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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
S»^ng. Untv,rstLS-vi»cht«cki«i ix Mirb-r^ (SöttitfddSBIrttt Ln-ntworttich für dir Redattion: Redakteur Han, Hupfer in Marbur»
TOWW»»»: Mur» 81. — Telephon 55. •wj****!**' **'**''v Redaktion: Mar» 8L — Telephon 55.
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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. OxartsI5»Lbonnement8-Preis bei der Expedition S Mk., bei all« PustäuUern 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). JnsrrtionSgebühr: di, ge» spulte« Zeil« oder deren Raum 10 Pfg., Reklame»: die Zeile 25 Pfg.
Marburg
Mittwoch, 11. April 1900.
Anzeigen nehmen entgegen: di« Expedition diese? Blatte?, die Annoncen- Bureaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg, Wien; Rudolf Moste, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; E. L. Daube & Co., Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris x.
35. Jahrg.
Erstes Blatt.
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Professor Mommsen gegen Professor Müller.
Professor Mommsen sitzt die Polemik mit dem Oxforder Professor Mox Müller über die Rechtsfrage ta südafrikanischen Kriege im Aprilhefte der .Deutsche» Revue" fort. Der greise deutsche Gelehrte offenbart nichts weniger als persönliche Artipathie gegen Eog- ioxb. Im Gegcutheil, er zollt dem England der frühere» Zeit sogar sehr hohe Anerkennung, aber unerbittlich scharf geht er mit den Chamberlain, Rhodes, Zameson und SinneSverwandte» ins Gericht. Er
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sagt u. A.:
„Es giebt Vorgänge, welche daS Sittlichkeits-
r 1899.
gefühl der gesommte» zivilisirten Welt empören und bei denen das höchste Tribunal der Welt, die öffent
liche Meinung der Ehrenmänner aller Nationen, zu
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Gericht sitzt und verurtheilt. Dies Trikunal hat fkeine Exekutive, und mau mag dessen Aeußerung 70,4 insofern als Gefühlspolitik bezeichnen; aber nicht
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daS Mitleid bestimmt seinen Spruch, sondern daS Rechtsgefühl. Leider habe» wir in de» letzte» Jahre» mehrere derartige Vorgänge erleben müssen; eS giebt verschiedene Namen von Personen und von Stämmen, die man nicht ausspreche» kann, ohne sich des Jahrhunderts zu schämen, i» welchem wir leben. Ebe» für uus, die wir wisst», was England der Welt bedeutet und was insbesondere wir Deutsche ihm verdankt habe» und verdanke», welche dir zur Zeit bei uns kolportirte Britenftesserei ebenso alberu erscheint wie verächtlich, für uns ist es hart, daß unter diese» Name» jetzt auch englische find. Wen» Max Müller fragt, fett wann die Deutschen schreit», so antworten wir mit dem Name» Jameson, der unbedeutende» Puppe, welche für Englands bösen Geist de» Namen hergtebt".
Mommsen beruft sich zur Wiedeileguvg Müllers auf den englische» Schriftsteller James Bcyce, welcher i» seine» „Bilder» aus Südafrika" darauf hin weist, daß am Jameso»- Einfälle nicht nur englische Offiziere, sonder« auch Tivppe» unter englischer Flagge theil- nahmen. Auf Müllers Angabe, daß die Bure» de» Krieg begonnen hätten, führt Mommsen den Hinweis James BiyceS darauf, daß England seit dem Juli offenkundig zum Kriege rüstete, die Buren aber erst am S. October de» Krieg erklärte», i»S Feld. Der Kutsche Historiker bestreilet entschiede», daß England eine» völkerrechtlichen Grund zum Kriege gehabt habe, denn die Wahlrechtsftage sei kein solcher. Er fragt.
(2541 2. Et.
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ms man dazu sagen wollte, wenn in England Leute, die mit dem Wahlrechte nicht zufrieden seien, daS Ausland als Richter aurufe» wollten. Der Aufsatz Meßt:
'erkauf»
Nachdruck verbot«
habe
■ Zuletzt tenite sie es i \ ■ »ehr aushalte», erhob sich
in ihrer Aufregung nicht
Wen» Arno nur nicht Elidia zu heirathen brauchte. Wen» mau ihm nur —!
Ȇ seinem Groll recht, Arno sei ein undankbarer schlechter Mensch."
Die Schwester las.
I« döse« Schein.
Roman von L. tz a i d h e i m.
(Fortsetzung.)
,LieS dies! Und ich meinte, der Hostath
, Modi für 16 ;
(246
14,1.
Jag»
Und da»» saßen sie beide tief bekümmert zusammen; i denn es war offenbar, Arno v. Schiltar hatte die : Enterbung nicht verdient.
Dieser immer sich erneuernde Druck war gar nicht ; 6’ ertragen.
Und keine Hilfe. Keine.
Gisela lag die ganze Nacht schlaflos.
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wieder und setzte sich an das Fenster. Der Mond schien, sommerliche Schwüle hg über dem Garten.
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(25 l, stützt
Und bann plötzlich kam ihr eine Idee!
So ging eS! So war es zu machen!
Jene Szene stand plötzlich vor ihr, da der Oberst 8mtzerwald vergebens zum Hofrath kam, Arno zu rechtfertigen.
Welches Glück, daß ihr dies ei«fiel! So ging
: der Oberst mußte helfe», er Met« konnte es:
Oberst Finsterwald saß am nächste» Morge» friedlich rauchend und dir Zeitung lesend in fernem Zimmer, als ihm eine Dame gemeldet wurde, die ihu zu sprechen wünschte.
Mit höchstem Erstaunen blickte er auf die schwarzgeränderte Bifiteukarte, die ihm ihren Name« meldete: „Gisela MenliShofer."
Und dabei war seine Stube so voll Rauch, daß mau kaum die Hand vor Augen sah! ES genierte ihn, aber was thuu? Ein attee ehrsamer Manu hat er eben nicht bester. Er stieß rasch ein Fenster auf.
»Mein liebes Kiud, welche Uebenaschung! War kau» ich für Sie thuu?" rief er ihr entgegen. Es befremdete ihn, daß sie allein kam. Sie sah reizend aus, wenn auch blaß uud befangen. Der große, runde Klapphut kleidete fie wundervoll.
„Ich möchte Sie vor allem bttteu, mit keinem Menschen von meinem Besuch zu spreche», Herr Oberst, derselbe muß ein Geheimniß bleibe» für jedermann, selbst Lisa uud Fräuleiu vou Löben ahueu nichts davon und solle» nichts ahne». Ich log beide» vor, ich wollte zum Zahuarzt!" flüsterte sie heftig und aufgeregt, indes er sie in seine Stube führte uud zum Sitze» einlud.
Gisela blieb sehr lange bet ihm; es kostete fie große Mühe, ihren Zweck zu erreiche»; endlich hatte sie ih» aber überzeugt und ihm in großer Daukbarkett die Hände drückend, verließ ste ihn.
Aber jetzt war noch ein zweiter, für fie viel schwierigerer Schritt uöthig.
Ihr nächster Weg fürte sie zu einem Sachwalter, dem Notar Mituacht, de» Justizrath Felfiug ihrem Vormund empfohlen hatte, als es galt, für die kranke Erbin des Hoftaths einen zuverlässigen Verwalter ihres Vermögen« zu finden.
Sie kannte den Herr» kaum; zweimal war er m dieser Zeit geschäftlich bei ihr gewesen; aber da er
„Das Schicksal der Burrn erscheint uns Deutschen als b, siegelt, und wir fiud es ja gewohnt, dem Unheil zusehen zu müssen, ohne Helsen zu können. Wir begreifen vollständig, daß das englisch- Volk wünscht und wünschen muß, daS englische Element in seinen Kolonien zu stärken, und daß es ein der- artiges Ergebniß aus dem südafrikanischen Kriege erhofft. Wir sind auch nicht der Meinung, daß dadurch unsere eigenen Interessen irgendwie verletzt oder gefährdet werden; die verständigen Deutschen wenigstens erkennen es vollkommen an, daß Englands Größe und Englands Macht, mögen noch so viele Engländer Deutschland uud Deutsche travrstiren und msultire«, auch für Deutschlands Weltmachistcllung eine Lebensfrage ist. Aber wir bleiben der Meinung, daß Jameson ein Verbrecher niederen Ranges war, und daß seine höhergestellteu Mitschuldigen straflos und einflußreich geblieben find. Aus Verbrechen Gewinn zu ziehen bann, wenn dieser Gewinn nicht der eigenen Person, sondern dem Staat erwächst, versagen sich wenige, vielleicht nur quichotische Köpfe. Zahllose Engländer, bte vor dem Antheil an der That selbst geschaudert habe» würde», bettachte» den Krieg und den Kriegsgewin» als Glücksfall für England. Ob sie recht haben? Ob die holländischen Südasrikaver, wenn sie in engere Beziehung zu dem Laupttand gebracht, die Segnungen der modernen Civilisation dankerfüllt empfange», oder die Wege der Irländer einschlage» werde», wer will eS Vorhersagen? Aber waS anch die Zukunft bringe, eines ist für die Gegenwart nnb für bie Zukunft gewiß: tu bei ruhmvollen englischen Geschichte wirb ein neues aufgeschlagen, bie Verrichtung bes Lenkerdienstes an den verspäteten Gesinnungsgenossen Wilhelm Tells.
Uvlschau.
Byzantinismus.
Die „Franks. Ztg." widmet zur Abwechselung wieder einmal dem „Byzantinismus" einen längeren Leitartikel. Wir würde» davon keine Notiz nehme», wen» uns nicht die Art, wie sie das Vorhandensein des Byzantinismus beg'.ürdet, ein gewisses 3bteufte abnöthigte. Das Blatt will nämlich in der häufigen Nachahmung der Kaiserlichen Barttracht das Vorhandensein jener Eigenschaft erblicken nnb bemerkt, daß es unserem Kulturstande nicht zum Vortheil gereiche, wenn „eine solche Sucht, des Kaisers Liebhabereien mitzumachen und die Kaiserliche Geschmacksrichtupg aller Welt aufzuzwiugen, sich breit machen kann". Gewiß hängt die Königstreue des Einzelnen nicht davon ab, ob er in der Pflege seines Körpers dem Beispiele deS Monarchen folgt. Auch kann eine zu wett getriebene Nachahmung in viele» Punkten unter Umstände» kleinlich und erheiternd wirken. Noch kleinlicher und erhetternder aber wirkt es, wen» eine große politische Zeitung das zum Geg-nstande eines langen Leitartikels macht. Ebe» deshalb wolle» wir
auf die bieiten Erörterungen, durch welche die „Franks. Ztg." die Vorliebe Sr. Majestät deS Kaisers für den „individuellen Bartschnitt" zu begründen sucht, nicht näher eingehe». Aber eine» eigenartigen Eindruck macht eS, daß ein Blatt in dem nämliche» Artikel, in welchem es de» BhzanttniSmuS tadelt, sich solche Erörterunge» überhaupt leistet. Denn weuu diese i» einem konservative» Blatte gestanden hätten, so hätte in ihnen die „Franks. Ztg." wahrscheinlich ebenfalls eine Erscheinungsform deS Byzantinismus erblickt.
Die „Post" fertigt das Frankfurter Blatt in folgender Weise ob: Für die „Franks. Ztg.", die sich von Zeit zu Zeit gern in der Roll- eines vom Auslande beachtete» und von den deutschen Reichs- behörde» gesuchte» Weltblattes gefällt, ist eS ganz geziemend, daß sie mit einem so tiefgründigen Artikel ihre Leser unterhält, und zwar in einer Z it, da bie Flottenfrage alle Herzen bewegt. Die Deutschen find et» glückliches und beneibeuswertheS Volk, daß fie in einem der wichtigsten Momente ihrer Entwickelung noch Zett finden für das wichtige Thema von — bet Bartbinbe. DaS ist i» der That bie höchste Stufe der journalistische» Leistungsfähigkeit, uud wir beglückwünsche» daS antimonarchische Blatt am Mai« mit dem zeitgemäßen Motto: „ES ist erreicht!"
Französische Jugendschriften.
In welchrm Geiste die ftauzöfische Jugend erzogen wird, daS zeigt folgende Notiz der „Kreuz-Zeitung": Bon befteundeter Hand erhalten wir Einblick iu eine Anzahl französischer überall verbreiteter Jugeud- schriftcn, bte eben so billig, wie künstlerisch vollenbet ausgestottet sind. Sie gehen unter dem Tttel „contes patriotiques" (vaterländische Erzählungen), heraus gegeben von Thomas fröreS in Pontarlier. DaS Charakteristische cs diesen Büchern ist der fanattsche Deutschenhaß, der in de» Erzählungen der fürchterlichen Roheiten, die von Leuten und Offizieren begangen fein sollen, sich Lust macht. Nimmt man dazu noch die Bilder, die vorzüglich gezeichnet, nur auf die Absicht losgeheu, die Deutschen als ein grausames Barbarenvolk hinzustellen, so kau« mau sich an?male», welche Wirkung solche Bildet und Lügengewebe auf kindliche Gemüthet ausüben müssen. Diese Schriften bilde» einen neuen Beweis dafür, daß man Frankreich nicht über den Weg trauen darf, dort, wo es sich um Sympathie Bewegungen handelt!
Der südafrikanische Krieg.
Dom Kriegsschauplatz.
Die Bure» fiud aus alle» Theileu des Kriegsschauplatzes zu erneuter Thätigkett übergegaugeu, wähteub Lorb Roberts sich pasfiv verhält nnb so ben Eindruck hervorruft, daß er nicht völlig actionsfähig ist. Am bedeutendste» ist das Vorgeheu bet Buten um Bloemfontein. Wen» es anfangs schien, daß
kei» anderes Wort als eben von seinem Geschäft mtt ihr geredet hatte, so sühlle fie sich ihm peinlich fremd.
Andersett» hatte das sei» Gutes. Sie konnte einfach jede etwa von ihm verlangte Erklärung ver- weigeru.
So faßte fie denn allen Muth zusammen, als fie das GeschästSbüreau des Notars betrat, und bar» über geriet!) iu ihre Haltung uud ihre« Ausdruck ein Anschein von Hochmuth uud Zutückhaltttug, die ihr soust völlig fern lagen und zu ihrem Unglück immer hervorttaten, wenn ste sich am alletjSmmerlichsten verzagt fühlte.
Der Notar Münacht war aber kein schlechter Menschenkenner. Ihm entging daS ZÜtetu der feinen Lippen nicht uud die vibrierende Stimme feiner Slieuttu.
„Ich möchte Sie bitte», mtt, wen» möglich noch heute eine größere Summe Geldes in Gold uud StaatSscheineu flüsfig zu machen," sagte fie, genau wie der Oberst ihr die Worte vorgesagt hatte.
Die Sache ging wunderbar glatt ab! Statt ein Examen mit ihr anznstelle», wie fie befürchtete, fragte der Notar, wenn auch nicht ohne ein gewiffes Erstaunen, nur einfach: „Wie viel wünschen gnädiges Fräulein?'
Uud als fie daun die Summe, in ihren Augen ein Vermögen, kecklich nannte, obwohl ihr da» Herz heftig schlug, da hatte er auch jetzt nicht einmal einen noch so flüchtigen Blick der Frage. Sie wat ja jetzt mündig und Herrin ihres Eigenthums, et wünschte nur zu wissen, wann das gnädige Fräulein die Summe iu Empfang nehmen werden?
Gisela athmete anfänglich wieder erleichtett auf. So flott ging das?
bie Abteilungen be Weis mit ihrem Vorstoß nach Süden östlich vou Bloemfoutein nur den Zweck der» folgten, die Wafferwerke der Stabt zu zeistören und bas Detachement Broabwoobs abzufangen, so ist eS nunmehr klar, daß diese Unternehmungen nur Episoden waten und daß Eommasbaut be Wet einen sehr gesunde» taktische» Plan verfolgt, de» er bisher mit bi lern Geschick durchgeführt hat. Dieser Plan geht offenbar dahin, die rechte Flanke Lords Roberts dauernd zu bedrohen, und ihn so an einem weiter» Vordrtnge» nach Norden zu hindern, da er sich durch eine» solche» Vormarsch der Gefahr auSsetze» würde, im Rücke» angegriffen und seiner Verbindung- linie n beraubt zu werden. Weiterhin aber sucht de Wet anch daS Verbleiben Roberts in Bloemfontein unmöglich zu mache». Die Zerstötung der Waffei werke war schon der erste Schritt zur Veiwttklichung dies-S Versuches. Die Ausdehnung der bmtschen Linie» Wetter »ach Süden bis Reddersburg 60 km südlich von Bloemfontein ist die Fortsetzung. Auf dieser langen Linie stehen die Bure» in unmittelbarer Nähe der Eisenbahn, der einzigen Straße, die Roberts mit der Capcolonie verbindet und die er gerade im gegenwärtige» Augenblicke dringend bedarf, um Remoute» Pferde, Zugthiere, Vorräthe und Winterbekleidung für die Mannschaften heran zu schaffen. Sie könne» mit derselbe» Leichtigkeit, mit der ihnen die U-ber- ruwpelung am Koornsprnit und bet Reddersburg gelang, auch auf die Bahnlinie vorstoße», die lediglich an den Stationen durch kleinere Besatzungen gedeckt ist, auf freier Strecke aber nur schwer gegen Heb erfülle geschützt werden kann. Zn einem derartigen Vorstoße gegnügt eine ganz kleine Abteilung, ja selbst eine einfache Patrouille, die durch ein Paar Dynamitpatrone» de» Schienenweg so gründlich zerstören kann, daß mindestens auf eine Reihe von Tage» die Verbindung zwischen Kapkolonie und Bloemforiei« unterbrochen ist. Und dieses Manöver läßt sich an verschiedene» Stellen gleichzeitig ausführe» n»d, wen» der Schaben füllte anSgebeffert werben, ohne Mühe wiederholen, während die Engländer kein anderes Mittel dagegen habe», als ein fleißiges Abpatrouillire» der Bahnlinie, da eine Besetzung des Bahnkörpers die ganze Roberts'sche Armee in Anspruch nehmen nnb damit Bloemfontein gegen einen feindlichen Vorstoß unhaltbar mache» würbe. Das Adpatronilliren ist jedoch die stärkste Seite der englischen Armee nicht, und auch bei dem besten Willen und Können wären die englischen Patrouillen den Suren bedeutend unterlegen, weil ihnen deren Ortskemttniß und Beweglichkett abgeht. Es ist infolgedeffe» begreiflich, wen» man zur Zett über diese neueste Entwickelung der Dinge tu Loudon einigermaßen in Sorge tst und fich auf eine Unterbrechung der Bahnverbindung gefaßt macht. Gerüchtweise verlautete beretts, wie gestern gemeldet, aus Capstadt, daß der Telegraph nach Bloemfontein zerschnitten fei. ein Gerücht, das allerdings noch der Bestätigung bedarf.
Da hätte fie ja gar nicht solch' tolles Herzklopfen zu haben brauche«.
Sie verabredete, daß der Herr Notar fie um drei Uhr Nachmittags im Garte« treffen werde. Fräulein von Löben hielt dann ihre MittagSrnhe, ihr Schwester las nach dem Effen, und so war fie unbeobachtet.
„Gnädiges Fräulein wünschten also, daß die Damen —?"
Nun aber flog doch ein heimliches Erstaune» über fein Gesicht.
Nein, «ein! Lisa durfte eS nicht merken, und Fräulein vou Löben — nun, die ging eS ja gar nichts au.
SIS Gisela zu Hause angelaugt, hörte fie, Lisas Stimme heiter und ftisch im Hinterzirnmer lachen. Eben trat bie Löben ihr ans der Thür desselben entgegen. Wie ein Stich durchfuhr es fie.
Richtig! Arno war da und Lisa half ihm. „Sie fiud gute Freuude!" berichtete Fräuleiu von Löieu. „Möchten Sie den Henn Arno von Schiltar nicht wenigstens einmal begrüßen, Gisela?"
„Au ihm ist es, zu mir zn kommen," war Giselas schroffe Antwort.
Und dann sagte fie der Löben, fie wöge nur wieder hineingehen und die Ehrendame Wetter spiele».
Es war recht langweilig, daß später Gisela darauf bestand, Oberst Fwsterwalb zu erwarten, als Fräuleiu vou Löben und Lisa fanden, eS sei hohe Zeit, jetzt zu der Gräfin Sardine zu gehen, die fich ihre Freundinnen und die jungen Damen einge» laden hatte.
(Fortsetzung folgt.)