Marburg
35. Jahrg
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rbreite», die jedoch von amtlicher Seite bereits auf $ * ■ B richtige Maß zurückgeführt werden:
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«ngdgtn uchmm entgegen: die Expedition dieses Blattes, die Annoncm- krreaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Magde
schen Regierung avgesucht worden sei, wird in St. Petersburg erklärt, daß ei» russische» Schiff bisher überhaupt nicht von de» Engländern beschlagnahmt worden ist.
Zur Beschlagnahmt der „BundeSrat h"
Aus Durban wird vom 11. Januar Nachmittags den „Central News" gemeldet, daß bet der Prüfung der Ladung deS „Bundesraih" eine Anzahl Gewehre entdeckt worden feien. Tie Durchsuchung sei noch »ich t vollendet, da mau dieselbe sehr gründlich oorzunehmen für nöthtg halte. — Daß sich auf dem deutsche« Dampfer „BundeSraih" Gewehre befinden, iß nichts NcueS; denn in dem offiziellen Lademanifest steht eine „Kiste Gewehre" verzeichnet. Es handelt stch jedoch keineswegs um eine Waffen- lieferung an eine der kriegführenden Parteien, sonder» um Jagdflinten. Es wird aber hohe Zeit, daß sich die Herren Engländer mit der Durchsuchung des Schiffes etwas beeilen.
geschlagen. Währer d dieser Operationen ging eine Abtheilung Fel:a:tillerie nach einer Ebene zunächst der Bohulivie die Rendsburg mit ColeSberg verbindet, vor und eröffnete ein stark-.» Feuer auf die Buren. Diese antwortete» prompt. Jh e Geschütze waren schwerer als die englischen und ihr Feuer so gut gezielt, daß die Engländer sich zurückziehen mußten.
Zeigt schoo der Schluß der Telegramme, daß sich die Engländer bei ihrem Vorstoß blutige Köpfe geholt haben, so geht die Erfolglosigkeit der Bewegung auS folgender Nachricht hervor: Ein amtliches Telegramm von Lord Roberts auS Kapstadt an den Kriegsminister bestäeigt die Central News- Meldung von einem Vorstoß des Generals French, fügt jedoch hinzu, daß es ihm bisher keineswegs gelange» fit, die feindliche Position zu umgehen.
Daß die Buren stch im übrigens recht sicher fühlen, beweist folgende Meldung aus Sterlstrom. 300 Buren rückten gegen das Lager der Kolonialtruppeo bei Birdriver vor. Die Buren brachten Erntemaschinen m t und erntete» innerhalb 2 Meilen vom Lager die Feldfeüchte. Die Truppen im Lager wäre» zu schwach, um einzugreifen.
Das englische Kriegsschiff „Penelope" in Kapstadt, an dessen Bord gefangene Bure» und auch der Führer des deutsche» Corps, Oberst Schiel, interniert find, ist durch Feuer nahezu zerstört worden. Dadurch, daß die Pulvermagazine mit Wasser überschwemmt wurde», wurde das Schiff vor vollständiger Zerstörung bewahrt. lieber die Rettung der Gefangenen enthält das Wolff'fche Telegramm aus London keine Mitthetluuge».
Eine Aeußeruug des Dr. LeydS.
Dr. LeydS erklärte einem Mitarbeiter des „Gaulois" bezüglich deS Angriffes der Buren auf Caesars Camp, um Ladysmith mit Gewalt zu nehme», er glaube nicht recht daran, bis ihm nicht nähere Nachrichten zugegange« seien. Ec halte einen mißlungenen Aus' fallsversuch der Engländer für wahrsch.inlich. Daß aber die Kapitulation von Ladysmith nahe bevorstehe und daß sie für die Buren ooith ilhast sei, vermöge er nicht recht zu glaube». Die Engläuder hätte» tu Ladysmith große Menge» Proviant aufgehäust, die de» Platz befähigte», mehrere Monate auSzuhalten. Wen» die Armee deS Generals White in die Häade der Buren fiele, wäre eS den Letzteren schwer, diese 10 000 Man» zu ernähren und zu hüten. Ein großer Theil der Buren müsse zu diesem Zwecke aus der Front gezogen werde». Schließlich meinte Dr. L ydS, er sehe nur bann einen Ausweg, wenn die englischen Gefangenen in den Gruben beschäftigt würden.
Kein russischer Schiff beschlagnahmt.
Gegenüber der Meldung, daß ein russische» Schiff von einem englischen Kriegsschiff aufgebracht und daß von dem russischen Lloyd die Intervention der russt-
Erscheint tügllch außer an Werktage» nach kann- mb Feiertagen.
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dr» „Mainzer Neuesten Nachrichten", wegen Abdruck» de» beleidigenden Artikels verurthetlt.
— Bice - Admiral v. Senden-Bibrau ist nach London gereist. Daraus schloffen einige Blätter ofort auf eine w t ch t i g e M i s s i o n. ES handelt sich aber bei der Reise nur um eine Privatsacht. Lick'Admiral v. Senden Bibrau ist wie alljährlich um diese Zeit, zusammen mit dem Contreadmiral Eisendecher nach England gereist, uw dort für den kaiserlichen Nachtklub daS Programm für die Regatten diese» Jahre», besonder» für die Regatta nach Helgoland, mit den maßgebende» englischen Persönlichkeiten festzustkllen.
— Gegenüber einer Behauptung deS Richterschrn Organs, daß Kriegslasten vorübergehender Ratnr seien, verdient auf Kapitel 43 Titel 10 deS Etat» der Allgemeine» Finanzverwaltung im preußischen Staatshaushaltsetat für 1900 hingewiefin zu werde». Dort befindet sich ein Posten von 67 500 Mark al& Beihilfe für Königsberg zur Verzinsung und Tilgung der Kriegsschuld. Die „vorübergehende" Natur der Kriegslasten wird hierdurch auf daS wirksamste beleuchtet.
— Der Abschluß der Samoa-Abmachung d. h. der thatsächliche Uebergang der Hauptinsel» de» Archipels au Deutschland dürfte stch nach Angaben vo» zuständiger Seite bis Mitte Februar vollziehen. Sobald der stch unerwartet hivzieheude Beschluß de» Senats in Washington erfolgt ist, wird die Sache vor den Reichstag gebracht werden und bann rasch bie Ratifikation erfolgen. Ursprünglich hatte man gehofft die Sache bis Ende Januar erledige» zu tonnen.
— Der mariuepolitische Bankerott der Sozialdemokratie ttitt handgreiflich zu Tage in einer Ablehnung der Genossen Schipp.l und Auer, in öffentlicher Volksversammlung über die Bedeutung der Flottenvorlage zu diskutiren. Wenn ste wirklich etwas Stichhaltiges Vordringen könnten, sie würden stch nicht einen Augenblick besinnen, ihr Licht vor der breitesten Oeffeutlichkeit leuchten zu lassen. Ihr kläglicher Rückzug aber zeigt, daß ste nicht den Muth haben, ihre» Veriath an den deutsche» Aibeiterinter« esse», den fie durch Bekämpfung der Flottenvermehrung begehen, öffentlich zu vertreten.
Aus Marburg und Uwgegeud.
Marbmrg, 16 Januar.
~ lieber die Thätigkeit M Verein» zur Hebung de» Fremdenverkehr» im velflosseuen Jahre erhallen wir folgende Mittheilurgen: Im Jahre 1899 waren die Anfragen über die WohnungSver- hältuiffe in Marburg wohl i« Folge der Seitens de» Vereins veröffentlichten vermehrten Inserate ganz besonders lebhafte und erreichten fast die doppelte Anzahl wie in früheren Jahren. Die stets unter
Deutsches Reich.
* Brtlitt, 16. Januar.
— Prinz Heinrich vo» Preuße» ist am Montag an Bord der „Preußen" von Singapore abgereist.
— DaS Abschiedsgesuch der kommandirenden Generals v. Mi kusch Buchberg wurde angenommen.
— Zur Beschlagnahme deutscher Dampfer. Die I n t r r p e l l a t t o n wegen Beschlagnahme deutscher Dampfer durch Engläuder wird in diese» Tagen, nachdem der Text festgestellt sein wird, offiziell im Reichstage eingebracht werden. Mit dem Auswärtige» Amte ist ueuerdings in dieser Angelegenheit verhandelt worden, dasselbe hat nur den Wunsch geäußert, daß »ach Beendigung der zweiten Berathung des Etats des Reichsamts deS Innern der Etat deS ReichS- justizamls zur zweiten Berathung gestellt werden soll. Staatssekretär Graf Bülow ttägt sich mit der Hoffnung, daß er bann im B-sitz der englischen Antwort auf bie beutsche« Vorstellungen sein könnte. Die Interpellation wird von den meisten Parteien im Reichstage unterstützt werden und den Namen deS Abg. Müller als Hauptträgers der Interpellation tragen. Vorläufig ist aber noch nicht bestimmt, wann die Interpellation zur Verhandlung gelangen soll, darüber wttd erst, wen» fie wirklich vorliegt, entschieden werden.
— Das Reichsgericht verwarf die von den Redakteuren Siefen, Köppen und Malle» gegen das Urtheil der Darmstädter Sttastammer vom 13. Oktober 1899 eingelegte Revision. Giesen von der „Frankfurter Zeitung" wurde wegen B e - leidigung der hessischen Regierung, Köppen vom „Mainzer Journal" und Mallen von
t-M das Blatt — zu spät, daß fie in der aa V saßen, machte» einen verzweifelte» Angriff auf ® g englische Stellung, wurden aber mühelos zurück-
Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai«.
3»h. tag. K>», Univ«swtt»»uchdwick«i in Mirvnrg. AÄltl/tü- vmmtwortlich für bie Redaktion: Redakteur Han» Hupfer in Marburg
Erpevittrn: Markt 81. - Telephon 56. (jHUpiUKP Reaktion- Markt 81. - Telephon 56.
Der Bormarsch der Engländer int sich nach den letzten Nachrichten ebenso sehr tn den linken wie gegen den rechten Flügel der re» za richten, indem General Wauen mit einem plich starken Corps ostwärts über Weene» borge t ist. Vielleicht hatte Bullers Bewegung auch de» Zweck, die Aufmerksamkeit der- Buren von w linke» Flügel abzulcuken. Jedenfalls scheint über Potgieter» Drift hinan» noch nicht vorge- »gen zu sein, während General Warreu seinen kg bislang frei gefunden und den Tugela über- [itten haben soll. I» diesem Falle werden ihn Buren wohl tn einer Stellung näher nach Laty th zu erwarte», den» bei ihrer umsichtige» Taktik i ihrem vortrefflichen Kundschafterdienste ist nicht unehmen, daß sie die Möglichkeit eine 8 englische» gehrmgsversuches nach Osten hin außer Acht gern haben sollten. Jedenfalls scheint ei» ent idender Zusammenstoß unmittelbar bevorzustehen > in England sieht man de» nächsten Nachrichten mit zstlicher Spannung entgegen. Große» Bertlauen auf en Erfolg Bullers scheint man dabei nicht zu besitzen, m bereits am Sonnabend Abend war in einigen itärischM Londoner Klubs baB Gerücht verbreitet, _____ j der General eine neue Niederlage erlitten habe, mfa Brüsseler Berichten soll Joubert am Tugela »— 000 Mann stehen haben, und wenn er es ver- st, seine Hauptmacht rechtzeitig an den am meisten
Vi Buren eingenommen und schnitt auf diese Weise ! Buren vollständig von ihre» Rückzugs- und WgSltnte» ab. Die britische Stellung ist nur 5 eilen von Norverlspont entfernt. Die Bure» werkten
im Centrum des Kriegsschauplatzes l General French einen Erfolg errungen haben, er den Central News ziemlich übertriebene Berichte
«ohten Punkt zu werfen, so dürste BullerS zweiter nchbruchs versuch nach Ladysmith allerdings ebenso ber| et scheitern wie der erste. Daß die Bure» dem inigui rßoß der Engländer bereits Gegenbewegungen ent- linnen gensetzen geht aus folgender Meldung deS Reuter'schen lischt neauS aus Ladysmith: Der Feind enthält sich hrzim t z»«i Tage» jeder Feindseligkeit, doch ist auf den fferuter gelegenen Hügeln eine lebhafte Bewegung r 19 ! Buren wahrzunehme». Wir werden ja sehen, r am geschicktesten manöverirt.
entge Der Centtal News behaupte, General French t soeben einen Vorstoß gemacht, der ihn in den 'stha Iden der Buren führt, deren RückzugSmSglichkeite» Kani gt sehr gering find. Oberst Porter habe eine P tellnng bei Slingersfontein fünf Meilen östlich vo»
Nachdruck verbot«
Der Hochzeitstag.
Roman vo» H. Palm» Paysen,
diese stüher ober später oder niemals zur
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(Fortsetzung.)
schwelgte gern iu Einbildungen, gleichviel,
. ihr bie gleiche Luft spendete, die er einathmete. Eine Lust, eine Wonne, hier bie Brust zu weite» 1 Run trat fie ins Vestibüle.
Es sah kaum anders au», als das anderer Land- iauua! nser, und ttotzdem fremdartig, auch schöner und (39 - so bekannt!
urmri 1190 in
f Schwelle des stolzen Herrenhauses freudig er- uud empfangen zu werden.
Was that es, daß ihr statt feiner die Hausdame enttat? Sie befand stch ja auf seinem Grund Bode», i» seinem Heim, in der Atmosphäre,
flptti irkltchkeit ausgestaltcten, und gab stch auch heute 0 Esttg der erträumten Herrlichkeit hi», hier als I. er ui« einzufahren, von einem geliebten Manne an hk -- - -
Es begann in ihrer Brust zu glühen und zu Ehen. Bilder auS de» Südens Kunstwerke, klasfisch Bzeschmückte Räume traten vor ihre Seele. So
Sine breite Halle mit pompejauisch rothen Wänden, oisch« ber breiten, lichten Doppeltreppe, von,Marmor- lllll ?kn herabschauend, die große» blendendweißen ®ftt» Apollos und Dianas. Schwarzgrünes Blätter» . hj des Lorbeers dahinter. Uud Blume» überall, inae» Blumen in Schale» und Vase». Hohe 9 ^tpflanzeugruppeu in ben Ecken, an dem einen
1 «r dort in mancher, auch in Marias Villa auS- N - so hier!
Fenster eine Pawlowine mit ihre» weichen, dunklen Rieseublättern. Und dort, ihr plötzlich stchtbar werdend durch die offenstehende Thür eine» kleinen Gemache» — Marias Bild. AuS breitem, dunklem Rahme» blickte» die ttaoiigen, müdeu, seelenvollen Augen dieser Frau zu ihr herüber — so sonderbar!
ES durchschauerte fie!
Der Anblick deS schmalen, von krankhafter Blässe angehauchten, stammen GefichteS glich einer Märtyrerin. Fromme Menschen aber waren ihr zuwieder — folglich auch Maria. Gab es ein Land, von dem auS der Verstorbene in seiner Verklärung auf der Menschen Thun niederblicken und deren Gedanken nud Gefühle erforschen konnte, dann wußte eS Maria jetzt, daß ihrer Pflegerin Kosen und Lieben damals, die zur Schau gettagene, zärtliche Freundschaft — Lüge ge- wesen. Sie wußte noch mehr — wußte alles!
Asta wandte stch mit Unbehagen schroff von dem Bilde ab und blickte den breiten, hellen Gang hinunter, der zur Rechte» die Breite des Hauses theilte und die hohen, hellgetönten Thüren der dort mündenden stillen, menschenleeren Zimmer zeigte.
Nirgend» Laute uud Leben. Selbst der Schritt unhörbar, denn da» feine Mattengeflecht unter den Füßen ließ diese geräuschlos darüber weggleiten.
lieb auch die Stimme der Hausdame klang leise und gedämpft.
So wars auch damals gewesen — alles grabe»» still, als Maria noch lebte, lebte und — litt.
Die Hausdame mochte gemerkt haben, daß stch „die Frenndin deS Herrn Baron»" für alle» hier im Haufe außerordentlich interessierte.
Sie öffnete im Vorbeigehen da» eine und andere Zimmer, ließ die Gnädige hineinschauen und gab
einige darauf bezügliche Erklärungen. So auch jetzt, indem fie im Flüsterton sagte:
„Dies hier da» Boudoir der jungen Baronin. Sie soll noch immer leidend sei» und nicht reife» dürfen."
Asta biß die Zähne zusammen.
Er verleugnete also feiine Ehe nicht — man durfte hier nicht vo» einem „Fräulein v. Beleudorf" reden!"
Der Gedanke bohrte stch wie ein Stachel in ihr Herz.
Mit gierigen Augen blickte ste stch in dem trän» licheu, aber verhangenen, von dem hindurchschimmernde» Sonnenlicht matt erhellten Raume um.
Kostbar und liebevoll war alles eingerichtet. Die Polstermöbel von goldgelbem Damast, Portieren uud Gardine» von schwerem Stoffe in gleicher Farbe gehalten. Auf Etagere und Schreibtisch kleiner werth voller Zierrat, dar eine und andere der Antike nachgebildet. Auf einer Säule in ganzer Figm mit geflügeltem Fuße und leicht erhobenem Arme ein HermenS aus Bronze. Uud vor dem Fenster ein Nelkenstock mit vertrockneten Blättern und Blüthen.
Ehe die Thür stch wieder schloß, erhaschte Astas Blick noch ein großes Oelbild an der Hauptwand, ein tr, ffend ähnliches Porttait deS Barons.
Ihr Herz kämpfte sich in namenlosem Neid zusammen. Sie haßte Gisela.
Wieder ertönte die flüsternde Stimme der Dame.
„Schade um die vielen schönen Zimmer, die nun garnicht benutzt werden können, Der Herr Baron ißt und trinkt in feinem Schreib- und Rauchzimmer und schläft im Fremdenzimmer, als wäre er fein eigener Gast, »he die junge Fra» Baronin nicht
einzieht, soll nichts berührt und bewohnt werde». Das kann ja noch lange währen. Der Herr Baron wird erst noch verreisen wollen. Die Koffer find hervorgeholt. — Darf ich bitten, hier eingntreten."
Damit öffnete die Dame da» kleine Empfangszimmer, in welchem Ulrich feine Freundin erwartete.
Asta hatte sich nun mit der Wirklichkeit abzufinden. Wie war doch alles so schal und farblos, sobald man mit dieser zu rechne» hatte.
Ulrich begrüßte Asta mit freundschaftlichem Händedruck. Nu» faße« fie fich gegenüber in dem feinen, duftigen, altdeutsch eingerichtetem Bemache, durch beffen Butzenscheiben bunte Lichter spielte».
Die Stunde wäre für Asta märchenhaft schön und voller Poefie gewesen, wen» es harmlose Dinge zu besprechen gegeben hätte, anders als die gebotenen. So zerstörte die starre, nackte Prosa jegliche Phantasterei und de» Zauber, ben baS malerische Licht über ben Raum ausgoß. An die Stelle der schimmernden Illusionen traten in ihrer ganzen, viederdrückende» Schwere die Realitäten. Sie sah de» Abgrund vor fich, an dessen Rande fie wandelte, und der Anblick jene» verdüsterten MäuuerangestchteS erinnerte daran, daß fie mit schwerer Last dahin schritt, mit den Bürden eine» bösen Gewissen».
Gab e» noch eine Umkehr?
Noch war nicht ganz da» Licht vom Wege gewichen. Noch sah fie in dem Labyrinth der Lüge einen kleinen hellen Spalt, dmch de» fie allenfall» hindurchschlüpfen konnte, um fich einen letzte» winzigen Rest von Ehre für fich selbst zu retten. Noch war es dazu nicht zu spät. Die verschlungene» Fäden konnten hente »och gelöst werden.
(Fortsetzung folgt.)