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Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham.

*"""* Jllustrirtes Sonntagsblatt.

M 40 Marburg

Sonnabend 17 Februar 1900 h&KÄÄWÄ

Der südafrikanische Krieg.

Lord Roberts scheint von dem Plane, mit konzen- trirter Masse und na» gehöriger Vorbeietlnng einen Eingang in den Oranje, Staat zu erzwingen, abge- gonge» ru sein und statt d-ssen auf den Entsatz von Kimberlly loszagehen. Das ist ja auch menschlich; hängen doch so viel Herzen und so viel Aktien an S-mberby und liegt dort außer Cecil Rhodes in Person solche Masse von Diamanten, daß die Stta- tegie ja eine besondere llnvernunft beginge, wenn ste diesen Lockungen, wenn nicht gar bestimmten Direk­tiven, nicht mit aller Energie folgen sollte. Der «eneralfeldmarschall begnügt sich also beschcidentlich mst einem Theil - Kommando, hat den Riet- oder Modder fluß in den englischen Depeschen werden beide zu oft mit einander verwechselt üoerschreiten taffen und geht gegen den linken Flögt! der Buren, nach den Berichten Reuters, vorläufig e falgreich vor.

Lord Roberts hat zu seinem Vorstoß etwa in der Hand: sieben bis acht Brigaden Infanterie (28 000 Mann), sechs Crvallerlercgimenter (2400 'äbtl), 4000 Man» berittene Jrsanierte und min­destens 90 Geschütze. Wieviel dieser stet lichen Macht die Buren, über die Pi.t Cronje den Oberbefehl röhrt, entgegenstcllen können, ist noch weniger zuver­lässig zu ermitteln, cs mögen 10000, 20 000, mit d« Zeit vielleicht gar 30 000 Mann sein. Das Gelände bei Modder River ist von dem Treffen von Magersfontein am 11. Dezember, tu dem sich die Hochländerbrigade vor de» Schanzen der Buren ver­blutete, bekanut; noch heute halten Briten wie Buren dieselben Stellungen besetzt. Das allgemeine Bild hat sich aber im Einzeln!» etwas zum Vortdril der Buren verschoben. Man darf daher wohl avnehme», daß Lord Roberts wegen des dabei unausbleiblichen Ver- lnstiS an Menschenleben einen neue» Angriff iv der Front nicht versuchen wird. DieErkundung", die General Macdouald vor kurzem nach Westen nach dem KoodeSberge unternommen hat, scheint ferner gelehrt zu habe», daß eine Umgehung der Bure» auf dies" Flanke unmöglich ist; wahrscheinlich war daher von vornherein, daß Feldmarichall Roberts eine Um- gehung des linken Flügels der Bure» nach Osten versuche» würde. Hier liegt 16 km ostsüdöstlich vom Lager am Modder der von etwa 250 Buren be- "vdute Ort Jakobsdal, wo die Buren große Vor- räthe angehäuft habe». Zum Schlitze dieses Depots Aden die Buren zwischen dem Modd-r- und dem Rlelfluß auf der Straße Spytfontein-JakobSdal starke Feldbefestigungen errichtet. Im allgemeinen aber ist das Gelände hier im Oste» flacher.

Soweit sich bis jetzt ein Ueberblick gewinnen läßt vrr haben die bis jetzt über den Vormarsch vorliegen­den Telegramme gestern bereits veröffentlicht scheint Feldmarschall Roberts in einer weit noch Südosten «»holenden Bewegung de» Rietfluß südöstlich von

JakobSdal, dort, wo dieser in einer scharfen Biegung gradewrgs nach Süden fließt, überschritten zu haben und daun, Jakobsdal westlich liegen lassend, in nord­östlicher Richtung gegen den Modder und über diesen binaus oorgegougen zu sein. Zur Deckung seines Rückens und seiner Flanke und nm die Buren in der Front bei Spytfontein und Magersfontein festzu­halten, ist offenbar Lord Methueu mit seiner Division bei der Station Modder River stehe» geblieben, so daß Lord Roberts, was we»igste»S die Infanterie ongeht, nur frische Truppen gegen den Feind führt. Sie scheinen von der Hitze mehr gelitten zu habe» als durch das Feuer der Buren, denn es wird aus­drücklich berichtet, daß die Kavallerievorhut unter French nur geringe» Widerstand fand. Es war zu erwarten, daß die Buren sich in dem für ihre Taktik ungünstigen, ziemlich flachen Gelände nicht der britischen llebermacht stellen würden; sie hab-n offenbar die dortigen Positionen und ver- muthlich auch Jakobsdal rechtzeitig geräumt und werden, wie sie es am Tuzela gemacht haben, Wetter rück wärts den Engländern einen heißen Empfang bereiten. Die Stellungen hinter Jocobsdal, wo sich das Ge­lände p'ötzlich um 1000 bis 2000 Fuß erhebt, find vom Kommandant Prius los ebenso stark befestigt, wie der die Banks-Drift und die Sttaße nach Bloemfontein beherrschende Parrdeberg. Roberts wird sich hier mindestens so lange festgehalttN sehen, bis Cronje seine Haupischaare» heranbringen kann.

Zu beachten ist auch, daß die Schlappe, die Clement bei Rensburg erlitte» hat, den Buren den Weg nach Westen öffnet und dadurch die Möglichkeit giebt, die Verbindungen der Armee-Abtheilung Lord Roberts nach der Kapstadt in empfindlicher Weise zu unterbinden. Der PariserTemps" giebt auch bereits ein Gerücht aus Londoner militärischen Kreisen wieder, wonach das War Office Nachricht-» über neue Offensivbewegungen der Buren im Süden des Oranje staats erhielt. Der Zweck der Bewegungen sei, Lord Roberts ab uschneid-n und am Vormarsch auf Jakobsdal oder Bloemfontein zu verhindern.

Umschau.

DieHeimkehr des Prinzen Heinrich.

Prinz Heinrich ist Donnerstag Nachmittags 31/» Uhr in Kiel etogetrcffe» und auf dem festlich geschmückten Bahnhof feierlich empfange» worden. Als Prinz Heinrich mit dem Prinzen Waldemar, der seinem Vater bis Altona eutgegengefahre» war, den Zug verließ, präsentirte die Ehrenkompagnie des 1. See- bataillous; die Mustk spi-lte de» Präsentirmarsch. Der Prinz reichte den zum Empfang erschienenen Admiralen die Hand und schritt die Front der Ehr-n- kompagnie ab, an deren Fahne er eigenhändig zwei Fahnenbänder befestigte. Hierbei betonte der Prinz, dir Verleihung erfolge im Auftrage des Kaisers zum

Zeichen, daß auch in der Ferne Heer und Marine getteulich zusammen gestanden. Der Bataillons- kommaudenr Major v. Madai sprach dem Prinzen den Dank des Bataillons aus. Vom Bahnhof aus begab stch der Prinz in offenem Wage» durch die reich geschmückte Stadt ins Königliche Schloß, auf dem ganze» Wege von der Bevölkerung mit brausende» Hochrufe» begrüßt. Abends war die Stadt festlich erleuchtet. Auch die im Hafen liegenden Schiffe hatten glänzend illuminttt. Der Prinz unter­nahm i» Begleitung de» Prinzen Waldemar in offenem Wagen eine Rundfahrt, um die Illumination in Augenschein zu nehmen. Ueberall, wo Prinz Heinrich sich blicke» ließ, wurde er von der zahlreich herbeigeströmte» Menge mit brausenden Hochrufen begrüßt. _____________

Die Jubiläumsversammlung der Steuer- und WirthschaftSreformer.

Wenn eine so erfolgreiche und angesehene Ber­einigung wie die derSteuer und Wirthschasts- reformer" auf eine fünfundzwanzigjährige Wirksamkeit zurückzublicken und in aller Frische ihre Ziele weiter zu verfolgen vermag, so ist dies immer ein Ereigniß, das nicht bloß interne Bedeutung hat, sondern das für die Entwickelung unsere» Steuer- und Wirth- schaftslebens überhaupt sehr bedeutungsvoll ist. Diesem Gesichtspunkte hat auch der Vorsitzende der Bereinigung Herr Graf von Mirbach-Sorquitte» in seiner Begrüßungsrede an die fünfundzwanzigste Generalversammlung Ausdruck verliehe»; er äußerte unter Anderem:

Wir haben bewiesen, daß selbst ein kleinerer Kreis unabhängiger Männer, beseelt von dem ein» müthigen Streben, Wandel zu schaffen, »nd in seinem Vorgehen unbekümmert darum, ob er rechts oder links, ob er oben oder nuten Anstoß erregen könne, bedeutsame Eefolge zu erzielen vermag. Sonder Ueberhebnug darf ich aussprechen: Ohne die Stcuer- und Wirthschaftsrefo mer und den unseren Best-ebungeu so nahe gestandenen Kongreß deutscher Lavdwirthe wäre einmal der Zolltarif von 1879 auf der festen Grundlage der Gleichberechtigung von Industrie und Landwirthschast nicht zu Stande gekommen, und zweitens hätte stch der Zusammenschluß der deutschen Landwirthe in demBunde der Landwirthe" nicht vollzogen, mindestens nicht so schnell und so wirkungsvoll.

Der Wunsch, den im Anschluß an diese Worte Herr Graf von Mirbach ans sprach, es möge die Vereinigung im kommenden Vierteljahrhundert noch erolgreicher und arbeitsfreudiger teilten als in dem ersten ihres Bestehens, wird von wetten Kreisen ge- theilt werde», schon weil die lleberzeuguug rege fein dürste, daß der heimischen schaffenden Arbeit in den nächsten Jahren schwere Kämpfe nicht erspart bleiben werden.

BolkSsch»llehrer als Einjährig- Freiwillige.

In einer Königliche» KabinetSordre werden jetzt die nähere» Bestimmungen über die Dienstzeit der Volks- schnllehrer und Kandidaten des Volkrschnlamts vom Jahre 1900 ab veröffentlicht. Danach finde» auf Volke schnllehrer und Kandidaten des VolkSschvlamt», welche ihrer attive» Dienstpflicht als Einjährig-Frei­willige genügen wollen, oder genüge», die in der Wehr- und Heerordnung enthatteuen Bestimmungen ÜberEinjährig-Freiwillige" Anwendung. Alle Übrigen Bolksschullehrer u. s. w., welche ihre Be­fähigung für das Schulamt in vorschriftsmäßiger Prüfung nachgewiesen haben, find vom Jahre 1900 ab nach einjähriger aktiver Dienstzeit bei einem In­fanterie-Regiment zur Reserve zu beurlauben. Ein Recht auf die Wahl des TrnppentheilS haben die einzustellenden Lehrer nicht, vielmehr werden fie durch die General-Kommandos auf die Infanterie-Truppen, iheile ihres Bezirks vertheilt. Dabei ist den Wünschen der Lehrer möglichst Rechnung zu tragen. Die dem­selben Truppentheil überwiesene» Lehrer find grund­sätzlich gemeinschaftlich unterzubringen, soweit dies nach der Garnisouverwaltungsordnung gestattet ist. Sie nehme», soweit möglich, an der RekrutenauS- bilbung der Einjährig Freiwilligen Theil, treten als­dann in die Kompagnie ein und find, iusowett fie fich nach ihrer militärischen Beanlagung und ihrem Diensteifer hierzu eignen, zu Unteroffizieren des Be- urlaubtenstaudes auszubilden. Diejenigen Volks­schallehrer, welche fich gut geführt und ausreichende Dieustkenntniffe erworben haben, dürfe» »ach mindestens sechsmonatiger Dienstzeit zu überzählige» Gefreite» ernannt, diejenigen, welche bei musterhafter Führung und Haltung Hervorragendes geleistet haben, bei der Entlassung aus dem aktiven Dienste aus­nahmsweise zu überzählige» Unteroffizieren befördert, diejenigen, w«lche sich zu Unteroffizieren des Beur­laubtenstandes eignen, als Unteroffizier«Aspiranten entlassen werde».

Die Kohlennoth.

Der AnSstand der sächfische» Bergarbeiter nimmt mit jedem Tage größere Ausdehnung an. Am Mittwoch waren von der Tagesschicht nach Angaben der Unternehmer 15,1, von der Nachtschicht 28,3, von der Tagesschicht am Donnerstag 27,1 Prozent der Belegschaft ausständig. Die Streikleitung da­gegen behauptet, daß Mittwoch die Hälfte, Donners- tag zwei Drittel der Arbeiterschaft in den Ausstand getreten seien. Die Kohlennoth in den sächsische» Städten steigt täglich, die Einstellungen bcn Schieben nehmen immer größeren Umfang an. Die Zahl der bisher arbeitslosen Arbeiter dürfte bereits 6-7000 betrage». Auch im Meuselwitz» Braunkohlenrevier bat fich die Situation wieder kritischer gestaltet; die Eatscheidung über den Shell soll am Sonntag erfolgen.

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Nachdruck verboten

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Womit? fragte Gisela.

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Stnu« von H, Balm« Saufen. (Schluß)

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Er stand auf und zog Gisela sanft zu fich in an' ', »ahm ihren Arm in den seinen und sagte: Wrr stad Verschwender Gisela, wir müsien Haus- ^1°° der Zeit. Nicht lange mehr, und ich mutz Dich hrimgelette», eine viel zu kurze Dauer ,a?EVaJ' was wir nnS noch zu sagen haben. Meinst Du »ichr auch?"

- ^gte ste, lächelte nud sah z» seinem glück- nrayenben Gefickte auf,aber was nützt uns Spar- lawkeit, selbst Geiz, wir werden kein Ende finden!" ®nbe ^hört ein Anfang, machen wir «» Anfang."

Erst nochmals hiermit," sagte er, »ahm ihren 8°bf sanft in beide Hände und küßte sie,»»d bann * «n zog er ihren Arm in den feinigen und schritt «ug{am durch das Zimmer,laß Dir Dein Heim ««gen, meine Geliebte. Du ton ft alles in Ordnung Men. Seitdem ich Dich zuletzt gesehen, hielt ich «le» zu Deinem Empfang bereit. Ich wollte mir wenigstens einbilden, daß Du eines Tages hier als *®1-* in einziehen würdest. Nun ist es so gekommen, 50 9 k Voller als ich zu hoffen gewagt. Der Anblick Nelke» ihat mir nicht mehr weh. Im Gegen- ksstr.l ^Eil, sie belebten meine Gedanke» durch ihr Duften »ad Leucht«». Du wirst sie auch in meinem Zimmer ßvde». Sie hauchte» mir Deine Grüße entgegen, weraff, wo fie blühten, glaubte ich Deine Nähe zu

empfinden. So stark ist die Einbildungskraft der Liebe. Komm, liebes Kind, laß Dich von wir mit Deinen N lkeu schmücken."

Und somit traten fie gemeinsam an dieselbe» her­an, und nachdem Ulrich die vollsten und schönsten Blöthen abgeschuitte», steckte er ihr diese Liedlings- blume in da» Haar und in den Gürtel. Dann um­schlangen fie fich und ginge» langsam vo» einem Raum in den anderen, und zuletzt gelangten ste auch i« Marias Zimmer, einen Augenblick schwankte iiirich, sollte er daran vorüber- oder hiueing-hen? Die Vergangenheit sollte ja nicht berührt, diese Stunde nicht beschattet werden!

Dennoch that er es. Offen und sonnenklar mußte fürderhin alles zwischen ihnen sein, und bester j'tzt, da ei» wehmüthiger Schmerz ihrer beider Seelen immer noch gefangen hielt, al» späterhin daran rühren.

Und Ulrich öffnete die Thür des einzigen im Hanse verhängte» Zimmers, schob darinnen die Vor­hänge,' zurück, damit ein Helle» Licht hin einleuchtete, und Gffela sanft umfassend, führte er fie an da» Bild und sagte darauf bindeutend mit leiserer Stimme: Da ist Maria. Sieht fie nicht sanft und freund­lich au»? Werde nicht traurig mein Kind. Sie wüide fich reinen Herzes freuen, könne fie auf uv» glücklich herabschauen. Ein groß?» reines Lebens­glück, das war ihr letzter Erdenwnnsch für mich. Nun stehen mir fest vereinigt vor ihr, und damit hat fich ja erfüllt, wo» fie erfleht. Willst Du sie k-nue» lernen in ihrer wahren Gestalt, so lies, was ich in einer traurigen liebele er, n Stunde hier unter ihrem Bilde zu Papier gebracht und in den Schreib­tisch geschloffen habe. War» doch für Dich bestimmt, wenn ich von neuem in die Ferne, in die Fremde

gezogen wäre. Wie hat fich nun meine Zukunft erhellt, wir bleiben beisammen, dürfen nun froh und glücklich sein."

Sie aber brach im Uebermaß reuigen Schmerzes in ein heiße», leidenschaftliches Weinen ans, und ob­wohl er ihr» wehrte, stammelte fie immer wieder: Verzeih mir, verzeih mir," bis er fie ruhig ge­küßt und au» dem Zimmer sanft herauSgezoge», fie durch die sonnenbeschienene Halle in fein Zimmer geführt hatte.

Alles das, was ihn an ste erinnert hatte und fortgeschlossen war, ihre Bilder ihre Gaben, daS hatte seine Hand dort längst wieder hervorgeholt, nur ein» noch nicht, de» Ring. So ernst war eS noch immer gewesen mit dem Harren.

Er sagte e» ihr und führte fie an den Schrank, nm das Kleinod dem dunkle» Versteck zu entziehe», in dem eS feinen Glanz verborgen, legte den Ring in ihre Hand und sah fie mit einem tiefen, sprechende» Blicke an.Mach fie mir feierlich, diese schöne Stunde," bat er, mach mir die Hand, die unberingte, wieder lieb, auf daß sich mein Blick nicht schmerzlich davon abzuwende» braucht, wie in letzter Zeit. Mach fie mir lieb, Vivacitas."

Und bann nahm Gisela feine hagere, feine und doch starke Hand in die ihrige steckte den Ring daran und küßte fie und liefe fie lange nicht wieder los.

Ihre beengte Brust hatte fie frei geschluchzt, nun fanden ihre Lippen viele, viele Worte. Sie ward ihm hehr und groß und unvergeßlich, diese Stunde. Und auch der Abend, bet stille, goldige, in de» ste nun hinauStraten.

Es war ein Glühen und Leuchte» in der Natur, »IS wollte eS Frühling werde», obgleich die Felder

ihre Früchte schon hergegeben hatte» und um noch Stoppeln zeigten und keine Lerche jubelnd mehr zur Höhe stieg. Was thats, da ihre Herzen Auferstehung gefeiert und ihr Sinn lerchenfröhlich geworden und nichts von der Herbstschwermuth ringsum gewahrt. Wmde in den wetten Gebreiten nicht wieder gepflügt, die Erde von Neuem gespalten, nm das Samenkorn für den Frühling aufzuuehmen? Hoffendes, strebendes Leben überall und eine Sonne am Horizont, die alles verklärte.

Der Rath wußte nicht ob er träume oder wache, als ihm in seinem Garten plötzlich ein junges Liebes­paar entgegentrat.

Und doch traf es ihn nicht so ganz unvorbereitet. Er hatte inzwischen de» Fürste» gesehen. Kaum glaublich erschien ihm, was dieser gesprächsweise flüchtig erwähnte, daß erden prächtigen Lüde ge­sehen und seine reizende Frau kennen gelernt" und dergleichen mehr.

Es war also keine Vifiou.

Liebe Kinder", rief er den beiden Glücklichen ent­gegen.Nun glaub ichs, da ichS sehe, vorher warS nicht möglich, obgleich mich Gisela auf lieber» raschnnge» dressiert hat. War ich auch heute ans Außergewöhnliches gefaßt, so doch nicht auf Doppel­besuch ans RosenloS,"

Er schüttele Ulrich die Hände, schloß Gisela in ff inen Arm und fuhr stch mit der Hand über die Singen.

Was man nicht alles in feinem Alter noch erleben kann!" rief er.Ich weiß nicht Jahr noch Tag, wann mir zuletzt die Augen feucht geworden find und wenn c» war, auS Freude nie zu-