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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.'

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<IH^obttjewnSton IüBs«., R^e»«: bfaBette86M». Dlenstag. 20. Februar 1900.

Küttig« nehm« mtgig«: die Expedition dieses BlatuS, die Sknnonem- Birtaxt von Haasmstein & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Nagde- d»ra, Wiw: Rudolf Moffe, Frankfurt a. M Berlin, München, Köln; E. L. Daube * To., Frankfurt a. M Berlin, Hannover, Paris x.

35. Jahrg.

Was nun ?

* England jubelt. Kimberley, die kostbare Peile Südafrikas, ist aus der engen Umklammerung beü LurenhecreS im letzten Augenblick b. freit, Lord Rechnens Division erlöst und der Bmengeneral Eronj.', der gefährliche Gegner MethuenS, im Rück zuge, wie man jagt, auf Bloemfontein. Lord RoberlS, besten raschem und entschlossene» Handeln man den erlangten Erfolg zvschretbt, ist der Hld des Tages und im schnell wieder erwachten Optimismus steht man Roberts bereits in Bloemfontein und Pretoria. Man übersieht die Gewitterwölkchen, die langsam am Himmel Heraufziehen und seldst die trüben Nachrichten ans der Capkolonie öffnen den Jubelnd« nichr die Augen. Wird der Jubel nicht vielleicht binnen kurzem einer sehr trüben Stimmung Platz machen?

Sehen wir uns die Lage etwas genauer an. Lord Roberts steht mit der Hauptmacht nahe bei Jacobsdal, General Freuch befindet fich tu Kimberhy und General Kelly Kenny verfolgt mit einer Dioifiou eine Burenkolonne, die nach Bloemfontein zu im Abmarsch fich befindet. Diese Abtheilung soll 10 000 Mann stark sein und von General Cronje geführt werden. Wo die übrigen Burenabtheilungen ge­blieben find, weiß man nicht; wahtscheinlich find sie wohl nach Nord« zu ausgewichen, um bet einem eventuelle» Marsch Roberts nach Mafekiug die Eng­länder möglichst zu velästige».

WaS wird nun Roberts thun? Zwei Wege stehen ihm zur Zett offen. Er kann zum Entsätze des helrenmüthig verthetdigteu Mafeking aufbrechen und fich damit die Gunst deS englischen Publikums noch mehr zürnend« oder er kann dem General Kelly Senry folge« und auf die Hauptstadt des Orauje- FreistaatS vorgeh«. Im ersteren Falle ist er mst feiner Zufuhr auf die einzige, langgestreckte Bah» linie De AarMafekiug angewiesen, im letztere« muß er sich sogar von dieser Bah» entfernen und daun ein« Wagentroß mit fich führen, der seine Be. weglichkeit außerordentlich hemmt und mit jedem Schritt in Feindesland seine Truppen schwächt. Den« sichert er fich nicht seine Zufuhrstraße durch starke Kommandos, dann könnte das für ihn recht verhängnißvoll werde». DeS plötzliche Erschein« des Burenkommandanten Delorey im Rücken von Roberts und die Wegnahme deS englisch« Trosses von 200 Wagen zeigt die Gefähr­lichkeit eines so beweglichen Gegners, wie es die Bui en find. Selbst wen» aber Roberts, wie eS die eng­lische« Zettuoge« anküadige«, eine Eisellbahu leg« sellte, die ihm die Verbindung mit feinen Magazinen erleichtert, so würde sie ihm nicht viel zu nutzen vermögen, den» anch die Sicherung dieser Bahnlinie würde so viel Truppe« erfordern, daß Cronje bald keinen über­legene» Gegner mehr fich gegenüber haben würde.

Rachd«ck verbot«

Zm böse« Schein.

Roman von L. H a i d h e i m.

Durch die verschneiten Sttaßen der alten Bischof­stadt schritt in der Morgenfrühe ein hochgewachsener Man» von etwa dreißig Jahren, vom Bahnhöfe kommend, dem entgegengesetzten Thore zu.

Er kannte offenbar de» Weg, u«d nun streift« firne Blicke hier und da eins dieser hochgiebeligen Häuser, welche als schöne üeberreste mtttelalterlicher Baukunst mit ihren Steinhauer, und Holzschueide- Lrbeite» und ihre» originelle« Bemal»« gen die Be­wunderung der Fremde«, der Stolz der Bürger Hs. stad.

I« fei«« dunkle« Kaisermantel gehüllt, hatte er ebenso w«tg acht auf daS wieder beginnwde Schnee­gestöber, aber er half ihm zu einem kleinen, inter­essant« Intermezzo, denn aus dem schmalen, schlechte« Trottott, um die Ecke biegend, rannte er gegen den Regenschirm einer ihm ebenso rasch entgegenkommenden Dame, derselbe streifte ihm die hohe Pelzmütze vom Kopse und entglitt durch die Bewegung den Händen der Trägerin.

Oyo!* hatte er gerufen, und dann bat er die Dame, die schon »ach ihrem Schirm griff, um Ver- reihung.

«Ich hatte wohl die Schuld/ sagte diese mit sthr sympathischer Stimme.

Er war ihr zuvorgekomm«, überreichte ihr den Schirm und jah dabei in ein weiß verschleiertes Arges Geficht von zarter Färbung, fitzt mit dem Mutigen Roth der Verwirrung leicht überhaucht. Sehr Helle» blondes Haar hing im Nack«, zu einem Knot« verschlung«.

Rückt aber Roberts, was nicht wahischeinlich ist, wetter »ach Norden vor, um Maftkiug Hilfe zu bringen, so hat er dieselben Schwierigkesten in Bezug auf die Sicherung seiner Zufuhr zu überwinden.

Scho» aus diesen kurzen Erwägungen ergiebt sich, daß der Jubel, der j tzt in London herrscht, noch ver­früht ist. Noch stehl die ungeschwächte Burenmecht de« Engländern gegenüber «nd die Schwierigkeiten für Roderts beginnen jetzt erst; der im ersten Augenblick blendende Erfolg der Engländer kann darüber nicht Hinwegtauschen. Bei genauerem Zusehen wird man aber erkenne», daß die gefammte Operation Roberts, wenn sie auch vorderhand zu einem morali­sch« Erfolg geführt hat, in der Luft schwebt. Wie erinnerlich, hat General Roberts aus dem Norden der Kapkolonie ein« großen Thcil der Truppen unter dem befähigt« Retterführer French zu sta> heran­gezogen. Diese Schwächung der britischen Streitkräfte haben sich die Buren sofort zu Nutze gemacht. Sie habe» die ©»glaubet

bis Rensburg empfindlich zurückgeschlllgen und es steht außer Zweifel, daß sie noch weiter Vordringen werde». Damit aber bedrohen sie jetzt schon die Verbindungslinie der bei Kimberley stehende« Trupp«, zumal sie um 100 Kilometer näher an de Aar stehen, als General Roberts. Schon befindet fich Comwan- baut Delorey mit einer fliegenden Colonne im Rücken der Engländer; find die Buren bei ColeSberg so stark, daß sie eine größere Abtheilung nach de Aar werfen können, dann wird fich daS Jubeln in London bald in Wehklag« verwandeln und eine Katastrophe das Ende des englische« Vormarsches sein. Schon deuten allerlei Anzeichen auf einen solchen Ausgang hin. Die bemerkenswertheste derselben ist, daß die telegraphische Verbindung mit Kimberley, die bereits einen Tag wiederhergestellt war, aufs Neue unter» broch« ist. Zweifellos kehren damit im Kriegs amt wieder schwere Sorge» ein; vielleicht wird man gar bald rathlos fich rathlos fragen müssen: Was nun?

Wir knüpfen an diese allgemeinen Betrachtungen die spärliche» Meldungen über die weitere» Ereignisse an.

Die Wesentlichste ist, daß General Cronje wegen Erschöpfung der Zugochse» mit den ihm verbliebenen Wage» ein Lager bilden mußte, daS Kelly-Kennys- Brigade angegriffen hat. Die Engländer habe» den Suren 78 Wagen abgenommen, weitere Erfolge aber bisher nicht gehabt. Darauf ist wahrscheinlich die Nachricht zmückzusühre», daß die Hochländerbrigade und auch General French mit seinen Truppen zu General Kelly Kenny gestoßen find.

Während aber im Oranjestaat gegenwärtig Cronje fich zur Wehr setzt, tauchen Burenabtheilungen im Rücken der Engländer auf. Der Transportzug, den die Buren am Rielfluß Wegnahmen, ist vom Commarr

bauten Delorey erbeutet worden, der in Eilmärschen auS der Kapkolonie angerückt kam. Der Transport mg umfaßte 200 Wage», für die Engländer ein äußerst herber Verlust. Gleichzeitig wird gemeldet, daß die Buren versuchen, in der Nähe von GraSpa» die Verbindungen der Engländer zu unterbrechen. Die Postverwaltung giebt bekannt, daß die Ver­bindung mit Kimberley nicht mehr offen ist.

Buller hat wieder den Vaalkranz angegriffen. Ei« sehr hejtiger Kampf ist im Gange. Zur Zeit halte» die Bure« ihre Stellung«.

Aus dem Lager bei Sterkstrom (Norden der Kapkolonie) meldet dieCentral News' von gestern: Die koloniale« Truppen waren gestein, Fcettao, mit einem Angriff aus die Bure« außerhalb Dordrecht beschäftigt. Die Buren behauptete« ihr Terrain den ganze» Tag, am Abend aber vertrieb« die kolonialen Truppen die Buren durch einen Bajounettangriff. Die Buren flohen zu ihrem Hauptlager.

Umschau.

Aenderung des GemeindewahlrechiS.

bc. Entsprechend der Ankündigung in der Thron­rede ist dem Abgeordnetenhause soeben ein Gesetz­entwurf zugegangen, welcher bestimmt ist, diejenigen Verschiebungen auszugleiche», die in der Zusammen­setzung der Wäblerabtheilungeu bei den Gemeinde- Wahl« im Verfolg der Steuerreform hervorgetteten find.

Der neue Entwurf geht wie der vorjährige von der Korrektur deS Dreiklajsenwahlfystems durch daS sogenannte Durchschnittspriucip ans, vermöge beffen jeder Wähler, welcher mehr als den auf einen Stimmberechtigt« in der Gemeinde entfallenden durchschnittliche» Steuerbetrag zahlt, aus der dritten in eine der obre« Wählerabtheilungen versetzt, die zweite von der ersten Abteilung aber durch Halbirung der auf diese beiden Abtheilungen sollenden Gesarnmtstcuer- betrüge abgeschichtet werden joll.

Von dieser Regel werden aber, dem in der Ccmmissio» des Abgeordnetenhauses erkennbar her- borge treteneu Wunsche gemäß, Abweichungen durch Ortsstaiut zugelassen.

Der Entwurf mußte aber noch einen Schritt weiter thun und der Autonomie der Gemeinden einen weiteren Spielraum einräumen, wenn er das Ziel thunlichster Zmückführung der Verhältniffe auf den Zustand von 1891 konsequent durchführen wollte. Denn einmal ergeben die statistische» Ermittelungen eine größere Anzahl von Fällen, in denen weder das Durchschnitts- noch das Zwölftlungsprincip daS mehr­bezeichnete Ziel zu erreichen vermag, und weiteihiiu ist im Wesen deS Durchschnittsprinzips eine Tendenz zn stetig fortschreitender Entlastung der dritten und Verstärkung der oberen Wähl-rklaffe» begründet, welche in Kürze zu einer Demokratifirung des Gemeindewahlrechts

Eine kleine Verbeugung und sie war fort.

Jetzt erst nahm er feine Pelzmütze vom Boden auf, und während er den Schnee davon schüttelte, sah er der blond« Schönheit, einen Schritt zuiück- tretenb, nach.

Wer mochte sie fein, und so früh am Morgen?

,3a, ja, man wird alt!' Ser.junge Nachwuchs aus feiner Schülerzeit war jetzt, wie er flüchtig be­rechnete, schon zuvorgeschritten'; überdies erinnerte er sich, obwohl er sich eines guten Gedächtnissesauch' nach dieser Sette hin rühmen konnte, nicht an das schimmelnde Blondhaar und an dies weiße, stolze Gcfichtch«, weiß ttotz der zarten flüchtigen Rose« aus den Wange».

Wie elastisch und hübsch sie ging! Dann kam ihm aber plötzlich der Gedanke an sein Vor­haben wieder, ein gewisses Fältchen zwischen fernen dunklen Bia»« trat schärfer hervor und er jchrttt weiter.

Da kam ihm eine zweite Begegnung.

Em alter hagerer Herr von etwas steifer militär­ischer Haltung trat aus dem Hause, an dem Hause, an dem Arno von Schiltar gerade vorüberging.

Beide stutzten und begrüßte» fich dann.

,Ei sieh, gute« Morgen, Herr Oberst!'

,A«o! Sind Sie beim All«? 'Wie geht's?' reichte der alte Herr dem jüngeren die Hand zu freundlichem Drucke.

Daun sah et ihn »och einmal schärfer an, aber er wurde sich nicht recht klar darüber, was ihm an seinem Freunde, welcher eigentlich der Intimus seines Sohne» und beffen Regimentskamerad war, onffLI.

ES ist doch nichts mit dem Hofrath?' fragte er, denn Arno sah nicht aus wie sonst.

Ich sprach d« All« noch gar nicht, Herr Oberst, komme eben erst von der Bah», bi» die ganze

Nacht durchgefahren und muß mit dem Mittags- Kourierzuge zurück,' erklärte der junge Man».

Wieder ein forschender Blick des Obersten.

Aber Arno schien ihn nicht zu sehe».

Um so deutlicher war er dem Herrn, daß da war nicht in Ordnung war.

Natürlich wieder irgend einen leichtsinnig« Streich! Wahrscheinlich Spiel!Der Alle wird sich wieder einmal schön ärgern,* dachte er mit einer gewiss« Sympathie an den Hoftath, seinen guten Bekannten vom Club her. Sie standen sich im Grunde nicht nahe, aber des Oberst von Finsterwald Einziger und des Hofraths Meggelse» Pflegesohn hatte» seit der Knabenzett innigen Verkehr, jo lernten die beiden Allen fich kennen.

WaS majjt Julius? Haben Sie ihn kürzlich gesehen?' fragte der Oberst mit ihm weitergehend. Freuen fich die Meinen, daß die Schwadron »ach hier kommt?'

Danke schön, Herr Oberst »och gestern! Natürlich freue» fie fich alle!,

Und alles in Ordnung?'

Die Kleine hustete, Frau Klara schwebte in großen Aengsteu; ich hörte aber vom Doktor, es sei keine Gefahr'.

.Sie ist eine sorgsame Mutier, die Klara. Mei« Julius hat mit ihr bas große LooS gewouu«! Uud die Kleine! Ei» süßes Geschöpf! Nicht wahr?'

Arno von Schiltar stimmte dem froh« Groß­papa zu.

Fräulein Juliette ist das Juwel deS ganze« Regi­ments. Bei der Parade ist ihr Befind« die allgemeine Frage', sagte er lächelnd.

Er hat was! Ihn drückt der Schuh irgend­wo !' dachte der alle Herr wiederum, denn in Arnos sonst so l«cht«de» Auge» lag ei» fremder Aus­

fuhren könnte, die weit über be» Rahme» einer Ausgleichung der im Verfolg der Steuern form ein ge­tretenen Verschiebungen hinansgehe» würde. Denn wie die Vorgänge namentlich in industriellen Kommune« zeig«, treten den Wählermasse« dank de: allmähliche» Verbefferung der Lohn- und Erwerbsverhältnisse immer neue Wahlberechtigte auS dem Kreise der kleinsten Steuerzahler hinzu, welche, sofern nicht eine bebeuienbe Vergrößerung der Sieuerleistungen auf Seite« der Wohlhabenderen fonturrirt. naturgemäß den Durrnschustt immer tiefer herabdrück« und damit die Abgabe einer immer größere» Anzahlüber­durchschnittlicher* Wähler in die oberen Klaffen herbeiführen muff n. Will aber der Gefitzgeber daS Ziel einer Ausgleichung der Verschiebungen, wir sie fett der Steuerreform in die Erscheinung gehet« find, nicht ganz auS dem Luge verlieren, so muß er ein Ventil schaffen, welches einer allzu starken Wirkung des Durchschnlltsprinzips vorbeugt. Dieses Ventil schafft der Entwurf durch die Bejtimmung, daß daS Orisstatut bei Einführung des Durchschntttsprinzips an Stelle des einfachen Durchschnitts ein Vielfaches desselben bis zum Höchstsätze des anderthalbjache« Durchschnitts als Norm für daS Aufsteigen aus der unteren in die oberen Wählerabtheilungen zu Grunde legen darf. Den mit der Bestätigung der Orts- ftatute betrauten Behörden wird die Aufgabe zufalleu, die Verwirklichung des Ziels einer Ausgleichung der seit 1891 eingetretene»plutokratischeu* Verschiebung« zu kontrolireu.

Die Beobachtung dieses letzteren Ziels hat de» Entwurf dazu geführt, die ganze Reform, d. h. sowohl die Einführung des Durchschntttsprinzips als auch die Zulaffung ortsstatutarischer Wahlrechts­regelungen auf die Gemeinden mir 10 000 Eln- wohaeru zu bejchräukeu.

Zur Verhütung fortgesetzter Verfassungskämpfe, wie sie durch die Zulassung der Ortsstatute entstehe» könnten, ist die Bestimmung getroffen, daß die Orts- statute, für deren Zustandekommen übrigens dem Wunsche der Kommifsionsmehrheii entsprechend nicht eine qualifizirte, sonder» die regelmäßige einfache Stimmenmehrheit der Stabtoertretung erfordert wird, nur innerhalb eines Jahres nach Jnkrafttteten des Gesetzes und später nur je innerhalb eines Jahres nach zehn-, zwanzig- u s. f. jährige» Gcllungs- periodeu beschlossen bezw. abgeanbat ober auf gehoben werden können. Diese Vorschriften werben bazn beitragen, bie Bedenken, welche fich an die Zu­lassung der Ortsstttute über Fundamente des kommunalen Verfassungsrechts knüpfen können, wesentlich zu mildern.

Znr Flottennovelle.

ke. In verschieden« Blättern wird uenerdings versucht, dafür Stimmung zu mach«, von der Ver­

druck, ei» forg«ber, statt der unbekümmert« Lebens­freude. Wenn das jnuge Volk doch.lvmrünstig werde» wollte!

Neulich hatte der Hofrath, der ohnehin jede Aus­gabe seines Pflegesohnes von jeher behitelte, wie­wohl er fich jelbft alles Gute gönnte, erst rüsonuiert, der Junge habe kaum noch ein Drittel von dem Erbe seiner Großmutter; habe fich aber nichts sage» lassen wolle».

Na, von solch« Nörgelei« »ahm Niemand sonderlich Notiz. Der alte Meggelse« hatte fich d« Junge« ja aasgezog« i» der ausgejprochene» Absicht, ihn zn seinem Erve« zu mache«. Von einer Reise brachte er de» hübschen, kleine« Kerl damals mit; sein Vater war ein früherer Freund MeggelsenS ge­wesen, die Mutter eine ferne Verwandte von ihm, eine Gräfin Richolstei», und dem Meggels« hätte kein Mensch zugetrant, daß er einer solche« Sroßmrtth fähig fei.

Na, der A«o hat bei ihm genugHaue* be­komm«.

Die beide» Männer waren minutenlang neben­einander hergegang«, ohne Wetter zu sprech«. Beide sahen nachdenklich aus.

Hier trennten ihre Wege fich, fie blieb« steh« und nahmen Abschied.

Sie werde» Ihr« Alt« verändert find«, er hat gealtert, steht schlecht au»!' sagte der Oberst. Direll warn« mochte er nicht, aber er setzte dann »och Hinz«:Und er ist so griesgrämig geword« wie eben ein Mmsch, dem die fieber zu schaff« macht.*

Er soll nach Karlsbad, ich muß eS durchsetz«!' sagte Arno von Schiltar.

(Forktztznug folgt.)