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auß« au W«vaa« nach v»m»> S«i«1a«m. *3CT/T*»Rl tt»/* Inyigtnnchrumentgegen: bicExpeditisudieses Blattes,dte«rmoncen»

Ho Qa^^MfonymeirtHhtU btt b« @aKbto»n 8 ML, bei all« JjWaTVUtg Bxrteai Don Haafenfiein & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Mägde- qk cyrtfc-rt

/IX UV WM^man, SIS Mk. (exkl. Bestellgeld). JNsertisnsaebühr: di« « , .. . _ birg, Wien; Rudolf Moss«, Sranffnrt a. M., Berlin, München, Köln: 35. «jGutfl«

Dienstag 13 Februar 1900 »«& mRgi&fe>1 0

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. »m ^*,ini te Jttustrirtes Sonntagsblatt. ero*"14

Der erste Akt.

ae. Die erste Lesung der Flottenvorlage ist beendet. Die großen Parteien habe» nacheinander ihre Redner vmgefchickt, nm ihren Standpunkt der Flottenver- mehrung gegenüber zu präzisier«; Eugen, der starre «eil saget, hat seine vergifteten PfeUe gegen alle diejenigen verschösse», dte den RegierungSpläneu fteuudlich gegenüber stehe»; Bebel hat in einer donnernde» Kapaziuade seines Parteigenossen Frohme malte Audführnage» ergänzt aber das Resultat ast' dieser dreitägige» Redekämpfe ist gleich Null. Weder habe» sie irgend eine Klärung über das Schicksal der Flottenvorlage gebracht, noch irgend «ine Wt kuog auf die Wählerschaft auSgeübt. Da» Interesse, welches man draußen im Lande de» Bet- haudlunge» eetgegevgebracht hat, die in dem Prunk- bm am Berliner KöaigSplatz vor fich gingen, war im Allgemeinen gering. DaS ist auch kein Wunder und man braucht diese Thatsache nicht gerade tragisch zn nehme». Mau muß sich vergegenwärtige», daß aller, waS sich für und gegen dte Flotteuvermehruug sagen läßt, schon vor Beginn der erste» Lefuug der Lange» und Brette» i» der Oeffeutltchkeit erörtert worden war. Ma» wußte zudem, daß alle schönen Rede» auf die endgültige Emscheidung keinen Einfluß haben konnten, daß vielmehr daS Ceutrum, alter lieber Gewohnheit treu, bei der ersten Lcsuug »och nicht Farbe bekenne» und daß der Schwerpunkt der Berhrndlungen tu den Kommtsfioneu und auf den Kege» liegen würde, die von der Ceutrumspartet zn den Ministerbnreau« führen. So ist das Schicksal der Regierungsvorlage »ach wie vor in der Schweoe and dte erste Lsung kann weniger ihres Ausgangs «IS vielmehr einiger interessanter Einzelheiten wegen A»laß zu rückschauend« «ettachinugeu zu geben.

Zunächst verdieut Beachtuug, daß Domkapitular Schäsler, der Sielloerireter Dr. Liebers, die Noth- weudigkeit einer starkeu Flotte zugestaudeu hat trotz des derbe» Tons u°d der gehäsflge» Art, in der er, der Vertreter der größte» Partei, gegen die übrigen Volksvertreter vorgrhe» zu wüste» glaubte.

Wen» er de» Fraktionsbeschluß trotzdem dahin ver­kündete, daß dasCenlrum für dasEesetz in üer vorliegenden Form und dem von der Regierung gewünschte» Um­fange nicht zu habe» sei, so wird man daS auf dte aste berechnende Takitk des Zentrums zurückführ« müffe» und man braucht nicht daran zu verzw ifeln, daß die R gieruug doch ihre Abfichtr» durchs,tzen Wstd. DaS Cevtium hat noch niemals einer Re­gierungsvorlage von ooruheret» seine Zustimmung gegeben und gerade bei solch wichtige» Frage» eS leider stets für paffend und angebracht gehalten, der Negierung nachdrücklich zu beweise», daß Centrum iwmer »och Trumpf ist. Die nächste» Kochen werde» zeigen muffe», welche Bedingungeu eS aus diesem Gefühl heraus der Regierung bei dieser An- gelegenheit dikriren will; bis jetzt hält es mit meister- Hafter Geschicklichkeit feine Satte» verhüllt und eS

Nachdruck verbot«

Der Hochzeitstag.

Noma» von H. Palms Papsen.

(Fortsetznug.)

Sie wollte versuche», jene Wege wieder zu finde», die der Onkel fie und ihre» »eglester einst bu ch dm Wald, auf die Ch-uflee, plötzlich vor Ulrichs i $«$ geführt, auf den Paukt, non dem aus man, geborgen durch dichte» Laubwerk, zu diesem hinüber vr seüm vermochte.

Roch lagen lange, Helle Stunde» vor ihr, dte fie fich in gleicher Weise wie die Rmsche» tu der Stadt festlich gestalte» konnte. Theilte fie nicht mit Mi» die gleiche Schaulust, gleiches Begehr« ? Nur w« dem eine» Unterschied, daß eS nicht der Lande«. h«r. daß e» ihre» Herzens Fürst war, dm fie, wo» auch nur in der Feme, sehen und grüßen

E« fragt fich nur, »6 fie den »eg zu ihm finden würde. Die Chauffee hätte fie schnell zum Nele geführt, beit aber wäre fie leicht einem Brgegnm ^gesetzt. Da» lag nicht in ihrem Wunsche, die vH» sollte Ulrich erspart werd«.

Gisela ließ die Haide znr Link« liege» und nun tu den Wald hinein.

Sie hatte d»selb« in der Brette zu durchquer«, Rerst aber »och die in großen Windung« fich Hst, isthende Hauptstraße zu verfolge». Gelang r» ihr firsterhi», unter dm viel« sich abzweig«d« Eett«. *8« denjenigen heraus pl find«, welcher zu jener chv-aktettsttschm Waldecke führte auf der dl« Ficht«

bat nicht dir leisest« Andeutung über seine Forderungen an dte O.ffeutlichkeit kommen lassen. Hoffe» wir, daß die Regierung fich nicht einen zu hohen PcetS abverlaugen läßt, daß st- lieber an das deutsche Volk appellitt als mit dem Cent um um die Bewilligung der Vorlage feilscht. Leider GotieS hat die Regierung schon mehrmals der­artige Fragen unserer Wehrkraft wie untergeoldnete Geschäftsfragen behandel» lassen. DaS darf bei der jetzigen Flottenvorlage nicht wieder der Fall sein. Eine Frage von so erheblicher nationaler Bedeutung erfordert eine klare unzweideutige Haltung, entweder ,3« ober Nein". Entweder billigt die Mehrhest des Reichstags das Eiuschlageu einer Welipolittk wie fie de» deutchen Namens und deS deutichen Volke» würdig ist und dann mufrn auch die Mittel dar» bewilligt werde» ober die Mehrheit kann fich nicht von kleinlichen FraktionSintereffen und zaghafter Kirch- thurmSpolitik freimacheu und dann mag sie das ruhig eingestehen. Dan» ist es an dem Volk, sein Wort in die Wagschaalc zu legen und wir zweifeln nicht daran, daß es für das Einschlagen der Bahnen rintrete» wird, die ihm sein Kaiser gezeigt hat. Wir sind überz-ugt, daß ein Zaudern, eine Halbheit der Regierung im Volke nicht verstanden werden würde.

Auch di« Agrarier nehmen wir davon nicht auS. Es hat ja leider unter ihuen eine Gruppe gegeben, die ix der Flottenfrage einer do ut des - Politik das Wort geredet hat. Wir bedauern das umsomehr, als diese kleine aber ungemein rührige Gruppe eS verstaudeu hat, auch auf einige wenige konservative Abgeordnete Einfluß zu gewinnen, sodaß die konser­vative Partei zum erst« Male nicht vollständig ge schlöffen einer unsere Wehrkraft betreffenden Vorlage schon bei der ersten Lesung gegenüber stand. Wir bedauern das, wie gesagt, aber wir wissen auch, daß der gesunde nationale Sinn, der in unserer Land­bevölkerung liegt, über die Verstimmung siegen wird, welche die jetzige Haltung herbeigeführt hat. Denn nur der außerordentlich ungeschickten Weise, in der hier und da die Flottcnpropaganda betrieben worden ist, muß man es zuschreiben, daß die Befürchtung auftauchte, es würde mit dem Schutze des Auß«. Handels, dem die Flotte dieueu soll, möglicher Weise wieder eine neue Aera Caprivi verbunden weiden. Diese Befürchtung war es einzig und allein, die bei den ab lehnenden Stimmen aus dem agrarischen Lager zum Ausdruck gelangte. Schon macht sich in agrarischen Streif« selbst eine starke Gegenbewgung gegen diese einzelnen Stimm« geltend; man weist mit Recht darauf hi», daß die Agratter »icht in ben von ein» jein« Flotteufteundeu begangenen Fehler verfallen Dürften, bei der Flottenfrage die materielle» Jnter- effe» in den Vordergrund zu stelle». Nicht vom Standpunkt rein materieller Inter, ff« ist zu der Vorlage Stellung $n nehmen, sondern diese nationale Frage darf in erster Linie auch nur von nationalen Gesichtspunkten au» b«rtheitt werden. Unsere Land- wirthe find von jeher die best« Stützen einer nativ-

fehlten, auf der nur Eichen und Buchen rauschten, so hatte fie damit die Stelle erreicht, wo damals die Pferde gerastet, fie und ihr Begleiter Umschau gehalten und die Frage aufgeworfen: .Wohin führte »US denn der Onkel?"

Von dort in dm eng«, dichtbelaubt« Richtweg und somtt auf d« fich auS der Tiefe emporhebendeu zu gelangen, konnte nicht schwer sei».

Gisela blieb guten »uthe«. Müdigkeit kannte fie nicht,. und eS war ja auch gleich, ob fie heute oder ein andere» Mal ihr Ziel «reichte. Der ganze, l°?gi Herbst gab ihr Zett genug, dies« Waldtheil gründlich zu durchforschen.

O, derselbe auf Ulrichs Grund und »ob« lag?

3hk toarb bei diesem Gedanken wunderbar ruhig und freudig zu Muthe. Sein «mnd und Bob«? War der nicht auch der ihre? Eine leise Beschämung beschlich fie. Auf da», waS fie geschmäht und verschmäht, darauf pochte fie mit einem Male! E« paar reuige Seufzer, und diese Anwandlung machte der Mm Gehobmhett dieser Stund« wird« Platz.

Hier i» dieser hettliche» Waldbmg, wo alle» grünte und bn ftet und sich die vollste Lust de» Leben» off-nbarte, ba durfte man nicht traurig feto! Schwer «der blieb» doch geduldig ,n bleiben I

So tarn fie immer wieder mit ihre» Gedanken «nf dm Ausgangspunkt ihre» Fühlen» und Eehnm» zurück auf Llttch und ihre Liebe.

Und dabei wollte fie Wege such« xxb Richtung halt«?

Der Zufall meinte e» gut mit ihr, sonst hätte st» dm stillen Erlmpfad wvhl nimm« gefxnba.

naleu Politik gewesen, sie werden auch diesmal nicht versagen und fich opferwillig zeigen. An ben natio­nalen Parteien aber wird es fein bei der weiteren Behandlung der Flottenftage Sorge zu tragen, daß nicht wieder durch die starke Betonung materieller Zotereffe» Verwirrung im Volke angerichtet wird.

Umschau.

Noble KampfeSweise.

ae. Bor einigen Tagen «hob die .Germania" folgende Anklage gegen die lonfeibattoe Partei:ES find nämlich Mitglieder der konservativen Partei, insbesondere solche, die im Bunde der Laudwirthe eine große Rolle spielen, in ben letzten Tagen an Mitglieder deS CeutrumS herangetretm mit der Empfehlung, gegenüber der Flottenvorlage fest zu bleiben und da» Gesetz unter allen Umständen abznlehnen." Nachdem das Blatt gedrängt worden war, seine Anschuldigungen näher zu piäcifirm und die Name» der konservativ« übgeotbuet« zu neuneu, beschuldigte es zunächst de» Frhr. v. Wangenheim jener Quertreibereien. Aus welch mangelhafte Information« hin da» Blatt seine Anklagen erhoben, geht daran» hervor, daß e» seiner erste» Meldung sofott eine Berichtigung »ochsenden mußte, des Zohalts, baß nicht der Frhr. v. Wangenheim, sonder» Dr. Hahn jene Unter­redung mit CeutrumSmitgliederu gehabt hat. Nicht mehrere konservative Abgeordnete, sondern nur einen nicht konservativen Abgeordneten hat das CentrurnSblatt nennen können. Damit ist jener leicht­fertige Angriff auf die Ehre anderer Leute gekenn­zeichnet, zugleich aber auch jene Blätter, die mit be­haglichem Schmunzeln den Angriff sofort uachgedrucki habe», ohne auch nur nach einer Begründung desi.lben zu fragen.

lieber die Affäre Hahn selbst hat die Sonnabend- Sitzung des Reichstags Aufkläinug gebracht. Der Abgeordnete Szmula, mit bem Dr. Hahn jene Unter­redung geführt hat, gab zu, daß die Aenßerungen nur i» einem gelegentlichen Foyergespiäch gefallen find und daß fie wir folgen dabei dem »er breitetstkn, dem Olvmbergichm Parlamentsbericht etwa gelautet habe:W«rr wir nur erst die gräß­liche Flotte weg habe». Wenn nur tot Zentrum möglichst viele Stimmen gegen die Flotte abgegeben würden/ Dr. Hahn befreitet, daß feine Worte so gefallen sind, er will vielm.hr nur ben Abg. Szmula, als dieser ihm seine Flottengeguerschaft anSgedrückt habe, erwidert haben:Dann stimmen sie doch da­gegen!" Aber selbst wenn man annimmt, daß der Abg. Szmula fich ttchtig erinnert, so würde man doch au» ben oben citirten Worten nicht, wie die .Germania" behauptet hat, eine zweideutige Haltung des Abg. Hahn hcrauskoufrntten können. Dr. Hahn hätte bielmebr nur b- wies«, baß er zu jener agrarischen G'Uppe gehört, die die Flotten Vermehrung nicht gern fi.hr. Bon einer Zweideutigkeit könnte

Da plötzlich lag er vor ihr. Hätte fich nicht ein Eichhorn in dem Buchenzwe'g über ihr geschankett und ihr Blick zu fich he> aufgezogen, wäre fie gedankt», versunken vielleicht vorbeigeschritten.

Auge und Sinn gingen ihr wieder für di« Umgebung auf. Ihr Gesicht erstrahlte. Am Ziel! Iu Ulrichs Näh-!

Wie sehr in seiner Nähe ahnte fie nicht.

Fernher glaubte fie Tier stimm«, Herdenläuten zu hör«, mit klug« Ang« lauschte das Eichhorn, ein Sprung, und e» war im Erle dusch verschwunden.

Ulrich hatte fich bi» jetzt erst an einer der fürst­lichen Jagden beteiligt und war fich auch heute allein flberlafien. Er befand fich nach einem lang« Ritt durch seine Forst« nun auf bem Rückweg. Immer nur Schritt reitenb, bem Pferde die Zügel laffenb, gab er sich ganz fein« Gedanken hin. Die so Plötz lich veränderte Sachlage hatte ihn au» bem Zustande der Hoffnungslosigkeit und Wunschlofigkett herauSge riff en. Er lebte wieder. Deff« ungeachtet konnte er fich zu einem thatkräftig« Handeln nicht auftaffen

Mit bleierner Schwere hingen sich au feine Geist-Sfchwiug« dieses fürchterlich« Jahre» wehevolle Erinnerung«. Ließ er Gisela auch alle denkbare Gerechtigkett widerfahr«, verteidigte, enffchnldigte er fie vor fich selbst, verzieh er ihr to Liebe und weilte auch von früh bi« spät in Sehnsucht bei ihr, zu weiterem gelangte er nicht to feinen Grübelei«.

Während fich die Gedank« der 2ieb«b« in dem große» Gefühl der Sehnsucht begegneten, rückt« fie fich räumlich immer näher. Dennoch würde Ulrich

doch nur die Rede feto, wen» Dr. Hahn öffentlich für die Flotte eingetreten wäre; da» aber unseres Wiffen» nicht geschehen. Wir würden nicht ansteh«, Dr. Hahn auf das Entschiedenste zu verurtheil«, wenn er vor der O.ffentltchkeit eine andere Meinung zur Schau getragen hätte, als dem Abg. Szmula gegenüber.

Mag man also die Angelegenheit bettachttn wie man will, bestehen bleibt, daß die .Germania" ans vage Gerüchte und poltttscheu Klatsch hin eine Räubergeschichte zusammengedraut hat, die auf fie selbst und ihre Gewissenhaftigkeit ei» eigen­artiges Licht wirft. Und mit vollem Recht hat Frhr. v. Wangenheim die leichtfertige Art und Weise auf da» schärfste zuiückg wiesen, in der dieGermania" feinen Nam« mit ihren Verdächtigungen to Ver­bindung gebracht hat. Wenn er betont hat, man wisse nicht, was an den erlogenen Gerüchten mehr zu brandmarken fei, die Gemeinheit der G.stnnnng, mit der man Name» ehrlicher Leute zu beflecke» ge­sucht habe, ober bie Dummheit bei Erfinder«, so tonn« wir ihm darin nur beistimm«.

Flotte und Sozialdemokratie.

DerVorwärts" leugnet bekanntlich «tschirden, daß Jemand vom sozialdemokrattschen Siandpuutt au» für die Flotte etotteten könne. Da ist nun ein Avschnttt an» der Rede des Abg. Rickert am Donners­tag bemerkeuSwerth. Die Stelle lautet nach dem stenographischen Bericht:

Ist es denn wahr, daß die Arbeiter gar lein Interesse au dies« Diuge» haben? Ich will hier nickt von Denjenigen sprech«, die ein unmittelbares 3nter.fr an der Flotte haben. Es find in dem Jahrbuch für Deutschlands Seeinieress» ungefähr 60 000 Arbeiter anfHefübrt, die etwa 70 Millon« Mark Lohn aus diesen Fonds erhalten. Das steht aber doch ohne Zweifel fest, daß an der Export» Industrie Millionen vo» Arbeitern und ihre Familim ei» großes Int-ress: haben. (Sehr richtig! Wider­spruch bei den Sozialdemokraten.) Es hat zum Bei­spiel to meiner Vaterstadt, in meinem Wahlkreise, to Danzig, neulich eine sozialdemokratische Versammlung stattgefunden, und es hat dort ein schlichter Arbeiter, der nicht auf ben W-rst« beschäftigt ist, für bie Vermehrung der deutschen Flotte gesprochen, ein aus» gesprochener Sozialdemokrat. Er hat damals bem Referenten gegenüber ober bet Referentin denn es war eine Frau, die für die Resolution und gegen die Vermehrung der Flotte sprach ausdrücklich auf bie Zustände in Frankreich hingewiesen, auf bie 400 Million«, welche ohne Weitere» dort bewilligt würden, und er hat dann schließlich gtf agt: Wollt Ihr denn, Ihr Sozialdemokraten von Danzig, daß 2000 Werftarbeiter plötzlich auf die Straße geworfen werd«? Da» ist doch ein Beweis, daß auch in diesen Steifen immer schon eine gewisse Ahnung von ben Ding« Vorhand« ist, wie e» wird.

auf seinem Heimweg eine andere Richtung genommen hab«, al» diejenige, welche znm Erlendnsch führte, w»n ihm nicht unerwartet der st in den Weg getreten wäre. Der hohe Herr hatte den in Gedanken versunkenen, fich langsam nähernden Reiter längst schon bewerft und auch erkannt. E» tönte Ulrich p ötzlich der in bie Stille hinein klingende Weid- mannSruf entgegen. Er traute feinen Ang« nicht. Der Fürst hier, auf feinem Gebiete, fern von ben Jagdgenoffe» ?! Im Nu vom Pferbe springend, in der Link« den Zügel haltend, stand er mit tief ge­zogenem Hute vor feinem Landesherr», einem rüstigen Fümfziger, dessen schmale», scharf geschnittene» Gestcht mit der etwas gebogen« Nase und dem ergraut« Knebelbart eine» höchst energisch« und angenehm« Eindruck machte.

.Bedenk«, meta lieber Baron, bedenken," tief et leutselig. .Wunde« fich natürlich, mich hier solo »rnhetstteif« z» seh«."

.Allerdings, Hoheit."

Der Fürst knüpfte seine Jagdtasche ans. .Schau« Sie, origineller Fang, nicht wahr? Ich wollte Feldhühner, Ent« jag« und schoß eine Wild­katze. Und zwar hier auf Ihrem Revier, Baron. Führen Sie mich als Wilddieb ab."

.Dürste ich Hoheit doch beim Worte nehm«.' .Warum nicht? Gewiß, Sie dürfen, mein Liebet. Habe nämlich meine» »«lich verstaucht« Faß heute überanstrengt und mich in die Büsche ge­schlagen. Humpele etwas. Bester ich fahre heim, nm mit bic Semhatz morgen nicht zu verderb«.

(Fochotzuug folgt,)