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# Aus dem «reife Marburg, 19. April. Durch das seither herrschende unbeständige Wetter, wir auch durch die große Feuchtigkeit, hatte die Frühjahr Sbestelluug der Felder eine große Verzögerung erfahren. Eist i» den letzte» Tage» konnten die Arbesteu, wie Hafersaat u. s. begonnen werden. Der Stand der Wintersaat ist verhältutßmäßig gut, Klee und Rap» hat jedoch sehr unter dem Mäuseftaß gelitten.

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Burschen aus Ockershauseu, nämlich der Schmied Lourad Willershausen, der Sieinhauer Konrad Schrot leb der Arbeiter Hermann Kleinberg wegen dieser Sache vor Gericht. Nachdem einige Zeugen zur Lernehmung gekommen, wurde Willershausen zu 8 Monaten und Schrot, einschließlich einer kürzlich gegen ihn erkannten Strafe von 4 Wochen, zu einer Oesammtstrafe von 2 Monaten und 3 Wochen ver- Mheilt. Kleiuberg erzielte Freisprechung.

* Witterung. Diese Nacht waren -j- 5,75 Grad C. heute Mittag hatte die Luft eine Temperatur voi + 22,25 Grad C. Barometerstand 758 mm, gegen gestern um 3 mm gefallen. Windrichtung: SW.

Souum-Aufgaug 4,62 Moub-Aufgang 12,49 Sonueu-Uuttrgang 7,06 Woud-Untngang 9,13

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♦ Pnsonal - Nachrichten. Ernannt: der eafiorolriton: Briede aus Re chenbach (Schlefien) als «.ststkretir.zu Fulda, die Postasfisteuten Berndt zu Laff-'-Wehiheidev, Bingel avs Düffeldorf zu Cassel, «phne aus Hüvteld zu Eschwcge, Deiich zu Cassel, Lberhardt auS Cassel zu Schlüchtern (Bezirk Caffel), Sronemanu aus Sache» z» Cassel, Hahn, Koch und Led°» Caffel, Rüppel zu Caffel, der Telegraphen- Msteut Grebe aus Harburg (Elbe) zu Gaffel, der »ostasfisteut Knecht zu Elm (Bezirk Cassel) als Post- «rwaller. Versetzt: der Ober - Regierungsrath «üller von der Seueralkommisfiou zu Frankfurt a. O. M gleicher «mtseigeuschaft «ach Caffel, der Laudmefler Groß auS dem geodätisch - technischen Büreau der «eueralkommisfio» zur Specialkommisfioa I Cassel, der Landmesser Tetzner I vou der Specialkommijfiou M Caffel »ach I Caffel, der Landmesser Davker vo» Wolfhage» »ach Caffel — Spectalkommisfio» I — der Loudon ff» Happel vou Niederwilduuge» »ach Rinteln, die Specialkommisstons - Sekretäre Baupel von Carlshafen nach Rinteln und Dransfeld vo» Lippstadt nach Hanau, der Postsekretär Kleiuberg vo» Kreslau »ach Cassel, die Ober-Postasststenten Dehu- hardt vo» Cassel nach Hünfeld, Glebe von Weimar »ach HerSfkld, Gleiser vo» Fulda nach Eisenach, Harimann von Gelnhausen nach Straßburg (Elsaß), Arris vou Hamm (Wests.) »ach Fulda, Mische von Hieiz »ach Cassel, Nelges von Bebra nach Cassel, zie Postasfisteuten Hofsommer von Düsieldorf »ach ßassel, Platte vo» Barop nach Caffel, Rettig von Hauau »ach Oppenheim, der Straßenmeister Bätzing von Fulda nach Marburg. Verliehen: de» Lehrern und Kirchendieneru Weigand zu Kempfen- pruu» u»d Berge zu Seifertshauseu der Kautortitel, dem Geiichtsschretber, Kauzleirath vo» Schutzbar ge gönnt Milchling zu Fulda der Rothe Aoler-Orden vierter Klasse und dem Gerichtsdieuer Hufnagel zu Sroßenlüder das Allgemeine Ehrenzeichen bei deren llebertrstt in den Ruhestand. Pensionirt: der Ober - Präfidialrath Freiherr von Poteu zu Cassel gatti Verleihung des Rothe» Adler - Ordens zweiter Klasse mit Eichenlaub, der Ober - Regierungsrath Pinder, die Laut Messer Windolph und Kirchhoff zu Caffel, der Vermessungs-Revisor Spintler zu Hersfeld, der Ober-Telegraphenasfistent Kuntze zu Fulda unter Verleihung des Titels „Telegrapheusekretär", der Strasanstaltsaufseher Hedderich zu Co ff. I-Wehlheiden vom 1. Juli d. I. ab, der Gesaugeuaufseher Stecher bei dem Amtsgericht zu Fulda.

♦ Handwerker auf der Weltausstellung. Der Besuch der Pariser Weltausstellung wird nach einem Rundschreiben des Regierungs-Präsidenten au die be- theiliglen Körperschaften vo» dem Herr» Minister für Handel und Gewerbe für minder bemittelte tüchtige Handwerker und, gewerbliche, sowie kuustgewerbliche Arbeiter in der Art unterstützt, daß solche Städte und Gewerbevereine, welche bereit sind, ihrerseits Persoueu der vorbezeichneten Art zum Besuche der Ausstellung Stipendien zu verleihen, auch seitens des Herrn Ministers Mittel zur Entsendung weiterer Gewerbetreibender überwiesen werden. Die betherligten Lercine sollen angegangen werden, eventuell Vorschläge zu mache» bezüglich derjenigen Personen, welche die Stipendien gewährt werden sollen.

+ Strafkammer. Des Weitere» beschäftigte sich das Gericht gestern mit der schon mehrfach er­wähnten Schlägerei in Ockershause», welche sich am 6. August v. IS. auf dem Hofe der Prediger'sche« Wirthschast donselbst abspielte. Damals wurde be­kanntlich ei» Jäger, ohne daß er bestimmt wußte,

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seines Hessen-Nassau uud Nachbsrgebiete.

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Caffel, 20. April. Heute vormittag um 11.25 Uhr entgleiste auf de« hiefigen Personenbahn­höfe kurz vor dem Halten der Schlußwage» des ein- fahrenden Thüringer Schnellzuges 188, wodurch auch der vorletzte Wage« zur Entgleisung gebracht wurde tob zwar derart, daß beide Wage« neben dem Geleise stehen blieben. Verursacht wurde die Entgleisung

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durch zu frühzeitiges Verlege» der vo» dem Zuge »»letzt befahrenen Weiche. Personen find nicht ver- letzt wordeu. — Ein betrübender Unglücksfall er­eignete sich heute Abend, zwischen 8 und 9 Uhr,

toweit der Vogt'sche» Mühle: Auf dem, vou der Weserstraße führeudeu Abhang tummelleu sich Kinder im Spiele, «. A. kletterten fie auch auf einen dort stehende« leere» Wage« eines hiefigeu Kohlenhändlers, dessen Hemmwerk festgeschroben war. Die Kinder

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versuchte« de» Wage» in Bewegung z« setze» und da dies nicht gelang, begann einer der Knabe» da» Hemmwerk loszuschraube». Leider gelang dies, der Wage» kam auf dem abschüsfigen Gelände in'S Rollen uud zwar so schnell, daß ei» kleiner, etwa 5jähriger Knabe, der Sohu eines i» der Nähe wohnende» Eisenbahn- beamte», welcher znr Seite des Wagens stand, vo» der Nabe des einen RadeS gestreift uud ihm der Untertiefer geradezu zerschmettert, sämmtliche Zähne auSgestoßen uud auch die Kopfhaut au verschieoene» Stellen herabgerifle» wurde. Nach SuSsege» der Aerzte dürste die Heilung des Kindes, wen» über­haupt möglich, nahezu ein Vierteljahr betrage«.

-r. Homberg, 20. April. Mit Begivu des neue» Schuljahres übernimmt Herr Lehrer Mangold von hier die ZeichevlehranstaU am Gymuafium zu Hanau. In Herrn Mangold verliert unsere Stadt eine» äußerst tüchtigen Lehrer, der fich die Liebe und Achtung aller Bewohner erworben hat. Wen» ihm die Beförderung auch vo« Allen gegönnt wird, so wird sein Scheide« vo« hier doch allgemein bedauert. Möge es ihm in seinem neuen Wirkungskreise gut gehen.

H-rsfeld, 20. April. An de» Folgen einer Blutvergiftung gestorben ist gestern Mittag im hiefigen Landkraukerhaus der 33jährige Limdwttth Georg Verlach aus Wehrda. Dieser war am Mittwoch in der vergangene» Woche mit dem Streuen von Chili- salperer beschäftigt gewesen, wobei er eine kleine Wunde an der rechte» Hand, die er sich beim Ab­lade» von Steinen zugezogen, nicht beachtet batte. Durch die Berührung des genausten Düngemittels mit der unscheinbaren Wunde ist Blutvergiftung ein« getreten, der rechte Arm sowohl als auch die rechte Seite des Körpers und der Kopf schwollen sofort stark an und in der Nacht zum Freitag wurde d-r Unglückliche in das hiesige Laubkrankenhaus gebracht. Leider ist es der ärztliche» Kunst nicht gelungen, ih» am Leben zu erhalten. Eine junge Witwe und zwei Kinder beweinen den Tod ihres Ernährers.

Biedenkopf, 20. April. Vor einigen Tage» trat das von der Versammlung am 28. März ge­wählte Comite zu einer Sitzung bei Herr« Ga, wirth Möbus in Oberscheld zusammen. Es wäre» unge­fähr 15 Herren erschienen. Zweck dieser Sitzung war, zu berathe», welche Schritte vorerst zu thuu seien, um dem festgesetzten Ziele näher zu kommen. Zuerst wurde von jedem, an dem Zustandekommen dieser Bahn interesfirte» Dorfe ein Mann ge­wählt, der Material sammel» soll, welches das Bedürfniß dieser Bah«, insbesondere das lokale Jntereffe a» derselben, uachweist. Dan» wurde ei» engerer Ausschuß gebildet, der dieses Material sichten und zu einer Eingabe an den Minister formulieren soll. Diese projektirte Bahnstrecke würde ungefähr 20 Kilometer durch uusereu Kreis laufen.

Gießen, 20. April. Der Polizeiamtmann Muhl von hier ist als Kreisamtman» nach Bingen versetzt. Sein Nachfolger, Herr Hechler aus Schotten, ist hier bereits eingetroffeu.

Oft »

Vermischtes.

Zum Bootöunglück am Rhein. Die gericht­liche Inaugenscheinnahme des bet Niederspay ge ländeten Unglücksnachens ergab, soweit bis jetzt zu erfahren, folgende Resultate: der Kahn trieb bei der Landung noch richtig, war also nicht u m ge­schlagen; es wurde in ihm noch ein Spazierstock liegend gefunden; der Nacheu befand fich in einem ungemein schlechten Zustand; au den oberen Nätheu befanden sich Risse, ebenso ziemlich hoch oben a» der Außenseite der sogenannten „Bavkkifie" ein Loch, infolge der Ueberladm-g ging der Kahn bis zu den Oeffnungeu in's Waffer, das dann auch eindrang; schließlich ging das Fahrzeug so tief im Waffer, daß nicht mehr mit de« Rudern zu hantire« war.

Gefährlicher Kriegtfpiel. Einer„Burenttvppe", bestehend auS drei elf- bis vierzehnjährige« Schul- knabe» aus Höchst a. M., die sich eine Flobertpistole nebst Kugelpatronen gekauft hatte», gelang es dieser Tage, eine» .Panzerzug der Engländer", beziehungs­weise einen von Frankfurt a. M. kommende» Perso«e»zug auf offener Strecke zum Hafte« zu bringe». Sie hatte» den Zug so erfolgreich be- schosse», daß dem Zugführer eine Kugel dicht am Kopfe vorbeigegangen war. Dem fie verfolgende« Zugpersonal glückte es, die Bursche« festzunehme» und der Polizei zu übergeben, wo ihnen ein derber Denk­zettel zu theil werde» wird.

GoetheS Stath an junge Studenten. Schäme« junger Studenteu denke» jetzt au das bevorsteheude erste akademische Semester, und Väter u»d Freunde möchte« ihnen gern ein Wort der Mahnung und Warnung mtt auf die Hochschule geben. Aber e8 klingt so leicht philiströs und verfehlt bann seinen Zweck. So lasse man fie lese», waS Goethe, der doch wahrhaftig kein Philister war, seinem Sohne August nach Heidelberg schrieb. Zuerst warnt der Dichter, der doch auch die Tugenden des Weiner zu rühmen wußte, vor dem zu starke« Triake». .Wir lebe» nach unserer alten Weise still und fleißig", schreibt er am 3. Juni 1808 aus Karlsbad, „in allem etwas mäßiger als vorm Jahr, besonders auch wa8 de« Wein betrifft; wobei mtt beim lieb ist, aus deinem Briefe zu sehe», daß du dich auch vor diesem so sehr zur Gewohnhett gewordene» «ettänk in Acht nimmst, das mehr, als man glaubt, einem besonnenen, Hefter» und thätige» Lebe» entgegenwttkt". Goethes zweüer Rath ist: nicht zu viel Vorlesungen belegen, dem Kopf nicht mehr zumuthen, als hinein- geht. „Ebenso lobe ich, daß du nm wenige Stunden besucht. ES kommt beim Studieren alles darauf an, daß man über das, was man fich zueignen will, Schritt vor Schritt Herr bleibe. Soballr einem dar veber-

lieferte über den Kopf wächst, so wdd me» entweder dumpf oder verdrießlich und kommt gar zu leicht in Versuchung, alle» abzuschütteln". Der dritte Rath heißt: viel Wander«! „Auch ohne mein Ermahnen wttst du fortfahrr«, in der Gegend Entdeckungs- Wanderungen zu mache«. Die gute» akademffchen Jahre avch i» einer herrlichen Gegend und merk würdige» Nachbarschaft zuzubringen, ist ein Glück, daS ich nicht genoffe» habe, da ich drei Jahre in dem steinerne«, auf der Flüche, wo nicht im Sumpf, doch am Sumpfe liegenden Leipzig zubrachte. Wen« die Flüchte «u» hintereinander reif werde«, so wttst du auch diese Segeusfülle mtt Dank genießen". Daß Goethe als Wanderer in Straßburg nachholte, was er in Leipzig versäumt hatte, ist bekannt. Er hat dabei nicht bloS «ach be« Töchter» und Weine» des Lande» auSgeschaut, sonder» fich ebenso fleißig um Alterthümer, Gewerbcfleiß und Merkwürdigkeiten gekümmert; sei» mineralogische» Wissen z. B. hat seine» Ursprung in de» Eindrücken, die er als wandernder Student in de» Gruben um Saar­brücken empfing. Am 17. August ermuntert Goethe feinen Studenten wieder zum Wander». „Zu dessen Touren nnb sonstigen Extraordinariis werde ich mich ja wohl mit einem Zuschuß einstellen müssen". Dieser Satz wttd den jungen Leser« besonders ver­ständig erscheine«.

„Nielliebchen", ein littauischeS Wort. Der Direktor des Weimarer Goethe-Archivs, Dr. Bernhard Suphan hat Paul Hiyse zu dessen siebzigstem Geburts- tag ein literarisches Festgeschenk gewidmet — ein Büchlein unter dem Tttel „Allerlei Zierliches von der alten Excelleuz", worin er Erinnerungen an Goethe zusammengefaßt hat. An einer Stelle vergleicht nun Dr. Suphan, wie die Neue Freie Presse mitth-ilt, die Gesammtausgabe der Werke Goethe's mit einer reichbesetzten Tafel, auf der es auch an edle« Weinen und köstliche» Nachtisch nicht fehft. Und um das Bild weiter auszuführen, schreibt der gelehrte Goethe- Archivar: „Zu dem edlen Wei» sollen wir etwas von be» lustigen Früchten genieße». Ei Trauben? Ei Datteln? Ei Mandeln? heißt e» in Ostpreußen bei traulichem Aubieteu. Wir greifen zu de» letztere», und fiebe, die erste gleich ist ein Ftlibche» — ei» Pärchen beißt das, den» das freundliche gesellige Wort (die kleine Belehrung sei verstattei) ist uns über Ost- Mußeu zugekommen, au» Littoum, dort heißen Filibas dir „Pärchen," die zwei Haselnußkerne in in einem Gehäuse." — Also littauisch ist daS Wort! Wer hätte da» dem „Lulliebcheu angesehen?

AuS Nah uud Fern. Infolge Umschläge«» eines mit 13 Arbeiter« besetzten Bootes ertranken bei der Ueberfahrt von Bremen nach Woltmershausen reu» derselben in der Weser, während vier gerettet wurden. — Der Eigenthümer de» „Berliner Lokal- anzeiger", August Scherl, soll sein gesummtes Etablissement einer Aklien-Gesellschast überlassen, die es mit der Druckerei und Verlagshandlung Hempel u. Co. (Verlag der Tgl. Rdsch.) zu einem Unternehmen ver­einige» wttd — Bei dem Gutsbefitzer Walther in Reinhardtgrimma (Königr. Sachsen) find Einbrecher etngedrungen uud haben die kränkliche Ehefrau und deren Tochter überfalle«. Der Ehefrau wurde mittelst eines RafirmesserS die Kehle durchgeschnitten, sie starb in einer halben Stunde. Die Mörder haben viel geraubt und find entkomme«.

Neueste TelegrsW«y

Wolffs Büreau.

Unser Kaiser.

Berlin, 21. April. Der Kaiser ist heute Vor­mittag 8’/i Uhr nach der Wartburg abgcreist.

Ans der bayerischen Kammer.

Köln, 21. April. Die „Köln. Ztg." berichtet heute aus München: Die erste Sitzung der bayerische» Kammer nach den Osterferien war bedeutsam dmch zwei wichtige, vomMinisteiprästdenten v Crailsheimpersönlich abgegebene Erklärungen der bayerischen Regierung. Die erste dieser beiden Auslassungen sprach erneut die Zustimmung der bayerischen Regierung zum Gesetz- entwurf Heinze „so wie derselbe vom BundeSrath dem Reichstage zugange» ist" aus. Die Regierung wttd einer etwa vom Reichstag beliebten Verschärfung der msprüngliche» Verschärfung der ursprünglichen Vorlage nicht zustimmen. Heber den be­kannte» Flaggen-Erlaß sagte Herr von Crailsheim: „Die bayerische Regiernng ist jederzeit für Deutsch, land» Macht und Größe eingetreten. Diese Ge. sinnung ist so offenkundig, daß fie nicht erst dmch Beflagge« der öffentliche« Gebäude nach außen bewiesen zu werde» braucht. I» der öffentliche» Meinung und Presse aber find in letzter Zett An­schauungen zutage getreten, die im Interesse der deutschen Natto« nur tief bedauert werben könne«. Um aller Wett zu beweffen, baß wir diesen Au», lassungen fremb gegenüberstehe» und fie scharf ver. mtheilen, haben wtt es für nothwendig erachtet, von dem Prinzregenten die Erlaubniß zu erbitten, daß fortan auch am KaiserSgebnrtStag die öffentliche« Gebäude beflaggt werde«."

Der südafrikanische Krieg.

London, 21. April. „Daily Mail" meldet auS Ladysmith vom 20. d».: Die Buren in Natal versuchen bereits be« Gurillakneg. Kürzlich brache» mehrere kleine Trupps 50 ober 100 Man« stark «ach bem Süden auf, stießen auf englische Pattouille» an der dem Freistaat zugekehrten Seite der BiggarSberge.

— „Daily Telegraph" meldet ans Ladyfmtth vom 24. April: Bo» maßgebender Stelle verlautet, die Bme» seien mit ihrem schweren Geschütz aus dem Rückzug von de» BiggarSberge«. Der Weg werde

wahrscheinlich Anfang der nächsten Woche für bat Vormarsch der Engländer offen sein. (?)

— Die „Morning Post" meldet an» Bloem­fontein vom 19. April: Ter Eisenbah». Lerkehr nach dem Süden ist gegevwärttg unter- brocke», da die Ausschüttungen der Bahndämme vom Wasser weggewaschen ist. (?)

— Die „Times" melden aus Bloemfontein vom 20.: General Preiyman ist zum Militär Gouverneur be» gesammte« Orangefreistaatgebietes ernannt worben.

London, 21. April. „Daily Telegraph" mtlbet an» Bloemfontein vom 19. April: Patrouille» bringen die Nachricht, daß die Bure» 15 Meile» östlich vo» Bloemfontein eine Linie Vorposten i» kleine» Abthetlungen aufgestellt haben, die vom Modder fluß bis zum Kafferfluß reicht.

London, 21. April. Der Laudwirthschaft». Minister Lony hielt i« Hüll eine Rede, in der er, von der Censur ipr-cheud, die Lord Roberts den drttischen Generalen ertheilte, sagte, die Frage der AnSeinandersetzung mit de« Generale« im Felde sei Roberts Angelcgcnheft. Das Ksbiuet würde nicht vo« seiner Politik abgehen und würde die Angelegenheit dem Ermessen Roberts überlaffen, da eS volles Vertrauen zu ihm habe.

Di- Unrnhen bei den Aschantis.

London, 21. April. Das Reuter'sche Bureau meldet aus Accra vom 20.: Die Telegraphisteu, welche die Truppe« unter Kapftän Middlemist be. gleiten, die gestern in Kumasfi sein sollte«, find bi», her nicht in telegraphische Verbindung getreten, es verlautet aber, daß ein heftiger Kampf bei Kumasfi stattfinde.

Anszng ans de« Standesbücherm des «ar. Brentz. Stattdesanrtsbezirks Marburg.

Vom 14. bis 21. April 1900.

Verehelicht«.

1. SttchnungkgehSlf« Carl Johannes Rudolf Wlldhack mit Eva Catharine Elisabeth Boß, beide wohnh. hier. 2. Fabrikarbeiter Heinrich Ludwig von Ockershauseu mit Anna Losekamw von Bürgeln. 3. SLueider Heinrich Sommer von Speckswinkrl mit Köchin Anna Elisabeth Friedrik» Kauntz von Wahlen, beide wohnh. hier. 4. Ziegler Carl Adolf Heinrich Friedrich von Augustdorf mit Elisabeth Preising von Frankenberg. 6. Schriftsetzer Ernst Georg Härtling von Neuschömfeld mit Agnes Friederike Hüter von hier, beide wohnh. hier. 6. Schuhmacher Hermann Naumann von Schiffelbach mit Köchin Elisabeth Happ I von Kombach, beide wohnh. hier. 7. Arbeiter Eduard Fritz Zum Egen von Caffel mit Pauline Auguste Emma Otto von Wetzlar, beide wohnh hier. 8. Oberlehrer Hugo Carl Schreiber, wohnh. zu Solingen, mtt Maria Catharine Fieidhof wohnhaft hier.

Geboren».

1. Maria Louise, T. des Kaufmann» Julius Heinrich Holzhauer. 2. Jcar, S. des Schaustellers Heinrich Frank (Kämpftasen). 8. Dorothea Helena, T. des Buchbinder­meisters Julius Otto Voigt. 4. Margaretha, T. des Tag- löhner» Rupertus Conrad Leip vo: Ockershausen. 5. Clara Frieda Elsa, T. des Kaufmanns Carl Ernst Topf.

Gestorbeo».

1. Wittwe Louise Christiane Emilie Kersting, geb. Krug, 71 I. alt. 2. Pfarrer und Kreisschulinspektor Wilhelm «rücke in Limburg a. ß„ 61 I. alt. 3. Wittwe Catharine Kehres geb. Jasky, 81 I. alt 4. Maria Louise Elise Jbelr Häuser, 21. I. alt. 6. Anna Elisaieth Regln« Klein geb. Kießling, 46 I alt 6. Dachdecker Louis Schuchhard, 26 I, alt. 7. Wittwe Margarethe Haus geb. Kuntz von Ockershausen, 68 I. alt 8. Landwirth Friedrich Rößnir voll Basdorf, St I. at 9. Elisabeth Meier geb. Knoch» von Altenlotheiw, 60 I. alt

Marktberichte.

Marburg, 21. April, war gnt besucht

Butter kostet« p. Psd. 95—100 Pttnnig.

Hühnereier 2 St. 10-11 Pf. Enteneier 1 St. 6—7 Pfg. Gänserier per St. 14-15 Pf. Käse per Stück 9-11 Pfg. Käscheu per Stück 3 Pfg. Kochkäse per Pst. 40 Pfg. Käsrmatte per Stück 5 Pfg.

Zwetschen- und BirnenmuS

1 Maastopf 140—170 Pf. Erbsen 2 Ltter 26—30 Pfg. Linsen 2 Ltter 60 Pfg. Endivie» 1 Pf. 60—60 Pfg. Rüben p. St. 3 Pfg.

Der heutig« Wochenme- tt

Radiese p. Pack 10 Pf. Blumenkohl», Kopf 40 50Pf. Rothkraut p. Kons 60- 60 Pf. Hafergrütze p. Ltt. 35 Pf. Zwiebeln p. Psd. 10 Pf Knoblauch per Knolle 6 W, Wolle p Pfd. 1,00-1,10 M. Enten p. St 1,60—1,80 M:. Hühner p. St 90—120 Pfg. Hähne v. St 100—150 Pfg, Aepsel 2—3 St 10 Pfg.

Feldsalat 1 Ltt. 10 Pfg. Salat p, Kopf 10—12 Pfg. Möhren p. Pack 8—10 Pf. Brunuenkreffe 1 Ltter 10 Pfg.

Vergnügungsanzeiger.

Königliches Theater z» Lasset

Sonntag, 22. Avril: „Undine".

Montag, 23. April: „Macbeth".

Dienstag, 24. April: „Margarethes

Mittwoch, 26. April: „Nora".

Donnerstag, 26. April: „Die Bettlerin vom PontdeS Art»'.

Freitag, 27. Aprll: „Der Talisman".

Sonnabend, 28. April: „Der G'wiffenSwurm".

Sonntag, 29. Aprll: „Cavalleria Rusticaua". „LerBajazzo'i

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