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Zweites Blatt.

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u fTtzy0» 018 sie ihn selbst in den wohl > ZUsammevseinS gekannt.--

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und beschien hell die Wafseifläche, ließ gedeckt im Gebüsch, am flachen Ufer im

geborgen. Unser Hauptmann knirschte vor Wuth, Hier zur Thatlofigkeit vermtheilt zu sei«, während

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ä3n froher Erregung theiltr der Kommandeur mit, baß nach einer aufgefangeneu Depesche der Feind beim Wehr einen nächtlichen lleoerfall beabsichtige, l Hinter jeden Flügel und die Mitte sei eine Reserve beordert, unserer Kompagnie aber die Ehre des TageS, oder vielmehr der Nacht, zngedacht. Mit einem leisenich gratuliere im Voraus !* schloß er seine Rede an unseren Hauptmann. Das Geschick begünstigte uns; hinter uns ging nämlich der Boll-

»er wieder WeudelsteiuS Zuspruch, und Lisa, dies ätsche Sind, schien nichts von der Sorge z» fühlen,

derran; nichts regte sich. Die Sache wurde nach' gerade langwellig und ermüdend. Die Uvteroffizter- posten ließen auf Anfrage weisen, daß sie nichts Andächtige» bemerkten. Der flußaufwärts komman>

** »Der Thürmer, Monatsschrift für Gemürh und 8>ist. Herausgeber I. C. Freiherr von ®ro:tbu6. Pre'S v erteljährlich 4 Mk (Stuttgart, Greiner u. Pfeiffer.) Auszug m dem «ußerordemlich reichhaltigen und intet- effameu Inhalt des Mär,Heftes: Kaiser Karl brr Fünfte. Zur vierhundettjährigin Wiederkehr fttaeS Geburtstages. Sen Dr Heimann Rosem,ter. Die H lben Ein Roman aus urferer Zeit. Son Scannet Emil Frhru. von Grott- hnß. (Fottietzurg.) Ein aufe rordintlicher Mensch de» 19. Jahrhunderts. Son P-of.ffor Mox Seiling. Eine Hnngrrsnoth in TaSkoma. Nach John HeardS gleichnamiger Erzählung inThe Century. Son Prrf Paul Scharn w» er. - Kritik: Die Literaturgeschichte der Romantik. Son Dr Harry Maync. Som Atheisten zum Ch isten. Ben Quandt Das Seheimniß bei altdeutschen HmueS. Son O W. Rundschau: Welt Ein beitem Sou Eberhard Kra-i. G. Freytag und H von Treitschke im Brirfwechs». Von

darauf hinwieS, daß die Ehe au8 Liebe geschlossen sei. Trauzeugen waren der Obersthofmeistcr der Kronprinzessin Gras Choloniewski und Graf Gabor Lovyay, der Bruder des Bräutigams. Rach der Trauung las der Bischof eine M sft. Um I Uhr sand ein Frühstück statt. DaS neuvermählte Paar bleibt einige Tage in Miramare und begibt sich dann wahrscheinlich an die Riviera. Kaiser Franz Joseph gratulirte persönlich anS Wien durch Telephon, nach dem ihm die vollzogene Trauung gemeldet worden war. DemB. T. wird zm Vermählung der Kronprinzessin^ Wittwe noch vom LI. März gemeldet: DaS Geheimniß, daS bisher über Alles beobachtet wurde, was sich auf die Vermählung der Kronprinzessin- Wittwe Stephanie bezieht, wird im Schlosse Miramare auch noch heute, am Vortage der Hochzeit, streng be­obachtet. Wie vom ersten Tage der Anwesenheit der Erzherzogin Stephanie find auch heute noch alle Zugänge zum Schlosse durch Gendarmerie abgesperrt, und von der Seeseite darf sich kein Boot nähern. Heute Vormittag kam bald nach der Abreise der Erzherzogin Elisabeth ein Wagen von Triest auf der Straße nach Miramare, in dem ein eleganter Herr saß. Unweit vom Schlöffe wurde der Wagen von einem Gendarmen angehalten, die dem Herrn erklärte, er dürfte nicht Wetter fahren, da e8 verboten sei. Etwas verwundert erwiderte der Herr:Aber ich bin ja Graf Elemar Lonyay! Worauf der Gendarm salutirend zurücktrat und den Wagen pasfiren ließ. Bald darar f kam Gabriel Lonyatz von Triest »ach Miramare, nm von seinem Binder dessen Braut vorgkstellt zu werden. ES wurde die strenge Weisung gegeben, daß außer HochzeitsgSsten, deren Liste vom Kaiser genehmigt wurde, Niemand in die Schloßkapelle zur Trauung zugelaffeu werde. Der Papst sandte dem Brautpaar seinen Segen. Dom Kaiser erhiett die Kronprinzessin Stephanie als Braut­geschenk ein großes Brillantendiadem. Der Pfarrer der Triester Pfarrkirche Jan Antonius, der dem Burgpfarrer affistirt, muß dafür haften, daß in den Sängerchor des Triester Doms, der während der Trauung singt, kein Unberufener sich einschleiche.

Dr. Hy Mc. Son Deutschiaids hohen Schulen. Son P S. Zwei Röntge. (Schluck und Jan. -Giccenda ) Son oen Berliner Bühnen. Son Rudolf Prerbr.

»** Nach dem Goldlande Transvaal, nm dessen Besitz geg nwäitig der Mampf zwischen den Buren und den Eng- länderu mit so groß-r Erbitterung anrgefochten wird, führt daS soeben erschienene Heft XVI der allgemein beliebten illnilrirtenFamilien,eit'chiiftFür Alle Well (Deutsche» SeriagShauS Song & Co., Berlin W. 67 - Preis de» Si.rzehnlagshefte« 40 Pfg) seine Leser in verschiedenen, auf das Beste durch fefidnbe Bilder erläuterten Artikeln.

Alle einen tollkühnen Schwimmer mit umgehängtem Geweht vorbei treibe».Nicht schieße»! flüsterte zwar unser Hauptmau», aber im selbe» Augenblick krachte auch schon ein Schuß vom Wehr her. Die Kugel mußte gut getroffen habe», den» lautlos ver­sank der Kopf des Schwimmers in der Fluth; einen Augenblick schimmerte »och der Gewehrlauf im Mondschein, dann gewahrte man nicht» mehr auf den Welle».

Nun kam auch der zweite Man», welcher de» Schuß abgegeben, atbemlos angelaufen und meldete, daß es anf dem Wasser von Schwimmer» wimmle, der Feind aber wohl auch drüben am Wehr sei. L ider ging der Mond unter; trotz der Dunkelheit, an die sich das Auge bald gewöhnte, konnte man aber doch sehen, wie noch viele Feinde, gleich dem ersten, »ach dem Wehr zu schwammen; diese» lag jetzt ganz im Dunkeln. Eine Menge Gegner konnten sich nun dort angesammelt haben; die ganze Sache kam m>s höchst merkwürdig,und unheimlich vor. Da löste die laute Stimme des Major» de» Bann; Fahne hoch! rief er gellend durch die Nacht und Schnellfeuer kommandirte markerschütternd unser Hauptmann hinterher. Ein Heidenlärm entstand nun; prasselnd flogen die Geschosse in Wehr und Wasser, zischend spritzte» die Fluthen, heulend pfiffe» einzelne Kugel» weiter. Da»u folgte Grabesstille; zu mache» war nicht», ehr der Tag graute. Der Gegner, welcher u-cht zu Schuß gekommen war, mußte gerade­zu vernichtet sei», unsere Vorgesetzte» schüttelten fich die Hände, während wir Alle froh waren, »och heile Hani zu habe».

Da, im ersten Frühlicht wurde die Entdecknug gemacht, daß in den Weide» am Wehr eine Menge Schweinsblasen angetrieben sei. Ach l Du heiliger Brahma! Stöcke, deren eine» Ende mittel» einge­klemmte» Steine» unter Wass-r gehalten wurde, waren an die Biester angebunden; da» waren also die Gewehre der Hohlköpfe, auf welche wir einen schweren Bleihagel geschleudert hatten!

Lautlos verzog fich die Fahnensektion; mit ge­mischten Gefühlen, namentlich unter tiefem Bedauern, daß der infamigte Ulkfritze, bessert Bemühungen wir eine schlaflose Nacht zu verdanken hatten, nicht wenigsten» einige gefüllte Schweinsköpfe als Opfer- blasen auf» wässerige Schlachtg, filde schwimmen ließ, folgten wir ihrem Beispiel. Der Unthat stark ver­dächtig war der genannte verschwitzte Kriegsfreiwillige Schmitz, aber beweisen konnte mau ihm nichts.

(Ogi. Ruudsch.)

Schiltar, feinen letzten Willen, der da» früher deponierte Testament »mstößt, vollständig mit eigener Hand ge­schrieben. Er beschied mich in einem ebenfalls zur Hälfte mit eigener Hand geschriebenen Brief in» Anfang hatte ihm, wie mir scheint, das gnädige Fräulein als Sekretär gedient hierher. Es ge­lang mir nicht, eine Aendernng seiner Entschlüsse zu erreichen, obwohl ich eine heftige Szene nicht scheute

Bitte, zur Sache, Herr Jußizrath! unterbrach ihn der Offizier.

Der Justizrath la» zunächst eine endlose Reihe von Notizen und Zahlen, von denen Gisela nichts, aber anch gar nicht» begriff. Es w« da» 8er« zeichniß der Obligationen, die zum Besitz de» Hof­raths gehörten. Sie sah nnr heimlich immer Arno von Schill« an. Eine tiefe Angst, ja Neberzeugung erfüllte sie plötzlich: er war enterbt. Der Aste hatte nicht nur leere Drohungen ausgestoße». Lin furcht­barer Schreck überkam fie. Hätte fie nicht wärmer seine Partei nehmen sollen?

lleber dem wilde» Schlage» ihre» Herzen» hörte sie gamicht mehr zu. E» w« ihr einmal, al» nenne der Justizrath ihren Namen, aber fie sah nur Arn», der fich schwer auf die Fensterbank stützte und ihr einen Blick zuwarf, einen Blick! Großer Gott, fie hätte alle» aufbieten müssen, den alten Mann mit ihm zu versöhnen. Die Franzen stieß einen Schnei an»; Arno donnerte ihr ein würhende» .Still! yu

Geschäftliche Mtttheilrwgerr.

.Der unlautere Wettbewerb in der zürcherischen Gesetzgebung lautet die Heber- schrist einer kürzlich in der .N,mn Zürcher Zeüuvg er­schienenen taten ffanten Abhandlung, welche fich mit den heutzutage überhand nehmenden, auf Täuschung des Publi­kums berechneten R-klameu beschäftigt und dieses unlautere Gebühren in gebührender Weift an den Pranger stellt.

Speziell das Gebiet der Nab'ungs- und Gerußmittel, auf dem die neuen Produkte fast täglich wie Pilze aus der Erde schießen, ist reich an zeitgemäßen Beispielen derartiger die Allgemeinheit schädigenden Reklamen. Seiet das Gesetz einen ziemlich weitgehenden Schutz gegen Nachahmung der äußeren Waarenausstattung, so in 18 le der fast machtlos gegen manche moderne Reklamemaßnahmen, welche nach dem Prinzip aufgebaut sind, die Konkurrenzwaare und dafür müsftn gewöhnlich die lang bestehenden und alt­bewährten guten Ma kett qew.ssei Spezialai titel herhalten so schlecht wie möglich zu machen, baqcg n die Eigenschaften des eigenen Produft» In übertriebener Weise in das günstigste Licht zu stellen, wobei eS mit der Wahrheit nicht immer allzu genau, meisten» leider allzu ungenau genommen wird.

Ein frappanter Fall dieser Art ist in dem oben­erwähnten Artikel derRenen Zürcher Zeitung dtiit ES handelt fich um eine vor ku zem entstandene Fleisch- Ertraet-Gesellschast welche darauf ausgeht, das bekannte, feit 35 Jahren bewährte Liebigs Fleisch-Extraet ans der Gunst des Publikums zu verdrängen. Es werden d m in Rede stehenden neuen, mit einem Pnantafieuameu belegten Produkt in d-n Reklamen eine Anzahl Vorzüge namentlich Si- weißgehalt und dementip echen» größere Nährkrast zuge­schrieben, welche in Wirklichkeit ebensowenig bestehen wie die Nachtheile, welche zu Ungunst, n de» Li big'scden Fleisch- ExtrafteS geltend gemacht werden. Unter anderen wird auch die Größe der Töpfe, da« Gewicht und der Preis verglichen, dabei aber foig'ältiger Weise vermie en, zu be­merken, daß bei einem Artikel wi Fleisch Ex-raft für die Werthbemeffnng w der Topfgröße noch Gewicht, sondern allein d e AnSgi bigkeit im p attischen Gebrauch maßgebend ist, welche dem Konsumenten beweist, wieviel echter, nnver- fälschieS Fleisch-Extraet in dem Ptoduft enthalten ist

Die.Zürcher Zeitung bezeichnet die iämmtlichen gegen da» Liebig'sche Fleisch - Exiraft geschleuderten Ärpumente sehr treffend al»recht fadenscheinig und schließt diese St» obachtnng mit den Worten:Sehnliche Fälle wie der hier beschriebene werden noch oft vm kommen, und es wäre zu wünschen, daß der Angegriffene, der fich anS ethischen Gründen zu gleicher «ampfeeweise nicht entschließen kann, beim Richter Schutz fände, denn ficherlich ist eine solche Nachrede schlimmer al» ein täppisches Drauslosschlagen.

Ein möglichst weitgehender Gesetzceschutz roä-e gewiß erwünscht; bis wir aber soweit find, thun die Soi fnmenteu, und nam ntlich die hier in Setracht kommrnden, die Ein­käufe besorgenden Hausfrauen, gut, fich selbst zu schützen, indem fie den überschwänglichen Rellam anpreisnngen der­artiger Neuheiten gegenüber fich vorsichtig und zurück­haltend zeigen, dieselben nicht blindlings für haare Münze nehmen und fich mehr auf die langjährigen guten Er­sah ungen verlassen, welche sie mtt altbewährte» Produkte» gemacht haben.

II dazu gut gedickt hinter einem, sich zu schmalem See verbreiternden, träge fließenden Wasserlauf, der schließ- ölttgti Lch über ei» langes Wehr abfiel. Wir waren also

Vor dem Wehr war fast die ganze Kompagnie zusammeugezogen, Stunde um Stunde

Ein nächtlicher Ueberfall.

Eine Erinnerung an den Krieg 1870/71.

Wir hatten im Kriege das Glück, von sehr schnei- higen Männern kommandirt zu werden; zwei unserer Lompagnieführer waren im Laufe der Monate ge- sallen, nun spornte uns der Ehrgeiz de» dritten. Da ward eS stiller auf unserem Kriegsschauplatz und da» Ende des großen Kampfes schien bevorzustehen, obschon zum Leidwesen unseres tapfere» MajorS die Lataillonsfahne immer »och einige »»genügend zer­

fahren, entschuldigte fie fich, ohne Verständnis in die sonderbaren Mienen aller blickend.

Finster, aber höflich hatte Arno von Schilt« ihr eine» Sessel herangeschobe«, auf einen Wink die Franzen ihr Hut und Mantel abgenommen, was alle» fie mit fich geschehe» ließ, fast ohne anderes zu denke», al» da» eine: Was wollten Sie von mtt?

Es handett fich nämlich um die Eröffnung de» am 17. Febru« diese» Jahre» bei dem Amtsgericht »u Frelingen deponierte» Testamente», begann der Jnstizrath im Geschäftsto».

Ich bin von meinem verstorbenen Klienten beauf­tragt worden, e» im Falle seines Todes am Be- gräbnißtage von meinem Wohnsitz Frelingen hierher zu bringen und sofort nach feiner Bestattung zu er­öffnen, und zwar womöglich in Gegenwart da im Testament genannten Personen.

Dan» la» er die betreffenden Worte von da Rücksette de» Couvert», zeigte die »»verletzten Siegel und nahm die Papierschere, um da» Couvert zu öffnen.

Gisela saß da in dem deutlichen G fühl völliger Verwirrung all» ihra Gedanken, und nur einer da von »ahm eine etwas festere Gestalt an: fie sollte dabei sein? Vielleicht hatte da Hoftath ihr do» etwa» vermacht? Da» Testament w« doch neu? Oder nicht? Sie konnte nicht kl« denke», sah immer nnr Arno an, da so totenblaß und aufgeregt erschien.

Der Justizrath hatte da» raschelnde Blatt eul» einander gefaltet und sagte erklärend mit einem eigen» thümlich bedauernden ober entschuldigende» Ton zu Ar»»: Mei» Klient hat, wie Eie sehe», Har von

Vermischtes.

Die Lamählnvg der Ar ovprinzesfin Wittwe Stephanie mit dem Grase» Lonyay hak Donnerstag $oimittag thatsächlich ftattgefunsen. Die Schloß kapelle von Miramaie war dazu herrlich mit Rose» geschmückt. Die Trauuvg vollzog der Wiener Burg- Pfarrer Bischof Dr. Moy:r, der in seiner Ansprache

eidt^umgab uns; da» Wasser rauschte glkichmäßig. Da nahte von rückwärts ha ei» Trupp; es war der ~~~IHaJor, gefolgt von der Fahneusectio». Diese» hatte

sah nur immer Wendelst i» mit so vertrauenden Bugen an, al» ob mit feinen Vertröstungen alles gethan fei. Fast k m es mtt Bitterkeit über Gisela, daß Lisa so glücklich auSsehen konnte.

Darüber waren zwei Stunden rasch vagauge», und nun hielt bet Wagen vor dem ölten, ach, jetzt so leeren Hause, und Doktor Wendelstein drückte Gisela die Hand zum Abschiede.

Niemand empfing fie; fie war ja auch eine Fremde, lleberzähttge. Arno v. Schilt--r hatte sie freilich in diesen Tage mit ausgesuchter Höflichkeit und Rücksicht­nahme dehandett, wen» er fie sah, wo» fetten genug staltfand; auch die Franzen hatte e», sonderbar genug, au nicht» fehlen lassen, ohne inde» ihr höhnisch ttiumphierendes Mißwolleu zu verbergen.

So war also noch eine Nacht »»ter dem Dache ihre» Wohlthäta» zu »erleben.

So stand sie in bet immer so stillen Hausflur.

Da wurde die Thür zu dem Wohnzimma de» Hoftath» ausgaisse».

Da ist sie! riefen mehrere Stimme».

Ehe sie begriff, was e» gab, befand sie fich in der Stube und sah erstaunt auf den Justizrath Zechtag, da, am Schreibtisch fitzend, ein versiegelte» große» Briefkouvert vor fich hinlegte. Sie hatte ihn schon am Grabe btmeift. Neben ihm stand Am» v. Schilt«, blaß und finsta aussehend, seine» Schnurrbart znuagend.

Da ist sie!

Die Franzen und ihr Man» waren auch da, fie hatten auf Stühle» an her Thür gesessen.

Bit haben Sie erwartet, Fräulein Reulirhofa! sagte da Justizrath, halb vorwurfSpoll.

Ich w« vom Kttchhof zu meiner Schwester ge­

Nachdruck verbot«

I« dösen Schein.

Rowan von L. Haidheim.

(Fortsetzung.)

Gleich d«auf hörte sie ihn leise die Thür schließe»; sie ab« lag i» krampfhaftem Schluchzen anf ihren »iten neben dem Sarge, in welchem der alte Man» W unter Blumen und Kränzen ruhte, ftiedlicha an»» Wob, als fie ihn selbst in den wohligsten Stunden

u. Andere Lorbeeren pflücken konnte»; kummervoll sah öomaftr auf feine noch unbefreujte Brust. Tiefe Ftasterniß

___ dagegen sehr schmerzlich für unsere Ehrgeizigen. Gegen

.J Abend st Ute die Compagnie Vorposten anS, noch

Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg «nb Kirchhain.

Jllustrirtes Sonntagsblatt.

Redecktion: Markt 21. Telephon 55.^

o für fonb. Seite 1(65- «frei :reit-- sollt.

$Wktat täglich außer an Wattagen nachLorm- enb Feiertagen. *QCT zt yftt tvzl Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dieses Blattes, die Annoncen-

L^I^^^^^/dreiS bei da Erpedition 2 Mk., bei allen Bureau; von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Magd«- OK ,

Sonnabend, 24. März 1900. »ÄÄÄ'äÄÄ b5. ^ahrg.

Mrenbe Kriegsftriwillige Schmitz berichtete sogar, baß ein Feind dortseldft kaum landen könne, weil am schr stellen Ufer ziemlich große Strömung sei..

Endlich raschelte etwas an de» Sträuchern am Lehr; ein Man» vorn jenseits vorgeschobene» Posten h» zurück mit der Meldung, daß fich auf dem Nüsse etwa» bewege, llnrnittelb« darauf sähe» wir

Ju fetzte Stellen aufwie».

sch« Mit einem Male flackerte aber das erlöschende Ariegsfeuer wieder anf; die Brigade sollte einen Vor-

' s i|e6 machen, unser Bataillon, spceiell unsere Corn

IUI p-S-ie, während dieser Zett die ganz ungefährdete ^rechte Flanke decken. Das war nicht hart für uns,

Sie waren eben «st bei Lisa vorgefahren und !,ßWendelstein hatte Gisela gebeten:Sagen Sie ihr . "och nicht» von ihre» Absichten. Morgen ist auch »0 »och ein Tag, und wa weiß, wa» morgen ist! A ®ix Ausruhen »ar e» Gisela gewesen in Lisa» «autem Stübchen in da Klinik zu fitzen, da» voll von Flamen stand, welche ihr, die jeda liebte, die Aeizte Xa*> da» Dienstpasonal schentte».

Sie sollten morgen vaabrede» morgen, nm M \ heute, in da Anftegung Pläne fassen! So lautete

. ßab nun war er begraben. Doktor Wendelstein i? vom Kirchhof im Wagen zurück nach

ix welchem jetzt, wie er zngab, ihre» Bleiben» «chi einen Tag mehr w«.

®r sah ernst und bedrückt an». Sein großer An» ihr hätte Gisela zu jeda anderen Zett auf- s müssen, in diese» Tage» nahm fie alle seine !» umsorge dankbar, ab« wie etwas Selbstverständliches ffl hm.