rfer
tu r»
«, Hof
hen
unter $106
i
öchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
*"Lrscheint täglich außer <m Werktagen nach Komi» nnd Feiertagen. Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition diese- Blattes, die Slunoncen-
__ «n OnartalS-AbonnementS-PreiS bei der Expedition 9 Mk., bei allen MwUl-VUl VI Bureaux von Haasenstein L Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Magde- qk cyrtt.rrt
Jlo 7d PoMmtrnr 9,95 Mk. (exkl. Bestellgeld). JnsertionSgrbühr: di« a«. no cmx«, 1 nnn bnra, Wien; Rudolf Mosse, Frankfurt a.M., Berlin, Munchm, Köln; SO. ^ZUljlg.
•'* spalten« Z«il» od«r denn Raum IO Pfg., Reklamen btt Zeile 95 Pfg. 'y(ttttDOu), uö< iUlUTJ lollU. E. L. Daube & Co., Frankfurt a. M„ Berlin, Hannover, Paris x.
.au». 3«i lag. «och, UniverfitLtS-Bnchdrn<r«ni in Marburg. Verantwortlich für di« Redaktion: Redakteur Han» Hupfer in Marbur»
totHtton: Äertt 91. - Zttoton 55. «^UUjlTIVVW '»VWWlUJpVWWb Redaktion: Markt 91. - Telephon 55.
I
__nicht erneuert hat, erhält uuser Blatt leider am
v
, April nicht weiter. Wir Bitten daher, die
le--
sthkl Aee,
11 Unterbrechung in der Zustellung deS Blatter ht ein tritt. Wir können diese Unterbrechung nicht chiuderu, da dar Post.Zeitung».Amt nur die von i einzelnen Postämtern aufgegebenen Exemplare r Uebermittelmlg an die Abonnenten annimmt.
Die Expedition
der .Oberhessischen Zeitung."
jMer von unseren
> Post-Abonnenten
b«8Abonnement auf He „ berh<sfischeZett««g" ftolL Quartal 1900 (Sprll, Mai, Juni) Bei Empfang der letzten Quartals-Nummer
|1| Abonnements-Erneuerung sofort
>ei dem betreffenden Post • Amt zu bewirken, damit
m-
Die Flotten-Vorlage.
i n. Sm heutigen Dienstage beginnt die Budget- ^^^Lommisston des Reichstages mit der Berathung der rWotten-Lorlage, die vor 8 Wochen dem Reichstage ,gs-.zßuging. Die Verzögerung der wichtigen Angelegen. ' ' heil wurde hauptsächlich dadurch herbeigefühlt, daß (ri^tieselbe Kornmisfion bis vor 8 Tagen mit der Durch.
-berathung des Etats dringend beschäftigt war. Im MPl-nnm wurden bei der ersten Lesung der Flotten, »orlage seitens der Regierung als zwingende Gründe ffür eine Vermehrung der deutschen Seemacht ange- fett, daß nur mit einer starken Flotte die europäische, ßchwer erkämpfte Weltmachtstellung des deutschen UaM-i»-S behauptet und seine Stellung im Weltverkehr gewahrt werden könne. Diese Gründe muß j non unter dem wichtigen militärischen Gesichtspunkt
lettadjten, daß das deutsche Reich erst durch die ge-
»lante Flolten-Verrnehrnng in den Stand ges>tzt wird,
▲ m ie Nordsee gegen jeden Feind zu behaupten und in I T Bt eine offene Seeschlacht mit Aussicht auf Erfolg 11 (u wagen. Wenn die Nation die von der Regierung O ^forderten Opfer nicht bringen will, dann wird, wie
nr Minister v. Miquel ausführte, .nicht Fortgang >5, und Fortschritt, sondern Rückgang und Verkümmerung 22. das Loos des deutschen Volkes sein."
lieb-
^fg.
»ähp Was die Schwestern da sprachen, war Unsinn, *VU1 "ber ein so göttlicher, entzückender Unsinn. Und
rt
llg
1204
act e C. I
Doktor Wendelstein verabschiedete sich. Gisela vg die Schwester noch näher an sich heran. .Die srenzen schrie, ich sei eine Erbschleicherin, und er
Ach, Lisa!"
»Hat das elende'Weib sofort znm Hause hinaus- 1‘Pgt; noch felB gen Tages mußten sie und ihr Mann ^ziehen. Na — sie tHaien es nicht ungern — sollen Deinen alten Hofrath unglaublich betrogen haben !“
Wendelstein kam es vor, als höre er daS bchste Bogelzwitschern, so kosend und frisch klang Lisas Stimme und welch und ernst dagegen Giselas.
Nachdruck verbot«
3« dösen Schein.
Roman von L. Haidheim.
(Fortsetzung.)
), solch w OPs, nart
er
Gegenüber diesen, von unfern ersten politischen, tchrthschafrlichen und militärischen Autoritäten offen bettretenen Ansichten und Forderungen hat keine Partei im Reichstage der Flott, n - Forderung ein kaltes.Nein" entgegen zu setzen gewagt, außer jenen radikalen, in doktrinäre Grundsätze verrannten , Fraktionen, von denen man feit jeher gewohnt ist, he Bei alle Ausgaben für die Landes-Vertheidigung
Lisa» Naivetät, immer von .wir" bezüglich der Erbschaft zu leben! — Aber Gisela fand daS offenbar durchaus natürlich.
Die Schwestern umarmten sich zärtlich.
.Sag' es ihm, Lisa, sag ihm, ich wollte nur ®,e Hälfte, die andere soll er nehmen. Ec muß es, »enn ich ruhiger werden soll!"
»Er thut eS auch! Laß mich um machen! Er
*1 so riesig nett gegen mich! Ich bringe ihn dazu!" Astert- Lisa.
. .Und er — ? Du sagst, er ist gekommen? ist et also mit nicht böse? Wie edel! Ach, * i|t !"
als unvroduktio kurzer Hand zmückweisen. Gegen >en Willen dieser radikalen Parteien ist daS deutsche Reid; entstanden und groß geworden, da muß eS eider als selbstverständlich gelten, daß diese Parteien auch nichts dazu thuu werden, um die Größe und !kraft des Vaterlandes in Zukunft zu erhalten. Glücklichweise sind diese Parteien in der Minderbest.
Die Faktoren für die KommisstonS-Betathnng sind also gegeben in einer Mehrheit, die einer Flotten- Vermehrung im Priuz'p zustimmt, und einer Minder- jeit, die unter allen Umständen .Nein" $u; sagen entschlossen ist. Da die Dinge so liegen, werden ich in der Kommission die Erörterungen weniger um »en Flotter plan selbst drehen, al» um die Frage, wie die Mittel für die Vermehrung der Seemacht aufznbringen find. Soll diese Berathung zu dem ür Deutschlands Zukunft absolut nothwendiger» Er- gebniß der Flotten Bewilligung führen, so wird die Kommission von der unwiderleglichen Thatsache ausgehen mfiffen, daß daS deutsche Volk wirth- schaftlich imstande ist, die neuen Lasten zu tragen. Diese Thatsache ergiebt sich au» unferm wachsenden Wohlstand und au» der im Berhältniß zu anderen Nationen gelingen Belastung deS deutschen Volkes. ES handelt sich also nicht wehr um den Nachweis, ob Deutschland witth- schaftlich imstande ist, die Flotten-Vermehrung durchzuführen, sondern darum, festznsetzen, wie die noth wendigen Lasten am leichtesten getragen und möglichst gerecht vertheilt werden.
Wenn in der Erörterung über diese .DecknngS- frage" in der Presse viel von den .starkeu Schultern" die Rede ist, so kann im Prinzip unbedenklich zugegeben werden, daß die Lasten für den Staat sich nach den wirthschaftlichen Kräften der zu Belastenden zu richten haben. Bei der Flottenvorlage handelt eS sich aber um eine große nationale Sache. Die ganze Nation hat an ihr in allen Gliedern ein Interesse. Von der Sicherhest des Vaterlandes ist die Existenz des .kleinen Manne»" genau so ab hängig wie die des scheinbar wirft.schaftlich Unabhängigen. Diese Sicherheit soll die Flotte erhöhen und eS erscheint daher nur billig, daß auch alle, jeder nach seiner K aft, zu dem Ausbau unserer Marine beitrage. Hofft» wir, daß sich in den Be- rathungen ein kräftiger nationaler Zug geltend mache, der über kleine und kleinliche Bedenken hinwegträgt.
Umschau.
Ein neuer .Bund".
* In Berlin ist, wie wir gestern kurz mittheilten, am Sonntag ein .Goethe Bund" gegründet worden. Fast alle Kopacitäten der Wiffenschaft, der Litkeratur und Kunst haben an der Gründung Theil genommen. Den Anlaß gab die .lex Heinze"; wir wollen aber hoffen, daß der Goethe-Bund sich nicht nach der Art der verschiedenen Rickert'schen.Schutzoerbände" dahin
.Seufze nicht, Herzchen! Ihr vergleicht euch, und damit gut. Er ist ja nun hier in der Stadt."
.Erzähle! War ich lange krank? Nm fünf Tage?"
.Nur? Du hast uns Angst genug gekostet! Der Schrecken, als Doktor Wendelstein mich zu Dir holte und Du da lagst in heißem Fieber und in wilden Phantasien. Hast Du einen Unsinn geschwatzt, Herzchen! Und Euer alter Doktor lobt Wendelstein über die Maßen. Weißt Du, «ffela, der ist so gut. Ich kann es gat nicht beschreiben. Wie Brüder haben die beiden —'
»Wer?" fragte Gisela athemloS dazwischen.
.Nun natürlich, Schiltar und er. Ich sage Dir, da» war gleich eine Freundschaft. Und was haben die beiden mit dem braven Alten olle» ins W rk gerichtet. Gleich einen neuen Haut meister engagiert, mit Frau; waren bei General von Nevkirch». Sehr »eit ist die Frau, so mütterlich, weißt Du. Der Manu ein Brummbär, e» steht sehr, drollig au», wenn ich ihn trotzdem in» Lachen Bringt. Einen Gärtner haben wir auch und ein Mädchen für daS Hau»."
.Ach Sott, Lisa, ich kann mich »icht freuen. ES ist ja so schön, reich zu sein, aber —•
Und Gisela tropften die Thränen aus den Augen.
Sie fühlte sich noch sehr matt und dazu sehr, sehr unglücklich.
.Erbschleicherin!" klang e» ihr immer noch im Ohr. So würde man fie nennen, weil sie Arno alles genommen.
Ader fie hatte eS ja nicht genommen, nie an Erb- schleicherei gedacht.
treiben läßt, auf Grund einseitiger Darstellungen und eingebildeter Gefahren, bestimmten politischen Tendenzen zu huldigen, sonst dürfte der .Glanz" deS neuen Bundes bald schwinden. Wenn aber die Vereinigung der Berliner Gelehrten, Schriftsteller und Künstler den festen Willen zu betätigen entschlossen ist, den einer der Versammlungsredner kundthat: „Wir sehe» ganz allein daraus, daß unser Stand rein erhalten wird, denn wir find un» unserer hohen Verantwortlichkeit vollauf bewußt" — wenn mit vollem Ernste nach dieser Richtung gearbeitet wird, dann können auch wir die neue Gründung nur willkommen heißen. Es ist ja allerdings nicht daran zu zweifeln, daß gewiße .leitende" Faktoren jener Sonntagsversammlung nur Agitationszwecke zu Gunsten demokratischer Tendenzen im Auge haben; vor diesem Mißbrauch wird sich aber der neue „Goethe-Bund" hüten müssen. Die freisiuuig-demokrattsche Preffe sucht stch schon als Protektorin des Bundes aufzuspielen; daß fie dabei Aeußemngen wie die geplante .lex" sei „die Para» graphiruug parlamentarischen Größenwahns" beifällig wieoergiebt, ist der Humor bei der Sache. So arbeitet die Demokratie gegen ihre „heiligsten Grundsätze" und trägt zur DiSkreditirung des Parlamentarismus auf dem Boden de» allgemeinen geheimen Wahlrecht» das meiste bei!
Die Vorgänge in Kamerun.
Zu den Nachrichten von dem Mißgeschick der Sttaft xpedition unter Hauptmann von Bester in Kamerun wird in einem Leipziger Blatte mitgetijeilt, daß der Führer der Expedstion von Bester nicht bloß verwundet, sondern tobt sei, ebenso höchstwahrscheinlich »och einer der Leutnants. Auf jeden Fall sei kein Offizier mehr kampffähig. Auch viele von den Hausta- Mannschaften seien tobt ober verwundet. Der Rest befinde fich auf dem Rückwege nach Kamerun. Der Schaupl.tz des Kampfes könne wegen Verstümmelung der Depesche nicht mit Sicherheit genannt werben. Wahrscheinlich befinde er fich im Gebiet der Bakundu und Bavy. — Zn diesen neuesten Meldungen sprach fich der Leiter unseres Kolonialamts, Dr. v. Buchka dahin aus, daß nach den der Regierung bis heute vorliegenden Nachrichten für eine derartige Auffassung jeder Anhalt fehle. .Nach Eintreffen der ersten Meldung," so etwa führte Dr. von Buchka aus, .depeschirten wir nach Kamerun und ersuchten das Gouvernement, die Namen der verwundeten Offiziere uns zu übermitteln. Die Antwort war das am Sonnabend (auch von un8) veröffentlichte Telegramm. Darauf drahteten wir abermals nach Kamerun und erbaten uns umgehenden Bescheid über das Befinden der O fijiere und darüber, ob die Expedition etwa in bedrängter Sage wäre. Die gestern hierauf erfolgte Antwort besagt nun, daß es den Verwundeten bester gehe und daß, so weit fich dies vom Gonvernemeutsfitz aus übersehen laste, die Expedition in einer Be- drärigniß fich nicht befinde. Gestraft habe die Truppe die Mörder de» Kaufmanns Comau."
Indes hätte fie nicht doch am Ende den erzürnten Hoftath mit seinem Pfl-gesohn versöhne» können?
3a! Vielleicht! Sie hatte viel Einfluß auf den Alte» gehabt.
Und als Amo ste darum Bat, da weigerte sie fich.
.Liebes Herz, seufze und ächze doch nicht so! Geht es Dir schlechter? fragte Lisa unruhig.
„Nein! ES gebt mir gut!" war Giselas Antwort; aber bann lag fie stundenlang, sprach nur daS nöthlgste und Lisa sagte nachher zum Doktor, sie habe die schweren Gedanken hinter Giselas Stirn arbeiten und ringen sehen.
Bei der zwischen ihnen herrschenden Offenheit blieb e» nicht lange anS, daß die ältere Schwester der jüngeren da» gequälte Herz offenbarte.
Lisa erschrack s'hr. Sie war zu jung und zu ehrlich, um an Sophistereien zu denken. Gisela klaote sich selber hart an, folglich hatte Gisela ein schwerer Unrecht zu bereuen.
„Ich that er nicht, weil ich meinen alten Freund nicht ärgern, ihm die Laune nicht verderben wollte, und ich dachte auch Herr von Schiltar sei der Fürsprache gar nicht werth, fie würde mir nichts nützen," meinte Gisela.
„Und jetzt bist Du anderer Meinung?"
,3a, denn fie haben fich versöhnt und erst ba fand der alte Herr Frieden!" Aber Gisela, die sonst so offene, v-rmftd es, Lisa zu berichten, daß der sterbende Hoftath ihre Hand in die Arno» gelegt hatte.
Warum sie gerade dies verschwieg? Sie fragte e« fich nicht. Sie wußte um, daS konnte sie niemand sagen.
Die .Achtung Englands".
k. Die .Frankfurter Zeitung" freut fich darüber, daß die deutschen ObstruktionSparteie» im Auslande „die reichste Anerk nnnng" finden. DaS Blatt cltiert beispielsweise folgende Auslastung der Londoner „Morning Post":
.Di« Vertagung der lex Heinz« ist an und für stch von großer Bebrütung. Von weit größerer Bedeutung aber ist di« B«l«hrung, di« dadurch den deutschen Minister» über die Geduldgrenze intelligenter Deutscher von beute ertbeilt wurde. Wir haben eine aufrichlige Achtung für diese Vorkämpfer deutscher Freih it."
Wir meinen, die Deutsche» hätten gar keine Ver- anlaffung, auf die „aufrichtige Achtung" Englands irgendeinen Werth zu legen, nachdem die englische „Intelligenz" in Sache» der Vergewaltigung der Bmeu eine so weste .Geduldgrenze" ihre» Ministern gegenüber innegebalten hat, daß man an ihrer sittlichen Zurechnungsfähigkeit schließlich zweifeln muß.
Der südafrikanische Krieg.
Vom Kriegsschauplatz liegen heute wieder nur recht spärliche Nachrichten vor. Das Interestanteste ist wohl, daß Lord Sstcheuer daS westliche AufstaudSgebiet verlassen hat und nach de Ar zmückgekehrt ist. Wohin er fich von dort au» zu begeben gedenkt, ist noch nicht bekannt, doch scheint eS nicht, al» ob eS ihm bereits gelungen wäre, den Aufstand im Griqualand »iederzuwerfe». kitchener» Abreise scheint vielmehr daS Zeichen zum Wieder« ausbruch des Afrikander - Aufstandes im Westen gegeben zu haben. Daß der Kawpfesmuth der Frei« floatet ungebrochen ist, beweisen folgende Meldungen: AIS die ClernentSschen Truppen nach der Besitzung von Philippolis mit Fameswith telegraphisch in Verbindung treten wollte», antwortete der dortige Postmeister durch den Draht: Ich bin eia Freistaatbürger und kann mit estrern Engländer nichts zu thuu haben. Die Bme» bei Jagerssoutein ließen dem General Gatacre sagen, sie würden bis zum 1 tzten Blutstropfen kämpfen, ebenso lautete die Antwort, die Commandavt van den Post im Nomen seiner 500 bet Fauresmith verschanzten Truppen an General Clements auf beste» Aufforderung zur Capitulatton schickte.
Die aus dem KriegSschanplatze herrschende Stille schärft die Aufmerksamkeit, womit man dem Verlauf der Bewegungen gegen de» Bureuführet Olivier auf dessen Rückzuae der Basutsgrenze entlang beobachtet. Recht intenffant ist die Meldung eines aus Basujoland in Sp ingfontein eing tioffenen Kundschafters. Danach wird Olivier von Gatacre (?) verfolgt, während ihn French i» der Flanke erwartet und Basutokrieger die Grenze bewacht Haire». ES scheint, als ob Olivier ttotzdem entkommen ist. Man wird sich aber z» merken haben, daß die Engländer jetzt selbst eiugestehen, BasutoS gegen die Buren zu verwenden. DaS ist wirklich eine England» würdige Kriegführung.
Die Folge dieser Auflegungen war ein erneute» Kopfweh, Fieber und verlängertes Kranksein, und al» die kräftige Natur Giselas fich nach abermals einer Woche durcharbeitete, fand sie sich bei dem ersten Gang dmch den Garte», der jetzt schon in voller Frühling»* Pracht stand, so schwach und zitterig, daß fie das Mtt« leid ihrer neaen Dienerschaft erregte.
.Unser gnädig Fräulein" wurde der Gegenstand ber Hefften Sympathie ihrer Leute.
.So wunderschön anzusehen, und da» traurige schwarze Zeug babei. Freilich alles vorn Feinsten, lauter englischer Krepp, sie hat e» ja j tzt! aber e» ist et» Herzeleid, wie betrübt und krank sie amfi ht."
DaS war das Unheil, welche» die Hansrnerstertn über die Hecke herüber gegen Fräulein Brenner aus« sprach, die „Sott sei Dank!" so klug bandelte, sich gegen die reiche Erbin, der guten Nachbarschaft halber, sehr viel milder zu stimmen, al» fie neulich empfunden hatte."
„Die Erbin!" DaS große Ereigniß der Stadt, die Erbschaft der ganz armen Gisela Menlirhoser, bildete» den Gegenstaud aller Gespräche und Klatsch- kaffeeS bet Stabt.
Natürlich hatte jetzt alle Wett die verstorbene Präfidentin gekannt; natüilid) wußte man über fie und die beiden Enkelinnen jetzt j.ben Umstand auch dengeilugfüzftsterr; natürlich blieb nicht nr verschwiegen, daß die „brave" Franzen in ihrer Empörung der „klugen" Gisela ins Gesicht geschleudert, sie sei eine „Erbschleicherin", und natürlich untersuchte man allerseits diese Anklage, um fie am Ende leider! lebet 1 nicht so ganz unbegründet zu finden.
(Fortsetzung folgt)