Einzelbild herunterladen
 

f

Aryeis« mhmvl entgegen: He Expedition dieses Blattes, die Annoncen-

M 59

!t

r

8

L

PN

jmn

die

tatet unb deßhalb läuft der parlamentarische Karren j« Schneckentempo fort. Der Reichstag hat den Etat der Zölle und Verbrauchssteuern und das Gesetz über die Consulargerichtsbarkeit erledigt, »ährend im preußische» Abgeordnetenhaus -er Eisenbahnetat und der KultuSetat verabschiedet nmrden. AuS den Verhandlungen des letzteren der- dient die scharfe und gerechte Berurtheilnng hervor- gehobe» zu werden, die alle Parteien ohne Ausnahme den empörende» Experimenten der Breslauer Pro ftfforS Neiffer angedeihe» ließe». Mit Recht

wie aus­

nur Herren, welche im Besitz des Wahlrechts Deutschen Reichstag find, zu iwterzeichen.

8 Uhr. (1635

breitet, hat sich jüngst i» de« früher Porclle« ge­nannten Theile WestpreußeuS zugetrageu. Dort hat nämlich, wie dieDan^ Allg. Ztg.' berichtet, die

Polnische Propaga»da.

Ein Vorfall, der charakteristisch dafür ist, polnische Propaganda sich mehr uud «ehr

Zurückschlagen der Hauptmacht fast gleichbedeutend mit dem Einschlüßen der »och im Süden des Freistaates stehende», nur langsam zurückweichendeu vureu- koloonen wäre. Wenn die Engländer fast Tag für Tag melden, daß sie eine neue Stadt eingenommen Haden, so will das nichts bedeuten angesichts der Thatfache, daß die Buren fteiwillig zurückgeheu, um ihre Trnppe» zu conceutrireu. Wen» sie diese Eon- ceutrattou ermögliche», ist da« ei» Erfolg, der nicht zu unterschätzen ist und der demsiegreiche»' Lord Roberts eine» Theil seiner mühelos erlangte» Lor- beere» nehme« könnte.

Die Lage für ihn verschlechtert sich außerdem neuerdings wieder durch Ereiguisse in der Capkolonie Der laug erwartete und vorausgesagte Ausstand der holländische» Bevölkerung scheint loszubrechen. 3» den westlich der Bahn Capstadt Kimberley be» legeren Distrikten hat die gesammte Afrikander- bevölkerung zu deu Waffe« gegriffen und die Bewegung droht auch nach de» übrige» Bezirke» überzugreife»; geschieht das, dann mag Lord Roberts r«hig um­kehre», den« mit solche« - Feinden im Röcke», bei derartiger Gefährdung seiner Verbindungslinie kann er nicht daran denke«, auch »ur einen Schritt vor wärtS zu thun. Die Hülfe der Stam«eSgenoffeu setzt also gerade im richtige» Augenblick für die Buren ei»; wer weiß, ob das nicht de» Diplomaten sehr gelegen kommt, die eine« baldige» FrtedenSschluß der englische» Regierung seit einiger Zeit uahelegeu. Bisher hat man in Eagland nichts davon wissen «olle»; ob man eS sich aber jetzt nicht anders über­legt? Die Sefangennahme Cro»je'S, die Befreiung Ladysmith» und Kimberleys sichern nothdürstig nach außen hin die militärische Ehre Englands; sie könnte in neue Gefahr geralhev, wen« jetzt die Buren so werthvolle Unterstützung erhalte«. Setzt Euglaad de» Krieg fort, da«» spielt e» va banqtie, denn mehr Truppe» »»b befähigtere Feldherren, als eS jetzt in Südafrika hat, kann eS nicht einsetzen.

Vielleicht wird eS freilich zu diesem va banque- Spiel durch die Thatsache ermvthigt, daß Rußland trotz allen AuSuvtzenS der gegenwärtigen Situation einen bewaffneten Konflikt im Augenblick wahischeinlich nicht herbeiführe» will, well eS auf dem weniger geräuschvolle» diplomatische» Wege genug Fortschritte mache» kann, »nd daß F r a »k r e t ch'» Stimmung zur Abwechslung einmal wieder umgeschlageu zu sein scheint. Seit Woche» redet man iu Frankreich schon von der Revanche für Faschoda und sendet allerlei Di ohunge» über de» Kanal und jetzt weist auf einmal der Kammerpröfident Deschauel auf das Loch in den Vogesen nud sagt öffentlich unter dem Beifall seiner Zuhörer: Laff.-u wir un» nicht von de« großen Pflichten ab» lenken, welche die Kontine»talkriege der zweiten Hälfte unsere» Jahrhundert» UNS auferlegt habe« und marschiere« wir nnser« »«abänderlichen Ziele zu*. Der Socialdemokrat Jam4» hat solche» Ge> bahre», da» bald England, bald Deutschland bedroht, al» »kindisch* bezeichnet, well e» dahin führe« könnte, > man sowohl mit England wie «ft Deutschlaud » eine« Krieg verwickell werde» könnte. Wir muff.« dem Socialdemokrateu ausnahmsweise einmal Recht gebe«.

Zu« Fletschbeschaugesetz.

Der deutsche Laudwirthschaftsrath berieth auch über die Stellunguayme zum Schlachtvieh- »nd Fleisch- bescho» Gsetz. Nach einer längeren Diskussion ge­langte folgende Resolution zur Anuadme: »Der Deutsche LaudwirthsaofiSralh: Der Inhalt des augenblicklich d m Reich-tage zur Beschlußfaffung vorliegende» Ges, tzenrwurf», betreffend die Schlacht­vieh- Hib Fleischbeschau i» der zweüe» Lesung der ReichstagSkowmrssion beschlossene» Fassung ent­spricht im ganzen deu Beschlüssen de» deutsche» LandwirthlchaftSrathS vom 20. Fe knurr 1899 unb enthält darj nige wa» das g,sammte deutsche Volk al« Schutz gegen die Mißstände in der Versorgung deffelbe» mit dem »othwevdige« Fleisch, »nd was die »rutsche Landwirthschaft im Juterffe der Erhaltnng de» kiehstande» und einer rentable» Viehzucht z» fordern berechtigt ist, wenn wir die neue B-lastmig auf un» nehme», welche da» Gesetz »n» bringt. Der Deuffche randwirthschaftSrath richtet an de» Herr» Reichskanzler owie a» dar hohe» Buudesrath »nd o» deu Reichs­tag die dringende Bitte, dem Gesetz in dieser Form

Äjekten für die Wirkung gefährlicher Krankheit», si-ffe benutze» konnte, »och weniger glaublich aber, daß die Angelegenheit mit solch außerordentlicher dmeaukratischer Langsamkeit von den vorgesetzte» Be­hörde» behandelt wird, wie es in diesem Falle ge- slhehen ist nnb geschieht. Ei» etwas lebhafteres Gepräge erhielten die Sitzungen im Reichstage tu de« letzte» Tagen der Woche dnrch die Berathung des Fleischbeschaugesetzes, bei der sich die Feinde der Landwirthschaft in voller Glorie zeigte».

Auf daS Gebiet bet äußere» Politik führt die Anwesenheit der spanische» Abgesandte» hinüber, welche «nserem Kronprinz den ihm verliehene» Orden vom Goldene» Vließ überbrachte». Diese» Anlaß hat unser Kaiser dazu benutzt, um in der form« vollendeten und ritterlichen Weise, die ihm eigen ist, »tz der Regentin Spaniens Höflichkeiten auszntauschen.

Der Jubel England» über die letzte» Ereig- «ifie in Südafrika, über die Gefangennahme EtwjeS und den Entsatz vo» Ladysmüh beginnt »aitzjlllaffe». Der Freudentaumel macht nüchterne« Erwägungen Platz und man wird sehr froh fei« Men, wenn sich nicht nachträglich starker Katzen- Murer einstellt. Lord Robert» ist auffallend schweig- kw geworden. ES heißt, er hätte eine starke Ab- chiluug detachirt, um Mafekiug z» entsetze«. Mag ffa, das dürfte ihn aber nicht i» seinem Bormarsche ®f Bloemfontein hindern. Dieser Vormarsch ist immer vch nicht tu Fluß, obwohl Robert» die Bme« a«8 4nr Vorposteustellung herauSmauöverirt hat und da»

rtptioa (183?

Uuischau.

A» de« Deutschen Reichstag.

Bo» dem vo« un» bereits erwähnte« Münchener Flotte» Comttö, da» eine Massenkundgebung für die Flotte vorbereitet, geht un» folgende Petition an den Reichstag zur Veröffentlichung zu:

Durch daS Gesetz vom 17. März 1898 hat der Reichstag die von der ReichSregierung al» »Sthig bezeichnete Minimalstärke der deutsche» Flotte «it dem ausdrückliche« Charakter eiuer Ausfall- uud Schutzflotte für die heimische» Küsten und Gewässer festgelegt nnb bewilligt.

3n der seither verstrichene» Zeft find Ereigniffe »nd Veränderungen von solcher Bedeatung auf dem Gebiet der WcltpolM erfolgt, find an Deutschland selbst Vorgänge vo« solcher Tragwefte herangetreten, kurz: hat fich die politische Lage von Grund an» derart verändert, daß fich die Nothwendigkeit ge­bieterisch geltend macht, das Reich auch zur See tu dem Grade wehrhaft zu machen, wie es seine täglich bedentender werdende« Jutereffe» auf und über See verlange».

Es genügt nicht mehr, wenn die deatsche Flotte »ur den Schutz der heimischeu Küsten leistet uud bei der gewaltigen Vermehrung der marttime» Strett- kräfte bet übrigen Weltmächte wird ja selbst diese Sicherheit mehr nnb mehr zweifelhaft! sondern das Reich muß anch in der Lage fein, die Person jedes Reichsangehörigen, da» Eigeuthum de» Volkes, die Produkte seiner Arbett nnb seine» Fleißes all­überall nachdrücklich zn schütze», wie i» der Heimat, so auch i» fernen Laude».

Da» deutsche Volk hat sei» verfaffungsmäßiges Recht, diesen Schutz zn bcilangen; denn ohne ihn fordert bet steigenbe Wohlstand, bie enorme Ent Wickelung der deutschen Industrie und des deutsche« Handel» zu Angriff und Schädig»»- geradezu heraus. Nur eine ausreichende Seemacht wird die Erhaltung der Großmachtstelluug deS R.icheS, das Blühen und Gedeihe» unserer polttische» und wirthschaftliche» Ent- Wickelung in Wahrheit gewährleisten können.

Wir bitten daher de» hohe» Reichstag, der jetzt zur Berathung stehenden Vorlage der ReichSregierung zur Verstärkung der Kriegsflotte in ihrem ganze» Umfange zustimme» zu wolle», damit die Sicherheit vo» Vaterland und Volk, die nachdrückliche Wahrung der Ehre und der Macht Deutschlands und die fried­liche Entwickelung feiner Jntereffe» auch i» Zukunft verbürgt ist.'

Dem Wunsche des Münchener ComitäS gerne folgend habe» wtt diese Petttto» in unserer Expedttio« zur Unterschrift aufgelegt. Da» Comitö bittet jedoch

Gemeindeversammlung der Ortschaft Schwanan im Streife CarthauS beschlossen, nachdem bet Landrath für die Orthschaft die SchreibweiseSchwanan* ver­fügt hatte, daß der NameStanowo' bciznbehalte» sei, »nd damit Jrrthümern vorgebeugt werde, de« Gemeindevorsteher denAuftrag' ertheitt, Briefe, auf bereu Abreffe bet Ort mitSchwamm' bezeichnet ist, uicht anzunehmeu. Der Beschluß bet «e- meinbeversammlung,damit Jrrthümern vorge­beugt werbe', klingt, so bemerkt bas genante Blatt hierzu, hoch zu naiv nnb harmlos, als daß man glauben müßte, es verhielte fich so. Die Opposttion gegen die Führung des Namen» Schwanan* ist nichts weiter, al» bie Frucht der polnischen Agitatio«. Währenb man noch vor nicht 10 Jahre» in Pommerelleu bie polnische Zeitung kaum bem Namen nach kannte, wird jetzt das Land mit diesen Blättern förmlich überschwemmt. 68 flieht kaum eine Käthe ober Pustkowie auf bem platte» ßanbe, wo nicht eineGazeta* zu fiuben ist. Viele haben nicht einmal efneu Nickel für Salz »nd Häring übrig; aber eineGazeta* muß gehalten werde». Da» Merkwürdigste aber ist, daß die Fluih der polnischen Bläter von de» dentsche» Städten Danzig, «raudeuz, Thor», den Stützpunkte» de» Deutsch- thum» in diesem Theile der Ostmark, ausgeht. ES ist n»n feststehende Thaffache, daß der Ort Schwanan schon seit Jahrzehnte» vo» der ganze» »mwohnende» Bevölkerung so genannt und allgemein in der Schreibweise gebraucht worden ift, das wagt die Agttatiou al» Gefährdung ihrer polnische» Sache zu unterdrücke», und »och daz« in einem dentsche» Lande 1

Jedenfalls es hohe Zeit, daß dieser unablässig bohrende» Agitatto» irsbesoudere der Polenpresse vo» deutscher Seite mit allen Kräften entgegengearbeitet, und da» Recht der deutsche» Sprache, welche (bie Polen mit ollen Mitteln z» verdrängen suche», energisch gewahrt wird.

Marburg

Sonntag, 11. März 1900.

WSchewtttche Beituge«: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai«, s Jllustrirtes Sonntagsblatt. 8*WMh4 -

", nmrbe bedauert, daß bie Staatsanwaltschaft wegen gT Lerjähruug nicht einschreiteu konnte. Ma» sollte e» gf dum für glaublich halte», daß ein Professor Menschen, die sich staatlichen Krankenhäuser anvertrauen, zuLersnchS-

Wochenschau.

** 'S ist Fastenzeit, auch i» der Polstik. Während sonst bet Wochenchronift durch die Fülle Wichtiger Ereigniffe, die er auf engem Raum zu behandeln hatte, fast in Verlegenheit geri'th, hat er ppi gute Tage. Ruhig nnb gleichmäßig fließt unser .«litische« Lebe» dahin, in weiten Kreise» kaum ei» geringes Interesse erweckend. Auch in deu Parla­mente« sieht man schon äußerlich, daß jetzt statt -Mischer Kämpfe Zeiten beschaulicher Ruhe etage- ehrt find. Die Herren Volksvertreter glänzen zum ueitauS größten Theil durch Abwesenheit; daran ist am ja nachgerade gewöhnt. Wenn irgend ein Sbge- tbneter jetzt die Beschlußfähigkett der Parlamente bezweifel» würde, wäre keine» Tag ein Beschluß »-glich. Aber so boshaft ist keiner der Bolksver-

Rachdruck verbot«

M 3« dösen Schein.

(Fortsetzung.)

Unsere

ferner a Se- Lager

unser le» zu

Geht's Euch an?* lautet die bissige Gegenftage.

Freilich geht's mich an; denn ich will Euch ü mittheileu, daß der Arme mtt Aufopferung seines tldeS meinen Julius gerettet hat. Und wenn ich ** braven Burschen fein Bei mögen nicht wieder- b« kann, so soll er doch nicht bei Euch feine ^ileffe «it Eurer allerhöchsten Ungnade büße».*

ezügere

II wir

uuftivDer arme junge Herr!* rief die stet» redeferttge ingkalk 8reB ihrem Manne zu.Aber so geht e»! Ehrlich Sato rb aufrichtig sei», da» bringt nichts ein, heutzutage innen bie Schmeichelkatze« üb Heuchlerinnen, sie wisse» ja auch warum sie so lieblich schnurre».* Einige Tage später würbe Oberst a. D. v. strrwald gemeldet; er tarn zuweilen, den Hofrath besnche«, aber immer zur Abendzeit. Die beiden en spielle» dann Schach und sprachen wenig mtt ander. Heute erschien der Oberst bald nach dem stück, nnb in seiner geraden undiplomattschen (790 ^effe fiel er sofort mit der Thür in» Hans.

Aber welcher Satan rettet Euch den», Meggelsen, Ihr Euren Jnngen so hnndSmäßig behandelt?' er, sobald er die Cigarre ungezünget hatte, die la ihm anbieten mnßte.

Der Hofrath hatte sozusagen wider Willen auf- gehorcht.

Ehe er antworte» konnte, ftchr der Oberst im Zimmer hi» »nd her lassend, aber schon aufgeregt ort:Ihr wißt Such immer so viel etazubilde» auf Eure geringe Achtung vor de» Menschen, Meggelsen, «»b auf Eure» Scharfblick! Bli»b seid Ihr, blinb auf betben Augen gegen be« Amol DaS sag' ich iach! Hätte Euer Pflegesohu nicht be« wunbervolle« idelmMH gehabt, sei» Selb i» be» Brunne» zu werfe» für be» Jungenbfreunb, so mußte meta Bengel quittieren nnb saß mit bem jungen Weib nnb ben beiden Stabet» am Bettelstab, be»n daß ich nicht» habe, wißt ihr! Und so komme ich*

Gisela, Du kounst gehe», Deine Schwester zu besuchen!* rief der Hofrath barsch,und. Ihr, Oberst, «acht mir keine Flausen vor. Ihr, hab' mir sagen offen müsse«, ha! laßt mich in Ruh'! geigert mich nicht zu Tode!*

Giiela war auf einen zweite», gebieterischen Wink dranßen; fie hatte gezögert, weil fie Mhemlos auf SmoS Rechtfertigung lauschte.

Als fie bau« nach einer Stunde zurückkam, war der Hoftath allein und schritt mit dunkelgeröthetem Gesicht und zorniger Aufregung in der Stube hin und her.

Ich habe ihm aber helmgeleuchtet, dem Oberst!* rief er ihr entgegen.Für fremde Lente also hat der Mensch ein Heiz!' Weil Julin» Ftastervald fich

wie ei» Gimpel für de« Bruder setaer Frau verbürgt Spielschulden natürlich und wett der sondere Musje Schwager nicht bezahlen kann »nd nm die Ecke geben mnß, der Jnliu» aber, der edle Bürge, keinen Groschen hat, da wirst meta braver, hochherziger Pflegesohn fehl Geld dem Wucherer zwischen die Zähne; nud mir, mir, der ich für denherrlichen Arno' sei» lebenlang treulich gesorgt, der ich da» Geld mit alle» Finger« für ihn festhalte, für ihn! mir sagt er, der edle, hochherzige, brave Sohn, wa» der herzlose Undank nur ersinnen kann! Zum Kuckuck mtt ihm!'

Aber Sie sollten ihn doch höre», ihn» Sie es doch um der Gerechtigkeit Wille»!' sagte Gffelu, zitternd vor Angst.

Willst Du Grünschnabel mich lehren?' fuhr er sie ober doch rauh wie noch niemals au, und setzte, da sie erfchrocken schwieg, triumphierend hinzu:Er fühlt schon, daß et nicht» mehr zu vergeude» hat, darum miß er jetzt metae Verzeihung Haden. Da siehst Dn wa» der Mammon thnl! Aber ich schlachte fein Kalb für ihn, mag er essen, was er fich einge­brockt hat. Hab'» ihm anch mit deutliche» Worte» sage» lasic», daß ich weiß, wa» ich vo« seiner Reue uud Liebe zu halte« habe.'

Und dabei lag iu deu alten Augen eta Ausdruck vou Unerbittlichkeit, vor dem Gisela Furcht bekam.

Als der Hoftath ihr bann aber spät am Abend Vie i» bem Bedürsniß »ach Rechtfertigung sagte:Du

bist gern bei mir, ich fühle e», sehe e» Dir a», und Du sagst, e» ist Dir eine Wohlthat, unter metae Flügel zu schlüpfe«. Rn» wohl! A» bem Junge» habe ich hu»dertfach getha», wa» ich für Dich thne!' ba fand fie ihn wiederum im Recht. Der Gedanke, für be« Pflegesohu eine Versöhnung zn erwirke», bet ihr beste viel durch be» Kopf ging, verflog wieder, nnb sie wußte ganz genau, daß fie ihn aufgab, »eil ie fich mit nutzlosen Bemühungen nicht die Gunst be» Uten verscherze« wollte, nicht aber weil fie «och fest überzengt gewesen wäre, wie bisher, baß Arno bet allein Schuldige* sei.

Die ersten Veilchen blühte«.

Im Garte» be» Hostathe» arbettete» mehrere Leute; cho» nahmen bie Beete nnb Rabatte» eta geordnetes Jnfeben an. Giselas Herz klopfte feit Jahre» nicht o leicht nnb froh wie heute, wo goldener Sonnen- lchei», wolkenloser Himmel nnb tanfeib jubilierende Logelstiwme» Lisas erste Ausfahrt begünstigt hatten.

Freilich, au» der Klinik wollten bie Aerzte da» Reiche und zarte Mädchen immer noch nicht entlassen, aber auch dieser Aufschub ertrag fich leicht, ja, es hatte Gisela geschienen, als ob Lisa keineswegs große Sehnsucht nach der lieberftebdnng i« das Haus bes Hoftaths habe». Sie hatte lange mit Wendelstein gesprochen, bet jetzt nie mehr seine düstere LebenS- anffaffueg betonte, sonder» gar f.öhlich mtt ihnen lachte und der etazige »ar, von dem fie gelegenttich