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35. Jahrg.

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

- *** - *** Jllustrirtes Sonntagsblatt. "*

Haasmstriu & Boglrr, Frankfurt a. M., Cassel, Mägde» Rudolf Moste, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; i * Co., Frankfurt a. M.. Berlin, Hannover, Pari» x.

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Mittwoch, 31. Januar 1900. ft»

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tbergleiteu; wenn er am Schlüsse aber sagt, daß der Rückzug Warrens ohne Vrrlust eines ManveS »der Pfundes sich vollzogen habe und daß die Haltung

Der Tensor hat über de» Verlust vom Spioukop nur folgende Schilderung aus dem Buren lager bei Moddcrspruit durchgelasien, sie beginnt am 24. Januar

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Lager von Frere wird vom 24. Januar, 7 Uhr morgens gemeldet: Die Buren hallen noch immer die Gipfel der umliegenden Hügel besetzt. A. Unsere

Gefechtslinie dehnt sich längs des Thales aus. beiden Seiten werde» Kanonenschüsse gewechselt, find vom Feiud nur 1000 Meter entfernt. Bure» bleiben nicht unthätig; sie werfe» schanzungen auf und erhalten noch immer Kanonen.

Auf Wir Die Ber. »ene

eine» geradezu komischen Eindruck.

Die Schlacht am SpionSkop.

front stehende Brigade Lyttclton beziehe, läßt es i di.se Angabe dahin berichtigen, »daß es doch die i Brigade des Generals Lytteltou war, die innerhalb \ zwei Stunden unter dem heftigsten Feuer den Spiön»- kop erstürmt bat." Woher kommt dem Kriegsamt : diese Kenntniß? Die Angabe steht in gradem Gegen- etz za der bekannt gegebenen Meldung Bullers, der ausdrücklich sagt, daß General Woodgate mit der Lancshtrebrigade die Bewegung gegen d n Spiovskop ausführte uud andcutet, daß der Sturm von Norden l)er erfolgte, während Lytteltou im Südosten stand. Es liegen also dem Kriegsamt offenbar wettere Be­richte vor, die es für die Veröffentlichung »och nickt reif hält, die aber tnrmuthlich dahin gehe», daß Buller auch die Brigade Lytteltou, de» letzten Einsatz, der ihm »och zur Verfügung stand, cm 24. in einem conc-ntrische« Vorgehen auf den Spionskop eingreifcn liefe, dafe er aber auch damit die Schlackt nicht zu retten vermochte. Am 25. morgens 5 Uhr wufele die Räumung der Spionskop schon eine vollendete Thatfache sei», denn um diese Zeit traf General Buller selbst auf dem linken Flügel im Hauptquartier Warren» ein, erkanute, daß ein neuer Angriff zweck­los wäre, uud gab den Befehl, auf das Südufer des Tugela zurückzugehen. Den einzige» Lichtpunkt, der sich für die Engländer in dieser tramiaen Lage bietet, hat General Buller mit besonderem Nachdruck hervor, gehoben: Der Rückzug über den Flufe vollzog sich ohne weitere Verluste. Das war ei» grofees Glück im Unglück, den» wäre der tückische Tugela die Uebersitzung des NaweuS bedeutet .Furcht", der oft infolge der gewaltige» afrikanischen Gewitterregen in einer Nacht nm 12 Meter steigt, am 25. und 26. Januar nicht passirbar gewesen und hätten die Buren nicht auch diesmal das Geheimniß des durchschlagenden Erfolges, die rackdiöckliche Offensive in der Ver­folgung, ungelSst gelassen, so wäre eS sicherlich um General Buller uud sein Heer geschehen gewesen. Buller sagt i» seinem Bericht, er habe einen neuen Angriff für .zwecklos" gehalten; aber selbst wen» er ihn für »othwendig befunden hätte, ist es mehr als zweifelhaft, ob er ihn mit seinen geschlagenen Truppe», die schon seit dem 18. Tag um Tag ohne greifbare» Erfolg heife gekämpft hatten, hätte unter­nehme» könne». Mau braucht nickt Feinseher und Gedankenleser zu sein, sm sich eine Vorstellung davon zu machen, in welcher Gimüchsstimmvng die britische» Truppen, bene» noch vor wenige» Tagen in einem stolzen Tagesbefehl verkündet worden war, ei» .Zurück" gebe eS nicht und britische Offiziere könnten nur de» einen Befehl .avanciren", den Rückzug über de» Tugela augetrete» habe» möge».

Die Zurückeroberung des Spioukop durch die Bure».

Der südafrikanische Krieg.

Der Rückzug Bullers.

Rach der Aufgabe des Spion-Kops durch die Mngländer war die weitere Nachricht des gäuzlichcu Mißlingens der Operation Bullers als sicher zu be­lichte». Sie ist jetzt bestätigt durch dessen gestern en uns mitgetheilte Melkung, dafe er seine ge- nnmteo Kräfte über den Tugelaflufe zurückgezogen habe.

Hiermit dürste das endliche Schicksal von Lady »ich, beffen Vorräthe nach dem einstigen Bericht <g jungen Churchill auch zur Neige gehen möchte», lenfall» so gut wie entschieden sein. Es gehört berhaupt ein gutes Stück britischer Selbstüberschätzung M, »och an einen baldigen glücklichen Ausgang es Krieges zu glauben. Doch wen das Schicksal einichten will, den pflegt es vorher wirre zu machen! Benn die .Times" und andere Börsenblätter in rster nie nach .mehr Truppen" schreien, so ist ieseS ja ein billiges Vergnügen; aber es fragt sich nr, woher nehme» ? Mit Geld kau» ja viel geleistet erde», aber eine militärische Ausbildung läßt ch nicht plötzlich erkaufe», sonder» fie mufe jahrelanger Geduld mühsam erarbeitet den; Mannschaften lasten sich in genügender An-

l und Güte nur erst schaffe», wenn man sich zu Einführung der allgemeinen Wehrpflicht entschliefet, der gerade das Hülfe rufende Cilydlatt wie dessen Kolleginnen würden wohl die letzte sei», die wünschen,

und lautet: .Der heutige fünfte Tag der Kämpfe erwies sich ereiguifereich; um vier Uhr morgens stürzten einige Burghers, welche auf dem höchsten Gipfel des Spionkop als Vorposten gestanden ins Lager und kündeten an, daß der Kop von de» Eng ländern erobert sei. Verstärkungen wurden herbet- gerufe», doch konnte eine 2b eile nichts geschehen, da der Berg in Nebel gehüllt war. Als es hell ge- wordm, begannen die mittlerweile verstärkte» Heidel­berg- uud Carolina-Abtheilung den Berg zu er­klimme». Derselbe hat drei steil vorsp- ingeude Sporen nach der Burenposttion zu. Diese hinauf avavcirten die Buren und ließen ihre Pferde unter der ersten Felsbank zurück. Die <SnHIänber versuchten fie mit deui Bajonett zurückMtreiben, doch sank ihre In­fanterie nieder wie unter einer Sichel. Das Feuer fuhr mit unverminderten Heftigkeit fort, und die Burenabtheiluvge» cvarcirten Schritt für Scheit, bis um zwei Uhr eine weifee Flagge in dir Höhe ging uud hundert fünfzig Engländer in de« ersten Schützengräben capitulirten. Sie wurde» als Ge­fangene ins Hm-p! quartier geschickt.

Einige Nachträge

Aus dem Capland.

General F r e n ch griff In der Nähe von Plestes Poort, 7 Meile» nördlich von Colesberg, die Bure» an, kehrte jedoch ins Lager zurück, ohne den Angriff fortzusetze», da er fand (!) daß der Feind stärker« Zuwachs erhalten hatte. Die Verluste der Eng­länder beschränken fich auf einige Verwundete.

Der TranSvaalgesandte Dr. Leyd» ist bei seiner Anwesenheit in Berlin verschiedentlich interviewt worden. Dr. L>ydS erklärte dabei u. A., das Burengewehr sei ein Mausergewehr neuesten Modells, und zwar ein Repetirgewehr mit je fünf Patrone». Defehalb sei es dem englische» Lee» Metford Gewehr weit überlege». Außer den Mauser« gewehreu hätten die Bure» Messen von Henrtz Martini Gewehre». Munition sei für Jahre reichlich vorhanden. Jeder Bure habe zwei Gewehre, ein Mauser- und ein Henry Martini-Gewehr. Seit dem November werden Artilleriegeschosse, neuerdings anch Mauserpatroneu im Lande selbst angefertigt. Auf dir Frage, wie lange der Krieg noch dauer» werde, erwiderte Dr. Leyds: .Meine Anficht ist, daß der Krieg sehr lauge dauern wird. Transvaal wird ficher nickt zuerst um Frieden nachsuchen."Wird eS aber de» Frieden aunehmeu, wenn er ihm geboten wird?" .Gewiß, wenn es ein Frieden in Ehre» ist. Ans einen Frieden ä tont prix kann und wird fich Trausväal nicht einlossen. W-r haben de» Frieden stets gewollt, wir sind die An gegriffenen. Ein Zurückgeheu zum Status quo ante bellum ist »nS unmöglich; aber ein Frieden in Ehren, gut!"

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Umschau.

Eine Gedenkfeier auf Deutsch-Samoa.

AuS Apia geht der ,Tgl. Rundsch." von Ende Dezember folgendes Schreibe» zu:

Am 18. b. M. hatte« wir eine würdige Ge­denkfeier für die vor elf Jahren in dem Gefecht bei Fagalit und Bailele gefallene» deutschen Marine- Offiziere unb Mannschaften. Gegen/>! 1 llhr marschirte ein Lanbungskoips S. M. S.Cormoran", mit ber Schiffskapelle a» der Spitze, gefolgt von >em Kommandanten, dem deutschen Konsul, den nicht zum LauduugskorpS gehörige» Offizieren nud Deck­offizieren, sowie einer Abordnung mit Kränzen uud Palme» durch die Stabt Mulinuu. Nachdem der

fordt l 3m Kriegsamt zu London herrscht offenbar »och völlige Unklarheit darüber, wie fich die Schlacht am 6«sck Jgxuar dieser Tag ist als der Hauplkampf- i tag festzuhalten abgewickelt hat, denn nachdem

1 das Amt erst festgestellt hatte, daß die Verlustliste Hielten vom 24. Januar (19 Offiziere und 191 Mann) ichäfl sich auf die bei Potgieters Drift als BeschäfttgungS- tätei ,

5 068 Md unbehagliche Schule der Disziplin begeben müßte». Hab ehe sich Großbritannien zu biesem . Entschluß ber Ermannung nicht durchgerungen hat, ' * wird auch alles Rufen nach mehr Soldaten nichts nütze», weil die Antwort daraus eine $» klägliche Leibt, da man vor erschöpften Vorräthe« steht.

2L. Das Telegramm Bullers läfet mit wahrhaft 1 stilistischer Kurst die ganze« Vorgänge des traurige« ( Rückzuges in möglichst schonender Umhüllung vor-

der Truppe de« Bure« vor der KriegStüchtigkeit der !n britischen Soldaten Respekt beigebracht habe, so heifet tiefes dm Optimismus doch wohl etwas zu weit itreibe« und macht bei dem grofee« Ernst der Lage

zu de« Ereigniffeu der letzte« Tage find noch zu mache«. Zunächst ist ei« Drahtbericht derDaily News" über ben Kemps um Spionkop zu er- wähnen. Derselbe besagt: Der Burenangriff würbe so heiß, daß Verstärkungen von bet Brigade LyttletovS aus Potgieter heravgezogen werben mufeten. Zwei Bataillone dieser Brigade, Cameroniaus und KingS Rcyal Ristes, erkiowmen von Westen vorrückend de» steilsten Punkt des SpionkopS unter heftigem Flanken- feuer des Feinde» und erlftten dabei starke Verluste. Danach würde also außer der Brigade Woobgate auch bie Brigabe Lyttleton» cn ben Kämpfen um Ken Spionskop beteiligt gewesen fein.

EineDalziel"-Drahtü»g ans Colenso meldet, britische Infanterie schritt viermal zum Angriff, aber stets vergebens, fie wurde durch da» Bureufeuer thatsächlich »iebergcmacht. Ob Lyttletous Brigade oder die Reiterbrigade Dundonalds ebenfalls über den Tugela zurückgchen konnte«, ist noch unbekannt.

General Buller telegraphirt vom 29. Januar: Im Kampf auf Spionkop am 24. Januar wurde« vo» den Offiziere« der fürste» Division uud der Kavolleriebrigade 22 gelüstet und 20 verwundet; 6 werden vermißt. Unter ben Verwundeten befinden fich General Woodgate, ein Oberst und zwei Majore. Der große Verlust an Offizieren läfet einen Schluß auf die Höhe der Gesammtverluste zu. Warum schweigt fich denn Buller »och immer über die- elben aus?

Auch nach dem Rückzüge über de« Tugela ist die Stellung der Engländer bedroht

Das Lager von Frere, vo» wo Buller am 11. Januar zum Entsätze auf- brach, halten die Buren dicht bedrängt. Aus dem

mpelt irwerl* kleidet

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Sang.

Nachdruck verboten

Der Hochzeitstag.

Roman von H. Palms Pahse», (Fortsetzung.)

P*». Dar Hausmädchen kam plötzlich auf allerlei Lid romantische Einbildungen, dachte a« de« schöne» lrQJ Leutnant mit dem da» Fräulein .liefe* und daß fie de» vielleicht nicht habe« solle «nb beswegen .auf Reise

geschickt" sei. Erst als der Roth zum zwefte« Male

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wb ein wenig unwirsch erklärte, fie möge gehen, er fei heute für niemanden zn spreche» und erst recht Sicht in Amtssachen, er sei auf Urlaub, das habe sie jedem, der da komme zu melde», verschwand ihr lengietiget Kopf, «m gleich darauf von neuem a« der Thür aufzutaucherr.

.Ein Fremder sei da,"was Feines," nicht der ilmtsdieuer, er wär, wie fie verstanden habe,gut Nennd mit dem Herr» Rath gewesen und käme v« Rußland und reiste in« paar Stunden nach dlaßland zurück."

Was war da zu thu«? Der Rath mußte gute Offene zum bösen Spiele mache». Er war tu dieser Staube in der Thal nicht z» BegrüßungSseene« auf­gelegt.

* *

Der Rath hatte das Zimmer verlaffe», und Sisela mußte fich «rat mit der Fortsetzung des Eesprächs bis z« seiner Rückkehr gedulde». Sie tote ja noch lange nicht genug gehört, gefragt und degriye».

Hocherregt stand sie em Fenster und scharrte in bei

tita hinan». G» wer ihr für de» Augenblick nicht

unlieb, allein zu sein und dadurch Zett zu gewinne», Über die ihr gemachte», fie mit Schreck und Abscheu eifnBenben Eröffnungen uachzubeuke».

Sie konnte fich ben Irrgänger, solcher Schlechtig­keiten, solcher Lügen unb Heucheleien, wie biefe ihr i» ber Person Astas in beten Thun nud Treibe» enthüllt worden waren, nicht gleich zurechtfinden, konnte die Beweggründe ihres erbärmlichen Handels nicht faffen, obwohl ihr darüber als schwache Möglichkeit eine Ahnung, die bet Wahrheit nahe kam, allmählich auf­ging. Wie war eS möglich, baß fie fich von biefer Frau mit beut glatte», kühle», rein konventionellen Wese« so vollstäobig hatte täuschen unb auf Abwege führen lassen?!

Sie kam fich in biefer Tragödie als das schwächste, wankelmütigste unb beschränkteste Geschöpf auf Gottes Erdboden vor. Ei« großer, gegen sich selbst gerichteter Zorn ließ ihr Blut aufwalle» und die Empörung, dafe diese Machthaberin, die nichts geachtet, ber nichts heilig gewesen, die mtt stechet Hand die höchsten Gütet des Mkuschenherzeu» angetastet, mit allen Listen kaltherzig ben Altar ihrer Liebe zerstört hatte, noch ungestraft ihre Wege toanbelte. Durfte biefe gezierte Heuchlerin auch nur einen Augenblick länger als nöthig ihre MaSke vor dem falsche» Antlitz be halte», nun, da man hinter derselde» ihr wahre» Gefickt erkannt, da man Mtttel gesunde», fie ihr zu entreißen ? I

Giselas Auge nahm leine» brenneude» Ausdruck an. Ihre Hand, die fie gegex ben Fensterrahmen gestützt, stampfte fich langsam zusammen, r» brauste ihr ta de« Ohre», eS wirbelte in ihrem Hdn. Ihre erhitzte Phantasie führte fie über die Straße fort ta Asta» Zimmer, ihr Ang ta Ang gegenüber.

Unbezwingliches Mißtraue» erfaßte fie, diesem Ausrufe ihres beleibigten Herze»» Folge zu leisten. Gleich jetzt, ohne Zöger». Sie war bie Ueberltstete, ins Netz Gelockte, Belogene unb Betrogene; entschlüste fie ihr, so kam fie für immer um die erlösende Genugthunng, ihr gegenüber zutreten und fie zu entlarven.

E» bedurfte bei Gisela» nur de» Auftauchen» eines solchen Gedankens, einer solchen Befürchtung, und ihr Begehren gestaltete fich sogleich zur That.

Sie flog aus dem Zimmer heraus, lief »ach dem Mädchen, bestagte es nach dem Besuche, unb al» fie hörte, ber Fremde sei mtt ihrem Onkel fortge- gange», derselbe habe den Bescheid zurückgelassen, er käme erst nach einige« Stunde« zurück, da war der Pla« gemacht und fein Halte« mehr. Sie hätte nicht Gisela sei» muffen, wen« fie auch nur eine» Moment geschwankt und die Ausführung ihrer Wünsche auf Stunde« htanusgeschobe« hätte.

Gisela befand fich auf dem Wege nach der An­stalt. Plötzlich war fie andere« Sinnes. Sie hatte sich in Gedanken mit dem am HochzeÜStage empfangenen Briefe beschäftigt, ta welchem ihr Irma Wort für Wort ihr Zwiegespräch mtt Asta über Ulrich mitge theilt. Es stieg plötzlich bet Wunsch in ihr auf, zu Irma zu eile« unb gemeinsam mit dieser vor Asto hinzutreten. Gedacht, gethan l Ihren Kurs ver ändernd, wandte fie schnell entschlossen dem Sstaße» qe»irr den Rücken bog ans eine breite, schattige Chaussee, welche in denjenigen Theil de» Waldes führte, in welchem die Oberförsterei lag.

Auf der breiten Waldstraße, die an ber Oben försterei vorbeisührte, kam ein eleganter, offener Wagen daher, eine Biktorta, mit einer Dame im

Fonds, die Jrrtbum war nicht möglich Astas Gestalt und Angeficht trug. Gisela beeilte fich in» HauS zu treten. Dieser Wagen, ber Ulrichs Wappen unb Namenszug zeigte, flog aber so schnell bähet «nb hielt, vom geübter Harb geführt, so plötzlich vor ber große« Eingangsthür bes Försterhauses still, baß Gisela ihre Freunbi« nur erst flüchtig begrüßt, hatte, alS Asta bereits gemeldet ward und gleich darauf zu beide« tas Zimmer trat, in ei« großes, braun getäfelte» Gemach mit Hellen Tüllgardiue«, durch die das Tageslicht hell und fteuudlich, aber nicht blendend hereinschien und in diesem Augenblicke auf zwei sehr erregte Franengefichter fiel.

Fran Irma konnte unmöglich binnen weniger Sekunden verstehe» und begreife», was Gisela ihr in zitternder Erregung zniies: .Erschrick nicht, wen« Du mich gleich sehr harte Worte spreche» hörst. Die erbärmliche Fra«, die gleich zu «ns iuS Zimmer treten wird, hat uns, Dich und mich, belogen und betrogen «nb soll eS hören, daß ich» weiß!"

So sprechend, schritt Gisela, fich über bie heiße Stirn streicheub, in die entfernteste Ecke des Zimmer» al» fürchte fie ein Nahekommen, eine Berührung mtt der Gehaßten.

Die» unvermuthete Zusammentreffen mit ihr brachte fie momentan in eine gewisse Lerwirrnng, aber ber Zorn n»b Schwerz Über be» Erlittene waren zu groß ta ihr, als daß fie fich nicht sogleich wieder zur Klarheit «nd Beherrschung zuiückznfinden

gewußt hätte.

(Wmttsetzmig folgt.)