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Redaktion: Markt 21. Telephon 56.

willig der Herrschaft eines Schlagwortes beugt. Mau

em, Nüchternes Erwäge» und vorurtheilslosen

Bei uns hat da auf bet Linke» die Schatten eines Zollkrieges Zwecke verfolgen, ur-d das dadurch vermehrte Miß- der einer, i mit deu Bereiuigten Staaten veraufbischworen und-trauen würde der Sache nicht förderlich sein. Dem 2H fünfen fhrntnht lotif-n als Antmnrt daraus aus allen Ende«?Wunsche der südafrikanischen Regierungen, ihre Bitte

ifec iigeno etwas zu Gute zu thuu.

Kachdruck verort«

Ans«

merksamer Miene am Bette.

jeBf 8 Wort und das jetzige Duck.n vor deu Drohungen der Jankees, das man jetzt sogar alsBekämpfen agrarischer Selbstsucht* feiert, um der Masse Sand in die Auge» zu streuen? Daß dieser klaffende Gegen­satz sich in dem Augenblick zeigt, in dem wir zur Wahrung unserer Rechte gegenüber dem Ausland eine stärkere Flotte bauen wollen, ist doppelt betrübend.

und die schweizerische Regierung, deren Jutereffes durch das deutsche Konsulat in Pretoria wahr- geuommen werden, gelangen zu laffeu, ist selbstredend sofort entsprochen worden.*

und sofort die Situaiiou ergreifend schob er den Wärter mb Gisela beiseite.

verbarg das Gesicht in den Händen.

Unterdes drückte Arno von Schiltar seine Lippen auf des Toten Stirn und sah lauge in rief.m Einst auf die sich ebnenden Miene».

Dann zog er seinen Arm unter dem Kffen weg, bettete sanft den Toten und schloß die gebrochenen Augen.

Aber ich habe ibm nichts getha» und er beeft schlecht von wir,* rief Gisela zornig.

Doktor Wendelstein antwortete nicht, er schien einen anderen Gedanken zu verfolgen.

Hoffentlich bleibt Ihr Freund am Leben!* sagte er daun ernst.

Gisela verstand ihn. Ein Beben ging durch ihr Herz.

Der Tag verlief ruhig, der Pafteut lag meist in dem schweren Schlafe, der ihm wenigstens Er. qnickung zu bringe» schien. Niemand störte Gisela, die aus ihrem Post u blieb, bis der Wärter sie ablöste.

Was sie all' diese einsamen Stunden hindurch dachte, wußte sie nachher kaum. Vorherrschend rmp fand sie ihre Stellung in diesem Hause plötzlich als etwas Peinlich e, Schiefes und wiederum empö ten sich ibr Rechtsgefühl und ihr Stolz gegen diese quälenden Gedavk-n. Der traumlose Schlaf, in den sie fiel, sobald sie ibr Zimmer erreicht hatte, wurde ihr eine große Wohlthat, nnb wenn sie sich, nach Stunden daraus erwachend, auch noch matt und er» schöpft fühlte, so hatte sie doch den Muth, in ihrer Pflicht avszrharren, wieder gefunden.

Der Wärter stand Bei ihrem Eintritt mit anf>

seitdem kommt mir der Herr so unruhig vor " Eire Viertelstunde später begann der Todeskampf In derselben Minute ttat Arno wieder in das Zimmer,

MauSesterthum, vom wiridschaftlichen auf das sitt­liche Gebiet übertragen. Ob sich das Diejenigen klar gemacht Hasen, die da so tapfer tu den Eutrüstungs« Versammlungen witschreten? Wir glauben es nickt, obwohl ihnen schon die Thalsache, daß sieb die Sccialdemokratie, die Vertreterin grob-materialistischer Denkweise, arr die Spitze der Bewegung gestellt hat, doch manches hätte zu denke» gebe» können.

Au dieser ruhigen, unbefangenen Prüfung, die wir dem Kruudgedanken der lex Heinze gegenüber vermisse«, hat ma» eS auch bei dem Fleischschaugesetz fehlen lassen. Auch hier sehen wir, wenn auch nicht in dem Maße, wie bei der lex Heinze, wie sich alles

fie mit Bitterkeit, er dachte par nichl daran, daß sie da war, daß fie wohl eher Trost brauchte als er. Ach, waS wußte er von ihrer Verlassenheit!

(Fortsetzung folgt.)

Vermittelung mitzuwirkeu, sobald die Grund! bedir-gr-ngen einer solchen vorhanden sind, d. h. sobald! ftstgestellt ist, daß beide Gegner dieselbe wünschen. Darüber, ob auf englischer Seite dieser Wunsch gegenwärtig vorhanden, werden die beide» süd aftikauischen Regierungen sich entweder direkt in Loudon oder durch die guten Dienste einer dritten Regierung Auskunft verschaffen können, welche keire eigenen, wichtigen Interessen in Südaftiks wahr- zunehme« hat. Letztere Voraussetzung trifft bei einer Anzahl von Staate» in Europa und außerhalb Europas zu, jedoch nicht bei Deutschland. Jeder derartige Schritt der deutschen Regierung würde daher deu Verdacht erwecken, daß wir andere als humanitäre

Das Recht des Stärkere».

* Das jüngst veröffentlichte englische Blanbnch über die Beschlagnahme deutscher Schiffe ist in mehr als einer Beziehung äußerst lehrreich, denn wir er­sehen hierum, was England uns zu Bieten wagt. Am 4. Januar ließ nämlich Graf Bülow durch deu Grafen Hatzfeld der englischen Regierung eine Note mittheilen, in der gegen die Beschlagnahme des Dawpfer» Bvudesrath* protestirt wurde. ES wurde in dieser Note darauf hingewicsen, daß esgemäß den anerkannten Srvndsätze» des internationalen Rechts keineKriegskontre. bände imBerkehr zwischen neun den Häfen geben kann, daß ab-r ein kriegsgerichtliches Verfahren nur in solchen Fällen berechtigt sei, in denen das Borbandenfeiu von Kriegs koutrebonde erwiesen fei. Graf Bülow wies darauf hi», daß die britische Regierung diese Ansicht im Jahre 1863 gegenüber dem amerikanischen

erhalluug unserer Handelsbeziehungen hat als vir das SchlagwortZollkrieg* hat die ruhige Be trachtung der Sachlage gestört und wir erleben es nun, wie man allerseits der Furcht vor Amerika Ausdruck gtebt. Kein Wunder, wenn man da drüben ht den Vereinigte» Staaten an­maßender wird und aus diesem Mangel wirrhschasts politischer Einsicht Früchte zu pflücke» sich anschickt. Es wäre wirklich besser gewesen, mau hätte stch in Deutschland etwas mehr auf die eigene Würde und de» eigenen Werth besonnen »nd endlich einmal den alten Fehler abgelegt, nach dem Ausland zu schielen und zu fragen, was es zu unseren eigenen Ange- legevhettea sagt. Nicht ganz mit Unrecht Hst dieser Tage ei» Blatt ei» solches Verhalten eineMauseloch taktik* genannt und an daS stolze, von dem begeisterten Beifall der ganzen Nation begrüßte Wort Bismarcks: Wir Deutsche fürchte» Gott und sonst nichts auf der Welt! erinnert. Giebt es einen größeren Gegensatz als

Priieugericht vertreten hat, das über daS englische SchiffSpringlook* aburrheile» wollte, und er nah« auch Bezug auf daS englischeHandbuch kür das Seeprisenrecht*, worin die englische Admiralität diese Rechtsgruudsätze selbst vertritt. Die Note schloß: Mit Rücksicht auf daS Vorstehende habe ich die Ehre, gemäß den Weisungen der kaiserlich-n Regierung und unter Vorbehalt dessen, was weiterhin entschieden werden mag, Ew. Exzellenz zu ersuchen, Befehl zur Freilassnug desBnndeSrath* zu geben, und da das Schiff seit länger alS eine Woche n Beschlag genommen und die kaiserliche Regierung nicht über die Ursache» der Beschlagnahme unterrichtet

dir Beschlagnahme aufheben oder wenigstens der deutsche» Regierurg den Gebräuchen des diplomatischen Verkehrs entsprechend sofort Antwort geben würde, um so mehr, als am selben Tage, an dem die erste deutsche Note abging, dieBrschlaanahmedesGenerals* in Sde» erfolgt war und die deutsche Regierung daraufhin am 5. Januar sofort einen zweiten energischen Protest abgesandt hatte, in der sofortige Freilassung des Dampfers verlangt und i« der nochmals um eine Antwort inmöglichst kurzer Frist* ersucht wurde. Eine sofortige Antwort zu geben fiel aber de» Engländer» gar »ich: ein. Am 10. Januar erst bequemte sich Lord Saiisbmy dazu, die erste Note durch den englische» Botschafter in Berlin beantworte» zu lasse», und er that dabei, als hätte er den zweite» Protest gegen die Beschlaguahme des DawpferS General* garnicht erhalte». Ganz igsorten konnte er ihn ja aber nicht und fo setzte er sich am 17. Januar, also 12 Tage nachdem er die Note erhalten hatte, an den Schreibtisch und erklärte der deutscherr Re» gieruug sehr kühl:

Die britische Regierung sei »och nicht in der Lage, zu entscheide», ob ihre Marine Offiziere da» Recht der Durchsuchung irgendwie über­schritten hätte», welches dir internationale Praxis (!) den Kriegführenden gebe.* Und die Note hatte noch dir Unverfrorenheit, hinzuzusügeu; Die Regierung habe mit einigem Erstaune» wahr­genommen, daß die Mittheilung einer Macht, mit welcher Ihre Majestät in fteuudlicher Beziehung zn stehen geglaubt habe, so schroff gehalten gewesen sei und eine solche Sprache führe, die dem Schiffs- kommaudeurS Ihrer Majestät unterstellt, daß fie das internationale Recht mißachtet hätten.*

England pocht eben darauf, daß es die unum­schränkte Seegewalt noch hat; es proklamüt off.» das Recht des Stärkeren. Es selbst läßt sich nicht die Durchsuchung einer kleinen Bark gefallen, aber R ichspostdampfer anderer Staat er», mit denen es in freundschaftliche» Beziehungen zu stehen glaubt*, hält eS auf vagen Verdacht hin Wochen lang fest, unbekümmert um alle Rcchtsaudführungeu, die man ihm macht. Und wird gegen solche Vergewaltigungen protcstict, dann würdigt er diese Proteste e.st noch geraumer Zeit einer Antwort und beschwert sich noch obendrein über die respektlose Sprache. Wir hoffe», das deuische Volk merkt fich dtees Verfahren Eng­lands nnb zieht die geeignete« Lehre» daraus. Die Flott »Vorlage giebt die erste Gelegenheit dazu.

Im lifen Schein

Roman von L. Haid he im. (Fortsetzung.)

Vergessen ist, daß im Grunde nichts anderes ge­fordert wird, wie eine gleichmäß'ge Behandlung des inländischen und ausländischen Fleisches, vergessen, daß Amerika weit mehr Interesse an der Ausrecht-

Mein lieber Atter! Mei» lieber Vater!» murmelte er erschrocken, Inder er seinen Arm unter der Kranke» Kissen schob.

Es dauerte mir Minuten.

Ei« markerschütternder Schrei brach von des Sterbenden Lippen und dann war eS vorbei.

Arno v. Sckiltar starrte hilflos bald den Wärter, bald fie an. Er hatte niemals einen Mensche» sterbe» sehe». War dies der Tod? Seine männliche Kraft sträubte fich gegen die furchtbare Erkennttlis.

Gisela war, geschüttelt vom Schrecke» über diesen Todesschrei, in die Knie gesunken und bl'ckte entsetzt in dar Gesicht, dar jetzt, wie eine weiße Wolke, das Antlitz der TodeS überzog.

So, gerade so hatte sie diese weiße Wolke daS Scficht ihrer Großmutter bedecke» sehen.

Ja! Ihr Freund war tot. Jetzt erst fühlte fie, fie hatte nie ernstlich daran geglaubt, daß er sterbe» würde! Verloren! Se.loten ihr letzter Schutz! Sie

Vom Kriegsschauplätze

komme» jetzt die Nachrichten, daß die Buren die Bei» theivigung des OrsustfluffeS aufgegeben, und die Briten somit die fiele Beifügung über die Bahne» von Bloemfontein »ach dem Meere nach Port Elisabeth oder Kapstadt in der Hand haben. Die

worden ist, wäre ich für eine gefällige 8 n t» wort in einer Ihnen möglichen kurze» Frist verbunden. Ich haße die Ehre n. f. w.*

Man hätte meinen können, daß die englische Re­gierung diesen dnrchschlaaende» Gründen gegenüber

«iS, unendlich erleichtert. Er sagte nichts mehr, hg still uus sah zuftlede» auf die beiden lügen Mensche», die fein Wille noch im Tode eigen« richtig vereinen wollte, während in beiden sich kein »och so leise zustimmendes Gefühl regte. Den» da stand fie, blaß und roth weidend, zitternd wie Espen« lens nach einem einzigen entsetzten Blicke, de» er auf- fing, regungslos, unterwürfig und doch la jedem Xer» daS Widerstrebe».

Zum ersten Male flog ein friedvoller druck über des Kranken Gesicht. Er sah anders

bigem krulscaeu Denken uns zur Sonderung des hren vom Falschen nicht fähig sind.

Daß diese Herrschaft der Phrase, diese Neigung allerhand Taschenspieler - Kunststückchenhinein- alleu* selbst in Bürgerlichen Kreise sehr weit ver- ttd ist, das haben die Agitationen gegen die lex Heinze nnb das Fleischschaugesetz so recht Be» .wiesen. Wie Flugsand ist die Maffe dorthin getrieben worden, wo fie die Leiter derBetonung* hinhabeu wollten. Wenn man das nicht schon aus den Berliner Protestversammlungen gegen die lex H inze wüßte, dann wäre die Probe auf daS Exempel sehr leicht I» wache«. Man frage nur einmal einen von denen, die an der Bierbank über die lex Heinze in Be« AusSrückeu derBerliner Morgen-Zeitung* oder eines ähnlichen schönen Blattes herzi hen, nach dem halt des Gesetzentwurfs oder demJrihalt deS arn meisten stritten;» Theaterpw agrophc» und man wird finbenJ ß ma» in 9 von 10 Fällen eine unrichtige Aut-; ort erhalten wird. In dem schönen Gefühl, daß!

alSBeschützer der Kunst* fich aufwerfeu kau:«, ersehen die meisten vollkommen, wohin eigentlich efe ganze Bewegung treibt uno bemerke» nicht die denre im Hintergrund, die Bin Sturm künstlich an» chen. Wir haben hier nicht die Aufgabe, die lex Heinze, re» Berbefferur.gssähigkeit wir gerne zugetzehen, zu itheidigeu aber darauf Hinweisen wollen wir, e der ganze EntrüstnnMummel auf ganz falschen Voraussetzungen beruht. Der einfache Grundgedanke deS Gesetzentwurfs besteht doch darin, daß gegen die zahllose» Ooscöuitättn, wie fie in großstädtische» : Tingel-Tangers und in gewissen Handlungen dem Publikum geboten werde», eingeschritte» werde« soll. Daß aber das »othwendig ist, dürfte wohl für jeden, da die Bedeutung der öffentlichen Sittlichkeit in ihrn Wechselwirkung mit der privaten erkannt hat, die ausgemachte Sache fein. Und was proklamirt an nun gegenüber diesem Bestreben? Der Adgeord» ide Deinhardt hat es in dunen Worte» gesagt: Laßt jeden thun, was ibm paßt! Man will also den Grund­satz derlaisser faire, laisser aller, das

Und er, beherrscht, achtlos auf alles, nur den kranke» mit hütendem, sorgenden Ausdruck liebevoll «sehend. Jetzt fiel dieser schon wieder in seine geistige Stumpfheit zurück, er lag minutenlang theil» vohmrlos, schloß dann die Augen und war einge- schlafen.

Da lösten fich beider Hände. Ohne fich »och eine» Blick zu gönne», traten fie von einander weg.

Doktor, ich danke Ihnen nochmals! Nun ist Es gut! Sehen Sie, das konnte ja auch nicht anders kommen, er hat mich doch so lieb gehabt, um bis in deu Tod zu zürnen!* sagte erregt Arno von Schiltar, nahm den Arzt an dem Arm und verließ ihm das Zimmer.

«tela Hörle nur noch, wie dieser sagte:Man '-oll fich doch xie verlocken lassen, von seinen Grund-

Die Phrase im politischen Leben.

» Wohl selten hat fich so klar und deutlich wie » jetzig« Augenblick gezeigt, daß aach bei uns scheu die Phrase im politischen L-beu immer tiger und ausschlaggebender wird. Wir hatten schon daran gewöhnt auf andere Völker berab- blicke« und deren Neigung zu belächeln, sich von litjschen Schlagworten gefangen nehme» zu laffeu. e«n man aber die Erscheinungen der letzten Tage htge« Auges betrachtet, dann wird ma» merke», - dasVolk der Dichter und Denker* absolut men Grund hat, fich auf eine Besondere Anlage zu

UMschau.

Die Antwort der deutschen Regierung auf das von de» Regierungen der südaftikanlschen Republiken ausgesprochene Ersuchen um fteundschast- liche Vermittelung zur Herstellung deS Friedens hat, wie aus Pretoria gemeldet wird, folgenden Wortlaut: Die Regierung Sr. Majestät des deutsche»

Kaisers wftd gern bered sei», bei freundschaftlicher

t e8 wahrlich nicht an dem Will-» der einen, mit de» Vereinigten Staaten deraufbeschworen »tbi trauen wurde der Sache nicht förderlich sein. Dem ch allerhand Vorspiegelungen dieMaffe zu lenken,!prompt lauf-n als Antwort darauf aus allen Ende««Wunsche der südafrikanischen Regierungen, ihre Bitte an der Gutgläubigkeit der andere», die zu selbst sdes Reichs Kundgebungen gegen die Fleischschau ein.[um Vermittelung auch an die öflerreischisch ungarische

Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dieses Blattes, die Annoncen»

Bureau; von Haasenstein & Bögler, Frankfurt a. M., Cassel, Mägde- np- cy

bürg, Wien; Rudolf Masse, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; wU.

6. L. Daube & Co., Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris re.

Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

arfMbMM: 3»|. *«g. «°ch. UntonsttiUS-Mchdruckmi w Marburg. ^tworüich für die Redaktto»: Redakteur Han» Hupfer in Marburg

Erscheint täglich außer an Werktagen nach bann- und Feiertage». 'tWTrT'VfiU'Vfl

-/» litt Onartalr-Lbonnements-Prei» bei der Expedition 2 Mk., bei allen

hh Dienstag. 20. März 1900

uinri. um svuic. . , -

Der Herr Hofrath schlafen immer^noch, und der- Daß der Wärter weggelauftu war, die Franzen Herr Doktor schien oanz zufrieden,* berichtete er ihr. I zu wecke», de» Arzt und die Totenftau zu holen, .Der Herr von Schiltar waren auch mtt ibm da; merkte» weder Arno roch Gisela.

seitdem kommt mir der Herr so unruhig vor * 1 Aber in ihrem tief u. schreckcusvolleu Leid fühlte

sitzen abzuweichen, die Geschichte konnte eben so schlimm werden!*

Sie selbst saß wie zerschlage» »eben de» Bette, l Warum nnt ?

War es die Erkenntniß, daß er ihr Schicksal in dieser Mannes Hand legte, be» er ihr immer nur als schlimm und unzuverlässig geschildert?

Und wenn Arno der vollkommenste der Mensche» gewesen wäre, fie hätte dennoch aus seiner Hand nichts genommen!

Er selbst hatte des Alten Thun nicht anders ge­deutet als fie.

Und während fie fich dies alles in leidenschaft­licher Erregung sagte, fühlte fie »och immer feinen kalte» Blick wie ein unverdientes Brandwak.

Sie weinte zuletzt in leidenschaftlicher Aufregung, aber lautlos, um nur durch keine Bewegung de» Kranken zu störe«. O, fie war grenzenlos elend! Und warum? Warum? WaS hatte fie denn getha», daS solcher ©träfe werth gewesen wäre?

Für wenige Minuten kam Doktor Wendelstein; Lisa hatte ihn darum gebeten. Sein Anblick war Gisela tröstlich. Sie erzählte ihm in eiligen Worten, -vaS sie erlebt hatte, und wie schroff Arno ihr ent gegengetreten, tote abwehrend dagegen dann auch ihre Haltung gewesen war.

Doktor Wendelstein hörte fie schweigsam an.

Endlich sagte er: Herr von Schiltar soll ein sehr tüchtiger Mann fern, man prophezeit ihm eine rasche Lauftah». Es gefällt mir, daß er den Alten ehrlich lieb hat, der ihn erzog und dessen Erbe er sein wftd.*