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Geilaze zil No. 80 der Okrheslischen Zeitung
Druck und »erlag: Joh.Aug.Soch, Universität«-Buchdruckeret in Marburg. — Berantwortlich ftr die Redaktion: Redakteur Han« Hupfer in Marburg.
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oie «ewayrung von Tagegeldern die bei de»
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lieben ?
Nun, Sott sei Dank, Lisa »« so richt-1
* wissen muß e. Da» mü'be ih» sicher beruhigen.
I» wenig n Minuten lag daS Brrescheu auf schwarz -eräaderiem Kartenpapier fertig da.
Reichetagswahlen ohnehin schon längst herrschende Zersplitterung um »och vermehre» und damit die Aussichten der Umsturzpartei und der im Lunde mit ihr auf Stichwahlerfolge spekulireuden Freisinnigen noch günstiger gestalte» würde, als sie es ohnehin schon find. Damit aber wäre reichlich avSgegliche», was hier und da, auch von Seite» der mehr rechts stehe»de» Grupptrungen für die Gewähr».,g vou Tage« gelber» vorgebracht wird: daß sie di: Wahl tüchtiger, aber »»bemittelter Leute ermögliche» würde. Das glaube» wir eben nicht. Diese .tüchtigen, aber nn« bemittelte» Leute* brauche» im Wahlkampf »ehr als Bewußtsein ihrer WertheS. Wenn er von allen Seite» bestritten wird, Hilst es ihnen sehr wenig. Das allgemeine Stimmrecht wird »ach ganz andere» Gesichtspunkten gelenkt. Das sollte man nachgerade doch wisse». De» Konservative» ist es bekannt; sie könne» sich deshalb auch von diesem Standpunkt aus uicht für Tagegelder erwärmen."
Sie »ahm de» Ar« der Löben und ließ Wendelstein mit Gisela gehe».
Uud war die» Absicht ? War e» Zufall? Wendel stein erzählte Gisela, daß er sich um eine Stelle an einer weit entfernte» Universität bewerbe» «olle.
»Ich muß sehen, daß ich vorwärt» komme; hier sind meine Aussichten gut, aber er wird trotzdem noch Iah e koste», ehe ich mei» Ziel erreiche."
Fort wollte er? Dann »ar e» also sicher, er liebte Lisa »icht.
,0, Herr Doktor, ich würde Sie vermiss-»! Sie sind der einzige Fre»»d, de» ich habe!" rief sie er schreckt uud hütete sich anzudeute», daß auch Lisa ihn vermissen würde.
„Sie stad sehr gütig! Ich bi» leicht geuug zu ersetzen!" sagte er bedrückt.
Al» Wendelstein gegangen war, »ah« Gisela Lisa» Ar«.
.Wendelstein will fort, Lisa!" sagte sie aufgeregt.
.Da» sah ich komme». Er machte neulich schon eine Andeutung," war die Antwort. (Fortsetzung f.)
Frankreich, meine Herren, ist eine europäische Großmacht und ist wieder eine Kolonialmacht geworden. I» letzterer Hinsicht ist unsere AnSdehunng mit wunderbarer Schnelligkeit vor sich gegangen. Jetzt aber müffe» die Reichthümer der neuen Kolonie» »st de« Kapttal des alte» Frankreich auSgenutzt werde». Bo» den Mächte», die sich ehemals die Lorherrschast streitig «achte», fi»d die ei»e» gewachsen, die andere», die jünger sind, bestrebe» sich, an die Spitze zu kommen. Wir müssen kämpfe» und mannhafte Generationen heranbilde»; unsere wirthschastliche Organisatio» muß «etter entwickelt werde»; durch i»tellige»te Arbetteu muß erreicht werde», daß Frank' reich die :oße Straße der Wett bleibt; unsere Flotte muß toieLet die Stärke erreichen, die »öthig ist. Ich würde mich glücklich schätzen, wenn der Senat mit mir darin übereiustimmt, daß solche Erwägungen bei den Erörterungen über die auswärttge Polittk »icht unangebracht waren.
Portugal. Nach Berichte», die die .Srz^g." a»S London erhalle«, glaubt «an dort, daß die soforttge BereitSviLigkeitSerklärung Portugals, die ihm von dem Berner Schiedsgerichte auferllgte Zahlung zu leiste» uicht außer Zusammenhang damtt stehe, daß sich die portugiesische Regieruo, die Beschaffung des erforderliche» Betrages durch Mithllfe von be. fteundeter Seite gesichert habe. .I» dieser Bqiehuug, so schreibt der «orrespondeut, fällt auf, daß da» offizielle .Jourual de St. PeterSbourg", »och bevor die portugiesische Erklär»»« abgegeben war, die Meinung aussprach, Portugal werde die, um die ihm auferlegte Zahlung zu berichtige», erforderliche
Attentat auf den Prinzen von Wales.
Auf de» Prinzen vo» Wales, der auf der Reffe »ach Kopenhagen Mittwoch Nachmittag 5 Uhr 30 Min. a»f dem Nordbahuhofe i» Brüffel emtraf, wurde von twem Unbekaunleu geschofle». Der Prinz ist nicht verwundet, der Thäter wurde verhaftet. Das Attentat auf de» Pri»ze» vo» Wales erfolgte, als der Zug de» Nordbahuhof wieder verließ. I» diesem Angeu- blick sprang ei» Mau» auf da» Trittbrett des Salou- wage»S. Der AtteutLter feuerte vom Trtttbrette
, , , ist jeder praktischen Hausfrau Linde 8 dringend zu empfehlen, denn man EsSenZ kann durch ihren Gebrauch an Bohnenkaffee sparen.
»evommen. Au» Böhmen nab Mähren tokt vielfach starker Schneefall gemeldet; der Eisen! bahuverkehr ist st lleuveise in Folge von Schnee verwehuogeeingt stellt bezw. nvterbiochn. I» Folg der anhaltende» heftigen Regngüsse wird and illeu LaudeStbeilen Oesterreich» Hochwasser a e f a h r gemeldet. Die Dona» und ihre N-ben flüfle sind in rapidem Steigen begriffen. In gan Schwaben wüthen heftige Schneestürme. In Allgäu liegt der Schnee meterhoch. Der Verkehr ff vielfach unterbrochen; die Eisenbahnzüge haben groß Verspätungen. — I« Harz herrscht bei 5 Gra Kälte starkes Schneetreiben.
Vermischtes.
Lut Nah und Fern. Ei» fnrchtbare» Verbrechen wurde in Bischwitz (Rre;» Ohlau), verübt. Etu mit vierzehn Jahren Zuchthaus vorbestrafter Mau» setzte einen Strohschober in Brand und lockte dadurch die männliche Bewohnerschaft zur Brandstelle, um währenddessen auf Diebstahl auS- zugehen, in einem Hause, wo er einbrach, traf er eine Frau mit ihrem Sohne an, beiden spaltete er mit einer Axt den Kopf. Bei seiner Verhaftung machte der Brandstifter und Doppel wö der einen vergebliche» Selbstmordversuch — Eine gräßliche Familie»tragödie hat sich in dem schwedische» O-t Heßleholm zugetrageo. Der Volksschullehrer Bergstrand vergiftete sich uud si be» von seinen nenn Kindern mit Blausäure
Unb fitzt flüsterte die tö ichte Gisela demselben zu: .Grüße ibn!" uud sah betrübt und zärtlich darauf nieder. Ihr Herz war voll Trauer «ehr, al- voll Zorn, nun sie ihm geantwortet hatte, wie e» ihr Stolz forderte.
Wie gern hätte sie ihm freundlicher geschrieben! Aber unmöglich, unmöglich!
Doktor Wendelstein, der tägliche Gast, kam Nachmittags. Ec brachte den größten Theil seiner kurz gemeffeueu freien Zeit bei den Echwsteru zu.
Gisela bemerke, daß er verändert anrsah, viel ernster.
.Das thut er schon lange!" sagte Lisa, .Du hast e» nur nicht bemerkt."
„Ja, aber warum denn?"
Lisa schwieg und sagte dann »ach einer Weile bitter und bedachtsam: „Er fühll vielleicht, daß et die Entfernung zwischen uuS wieder vergrößern will. Wir waren wohl etwa» zn verkant geworden."
„Ja, da mag er recht haben!" war Gisela» Antwort, uud uu» flog es über Lisa» Gesicht wie Schrecken. Aber Gisela war viel zu sehr mtt sich beschäftigt, nm darauf zu achte».
Dennoch fiel e» ihr anderen Tage« mehr al» früher ouf, daß in de» Freunde» Auge» der tiefe Ernst nicht weichen wollte.
Sollte Lisa recht habens Das Blut schloß ihr heiß zum Kopfe, ihr Stolz empfing eine neue Wunde.
Wi-? Sie halte zuweilen gehofft, er und Lisa würde» dereinst ein Paar werden; ein Liebet Pärchen schienen sie ihr schon oft, obwohl Wendelst-i», der über seine M ttellosst kett und feine vorläufig noch mühsam zu erstrebende Laufbahn sehr öff n war, nie- mal» ein Wort von der Liebe geredet batte, die G sela für ihre Schwester an» feinen Augen gelesen zu haben glaubte.
Hatte ste sich getäuscht?
Arme Lffa l Aber war sie wirklich zu beklage» I Sie »ab« W-odelstein» Veränderung augenscheinlich
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weiteste» ab wohnende» Neger des Inner» genau wiffe», daß sie dmch de» Handel nur Bortheil habe». Diese» ist auch der Grund, weshalb die Pflanzer am Kamernnberg in Dibundja, Bibundi, Viktoria n. f. w. jetzt keine Janndellnte mehr als Arbeiter bekommen. Der ganz hervorragende Handel Mittelund Süd-Kameruns mtt den reichen Hinterländer» über Edea einerseits und Jaunde andererseits auf urallen Karawanen straßen »ach der Küste vou Malimba, Kribi, Klei», uud Großbatauga gebraucht, ernährt »ud beschäftigt den größttn TheU der dort ansässigen Bevölkerung, und da der Neger geborener Händler ist, so zieht er es natürlich vor, auf eine ihm zusagende und bequemere Weise Geld zu ver- dienen, al» sich als Arbeiter anf Plantagen nach einer ihm fremden «egend verschicken zu laffen. Im Uebrigeu wird ja wohl auch diese» Mal unsere Schutztruppe der Lage Herr werden. Eine ge- wisse Vorsicht, ein bischen Mißtrauen den bisherigen Gerüchten gegenüber ist daher ganz am Platze; die Lentenoth ist gewiß fatal »icht »ur zu Hause, sonder» auch drauße». Ob aber die Berichte, wie sie jetzt die Preffe pasfireu, »icht eher schädige», als uötzen, ist wohl eine ganz berechtigte Frage.
Wtt gebe» diese, de» bisherige» Darstelluuge» entgegengesetzte Ansicht gern wieder; es sollte nu» fteuen, wenn die Befürchtungen, die diesmal uicht nur gerücht weffe, sonder» von sonst g»t mtterrichteter Sette laut wurde», sich nicht bestätigte».
fihr ruhig. > Bisher find Bergstrand und vier fibbsr gestorben.
Unb warnm war er den» verändert? Warum Die Beranlaffung zu der Thal eine Unter sprach er nicht, wen» er Lisa liebte? O, sicher, schlagung, die er al» Sekretär einer Bank beging.— er würde e8 auch gethan haben, wenn — iAnhaltender Schneefall trat Sonnabend
Wie war e» aber nur möglich, Lisa nicht zu Nacht wieder in Wie» ein, nachdem zwei Tage hi» l durch Tvauwetter geherrscht hatte. Der Damme y uud zOmuidnSserkehr ist stellenweise noch nicht wieder auf»
«iackdruck Betörten
Z« dösen Schein.
Roma» von 8. Haidheiru.
(Forttetzung.!
Nein, sie reiste nicht! Keiuenfall»! Aber sicherlich, Herr von Sckiltar hatte deshalb »och nicht zu fürchten, daß ste ihm in de» W-g treten würde.
L'sa blickt- neugierig da» Schreibe» an, Fräulein von Löben zählte eifrig ihre Strickmasche» und brannte ärger, al» die Schwester, zu wiflen, wa» wohl Gisela so sichtlich erregte.
Diese stand aber auf, »ahm den Brief und schloß ihn in ihrer Großmutter Sekc-tär, der ihr mehr und mehr eine Art Reliquieuschreiu geworden mar.
„Willst Du nicht antworten? Der Bursche wartet," sagte Lisa.
„Ach so, ja!"
Gisela blickte ungeduldig und uuenischloffen umher. Wa» sollte ste denn antworten?
„Wa» meinen Sie, liebe Lisa, laufen tok mal durch de» Garten? Mir steigt da» Blut oft so sehr zu Kopse!' sagte Friuleiu vou Löben und erhob sich taktvoll.
„Gisela athmete anf. Da» alte Fräulein gefiel ihr sehr.
Dan» faß ste 'am Schreibtisch und wußte nicht recht, wo» schreibe». Zwei Anfänge zerriß ste.
Endlich »ahm ste Bleistift und Pipier.
Lächerlich! Ein Konzept zu machen! Aber er sollte doch fühlen, daß feine Abwehr höchst über püssta war.
So so konnte e» sei».
„Gisela MenliShofer bestätigt Herr» L'utuant von Sch Itar d-n Empsani seine» heutige» 8iicfe6. Ob oodl ste nicht die Absicht hat, zu verreise», v r sichert ste Herrn von Schiltar der völliaste» Nage stöclbeit bei feinen Arbeite» in ihrem —*
Rein, da« ging n*dbt.
Die letzten zwei Worte wurden au?g-striche» unb statt ihrer gesch ieben: „wann immer e» ihm beliebt dieselbe» — wenn auch unangemeldet — vo zu uehm-n."
Ja, so gina el. Da» faate gerade, wa» er
' Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt fÄr die Kreise Marburg und Kirchhain.
Jllustrirtes Sonntagsblatt. -—
Vergnügungsanzeiger.
Repertoir-Entwurs der Frankfurter Stadttheater.
Operuhau».
Donnerstag, ». April: „Vrophet". I
Freitag, 6. Avril: „Puppe". 1
Sonnabend, 7. April: „Barbier von Bagdad", hieraus
»Da« Bersp-echeu Hinterm Heerd".
Sonntag, 8. April, 8% Uhr: „Sasparone". 7 Uhr! „Silvana".
Dienstag, 10. April: „Abreise", hierauf: „Svangelimaunl Schau! pielhau».
Donnerstag, K. Apr l: .Logenbrüder".
Freitag, 6 Avril: „Minna von Barn6dm*.
Sonnabend, 7 April: .Schla'affenland".
Sonntag, 8. Apnl: „Schlaraff-nland".
Frau Melba bat der Jätendem, telegraphisch «i geideilt, daß st« an Inf luen,a ertrankt fei undt! bbftge« Saftlpiel, welch,« nächste Woche hätte stattfind, sollen, auf spätere Z tt verschieben mfifie
EW Rheinisches |echnikum Bingen für Mosohlnenbon ud Elektroteehnlk.
------vti uacuugitn « Verbündete» uud KriegSmüdigkett der Freistaatler «ost gesucht. So soll angeblich in Lomen^o Marque» schert werden — vo» wem, wkd ftellich nicht —, daß Präsident Steijn vor einigen Tage» * Ansicht geäußert habe, sich de» Engländer» er. wen zu wollen. Nur die Beharrlichkeit de» Präst. «te» Krüger habe ihn zur Fortsetzung der Feind- «igkeiten bewege» könne». Es soll verabredet sei», Aue FriedeuSvorschläge zu mache», so la»ge »icht ^»igsteuS ein bedeutendes Gefecht geschlagen sei. Die derzeitige Situation scheint ftellich am aller- Zigste» dazu angethan, Glauben an solche Gerüchte 8 erwecke».
Kundgebungen.
Donnerstag fanden in Kapstadt sowie in Jtew» größeren Städten der.Kopkolonie und Natals fiaffeuversammlmigen (?) statt, in denen Resolutionen, « die Einverleibung der Burenrepu- liken fordern,'eine „begeisterte" Annahme fanden. ® die Teilnehmer der Kapstädter Versammlung, i der der Bürgermeister den Vorsitz führte, im Joe von dort zurückkehrte», begegnete» ste bem mntzerpräfide»te» Schreiner, den sie mtt Henle» Pfeifen empfinge». Schreiner flüchtete in ei» »ffeehaus und gelangte schließlich von dort in da» arlamentSgebäude; hier Hirte er mtt entblößtem aupte das Abfingen der Nationalhymne a», worauf Menge fich beruhigte. — Andere Berichte er- ^»r» die Sache etwas ander». Einem Telegramm H -Star" ans Kapstadt zufolge wurde in Kapstadt
Erscheint täglich außer au Werktagen nach Sor«. uv Feiertagen.
MF 04 Ouartalv-AbonnementS-Prei» bei der Expedition 9 Mk, bei allen e/I2i Ol Vostintti» 9 95 Mt -."-r .