GolchKut ckgttch aufett en SBttßeete nech Senn- en» F»i«rtag«n. *361 «lytigtn u,hm«n entgegen: die Expedition dieses Blattes, di« Annoncen.
W1 1 ßü QggML»-Sboml«mentS-Pr«t» bei der Expedition s Ml , bei allen ÄtUWUiU Bnreaur von Haasenstein L Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Magdr» ok ..
•'m» IvO UNMffl 9,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). ZnsertiortStebühr: die gl» in cyn • nnn borg, Wien; Rudolf Moss«, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; du. x^Qlll'Q.
ftatta» jKB» flbti bt*a Äenm 10 Pf«., 8t«ae«at: Mt Zeil, 95 Pfg. 4)0nnCT5lQQ, 10. iVlQt 1900, E. L. Daube & Co., Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Parts ic.
Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
3* 11«. r,ch, llniMrfittr»-»uchd«^nei in Untat«. Lerantvorttich für di, Redaktion: Redakteur Han« Hupfer in Martan
Wti*»*: **!t «• - Xdettan 66- JIWIIVW-IW Redaktion- Markt 21. - Telephon 55.
Zweites Blatt.
Der südafrikanische Krieg.
Vom Kriegsschauplatz liege» heute nur weuig Nachrichten vor; was aber an Meldungen eingegangen ist, bestätigt den weiteren Bormarsch der Engländer. Bedeutungsvoll ist die tzmoahme von Fourtun-Streams durch vte Engländer. Sie vedentet einen neuen Nachtheil für die Berthetdi- g»ng der Buren, da die Briten damit einmal festen Fuß nördlich deS Vaal-Abschnittes gefaßt haben, aioearfeitä eine vortreffliche Straße von dem ge- nannten Orte längs des Nordufers des Vaalflusies übet Bloemhof und Klerksdoip nach Poischefstrom führt, also Gelegenhett zu umfassende» Umg.Hungen bittet.
General Hutton ist vorgerückt. Er hat am Montag sein Lager bei Welgelegeu (21 Kilometer nördlich von Emaldeel) aufgejchtagen. Nach etnge= Mienen Berichten beabsichtige» die Buren beim Zaud- Auß energischen Widerstand zu leisten.
DaS Dunkel,—das über die Bewegungen des Senerals Brabant und seiner Colonialtrnppen lag, fat sich nunmehr auch gelichtet. Es zeigt sich, daß Brabant den Auftrag bekommen halte, sich mu Amdle zu vereinigen, und er befand sich schon tu der Ausführung dieses Auftrages, als ihn R-itter am 4. ds. in der Nähe von De Wels Doip meloete. Ob sein Pferdematerial und die Lerpflegungsnolh ihn hinderten, die Buren nördlich von W.pener zurückzuwerfen, steht vorläufig dahin; jedenfalls ist er ihm nicht gelungen, diesen feinen urspeiUglichen Auftrag auszuführen, unb wenn die Buren schließlich nordwärts abgezogen sind, ist das lediglich eine Nebenwirkung des Vormarsches der tzanptarmee auter Roberts. Das ergibt sich auch schon ans der Thaisache, daß Rundle die Fühlung mit den Buren bollstäudig verloren hat. Ei» Lob ist das allerdtugs für den Feldherru nicht; seine erste Ausgabe muß es sü», Fühlung mit dem Feinde zu hallen. G-Hi sie mieten, so lappt er beständig im Dunkel und muß W» auf Üeberraschungen gefaßt fein.
Von Mafeking liegt folgendes Reuter - Telegramm aus Lourenco Marquez vom 6. ds. vor: •3« einer hier ans dem Lager des Obersten Plumer tbgettoffenen Depesche vom 26. o. M. wird ge> - meldet: Die Burentruppen vor Mafektng haben »ach »d nach Verstärkungen erhalten und werden jetzt auf 6000 Manu geschätzt. ES ist Plumer gelungen, wch Brieftauben mit Mafekiug in Verkehr zu treten; tbenjo bemüht er sich, mit der südl ch stehende» Entsatz- dloune (Methuen) eine Vervioiueg yerzustellen/ versuche in der letztem Richtung scheinen einiger, maßen oerftüht, da die Entfernung zwischen beiden Abiheilungen reichlich 350 km beträgt. Die Lage
die Transitlager nichts unternchmen So brachte dieser Theil der Beratung n'chtb anderes als einen akademischen Meinungsaustausch; dan i ging man zur Weirerbcrathung der Unfallversicherungsnovelle über, die laut T. R. das übliche Bi d der potenniten Monotonie bot, das Hans jedoch bis nach 6 Uhr zusrmmenhie t.
i» Mafekiug ist übrigens verzweifelt; zwar wird gemeldet, die Stadt und die Garnison seien entschloss.», um jede» Preis auszuhalten. Aber gleichzeitig wird dieser Meldung hinzugefügt, der Typhus sei in den Laufgräben im Malopo - Thal auSgedrocheu und es sei zum ersten Male Wurst auS Pferdefleisch veithetlt worden.
parlamentarisches.
Die Flottenvorlage in der Budget- tommisston.
In der Budgetkommission des Reichstages wurde, da die Subkommission ihie Arceit n noch nicht beendet hat, in di« Brrathung der Bassermannschen Anträge «ingetreten. »Nach längeier eerathung wird der höher« Zoll auf auiländ.sche Schaumwein« sowie «in« Resolution angenommen, durch welche die Eiuvirngung «ines Ges tze« velr. di« Beneuerung inländischen Schaumweins von o«u v.rbündet n Regierungen gefordert wird. (8-gen die Besteuerung de. Branntweine u s w poumisilt Abg Bebel, well diestlbe gegen das Prinzip des Schutzes der schwachen Schultern oerpoße. Ihm wideisprechen dl« Slbgg. Hasse und Paasch« mit der Bemerkung, daß die auslänoischeu Spirituoser, rote schon die Quantität der Einfuhr beweise von der ärmeren Bevölkerung nicht verbraucht w-rdr. Gegen die Abgabe äufe.it sich auch Abg. Richter und nut gewissen Vorbehalten Ädg. Frese. Die Aosrimmung ergab dre Annahme der bezüglich der höheren Verzollung des Brannlwiin» vorliegenden Anttäge. Ein Antrag dts Aog. Frese, Rum und Arac, in Fässern von der Höheren Beneuerung freizuhaltkn, wurde avgeleynt. Die Beiarhung ging hi«rauf zu dem Antrag jklinckow- st r o e m, tötzerer Zoll auf Bier aller Art, auch Meth, über. Dl-s m Anrrage wurde auch von Seiten einiger CilltrumSmltgtleder wrdersproihen, insbesondere wurde von v.-rschirdenen Seiten di« Charakterisirung der Zollerhöhung al» Schutzzoll bemär grlt, weil darin ein All der Illoyalität gegen O-sterreich Ungarn liege. Nachdem von verschiedenen Seilen heroorgehoben worden, daß die heutige Abstimmung nur eine vorläufige sei, ergab sich die A n n a h m« de» Antrags mtt 13 gegen 9 Stimmen. Die Erhöhung des Zolls auf Schwefeläther gelangt« gle.chfalls zur Annahmr.
Reichstag.
Mit einer kleinen Agrardebatte setzte die Berathung am Dienstag ein; es handelte sich diesmal um die Privat» tronfitlogtr und die Zollkredite, die den Vertretern der Landwinhschaft, nicht bloß dem extremen Flügel, ein Pfahl im Fleische sind. So schließen sich dem Ver» lau, en des Erafen Schwerin- Löw tz, diese Privilegien abzuschaffen, die nicht der soliden Laudroirth chaft zu Gute kommen, sondern lediglich einigen wüsten Geirr idespekulauten, nicht bloß Di. Roesicke - Kaiseielautern an, sondern auch der Cer trumsredner Herold, der Freikonservattve G am p und Graf Kli n cko w ström, der mit unge- wöhnlieyer Lebhaftigkeit der Regierung nahrl.gt, eine Etn- richlung aufzuheben, die unter den kleinen Land- wirlhen und Müllern immer stärkeres Mißtrauen gegen die Staatsgewalt erzeugt und diese Armen schließlich ganz ruintren raufe. Dr. moesi.e nennt das oeitaltei Bismarcks die 8 eia der Thaten; ein künftiger Geschitsschre-der werde die heutige Zett und die innere Politik der jetzigen Regierung die „Aera der Ei Wägungen" nennen. Beim Staats;ekretär von Thielmann fanden die agrarkonservatiren Wünsche wenig Gehör; er verspricht zwar, die Wirkung der Zollkredite beim kommenden Tarif- gesetzc uns.ädlich zu machen. Zur -eit aber kann e. gegen
Hessen-Nassau und Nachbargebiete.
r. Wetter, 8. Mai. Dadurch, daß unsere Viehrnärkte mit Gießen und anderen Städten in der Näh?, dem Tage nach zusammen fallen, war der heuiige Markt nur mit 6 Stück Rindvieh und geringer Anzahl Schweine betrieben. Von ersteren wurde keines gehandelt, die Schweine erzielten gute Preise, junge Ferkel wurden gehandelt zu 25 — 45 Mk. das Paar, die großen Schweine waren nicht gesucht, deshalb sehr billig.
§ Wittelsberg, 6. Mai. Im Saale der Herrn Gastwiithes Ame»d versammelte sich heute der htest^e Kiiegerverein, der in fast allen Dörfern des Ebsdorfer Grundes Mitglieder bifitzt. Der Bedeutung des Tages entsprechend, wurde die Versammlung mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf den Kronprinzen des deutschen Reiches eröffnet. Auf der Tagesordnung stand die Besprechung über die Vorbereitung zu dem am 1. und 2. Juli d. I. hier statifind.nden Kreis-Krieger Verbandsfest. Nach dem man über die zur Verpachturg der Wirihschoft, sowie zur Volksbelustigung baldigst einzuleitenden Schtitte eifrigst dtskutirt hatte, besichtigten die Mit glieder des Vereins den g>planten Fffiplatz. Allseitig wurde derselbe als vorzüglich geeignet anerkannt. Ja herrlicher Lage am Waldessaum sich hinziehend, überblickt man von hier aus de» Ebsdorfer Grund, während dem Festplatz gegenüber sich der Kirchberg mtt seiner schattigen Allee und den zahlreichen Liuden- bäumen erhebt, aus denen der althesfischen Z it stammende Wartthurm neben der Kirche hervorragt. So war man allseitig der Ansicht, daß das Fest bei günstigem Wetter den schönsten Verlauf nehmen wird. ES wurde noch dankend anerkannt, daß die Gemeinde zu dem Festplatz eine neue Straße anlegt.
Vermischtes.
Ausbruch de« Vesuvs. Der Vesuv, der seit nahezu 30 Jahre» geschwiegen hatte, ist in voller Eruption. Mächtige Lavamassen entströmen seinem Krater. Obwohl den Ansiedelungen, die sich an den Abhängen des Berges hinziehe», im Augenblicke keine Gefahr droht, find die Laadleute in größter Sorge nm Leben und Gut. Im Jahre 1871 hatte sich nach einem Jahrzehnt verhältuißmätziger Ruhe — der gewaltige Berg schweigt nie völlig — ein großer Ausbruch durch ähnliche Erscheinungen angekündigt, wie sie sich j tzt zeigen. Im April 1872 machte sich dieses Toben in einem ungeheuren Lavaausbruche Luft. Von all.n Seiten strömte die glühende Masse hernieder. Die O tschasten Massa und S. Sebastiano
wurden zum großen Theile zerstört. 30 Mellen weit trug der Wind die Asche, eine 1300 Meter hohe Rauchsäule flieg zum Firmament. Trotz einer ge» wissen Aehnlichkeit, welche die Erscheuiungen, die diesem Ausbruch vorausgiugen, mit denen des Jahres 1871 aufweifen, glauben die Gelehrten des Vesuv- obseroatorlumS, daß allzu große Gefahr nicht zu besorgen sei. Immerhin ist jetzt bereits die obere Station der Vesuvbahn schwer beschädigt. In Torre del Gnco verließ die Bevölkerung, erschreckt von dem gewaltigen Getöse des ersten Ausbruches, schreiend und heulend die Häuser.
Aus Nah nnb Fern. Die chemische Fabrik Wffenfelb, Dicke u. Co. in Barmen brannte zur Hälfte nieder. — Aufsehen erregte in Osnabrück die B e r h a s t u n g einer Händlerin wegen Verdachts des Gatte»' und Svhnesmvrdes. — Vom Könitz er Mord wird jetzt gemeldet, daß der jürische Schlächter Etseuhardt aus Prechlau, dem Wohnort der Eltern des ermordeten Winter, neuerdings v.rhaftet und in das UutersuchuxgSgefäugniß zu Könitz eingeliefert worden ist.
Berzeichnitz
d«r für das Sommerferaester 1900 an hiesiger Universität neu tmmalrttutirlkn bezw. tnskrtvttteu Siudlrendm:
460 Hübner, Emil, Weibolrkirchen, Chem, Wöithstc. 4.
46t. Scholz, August, Qoernbvtf, Zahnhülk , Forsth Cappel.
462. Ztegenorin, Hans, Mühlberg, Naturw., Marbacher- weg 11.
463. Rohrbtig, Ernst, Feudingen, Ch«m., Zroischenhausen 25. 4 4. Thtsing, Ruit, Danztp, Phil. Zahnhcilk , RiUfiadl 26. 46ö. Braun, Wilhelm, Melsungen, Chem., Wühelmstr. 23, 466 Buch, Ernst, Posen, Chem, Renihof 11.
467. Hilf, Jo,cf, Limburg, n. Phil, Neusta» 2.
4i8. Lümmel, Heinrich, Dillenburg, Jur., Rothergraben 12.
469. Hoffmann, Karl, Erfurt, n. Phil.. Lutheistr. 18.
470. varz«ll, Morton, R«w Orleans, Theou, Frai kfurter- ftrafee 41.
471. omploki, Bruno, Schwetz, n. Phil., Rolhergr. 2 b.
472 Riebet, F.anz, Woedegk, Pharm, Maibacherweg 12.
473. Brögg-r, Albert, Fretter, Jura, Metzgergasse 5.
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J.W. Berdux, Bierverlag