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Jahrg

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

h Jllustrirtes Sonntagsblatt.?*,te Redaktion: Redakteur Hans Hupfer l» Marburg.

_____ ' ** Redamon: Markt 21. Telephon 56.

OEÄs-Aboimemcn"-Prei^dN°d«r EttediNon"s Mk ^zeigen neunten entgegen: die Exoediiion dieses Blattes, die Annoncen.

MtataU JBeftdfaS)y Bureaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Mägde-

fvalten« Zeile oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen: di» Zeil« 26 Pfg Freitag 24. November 1899, L'L D2,»LBL'8'" Berlin, Hannover, Paris re.

Parteikämpfe in Frankreich.

ac. Mit dem Zusammentritt der Kammer ist ßk Frankreich wieder die Zeit lebhaften Parteilebens jtbÄinen. Die Ruhe, die sich der Gemüther nach fcoibigung des Dreyfus-Handels bemächtigt hatte, B nicht lange vorhalten. Schon Haden die Gegner kS Ministeriums einen kräftigen Angriff auf das Met gemacht. Aber sie haben nicht viel Glück u-lit gehabt, eine starke Mehrheit hat sich für das Msterium erklärt.

Als Waldeck-Rouffeau in einem kritischen Augen- slilke sein Ministerium bildete, nahm er kein ge- jrges Waguiß auf sich. Aber er fand ein kräftiges Mchwort dafür, eS hieß: Vertheidigung der Repu- üt Unter diesem weiten Mantel fanden die ver- Dedensteu Leute Unterkunft, derMassenmörder" Met, dem die Roten heute noch nicht sein Ein- jjmten gegen die Commune vergessen haben, und jk Socialisten Millerand und Baudin. Dank diesem dsammmeuwirken gelang es dann auch, die Mnlste Sorge, die durch den Dreyfus-Haodel porgerufene Auftegung, aus der Wellt zu schaffen, sts war unstreitig ein schöner Erfolg. Aber ei» Mer Erfolg, so verdienstlich er sein mag, reicht lch nicht hin, um dem Ministerium Dauer zu ver- bgen; Dankbarkeit kennt eine Republik nicht. Es M nicht gering anzuschlagen, daß das Ministerium » Ansturm so glänzend zurückgewiesen hat. dldeck-Rouffeau hat sehr geschickt operirt.

Weil das Ministerium die Republik retten will 0 m dieser Aufgabe die Rechtfertigung seiner etwas «rn Zusammensetzung liegt, so muß natürlich auch i Republik fortwährend bedroht sein. Nur wenn fr Menschen darauf ausgehen, dieser herrlichen hnblik ein Ende zu machen, kann sich das knsterium als seiner Aufgabe gewachsen zeigen und I de» Dank aller braven R publikaner durch seine »ficht und Energie verdienen. Und darum findet e Regierung auch solche bösen Menschen zur rechten K glücklich heraus. Erst hatte man Dörouledö ch senosseu eingesperrt, mußte sie aber freisprecheu, F $aea nichts nachzuweisen war. Jetzt hat man * Mze AnzahlVerschwörer" vor den Senat als misgerichtshof gebracht, und wird wahrscheinlich H nur Nichtigkeiten zum Vorschein bringen, hat « doch den braven Bürgern ein gelindes Gruseln M die Vorstellungen von allerhand unheimlichen «r» bcigebracht. Nun find neuerdings, noch Ersuchungen in den Niederlassungen der Affumptio- *® und in dem Bureau einer katholischen Zeitung ^Kommen worden. Da soll man ungeheuer viel »orgefunden haben. Natürlich war das Geld A bestimmt, in dem Feldzug wider die Republik ^-«en. Bon einem solchen kirchlichen Orden ist Örtlich sonderliche Begeisterung für die Republik *iu erwarten; daß Bestrebungen im Gange ge- find, dem geistlichen Einfluß in der Republik M Boden zu verschaffen, ist allbekannt. Aber von 7® rur Verschwörung gegen die Republik ist noch ^ ein weiter Weg. Jndeß der Argwohn ist

erregt, und so träumt man von allerhand schwarzen Anschläge» und freut sich, daß man ein so wachsames Ministerium hat.

Diese Furcht vor den Gegnern der Republick hat dem Ministerium den Sieg verschafft und wird ihn wohl auch für die nächste Zeit ficher». Auch der Kriegsminister Gallifet hat seinen Antheil au dem Erfolge. Er trat in der Debatte sehr schneidig auf, ließ fich auf langathmige Erörterungen nicht ein, sondern stützte sich einfach darauf, daß er zu den an­gegriffenen Maßregeln berechtigt gewesen sei. DaS imponirte. Man sah, daß dieser Mann, der inner­halb seiner Befugniffe sich garuicht erst zu einer Rechtfertigung seines Verhaltens herbeiließ, fich nicht zum Spielzeug der Parteien hergeben werde, und das flößte Vertrauen ein. So hat man denn in dem Wunsche, daß die Republik vor allen Stürmen bewahrt bleibe und eine recht ungetrübte politische Atmosphäre die Ausstellung begünstige, dem Ministerium das allgemeine Vertrauen ausgesprochen.

Nicht alle Republikaner freilich sind so gutmüthig gewesen. Der frühere Ministerpräsident Meline und seine Gefolgschaft find dem Ministerium sehr entschieden gegenüber getreten. Aber sie haben keinen Erfolg damit gehabt.

Trotzdem ist es zweifelhaft, ob das Ministerium Waldeck-Rousseau roch lange Dauer hat. Nicht die Thatkraft seiner Gegner, sondern die eigene innere Zusammenhanglosigkeit wird es zu Fall bringen. Waldeck - Rousseau will und muß ohne politisches Programm regieren, weil seine Kollegen nach zu ver­schiedenen Richtungen auseinander gehen. Tas läßt sich nun wohl eine Weile thuu, angesichts einer be­stehenden Gefahr für das Staatswesen. Da aber eine solche Gefahr sich doch nicht immer hervorsuchen läßt und auch die liebe ruhige Alltäglichkeit ihr Recht fordert, so wird die Regierung sich doch nicht auf die Erledigung der laufenden Geschäfte beschränken können, sondern schließlich auch grundsätzlichen Fragen rähcr treten müssen, und da könnten die sozialistischen Mitglieder des Kabinets diesem leicht das Grab graben. Die Sozialisten nehmen schon jetzt als die Beschützer des Ministeriums eine ganz eigenthümliche Stellung ein. Au Versuchen der sozialistischen Minister, ihren Grundsätzen Geltung zu verschaffen und ihren Ein­fluß über die ihnen zunächst überwiesenen Ressorts hinaus auszudehnen, wird es nicht fehlen. Sobald das aber geschieht, wird das Ministerium ins Schwanken gerathev. Man wird dann vielleicht cinsehen, daß es nöthiger ist, die bürgerliche Republik gegen den Sozialismus, als sie gegen die konser­vativen Elemente zu vertheidigen.

Umschau.

Vom Aufenthalt des Kaiserpaares in England

wird nachträglich über die Ankunft in Windsor be­richtet : Bei der Fahrt zum Schlöffe saßen im ersten Wage» die Kaiserin, die Prinzessin Heinrich von Battenberg, die Prinzessin Christian von Schleswig-

Holstein und die Herzogin von Connaught. Sodann bestieg der Kaiser während die am Bahnhofe auf­gestellte Ehrenwache präseuttrte, den zweiten von zwei Pferden gezogenen Wagen mit dem Prinzen von Wales, dem Herzog von Jork und dem Herzog von Connaught. Eine dichtgedrängte Menschenmenge brachte Ihren Majestäten auf der Fahrt zum Schlosse leb- hafte Huldigungen dar. Als der Kaiser kurz nach 2 Uhr vor demThor der Königin" im Schlosse, woselbst eine weitere Ehrenwache mit Fahne Auf­stellung genommen hatte, anlangte, wurde der Königs­salut abgegeben, während die MusikHeil Dir im Siegeikranz" spielte. In Begleitung sämmtlicher Prinzen und Piinzesstunen begaben sich Ihre Majestäten in das Schloß, wo die Begrüßung durch die Königin stattfand. Einige Minuten später besichtigte der Kaiser in Begleitung des Prinzen von Wales, des Herzogs von Connaught und des Herzogs von Jork die Ehrenwache, die den Zapfenstreich schlug. Kurz danach fand das Frühstück im königlichen Schlosse statt.

Eine hohe, die höchste Ordensauszeichnung ist dem Kaiser seitens der Königin Victoria zugedacht. Der Westminister Gazette zufolge wird Kaiser Wilhelm den Königlichen Victoria Orden erster Klasse empfangen, ehe er Windsor verläßt. Die Königin wird ihm das Ordensabzeichen und dar Band dazu selbst über­reichen. Der Orden gilt als eine persönliche Aus­zeichnung, welche die Königin als Zeichen ihrer be­sonderen Gunst gewährt. Da der Kaiser bereits im Jahre 1877 zum Ritter des Hosenband Ordens er­nannt wurde, ist der Victoria-Orden der einzige, den ihm die Königin noch verleihen kann.

Der südaftikanische Krieg.

Bor Ladysmith

nichts Nenes! So kann man jetzt fast Tag für Tag sagen. Aber aus Estcourt liegen wieder einige Nach­richten vor. So ist zunächst zu melden, daß die Verbindung zwischen Durban und Estcourt unter­brochen ist, ein Beweis dafür, daß die letztgenannte Stadt nunmehr thatsächltch cingeschlossen ist. Die Engländer wollen trotzdem wieder ein kleines, aber glückliches Gefecht gehabt haben; als Quelle wird aber ein südafrikanisches Blatt angegeben. Nach einem Telegramm des Natal Advertiser aus Estcourt besetzten nämlich etwa 700 Buren, von Weeneu kommend, am Sonntag, 19. d. Mrs., eine starke Stellung bei Turners Farm auf dem Hochlande etwa 14 Meilen südlich von Estcourt, nordwestlich des Mooi-Flusses. Britische berittene Infanterie und Carabinieri aus Estcourt verwickelten den Feind in ein Gefecht. Der Feind, der einen Verlust von 3 Mann einschließlich des Führers gehabt haben soll, zog sich zurück und nahm 200 Stück Vieh von der Farm mit.

Der Einfall in das Kapland scheint den Versuchen, die Fahne des Aufruhrs in der Kap-Kolonie zu entfalten, mehr und mehr Aussicht auf Erfolg zu gewähren. Zweifellos sind viele Holländer durch die Anwesenheit der Buren

aufgeregt. Darunter befinden sich zahlreiche, welche, so lange die Buren noch auf der anderen Seite des Flusses sich befanden, nie daran gedacht haben würden, zum Feinde überzutreten. Näheres über ihre Haltung muß' abgewartet werden, bevor sich irgend etwas hinsichtlich der Möglichkeit eines holländischen Aufstandes sagen läßt. Besorgniß auf Seiten der Engländer darf aber die Thatsache er­regen" daß die beiden Mitglieder des Kap- parlaments van der Walt und Gober, sich in Colcs- berg den Boeren angeschlossen haben. Wenn diesem Beispiele, wie zu erwarten ist, auch andere Führer der Afrikanderpartei folgen, so wird General Buller sich erst mit der Bekämpfung des Aufstandes im Kaplande zu beschäftigen haben, ehe er die Offensive gegen die Boerenrepubliken ergreifen kann.

Die Buren selbst rücken immer weiter vor. Nach einer Meldung aus Pretoria hat Präsident Steijn eine Depesche des Richters Hertzog erhalten, in welcher letzterer berichtet, daß er gemäß seinen Instruktionen die Orte Barkly West, Douglas und Griqnatown (in Westgriqna Land, nordwestlich, südwestlich und west- lich von Kimberlrh) in Besitz genommen und eine Ver- waltung eingerichtet habe.

Die Entsatzdiviston des Lord Methuen hat den Vormarsch auf Kimberley begonnen.

Wie schwer es den Engländern wird, neue Verstärkungen nach Südafrika zu schicken, ergiebt fich aus einer Londoner Mittheilung desBerl. Tagebl.": Das Kriegsamt fitzte eine Prämie von 200 Mk. für die Reservisten der Garde, der reitenden und der Feldbatterien aus, die während des jetzigen Krieges aktiven Dienst nehmen wollen. Vielleicht gewährt es weitere Aoziehnngskraft, daß Königin Victoria durch ihren Sekretär dem Kriegs­minister mittheilen ließ, sie wolle jedem Soldaten in Südafrika eine Büchse mit Chocolade zu Weihnachten schenken. Werden sich die Soldaten darüber aber freuen I

Deutsches Reich.

* Berlin, 23. November.

Als s. Z. in Hamburg in einer Versammlung ein Telegramm an den Kaiser gesandt wurde, in dem der Kaiser gebeten wurde, nicht nach England zu fahren, nutzten liberale Blätter das zur Discreditierung des Alldeutschen Verbandes aus. Zu wiederholten Malen hat seither der Alldeutsche Verband öffentlich erklärt, daß seine Ortsgruppe Hamburg an jener Versammlung nicht beth eiligt war. Heute nun benutzt dieFreis. Ztg." diese Erklärungen zu folgender Verdächtigung:

Nun will es keiner gewesen sein. Am 23. October haben die Alldeutschen und Antisemiten in Hamburg entschieden protestirt gegen die Reise des Kaisers nach England. Nachdem die Reise nun­mehr Thatsache geworden, erklärt der Alldeutsche Verband, daß er für die Einberufung der Ver­sammlung nicht verantwortlich gemacht werden könne."

Ganz Eugen Richter, der nun einmal ohne Ver­dächtigungen nicht leben kann.

Nachdruck verboten

Der Hochzeitstag.

Roman von H. Palmö Paysen.

(Fortsetzung.)

Rath hatte die Gewohnheit, znm größten (y'B seines Bruders, der dieaffrenx nannte, ^amett seiner Nichte abzukürzen oder zu verändern, war ans Leonore Lore, aus Ludowika «iek geworden. Olga nannte er Oly, Gerda vt»a, und Gisela ward einfachLa gerufen.

<8nt Fürstenrod herrschte strenstes Verbot, plebejische Entstellung uachzuahmen. Einmal i?^gen, hatten aber die Verwandten dem Scherze Eifert, anfangs aus Neckerei, späterhin vielleicht Mfitionellen Regungen, denn der Vetter BogiSlav sich »Ur geringer Sympathien. Der Rath ftch erst recht nicht an etwaigen Einwendungen ewgestreute, scharfe, sarkastische Bemerkungen u Bruders. Er blieb nach wie vor bei seinem tr und bei fernemHeda", wenn 2$a rief.

* war schon vorgekommen, daß bei dem «t RufHeda l Heda l" ein zufällig im Zimmer K'1 Diener dienstbeflissen zu dem Herrn hingehellt und nach seinen Befehle» gefragt

-^ei solche» oder ähnlichen Vorkommnissen in oder °«n Hause körnte Herr v. »elendorf ganz

außer sich vor Entrüstung werden. Gleichviel, der Rath ließ sich nicht mehr erziehen.

Ulrich hatte bemerkt, daß Gisela keine Nelken trag, weder im Haar noch vor der Brust. Das war etwas Ungewöhnliches.

Sind sie verblüht, hast Du keine mehr?" fragte er.

Ich glaube, wir finde» fie auf der Fest­tafel wieder"," antwortete Gisela.Aber am Nelken- stock, de» Du mir schenktest, int Treibhaus find »och welche".

Wolle» wir hingeheu und welche pflücke».

Für diese paar Stunde» noch?"

Mir wärs der Mühe werth".

Gut, geben wir". Sie erhob fich.Warum lachst Du, Onkel? Wir kommen gleich wieder, drei oder vier Nelke», mehr gestatte ich nicht".

Nun lachte der alte Herr erst recht.

Der Schalk!" rief er.Der Schalk, merkst Du'S den» nicht, meine La, der will ganz was anders iflücke», ganz was anders als Nelke» pflücke» I Nm nicht zn viele, lieber Neffe, nicht zu viele, kehrt bald wieder".

Er hatte die Miene» der beide» Brautleute, die fich schnell abgewandt, nicht beobachte» könne», sonst hätte er de» Scherz nicht weiter anSgefponnen. Wie konnte er ahnen, daß er damit den wundesten Punkt in Ulrichs Herzen getroffen.

Einen Augenblick gingen die Beiden schweigend dahin. Gisela wagte nicht aufzusehen. Sie fiihlte,

daß fie roth geworden war. Ulrich hatte ihr nicht de» Arm geboten. Sie schritten nebeneiander her. Er mochte an den gestrigen Abend denken und sah sehr düster ans. Wann hatte ihm Gisela je einen Kuß aus sich selbst gegeben, nicht einmal am Vorabend des Hochzeitstages. Der Onkel brauchte ein langes Fortbleibe» nicht zu befürchten. Arn liebsten wäre er jetzt gar nicht gegangen. Ach, Thorheit! Könnte er doch den häßlichen Gedanken verscheuchen, daß man Gisela zu der Ehe mit ihm gezwungen hatte. Worauf anders sollte er sonst ihr in letzter Zeit so oft zerfahrenes, scheue» Wesen zurückführen? Sie berente ihren Entschluß. Frei- lich heute, heute lag in ihren Mienen wieder etwa» so hinreißend Zärtliches, daß er den Argwohn verwarf.

Und nun erst blickte er fie an und ihre Augen begegnete» fich, »»d er sah, wie fich ihr Arm mit einer zögernde», scheuen Bewegung nach ihm aus­streckte.

Leise zog er denselben in de» feinigen und ließ seine Hand einen Augenblick auf der ihren ruhen. Er fühlte fich unglücklich.

DivacitaS", flüsterte er,hast Du mich lieb, wenn auch nur etwas, bann sag» mir heute, ein Mal nur!"

Sie hatte» das Treibhaus, daS seitwärts neben den gärtnerischen Anlage» hinter einem Bosquett versteckt lag, erreicht und waren in dasselbe hinein­getreten.

Feuchtdunstige Lust strömte ihnen entgegen.

Gleich zu Anfang blühte der dunkelrothe Nelkenstock. Ueber Nacht teuren mehr noch der Blüihen aufge- fprungett. Aber Ulrich achtete nicht barauf. Er harte herzklopfenb bet Antwort.

Da fühlte er, wie fich Giselas Hanb sachte aus der feinigen zog unb wie sich ihre Arme um feinen Hals legten. Der zurückgebogene Kopf, ber ihm so nahe gebrachte, ost so trotzig geschürzte, jetzt verlege», berückenb zärtlich lächelnde Mund zeigte ihm ihr Wollen und Denke». Gleich einem Hauch glitten ein paar ihn beseligende Worte darüber fort, und bann fühlte er das Zarteste nnb Lieblichste ihres «efichtes, ihre rothe», weichen Lippen, in leisem Kusse auf ben seinen ruhen. Eine Sekunde nur, aber sie «achten ihn den Harm des gestrigen traurigen Abends vergessen und verklärten diese von der reinsten Poesie Überhauchte Stunde.

Als beide nach einer Weile zutückkehlte», sahen sie bei dem geduldig ihrer Rückkehr harrende» Onkel die Elter» fitze».

-Nun", fragte der Rath,wo habe» Sie denn die Nelken, mein lieber Neffe? Ich sehe keine."

Gisela sah betroffen zu Ulrich auf.

_ dk haben wir ganz vergessen," stammelte fie mit rothubergossenem Gesichte.

»Der Stock hat ausgeblüht," erklärte der Baron schnell.

Ach ja," sekundierte Gisela und tontbe mm erst recht verwirrt.

Der Rath lachte unbändig. (Forts, folgt.)