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Actox Home» vorgestoße« war, verlautet immer »och uichiS. Die Bewegungen der britische» Kavallerie find aber von de» Bare» bemerkt worbe». Am 17. bereits hatte, wie bereits gemeldet, eine dorische Er» kundigxngSabthetluuz ein für fie unglückliches Gefecht mit de» Retter» DundonaldS westlich vo» Acton Home». Ja diesem Gefecht wurde der Feldcoruet Meotz au» Heilbronu im Oraujefreistaat verwundet, er wollte sich nicht ergebe» und wurde erschösse». Seitdem ist Kommandant Botha selbst am Sonuabrud »zur Feier de» 60. Geburtstags Jouberts" wie es in der Meldung heißt, mit einer größere» Abtheiluag gegen, die Drakensberge vorgegunge», -und hat nach kurze« Gefecht die feindliche Vorhut, also offenbar DundonaldS Cavallerie, umgangen. Weiteres Über diese interessante Bewegung hält der englische Censor offenbar nicht für gut, mitzuteilen; aber mau ist unwillkürlich ge­zeigt, den Ausgang dieses Gefechts mit dem gänz­lichen Ausbleiben der-Nachrichten über den Verbleib der britischen Cavallerie io ursächlichen Zusammenhang zu bringen.

Unter diesen Umständen ist eS begreiflich, wenn über Brüssel die Nachricht von dem endgtltigen Scheitern des englischen Vormarsche» kommt. Die Buren schreiben fich den vollständigen Sieg zu. Die Armee WarrenS habe derartige Ver­luste erlitten, daß fie bis auf Weiteres kampf­unfähig ist. Ganz zu trauen ist freilich dieser Nachricht nicht, da die Brüsseler Meldungen gewöhn­lich den Ereiguisien etwas vorancilen.

Im Lager MethueuS.

lieber die Stimmung im Lager Lord MethueuS berichtet der LondonerMoruiug-Leader", daß in einer Schlacht, auf welche sich Lord Methueu am meisten zu Gute ihat, die Garde-Brigade in Bezug auf ihre Befehle in solcher Coufufiou war, daß sie einen Hügel an Stelle eines anderen angriff, und dabei schwere Verluste erlitt. E'n Soldat vom Hochläuder-Regimeut schreibt über die Schlacht bei MagerSfoutein:Es besteht kein Zweifel darüber, daß ein wilder Geist der Meuterei unter den Leuten herrschte. Sie waren wild darüber, daß ihre Kameraden und ihr feiner alter General (Wauchope) niedergeschossen wurden wie die Thiere. Sie fühlten es und wußte» eS, daß der Commandant ihren alten General gezwungen hatte, etwas zu thun, was et selbst nicht gethan haben würde. Niemals vorher ist ein englischer General so sehr in Gefahr gewesen, von seinen eigenen Leuten er­schossen zu werden, und die Offiziere waren in der größten Angst, daß jeden Augenblick die Nachricht kommen würde, er sei erschossen. I» allen Regimentern hier sagt man:Noch ein oder zwei Methuens, und Südafrika ist für England für immer verloren."

Die Engländer und die Ambulanzen.

DieKöln. Bolksztg." entnimmt dem Berichte, welchen der Leiter der Buren-Amllulanz am Modder- flnffr, Dr. RamSbottom, an den Präsidenten Steijn über die Gefangennahme der Ambulanz durch die Engländer gesandt hat, einige Einzelheiten, welche das brutale Vorgehen der Engländer vollständig Be­tätigen. Nachdem da» ganze Ambulanz-Corps im Ganzen 35 Mann einschließlich der Netzte unter Verletzung der Bestimmungen der Genfer Kou- vevilon für Kriegsgefangene und daß Ambulanz- material als Kriegsbeute erklärt worden war, wurden die Gefangenen mit den Verwundeten in Viehwagen nach Grootriver gebracht und so» da in Wage» voll vo» ekelhaftem Ungeziefer nach De Aar. Weitet i» ungereinigten Viehwagen, in denen fie sich nicht rühren durften, nach Kapstadt. In Kapstadt kamen fie in» Mtlttärhospital. Hier hörte» die Leute von der Ambulanz, daß mau mti ihur» ein großes Ver­sehen begangen habe das Nufgehen dieser Erkennt- » hatte sehr lange gedauert und daß man sie schleunigst zurückseudeu werde. Vorher aoer mußte Dr. Ramsbottom und noch ein Arzt die eidliche Er­klärung abgeben, daß keiner ihrer Leute Waffe» tragen würde. Noch an dem gleichen Abend wurden fie wieder von Kapstadt mit der Bahn fortgeschafft, dies­mal unter beffeten Bedingungen. Am Modderflusse angekommen, verlangten fie natürlich auch ihr Am­bulanzmaterial, ihre Krankenwagen zurück. Diese wurden ihnen aber verweigert. Mit ihrem Bündel axf dem Rücke» zogen nun Aerzte und Pfleger wt-.der de» Burenstellungex zu, von wo sie mit Wagen nach Jacobsdal gebracht wurden.

Deutsches Reich.

* Berlin, 25. Januar.

Bei einer Ausfahrt der Kaiserin stürzte gestern Nachmtttag an der HedwigSkirche ein Pferd der Equipage. Die in der Nähe haltenden Droschken­kutscher eilten hilfsbereit mit Decken hinzu; eS glückte jedoch nicht, das Thier sofort auf die Beine zu be­kommen. Die Kaiserin trat, da ihr der Aufenthalt zu lange währte, den Rückweg nach dem Schlosse zu Fuß in Begleitung ihrer Hofdame an. Auf der Schloßbrücke bestieg fie daun eine inzwischen vom Schlosse herbeigeholte andere Equipage.

Dem Landtage ist ein Gesetzentwurf zuge- ganget, in welchem Geldmittel zu einer int allge­meinen Berkehrsinteresse und zur Erhöhung der mili­tärischen Leistungsfähigkeit uothweudig gewordenen Erweiterung deS SiaatSeisenbahn- netze» zur Förderung des Kleinbahnwesens und zur Betheiligung de» Staates an dem Bau einer Privateisenbahn verlangt werden. Die Staats- regiernng soll ermächtigt »erben, zu diesem Zwecke iuSgesammt 91660000 Mark zu verwenden.

Wie ein Berliner Blatt erfährt, ist dem bet der Delagoabai aufgebrachten deutschen Segelschiffe

»stellt,

Religion. Der Fürst war kein kirchlicher aber

ist auch seine Liebe zur Natur.

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nicht gerecht werden. Dafür war er aber als Riccaut be

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zu seinen Ungunsten entschieden wurden. Ec machte i

schrieb, durch den sich der Rechtsanwalt Auth, wetz

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bracht und vom Schöffengericht zu 2 Monaten 1

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fängntß verurtheilt. In der Berufungsinstanz i er an, daß er unschuldig sei; der Junge sei Thäter. Denselben wurde jedoch Seitens des Lehr wie auch von anderen Leuten, ein sehr günftii Zeugniß ausgestellt. Es blieb deshalb bei der

welche auf der sog. Hute bet Raboldshausen gepfla find, stehen und knickte fie um. In einem bene barten Garten lauerte aber ein 13 jähriger Iw

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gedichtet hat und auf das Wit jüngst unsere Li aufmerksam gemacht haben, ist jetzt im Druck

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die Gegenpartei vertreten hatte, beleidigt fühlte. $ brachte Kliugeltzöfer gestern eine Gefänguißstrafe l 14 Tagen ein. In fortgesetztem Termin h« sich zuletzt der 42 Jahre alte Handelsmann

ihre» Abschluß nahe sein und daß demnächst dem Land-k- »konomie Kollegium btt Ergebnisse btt Prüfung und zu­gleich positive Vorschläge unterbreitet werden würden.

Haus Wagner" vo» de» brittsche» Behörde» in Port Elisabeth anfgegebe» worden, die vo» ihnen als KliegSkonttebande bezeichnete» Gütet z» löschen. Das Schiff ist darauf weitergesegelt.

Bon dem Plane einer Reform der Perfonentarife weiß eine Korrespondenz folgender zu berichten:

Alle bisher bestehenden außerordentlichen Ver­günstigungen, wie z B. die verlängerte Siltigkeits- dauer der Rückfahrtkarten während der Sommer­zeit u. s. w. solle» in der nächsten Zeit aufge­hoben werden. Weiter soll die Ausgabe von SonntagSfahrkarten zu ermäßigten Preisen, die namentlich im Sommer vom Publikum stark be­nutzt wurden, sehr erheblich eingeschränkt werden. Die geplante Tarif-Reform soll dahtn gehen, die Personen-Tarife um etwa Vs 8 ermäßigen, dafür aber die Rückfahrtkarten ganz zu beseitigen."

Wir geben diese Nachricht mit allem Vorbehalt. Professor Dr. Max von Pettenkofer in München ist zum stimmberechtigten Ritter des Ordens pour le m^rite für Wissenschaften und Sänfte ernannt worden.

schienen und wird von der N. G. Elwert'scheu B lagsbuchhaxdlung heraurgegeben.

+ Schwurgericht. I» Ermangelung von klagen fielen bekanntlich im vorigen Jahre Schwmgerichtsfeisionen au8. In diesem Jahre s es in dieser Beziehung mehr Albett geben zu so So ist auf den 19. Februar eine Schwurgeri Periode angesetzt, bei welchem, wie bis jetzt bet ist, gegen den Kaufmann Huy aus Hasan w des traurigen Vorfalls am Neujahrsmorgen, f gegen einen KausmannSlehrling verhandelt we soll, der unter dem Verdachte steht, den letzte» gr Brand in Gladenbach verursacht zu habe». Vorsitzender dieser Schwurgerichtsveriode wurde Landgerichtsrath von Linfingen bestimmt.

+ Strafkammer. Der Dienstknecht Hei Schönhnt auS Frielendorf, geboren 1877 in Li» scheid, machte am 20. October in der Wirths des erstgenannten Ortes einen etwas eigenatt Scherz. Er schüttete nämlich einem Bäckergese weil dieser nichts zum Besten geben wollte, ein Bier in den Nacken. Als fich der Geselle dies bat, schlug ihm Schönhnt auch noch das Glas den Kops, daß eine blutende Wunde entstand. Schöffengericht in Biedenkopf vrrurtheilte ihn deßh zu 3 Monaten Gefängniß, welche Strafe infolge d gelegter Berufung gestern um einen Monat »erring wurde. Der Färber Klingelhöfer aus Böhl fii mit einer Einwohnerin von dort zwei Prozesse,^

sich u n »ffflUHD dlbigte epittpt kF-ll

von Gottes Gnaden" in der Verfafiungsurkunde. Man glaubte damals, daß in diesen Wor-en ein unüberbrückbarer Gegensatz zum konstituionellcn KönigS- thum vorliege. Bismarck bestritt das; nicht die Monarchie sei ei» Feind der Freiheit, sondern die Parteien und zwar gerade diejenigen, die am meisten nach der Freihett schreien, darunter aber die Herr­schaft der Partei verstehen. Dieses Verlangen nach einer starken Monarchie ließ ihn auch mit Recht die Frankfurter Reichsverfassung verwerfen, weil fie die bisher freie Krone der Könige von Preußen in eine unfreie verwandelt hatte. Er verwarf ebenso den Reichsvorstand der deutsche» Union, weil er auch darin eine Verleugnung bet preußischen Monarchie sah. DaS Auftreten Bismarcks in dem Erfurter Parlament schilderte der Voittagende nunmehr durch verschiedene Auszüge aus den betreffende» Rede», er zeigte ferner, wie Bismarck aus dem anfängliche» Freunde ein Gegner Oesterreichs wurde und wie er erkannte, daß die Lösung der deutschen Frage nur möglich war durch eine durch Blut und Eisen voll­zogene Trennung von Oesterreich. 3m Kampf um die Waffe, die diesem Zwecke dienen sollte, hat fich Bismarck dem König als Minister augebote». Damals entstand jenes Bündniß für das Leben und es ent wickelte fich jener Einklang zwischen König und

zeitige Billet-Entnahme fei empfohlen.

g. Theater. Lesstug'S klassisches Lufts

Parlamentarisches.

Reichstag.

Der Reichstag erledigt« am Mittwoch zuerst einig« Spezialetat» ohne wesentlich« Debatte, darunter den des Reichsschatzamt», bei brat Freiherr v. Thiel- mattn di« Prüfung einiger Beschwerden de» agrarischen Abg. Luck« über vrxatorische Ausführung des Brannt- weinsteuergesches im Vernehmen mit den Bundesregierungen zusagt«. Alsdann setzte das Haus die vor Weihnachten be­gonnene Berathung der freisinnig-sozialdemokratischen An­träge auf Vorlegung eines Reichs-Berggesetze» fort. Die Sozialdemokraten concenrrirten ihre Angriffe vornehmlich auf die Mansfelder Gewerkschaft und ließen sich dabei da» Bekenntniß entschlüpfen, daß sie nach diesem ihnen bisher verschloffen«n Terrain ihreGroschen' schicken. DaS beleuchtete von vornherein den politischen Hinte-gründ dieses Wetterns gegen di« Verwaltung wegen der besonders harten Bedingungen, unter denen der Mansfelder Berg­mann das Erz gewinnt, Bedingungen di« man beklagen kann, die fich aber nicht ändern lasten, wenn der Bergbau nicht au'flfßebm werden soll, von dem die Bevölkerung lebt; di« darum willig durch die lange R-ihr von Jahrhunderten getragen worden find, auf die btr Mansfelder Bergbau mit Ehren zurücksieht. Als Vertreter des dortigen Kreises trat den Sozialdemokraten der Abg. Arendt entgegen, der auf die Thatsache hinwicS, daß die Mansfelder Gewe:k- schaft in schwierigen Zeiten den Bergbau für die Arbeiter- bevölkerung über Wasser gehalten hat. Der Abg. Thiele, der von der Bestechlichkeit der Steiger und ar-bentSchänd- lichkeiten ohne Gleichen' gesprochen hatte, wurde vom Abg. Arendt mit der Frage nach bestimmten Thetsachen in die Enge getrieben. E» Mi b nur Klatsch und vereinzelt«, nicht rrwiestn« Vorkommnisse übrig, dir der sozialdemokratisch« Redner zu einer vollständigen Korruption aufgebauscht hatte. Ein Seitenstück dazu bot der Abg. Sachse, d-m vom Abg. Hilbck nachgewiesen wurde, daß er ein ge­richtliches Erkenntniß falsch citirt hatte. Der sozialdemo­kratische Vorstoß war verfehlt, und was insbksonder« di« Verhältnisse im I.ansfeldschen aulangt, so wird eS hoffent­lich trotz der sozialdemokratischenGroich n' dabei bleiben, daß die dortigen Bergleute, wie der Abg. Arendt versicherte, ihren Stolz darein setzen, daß in ihren Dörfern kein Sozial­demokrat eine Wahlstimme erhältt Der Antrag auf ein Re chs- berggesetz wurde von der Linken und dem Centrum ange­nommen. Bezüglich der Nationalliberalen hatte der Abg.

dem Hinweise auf dm Wahlspruch BismaiF Patriae inserviendo consumor schloß r Redner seinen Vortrag, dem die überaus zahlrF Zubörerkchaar mit der gespanntesten Aufmerksam gefolgt war. Lebhafter Beifall dankte Herrn Prost Oack.u.

die Errichtung des neue» deutsche» Reichs ben Ausbau dieses Reichs zu einem Wehr- Kulturstaat. Der Redner schilderte »unmehr, t auf seine persönliche» Erinnerungen Übergehend, Bescheidenheit und Schlichtheit, mit der Bismarck j von feinen Thaie» geredet hat, ein Punkt, wo

Hilbck nochmals auf di« Einschränkung n hingewiesen die ihre Zustimmung zu dem Anträge geknüpft ist.

Ausland.

England. Der frühere Führer der englischen Liberale», Lord Rosebery hat in Chatham eine Rede gehalten, worin er im Hinblick auf die schweren Un­fälle im südafrikanischen Kriege für England eine völlige Wiedergeburt im Handels-, Erziehungs- und Kriegswesen auf wifienschaftlichet und methodischer Grundlage forderte. In sehr beachienswerther Weise wies der rhemalige Premtermtatster hierbei auf daS Beispiel Deutschlands hin und bemerkte, das Eine könne sicherlich gesagt werde», daß Deutschland un- endlich wissenschaftlicher und unverdrossen strebsamer fti als England, das, falls es seine Stellung be­haupten wolle, weit wissenschaftlicher werden müsse.

einige recht gute Momente. Eine prächtige Leist, > bescpü bot wieder Fil. Massen. Die Art und Weise, l zende» sie schalkhaft und natürlich die Franziska gab, ko»

Marliniere besser. Mit dem Werner des Ha »sitzende Wilhelmi konnte man im allgemeinen zufriej»ttenver sein, wenn ihm auch hie und da die nöthige Sich rechend, beit fehlte. Fil. Eyben hatte in der Titeln eines T<

Minna von Barnhelm" besitzt soviel Lebe, He» Zu traft, daß selbst eine weniger gute Ausführung Mpark den Erfolg nicht rauben kann. Freilich bett; deut! gerade bei ihm mangelnde Vertiefung in den @ Mant 9i der Rollen, jeder Fehler in der Auffassung dop, KB P peinlich und lei »et müssen wir gestehen, daß geft <mchen dieser peinlichen Momente gar viele waren. Da i bischer vor allem Herr Beck, der weit mehr aus sei» > Red Major Tellheim hätte machen können, und auch H jhe fc Paulsen konnte der p-ächtigeu Figur des I jedenstei

für so manches weniger Erfreuliche des Abends t forderns schädigen. Das vollbesetzte Hans spendete retchlii -sammel Beifall. z znm

*Der Reichstag von Spkytr 1529", i »f ber 2

Volksschauspiel, daS Frl. Marie Luise Hesse-Marbi aus

Aus Marburg und Umgegend. Marburg, 25 Januar.

* Herr Geheimrath Professor Dr. Onckea hielt gestern Abend im Kaufmännischen Verein einen Vortrag über das Thema: Charakteristik des Fürsten Bismarck. ES war vorauszusehen, daß der BoitlagS- abeub starken Besuch finden würde, einmal des Themas, bann aber auch bc8 Vortragenden wegen. Herr Geheimraih Oncke« ist als ein vorzüglicher Reimer bekannt unb auch gestern wußte er seine zahlreiche Zuhörerschaar in außerordentlich fesselnder Weise in das Thema einznführen. An der Hand einer großen Anzahl von Citaten aus Bismarck'schen Reden sowie ber Wiedergabe persönlicher Erlebnisse entwarf er ein klares, charakteristisches Bild des eisernen Kanzlers in all seiner staatsmännischen Genialität unb seiner Schlichtheit als Mensch. Zugleich aber gewährte er auch einen knappen historischen Uiberblid übet die Entwickelung der Bismarck'schen Zeit, die zum Derständniß der Persönlichkeit des Fürste» unerläßlich ist. Namentlich jene Zeiten, in denen der Name Bismarck geradezu ei« politisches Schimpfwort war, muß man sich vor Augen halten, um die Größe Bismarck's zu erkennen. Wir fragen u»S heute, wenn wir die Reden Bismarck's aus jener Zeit lesen: Wie war es möglich, daß man ihn damals so verkennen konnte? Und die Nachwelt ist ihm Senugihnung dafür schuldig, daß er damals schon über die Mitwelt hinaus das Richtige erkannt hat. Jede politische Charakteristik Bismarck's muß mit dem jungen Bismarck beginnen. Was muß das für ein bezaubernder Mensch gewesen fein I Auf ber Schule nannten ihn feine Kameraden Ajox den Telamonier, als Student hieß er Achill, der Untier- wundliche, unb wir möchte» ihn als den heiligen Georg ber Monarchie betrachte», der den Kampf gegen den Lindwurm der Anarchie geführt hat. Ein Kavalier von den feinsten Umgangsformen, dabei doch ein Landjunker in all feiner Urwüchsigkeit, ein Hüne von Gestalt, furchtlos, ein Gesellschafter, sprudelnd von Liebenswürdigkeit unb Witz, wenn er wollte, das war Bismarck als Mensch. AlS Parla­mentarier ein Streittebuer von einer Schlagfertigkeit, wie sie etwa Marti» Luther besessen, an ben Bismarck in vieler Beziehung erinnert. Eine Streitrede war auch bie erste Rede, mit ber Bismarck im bereinigtes Landtag aufgetreten ist. fie war aber auch eine historisch - politische That, den» in ihr hat er bie liberale Parteilegende, daß e8 sich 1813 mehr um politische als um nationale Freiheit gehandelt habe, zerstört unb verhindert, daß diese Parteilegende als Thatsache in die historische Literatur eindrang. Freilich war sei» Ruf bet den Liberalen durch diese Rede unheilbar verdorben; Bismarck hat sich aber auch keine Mühe gegeben, diesen zu bessern. In seiner zweite» Rede trat er abermals ben Liberalen entgegen, inbem er darauf hinwies, daß das Erb- königthum der Hohenzollern etwa» ganz anderes sei als das Schattenkönigthum in England und das Wahlkönigthum in Belgien. Diese beiden Reden lassen erkennen, daß der Genius Bismarcks ein historischer und politischer war, und das unterschied Bismarck von allen seinen Zeit­genossen. Der Kemgedanke für Bismarcks politisches Wirke» im Jahre 1849 war überhaupt ber, daß

* Letzte Dresdener Vorstellung. Ma» schr chartsta urS: Morgen veradschirbm sich bie Dresdner 8 ast- und tu dem entzückenden LustspielFrau ohne i Nacht ES haben an diesem Abend die 4 Gäste noch» Gelegenheit sich i» 4 Glanzrolle» zu zeige». Fi U

hinter einer Hecke und beobachtete den Borgs

Durch bie Erzählung des letzteren kam auch pst.: Thater heraus. Solbschmibt »uroe zur Anzeige

Staatskunst des Fürsten zusammentrifft mit ft Jj Urth Religio». Der Fürst war kein kirchlicher ober Tag j ttefreligiöser Mann. Bekannt ist, baß er das Gr s buch btr Mennoniten stets mit fich führte, we» nenn b.kannt, baß ec mit den Worten gestorben ist:h »erb ich glaube; hilf dem Unglaube», laß mich eing, |(^e de in Dein himmlisches Reich st Für ihn charakteris r-i jt

schmidt aus Raboldshausen zu verantwortku. I ' uaunter hat einen leicht erregbaren Character, ihn schon früher mit den Strafgesetze» in Cors nm gebracht hat. Am 5. Juli v. I. kehrte Golbschv * *7/ in ärgerlicher Stimmung von einem Nachbardt? *reui zurück. Schimpfend blieb er an einigen Obstbäumch ---

kannte» Strafe.

+ Schöffengericht. Bor einiger Zeit erre f1 ein in der Untergafie Hierselbst wohnender jun 6 nnb ! Mann durch Lärmen und Schreien einen Mensch Ae auflaxf. Als ein Schutzmann einschritt, widerst

eine starke Monarchie uothweudig sei, so widerspricht zu seinen llngunste» entschieden wurde». Ec machte - er auch dem Anträge auf Streichung btr Worte stimm Slerger dadurch Luft, daß er einen D

frischte er immer wieder seine Lebensgeister auf, » ' ffch er müde von den parlamentarische» Kämpfen »&ertrl Hier war auch ber Quell ber Bildersprache, bie » , seine» Rebe» einen so eigenthümlich.n Reiz gab. ®

Preußische- NdgeorVneterrhauS.

Im Abgeordnetenhaus« fand am Mittwoch bei dem Titel Gehalt b«6 Ministers dir übliche allgemeine Erörterung der Lag« der Landwirthschäft und der Agrarpolitik statt. Man beschränkte sich aber nicht auf diese allgemeinen Fragen, sondern zog such so ziemlich alle auf di-sem Gebiete liegenden Einzelmaßregeln zur Verhandlung. Was die Lag« der Landwirthschaft an- belangt, so waren di« konservativen Redner v. Mendel und ti. Wang«nh«im, die Centrumkmänner Schmitz und v E y n a t t e n, sowie der Nationallibrrale von Sauden darin einig, daß, wenn auch in einzelnen Gegenden und in einzelnen Zweigen des landwirthschaft lichen Betriebes ein« Befferung eingetreten sei, doch die W rkungen dieser Brrbefferung mehr als aufgehoben würden durch da» stetige Steigen der Produktionskosten, insbesondere der Kohlen, der Produktionsmittel, der Arbeitslöhne, sowie durch den zunehmenden Mangel an Arbeitskräften Allein der Vertrete- der fieistunigen Volkspartei Dr Hirsch wollte di» ein getretene Befferung rlr eine dauende und als den Beginn eines neuen Aufschwunges für die Landwirthschaft erkennen. Er allein widersprach auch mit Entschiedenheit einer Verstärkung des Zollschutzes für landwirthschaftliche Produkte nach Ablauf der Haudelsverti äge. Alle anderen Redner hielten dagegen einen wirksameren Schutz der Land­wirthschaft vor der Konkurrenz des Auslandes für uner­läßlich, und namentlich Freiherr v. Wangenheim wies auf die ausschlaggebende Bedeutung des Getreidebaues für die gesammte deutsch« Landwirthschaft einschließlich der landwisthschaftlichen Arbeiter und d-mzufolge für di« ge­sammte Nationalwirthschaft mit Nachdruck hin.

Alle Redner erkannten zwar an, daß in dem land- wirthschaftlichen Etat mehr Mittel als bisher zur Förderung der Landwirthschaft eingestellt seien, erklärten aüe- höhere Aufwendungen des Staate» zu diesem Zwecke für erforder­lich, wobei di« konservativen und CentrumS - Redner vor allem höhere Mittel zur direkten Förderung der landwirth- schaftlichen Produktion, insbesondere der Viehzucht, bie Redner der liberalen Fraktionen vornehmlich die Aufwendung größerer Mittel für den landwirthschastlichen Unterricht verlangten. Der Minister für Landwirthschaft wieS darauf hin, daß in den letzten Jahren nicht weniger als über 13 Millionen Mark zur Förderung der Landwirthschaft in seinen Etat eingestellt seien. Er stellte dabei den Santi- wirthschaftskawmern das ehrende Zeugniß des Fleißes und d.r objektiven Sachbehandluog aus.

Mehrfach wurde di« Unzulänglichkett ter gegen Seuchen- gefahr angeordneten Abwehrmaßrrgelu hervo g-hoden nnb bie Bildung großer Absperrungsbezirk« empfohlen. Ebenso verlangten mehrere Redner, daß bei der Frage der Unter­suchung des Fleische» die ausländische Maare nicht bester behandelt werde als da» inländische Produkt. In Bezug auf den Mangel an ländlichen Arbeitskräften verlangten die konservativen Redner mit Rücksicht auf die Zunahme des KontraklbrucheS Bestrafung destelben für Arbeiter, Arbeitgeber und solche, welche zum Kontraktbruche verleiten, während Dr. Hirsch von solchen Maßregeln nicht» wiffen wollte, vielmehr in ber Befriedigung des in den ländlichen Arbeitern lebenden Freihettsdranges das Allheilmittel gegen den Mangel an ländlichen Arbeitern erblickte. Der M t - ntster für Landwirthschaft erklärte, daß die an;,... e;«

Vorberathungeu über die in ber vorigen Session betreff» \ Ministtt, ber fit unbesiegbar machte. S» habe» de» Arbeitermangel» vo» dem Haus« gefaßten Beschlüsse! fie bie beide» gewaltigen Aufgabe» gelöst,