*
M z
!
*•
s n r,
z »
e S
r»
A p er p
p P
Z re
#e P
«■W p
CP
CK RS>
<-> r<
SB 5»
e A
r
i
d d d
f i
t i t t
Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Jllustrirtes Sonntagsblatt. amaMU>*üXTX’;"“b“•
ja 104
MMiiat U«Nch «*r <m »ttftHtx muh 6«m» nk gdtrtegtu. QnorM»-AdonnemtRt»-Pr«t« bei btt Evwdttio» S SW-, btt all« ............... SW. (ttfl. e«Mgtlb). 3ef«rttoHHtbMt: Hit ot> 8t«ui 10Pfg., ftefiraua: M*3tU«05Wg.
Marburg
Sonnabend, 5. Mai 1900.
«origen nchmen entgegen: die Expedition dieses Blattes, die Annoncen» Bareanx von Haasenstriu & Vogler, Frankfurt a. M., Caffel, Magdr- bnra, Wien; Rudolf Stoffe, Frankfurt a. SR., Berlin, SRünchen, Köln: «. L Daube & Eo., Frankfurt a. SR* Berlin, Hannover, Pari» je.
35. Jahrg.
Zweites Blatt.
tNachdrmt oerboten.)
Der Unglücksstern der Pariser Ausstellung.
Bon Paul Lindenberg.
Paris, 30. SprU.
Stein glücklicher Stern hat bisher über der Well- «Sftillung geleuchtet! Seit dem 14. April, dem Lage der Eröffnung, liegt'- hier in der Lust wie die Rhuuug irgend eines großen Unglücks, und am gestrigen Sonntage hat fich leider dies unheimliche Sefühl bewahrheüet. Welch' herrlicher Sonntag! Nach einigen kühlen, stürmischen Tagen leuchtete die Sonne warm und heiter hernieder, ganz Paris war ans den Beinen, zahllose Tausende, meist jenen Kreis« cwgehörend, die in der Woche emfig schaffen müsse», zog'S nach der Ausstellung hin, fie wollten den Nachmittag ausfüllen, wollten schauen, wie weit die Arbeiten vorgeschritten, wollten Zeuge sein der «Ken großen Illumination, die für gestern Abend »»gesetzt war. Als ich um die vierte Stunde die Alcxanderbrücke pasfirte, war das Menschengewimmel m dieser Stelle geradezu unheimlich, die Mafien
stauten fich alle Augenblicke, ganz langsam nur, Schritt vor Schritt kam man vorwärts, und unwill kürlich drängte fich der Gedanke auf: wenn hier ein« «al eine Panik ausbricht, welch' entsetzliche Folgen müßte fie haben! Froh war ich, als ich endlich den AnSgcwg zu den Chawpr-ElysseS erreicht hatte und mich dem Strom der Spaziergänger auschließen konnte, welche die wundervolle Avenue, die schönste der Well, «f- und niederflutheten und dem ungeheuren Wagenkorso zusahen, der den breiten Fahrdamm in fünf«, sechsfacher Linie ausfüllte. Dann ein scharfes, ruck- weiseS Klingeln, die Polizisten machten Platz, ein SanllätSwagen, auf welchem die weiße Fahne mü dem rolhen Kreuz flatterte, kam augerollt, in bnzen Zwischenräumen folgte ein zweiter, ein dritter, aber das fällt nicht auf in diesem unaufhörlichen Trubel, in welchem fich so häufig Unfälle ereignen.
Erst zur fiebevten Abendstunde durchschwttrte die Stadt das Gerücht von jenem entsetzlichen Ereiguiß auf dem AusßellungSgebiet. Seit dem Boulauger- Rummel dürfen keine Exttablätter feilgeboten, selbst die wichtigsten Nachrichten der Zeitungen nicht auS- grrufen werden, aber einer fragte gestern Abend den müern, ob er schon von der „terrible catastrophe“ >khört, und die noch druckfeuchten Journale waren im ^»seh-.u vergriffen. Erst sprach man von drei, vier Tobten, dann von zwanzig und dreißig, die ttaurige «ahrhett liegt in der Milte: zehn Todte und nenn I «Üblich Berwundete.
Das Unglück fand auf einer der „passereües“ Wt leichter Brücken, welche die Ausstellung mit
den außerhalb derselben liegenden SeheuSwürdigkctteu und den angrenzenden Sttaßenzügen verbinden; die Brücke, um die es fich handell, fühtte zu dem gewaltigen Himmelsglobus, der mit feiner blauen, mst goldenen Sternbildern überfäeteu Riesenkuppel einen Glanzpunkt der Bauten des Marsfeldes blldet. 115 Meter lang und 5 Meter breit, lag diese Brücke 7 Meter über dem Erdboden und war meist aus Gement gebaut, trotz ihrer Länge um von wenigen schmächttgen Cementpfeilern gestützt, während die verwendeten eisernen Träger durchaus unzureichend gewesen sein sollen; an der Brücke, welche die Behörden noch nicht abgenommen hatten, wm noch am gestrigen Vormittage gearbeitet und waren die Gerüste kurz vordem entfernt worden; der Cemeut war noch ganz frisch- nach einer MittheUung wm der Unterbau der Pfeiler so schlecht, daß man schon leichte Senkungen gespürt hätte.
Um die vierte Nachmittagsstunde hörte man kurz nacheinander ein dreimaliges Krachen wie von Kanonenschüssen, dichte Staubwolken wttbellen auf, herzzerreißende Hülfe- und Jammerruse ertönten, man glaubte zuerst au eine Explosion, an ein Feuer, man eilte von allen Seiten herbei, aber den Rettungsarbeiten fehlte die richtige Leitnng. Bis die Feuerwehr mtt Aerzten und SauitätSmaunfchaften erschien und mau die schrecklich verstümmeüen Leichen, die klagenden Verletzten unter dem Wust von Steinen, Holz und Cemeut hervorholte. Ein Feuerwehrmann, dem die heißen Thräneu über daS Gesicht rollten, eilte mit einem achtjährigen Mädchen zur nächsten Apotheke, die Kleine, welcher daS halbe Antlitz auf- geriffen war, hielt die blutigen Aermche» um den Hals des Braven geschlungen, fie starb wenige Minute» dmauf. Eine Frau, deren Kind schwere Verwundungen erlitten, schien wahnsinnig geworden zu sei», eine andere, die ihr Söhnchen nicht finden konnte, wmf fich verzweifelt zu Boden, mit den Händen in die Erde eingreifend. Die Todteu wurden nach der Morgue, dem Leichenschauhause, gebracht, daS hinter der Notre-Damekirche liegt, demselben Gotteshause, in welchem am gestrigen Vormittage der Erzbischof von Paris ein feierliches Hochamt znm Gelingen der Ausstellung abgehalten, nnd in dieser Morgue spielten sich am Abend und während der Nacht ergreifendste Szenen ab.
Bei einem so großen und schwierigen Unternehmen, wie dieser WellauSstellung, muß man ja leider auf auf allerhand Unglück gefaßt sein, aber das Schlimme ist diesmal, daß man fich nicht der Befürchtung erwehren kann, es werde bei dieser einen Katastrophe nicht bleiben! Bei den Bauten ist vieles zu schnell und fuschelig gegangen, dmch die Kuppel der Festhalle schien bei der Eröffnungsfeier an mehreren Spalten durch kopfgroße Löcher die Sonne herein, und im Ausstellungs-Restaurant Dugal fielen neulich in der Nacht einige Quadratmeter der Decke nebst dem Kronleuchter herunter. Und nun die Feuergefährlichkett! Mau darf gewiß den Gedanken ausspinnen: diese
Paläste, diese Pavillons gehen im Nu in Flammen auf, und überall liege» (durchaus nicht dichte, wie man oft spüre» kann) GaSröhreu und elekttische Leitungen. Die Sttaße der Nationen mtt ihren nu- ersetzliche» Schätzen (man denke um an die Gemälde und Meubel aus dem Besitz Friedrich'» d. Gr. im Deutschen Hause, »eben welchem der völlig aus Hol, erbaute Norwegffche Pavillon liegt) würde bei un- richtigem Wind in einer Sunde eingeäschert fein!
Paris ist einem Gastgeber zu vergleichen, der seine Gäste zn einem festliche» Mahle geladen, aber als fie rechtzeitig erscheinen, war die Tafel unvollständig gedeckt, nichts klappte, und die Speise» wurden i» langen Zwischenräume» servirt. Das macht jedoch kein Vergnügen!
Heffen-Naffau und Nachbsrgebiele.
Arolsen, 3. Mai. Heute Mittag um 12 Uhr wurde die Trauung der Prinzessin Elisabeth zu Waldeck und des Erbgrafe» zu Erbach-Schönberg in der fürstlichen Schloßkapelle vollzogen. DaS hohe Brautpaar wurde von der Geistlichkeit am Eingang des sonst ganz einfachen, aber besonder» hierzu aus- geschmückten Gotteshauses empfangen und zum Altar geleitet. Die Trauung wurde vo» dem Coufistorial- rath Seehausen vollzogen. Die Neuvermählten nahmen bann die Glückwünsche der hohen futstliche» Familie und deren Angehörigen entgegen, worauf im Weiße» Saale eine GratulatienSkour für das Gefolge und die geladenen Gäste abgehaste» wurde. Die HochzettS- tafel wurde hn Steinernen und Alhambra-Saal ab- gehalle». Um 4 Uhr Nachmittags erfolgte die Ab- reife der hohe» Neuvermählte». Das der Prinzesfi« Elisabeth überreizte Landesgeschenk im Wertste vou 2500 Mk., bestand tu zwei 7armigen goldene» Leuchter», zwei Jardiniere» und zwei hochfeine» Vase».
Harra«, 3. Mai. In der hessische» Gemarkung Zellhaufe» wüthete ein großer Waldbrand, der fich auf eine Fläche von 150 hessischen Morgen erstreckte und etwa gegen 60000 Mark Schaden anrichtete.
2. Mai. Professor Dr. Magnus Biermer-Greifswald ist zum ordentlichen Profefior in der philosophischen Facullät der Universirät Gießen ernannt.
Verwischtes.
Au» Nab und Fern. Znm KonitzerMord wttd amtlich mstgetheill, daß e» endlich gelungen fei, die Besitzerin des unweit der Fundstelle des Kopfes Winters mit „Ae gezeichneten Taschentuches mit Sicherheit zu ermitteln, und zwar ix der Person der Ehefrau eines höheren Beamten.
MW" Der heatigerr Nmnmer litst ke »reieblfttt Rr. 37.
Kirchliche Nachrichten.
Sonntag, de» 6. Mai 1800.
Lutherische Pfarrkirche
Vormittag»: Herr Pfarrer Heermann.
(Abendmahl.)
11'/« Uhr: KindrrgotteSdienst.
Nachmittags: Herr Pfarrer Manger.
«lifabethkirche.
Vormittag»: Herr Maner Manger.
Nachmittags: Hen Pfarrer Metz.
Reformirte Stadt- und UuiverfitätKtrche.
Vormittag«: Hen Pfaner Schindewolf.
11 Uhr: Kindergotte» dienst (SonntagSschnle).
Nachmittag«: Hen Pfann Scheffer. (Amttwoche)
Katholische Kirche.
7% Uhrr Hril. Messe mit Frühlehre: Hen Pfarrer Di, Weber.
»'/' Uhr Amt nnb Predigt: Herr Kaplan H i l d.
2 Uhr Christenlehre und Andacht
8 Uhr Maianoachtt
Britfta##* der «edaitttar».
Anonym, Marburg. Sie glaub« wohl selbst nicht im Ernst, daß unfer* Zeitung Ihnen bei der Ausübung solcher dumm« Scher« behilflich sein wird. Di» eingesandte Verlobungsanzeige haben wir in den Papierkorb wandern lassen Dir in Briefmarken eingesandtm 60 Pfg. können Sie auf unserer Expedition abholen al« Legiti- mation für den Abholrnden mag Angabe de« Inhalt» Ihrer Anzeige gelten.
Berzeichrritz
der für da« Sommersrmestrr 1900 en hiesiger Universität nm imrnattikulitten bezw. inskribirteu Studirmd«:
866. Olderog, Melchior, Gjelrbro, Jura, Frankfurterstr. 1SL
367. Schneider, Friedrich, Caffel, Jura, Kasernmftr. 15.
368; Heimann, Philipp, Beilin, Jura, Markt 11.
369. LamprrSbach, Richard, Schlitzenhausen, Jura, Grün 29.
360. Kerber, Karl, Wehlheiden. Jura, Wörthstr. 92.
361. Schlichtherle, Hermann, Will«, Jura, Wetterg. 32.
362. Schlicker, Heinrich, Lügde, Jura, Anlgasse 3,
863. von Stumps Brentano, ClemmS, Rödelheim, Ralurw., Renthos 28.
864. Mendel, Karl, Bochum, Jura, HaSprlstk 17.
365. Kuchenbecker, Adolf, Chem., Neustadt 23.
366. Difs«, Gottfried, Hamm. Jura, Jägrrstr. 3
867. Steidle. Adolf, Sigmaringen, Phfl„ Jägerstr. 3.
368 Köbrich, Rudolf, Steinbach-Hallenderg, Med., Klinikstrab» 2.
369. Weber, Wilhelm, Solingen, Mrd., Steinweg 3'/-.
370 Elk, Benjamin, Memel, Zabnheilk., Neustadt 23.
371. Klüsemr, Paul, Sterkrate, Med, Weidenh. 101.
372. Schulze, Franz, Weder, Jura, Ockershäuser Aller 10.
373. Sommer, Guido, Warschau, Med-
374. Wagner, Ernst, Stangenrod. Med, Hofstadt 8.
375. Axt, Arthur, Gumbinnen, SR«b„ Ketzerbach 13.
376. Krug, Max, Stellupöneu, Mrd.
* SSittniWfl. Diese Nacht waren 4- 8,75 Grad C. Heute Mittag hatte die Lust eine Temperatur von + 17,75 Grad C. Barometerstand 752 mm, gegen gestern um 8 mm gestiegen. Windrichtung: NO.
Soumn-Aufgaug 4 26 SRond-Anfgang 8,43
Sounm.llntrrgang 7,29 SRond-Untergang 12,03
-e _ ■ ry
| J.W. Berdux, Bierverlag. I
G^a» in der Wendelftraße ge- legene, i» gutem Zustande
Übliche Wohnhaus Nr 4, Wartcherr daran, nebst Stall ««d Remise, soll freiwillig 6er= «mft werden. Auskunft ertheilt Ttrtor, Administtator.
Ein- Hess. ««tzb. Auszieh tisch (noch neu) für 24 Per- '®nen, billig zu verkaufe». (3126 Jägerstraße 2, parterre.
^vOfirrnh sehr gut erhalten, * UV, billig abzugeben, «o sagt d. Exped. (3063
■ Zöpfe S werden gut und dauerhaft für 1 Mk an gefertigt, ebenso alleHaarnrbeite» in feinster Ausführung. Neue Zöpfe von Mk. 2.75 an stets oorräthig. (3162
Gg, Schebb, Friseur, 52 Barfützerstratze 52
__früher Markt._________ AR »gehender Schreiber sucht
Stelle. Zu erst, in d. Epped.
Sämrntliche Reparalnren auch an nicht von mir bezogenen Räder» werde» in meiner Werkstatt prompt und billigst ansgeführt.
Lehrikrrrfe für Radfahrer auf ucuerbauter Lernbah«.
Rad-Verleih-Institut.
• Lager erstklassiger Äx halt Willi» Holzhauer
«1% Mik
•8% 110%
99% WH 99 92
»»H
«2
i 9SM
M «•H
•5H »r/i WH »8H WH WH 86% 85> 88H
U'ie WH WVb »8% 17% 18% 8t% 65% 87»/»
CourSbericht Dem 4 Mai 1100 von
B. Strauss, 40 Barfützer-eatzr *0
3HW$r.$fbb.N9„a»U905
3HUe<mb.«.4»v, 1905 92%
L»»% 180
»»% «8% «8% 91% 18% M% 9SH WH 91% »*%
es?.. »5% t5H 85% 85%
8%U »misch««ttchWAk. iHO Uralische texte SO .
3%U Bai«»
Cassel« «att-ArL 3%^i> Rarbnrg« , SH^>Laud.4lr.°C. OK, 8U .... gH^Steff.ßtxbtfS.L-t.J 4‘/»U Oester, Silbrr-Rttch
Ungar, «oldrrxke 3%U Schweden », IW SHU . k. J.800 «i Griich. ••ßradi 4% U Prrtng. Bttttr-Aw, •U 9 etaatsdOr. 8U 1.—8. . ,
4vLBxdr»»«s«w.r.l0»
Eisinb.-Reutentz.-vSi, Vr«nvschw..0.Thlr.-Ls»st
Franks. Hhp.E^A, «^P»»L.-U..B.nnUS00 3HU .... .1909
Mrin.HhP,.Bl.-Mbr.
. H'«.,»kch,1907 % ^LPr H.-A.-B,, „ 1?C5 4»L do. Serie XV n, XVHI
Sostenftrie Lerlirsnug« < ,
kostrufreir Coupm-Sritzinlömng.
Ankauf von Effecten ic. gaben gfinf.t#^
Bedingung«. Chrck-Berkrhr.