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Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für -le Kreise Marburg ««- Kirchhain.
WBerieg: J°h 8.». «och, Untv«rfität»-Buch»r»ck«N i» Marbur». Iwr'dttttfrtrtÄfifrtH Li-otworNich für di, Redaktion^ Redatteur Han» Hupfer b Marbur».
*UMbttton MarV 81. — Leleptzva 65, HHv \^VUU»Uy¥V*H,|» Redaktion: Markt 21. — TeUvhoa 66.
JK 292
Erichrtnt tiglid) au her an Werktag^' na ! Sona» und Feier'.agen. OuattatS-AbonnemeutS-Prer? bei der Expedition 2 Mt. bei all» Postämtern 2,25 Mk (rxkl Besiellgrld). JniertionLzebühr: die gr- >.i!r abfT deren Rnuil! ’O Wft st, S-. Pko
Warburg
Mittwoch 13 Dezember 18SS.
Anreigen nehmen entgegen; die Expedition diese» Blatte», die Annoncrn- Lureaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Caisel, Magde- iurg, Wien; Rudolf Masse, Frankfutt a. M„ Berlin, München, Köln; T. 2. Daube & Co., Fransiutt a. M.. Berlin. Hannover, Pari» re.
34. Jalirg.
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schlagen hat, weil ihm die bürgerlichen Parteien nicht
sozial" genug waren, daß Gust. Schmoller eine
Sozialdemokratischer Undank.
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e verlautete dir j'tzt wenig, man nahm au, sie, besonders im Osten, durch dm täglich an gewinnende» Ausstand der Holländer auf und Tritt behindert sei, und war daher ge-
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kstitut,
Berichte zufolge war schon der Manch »ach berg äußerst krmüdend. Es heißt: Sieben toben laug glitt und stolperte die kleine Truppe
weiter, daß diese Liebe nicht mit Gegenliebe beantwortet wird. Die Sozialdemokratie ist ipiöe; fie woltraitirt ihre Kurmacher fortgesetzt. Da» bringt aber eben echten Deutscher, der fich eine rechtschaffene Liebe in den Kopf gesetzt hat, nicht anS dem Gleichgewicht; er liebt ruhig weiter und läßt sich von der biü»len Geliebten mit phiygischer Mütze fortges.tzt anflegeln.
Zu den Hauptgönnern der Sozialdemokratie b der deutschen Professorenwelt gehö-en die Herren Adolf Wagner, HavS Delbrück und Schmoller; die beiden ersten hat mau eine Zett laug politisch al»
konservativ bezeichnet, der letztere ist als national- liberal zu registriren; die Sozialdemokratie all harmlos zu finden, gehört nun einmal zu ihrem professoralen Haditu» und si- laffcu es deßhalv a» zärtliche» Regungen für die Unterthanen Bebels und Liebknechts nicht fehle». Aber das kann die Zielbe- wußten nicht stören; die Herren Prof.fforen muffe« fich behandeln lassen, als ob fie Kraut- oder Schlot- junker wären. Alle drei haben e» fich nämlich beikommen lasse», in der Vermehrung der Flotte eine hervorragende nationale Aufgabe zu erblick»: Grund genug für die Gelehrte» des „Vorwärts" über die Herren im plattesten Most» und Haff.-lwann Stil herzufallen. So „charaktertfin" der „Vorwä ts" die Genannten folgendermaßen:
Da ist Herr Adolf Wagner, der in den Tage» des Sozialistengesetzes Arm in Arm mit dem Hofprediger Stöcker die Jude»- und Sozialistenjagd betrieb und daneben mit Bismarcks fiskalischem TabakSmonvpol als mit dem „Patrimonium der Enterbten" hanstrte. Da ist Herr Gustav Schmoller, der, als das Sozialistengesetz schon mitte» in seinem moralischen und politischen Bankrott war, ihm noch einmal aufhelfeu wollte durch bew menschenfreundlichen Vorschlag, die soztaldemo- krat!schen „Führer" iu die afrikanischen Fieberkolonie» zu verbannen. Da ist Herr HanS Delbrück, ein r der drei RcichStagSabgeordneten, die für Bismarcks Schnopsmonopol stimmten, daS dem deutschen Volke in einer sooar für die preußische» Junker unannehmbaren Weise die Haut über die Obren ziehen wollte. Noch sind nicht zehn Jahre vei floss-n, seitdem sich diese Herren in einem s» er'rem-reaktionären Treiben gefielen, und heute dürfen fie fich in dem Flottenrummel als die Führer der Nation aussp elen uns int Namen der „Wissenschaft" eine» kolossalen Beutezug auf die Taschen des Volkes segnen.
DaS ist der Dank vom Hause Oesterreich I Daß
alles zählt nicht. Wer eben nicht ganz mit der Sozialdemokratie geht, ist ein Reaktionär, ein Ausbeuter, ein Scherge des Kapitalismus. Ob fich je ein deutscher Professor finden wird, der diese einfache Thalsache begreift?
Niederlage verursachen in London große Nieder- geschlagenhett. Allgemein wird der Zwischenfall als höchst beklagenSwerth bezeichnet, weil befürchtet wird, daß die Rebellion in der Eapkolonie größere Verhältnisse annehmen werde. Der geplante Vormarsch auf Bloemfontein au» dem Süden hätte nicht gewagt werden solle», bevor die Bure» aus der Eapkolonie nicht vertriebe» worde» wäre.
Veröffentlichung Krügers.
Der Geneialkonjul von Transvaal, Justizrath Winterfeldt, bringt eine Proklamation KrügeiS zur Kenntniß der fich in Deutschland aufhaltenden Bürger der Südafrikanischen Republik; iu der alle außer Landes fich aufhaltendeu Bürger der südafrikanischen Republik aufgefordert werden, fich bei ihrem Kommandanten oder Feldkmnet zu melde», es sei denn, daß ihr Aufenthalt ar ß-r Landes von der Regierung ausdrücklich genehmigt ist.
die durch daS beständige Artilleriefeuer von den hm vermehrt wurde. Die englische Arttllerie durch einige D-ckang deS Rückzuges noch S Unglück verhütet zu habe». Dem Reuter-
vorwäits, bis mau iu eine Vertiefung kam, an deren ! Ende der Rooikop fich als dunkele Silhouette vom । Morgeuhimmel abhob. Gerade als die irische» ! Schützen mit Gatacre und seinem Stabe an der Spitze i in diese Thalsenkung eintraten, eröffnete plötzlich un- ' erwarteter Weise der Feind ein heftiges Feuer von । der rechten Seite her. Die Kolonne marschtrte noch 1 zu Vieren, aber Gatacre und feine Olficiere brachten : ie bald in Aktionslinie und bald war ein heißer Kampf im Gange. Die Artillerie ging links einen kleine» Hügel hinauf, während die irische» Schützen und Noithumberland Füstliere in Gefechtsordnung de» Hügel hinausstiege», der von de» Buren besetzt war. Sie gelangte» bis zur Spitze des Hügels hinauf, aber dort wurde» fie der Zielpunkt eines furchtbaren Gewehrfeuers, das fich von drei verschiedene» Richtung'» auf fie ergoß, und das sie zum Rückzüge zwang. Inzwischen begann der Artilleriekcmpf. Da sich die Stellung der Buren als uneinnehmbar erwies, erhielt die Infanterie Befehl, fich mit de» Maxim- kanone» »ach Molteno zurückzuziehe». Die Artillerie deckte immer noch den Rückzug, aber die Buren bewegte» ihre Kanonen auf dem Kamme des Hügel- rückens entlang und folgten de» unten auf der Straße fich vorwärts bewegende» englisch n Truppen Meile» weit und schickte» Geschoß auf Geschoß in daS Thal. Zuletzt gelangten die Buren auf einen Hügel, der von kurzer Entfernung aus die Straße beherrschte, und von diesem Hügel ans eröffneten fie eh Gewehrfeuer.
Die „erste Schlappe", die General Gatacre fich bei Stormberg zugezogen, hat über ihre militärische Bedeutung hinaus eine politische Tragweite, wie fie folgenschwerer kaum gedacht werde» tarnt. Wenn eS zunächst wahr ist, daß Gatacre fich durch im Lande angeftffene Führer hat irrefühten lassen, so zengt daS von einer Vertrauensseligkeit, die grade hier am wenigsten am Platze sein dürste und die bereit» schwer gebüßt wurde. Es ist ferner ein Beweis für die werbende Straft der Aufruhrbewegung der Holländer in diesen Gegenden und dafür, daß diese Aufständischen entschlosstn find, zu allen Mitteln zu greifen, um die englische Herrschaft abzuschütteln. Anderseits aber wird der Sieg bei Stormberg, bekräftigt durch eine Zahl von mehr als 600 Gefangenen — die Truppe Gatacre'S zählte 4000 Mann — den Eindruck von der Ueberlegenheit der durifchen Waffen bei den Ansiedlern am Eap noch vertiefen und die Schwankenden und Unzuverlässige» für die Sache der Buren gewinnen. Von diesem Gesichtspunkte aus betrachtet ist daher dieses Gefecht vielleicht das bedmtmige vollste, daS bisher in dem Feldzuge zu verzeichne» ist.
Die „Times" bemerkt in Folge dessen auch zu der Niederlage: Es würde kindisch sein, die ernste Natur dieser Niederlage zu unterschätzen. ES ist die Wiederholung des Mißgeschicks, das unsere Waffe» bei Nicholsonsnek befiel. ES enteignete sich im Herzen eines mißvergnügte» Landes, und ihre politische» Folgen dürsten bebhalb nur zu ernst werden. Ihre unmittelbare Wirkung auf die militärische Lage dürfte sich als unbequem, sogar Verlegenheiten be- i reitend erweisen. — Die Berichte Gatacres über seine
Etwas über Afrikaforschrr.
ac. Man wird fich erinnern, mit welch flammender Entrüstung die linksstehende Presse gegen die diverse» „Kolonialskavdale" loSwetterte. Nach ihrer Versicherung hätte man glauben können, solche Dinge kämen bei andere» Nationen nicht vor. Da ist el
Umschau.
Die Miquelhetze.
Die Erklä uug Miquel«, die wir unfern Leser» noch in der gestrigen Nummer mittheilen konnte», ist geeignet, daS kunstvolle Gewebe von $erbäd)tigu»gen, das die Anreißer mühsam zusammengeflochten baden, nm den m ßliebige» Ftnanzmtnister auf „kaltem Wege" zu beseitigen, zu zerreiße». Eine andere Frage ist eS freilich, ob die iutereistrten Kreise diese E-klärung respektireu werden. Unser öffentliches Leben ist durch die berufsmäßige» Quertreibereien auch in den einfachsten Berhällniff-n des logischen Denkens und öffentlichen Anstandes derart verwirrt, daß die Schaum- fdbläger der Presse und des Konventikels auch vor solchen Erklärungen ihr lohnendes Gewerbe kaum aufgeben werde». Schließlich sind aber doch die anständige» Leute entscheidend und bei diesen dürfte nach den Erklärungen des FinanzministerS die Münze der Einpeitscher kaum »och Kurs haben. Miquel soll
ihr eine mehr politische al« militärische Auf iftpn |k zuzuschreiben, und gerade von ihr, wenn auch ' e, so doch umso ftaerere Erfolge zu erwarten.
Der südafrikanische Krieg.
Die Niederlage bei Stormberg.
heute ist natürlich der südliche Kriegsschauplatz >tn Vordergrund des Interesse« gerückt. Die Anlage Gatacre'«, über die wir gestern bereits fihiltche Meldung machen konnten, bildet insofern , ll-berraschung, als mau im jetzigen Augenblick mnievstöße am Moddeifluß undTugela erwartete, fische Blätter hatten bekanntlich für Montag eine ßtruachricht „zur Feier von General Buller's srtitag" angekündigt; statt dessen kommt die iit von einer empfindliche» Niederlage.
$en Generälen Frerch und Gatacre war die Hede zugewiesen, im Norden der Kapkolonie, wo e guftuhr der Afticavder gegen das biitische Regt- - j; allgemein ist, zunächst die für die Hanptarmee Mcsehene Aufmarschltute an der Verbindungsbahn
„ . _ , . , ., _ . ... . Haupisäule des Vereins für Sozialpolitik und —
Unfete Leser wissen, daß die Sozialdemokratie in um nur $u ^wähnen — erst unlängst für den
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bürgerlichen Kreisen viele ®6nner, oder loch zum sozialdemokratischen Di. Arons eingetreten ist — daS mindesten milde Beuriheiler Hot; sie wissen aber auch — - -
• ilsi-Naurrpoit-Stormberg vom Feinde zu säubern QC; I zii sichern. General Gatacre war von QueenS
i aas nach Norden marschtrt und sein nächste s nber 181 । mußte fein, den Ostpfeiler der britischen Auf 1. Frq Woie, den Eiseubaho knotenpuvkt Stromberg, Icklirfl ibie Buren sich verschanzt hatten, in seine Gewalt ■eeiktommeit. Von den Bewegungen dieser centralen
| diese Erwartung ist getäuscht worden, der Ver «atacres, fich Strombergs zu bemächtigen, ist langen, die Engländer sind unter großen Vcr- i, besonders an Gefangenen, zurückgeschlagen fön. Die Meldung Gatacres läßt an aner- »«swerther Deutlichkeit, was das Eingiständuiß ! Mißerfolges angeht, nichts zu wünsche» übrig, -mauere Nachrichten über die Schlacht liegen nicht vor, insbesondere ist nichts bekannt, wie i teo General Gatacre die 600 Mann verlor, itelegramm in der zweiten Ausgabe der „Times" Molteno läßt noch am deutlichsten durchblicken, das Unglück geschehen ist Dieses Telegramm 6«, daß, als um 4 Uhr Morgens die Stellung i Buten bei Stormberg avgegr ff n werden sollte, sich herauSstellte, daß infolge eines Versehens der ter und andrer Unfälle der Angriff gegen eine he Stelle gerichtet war, und zwar gegen einen |tl, der ganz uneinnehmbar war. Anfangs voll- ßch der Rückzug gut, dann aber trat folge Er- dwg, da die Mannschaften 16 Stunden vor dem vpf auf dem Maische gewesen waren, Unordnung
stürzen/ weil er sich die Ungnade de« Herrn Lieber S« Avolf Wagner al« httvorrageuder Katheder- zugezogen hat. Vielleicht ist aber auch der Fühier j ^'Ust den Sozialismus park t-säh-g und die ganze des Centtums durch die Treibereien unverantwort-! i“nfle ®en,,era‘l°n . =
sicher Kreise irregeführt worden und verziwtet nun- Monomen staatssozialistisch imprägniit hat, daß Hans mehr darauf, am „Sturze" des Mtuisters zu arbeiten. Delbrück sich zu den natona sozialen Fr ndeuren ge.
Nachdruck verboten
ld pars twöchei
(7«r tebiH
op :rtr» aufsxi _J7f irths» iirte»
Roman von H. Palm« Payse».
(Fortsetzung.)
ließ fie denn den Freund ihrer Kindheit, liebte und dem fie vertraute, in die Bescheh-
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1 der jüngsten Vergangenheit, in ihre Seligste Zweifel blicken n»d schlitßlich auch in die 3:r» V)tit ihres Herzens, wenn hier auch nicht ganz »»verhüllt. Ihre Liebe war stolz nab — fie « e« sich zwar nicht eingestehen — reuig. ES und nagte an ihrem Herzen, nachdem der erste,
* Sturm der leidenschaftliche» Erregung ver- W war.
Elder daS, worauf eS dem Justizrath hauptsächlich •to, da» verschwieg fie mü einer nicht zu burch- ^»de» Hartnäckigkeft, fie nannte keine Namen, tas Irma und die arme Asta v. Heldenhausen, beide so gut mit ihr gemeint, durch ihre ""°hhaftigkett in Ungelegenheite», iu schlimme 8e» 'Swß hiueingerathenf — nimmermehr? Was We» auch die Namen helfen! Sn Ulrich hatte ‘ ssch zu halten, und wenn dieser jegliche Beweis- :8a9 verschmähte, wenn er dazu zu stolz war, fie ** fahren lassen al« reden wollte, — wohlan, 11 wochre die Tragik ihren Weg gehe»!
-Sehr jung und sehr thö-icht gedacht, meine * ba," lautete die tadelnde Antwort Onkel Egbert»
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lei Sesch-»- ers: itaro l. Sl-» kiff-r. Grün 1-
auf dergleichen Aeußeruugen. Er verhielt fich Gisela gegenüber immer rnhig, ernst und gütig, vermochte dadurch sehr viel bei ihr dmchzusetzen und glaubte auch in dieser Sache »och durch Geduld zu Regen.
„Ulrich hat Dir die einzig richtige Antwort darauf gegeben. Glaubst Du — die Du noch niemals Beweise von Unanftichtigkeft an ihm erfahre» — seinem Manneswort nicht, dem einfachen: „el ist nicht wahr," so fehlt Dir Vertrauen zu Deinem Bräutigam und Gatten, nnb ohne Vertraue» giebt eS teixe glückliche Ehe. Dan» besser — Scheidung."
Der Justizrath hatte dies Wort in so krasser Fassung nur einmal erst ausgesprochen, aber seitdem kam e« Siskla^vicht mehr an» dem Sinn. Es saß ihr Wie ein Stachel im Herzen.
Scheidung I Was das hieß und zur Folge hatte, daS trat plötzlich in feiner ganzen Schwere an fie heran. Eine Menge Frage» drängen fich ihr auf die Lippen, gleichwohl fand fie von nun an nicht mehr den Muth, auch nur eine einzige dem Onkel vorzulegen.
Eine elende Lage!
Erwachte fie de« Morgen» an» ost unruhigem Schlummer, verharrte fie meist lange noch auf ihrem Lager nnb zergrübelte ihr Hirn über die Gestaltung ihrer nächsten Zukunft.
Wann würde Ulrich von fich hören laffen, und in welcher Weise würde er an fie herantreteu? Wo
harter Mann — ober ob er einlenken und ihr seine Vergangenheit mit allen Jrrthümern nnd Geheimnisse» aufdecken und versuchen würde, fie zn überzevgev?
Ach, warum fie betrügen! Sie mußte ja alle diese Fragen zn eigenem Schmerz und Zorn ver- «einen nnb trotz alledem blieb fie hosfuungSdurstig.
Die vielen, bald »ach ihrem Scheiden an» dem Elternhause eingetroffenen Schreiben oerfehsien, der Eigenart ihre» Charakters gemäß, gänzlich die beabsichtigte Wirkung. Die kummervollen ' Briefe der Mutter entlrckttn ihr Thiänen, die heftigen de» Batet» Briefe voll bitterer Vorwürfe und kränkender Drohungen, stachelten ihren Widerstand und Trotz auf. Da» eine und da» andere konnte nicht« an der Sachlage ändern. ES mußte gehandesi werden: Gisela mußte überzeugt und Ulrich versöhnt werden. Eine heikle, scheinbar unmögliche Aufgabe.
Der einzige, der fich derselben annehmen konnte nnb wollte — den» er siebte bie beiden, um deren Glück e« fich handelte von Herzensgrund —, war der Justizrath. Jndeffcn verhielt fich derselbe dabei so ruhig und voifichtig, daß man von seiner Tätigkeit gar nichts spürte.
Vorläufig beschrenve fich dieselbe nm auf eine
habe. Deren gab e« viele und In ollen Gegenden der Windrose, darunter auch manche Badebekanut« schäft nnb mit den meisten korrespondiert Gisela.
Da e« fich nm briefliche Verleumdungen handelte, luchte er hierbei z» erfahre», welche von diese» mit Briefen bedacht wurden. Jede eine sollte von ihm, dem alten Spürhund, aufs Korn genommen werden. Und die junge, lebhafte Fran Oberförster Irma Meihningen, eine häufige Besucherin der vereinsamten Gisela, ahnte nicht, welch durchdringender Beobachtung fie selten« des Henn Justizraths v. Selenborf unterstellt war, gleich schon bei dem ersten Besuche, also wenige Tage nach Giselas Ankunft in 6.
Sie gefiel dem alten Herr» aber gut. Klarheit nnb Wahrheit leuchtete an» dem schmalen, feinen Gesicht. Eine Intrigantin War fie nicht, aber vielleicht eine Vermittlerin. Ihr Erscheine» war ihm indessen willkommen. Eie brachte Leben nnd Frische ins Han» und seiner Nichte Zerstreuung. Da der Justizrath durch sein Amt, durch Klubabende nnd Jagden oft in Anspruch genommen war, blieb fich Gisela meist selbst fibeilcffeu. Mochte ihr die« begreiflicher Weise für den Augenblick erwünscht sei», so doch gewiß nicht für die Dauer.
Er hielt letzteres für ihren jetzigen GemüthSzu- stand anch nicht rathsarn. Eine innere Unruhe trieb ste hin und her.
(rvchetzung felgt.)
aufmerksame Beobachtung seiner Nichte. Eine leichte Sache bei deren offenen, impulsiven Natnr und Unmittelbarkeit.
Er entlockte ihr manches, wak ihm zm Aufklärung
nützlich und nothwendig erschien, erfuhr auch bald,
weilte er jetzt? Ob er sehr traurig war ober fich, ...
halb trösten würbe — er war ja ein Mann, ein wo man ihre Bekannte» nnb Freunbi»»« zu suchen