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Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

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Grlcheiut «igkich aujtr an Werktagen nach Sonn- und Feintagen. Ouartalg-Lbsnuem-nts-Preir bei der Spedition SM., bei allen IMNtetan 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). ZusertionSgebühr: di» ge» spalt«» Zeil« oder deren Rau« 10 Pfg., Reklamen: di, ZNl, 35 Pfg.

Marburg

Donnerstag, 12. April 1900.

Anzeigen nehmen entgegm: di« Expedition dieses Blattes, die Annoncen- Bnrraur von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Magde­burg, Wien: Rudolf Mosse, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln;

2. Daube * Co., Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris re.

35. Jahrg.

Der südafrikanische Krieg.

Bom Kriegsschauplätze.

Nach de» heute vorliegenden Nachrichten kann «an sagen, daß die ganze Arbeit der Engländer im Süden deS OranjefretstaateS vergeblich gewesen ist. Der ganze Süden der Freistaates, mit Ausnahme vielleicht des Bezirks Bethulie, der sich die Eisenbahn entlang erstreckt und in dem die Orte Springfoutein und Jagersfontein liegen, der erstere das Haupt­quartier General Gatacres, der letztere die Garnison einer größeren englischen Abheilung, steht wieder in Hellem Aufruhr, wenn dieser Ausdruck überhaupt angebracht ist in einem Lande, dessen Einverleibung in den englischen Bests bisher recht problemalischeu Charakters war. Die Bezirke Wepener und Rouxville haben die britischen Truppen schon vor einigen Tagen vor den andringenden Scharen deS Kommandanten Olivier geräumt, nur der Garnison deS Ortes Wepener selbst war eS nicht mehr möglich, sich durch eiligen Rückzug zu retten. Sie ist jetzt von den Buren eingeschlossen und befindet sich wahrscheinlich zur Zeit in einem Kampfe um Leben und Tod. Wir konnten gestern tn unserem Telegramm melden, daß dieser Kampf begonnen hat. Wen» man die SorglofigkeÜ berückfichtigt, welche die Engländer hier im Süden an den Tag gelegt haben, so dürste man zu der Annahme kommen, daß auch die Abtheilung in Wepener sich nicht für einen ernsten Kampf einge­richtet hat, daß namentlich Schieß- und Munvvorrath nicht allzu reichlich vorhanden sein dürfte. Diese An­nahme ist um so berechtigter, als auch hier in Wepener die Briten wieder vollkommen überrascht wurden und offenbar nicht daran dachten, daß die Abtherlungen Oliviers, denen ste auf ihrem Rückzüge gefolgt waren, so plötzlich wiederkehren könnten. Ihre Lage ist demnach äußerst krstisch, zumal, wenn sie keine Artillerie haben, wie es den Anschein hat. Entsatz aber ist kaum zur rechten Zeit zu erwarten. Jagers- fontetu, die nächste größere Garnison, liegt rund 130 km von Wepener entfernt und von ihm durch dn von Buren durchschwärmteS, zudem couptrteS Gebiet getrennt, von Süden aber ist angesichts des Vor­dringens der Bmenschaaren bis Rouxville jede Hülfe unmöglich. Bliebe noch die Hoffnung auf Rettung aus Basutolaud; aber die dort garnisouirendeu englischen Truppe» sind ohne Frage nicht zahlreich genug, um den Buren ernstlich Schwierigkeiten zu machen. Und so werden sich die Engländer aber­mals auf den Verlust einer tcpferu Schar gefaßt machen müssen. Weiter südlich ist, wie schon ange­deutet, der Bezirk Rouxville in den Händen der Baren, die die Abthetlungen der Kolonialttuppen Brabants nach Aliwal North zurückgettieben haben. Oestltch der Bahnlinie aber ist in den Bezirken PhilippoltS und Fauresmith, kaum daß die englischen Truppen den Rücken gekehrt haben, der Widerstand von neuem

Nachdruck verbat«

3« bösen Schein.

Roman von L. H a i d h e i m.

(Fortsetzung.)

Giselas Idee, Finsterwald bei zu den Samm­lungen gehörendenalten Plunder" aus de» Hof­raths Stube zu übergeben, darnst er ihn Arno von Schilt« überlieferte, erllärte Lisa einfach für verrückt. Das hätte ste selbst sehr gern thun können, wenn Gisa es unter ihrer Würde hielt, dem netten Menschen, dem Schilt«, ein gutes Wort zu gönnen. Und wenn ihr das nicht austaud, so w« immer noch Fräulein *»n Löben da.

Üeberhanpt, es w« ja förmlich Ziererei, dies Vermeiden, dies Fremdthun! Daß er fich zurück- haltend benahm, die» erklärte fich; aber Gisela zeigte sich ihm geradezu feindselig. Und fie hatte fich doch gerechterweise über ihn nicht zu beklagen! WaS konnte er aber dafür, daß ihm da» Herz weh that, wenn er hierher kam? Gräfin Saroline hatte Fräulein v. Löben noch obendrein erzählt, daß ihn jede Anspielung auf Gisela»ErbschastSglück" wütend mache, und daß niemand fich getraue, ihren Namen in seiner Segenw«t zu nennen. Er hätte da­rüber neulich um ein Hcmr mit Kameraden Sttett bekommen.

Es half nichts! Gisela, die überhaupt jetzt ganz «uders w« alS stüher, Lffa seufzte heimlich ein­mal wieder über die demoralisterende Macht deS Geldes " blieb zu Hause.

Eine Viertelstunde später kamen Finsterwald und /rin Sohn; der Leutnant küßte Giselas Hände in

erwacht. Eine Rcutermeldung au8 NorvalS Pont vom 9. dr. besagt darüber:In den Bezirken PhilippoliS und Fauresmith herrscht be- t r ä ch t l i ch e U n r u h e. Die Prvclamation SteijnS ist wetthin verbreitet worden. Die englische Sarniwn wurde letzthin ans dem benachbarten Gebiet zurück­gezogen, worauf fich sofort unter den Freistaatlern größere Rührigkeit bemerkbar wachte. Die englischen Einwohner, die infolge deffe» in Besorgniß gerietheu, wandten fich an die englischen Behörden in Cprtag- foutein. Diese verficherten ihnen, es würden sofort Schritte gethan werden, um ihre Befürchtungen zu beschwichttgen." Die beiden Ursachen, auS denen die Unruhe von neuem ausgebrochen ist, find hier sehr richtig hervorgehoben: einmal der Mckzng der englischen Truppen es find diejenigen General Clements', die Lord Robert» uubegreiflichcrweise von hier fortgenommen hat, um feine Armee in Bloem­fontein zu verstärken, zweiten» die Proklamation deS Prästdenlen Steijn, die bekanntlich den Buren auSeinandersetzte, daß fie das den Engländern ge­gebene Treuversprechen nicht zu halte» brauchte», weil eS unter äußerm Zwang gegeben fei, und die viele» gottesfürchtigen Bure» wie eine Erlösung auS großer Gewiffensuoth gekommen fein wird. Nach diesen Vorgängen im Süden ist jetzt kein Zweifel mehr, daß der Weitermarsch Roberts nach Norde» noch lange wird auf fich warten laffen.

Es wttd das um so mehr der Fall sein, als auch die Engländer im Norden von Bloemfontein

eine neue Schlappe

erlitten haben. Wir haben darüber heute frühe folgendes Telegramm erhalle», das wir sofort durch Extrablatt verbrettet haben:

London, 11/ April. Daily News melde» auS Pretoria vom 9.: 6 0 0 Engländer wurden getödtet und verwundet, 800 g e - fange» iu einer neuen Schlacht am 7. April süd­lich von Brandfort. Andere in Loudon eingehende Meldungen ausBnrenqnellen bestätige» den Bureufieg und nennen als Schlachtort MerkatSfontein. Die Verluste der Buren find minimal. Sieger ist der Burengeneral Dewet.

Ein spätere» Telegramm meldete nur, daß die obige Nachricht der Daily News in Pretoria amt­lich ausgegeben worden sei. ES kann also wohl ein Zweifel an der Richtigkeit nicht gut möglich sein. Verwunderung muß es aber erregen, daß Lord Roberts nichts über das Gefecht gemeldet hat. Nun, wir werde» darüber noch Näheres höre». Dadurch, daß die Bure» nunmehr auch die im Norden Bloemfontein» stehende» Truppen zurückgeworfen haben, wttd die Lage des Lord Roberts immer schwieriger. Und in gleichem Maße wächst die Unklarheit, warum fich Roberts durch einen kräftigen Offenfivstoß fich nicht

glühender Dankbarkett, der Alte streichelle sanft und väterlich mit leiser Hand ihr Haar.

Sie hätten fich einen sehr klngen Plan auSge- >acht, der nirgends ein Loch h«," verficherte der Oberst, und al» fie ihn Gisela darlegten, lachte die- elbe glücklich auf.

,3a, so geht e». Sie befteie» mein Gewissen von einer unerträglichen Last," sagte sie dann zu ihren beiden Gäste» und gab ihnen Arnos Brief an de» Alle».

Sehen Sie, er hätte noch in letzter Stunde sein Testament abermals geändert!" versicherte ste überzeugt.

Die beide» Herren konnten Gisela nur zustimme».

Als sie dann aber fortgingen, und Gisela, allein geloffen, faltete diese die Hände und murmelte:Jetzt st er fürerst vor Sorge gesichert!"

Außerhalb des Hauses sagte der Leutnant nach- denllich:Ich glaube, Alter, fie liebt Arno!"

Du Oberst stand still nnb sah de» Sohu nach- denklich an.

»Alle Wetter! Dann wäre ja die Sache rttfig einfach.

Einfach? Ei» Jammer wär's denn er Du begreifst, Aller, er kau» sich unmöglich »m fie be» werben."

8.

Einige Wochen gingen ohne Suftegungen »der ttgend welches außerordenttiche Ereiguiß hi».

Gräfin Sardine hatte schon zum zwetten Male bie Schützlinge ihrer Freundin mtt dieser eiugeladen, das letzte Mal mit Elidia Sodard zusammen, und ihr Talent, es jedem Menschen bei fich behaglich zu machen, auch jetzt mit Glück entfaltet.

Giselas heimliches Hoffen, fie nannte es bei fich selbstFurcht", bie Thöita, Arno bort zu treffe»,

Luft zu schaffe» versucht. Möglich, daß er sie jetzt versucht. Die letzten Bloemfonteiner Telegramme melde» hastige und mysteriöse Bewegungen unter den englischen Truppe», beten Zweck verborgen bleibe. Eine BloemfonteinerTimeS"-Depesche besagt, bisher sei im Hauptquartier keine ernstliche Entwickelung ber Bewegung des Feindes nach Süden gemeldet worden, aber eine beträchtliche Truppenbewegung behufs Ver­hinderung einer Ueberrumpelung habe britischerseits stattgefunden.

Auch von de» ander» Kriegsschau­plätze»

liege» einige Nachrichten vor. Nach Meldungen der Abendblätter auS Pietermaritzburg von gestern (10.) hat gestern früh eine heftige Kanonade vor ElandS- laagte begonnen. ES scheint demnach auch hier end­lich die Wochenlauge Waffenruhe zu Ende zu gehe», u»d verumthlich habe» auch hier die Bure», wie aus alle» andere» Theilen deS Kriegsschauplatzes, die Offensive. AuS Mafekivg meldet Reuter verspätet vom 27. März, daß bie Suren an bem genannten Tage das Feuer auS siebe» Geschützen eröffnete». Die Beschießung w« bie heftigste feit Beginn ber Belagerung. Gleichzeitig griffen bie Buren von Korben nnb Südweste» her an, wurde» jedoch zurück- geworse». Spätere Meldungen besagen, daß Plumer am 31. in einem Gefecht bei Ramathlabama zu­rückgeworfen wurde. Ei» Reuter-Telegramm aus Pretoria vom 7. dS. berichtet über einen Raffern« anSfall aus Mafekiug:ES verlautet, in der Nacht auf den 5. ds. sei es einer Schaar bewaffneter Raffern gelungen, durch bie Linien ber Buren vor Mafekiug durchzubrechen. Die Buren hätten fie aber verfolgt und im Busch eingeschlossen. Nach längerer Be­schießung mit Nordenseldt-Gischützen hätten die Buren den Busch gestürmt und 31 Raffern getödtet, die hartnäckigen Widerstand geleistet hätten."

Sonst ist noch zu erwähne», baß das Transport- schiff mit de» gefangenen Bure» in St. Helena eingetroffen ist.

Umschau.

Eine Berarößernng Deutsch- Ost a f r i I a 8.

Die Lage de» Tanganjikasees und damit die Westgrenze Deutsch-Ostafrikas erfährt eine sehr er­hebliche Verschiebung nach Westen, das Schutzgebiet somit eine Vergrößerung um 131500 Quadrat­kilometer auf Kosten be» Kongostaates, falls bie neuen astronomischen Längenbestimmungen ber Mooreschen Seeuexpedttion fich als zuverlässtg er­weisen, bie soeben int Aprilheft desGeogr. Journal", des Organs der Londoner geographischen Gesellschaft, veröffentlicht worden find. Der Tanganjika wurde bis- her der Lage nach durch Camerons Beobachtung ber Länge öon Udschtdschi, ber Form nach durch die Aufnahme»

erfüllte fich nicht; aber bie beiden Schwestern fanden ich durch diese ersten Zerstrenungen, die fich ihnen boten, wiederum so angenehm berührt, so erftischt und Setter, daß Gisela, bie ohnehin seit ihrem Zu- famntenfei» mit dem Oberst viel ruhiger erschien, ordentlich auflebte.

Ober sollte bie» etwa daher gekommen fei», daß Slibia Godard ihr und Lisa heimlich zugeflüstert hatte, ie möge den blonde» Dichter», de»reizeube»" Fähnrich, lieber wie Herr» v. Schilt«! Leßterer sei immer ernsthaft, und Herr v. Wichte» so überaus lustig und amüfaut.

Für jeden Tag dieser Woche hatten bie beiben Damen ttgenb ein Zusammensein zu staube gebracht; bie Gräfin w« ruhelo» auf ihrer Jagb »ach bem Vergnügen und riß alle» mit sich fort. Sehr schnell hatte fie Fuß gefaßt in bem ihr znkomrnenden Gesell- schaftskreise der Stadt; bie von ihr gemiethete Wohn­ung, mtt eleganten Möbel» und kostbaren »nb ge­schmackvolle» Dekorutto»eu ausgestattet, bewies ihre» feine» Kunstsinn, wie ihre Wohlhabenheit. Arnos verhettathete nnb unverhettathete Kameraden folgte» bereitwillig ihren Einladungen, und die beide» viel­besprochene» schüchterne» Fräulein Menlishofer bildete« wiederum ahnungsjos einen Anziehungs­punkt, der für die jüngeren Offiziere äußerst reizvoll erschien.

Nur einer war »ie mit von der Partie, der Neffe der Gräfin.

Ich bi» Dir sehr dankbar, liebe Tante", hatte er ihr mit mehr als uöthiger Entschiedenheit auf ihre Aufforderungen und Einladungen geantwortet.Du begreifst, daß ich genau erkenne, wie wohlwollend und liebenswürdig Deine Absichten find; aber verzeih, ich

de» englischen Missionars Höre auf unseren Karten be­stimmt, doch lag lediglichdieSüdfpitze.dereuPosttiondurch telegraphische Zeitüberttagung von der Kapsternwarte bestimmt werden kann, ganz genau fest, während die Längen de» englischen Schiffsleutnants Cameron, der 187375 Afrika durchquert hatte, wie überall so auch hier von den Kartographen mit berechtigtem Mißtrauen angesehen und für Udschidschi nur deshalb angenommen wurden, weil fie mit der aus der Koustruktion der Route SpekeS ermittellen Länge ziemlich genau übereiustimmten und beffere Bestimm­ungen eben nicht Vorlagen. Es ist möglich, daß Kompagnieführer Ramsay als StationSchef von Udschidschi dort und auf seinen Reisen an der Ostküste des Sees Länge» beobachtet hat; veröffentlicht ist jedenfalls nur eine einzige. Diese eine aber bestätigt bie durch Moores Expedition gewonnenen Ergebnisse durchaus. Moores Expedition zur Erforschung der zentralafrikanischen Seen (1899/1900) begleitete der Engländer Fergusson als Geograph, und von diesem Fachmann rühren die neuen Längen her. Er sagt, daß die bisherige» Sorten die Lage des SeeS falsch entgehen, und theill zum Beweise dafür eine Reihe von Längen und Breiten mit. Danach rückt u. A. Udschidschi um volle 24' (45 Km.) »ach Westen, nämlich von 30* 4' auf 29° 40' ö. L., und Usambura, die neuerrichtete deutsche Station am Nordende des See», von 29° 32' auf 29° 22 ö. L. Ein entsprechendes Ergedniß hatten FerguffonS Beobachtungen am belgischen Ufer. Mit dieser veränderten Lage stimmt gut überein die von Ramsay 1896 beobachtete Länge der Rugufumündung (südlich von Udschidschi) von 29 Grad 58' östlicher Länge. Ein anderes Anzeichen für bie Zuverlässigkeit ber Beobachtungen Fergusson» ist barin zu erblicken, daß seine Küstenaufnahme des SeeS mit der al» mustergiltig anerkannten Aufnahme HoreS genau übereinflimmt, während andererseits wieder für die Zuverlässigkeit Hores der Umstand spricht, daß die von ihm für Udschidschi ermittelte magnetische Variation vo» 11 Grad fich mit der von Ramsay beobachteten gut deckt. DaS Ergedniß FerguffonS ist jedenfalls nicht sowohl geopgraphisch als auch kolonialpolitisch recht intereffant unb bürste nach Allem eine wesentliche Korrekt« nicht erfahren.

Deutsches Reich.

* »erlitt, 11. April.

Der Kaiser telegraphtrie an ben Ober­bürgermeister ber Stadt Berlin:Kaiser Franz Joses h« mtt die hocherfteuliche Mittheilung zu- gehen laffen, er beabsichtige, in ben ersten Tagen deS Mai bie Kaiserin unb mich zu besuchen. Ich bi» überzeugt, baß bie Bürger bet Residenzstadt in treuer Verehrung und warmer Zuneigung zu dem hohe» Gaste emporblicken, bet einst ein treuer Freund

bin nicht ta ber Lage unb Stimmung, baranf ein- zugehen, unb möchte am allerwenigsten ben Schein ans »ich laben, al» wäre meines Onkel» Erbin mtt eine erwünschte Partie!"

Der Dickkopf! Der abscheuliche Dickkopf!" schalt Gräfin K«oltae.

Et machte fich nicht» b«au».

Eine» Tage» hatte fie aber doch ein Wort hi», geworfen, bal, wie fie sehr wohl erkannte, einen tiefe» Eindruck nicht verfehlte.

Das Mädchen liebt Dich! Ich mache eine Wette b«a»f.

Thu's nicht, gnädige Tante, Du blamierst Dich »»sterblich mit Deinem Sch«fblick," sagte Schilt« gezwungen lachend.

Dennoch kam er darüber zum Nachdenken. Warum klopfte ihm jede» Tag das Herz bis ta den Hals hinauf, wenn er den Garte» betrat? Warum horchte er, so lange er im Hanse wellte, auf ihre Stimme? Warum zuckte er heimlich schmerzlich zusammen, wen» die Thür fich austhat und Lisa z» ihm etattat, Vo­der Löbe» begleitet?

Lis« war reizend iu ihrer Liebeuswürdigkeit für ihu? ,ader es wäre ihm fast erwünschter gewesen, ste hätte fich nicht um ihn gekümmert, bann würde er GiseluS Kälte nnb Schroffheit weniger m Pfunde» haben. Sie sah er niemals; nie hörte er ihre Stimme, während Lisa oft saug, daß eS durch das ganze Haus tönte.

Die Löben »ar, Besorgungen zu machen, allein m ber Stadt gewesen.

E>auz aufgeregt kehrte ste z«ück.

(Fortsetzung folgt.)