt mau sich, als habe

geworfeu hatte», ja, de» edlen Johanne» würde jede von Ihne» ohne Bedenken nehme», und er hatte fich die kleine, nnbedeuteude Lori erwähll.

Auch an Helene dachte fie; da» schöne stolze Mädchen liebte Johanne»; mm, Helene würde fich schon tröste», aber etwa» wie Mitleid mit der Cousine quoll doch in dem weicheu Herze» Lori» empor, sie verziehe ihr ger» alle», wa» sie ihr a». getha».

Lori saß am Fenster und schaute dem Later nach, wie er langsam und bedächtig de» stet» vermiedene» Weg »ach dem Lindemannshof etnschlng. Sie ahnte, daß er ihr ei» Opfer brachte, daß eS ihm keineswegs leicht wurde, daß e» ihm ei» saurer Gaug war, de» er ihr zulieb uuteruahw, aber fie wollte dem gute» Batet auch durch doppelte Zärtlichkett vergeüe», wa» er für fie that.

Jetzt war er ihre» Blicke» entfchwunde», und Lori faltete unwillkürlich die Hände; eine Bitte um das gute Gelingen des Lorhabeu» rang fich aus ihrem Herzen.

Da bemerkte fie einen kleinen, barfüßigen Jungen, der um das Haus Herumschlich, alle Fenster» mnstene u«d als er fie erblickte, zaghaft näher kam, und ihr zuwinkie.

»Da,' sagte er, als Lori, aus dem Hause tretend, den Kleinen nach seinem Begehr fragte, und überreichte ihr ein weißes Couvert; bann lief er eiligk davon. Lori riß de» Umschlag auf, da» Briefchen war vo» Johannes und enthielt nur wenige Zetten.

Meine liebe, kleine Loril

Ich verzehre mich in Sehnsucht nach Dir war­um kommst Du nicht mehr? Du bist doch nicht etwa krank? Ich besüichie es fast. Erwarte Dich

man e» mit einer ganz neue» Anregung zu thun, als sei überhaupt daran zu denken, daß auch in den neuen Handels verttägeu dem Schutze für die Land- wirioswast so wenig Rechnung getragen werde» könnte wie in den j-tzige». Darüber möge man fich im f eihön lerischeri Lager nur keiner Täuschung hingeben: Oandilsverttäge auf Kosten der Landwiitbschast finden tu ablesbarer Zett feine Mehih.it im Reichstage.

Aeußert nun dieBosstsche Zeitung' mit einem Seitenblick auf bas Ausland, die Erhöhung der land- wttthschaftlichen Zölle eröffne die Aussicht auf den Zollkrieg rntt denjenigen Staate», die vorzugsweise taudwirthschastliche Erzeuguiffe nach Deutschland aus­führen, so ist das nur geeignet, im Auslande die falsche Borstellung zu erwecken, daß das Drohen mit heftigen Zollkriegen einschüchternd auf Deutschland wirten könne. Davon kann aber gewiß keine Rede sein; denn das Charakteristische der Caprivi'schen Handelspolitik ist es ja, daß die eigentlich,» Vertrags­staaten lange nicht diejenige» wtrthfchaftlichen Vor- theile davongetragen haben, die den Meistbecüustignngs- staaten mühelos in den Schoß gefall n sind. Gerade in de« VertragSstaaten also wird man sich gewiß schon daraus gefaßt gemacht haben, daß die künftigen HandelSverttäge auf einer anderen Grundlage als die j tzt gelt,»den abg-schloffen werden müssen.

Aber auch im freihäudlerischeu Lager wird man sich der Thatsache nicht verschließen könne», daß die öffeutliche Meinung überwiegend dahin geht, daß für die Landwirthschaft in den kommende» HaudelSver- träge» et» weit wirksamerer Schutz errichtet werden muß als bisher, damit dieser wichtige nationale ErwerbSzweig nicht noch mehr zurückgehe oder gar erliege. Wen» auch die sceihändlerische Linke gemein­sam mit der Sozialdemokratie eS unternehmen wollte, rntt den bekannte» Phrase» vo» Brotvertheueruvg »sw. gegen diese» gewichtige« Theil der öffeutliche» Meinung Sturm z» laufe», so würde damit doch nichts ausgerichtet werden. Einen derartige» Kampf scheine» besonder» diejenige» politische» Kreise, dere» Anschauungen in der Barth'schenNation' nieder- gelegt sind, in Aussicht zu nehmen. In der neueste» Nummer dieses Blattes ist in nicht weniger als drei Artifrln auf einen solchen Anstieg der Sache hin- gewiesen.

So wenig derNation' die zusagende Beant­wortung seitens de» RegiemngSVertreter» auf die eingangs erwähnte Frage behagen kann, so sucbt sie ihre» Anhang dadurch zu trösten, daß fie schreibt, fie sehe dieziemlich platonische Liebeserklärung' des Schatzsekretärs nicht sehr tragisch an; derartigelose Erklärungen' besagtenso gut wie garnicht»'; die Frage der Erhöhnug der Getreidezölle werde den politischen Kampf der nächsten Jahre beberrschen. In einem anderen Artikel des Barth'schen Organ» heißt e», denAgrarier»' gegenüber habe sich die Re- gieruugschlecht und recht a«» der Affaire gezogen',

bestimmt morgen früh am alten Platz, sende mir unter allen Umständen Nachricht dahin. Sollte Dein Later bereit sei», den BersöhnungSversuch zu machen, so möge er noch einige Tage warten. Mein Vater ist nämlich sehr schlechter Saune. Tausend Küsse, mein Liebling.

Dein treuer Johannes.'

Laut und ängstlich klopfte Lori da» Hetz, nach­dem fie da» Briefchen gelesen imb in die Tasche gesteckt hatte. Wa» sollte sie thun? Dem Later nachette» ? Dazu war e» zu spät. Sr befand fich j'tzt gewiß schon auf dem LinbemannShof.

O Gott, wie würde es gehen? Der Vater war ja ei» herzensguter Mensch, aber wenn man ihn reizte, konnte er furchtbar hitzig und aufgeregt werden. Wie, wenn die Beiden nun wiederum hart aneinauder gerieten, wenn fie sich für immer ent­zweit-» ? Ein heißes Angstgefühl bemächtigte sich de» Mädchen».

Die Kehle war ihr wie zugeschnürt. Sch, und thatenlos dafitzen zu müsse», da» war doch schrecklich.

ES wurde Lori zu evg im Zimmer. Sie lief hinaus in den Garte», und setzte fich in die dicht vo» wildem Wei» umrankte Laude. TyraS, der winselnd an seiner Kette zerrte, beachtete fie heute nicht, wie sie auch kein Ange hatte für all' die blühende Pracht und Schönheit ringsumher.

Ueberall herrschte tiefe Stille, weil das Gesinde auf de» Flderu beschäftigt war; nichts vernahm man, als das Zwitschern eine8 Vögelchens, und das Summe« her Biene», die geschäftig vo» Blume zu Blume flöge». Lautlos gaukelte» buntschillernde Falter durch die warme Luft, träumerisch schaute Lori dem allen zu, ohne fich wie sonst daran zu ergötze». Rechts

ihre Antwort sei »ach dem bekannte» Muster an»» gefallen: Wenn Krösus über de» Halys geht, wird et ft« große» Reich zerstöre». Dieser Spott kommt de» Herrs» Freihändler» ganz gewiß nicht vom Herz»; allein man fleht daraus immerhin, daß fie an eie Festigkeit der Regierung in dieser Frage nicht glauben, sondern »och immer auf ein Wiebereinlenken derselbe» in die Ccprivi'schen Pfade hoffen. Lassen wir ihnen diese kurze Freude; die Enttäuschung wird dann um so h-rder fein.

* Das neueste PetitiouSverzeichni» de» Reichstage»

enthält, wie wir jüngst erwähnt, nicht weniger al» 30000 Nummer», also etwa dopp.lt so viel, al» in der ganze» zweijährige» Tagnug überhaupt finge« laufen find. Wie wir jetzt au« dem un» übermittelten Verzeichniß ersehe», beträgt der Löwenaniheil dieser Petitionen, etwa 29 000 Bittschriften, welche die An­nahme der Flottenvorlage bezwecken. Daneben machen fich zwei armselige Petitionen freisinniger Versamm­lungen (in Pinneberg und Treptow b. Berlin), die d'e Ablehnung der Vorlage fordern, recht kurio». Aber dieFreisinnige Zeitung' wird an dies«» zwei EingabenUnentwegter' neben fast dreißig tausend Petitionen vo» Freunden der Flotten Vermehrung ihr Vergnüge« habe».

Als» doch!

k. I« der Berliner Stadtverordnetenversammlung ist also doch noch der Antrag eingebracht worden, de«verdienten' Herrn Dr. Langerhau» zum Ehren­bürger der Reichehauptstadt zu ernenuen. Wa» würde die Pariser Taute gesagt haben, wen» fie da» erlebt hätte! ______________

Freisinn und Flotte.

* Der männliche Freisinn hat seinen täglichen Aerger mit seiner .besseren' weiblichen Hälfte; den« diese ruht nicht rntt ihren Versuchen, dieUnent­wegte»' mit alle» Künste» der Verführung und der weibliche» Jntrigue zn fich hinüberzuziehen. Steuer» ding» hat da»Berliner Tageblatt' eine Stelle an» dem Briefe eine» Mitgliedes der fre finnigen Volks­partei veröffentlicht, in btm es heißen soll:

Ich meinestheils kann die Haltung, welche die freifinnige Bereinigung in der Kommission angenommen hat, nur billigen »nd habe wiederholt einer flotten» freundlichen Auffassung Ausdruck gegeben.'

Wir hatten von solche» Enthüllungen gar nicht«. Entweder ist die Quelle, aus der gegnerische Blätter schöpfen, eine »»lautere bann muß sie der Ser« achtung beider Seiten verfalle»; oder die ganze Sache ist eine Mystifikation, wo nicht eine Fälschung; bann kommt schließlich doch die Wahrhett an de»

drüben grüßte» die blauen Berge, zn deren Füße» ei» fruchtender Silberstreiseu fichtbar wurde; da» war der sagenumwobene Later Rhein. Wie oft hatte Lori schon hier geweitt und da» herrliche Landschast»- bild mit entzückte» Ange» betrachtet, heute hatt sie lebten Blick dafür.

Jetzt erklangen raufcheude Klavieraccorde vom Hause herüber; Heleue spiette und saug dazu eine lustige Weise.

Au» Lori'» Auge» stürzte» Thräneu; wenn fie doch Jemand hätte, dem fie ihr übervolle» Herz aus- schütte» könnte; e» würde ihr daun leichter werden. Eine heiße Sehnsucht nach der todte« Mutter be­schlich plötzlich ihr Herz. O wem fie de» schmerz­ende» Kopf an der treuen Brnst berge» könnte, wie schön müßte da» fetal Wie ost hatte die weiche Hand der Mutter liebkoseud die wirres Locken bei Lieblings au» der Stirn gestrichen, und für alle die kleine» Schmerze« de» Kinde» Trost v»d dadurch Beruhigung gebracht. Nu» war die Theure lauge tobt, «nd doch, Lmi würbe e» seltsam feierlich z» Mache, als fühle fie die Nähe der geliebten Ver­storbenen der laue Wind bewegte leise spielend die Blätter, es entstand ein Flüstern und Raunen, wie geheimnißvolle Stimmen. Lori legte den Kopf auf die Arme, und gab fich willenlos ihre» Träume­reien hi».

Uuterdesse» hatte Lorchen» Baier längst de» LinbemannShof erreicht und war, innerlich tief erregt, doch äußerlich scheinbar ruhig, in bas z« ebener Erbe gelegene, große kühle Zmmer getreten, in da» bie Sonne rntt ihren heißen Strahlen nicht eiuzu- bringen vermochte, weil bie zwei dichtbelaubten Nuß­bäume vor de» Fenstern ihr dies verwehrten.

(Fortsetzung folgt.)