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IMteixt kißkdh an her *u Btrßettn ne* Sem»- snb grbrtegtn. CoMtieMttomiemtttt^td« bei b« «iHbttwB 8 Mk, bd oUtn

«JQdgra nchmm entgegen: die Expedition diese« Blatte«, die Annoncen. Bnrea^ von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Maade- »nrL Wien: Rudolf Mosse, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln: L. L. Daube * Co., Frankfutt a. M Berlin, Hannover, Pari« rc.

e^»n« m«rq ander en Werktag« ne* * Ser», und Feierte««.

bei b« Erpeditieu 8 Mk. bei allen 3ZUCXWUVCl

Mk. (ein. BejteL-.ld). 3nserti-n»zebü-r: bie oe> ~ _ ö

b*ti"**ti* »der beten Reu» 10 Pt«., Stdlee«-die Zeile 88 M SüNNtllg 11. FebrUllk 1900

. Wöche«tliche B-ilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

«»«UAN- »tat 81. - Lelepheu 51. Jllustrirtes Sountaasblatt. derantwerüich für die Äebaftton: Redakteur Han« Hupfer dl Muck«»

_____ ** _______ «kedakttou: Markt 8L Telephon 65.

Wochenschau.

j^i.**mieK9lo?tebl>rIa6e warf ihre Schatte» Sa manfa8, 3 btt inneren Politik herrscht­en b*V Ruhe, ein Schweigen, da« pur ab und pl unterbrochen wurde durch eine Meldung, die einem Wett« leucht-n ähnlich, die politische Situation sch-nach ochevte doch nicht deutlich erkennen ließ, wie die Dulge stehen. Eugen Richter, der starre Neinsager, Mt m nervöser Hast Tag für Tag in seiner »Frei st>nigeu Zeitung* Spalte um Spalte mit grobem Meschotz gegen die Vorlage und vergiftete» Picileu «egen ihre Bertheidiger. Mit wahrem Bieuenflr.tz zusammen, was irgendwo gegen die Flotte «er Weltmachtpolitik gesagt wird. Mit dem alten «Swpen de« .unentwegten* F eifiunS, der auch nicht da« 3 Tüpfelchen von seinen Prinzip'»» brrgebeu will, der starrköpfig nichts von der modernen (Sntmidhinn nnb ihrer Forderung sehen will, kann man fast Mu- Wb empfinden. Um ihn wird es allmählich einsam; >e»e Mannen beginnen dar finkenre Schiff des dok- dmäreu Liberalismus zu verlaflen. Kaum hatte «ugen Richter triuwphirend verkündet, daß die Volks- Partei einig sei tu der Berurth-ilung der Flotten wrlage, da traten in Berlin in tinei von der freisinnigen Bereinigung einberuf,neu Versammlung Bolkspartetlcr für eine Flotten- »ermehrung ein. »ergebens schleudert der Parteipapst b"^istnnigen Z-itung seinen Barn strahl gegen * «btrümttgeu, er wird die Ewpö uvg der Geister seinem eigenen Lager nicht mehr bannen können.

Das Centrum Hst, alter Gewohnheit getreu, noch keine definitive Stillung zur Vorlage gerommeu. S» bringt es nun einmal nicht über da» Herz, stisch »d freudig solchen Fragen zuzustiwmen. Das ist ja auch erklärlich aus der Zusammensetzung der Partei. Zuviel fich im Grunde gegenübersteh-nde Elemente hat der UltramoutauismuS zusammengefaßt, als daß feine Führer sich entschieden auf die Seüe der Flotten- freunde schlagen könnten; zumal jetzt, wo der demo­kratische Flügel stärker denn je ist. Wir hoff n nicht, daß er in dieser Frage die Haltung der Partei be­stimmen wird, wenn auch die .Germania' auf Grund der bisherigen Ergebniffe der F r a k t i o u » b e. rat Hungen verfichert, dar Flotte»gesetz weide tu dieser Fassung nicht angenommen werden, und wenn auch die Rede deS Abg. Schädlr bei der Be­rn thuug der Vorlage nicht gerade günstig ausge- fallen ist.

Sonst ist aus dem Gebiete der inneren Politik «gevtlich um noch zu vermerken, daß der Reichstag in zweiter Lesung der Ier Heinze eine Faffung gegeben hat, die nach den Erklärungen vom Mtvister- Üsch für die Regierungen unannehmbar ist. Wenn nicht noch die dritte Lesung eine Aeuderuug der Be­schlüsse bringt die Möglichkeit wäre vorhanden,

Nachdruck verboten

Der Hochzeitstag.

Rvumu von H. Palms Patzsen.

Gotisch»»«.)

Gisela ward still und nachdenklich, nahm eine Näharbeit in die Hand und stichelte so eifrig und anhaltend, daß ihre Wangen glüh en. 8b und zu sah ste zu dem Rath hinüber, der fich in ein Sitten, stück am Schreibtisch vertiefte. Er blilb ungestört.

.Erst als ste fich abends Nennten, um zur Ruhe zu gehen, brachte Gil» la eint der vielen in fich zurück- ged, Sngten Fragen über die Lippen.

befiöBW st^ .ich habe den ganzen Nsch- »tttag darüber nachgesonnen, ob Ulrich noch ou meiner Treue zweifelt. Was ist Deine Meinung?' .Daß e» bei ihm nur einiger Worte bedurfte, «n wieder an Dich zu glauben,' klang eS rasch. - ®ie schlug beschämt die Augen nieder und mußte sich förmlich einen Aufschwung geben, um nochmals pl fragen:Glaubst Du, daß er mir gang beziehen jwt, und eines Tages ich meine wird er die Scheidungsklage'

Davon ist gar nicht die R-de mehr. Laß die Grübeleien fahren, meine Sa, laß Dir an dem Be toufetfein genügen, daß Du ihm, dem guten, gerecht «nb edel denkenden Mann nahe bist. Oder aebt Dir die Geduld schon aus?

Roch lange nicht, Onkel, und wenn eS noch Jahre währen sollte.'

Vortrefflichi' So werde nnr wieder fröhlich «Mb guter Dinge, dann wird auch unser Gesprächs­stoff ein anderer. Ich schwärme nicht für toujours perdrix.'

da die betreffende Majorität recht schwach war so bürste bie gesetzgeberische Aktion wieder einmal gescheitert fein.

Dem alten ThemaEngland und Frankreich' konnte man in letzter Woche wieder einige neue Seiten abgewinnen. England hat nämlich mit der öffentlichen Meinung, dank der Hülfe her capländischen Censur- bebö de etwas Verst ck gespielt. Es wurden zunächst einige Dep scheu durchgelassen, die von einem erneuten Angriff Bullers auf die Bureupofitionen erzählten, Nach tchten, die um so mehr Glauben ft oben wußten, al8 Buller s-lbst bekanntlich ruhmredig verfichert bitte, er werde binnen einer Woche in Ladysmith sein. Auf die Ueberraschuug, die diese Nachrichten verbreitet hatten, folgte noch eine größere ein sehr gewundenes Dementi, worin da» englische Kriegs- amt verficherte, die eingegangenen Dep.scheu deuten nicht darauf hin, daß Buller den Tugela überschritlen habe, und dann völlige Nachrichtensperre, sodaß niemand w> ßte, was Buller eigentlich treibt und wo er steht. Schließlich gab das KriegSawt den erneuteu Angriff Bulle, S zu. Die Nachricht, daß die Billen fich blutige Köpfe geholt haben, wird folgen.

3n England selbst hot Chamberlain im Parlament den Ansturm der Opposition siegreich ab­geschlagen; ein sonderlicher Ruhm war eS nicht, denn der Angriff war recht matt. Die Opposition fand »icht den Muth der Wahrhell, auch sie hielt daran fest, daß die Buren die Angreifer gewesen feien. Und was man sonst bei der Adreßdebatte alle» für Uv gehen» rlichkeiteu fich ernsten. Antlitzes gesagt bat, »ar einfach zum Lachen. Was soll man denn anders tbun als herzlich lachen, wenn z. B. Balfour sagt, was England bisher geleistet habe, habe Staunen und Bewu-derung erregt. Staunen wohl, aber Be­wunderung? Oder wenn man hört, wie man von der völligen Unteimeifung der Buren und der Vernichtung ihrer Selbstständigkeit redet und das wenige Tage, nachdem das Hauptheer Englands mit blutigen Köpfen h-iwgeschickt worden ist. Mit solchen Redens­arten wird man niemand in der Welt täuicheu; eine Selbsttäuschung körnte aber den Engländern recht schwer zu ßeden komme», denn schon taucht eine neue Gefahr für England auf.

3n Egypten scheint Lord Salisbury eine arge Unvoificktigk it begangen zu Haden. England hat In alit Heimlichkeit Ofsiciere, Mannschaften, Geschütze und Ausrüstung? geueiistäude der egyptischeu Armee nach dem Kap geschafft. Mit dieser Entblößung E^yptenS von europäischen Truppen hängt äugen» schemlich eine Meuterei zusamm- n, die unter den ein­geborenen Truppen bei Omdurman ausgebrochen ist. Der erste Ausbruch soll angeblich durch Oberst Wingate unterdrückt worden fein; eS scheint bie Lage aber trotz rem äußerst bedrohlich zu ft in, denn es beißt, Strdar Rüchen« fei wieder nach Egypten zmückbeordert worden. Da die Entsendung bet

Und damit war zwischen beiden von den tianrlgen Geschehnissen zum letzten Mal geredet.

* *

*

Gisela stand in ihrem Zimmer, zu einem Spazier- gang gerüstet. Sie trug wieder eines jener farbigen Kleider, die längere Zeit aus ihrer Garderrobe ver- bannt, jetzt aber wieder eingeführt waren, dieses 2«al ein zartgelbes, glatt anliegendes, im Schnitt weniger der outrierten Mode als ihrem eigenen Ge- sckmack ent'p echendeS Kostüm. Sie sah eigentlich so ans wie damals, em Vorabend ihrer Hochzeit, nur daß die bluttothe» Nelken fehlten. 3hrem Spiegel- bilde hatte sie in der ganzen, laugen L-idenszeit wenig Beachtung gescheutt, heute zum ersten Mal schaute fie fichs mit einer gewissen prüfenden N ngier und mit bet Frage an:Bin ich denn noch dieselbe geblieben, an der er damals so viel Gefallen gesunden oder inzwischen durch die vielen Kummern.sse eine andere geworden?'

ES lag ein träumerisch sehnsüchtiger Ausdruck in ihren Augen, ein nachdenklicher Ernst in ihren Zügen Sie bemerkte nur das letztere, sonst keine Veränderung. Sie war schön wie immer, konnte fich dies auch nicht verhehlen und lächelte ein strahlendes Lächels denn fie freute fich heute dessen mit vollem Bewußtsein »icht auS Selbstgefälligkeit, eitel war fie nicht, ie erfreute fich daran um eines anderen willen und trich fich nun das leichte Haargeringel aus den Schläfe», weil Ulrich eine freie Stirn an ihr geliebt eine Stirn, die eine kurze, leicht vorfallende Locke am Scheitel beschatten durfte. So hatte er es gewollt, unb so sollte er sie wiedeifiaden, wenn er eines Tages hier einkehrte, um ihr feine Verzeihung zu bringen. Darauf hoffte ste jetzt mit aller Zuversicht.

Truppen und des Kriegsmaterials nach Südafrika in die Rechte des Khedive und des Sultans eingreift und mit der Neutralität Egyptens in Widerspruch steht, so lassen fich, auch abgesehen von der Uobot Mäßigkeit der schwarzen Truppen, allerlei Ver Wickelungen dort erwarten.

Mit der Regierung der Vereinigten Staaten scheint sich England wieder auf gutem Fuß zu be finden. ES hat auf seine auS dem Clayton Bulwer Vertrag herrührenden Rechte verzichtet und dafür nicht einmal eine Entschädigung beansprucht. Die Ver­einigten Staaten haben nur versprochen, den Nicaragua - Kanal nicht zu befestigen. Diese seltene Großmuth Englands zeigt, daß den leitenden Staats­männern doch etwas schwül zu Muthe wird. 3» China zeigt fich wieder einmal ein ander Bild. Der Kaiser Kwaugsu soll sich am Leben und in Sicherheit befinden und 3apan soll fich seiner ange­nommen haben. Wenn'» nur wahr ist.

Umschau.

Der zweite Tag der Flottenberathung.

Der zweite Tag der Generalberathung der Flotte»Vorlage im Reichstage brachte die Parteien, die fich gestern noch nicht geäußert hatten, sämmtlich zum Wort. Die Debatte eröffnete der Redner der Reichspartei, Graf Arnim, mit einer rückhaltslose» Befürwortung der Vorlage, bie den erfreulichen Be­weis dafür liefere, daß die verbündeten Regierungen aufmerksam auf der Wacht stehen. Besonders wirkungsvoll waren bie vergleichende» ReminiScenzen an bie Zeit des preußischen Mtlitärconflikis, mit btnen sich bet Redner an bie oppositionelle Linke wandte. Auch auf dieser Seite bestreitet man heute nicht mehr, daß die damalige Stellung deS Liberalis­mus zu den Militärfragen, die dem heutigen Wider­stande gewisser Parteikreise gegen die Seemacht durch­aus geistesveiwandt war, durch bie geschichtlichen Ereignisse ad absurdum geführt worden ist, baß die Ausgaben für den »Militarismu«', dessen ruinöse Wiikungen man damals ebenso schwarz malte, wie heute die finanzielle Belastung durch die Flotteuver- stä kung, sich thatsächlich als eine sehr geringe Anlage herauSgestellt haben gegenüber dem, was ür Deutschland, auch rein wiithschastlich genommen, gewonnen ist.

Auf diese finaucielle Seite der Vorlage und deren nationalwirthschaftliche Bedeutung ging hierauf der Staatssekretär Graf PosadowSky an der Hand ntenffmter Zusammenstellungen von Ergebnissen der Produktionsstat st'k näher ein, die insbesondere auch das starke 3°teresse Süddeutschlands an einem wirk amen Schutze des überseeischen Handels hervortreten ießen. Sowohl hinsichtlich deS Exports von Erzeug­nissen deutscher Arbeit, wie der Einfuhr unentbehr-

Und mitten in dieses Bettachten und Erinnern hinein enöthete fie. 3hre Hand sank hastig hernieder, als habe sie sich vor den Augen derjenigen, welcher ie gehört, zu schämen.

Gisela vergaß plötzlich alle» Aeußere, Kleidung, Schönheit und das heiße Begehren und Sorgen ihres Herzens. 3hre Gedanken eilten zu der Stunde zurück, in der fie Ulrich im Zimmer ihres Onkels zuletzt gegenüber gestanden. 3hr ganzes Gestcht war von tiefem Roth übergossen, und ihre weißen Zähne drückten fich wie in Schreck und Schmerz in die L'ppe.

Ob er gesehen Hai, daß'

Sie eilte an einen Schrank nnb öffnete ein Kästchen. Dort zwischen Spangen und Reiten acht­los bingeworfe», lag das teure Kleinod, das Symbol der Liede und Treue, der Ring, den er ihr einst in weihevoller Stunde an die Hand gesteckt. Die Erinnerung malt ihr jenes Bild vor die Augen, das sonnendurchleuchtete Zimmer und den Augenblick, da Ulrich fie sanft hinweggezogen, hinaus auf den grünbeschattettn Altan, wo er fie umschlungen, ihre Sinn geküßt und ihr in die Lugen gesehen, so tief nnb lange und so glücklich und dann gesagt:Meine Gisela, nun rathe, was ich hier habe etwas Winziges nnb boch so Kostbares, nufere Rrnge, durch bie wir der Welt zeigen wollen, daß wir uns aug-hören und unzertrennlich find. UnS selbst be­deuten fie ja mehr, viel mehr: Liebe und Treue bis zum letzten Ath-mzug. Und deshalb, niemals, Gisela, darf dieser Sing, den ich i» dieser glückseligen Stunde an Deinen Finger stecke, Deine Hand ver­lassen, das hieße Treubiuch, hieße Tod der Liebe! Wtt aber, nicht wahr, Vivac tas, wir lieben »ns, so lang uns Gott das Lebe» läßt.' Und bani

Iliber Rohstoffe für die deutsche Industrie ist dieser Handel in einem Wachktlnm begriffen, demgegenüber öfe durch die Flotten Vorlage bedingte Steigerung der Ausgaben fich als eine recht mäßige Versicherung»» p-äv ie barste llt. Unterließe eS Deutschland, diese« Handel unter den Schutz einer stä ke» Flotte zu stelle», so würde es die Gefahr ungeheurer Krisen über fich heraufbeschwören.

Solche» Erwägunge» ist natürlich Eugen Richter nicht zugänglich. Das wußte man schon, ehe er ba8 Wort ergriff. Aber er enttäuschte auch durch »ie Form seiner Rede seine auf eine oratorische Leistung ersten RargeS gefaßte» Parteigenosse«. 3m Anfänge wirtte» einige Ausfälle gegen die Nationalliberalen auf die nächste Umgebung deS Redners, die über jede« dieser Scherze mit einem --Sehr gut!' ober mit der obligaten Heiterkeit qulttirie. Al» die Rede aber zur Sache überging und in breitester Weise die altbekannte Weisheit baritirte, daß es vorsichtiger sei, Ander-u nicht dadurch un­bequem zu werde», daß man sich bewaffne, verbreitete fich im Saale eine zunehmende Unaufmerksamkeit, der Beifall der F ennde verstummte und mancher schien eingeschlafen zu sein. Die Opposttion hat mit dieser Rede und der des Abg. Frohme den Eindruck starker sachlicher Gründe jedenfalls »icht erreicht. Daß ihr Bemühe», die Landwirthschaft gegen die Flotte mobil zu machen, keine» Erfolg hat, bestätigte» die AuS- führunge» deS Herrn v. Levetzow und bie damit ganz Übereinstimmenden des Grafe» Arnim über diese» Punkt.

Daß der freiftnnige Redner den Muth hatte, im Widerspruch gegen alle Thaisachen zu behanpte», daß er kein Gegner der Flotte sei, veranlaßte de« Staatssekretär T i r p i tz, noch einmal in die Debatte einzugreifen und festzustellen, daß daS stete Bestrebe« des Herr» Richter darauf gerichtet gewesen ist, dir Flotte auf ihrem niedrigen Stande zu halten.

Der Abg. Rickert trat im Nomen deS Liberalismus der Haltung der Rlchter'chen. Partei entgegen. Er ist für eine präcise E ledigung der D>ckungSftage und würde selbst vor einer neuen Einkommensteuer "icht zurückschreck n. Der Antisemit Liebermann v. Sonnenberg sp ach fich mit prlrcipüller Zustimmung zur Fiottenveimehrung im Interesse der Landwirth. chast für eine besonders sorgfältige Prüfung der Vorlage anS. Die Polen erklärten fich gegen die Dor läge und gegen eine Rommlsfiovsberathnng. 3m Gegensätze zu ihnen hat der der deutsche» Sprache nicht mächtige Lltrhauer SrnalalyS für eine starke Flotte mit erfreulicher Entschiedenheit, wen» auch mit nndlSkutlrbaren weltpolitische» Perspektloe», ein.

DaS rednerische Fazit des zweiten Tages hat die Situation nicht verändert. Heu Richter hat Freitag Morgen in feinerFreis. Zig.' mit Sperrdruck her- vorgeboden, daß bie Aussichten für die Vorlage recht ungünstig seien, benn das Centrum stehe ber Novelle

sah fie die Ringe glänzen an seiner und ihrer Hand, bis bis

3hre Lugen füllten fich mit Thränen. Sie brückte ben Ring an ihre Lippe», nnb dann leuchtete derselbe von neuem wieder an ihrem Finger.

3ch bin feine Braut, fein Weib, noch bin ichs, und keiner darfs mir wehren, Ulrich selbst nicht I' dachte fie, und dabei zeigte fich plötzlich eine kleine Trotzfalte zwischen ihren Braue».

Gewaltsam mit dem ihr eigen n fisten Willen machte fie fich frei von aller Weichheit und Sertt» Mentalität, die fie haßte, und preßte zornig ihr Tuch gegen bie feuchten Augen.

Raum eine Minute noch, nnb fie hatte fich mit Hut und Handschuhen versehen, von den letzteren mit allem B-docht nur einen benutzend. Die rechte Hand sollte frei bleiben, ihre Auge» wollte ben R üg daran glänzen sehe», mochte« eS auch die Mensche» wissen, daß eS kein Fräulein von Belendorf m hr gab.

Es ist mein Recht, mein stolzes Recht, daS ich mtt freiwillig nicht rauben lasse» werde,' sagte sie fich. -----_

Und dann begeb fie fich ins Freie, in die Felber hinein, in der Haltung einer jungen Herrscherin, ber viel »nterthan, die reich war an Gut und Glück.

Wohin? Vorerst dachte Gisela garnlcht an Weg nnb Steg. Sie blieb, wie so oft in bi Jem Sommer, zerstreut nnb in fich versunken. Eist als fie die Halbe roth auffdjimmern sah, fich also schon weit von der Stabt entfeint hatte, besann sie fich auf baS, was fich in diesen lagen m himals schon als versteckter Wuvsch in ihr geregt hatte und heute so laut an ihr Herz pochte, daß auS dem Begehr Entschluß ward.

(Fortsetzung folgt.)