benachrichtigt beton Euern Herrn K«ure-Tiedemann, denn Ihr seid nickt rotrtb, daß ick zu diesem noch besondere schreib«. — Ob Ihr sawwt @unm Hause unterxehen sollt, oder ob mau Euch bei einer passenden Gelegenheit abfaffen wird, darüber wird noch bermben werden
Sb« Ihrs merkt, ehe Ihrs Euch versieht, seid Ihr nicht mehr auf dieser Eide.
Führer der Verschworenen.
Wie wir hören, sind neuerdings auch an andere Herren vom Ostmarkenv rein, sowie auch an de» Ober Präsidenten v. Bitter solche Briefe gelangt. ES muß den Polen doch noch nicht gar so schlecht gehen, wenn sie mit ihrem „»atonalen Unglück" noch solche thörichten Scherze treiben.
Die Buren und Deutsch-Südwestafrika.
Paul LanghanS veröffentlicht in de» Petermann- schen „Geographischen Mittheilungen" einen Artikel, welcher bew ist, ohne es avszuspreche», wie verfehlt eine englandfreundliche urd burenfeindliche Politik ist, von welcher das Deutsche Reich sich noch immer nicht loSreißen kann. Paul Langhaus entwirft nämlich eine Sprachenkarte von Deutsch»Südwestafrtka und daraus ergibt sich, daß die ganze südliche Hälfte des deutschen Gebiets bereits von den Bure» überschwemmt ist, welche dort mehr als 50 v. H. der weißen ansässigen Bevölkerung auSmccheu. - Bis zur Spencer bucht ist das Land burisch, im nördlichere» Theile bis zur Walfisch Bai zu einem Viertel, ja theilweise bi» zur Hälfte, und in den nördlichste» Gebieten stelle» die Bure» noch bis zu 25 v. H. der Bevölkerung. „Dir Bure»", sagt Langhans, „bilden also auch in Deutsch-Süd- westastika die eigentlich lavdsäsfige weiße Bevölkerung." Es ist wahrscheinlich bei der langsamen SiedluugS- pslitik des Deutschen Reiche», daß dieser bmische Zufluß anhalte» wird, und daß die südliche» Theile der Kolonie dieselbe Stammbevölkerung haben werden, wie da» nördliche Kapland, der Oranje-Freistaat und Transvaal. Wie muß »»ter einer solche» Bevölkerung eine Haltung des Deutsche» Reiches wirken, welche anstatt einer Vereinigung der hochdeutschen und »teder- dkutsche» Elemente, sich geradezu die Abstoßung der Niederdeutsche» zum Ziele setzt".
Der südafrikanische Krieg.
Buller» «»griff.
Neue wesentliche Melduugeu über de» Angriff Buller S liegen nicht vor — ein Zeichen, daß die Sache um die Engländer nicht gerade zum Besin steht. Wir gewinnen dadnrch Gelegenheit, uns mit den gestern von un» mttgetheilteu Depesche» eingehender zu beschäftige». Es ist schwierig, auS de» verschiedene» Telegramme» fich ei» klares Bild vo»
spioukop und in nordöstlicher Verlängerung die Srackfoutei» Hügel; zwischen diesem und dem Tugela- flusse ist die kleine Höhe Vaal Kranz. Rechts (östlich) liegt .ine nach der Kranzkloof benannt: Höhe und südlich vorgeschoben, nach dem Flusse zu, die Doorn- Kloos - Höhe, die aber nach Norden zu in ein Thal abfällt.
Nördlich von PotgieterS Drift, die die Bure» Pont Drift nennen, ging in demselben Gelände, daS vom 17. bis 24. Januar die Brigade Lyttleton besetzt hatte, die Brigade Woodgate (ihren Führer nennt die „Times" Wynnes) mit 3 Bataillonen (3000 Mann) und 5 oder 6 Batterieen (30 biS 36 Geschützen) als Beschäftiguagsfront vor, mußte fich aber (nach Reuter's Aussage) um 12 Uhr zmückziehe», während sie nach der Darstellung der Buren zurückgeschlage» wurde, so daß fie „in großer Verwirrung über den Tugela zurückging." Inzwischen war „bie übrige zum Angriff ausgewählte Infanterie", wie der Standard sagt (d. h., wen» alle verfügbaren Trnppen eingesttzt wurden, dir Brigaden Hilt yard, Hart, Eoke und Lyttleton, etwa 14 Bataillone zu 14000 Man» und einer unbekannten Zahl Geschützt) am südl chen Tugelanfer entlang vorgegange» und hatte wahrscheinlich an der Stelle, die an der Spitze des weit nach Norden ansholenden Fluß- bogenS liegt »nd auf der verbesserten englische» Generalstabskarte als Feny (Fäh en )Ueberga»g bezeichnet ist — die Buren nennen fie Molen Drift — de» Tugela auf einer Pontonbrücke überschritten. Während die Brigade Lyttleton als rechte Flankendeckung noch Norden ausbog, marschirte daS Gros diese» StoßflügelS gradeSwegS auf de» am weitesten nach Südosten von den Brakfonteiner Höhe» aus vorgeschobenen Val KcanS los, der angeblich am 6. Februar von de» Briten besetzt tombe. Ein von den Buren am 6., Nachmittags, urternommener Versuch, den Bal Krans zurückzuerober», scheiterte. So legen nach Maßgabe der bis jetzt eingetroffenen Dep-schen die Dirge am 6. ds. Abends. Daran» erhellt, daß die Engländer »ach den beiden Kampftagen des 5. und 6. F bruar noch keine wesentlichen Fortschritte gemacht und nur die dem Nordufer deS Tug, la zunächst liegenden Höhen besetzt hatten. Unter ihnen ist ollerdingS der Bergkegel deS Val KranS, und dieser Posttton scheinen die Burr» einige Bedeutung beizum. ffe», da fie den zweifellos Verlust- reichen Versuch machten, fie durch einen Infanterie- Angriff wieder zurückzugewinneu. ES wäre daher immerhin möglich, daß der Val Kran» bei dem dritten Entsatzversuche Buller» dazu berufen wäre, etwa dieselve Rolle za spiele», die dem Spion Cop im Weste» bei dem veiunglückte» zweiten Versuche
den Vorgängen am Tugela zu machen. Wir wolle» zufiel. T otzdem darf man annehmen, daß auch hier versuchen, die fich fast widersprechende» Nachrichte» zu; die Hauptveriheidigungrstellung der Bure» weiter einem Ganzen zu vereine». Die Briten stehen zurückltegt, noch wester »ach Ladysmith zu als der am südlichen Ufer des oberen Tugela, an der von \ Doornkloofberg, wo am 5. und 6. Februar ihre fiüher her bekannten Wagon (TrichardS) Drift. Ihnen Artillerie stand. Die „Times" sagt, die erste Burengegenüber liegt auf dem linken Ufer der berühmte stellung dehne fich auf der Bergkette vom Spion Cop
In ruhig sachlicher und wirkungsvoller Weise bestätigte Herr v. Levetzew, indem er bekannte, kein Floiteuschwärmer zu sei», die zustimmende Stellungnahme der konservativen Partei, welche die bekannten agrarische» Einwendungen gegen MarineauSgabea zurückstellt gegen die in Betracht kommende» nationalen und wirthschaftliche» Gesichtspunkte. Die Wärme, mit der der Redner unter dem Beifall seiner Partei betonte, daß die Laodwirthschast daS Gedeihe» vo» Industrie und Handel aufrichttg zu förden wünsche, oarf als erfteuliche» Z-ugniß für bie Solidarität der ElwerbSstönde anerkannt werden.
Auch der »ationalliberale Bafferwann sprach nicht übel, Wern er auch neue Gesichtspunkte nickt vorbrachte. Mit vielem Glück betonte er aber Dr. Schädler gegenüber bie engen Beziehungen bet vermehrte» Seemacht zur handelspolitische» Entwickelung, der Dr. Schädler in der Thal mit keinem Worte gerecht wurde.
Die Sozialdemokratie schickte einen Genoffen dritter Ordnung vor, F-ohwe, einen der langweiligsten Redner, die der Reichstag besitzt. Was er vorbrachte, warm „olle Kamellen", bie Niemanden iuteresfiren. Man weiß ja auch ohnedies, daß er der Sozialdemokratie immer und überall um anfreizende Opposition zu thun ist unb kann deshalb über ihre „Meinung" in der Flottenfrage ruhig zur Tagesordnung übergehe».
Der erste Tag hat somit keine Klärung gebracht. Die eudgülrige Stellungnahme des CemrumS ist, wie zu erwarten, noch nicht erfolgt. Die AuS laffungen SckädlerS find zwar für eine positive Gestaltung bei Vorlage nicht günstig; allein auch er läßt „mit fich leben"; des Centrums Hebung auf dem Wege des Verständigens ist ja eine parlamentarisch anerkannte.
Eine« ausführliche» Bericht über die Berhaud- lunge» finde» nnfere Leser an gewohnter Stelle.
Umschau.
Drohbriefe.
Die „Tägl. Rundschau" schreibt: Bor uns liegt daS Original eines Drohbriefes, der vor einiger Zeit an einen der Führer des OstmarkenvereinS gelangt ist. Es ist vielleicht nicht niangebracht, ihn einem größeren Publikum zu unterbreite». Der Brief lautet:
Johimk«, Johimke hüt« D''ch, Far gen wir Dich, so hangen wir Dich!
Angestachelt durch Ihre teuflischen Pläne und Ränke g«a«n bie Polen rühren wir uns auch im Auslände, um Rache zu nehmen für die bedrück»» Polen. Glauben Sie ja nicht, daß Ihre Hirng«spinst«r in Erfüllung geben werden! Weder Sie noch Ihre Nachkommen werden das erleben, sollten Sie Ihre verkehrten und verruchten Anschauungen nicht ändern. Fort müht Ihr, die Stunde wird bald ablaufen; Ihr selbst habt Euch die Grub« gegraben durch Eure der Satans würdige Hetzereien Nicht einfach in die Luft fliegen, vielmehr m t Ruthenh'eben durckgekeilt und dann als Kauallieu mst Euren Spießgenoffen zerfleischt müßt Ihr werden. — Euer Vermögen wollen wtt nicht; bringt «s deßhalb an ficheru Ort. — Macht Eure Rechnung —
Wöchentliche Beilagen: ÄrciSblati für die Kreise Marburg und Kirchhain.
•KM**.. Ä«e ** Zllvstrirles Sonntagsbkatt.
] Der erste Tag der Flottenberathung.
* Der Reichstag ist nunmehr an die Erledigung seiner wichtigste Anfgabe herangetreten. Der Haupt-
4 steil der Generaldebatte über bie Flotten Vorlage hat I ßch allerdings im Beginn der Etatsberathung bereits stgespielt nnd die eigentlich entscheidende» Ber- j Handlungen werden in der Budgetkommisfio» während j der nächste» Wochen stattfinden, aber man dürfte gespannt fein, zu hören, wie »ach dem Bekannt- iverden des Wortlautes der Vorlage und mit Rücksicht fltf bie starke Bewegung bei öffentlichen Meinung, die in steigendem Maße zum Bewußtsein bet politischen nb nattonalwirthschaftlichm Bedeutung bet Flotten- frage gelangt, die Parteien bc8 Reichstag» nunmehr ihre Stellung nehmen würden. I» erster Linie stüpfte fich baS Interesse an bie Erklärungen ber teutrumSpartei, bei bei wieder die Entscheüung liegt lstd mit umso größerer Spannung sah man diese» Erklärungen entgegen, als ber Führer ber CrnttnmS
| Partei, Dr. Lieber, auf bem Sterb« lager liegt. Sein Kehle» konnte btm oppositionellen Flügel der Partei
i ft stärkerem Einfluß verhelfen und e8 scheint that sächlich auch diese Wirkung auSgeübt zu habe», da gerade Dr. Schädler mit bei Vertretung bes erkrankten Führers betraut wurde. Z- weitgehende Folger- «gen wird man aus dieser Vertretung fteilich nicht ziehen dürfen; zum Mindesten wird man abwarten muffen, wie der zweite Parteiredner, als welcher, wie es heißt, der Abg. Fritze» aus ersehe» ist, de» partikular isttsche» Führer des bayerischen CenttumS ergänze» wird. In bet Sache hat auch die Schädliche Rede das Centrurn auf eine ablehnende Haltung keineswegs festgelegt. Er hatte in dieser Beziehung offenbar eine fest vorgeschriebene Marschroute, und wenn er seine „Bedenken" in einer Form zur Geltung brachte, die sich mit den Ausdrücken wie „ Wasser patt ioten", „Kathebeimariuisten", „Lortragsoquartum", „Geschäft« pattioteu" zur Hellen Freude der Socialdemo- krate» schmückte, so kann man darin, wenn man fie »icht auf Rechnung des persönlichen Geschmack» de» Herrn Schädler setzen will, einen Tribut an gewisse «reise der CeuttumSwählerschaft erbl cke». Bon größerer Bedeutung ist der vo» dem Redner an die Spitze seiner AuSsühmngen gestellte Satz, daß auch die Ckutrnms Partei eine starke Kriege flotte will Wen» fie dabei daS Landheer als den Haupttaktor der LandeSvertheidigung bewahren und die wirthschaftliche Leistungsfähigkeit deS Landes in Rücksicht nehmen M, so wttd eS fich barum handeln, was bie TeutrumSpartei unter diesen selbstverständlichen Einschränkungen in concreto versteht, was es bedeutet, i Nenn der Abgeordnete Schädler erklärte, die Partei Herde dem Gesetze in der Form und dem Umfange, »ie eS vorliege, nicht ziistimmeu. Seine wetteren ileußerungeu ließe» »ur soviel erkenne», daß da» Centrum da» Hauptgewicht auf die Decku-gsfrage legt, die es ] h dem Sinne gelöst toiffen null, daß bie breiteren ßlvlksschichten nicht belastet werden.
Mglich aufcn an SBrtftejta G-W» asb 8tl«rtsg«n. Anz«tg«n nebmen mtgtgtn: bi« Expedition diese» BlntteS, bie Annoncen-
04 ^.»»rwiV-AbonuemeMS-Kr«t» fxt bn «sxpeoitt-n S Mk . W allen Kureeuix non Haasrnstein L Vogler, Frankfurt a. M., Caffel, Magd«- nr Oi
•/Ufa VT ÜLS Mk «rxki Vest-llgeldi. IaternsntzebLbr di« at> iita, Wien; Rudols Masse, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; OO. .JQuTL
ober beren in 'm* y» w Sonnabend 10 Februar 1900. r L Daube * 6o„ Frankfurt a M.. Berlin. Hannover. Paris re'
Nachdruck verbot«
Der Hochzettstag.
Kram von H. Palms Paysen.
(8ertf*mg.)
E» lag plötzlich etwas so Ruhiges und Zuversichtliches in ihrem bisher nnstälen Wese», daß ein fcbtr glaubte, fie müsse irgend welche frohe Botschaft «pfaugeu habe».
Gerda, ihre LieblingSschw-ster, schien dessen ganz 1 ich".zu sein: „Kehlst D» wieder," flüsterte fie ihr v» nächsten Tage beim Abschied z», „bann laß mich'S Kühzeitig wissen. Du wirst bann alles vorbereitet li-den für eine stillt glückliche Hochzeit, im Hause «he kleine, aber feine Hochzeitstafel unb in der Arche einen mit Grün und Blumen geschmückten lUar."
! * * *
Gisela hatte fich während ihres AnfeuthatteS in Fürsteurode brüfl eher Mitteilung ihre» Onkel» nicht M etfienen gehabt. Ein Zeichen, daß neuuenswerthe *tt gar wichtige Ereignisse von dort nicht zu be ruhten gewesen waren; denn mit Privatbriefc» hielt ßch der alte Herr nicht gern auf.
Schnell wte bei Reiseplan beschlossen, wat derselbe >hne jegliche Umstände ohne Anmeldung anSgeführt »ordeu.
Gisela fand demnach bei ihrer Ankunft in C. rirmand zu ihrem Empfang am Bahnhof vor. Ihr el daselbst sogleich eine äußerst rege Tätigkeit auf. * mußte ttgeud eine Festlichkeit bie Stadt in freudige rregnng versetze». Den» nicht nur auf dem Bahn- »fe, auch in de» Straßen und auf de» Plätzen
waren Arbeder.beschäftigt, öffentliche Gebäude und Häuser zu b« flaggen und mtt Kränze» und GuirlandeN reich zu schmücke».
Unter de» vielen Transparenten, die an den in bichten Reihen quer über bie Straße gespannte» «uirlande» hingen und ans farbigen Schilden mtt riefigen Buchstaben Gisela» erstaunt umherschanenden Augen ein „Willkommen znriefe», verriethen eS einige wer ber so festlich Geehrte war, den bie Stadt erfreute» Herzen» erwartete. An hochgeschwungene» Triumphbogen leuchtete in reichverschuö.kettet Schrift daS .Hoch btm geliebten Landesherr» l", das „Hoch dem teueren Fürsten!"
Diese ftohe Getriebe ber Menschen, bie grünen, bustige» Kiänzunge» unb bie Gisela überall entgegen- lenchtenben WellkommeuSgrüße übte» einen befreien!»«, wohlthuenben Eindruck auf ffe ans.
War schon kaheim bie bleierne Schwere ihre» ffe »iederbrückenbe« Geschicks, bie öde Hoffnungslosigkeit von ihr gewichen, so wehte sie hier wie ein ftischer Hauch ein FreiheitSgefühl an, Jene reine, schöne Da- ftinSfreube, bie ihr plötzlich alle bie verlorenen, freundlichen Gefährte» ihrer Jugend wieder zuführten: frische» freien Mmh, selbstfrohe Zuversicht unb beschwingte Lebenslust.
Mit diesen Empfindungen, bie auf ihr frisch angehauchtes Antlitz und auch in ihre Augen einen strahlenbeu Widerschein warfen, betrat sie daS Haus ihres OukelS.
„Du hier? — jetzt schon! Da» ist ja eine große Uebeiaschung, meine Sa!" rhf der R-uh sichtlich elfte»t, feiner Nichte mit anSgestreckten Händen i» seinem Zimmer entgegextretexb.
„Sie froh bin ich, daß ich Dir so willkommen bi» liebster Onkel," rief Gisela herzlich.
„Und die U suche diese» Sternschnuppeufall» ? — drohender Weltuntergang? — oder waS?"
„Ich hielt es zu Hause nicht mehr auS, — ich — ich sehnte wich nach Dir.
„Dem R'ppe» unb Wildiug geht es gut?"
„Vortrefflich. Sie werbe» nur nicht genügend bewegt. Nu», da» wird jetzt ander» werden. Meinst Du nicht auch meine 2a?"
Gisela nickte mit einem zerstreuten GefichtSanSdruck.
„A propos, eine TageSneuigkeit giebt eS nun doch. Dein junger Freund, der Leutnavnt Flemming, ist mit Beförderung versetzt und gleichzeittg zur Kriegsakademie kommandiert. Ei» sehr dankenSwerther Zufall. Er läßt sich Dir aufs Wärmste empfehle», zog voll Frohmnth i« die Weite. In seinem Atter, ba setzt man fich über solch einen kurzen LiebeSransch, über den eisten Liebeskummer ohne tiefgehende Folgen bald hinweg."
„Wie sehr mich diese Nachrichten ei freuen!" rief Gisela.
„Unsere Ritte haben wir nun zukünftig allein zu machen.
„DaS ist auch faff.-r so, Onkel. Bitte, nun wetter."
„Trotz gegenteiliger Versicherung, daß ich kein TageSrefferent unb keine Klatschbase bin, scheinst Du mich doch für etwa» bem Sehnliche» z« hatte». WaS möchtest Tn benn noch wissen?'
„Ob Fran von Heldhunsen etwas von sich höre» ließ."
„Die wftd sich hüten."
„Eine Klage gege» mich ist also nicht eingereicht worben?"
Der Rath locht sein laute», gute» Lachen.
„Ihr Verschwinden und Verstummen liefert Dft den deutlichsten Beweis, wie fie fich auch bezüglich de» bercgten Briefes fühlt. Alle» stimmt mtt ihre» Worten unb Thaten hier am Ort überein. Die Holdignrgen Deine» glühenden Verehrers spielten ihr neue Woff » in bie Hand. Ich bedauere lebhaft, in der Sache Flemming einen Fehler gemacht. Euch an bem belegten Nachmittag vor Ulrichs Hau» geführt zu haben. Der Baron hat Euch gesehen, und bie U-betthäteriu verfehlte nicht, daS schöne Reiterpaar in ba» Z witterlicht ber Verleumdung zu rücke».
„Hat Dir die» Ulrich erzähtt?"
„Ich habe eS erfragt, gleich damals »ach dem verunglückten VersöhnungSversuch. Seitdem habe ich nichts wieder von ihm gebört und gesehen. Als ich aber neulich einmal die Chauff.e herunterritt" — der Roth machte sich an einer hervorgeholte» Cigarre zu schaffe», während sich Gisela erhob und ihre» Fensterplatz etunahm — „da bemerkte ich," fuhr er fort, „daß eS auf Rosenlos sehr unruhig herging. Sämtliche sonst dicht verhängte Fei ster standen offen, und in den Zimmern hautienen die Scheuerdrachen mtt Besen und Stäuber» umher. Auch im Gatten wmde gearbeitet."
»Was hälft Du davon, Onkel? Geschieht da» alles auch um den Landesherr»?"
„Möglich, daß Hoheit ihn beehrt, obgleich die Herrichtung sämtlicher Gemächer des wettläufize» Hause» nicht benöthigt. Auf de» treffe ich mtt Ulrich wohl einmal zusammen." (Fortsetzung folgt.)