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Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg und .Kirchhain.
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Qxitfa*ÄionxenteKt5^r«il bei btt ötNbtiton 2 SW., M allen B»r«m von Haasensteio LVogler, Frmckfurta. M.,Lasset, Magde-
Donnerstag 22. Februar 1900.
_ jn Haasensteiu & Vogler, Frankfurt a. M., Caflel, Magde- Wieu; Rudolf Stoff«, Frankfurt a. M„ Berlin, München, Köln; Sexta & So., Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari» re.
BestMungeii
für den Moral März auf dir
Leitung
»obst deren Gratisbeilage» wRreiflbIott für die Kreise Marburg uni jkrchham", „Illustriertes Sonntags blatt" und „VerloosungSliste der Kgl. preußischen Slassenlotterie" werben von allen Postanstalten, Landbrief- trägern, in der Expedition (Markt 21), sowie von unseren Filial-Expeditionen in Kirchhain und Neustadt entgegengmommen.
Was geht in Südafrika vor?
** Wenn je die englische Kriegsberichterstattung ihre vollständige Unfähigkeit bewiese» hat, so ist das jetzt der Fall. Daß mau nichts Genaues darüber «fährt, wohin eigentlich die Buren auSgewichen sind, ist erklärlich, daß aber über die Operationen der Engländer so widersprechende Meldungen nach Europa telegraphtrt werden, zeigt wieder einmal, was mau
von den englischen Kriegsberichten zu halten hat. Wenn jetzt z. B. ein Bericht dahin geht, daß French das Lager der Bure« bei Dor»> ficld nördlich von Kimberley umzingelt habe und eß bombardiere, ein anderer Bericht ab« meldet, daß er sich mit seiner Kavallerie wie ein Keil zwischen Cronje und Bloemfontein eingeschobeu habe Md Verstärkungen abwarte, um den Buren» general avgreifen zu können, so erhellt schon daraus, wie schwer man sich ein zutreffendes Bild von den Vorgängen in Südaftika machen kann und wie leicht mau durch Eiozelnachrichteu über den wirklichen EtMd der Dinge getäuscht werden kann. Vielleicht ist eS daher angebracht zu versuchen, ob wir unS klar wache» könne», was Roberts beabsichtigt und welche Gegenzüge Cronje gewählt hat.
Bekanntlich halte Lord Roberts alle irgendwie verfügbaren Truppe» au sich heraugezogeu; selbst die Gefahr, daß die Bureu vom Nordes der Capkolonie aus durch eine Schwenkung feine Verbindungslinie zerstören konnten, nahm er auf sich und schwächte dir Stellung bei ColeSberg dadurch, daß er deu fähigste» feiner Unterführer, de» General French, mit fein« Kavallerie zu sich beorderte. Mit dreifach »beilegen er Macht stand der englische Feld- marfchall schließlich de» Bure» gegeuüb«, die unter Cronje bei Magersfontein ihre allen Stellungen
Nachdruck verboten
I« befra Schein.
Roman von L. H a i d h e i m.
(Fortsetzung.)
So verfallen hatte er sich deu Alte» nicht vor» Erstellt. Wie schlaff hingen ihm die sonst so vollen Wavgeu, wie schlotterten seine Kleider, und wo war dir gesMde Rothe der G-stchts geblieben, die sich «it b« von Wein mischte.
Die starke Nase des alten Herrn, die durch ihre Farbe seine Freude au einem guten Trünke verrteth, trat schärfer hervor; das Roth war ein bläuliches geworden nni) ebenso das der genußsüchtig volle» L-Ppeu.
So wie er da saß mit dem stark ins Gelbe spielende» Gesicht und dem griesgrämige» »lick, blieb er fitze», ofjne sonderliche lleberraschmrg oder gar Freude über dies unerwartete Erscheine» des Pflege» sohues.
Arno von Schiltar begrüßte ihn, in dem beim» licheu Schrecken über die mit ihm oorgegangene Ber- Snderung, wohl herzlicher al» gewöhnlich.
Sei» Dank war ei» schneller, falkeuartiger «lick, in dem die argwöhnische Frage lag: Findet er mich krank?
Arno kannte dies. Derselbe Manu, der unaufhörlich schalt auf das Leben und das Elend, zum Heben oerurtheill zu fein, der in allen Tonarten versicherte, es sei nichts folch' ein Pfufchwerk wir dies Crdeudaseiu, und der immer Md immer nur das Schlimme, den Schmutz, die Niedrigkest sah, nie zu» geben wollte, das Verächtliche, Gemeine, derselbe
besetzt hielte». Diese ungeheure Ansammlung von Streitklästen, die Nichtachtung der Gefährdung der Rückzugsltuie laffe» erkennen, daß es dem englischen Oberführer darauf ankam, hier die Westarmee der Bureu festzuhalte» und zu erdrücken. Daher auch der geschickt durchgeführte Umgehungsmarsch des Generals French, durch den die Umzingelung Cronje's herbeigefüh.t werden sollte.
Wie gewöhnlich, wareu die Buren von dieser Absicht der Engländer unterrichtet; sie räumten, ohne auch nur deu Versuch eines energischen Widerstandes zu machen, ihre Stellungen, an denen sich Lord Mechueu's Truppen blutige Köpfe geholt hatten, und brachte» ihre Geschütze und Bonärhe in Sicherheit. Offenbar hatte» sie den Engländern nach den bisher gewachte» Erfahrungen nicht eine so große Schnelligkeit der BewegMge» zuge- traut, den» sie ließen sich bei ihrem Abzug überrasche» und verlöre» einen Theil ihrer Biehheerdeu. Immerhin bleib! der Erfolg bestehe», daß der Zweck, der de» englischen Generalifftmus bei seiner Tiuppeuanhäufung leitete, nicht erreicht wurde, daß nach wie vor de» Erg ländern im Weste» ein intaktes Burenheer gegenüberstehl. Die Engländer, die die Kopkolonie von Truppen ent» bläßt haben, find sich off »bar der darin liegende» Gefahr bewußt. Nachdrücklich haben sie deu Vorstoß fortgesetzt, sich an die Fersen jener Burenkolonue gehängt, die sich auf dem Marsch nach Bloemfontein befindet, nm sie zum Stehen zu bringen und sie zu vernichten, da sie in dieser Kolonne die Hauptmacht deS Crovje'scheu HeereS vermuthen. Ob die Engländer sich darin nicht täuschen? Wahlschein lichcr ist wohl, daß der alte Fuchs Cronje ben Engländer» ein X für ein U Vormacht. Er befolgt offenbar, ein zweiter Fabius Cunctator, vorderhand die Taktik des AuSweichenS; manches deutet darauf 6in, daß er selbst sich nördlich der Straße nach Bloemfontein befindet, während PrtvSloo südlich sich aufhält und auf einen günstigen Augenblick zum Borgeheu wartet, llud diese» günstige» Moment scheint der Bureugeueralstab durch daS Vorgehen in der Capkolonie herbeifübre» zu wolle» Ist Lord Roberts geuöthigt, vo» seiner Truppenmacht stärkere Aatdeilungeu abzusouder», um seine Etappevstraße nach Kimberley zu schütze», daun haben die Bureu ihm gegenüber leichtere» Spiel, bann werden sie voll in fester, wohl vorbereiteter Stellung der schwächere» Armee Gelegevhest gebe», fich eine verhängnißvolle Schlappe zu holen.
Das sind, wie gesagt, Kombinationen, die fich aus der bisherige» Kampf,Sweise der Buren nnd den KriegSnachrichten ergebe», die als zuverläsfig bekannt sind. Ob die Bure» nicht strategische Jrrthümer begehen, wird die Zeit lehre». Vorderhand glaube» wir o» die Erfolge der vorfichtigeu Kriegführung der Bureu.
Umschau.
Zur DeckuugSsrage.
Die arg mißbrMchte Frage der Deckung der Kosten für die Flotteu-Verstärkung ist vor einigen Tagen Gegenstand eines Vortrags gewesen, den der frühere UnterstaatSsekretär im Ministerium für Elsaß Lothringen Md jetzige Profeffor an der Münchener Universität Dr. Georg v. Mayr in der Münchener Volkswirthschastlicheu Gesellschaft gehalten hat. Der Vortragende erörterte in meisterhafter Kürze und Klarheit die gegenwärtige Finanzlage deS Reiches und die in der Zukunft verfügbaren Deckungsmittel und kam zu dem Ergebniß, daß bei der Fivanzlige deS Reiches gegenwärtig die Deckungsfroge keine Rolle spielt, und daß in späteren Jahren, bei einem ungünstigeren Staude der Reichs-Finanzen durch eine entsprechende Ergänzung von Steuern und Zöllen die Mtttel für Deckung der durch die Flotteu-Vermehrung erwachsenen Ausgaben aufgebracht werde» könne» und müssen. Ganz besonders verdient erwähnt zu werden, daß der Redner die Annahme der Flotten- Voilage durch den Reichstag als eine unbedingte No'.hwendigkeit und als die Erfüllung einer patriotischen Pflicht bezeichnete, die erfolge» muffe ohne ängstliche Rücksicht auf die DeckongSftage, ein Standpunkt, der auch von der großen Mehrzahl der Leser unserS Blattes vollauf getheitt wird. I» der fich on- fchließendeu Diskulfion hielt Professor v. Mayr an der vertretenen Anschauung fest, daß die neuen Ausgaben, die durch die Flotten-Vermehrung erwachse» würden, nur einen weiter» Bestandtheil des Gesammt-Haushalts des Reiches bilden dürfen, und warnte nochmals vor einer verfrühten Regelung der Spezialdeckung. In der badischen Eisten Kammer hat fich der als Finanz-Autorität auch für die Gegner unanfechtbare Finanzminister Dr. Buchenberger gleichfalls entschieden gegen die Dringlichkeit der Deckungsfrage ausgesprochen. Die Erörterung der Decknogsfrage, über die fich so viele Leute nnnöthig den Kopf zerbreche», muß zum mindeste» die BewilligMg der Vorlage zur Voraus- fitzung habe». Aber auch bann ist sie überflüssig und kann «ft ernstlich in Betracht kommen, wenn etatSmäßig Anforderungen vorliegen, für die etats- mäßig die Mittel nicht vorhanden find.
Die KampfeSweise der Linken.'
Bei der Flottendebatte hat der Abgeordnete Richter fich bemüht, in landwirthschaftlichen Kreisen Stimmung gegen die Flottenvorlage zu machen, indem er die nachstehende bei Gelegenheit der Flottendebatte im Jahre 1898 vom Grafen Arnim - Muskau gemachte Aeußerung citirte: „Wenn die Herren auf der Linke» der Landwiithschaft völlig deu Todesstoß gebe» wolle», so müßte» sie daS Doppette von Schlachtschiffen bewillige», welches heute (1898) beantragt wird".
MM» bangte nm sei» Leben und feine Erhaltung mit beinahe kindischer Aengstlichkett.
„WaS führt Dich denn her? Jst'S wegen der Dislozierung eurer Schwadron ?" fragte der Hofrath.
Sein Pflegesohu verneinte. .Ich habe mit Dir einiges Gefchäftliche zu besprechen, lieber Alter!'
.Dacht' ich mir!' antwortete der alte Herr, und in seinen Mienen lag die Ergänzung: .Ich weiß schon: Geld, immer Geld!'
Inzwischen war Franzen mit einem Kouvert für deu Gast au deu Tisch getreten. So mager und listig seine Frau aussah, um so mehr glich er dem wohlgenährten, echten Sammetbien er mit bet diskreten Physiognomie, die alles zu wisse» scheint, dessen Bor- bilb er auf ber Bühne gefunden habe» mochte.
Er war eigentlich Kutscher uud Gärtner geweseu, aber ben letzte» Posten gab er längst in andere Hände, fein Herr bedurfte feiner, er wurde ihm tag« ltch unentbehrlicher.
.Geschäfte?" murmelte ber Hofrath. .Da laß mich aber doch erst in Ruhe frühstücken! Franze», meine Füße find kalt. Arno, greif zu! Ja was Du denkst! Meinst Du denn, ich könnte noch essen wie sonst? Seine Möglichkeit! Nein, keinen Fisch, gieb mir den gebratene» Speck! Du bist wohl die Nacht durchgefahre» ? Franze», zum Snckuck, so brmgen Sie mir doch meinen Fußsack! Da stehst Du's, «ruo, ber Kerl wird alle Tage bornierter! Ich bin froh, baß Du toieber hierher kommst, es ist ein schauderhaftes Vergnügen für einen alten Manu, so mit Miethlingeu fich behelfe» zu müssen. Natürlich wohnst Du hier, speisest mtt mir! Vielleicht, daß ich daun wieder Appetit kriege, jetzt ist eS die reine Schauspielerei, fich zu Tisch |n setzen."
Und während ber alle Mann so wettet grämelte, aß er ein gutes Theil gebratenen Speck, zwei Eier Md ein halbes Beessteak.
Franzen protestierte dann gegen ein weiteres Stückchen geräucherten Lachs nnd mürbe darüber grob angefahren.
Aach Arno rieth davon ab.
„Was ich mag, das will ich effen. Das Hungern und Darben nützt zu gar nichts. Plage nnb Unbehagen fühl' ich doch deu ganze» Tag, ob mit oder ohne Diät!"
Uud dabei verzehrte er in bekanntem Eigensinn noch ein Extraschnittchen Lachs nnb »ahm bann ein Gläschen Likör darauf.
.Da hast eine wundervolle Natur, sonst müßtest Du stcher büße«!' sagte Sruo beuuruhigt.
.Ach waS! Gute Natur! Der alte HauptmMU ist ueuuzig! Segen ben bin ich ja ein Jüngling, nnb et ißt, was er will!" war bie ärgerliche Antwort. .Ich werbe mir mein bischeu Leben nicht durch daS Gerede der Setzte verbttter» lasse». Ma» hat ohnehin nichts mehr davon als das bißchen Effen und Trinke». ES ist schauderhaft, alt zu werde»! Warum kM» der Meusch nicht ins Gras beiße«, weuu'S bann doch einmal fein muß, ohne vorher durch Gebrechen aller Art des Lebens satt zu werbe». Miserable Westetaiichtnug I Und da faselt die Menge, d. h. die blödfinnige Menge, vo« der weise» Md wundervolle» Schöpftmg!"
So nörgelte er Wetter.
Dazwischen fragte er bieS ob jenes Mb erzählte mit der bekannte« beißende» Ironie irgendwelche Nenigketteu.
Trotz aller UnliebenSwürbigkettes lag aber in seinem Wesen ein auch heute für Brno definierbares
„Graf Arnim", führte der Abgeordnete Richter »eite ans, „ahnte nicht, wie rasch er in die Situation kommen würde, baS Doppelte zu bewilligen, um ber Lanbwttthschast ben Todesstoß zu geben. Wem soll man glauben, dem Grafen Arnim von 1898 ober bem Grafen Arnim aus dem neuen Jahrhundert?" Richter hat ben cittiten Satz aus bem Zusammenhang gerissen nnb die ihm vorausgegangenen Ausführungen unterdrückt. Graf Arnim hat sofort am Schluffe der Sitzung darauf hingewiesen. Die betreffende, in den meisten Zeitungen nicht wieder- gegebene Stelle lautet:
„Ich frage Si«: Wie können gerate bie Herren von ber Linken, die behai-pte». daß Deutschlands Landwiithschaft nicht genug Getreide produzireu kann, die erklären, «8 sei gletckgiltig, woher das Gelreide kommt, die durch Schutzzölle zu Gunsten ber Landwiithschaft nicht die Möglichkeit getan trolltn, daS nöthige Getreide im Lande zu bauen, leichten Herzens bit Fürsorge unterlassen, daß im Augenblick eines S ieges und einer Blockade nicht die nötdige Err ährung für die Aimee und bas Land vorhanden ist?"
Im Zusammenhang mit diesem Satz war die Ausführung deS Grafen Arnim hiernach lediglich ftontsch gemeint. Weit entfernt, zu behaupten, daß er glaube, der nothleidenden Landwirthschaft werde völlig der Todesstoß gegeben werden, wen» daS Doppelte der Schlachtschiffe bewilligt werde, machte Graf Arnim ber manchesterlichen Linken ben Vorwurf beS Mangels an Logik, iubem sie der Landwirthschaft de» Todesstoß gebe und doch für die Ernährung beS Volkes in Kriegszeiten bnrch eine starke Flotte nicht sorgen wolle. DaS hatte natürlich Enge» Richter recht wohl gewußt. Bei ber Konservativen- Hetze braucht man nicht wählerisch ttr deu Mitteln zu fein.
Der Gouverneur von Samoa.
Der bisherige Prästdevt der Munizipalität von Apia, Sols, ist, wie schon gemeldet, als erster deutscher Gouverneur von Deutsch-Samoa in Ausficht genommen; feine Ernennung dürfte unmittelbar erfolgen. Die Berufung des Dr. Sols auf diesen Poste» hat schon au fich deu Vorzug, daß er sich bereits an Ort unb Stelle befindet nnb die Verwaltung ber Inseln sofort übernehmen kann. Dadurch, baß mau nicht erst einen Beamten auf diesen entfernte» Poste» entsende» muß, wird an Zeit unb Koste» viel gespart. Dr. Solf traf im März 1899 vo» Ostafrika, wo er Richter war, in Berti» ein unb machte noch i« bemselde» Monate bie Reise nach Samoa. Genau ei» Jahr später wird er fein neneS Amt übernehmen. Dr. Solf, der Anfang 1898 als Assessor in der Kolonial-Abtheilnng beschäftigt und zuletzt dem Unterstaats-Sekretär Frhru. v. Richthofen als unmittelbarer Hilfsarbeiter beigegeben war, hat fich während seines fast einjährigen Aufenthaltes ans Samoa recht tüchtig eingelebt. Ec hat mit allen Kreisen, vornehmlich auch den Eingeborenen, fich in
Etwas, was ben Asten anziehend machte; zum Theil bestaub dies in einer zeitweffe hervorbrecheubeu Wärme, deren er selbst fich schämte, unb in einem leisen Anklang an einst erlittenen Kummer, aber och dies erklärte eS nicht völlig, daß man dem wunderlichen Manne trotz allem gut sein mußte.
Zuweilen hatte er wohl zu Arno gesagt: „DaS Schlimmste ist wenn man ein Herz hat", aber er wußte, der Pflegevater hatte e8, hatte ein warmes liebenerlangenbeS Herz und daneben so viel Stacheln Md Dornen in seinem Wesen, daß nur bie wenigsten glauben wollten, er sehne fich gar manches Mal »ach einem warmen Gefühl, bei andere», die es gerade vor ihm sorgfälltig zurückhiesten, spöttische Abwehr befürchtend.
Inzwischen plauderteu sie vo» der BerlegWg der Schwadron; dies intereffferte ben Hoftath am meisten nnb Arno merkte theilS mit Freude, auderntheils mit heimlichem Unbehagen, der Alle rechnete mehr auf feine Gesellschaft, als mit feinen dienstlichen Pflichten in Einklang stand, er war entschieden Mlehnungsbedürfiger als früher.
„Sie reden in der Stadt von nichts anderm als von Euch Husaren! Man denke nur! Wem eine Schwadron der himmlischen Heerschaaren statt Eurer einrückte, es wäre nicht halb so schön. Ich wette, in jedem Mädchenherzen werde» Euch Ehrenpforten gebaut; sei aber so gut und mache keinen Unfinn! Ich wünsche nicht, daß ich Dich an so ei» .Gänseküken" verliere!"
Don aber kam doch die Zeit, wo die VerdauuttgS- stunde, auf die der Aste hielt auch vorüber war, rntb nun trat wieder ber argwöhnische Ausdruck in feine Augen.
(Fortsetzung folgt.)