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öchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
** ”“‘ro Jllustrirtes Sonntagsblatt. Redaktion: Markt 21. — Telephon 65.
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8^^ °der d!r^R«m l0Mg., »tftamm: dftZttl« 26 < SoNNMnd, 24. Mlliz 1900. «. L Daube L Co., Frankfutt °. M., Berlin, Hannover, Paris re'
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Erstes Blatt.
Der südaftlkanische Krieg.
Der Zustand der Kavallerie
Karl Scholle hat der „Wes. Z." ein Schreioen zur Veröffentlichung übergeben," daS JameS Currie n. Co., aus Anlaß de8 unliebsame» VorkommnisieS an ihn richten. DaS Schreiben an Herrn Scholle lautet: „Letth, 19. März. Geehrter Herr! Mit tiefem Bedauern haben wir aus Ihrem Briefe vom 16 dS. Kenutuiß erhalten von der Unhöflichkeit, der sich der Kapitän Speuce vom .Noith Star" schuldig machte,
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NäChl habe» offenbar die Buren in den erobertrn Distrikte»
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M| zertrümmert, die Uhrwerke aus den Uhren gerissen, rf Swderspielzeug und Bücher sind muthwillig zerstückelt. J*“ A Selbst die Gebäude ft ab" verbrannt und schwer be
eidigt. Es ist schwer zn sage», wer dafür vera»t-
Mk »ortl'ch ist. Ich weiß, — so sagt der Korrespondent — )( daß Lord Robert» und die Offiziere seiner Truppe tf; alles thateo, was möglich war, nm die Soldaten
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loche» der Kaiser Wilhelms-Akademie und Dr. Schmidt vom
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und daß keine „Stelle des Auswärtigen Amtes" in
gehaust. Ei» Korrespondent des „Manchester Guardian", — also ein Engländer — der von Bloemfontein »ach Kimberley geritten ist, meldet, daß die Bure» Anfängen, zu ihren Farms zurückzukehren, aber sie find alle in Verzweiflung über die Verwüstung, die in ihrer Abwesenheit angelichtet worden find. Der Weg von Bloemfontein »ach Kimberley zeige überall Spure» der Verwüstung. Die Farmhäuser find nicht »ur geplündert, sonder« auch in barbarischer Weise zerstört, die Spiegel find zerschlagen, die Klaviere
indem er das Linienschiff „Kurfürst Friedrich Wilhelm" mit dem deutschen Kaiser an Bord passtrte, ohne deffeu Flagge zu fahmten. Wir haben die Angelegenheit sofort untersuch! und gefunden, daß diese Handlungsweise mehr der Unwissenheit entsprang, als irgend einer beabsichtigte» Unhöflichkeit; die Sache ist aber so ernster Natur, daß wir fie doch nicht übersehe» konnten und uns gezwungen sahen, Kapitän Sperre sofort aus unserem Dienst zu entlassen. Wir haben Se. Kaiserliche Majestät direkt um Eutschul)tguug gebeten, und haben uns auch bet der deutschen Admiralität durch den englischen Botschafter in Berlin entschuldigt. Wir ersuchen Sie, dies Schreiben in Breme» zu veröffentlichen und gleichzeitig zu bestätige», das hier niemals irdend welche beabsichtigte Re'pectlofigkeit auf Seite der Eigruthümer des „North Star" bot liegen könne, welche über ein halbes Jahrhundert mit deutschen Häfen verkehrt haben, und denen jederzett von deutschen Behörden die äußerste Höflichkeit bezeigt worden ist. Ecgebenst JameS Currie u. Co."
uach Bekanntwerden dieses Vorfalles in England hat •te Rhederei des Dampfers „North Star," die Leith
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Vom südafrikanische» Kriegsschauplätze find am , letzten Sonntag die Stabsärzte Dr. Krummacher von
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wn Lord Roberts erscheint nach den neueste» Meldungen »och weit schlechter, als bisher angenommen. Der Korrespondent der „Daily Mail" erklärt jetzt rund heraus, sämrntliche Kavallerie - Regimenter wie dir Lrlillerie müßten mit neuen Pferd-n versehen werde». Daflelbe gilt von General Buller, welcher allein 18000 Thiere für seine Kavallerie, Artillerie und Train braucht. Ebenso müsse» die Maulthiere und Ochse» elsetzt werden. General Bullers Heer soll »icht vor der zweiten Hälfte deS April feldtüchlig sei».
Mit dem Entsatz von Mafekiug
scheint es »och gute Weile zu habe». Die „Digger DevS" erhielten telegraphisch folgendes KriegSbullettu aus Pretoria vom 17. d.S: Am 15. dS. fand em Gefecht mit dem Feinde a» der Westgrevze Transvaals in der Richtung von Lobatfi statt. Die Engländer flohen eiligst i» der Richtung deS Ramoutsa- lagerS. Die Buren hatten keine Verluste. Vier
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Habe-Füsilier- Regiment nach Berlin zurückgekehrt. Beide gingen Mitte November auf Auorduung des Kriegsministers zur englische» Armee, wurde» in diese Sanitätsoffiziere vor MagerSfontei» eiugereiht «d derwellteu bis zum 21. F-bruar auf dem Kriegsschauplätze, nm dann nach Ablauf ihres Kommandos «e Heimreise auzntreteu. Hebet die Studie», die sie 01 Bezug auf die Geschoßwitkuugeu ». bergt ge- *acht haben, werden sie ihrer vorgesetzten Behörde vissührlich berichten.
Umschau.
Eine englische Entschnldigung.
6om Plündern und von der Beschädiznug des Eigentums abzuhalten.
Eine Schlappe dat sich General Gatacre geholt. Uns ging darüber folgendes Telegramm zu, das wir heute Morgen bereüs als Extrablatt verbreitet haben.
Krorrftadt, 23. März. (Reutermelduvg.) Senetal Gatacre wurde bei Bethulie von de» Buren "»ter große« Verluste» zmückgeschlage«. Biele Engländer find gefangen genommen worden.
Sonstige Nachrichten.
Als der Kaiser am 13. d. M., vor seinem letzten Besnch in Breme», von Helgoland kommend, ®it dem Linienschiff „Kurfürst Friedrich Wilhelm" und dem Kreuzer „Helu" die Weser h-raufsegelte, tzassttte der nach Leith abgehende englische Dampfer „Noith Star," Kapitän Speuce, die kaiserlicheu
Deutsches Reich.
* Berlin, 23. März.
— Dem Abgeordnetenhanse ist der Entwmf eines Gesetzes betreffend die Erweiter» »ng des Stadtkreises Frankfurt a. M. zugegangen. Es wird beabsichtigt, die Landgemeinden Oberrad, Niederrad nnd Seckaach mit dem 1. April 1900 unter Abtrennung von dem Landkreise Frank- fnrt a. M. mit der Stadtgemeinde nnd dem Stadt kreise Frankfurt a. M. zu vereinigen. Infolgedessen scheiden hiufichlich der Wahle» zum Hause der Abgeordneten mit dem Zeitpunkte der Eiugemeindung die genannte» Landgemeinde» aus dem durch den ObertaunuSkreiS und de« Landkreis Frankfurt a. M. gebildete« zehnten Wahlbezirk des Regierungsbezirks Wiesbaden aus und trete» dem den Stadtkreis Frank- fmt a. M. umfassenden elften Wahlbezirk dieses Re- gieruugsbezirks hinzu.
— Im Abgeordnetenhause wurde Donnerstag Vormittag der Abg. Kolisch vom Schlage getroffen. Er hatte an einer Sitznng in der Justiz- kommisfiou th ilgenommen, als er ganz plötzlich vom Schlage getroffen, zu Loden sank. Er wurde so'ort mittels Krankenwagens nach dem Elisabeth Krankenhanse in bet Lützowstraße gebracht. Sein Zustand ist besorgnißetregend. Der Abg Kolisch, welcher die Stelle eines AmtSgerichtSratheS in Lifla in der Provinz Pose« bekleidet, gehört der freifinnigen Ver- einigung an.
— In der StegeSallee in Berlin fand Donnerstag Vormittag vor de» vier jüngsten kaiserlichen Kinder» bei herrlichstem Wettir und in Gegenwart einer dichtgedrängten Menge die Enthüllung von vier neue» Gruppen statt. Die Thiergarteuvetwaltung hatte dazu die Umgebung der Gruppen mü den herrlichsten Blnmen geschmückt.
— Donnerstag Mittag nm 12 Ubr fand auf der Kaiserlichen Werst zu Kiel der Stapellauf deS großen Kreuzers A statt. Admiral Köster hielt die Tauf, rede. Die Priuzesfi» Heinrich taufte das Schiff auf den Namen „Prinz Heturtch".
— Die Verhandlungen über das Fleischangesetz zwischen Regierung und Mehr- hettsparteien ruhen nach der „Not. Ztg." vollständig.
— Ein recht derbes osficiöseS Dementi geht jetzt durch die Blätter. Es lautet: DaS „Kleine Journal" erdreistete fich, gegenüber autheuttsche» Aus klärungeu die falsche Behauptung weiter zu vertteteu, daß über die Frage deS Friedensschlusses in S ü d a f t i f a „thatsüchlich Verhandlungen zwischen Berlin, Washington und London" schweben. Das „Kleine Journal" beruft fich für diesen Uufiu» auf
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Engländer wurde» gefangen genommen, fünfzehn ' Kiste» Patrone» sowie Schießwaffe» und Pferde er» beutet.
Wie die Vandale»
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.April (2016 ier. _ iufen igrt.
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-North Star," Kapitän Speuce, bte kaiserlicheu .eine Stelle des Auswärtigen Amtes und zwar keine .ohne die Krtegsflagge zu salnttte».^ Gleich s subalterne." Wir stellen nochmals, fest, daß Ber- “ ’ " *’ ’ ■ m 1_ ‘ * Handlungen der von dem „Kleinen Journal" er
fundenen Art weder amtlich, »och in Gestalt „halb-
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vöu und Hamburg Sream Packet Co., Limited, de» offic eller Fühler der Diplomatie" eingeleitet find, »apitän Spence aus ihrem Dienste entlaffen, und ... lu
deutschen Kaiser davon Mtttheilung gemacht, der Lage fein konnte, über gar nicht existirende Dinge $et Vertreter der Dampfergesellschaft in Bremen, dem „Kleinen Journal" Mittheilung zu mache».
parlamentarisches.
Reichstag.
D r Reichstag beendete am Donnerstag zunächst die zweite Berarhung des Etats und erledigt« dann RechnungS- sachen. Di« Ueberficht der Reichseinnahmen und Ausgaben für 1888 ward auf Antrag Singer an die Kommission znrückoerwieftn zwecks Erörterung der Frage, ob di« Lieber- nahm« der Kosten der Jerusalimreise des Staatssekretärs Grafen Bülow auf die Reichs kaffe berechtigt sei Bei der zweiten Lesung des Gesetzentwurfs über die Patentanwälte enifesselte der Sozialdemotrat Heine durch allerhand aktuelle politisch« Anspielungen eine große polilische Debatte Tie Vorlage ward schließlich nach den KommisstonSbeschlüffen, jedoch mit einer zu 8 2 vom Abg. Schmidt-Warburg beantragten Abändeiung und unter Wiederhersteünng der Regierungsvorlage betreffs des § 17 angenommen. Der Geietzentwurf über die Bestrafung der Entziehung elektrischer Arbett ward in zweiter Lesung ohne Debatte angenommen.
Pre«tzifch-s Abgeordnetsuha«».
Das Abgtordnetenhaus erledigte kleiner« Vorlag«» und P«tttioa«o.
Ausland.
Dänemark. Das Cabiuet Hötring hat heute feine Entlassung erbeten. Es wird die Geschäfte vorläufig weiterführeu. lieber die Bildung eines neuen Ministeriums verlautet Bestimmtes noch nicht.
Aus Marburg und Umgegend.
Rarbnra, 23. März.
Stadlverordneten-Berfammlnng
am 22. März.
Daß die diesmalige Versammlung der Stadtverordnete» Jntetissantes bringe» würde, merkte man bereits vor Begin« der Sitzung daran, daß sich auch eh mal ein Zuhörer in den Sitzungssaal verirrt hatte. Ob dieser ungewohnte Anblick den — Ofe» außer Fassung gebracht hatte ober ob er der Meinung war, baß »ach dem kalendermäßige» Frühlingsanfang ein rechtschaffener Ofen nicht mehr mitthun brauche, entzieht sich unserer Keuntuiß, genug, er bekam wieder einmal Streikgelüste u»d füllte de« Sitzungssaal mit dichtem Qualm, sodaß man schon einen allgemeine» Exodus bet Stadtverordnete» erwog. Man griff schließlich zu bem Radikalmittel, das Feuer ausgeheu zu loffeu. Nachdem so der Sieg über de« rebellischen Ofen errungen war, konnten die Verhaudlungeu auf. genommen werden. Stoff für fie bot zuerst die kleine Rebellion der Geister, die durch die Abholzuugen in der Schwan-Allee hervorgerufeu worden war.
Zunächst verlas Stadtv.-Vorst. Dörffler die Petition, die, wie unsere Leset fich erinnern werden, s. Z. an die städtischen Behörden gerichtet worden ist sowie die Resolution der Saalbauversammluug und bas Begleitschreiben, mit dem diese Resolution der Stadtverordneten Versammlung übermittelt worden ist. Diesen Eingabe» gegenüber gab der Stadtver- ordneten - Vorsteher, mehrmals von lautem Bravo uuterbrocheu, folgende Erklärung ab:
„Gleiche Eingaben find au den Magistrat gerichtet. Die Eingaben geben wohl keine Leranlaffung zu einer besonderen Beschlußfaffm g. Es wird genügen, wenn wir st« zur Kenntuiß nehm«». Wenn die Volke versäum lung die destimmt« Erwartung ausgesprochen, es würden di« städtischen Körperschaften ihren Wünschen bezüglich der Wieder- arpflanzung ritiprechen, so mutz ich diesen Ausdruck entschiede» zurückweiien. Die Eingaben greife» uvsrio Beschluß zu Unrecht an. Es wird Ihnen Allen in Erinnerung sein, daß wir nach eingehender Berathung in letzter Sitzung beschlossen haben — adw. ichend von der Magrstratsvorlage — zunächst diejenigen Kastanienbäume stehen zu lasten, welche dem Riderehe'schen Befitzthnm gegenübersteheu. Mau ging davon aus, daß, wenn arch diese Bäum« morsch, «in« all- zugroß« Gefahr für Pastanteu nicht zu befürchten sei. Mau glaubte avnehmeu zu dürfen, daß diese Bäume bet etwaigen Stürmen wenigsten» im wesentlichen im Umfallen dir Richtung nach den ar stoßenden Aeckern nehmen würden. Im weiteren wurde beschloffeu, die übrigen Kastanienbäume und bi« Linde» zu fällen, durch welch» für Menschen oder Gebäude Gefahr droht«. Bei diesem Beschlufl« haben wir uns leiten lasten durch dar Gutachten eines erfahrenen Fachmannes. Wenn die Qualifikation dieses Mannes bezweifelt worden ist, so find die erhoben«» Angriffe unb« gründet. Dir neuerdings «ingezogenen Gutachren lasten denn auch deutlich erkennen, daß die Wahl de» zugezogenen Sachverständige» eine durchaus glückliche war. Fern-r sollt-», nach unserem Beschluss« alle noch zu fällenden Bäume im Herbst gesollt werd-», weil man anvahm, daß der Saft der,irr in die Bäume gestiegen und riu« zweck, nisprecher.de Verwerthung zur Jetztzeit nicht stotifinden könnte. Ter- halb wurde auch die Beschlußfvffung über di« Magistrats- Vorlag« im übrigen aus, «sitzt und ein« Commission von fünf Mitgliedern zur w«it«r«n Prüfung der Angelegenheit irtbesond«ie darüber, ob und weiche Bäume noeb zu fällen seien, und zur Borbercihung für eine spätere Sitzurg gewählt. Diesen Beschluß würden wir, glaub« ich h«ute Nieder unbedenklich festen Hat fich ja doch hrroukxestellt, daß di« Annahme, von d«r toir auf Grund des Gutachtens des Sachverständigen euSgegangen, in vollem Maße be
gründet war. Denn bei dem Fällen der Kastanienbäume haben sich all« femmt nnd sonders, wenn auch nickt im Stamme, so »och in der Kron« krank gezeigt. Damft aber mußten doch wohl, wollte man nicht die Krone ab- schneiden und die Stümpfe stehen lasten, di« Kastanien- bäum« fallen. Die nach unserem Beschluß zu füllenden Linden waren von nur geringer Ainohl und gefahrdrohend Zu unter aller aufrichtigem Bedauern ist jedoch nicht unser Beschluß, sondern im Großen und Ganzen der deS Maaistral« auegeführt Ich bedauere dies durchaus nicht korrekte Verfahren um so mehr, als ich wohl annebmen darf, daß der Sturm der Entrüstung fich nicht erhoben hätte, wenn nur unser sachgemäßer Beschluß ausgesührt wäre. Die Gründe, warum es gefallen hat, unsern Beschluß außer Berücksichtigung zu lasten, sind mir bis heute nicht genügend bekannt. Heut« darüber in Debatte zu treten ist aber wohl bei der »ns zur Bewältigung sonst oblieg »den Arbeit nicht angängig. Wir werden tarauf in der nächsten oder einer der nächsten Sitzungen zurückkommen müffen, zumal uns ja bis dahin eine neue Vorlage wenigstens wegen der Anpflanzung, die ursprünglich bis zum Herbste ausgesetzt werden sollte, zugehen wird. Di- eben gemachten Ausführungen lasten wohl deutlich erkennen, daß bte erhobenen Angriffe wenigstens bezüglrch des BeschluffeS der Stadtoerordneten-Versammlung in jeder Richtung unbegmbet find. Selbstredend müssen und wollen wir un» jederzeit eine Kritik unserer Beschlüffe gefallen lasten. Niemandem wollen wir verwehren, berechtig« Kritik an unseren Beschlüsten zu üben. Aber wir verlange» und wohl mit Recht, daß dieser igen, welche K itik ü en wollen, solche sachlich üben und fich nicht in ausfahrenden Ausdrücken ergehen Wir sind aber auch weiter berechtigt zu begehren, daß diese Kritiker nicht, wie dies vorliegend bei einem Thril derselben geschehen, in den Tag hinein reden, sondern sich vorher in sachgemäßer Weise instruiren. Diesen beiden Erfordernissen haben die wenigsten Redner in der Volksversammlung vom 12. d M. entsprochen und keinesfalls diejenigen, welche geglaubt haben, in beleidigenden Ausdrück-n gegen di« städtischen Kölpersckaftin fich übertreffen zu sollen. Mit Leichtigkeit wäre diese Instruktion zu beschaffen gewesen vor allen D nq«n dadurch, daß g«w ff« Männer, welche immer glauben, das Jutereffe für Marburgs Wohl in Erbpacht zu heben, di« öffentlich« genügend bekannt gemachte Stadtverordneten-Versammlung besucht und hier die verschiedenen Ansichten unb Meinungen gehört hätten. Daun wären ihnen auch die Gründe unserer Handlungsweise nicht „unverständlich" geblieben. Wenn einer der Männer, di« fich die stärkste» Ausfälle erlaubt, fich darauf berufen hat, „man hab; ihm gesagt", „er habe von einem UommisfionSmitglied gehöit", so wirb doch dieser Mann selbst im Ernste nicht behauvten wollen, daß dirS eine sachliche Instruktion sei, die ihn berechtige, die be- leid'gendsten Ausdrücke zu brauchen. Wenn von anderer Seite gellend gemacht ist, man habe vorher die Gesammt- hrit der Bürgerschaft um Rath fragen sollen, so weiß ich wahrlich niat, ob dieser Vorschlag ernst zu nehmen ist. Haben wir ja doch fast in jeder Sitzung Angelegenheit n von weittragender Bedeutung zu e,ledigen. Da möchte ich unsere Marburger Bürgerschaft sehen, wenn sie bei jeder dieser Sachen um Rath gefragt weiden sollte. Wozu wird denn bann eigentlich die Vertretung gewählt? Glaubt ei» gewiffrr Theil unserer Bevölkerung, daß die jetzigen Vertreter nicht geeignet seien, warum wählt fie denn nicht würdigere? Warum gehen denn bi«, wtlch« imm>r bie schärfste Kritik an städtischen Beschlüssen üben, nicht zur Wahluiue? Warum opfern dies» Männer ihre ohne Zweifel unschätzbaren Dienst« nicht dem allgemeinen Wohl? Man wird uns einwenden, man habe nicht wissen können, daß die zwei städtisi en Körperschaften verschiedene Beschlüffe gefaßt. Allein wer so maßlose Angriffe gegen die städtischen Körperschaften richten will, der mag sich gefälligst vorher genügend instruiren und mag nicht glauben daß eS so sei, wie eS ihm grabe paßt. Das ist eben der Vorwurf, den wir meines Eracht, ns gegen alle diejenigen VolkSredner richten müffen, die sich für berechtigt hielten, in unerhört beleidigenden Ausdrücken gegen beide städt scheu Körperschaften sich zu ergeh n. Haben gebildete Männer u ter b-n obwaltenden Umständen von „Echwarrenbörner Stteichen", von Zerstörungswut", von „Vandalismus", von „Steinigen", von „phiüstcröser Beschrä. ktheit" geredet, dann verdienen solche Aeutzerung n entschiedenste Zurückweisung W-nn aber gor ein Lehrer und Erzieher der Jugend sich berufen fühlt, in wenig taktvoller Weise, ohne von dem Vorsitzenden der Versammlung die erhalb gerügt zu werden, von einer „bo nirten Stadtverwaltung" zu reden, wenn dieser Manu öffentlich bedauert, daß ihm „das Strafgesetz" verbiete, noch stärkere Ausdrücke zu brauchen, bann verdient eine derartige Anmaßung unsere schärfste Mißbilligung M. H! Ich f hl« mich gewiß in dieser meiner Auffassung mit Ihnen eins. (Bravo!) Aber ich weiß auch, daß in einem großen vi kleicht den ruhigen und objectiver urtheileuden Kreise unserer Bürgerschaft und zwar in allen ihren Schichten bei Hoch und Niedrig Stimmen der Entrüstung laut geworden sind, weil ein Mann, der den gebildeten Klaff u ang hört. der über Marburgs Verhöllniffe und die Bürgerschaft e »Urtheil überhaupt nrcht hat, da er sie nicht kennt es gewagt hat, in unerhörter Weise Männer auzugreisen, die zum Theil schon seii Jahren ihr ganzes Können u d Wissen, ihre ganze Kraft in den Dienst der Allgemeinheit g stellt, die nickt nur für Marburgs Blühen. Gedeihen und dessen Wohl, sondern auch für dessen landschaftliche Schönheit — ich er nnere nuc an d n Kampf um Erhaltung des Dammelsberges und der Kftchspitze — gewirtt, > ie im Interesse ihrer Vaterstadt schon m der Vergangenheit Okfec gebracht wie bü$ r Mann sic wotl Zeit seines Lebens nickt bringen wird. Zum Dank für diese ui ennüdlicke Thötigkeit bezeichnet ein itrembling solch, Männer vielleicht an ihrem Lelensave de a s „borntrt". M H ! In unserer aller Jntereffe Hobe ich geglaubt, nicht in Zeitungsartikeln, sondern h-er in unserer effentlichen Versammlung gegen daS maßlose Vorgehen einiger Herren der Volks-Versammlung Stellung nehmen z« müssen. Ich habe meinen Gefühlen Ausdruck gegeten, Mdem ich g ante, daß gleich« Gefühle auch Eie beieelem (Lebhafter Beifall)
Dan» »ahm Oberbürgermeister Schüler das Wort. Er könne fich bet Erklärung des Herr»