Marburg
JK 47
2,25 Mk. (ejH.
Lmwtwsrüich fit bi« Ribaftion: Redakteur Hans Hupfer ta Marburg. Redaktion: Markt 21. — Telephon 55.
Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg ««- Kirchhai«. Jllustrirtes Sonntagsblatt
«nzrigen nehmen mtzegm: die Expedition dieser Blattes, die Annoncen»
BxrtaMi von Haafmstein & Vogler, Frankfurt a. M., Eass:l, Magd«» r>K
bwi Wim: Rudolf Moste, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; 65. ZMg.
Wochenschau.
ac. 68 ging auf innerpolitischem Gebiete in der vergangenen Woche recht still bei «ns zu. Der Reichstag hatte sich eine Ruhepause gegönnt und das preußische Abgeordnetenhaus widmeten den ersten Theil der Woche der Sekuudarbahnvorlage, bei deren Lerathung lokale Interessen und Wünsche die größte Rolle spielten. Bemerkenswerther gestalteten stch die letzten Tage der Woche. In ihnen boten die Debatte» über den Mtlitäretat, die wieder die übliche» Bebel'schen Anschuldigungen brachte», im Reichstage manches Interessante und auch die Vorlage über dir Gemeindewahlreform brachte Leben in die parlamentarischen Berathungen, die zu Beginn der Woche so müde dahiogeflossen waren.
Doch all diese parlamentarischen Arbeiten traten beim Publikum zurück gegen die immer drohender gewordene Kohlennoth. Wen» auch i» Schlesien die Lage sich nicht ungünstiger gestaltete, ja eine kleine Abnahme des Streiks stch koustatire» ließ, so wuchs die Streikbewegung tot Halle'sche» und »amentltch im Zwickauer Kohlenbezirk a», ein Erfolg der hetzerischen Thätigkeit sozialdemokratischer Agitatoren, «uter denen sich besonders der Abgeordnete Sachse hervorthat. Erst gegen Ende der Woche ließ sich im Zwickauer Revier eintretende Beruhigung konstatiren. Eine Masse von Fabriken hat wegen Kohlenmangels ihren Betrieb etoschräaken oder ganz etostelle» müsse», andere werden wohl in allernächster Zeit zn ähnliche» Maßnahme» sich gezwungen sehe» und »och läßt sich nicht absehcn, ob die Streikbewegung nicht auch in die bisher noch unberührten Bergbaugebiete überschlagen wird. Wenn jetzt eistig darüber discutirt wird, wie man in Zukunft solcher Kohlennoth vorbeugen kann, dann möge mau auch gebührend der Thätigkeit der Sozialdemokratie gedenken, die zur Lerschärsung der Situation das Ihrige beigetragen hat.
Ein Massenstreik ist auch in Berlin in den Möbelfabriken ausgebroche». Die Tischler habe» dort eine Reihe von Forderungen aufgestellt und die Erklärung der Meister, daß die Forderungen zu weitgehend seien als daß sie bewilligt werde» könnten, mit einer allgemeinen Arbeitseinstellung beantwortet. Das Bedauerliche dabei ist, daß eine ganze Reihe von Hülfs-Arbeiter», wie Möbelpolierer rc., durch die Arbeitseinstellung gezwungen find, zu feiern.
Und nun zu dem ständige» Thema unserer Wochenbetrachtungen, zum südafrikanischen Krieg. Bellona, die launische Kriegsgötti«, hat in der vergangenen Woche den Engländer« gelächelt. 3« ersten Mal seit Ausbruch de, Krieges habe« die Engländer einige Erfolge errungen und wenn man stch in London a«ch hüte» sollte, allzu laut zu
Nachdruck verbot««
Zm böse» Schein.
Roman von L. Haidheim.
(Fortsetzung.)
«Steh' mal! Was kau« Dir nur daran liegen? ! Du hast mir eben noch deutlich genug gesagt, was Du von mir hüllst!*
„Es war unrecht; auch nicht meine wirkliche Meinung. Nu» laß es genug feto!"
»Recht so! Man muß, wen» mau gewohnt ist, de» großen Herr» zu spielen und das eigene Geld M» Fenster hinausMwerfen, den Erbonkel nicht toS Geficht schlage«!*
„Vater! Treib' es nicht wieder zu weit.*
„Mau kanu sich doch fteueu, wen» man auf seine alten Tage noch die Wahrhett zu hören bekommt! Erbonkel werden sonst meist geliebkost.*
„Laß Dein Geld aus dem Spiel, Vater! Ich thue mir darauf nichts z« Gute! Ich habe Dich verletzt und bin zu wett gegaugeu, dafür —*
„Stolzer junger Herr! Dabei bleib Du nur! Du brauchst mir auf mein Geld auch nichts zu Gute thun, ich finde schon wen, der es zu schätzen weiß.*
„So such' Dir den! Ich habe genug. Und nun sei so gut und mach' ein Ende. Ich habe keine [ Waffen gegen Dich.'
Und mtt vor Aerger und Wuth ganz erstarrten Zügen nahm der Hoftath seinen Schlüffelbund, öffnete eine Lade seines Schreibtisches und legte ein kleines Buch vor Arno vor.
„Hier, dein Bankbuch, schreibe mir eine Empfangsbescheinigung!' sagte er ftostig.
L Arno von Schiltar athmete auf.
jubeln und in rasch wieder erwachtem Optimismus den Krieg schon als beendigt anznsehe«, so werde« doch auch audererseits die Bureufteuude gut daran thn», nicht etwa durch die Sympathien für die Buren sich verleiten zu lassen, die englischen Erfolge zu unterschätzen. Kimberley ist in allerletzter Stunde entsetzt, der Krieg zum Theil auf das Burengebiet üderttagen, General Crovje vor der gewaltigen Ueber- macht des Generalfeldmarschalls Roberts auf dem Rückzüge und bei Paardeberg haben ihn zwei kühne und umsichtige englische Führer, die Generäle Freuch und Kelly Kenny gestellt. Es wird für den Buren- general eine tüchtige Aufgabe sei», sich seiner Verfolger zu erwehren. Aber er ist der Manu dazu, dieser auf der Jagd ergraute Krieger, von dem die Buren sagen, daß er die Witterung des Schakals in Bezug auf die Gefahr und das Ange des Falken für die Schwächen des Gegners hat. Mtt jedem Schritt vorwärts wird auch für die Engländer die Sttnation gefährlicher, denn sie entfernen sich immer mehr von ihren Magazine». Und umsonst ist nicht Kommandant Delarey von ColeSberg «ach Norden gezogen. Daß er den Transport des Generals French, wohl 200 Wagen, fortnahm, war das erste seiner Jägerstückche», vielleicht liefert er noch mehr von dieser Sorte.
Die energische Verfolgung, mit der die Engländer einsetze», richtet de« Blick wieder einmal auf die Verschiedenheit der brttifche» und burischen Kriegführung. Was wäre wohl aus Bullers Heer in Natal geworden, wenn die Buren mit gleichem Geschick die Situation ausgenutzt hätten und einen kräftigen offensiven Vorstoß gemacht hätten. Zweifellos wäre Bullers Armee fast gänzlich anfgerteben worden. Die Oranjestaatler find aber jetzt vo» Ladyfmtth aus Crouje zu Hülfe geeilt und Buller hat sich diese Schwächung des Burenheeres zu Nutze gemacht und ist wieder gegen Colenso vorgegangen. Er meldet eine Anzahl kleine Erfolge, ob es ihm aber bei seinem vierten Entsatzversuch bester gehen wird, als bei den drei erste», dürfte doch noch recht zweifelhaft sei«.
Der „olle ehrliche' Chamberlain hat im Parlament wieder einmal einen Sieg errungen; man hatte versucht, ans den bekannten Enthüllungen der Brüsseler „Jndependance* ihm einen Strick zu drehen, es gelang ihm aber, die Mehrheit des Hauses auf seine Sette zu ziehe«. Diesen günstige« Ausgang hat er wohl kaum feiner recht matten und verlegenen VertheidigungSrede, als vielmehr den günstigen Nachrichten aus Aftika z» verdanken.
Aus Ostasie« ist schließlich noch znerwähnen, daß in der deutschen Interessensphäre neue Unruhen infolge des Eisenbahnbaues vorgekommen find. Ein Kommando ist an den Schanplatz der Unruhen abge- gangeu und es wird wohl nicht» anderes übrig bleiben, als alle Bahnbauten dauernd unter militärischen Schutz zu stellen.
Jetzt fühlte er, die Angst, feto Wort nicht halten zu können, hatte ih» zn den erbitterten Worten ge- ttiebe», die Angst und daneben der Schmerz, wie er eben richtig gesagt hatte. Er hatte momentan über des Hofraths Fehler seine viele Güte vergesten gehabt.
Er schrieb die Quittung und «ahm dar Bankbnch a« stch; er fühlte stch wie gelöst und jetzt erst voll Mitleid mit dem Pflegevater.
. »Lieber, guter Vater! Wir find solche Hitzköpfe. Komm, verzeihe mir, ich habe Dich nicht so tränten wollen.* Er trat dem Pflegevater näher und strich leise und liebevoll mit der Hand über das spärlich weiße Haar des Erzürnte«. Aber während des ölten Mannes Herz sich freute über dies Liebeszeichen, stieß er unwillig und höhnisch Arnos Hand fort.
„Spare Deine Redensarten. So altersschwach, wie Du denkst, bin ich noch nicht.' W
»3ch habe Dich, Vater, doch lieb, trotz allem!* appellierte Arno »och einmal au sei» Gemüth.
„Lieb!* höhnte dieser wieder. „Ja, einen alle» Man» mit vollem Geld kästen muß man auch lieb haben! Trotz allem!*
„Verwünscht sei Dein Geld! Ich schere mich den Kuckuck darum!* fuhr der Offizier wieder wild auf und stürzte die Mütze ergreifend, ohne wetteren Abschied aus der Stube.
Eine Minute später fiel die HonSthüre z«.
Der Alte hatte, Schrecken in feinen Zügen, athcmlos gelauscht; nun preßte er ergrimmt die Lippen aufeinander und nickte viele Male mit bösem Blick vor sich hin: „Undank! Undank!*
Arno v. Schiltar aber schrttt finster nach der Bank und dann zum Bahnhofe zurück. Er hatte dem Pflegevater, dessen Rachsucht und Eitelkeit er kannte Trotz geboten, das verzieh er ihm nicht!
UunÄau.
Der Kohlenarbeiterstreik in Sachsen.
Die Kraft des KohlenardetterstreikS in Sachsen scheint gebrochen. Die Streikstatistik weist fortgesetzt finkende Ziffer» auf, »nd namentlich ist es jetzt das OelSnitz Luganer Revier, wo die Theilnahme sichtlich erlahmt. Von 8090 Man» streikten dort anfänglich 2300. Die Zahl stieg dann auf 2600, um gestern auf 1935 zu fallen. Auch heute ist wieder ein Rückgang zu verzeichnen. Daß die Stteikendeu zur Nachgiebigkeit bereit find, geht daraus hervor, daß in einer vorgestern in Zwickau stattgefundenen Besprechung des Streikcomitös und der Knappschaftskaffen - Vorstände beschlossen wnrde, die Forderungen zu ermäßigen und nur „im Allgemeinen* an einer Erhöhung des Lohnes und einer Reducirnng der Arbeitszeit festzuhatten. Der Beschluß wttd heute den Jntereffenten mitgetheilt. Die Meldung übrigens, daß die Behörden sich neuerdings zur Vermittelung bereit erklärt hätten, wird als nn- zutteffeud bezeichuett. Der Kohlenversand hat infolge der Besserung etwas angenommen und zwar von 3102 Tonnen am Dienstag aus 3332 Tonnen am Mittwoch. Trotzdemist, schon wegen der Fortdauer des Ausstandes in Böhmen und Mähren, die Kohlennoth fortgesetzt drückend. Die Kohlenhandlunge« bedränge« die Grubenbesitzer täglich mit Briefen und Telegrammen, könne» aber nur in ganz unzureichendem Maße be- friebigt werden und müssen Tage lang warte», ehe sie ein kleines Quantum erhalten.
Der südafrikanische Krieg.
Cronjes Heldenkampf.
ES kann jetzt wohl keinem Zweffel mehr unterliegen, daß Cronje auf dem westlichen Kriegsschauplatz von der Ueberrnacht der Engländer umstellt und auf da» Schwerste bedroht ist. Er kämpft schon Tage lang einen Verzweiflungskampf gegen die Engländer mit der schwachen Hoffnung, daß ihm andere Burengenerale znr Hülfe kommen werden. Wenn es wahr wäre, was Roberts behauptet, daß er alle zur Hülfe heranettenden Burenkommaudos verttiebeu habe, so stände für die Buren die Sache schlimm, denn wenn auch Roberts die augenscheinlich vorzüglich gewählte Stellung der Bure» nicht im Infanterie-Angriff z« nehmen für möglich hält, so wird Cronje ans die Dauer dem concenttirte» Lyddit - Feuer der englischen Batterien kaum Stand halten können. Es wäre ein Vorgang von furchtbarer Tragik, der das Herz jedes fühlende» Mensche» auf das tiefste erschüttern wüßte, wenn jene Burenhelden, die Ergebung ablehnend den Kampf für die Freihett ihres Vaterlandes thatsöchlich mtt ihrem Untergang besiegeln müßte» —, ein Vorgang der den heroischsten Thate» an die Sette zu stellen wäre, welche die Wettgeschichte
kam ihm die Reue. Hatte er ihm nicht dennoch viel M danken? Und hatte der Pflegevater ihn nicht tausendmal erkenne» lasse», daß er ihn liebte, wenn er auch »och so tyrannisch und grausam zu ihm war?
2.
Etwa drei Woche« später versammelte sich, wie jeden Abend, in einem reservierten Htoterstübche« des „goldenen Adler* die „gute alte Zett', eine kleine Anzahl von älteren und alte« Herren, die mit dem „Jetzt' ta jeder Hinsicht unzufrieden, hier seit mehreren Jahren ihre» streng geschlossenen Schmollwinkel ein« gerichtet hatten.
Der Präsident dieses Klubs, Hoftath Meggelsen, erschien heute, nach wochenlanger Krankheit, zum ersten Mal wieder unter den Freunde»; von allen Seiten mtt Händedruck und freundlichen Worten begrüßt.
„Nun laßt ihn aber ta Ruhe, meine Herren!' unterbrach die etwas lange dauernden Frage« nach der Art der Erkrankung rc. der Oberst von Finsterwald.
„Ihr seht mir immer noch nicht kapitelfest aus, Meggelsen,' wandte er sich bann an biefen, nnb zog ihn ta einen der um den runden Tisch gestellten Sessel nieder. „Schont Euch nur, alter Freund; mit dieser vermaledeiten Gelbsucht ist ta unseren Jahren nicht zu spaßen! Ihr hattet bei Gott das Aussehen einer vertrockneten Pomeranze, und so ein Nestchen liegt Euch noch ta de« äugen. Also Vorsicht! Vorsicht I Vor allem Diät!'
„Pah, meine Hauswirthin hat zweimal die Gelbsucht gehabt und läuft herum wie ein Wiesel,* wieder- sprach der Gerichtsrath vo» Otten und sttich vor
kennt. Allein es braucht noch keineswegs für gewiß angenommen zu werde«, daß der Buresgeneral sich wirklich in hoffunngsloser Sage befindet. Bei dem bisher von dem Burenführer Cronje bekundeten tattische« Genie und der todesverachteuden Tapferkeit seiner Truppe» erscheint es also keineswegs ans- geschlossen, daß fie stch doch noch heraushsue«, nam-utlich falls es der Kriegsleitung der Verbündtteu gelingt, ;ine ausreichende Streitmacht in den Rucken der Engländer zu dittgirc« und dem ja zweifellos hart bedrängte» Cronjescheu Corps auf diese Weise Luft zu schaffen.
Ist Crovje ein Entkommen unmöglich, so würde Lord Roberts den ersten wirklich große» britischen Erfolg dieses Krieges davongetragen haben und die ohnehin beschränkten Streitkräfte der Buren eine schwere Einbuße erleiden. Auf beiden Sette» ist man stch dieser Sachlage offenbar voll bewußt: daher die Weigerung der Engländer, auch nur eine Minute Waffenstillstand zu gewähren, daher ihre Anstrengungen, durch ein furchtbares Artilleriefeuer und unabläsfige Angriffe die zähe Widerstandskraft der Gegner rasch niederzuringen, — daher auf der anderen Seite das todesmnthige Ausharren Cronjes und feine Weigerung, sich zu ergebe«, — daher auch die fieberhafte Spannung, mtt der die ganze Wett dieses heldenhafte Sttagen der Buren verfolgt. Die Verluste find aus beiden Seiten schwer, weit schwerer anscheinend, als in irgend einer früheren Schlacht dieses Krieges, lieber die Einzelheiten gehen die Berichte aber nach wie vor auseinander. Wft haben gestern beretts die zuverlässigste» derselben gebracht. Neue «nb spätere Meldungen liegen zur Stunde noch nicht vor, sodaß wft wohl eine zusammenfafleude Darstellung der Anfangsstadien des Kampfes entwerfen können, die einen Ueberblick über die Lage ermöglicht:
„ Die Division Kelly Kennys, welche die auf dem Rückzug befindlichen Bure» unter Cronje verfolgte, holte die Nachhut des Feindes bei Klipdrift ein und verfolgte die Buren bis Koodoesrand-Drift, wo fich ein Lager befand. Die Schlacht begann am Sonntag bei Tagesanbruch, wo berittene Infanterie die Nachhut der Buren den Fluß hinauf gegen das Hanpt- korps ftieb, während eine andere Abtheilung berittener Infanterie auf der rechten Flanke des Feindes manöv- rirte. Das britische Hauptkorps befand fich amNord- ufer und ging vor, um die Buren zu umgehen. Ihr Lager war ebenfalls am Noidufer. Kelly-Kenny, der von beiden Dnrchläffen Besitz ergriffen hatte, fand den Feind, der etageschloffen war, nnb befahl feinen Leuten, anzugreifen. Beim Angriff befand fich die Hochländerbrigade links, die Brigade unter General Knox tat Centrum und rechts, während die Brigade unter General Smith Dorrte» den Fluß überschritt und längs des NordnferS vorrückte. Sowohl am Nord- als am Südufer war das Gelände eben und das Vorrücke»
de« et fich heimlich feines frischen gerötheten, gesunden Aussehens freute.
„Nun ja, man braucht ja nicht unbedingt zu sterben!*
„Ei, bewahre, Gelbsucht ist keine absolut tödliche Krankheit!* riefen ein paar andere.
„Na! Genug davon, lacht mich nur ans mit eurem Unkengeschrei!* unterbrach der Hoftath diese Bemerkungen. „Meint ihr, ich wffse selbst nicht genau, ihr Herren, wie es mit mtt stand? Aber ich habe de» Wille» jum Leben und daraus vertrau' ich, der reißt mich immer wieder heraus! Der ftste Willen zum Leben, das ist das große Sllhettmittel! Die gute Präsidentin MenlisHofer hätte nur tat entscheidenden Moment davon haben sollen, so lebte fie noch. Nun liegt fie in der Erde. Ihr feit alle mitgetoefen zu Bestattung, ich seh'S Euch an, habt euch ja förmlich geputzt. War's denn ein große» Gefolge?'
„Groß? Das Gott erbarm!' war die Antwott, die wieder von mehreren Seiten zugleich kam. „Unser Klub, ein paar Handwerker, die für fie gearbeitet einige Frauen, die Wäscherin u. s. w. denk' ich. Wer achtet heutzutage auf den Tod der Wittwe eines hochangesehenen Mannes, wen» fie keine Gesellschaften und Bälle gab. Der kleine Litton, war da, der einzige fange Mann, und Dr. Wendelstein, der Assistenzarzt BlumS; den» zu allem Unglück hat fich die jüngere Enkelin einen Schaden am Rückgrat zugezogen bei der Pflege der Großmutter!*
„Ein schönes Mädchen, die andere! Dauerte mich! Stand die so von Gott verlaffen! Und die dicke Godard, ihre Nachbarin von gegenüber, schlug ihr den kolossalen Arm um die feine Taille nnb hielt ihr
Und jetzt dem Spiegel seinen weißen, langen Schnurrbart, ta-