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öchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Samoa — deutsch!
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Nachdruck verboten
Des Vaters Fluch.
Eine Erzählung von Sophie Eben.
(Fortsetzung.)
hell der Salornonsinseln, den Deutschland an izlaud abtritt, die Inseln Choiseul und Isabel iß ihrer insulartsche» Umgebung umfaßt. Deutsch, ih behält aber auch ferner dieselbe Berechtigung «die englischen Unterthancn zur freien und uube- ikrtcn Anwerbung eingeborener Arbeiter in der ge- * mten im englischen Besitz befindlichen Salomon-
Ope einschließlich Choiseul und Isabel. Ueber t Theilung der neutralen Zone im Hinterlande r. Togo ist noch zu erwähnen, daß die Grenze Men dem deutschen und englischen Gebiet durch m Dakafluß bis zu dessen Schnittpunkte mit dem . Lreitengrade und von da durch eine von einer schien Kommission noch fistzustellende Linie »ach seu gebildet wird. ES besteht dabei, wie schon kurz erwähnt, der Vorbehalt, daß die Länder tapruft und Gambaca an England, die Länder !bm und Chakofi au Deutschland fallen.
Dieser Ergebniß der langwierigen diplomatischen frhandluugen kann uns Deutsche mit berechtigter Zu- udenhttt und freudiger Genugthuung erfüllen. Die siel», die ein Schmerzenskind unserer Kolonial. M darstellen, auf denen deutsches Blut gefl offen K bene» zwei deutsche Kriegsschiffe de» Untergang i Tobe» des Orkans gefunden haben, an deren vthschaftlicher Entwickelung deutsche Arbeit und scher Fleiß den Hauptantheil haben, diese Inseln mche« wir nicht den Engländern zu überlassen, fr deutsche Aar hält auch hier fest, war er einmal i dm Fängen hat und unter seinem mächtigen Äntz sehen jetzt die paradiesischen Südseeinseln einer Wichen Zukunft entgegen. Dieser Abschluß der dlungen mit England kommt überraschend. Es «i nach all de» Andeutungen d:r osfictösen Blätter ob wir wieder einmal vor England die Flagge n und nur wenig werthvolle Kompensationen erhalten würden. Daß dem nicht so ist, daß trotz unserer schwachen maritimen Position Samoa den ist, danken wir der zähen und umsichtigeu »tische» Arbeit des Herrn v. Bülow, der einmal in aller Stille Deutschlands Ansehen astlgreicher Weise gewahrt hat und dieses Ver- wird das deutsche Volk dem Leiter der aussen Politik nicht vergefleo. Darüber wollen uns völlig klar sein, daß ei» Zurückweiche» von
der Samoainseln, die wir gestern Mittag durch >r über ^Mtt verbreitet haben und in unserer gestrigen I \ immer noch in ausführlicher Meldung mittheilen HWt, auf das Freudigste begrüßt worden sein. I Recht; denn dem völlig unhaltbaren Zustande rdlichst j Dreiherrschaft über die fruchtbaren Inseln ist (719Z । eudgiltig ein Ende bereitet. Doch ehe wir die 1, i Anfang des neuesten Erfolges des Herrn v. Bülow hrechen, sei noch ergänzend mitgetheilt, daß der
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Brfe Dämmerung breitet sich allmählich über das ^!che Bild. Mitten hinein in die Erzählung tön ? einmal ein schneller, wohl-bekannter Schritt stritt, dteThüre stürmffch öffnend, ins Zimmer. 5 nicht wie sonst bei seiner Rückkehr begrüßt er ^und Kind mit einem Knffe. Aufgeregt ruft
Frau zu:
„ »Uebergieb den Kleinen dem Mädchen, Marie; : fähige Herr wünscht Dich sofort zu sprechen. 1 *# Nachricht da von Deine» Großeltern."
Tem jungen Weibe zittern die Kni«; fie weiß ® kühlt, daß ihrer etwas Besonderes, Schreckens- harrt. Sie denkt daran, daß dies seit der
3 d" Großeltern nnn die erste Nachricht von X ' baß alle ihre Briefe, selbst die Anzeige der ' be8 Kindes, unbeantwortet geblieben find,
j nun seit einem Jahre nicht mehr den Muth JL ft^er Bitte um Versöhnung gefunden. ES muß । 3 . etwas vorgefallen sein. .Komm Du mit, mein
5 l’S»" flüstert sie angstvoll und eilt Mit ihm in T Mrschaftliche Villa.
X ku^’_e steigt die breite, teppichbelegte, mit Pflanzen «l> Zückte Freitreppe an seiner Seite empor nnd X t darauf mit ihm in dem reich auSge- S Arbeitszimmer des alten Herrn. Der Diener S« geräuschlos die Thüre hinter ihnen, und im Xlj Augenblick erhebt sich vom Schreibfisch die ^ige Gestalt des Hausherrn.
'3ch habe Sie rufen laflm, Frau Kraus —'
Samoa für uns nicht nur schmerzlich gewesen wäre, weil mancherlei ideelle Interessen uns Samoa be- onderS werthvoll machen, sondern auch eine empfind- iche Minderung des Ansehens Deutschlands in der Südsee bedeutet hätte. Von diesem Gesichtspunkte aus werden auch die Entschädigungen zu betrachten ein, die Deutschland England gewährt hat.
I» dieser Hinsicht ist zunächst darauf hinzuweisev, daß Deutschland von seinem kolonialen Besitz nur die zwei Salomonsinseln Choiseul und Isabel abtritt, )ie etwa die Hälfte seines Antheils an der Inselgruppe ausmachen. Die Inseln find noch völlig unkultivirt und Deutsche sind auf ihnen in ver- chwindend kleiner Zahl vorhanden. Die Inseln hatten hre Bedeutung für uns hauptsächlich dadurch, daß auf ihnen Arbeiter für Kaiser - Wilhelmslavd geworben wurden. Dieses Werbungsrecht behält Deutschland auch fernerhin, ebenso wie ihm dieselben Berechtigungen wie fie die englischen Unterthanen erhalten, ausdrücklich garanti.t werden. Dadurch dürfte der Verlust der Inseln, die an Größe freilich Samoa übertreffen, sehr herabgemindert sein. Wenig empfindlich ist auch der Verzicht auf die Tongainseln. Diese 997 qkm große Inselgruppe war bisher unabhängig und es bestand eine Abmachung, derzufolge weder Deutschland noch England sie ohne Zustimmung der anderen Vertragsmacht in Besitz nehmen konnte. Da der englische Einfluß auf den Inseln den deutschen bei weitem überwiegt, hätten wir nie die Inseln in Besitz bekomme»; die Ein- willigung, diese Inseln englischer Herrschaft zu unter- stelle», bedeutet für uns also keine schwerwiegende Schmälerung unserer Rechte. Auch der bedingungsweise ausgesprochene Verzicht auf unsere Exterritoriali- tätkrechte in Sansibar ist für uns nicht von Bedeutung, da dieselbe» i« Jahre 1902 doch abge- laufen wären und man in Deutschland wohl schon längst die Hoffnung auf Sansibar endgültig begraben hat. Einschneidender ist dagegen die Bestimmung über Togo. Zunächst ist es ja zu begrüßen, daß durch die Austeilung der neutralen Zone ein Streitpunkt aus der Welt geschafft worden ist; aber es bedeutet für uns doch ein wesentliches Opfer, daß England den bei weitem größeren Teil des betreffen- den Landstrichs, vor allem die Landschaften Mampruf und Gambaga erhält, die wir durch unser Abkommen mit Frankreich schon in der Tasche zu haben glaubten. Schmerzlicher wird dieser Verlust »och dadurch, daß wir den Anschluß des Küstengebiets an die früher preisgegcbene Boltamünduug nicht erreicht haben. Durch die Vereinbarung mit de» Vereinigte» Staaten, die von de» Samoainseln die ihnen früher zuge-- sprochene 140 Quadratkilometer große Insel nur Tutuila und die kleinste der Inseln Manna, (60 qkm groß) erhalten, wird Deutschland noch eine Saar» entfchädigung an die Ansiedler zu leisten habe», die bei den letzten Wirren geschädigt worden sind. Die
„Herr/ unterbricht ihn die Frau mit tonloser Stimme, „find meine Großeltern tobt?'
„Nein/ erklärt er schnell, durch ihren großen, angstvollen Blick gedrängt; „aber ich erhalte soeben vom Damnorer Gutsherr» die Nachricht — Sie wissen doch, daß Damnor schon seit einem Jahre an einen anderen Besitzer übergegangen ist?"
Marie schüttelt verwundert das Haupt, —
„Herrn von Regenthin ereilte der Tod durch ein Unglück auf der Jagd/ fügt er erläuternd hinzu; ich erhalte soeben die Nachricht, daß fie Beide mit dem Schiff gelandet find und fich nun an den neuen Henn gewandt haben. Beide alten Leute sollen sehr kränklich sein, trotzdem bittet der Mann flehentlich um Arbeit. Man hat bei den Leuten nur wenige Silberstücke gefunden. Auf seine Erkundigungen hin hat der Gutsherr erfahren, daß die alten Leute eine Enkelin besitzen, welche an einen Kutscher Namens Kraus, der in meinen Diensten steht, verheirathet ist, und wendet sich nun an mich, daß ich Sie von der Lage der Großeltern in Rennt» »iß setzen soll, bamit fie die Alten zu fich nehmen oder anderweitig für fie sorgen/
„Gnädiger Herr, waS ist wohl anS meinem Bruder Klaus und seiner Frau geworden?" fragt zitternd Marie.
„Davon steht nichts in dem Briefe/ erwidert der alte Herr in mitleidigem Tone. —
In ihrer Wvhnug wieder angelangt, läßt Marie ihren Thränen freien Lauf. Franz schlingt den Arm um ihren Nacken und sucht fie in dieser schweren Stunde zu trösten.
„Wir fahre» morgen in der Frühe ab, mein gutes Weib/
EnffchädigungSstage soll zwar einem Schiedsrichter unterbreitet werden, es läßt sich aber wohl nicht daran zweifeln, daß Deutschland die Verpflichtungen Englands wird übernehmen müsse».
Doch das sind alles Opfer, die u»S die Freude an dem Erwerb der Inseln nicht verkümmern solle». Umsonst waren die Inseln nun einmal nicht zu habe», wahrscheinlich halte» wir sie z» andere» Seiten theurer bezahlen müssen; denn man darf wohl annehrnen, daß die südafrikanische Verwickelungen und der Zaren- besuch in Potsdam unS zu Gute gekommen find. Umsomehr aber wird man darüber Genugthuung empfinden müssen, daß der Vertrag mit England keine Klausel enthält, die unS in Bezug auf unsere auswärtige Politik irgendwie bindet. So bietet der neue Vertrag nach allen Richtungen hin Anlaß zur Zufriedenheit und wohl noch nie bat ein Abkommen mit England o freudige» Eindruck im Volke erweckt, als dieses. Am Reichstag wird es nunmehr sein, die Mittel zu gewähre», die für die Weiterentwicklung der Inseln ich nothwendig erweise». Auf den Inseln selbst wird man zweifellos die Lösung der Samoafrage gern acceptireu und freudig den Tag begrüße», an dem die deutsche Flagge zum erste» Mal über dem neuen deutschen Besitzlhum emporsteigt und eS zum erste» Mal heißt: Samoa deutsch!
Umschau.
Die Kaiser - Zusammenkunft in Potsdam erregt in London lebhafte Beunruhigung. Das Re- gierungsorgan „Standard" schreibt, zweifellos würde die Lage in Südafrika bei de» Conferenzen nicht ignorirt werben, aber es sei nicht wahrscheinlich, daß der deutsche Kaiser irgend einen Vorschlag annehmen werde, welcher dem, Entschluß Englands Widerstreiten würde, die Frage »ach seinem eigenen Wille» zu erledigen. Falls das Project einer Intervention auch nur in der Luft läge, würbe Kaiser Wilhelm nicht den Besuch bei der Königin Vietoria beabsichtigen. Alle Gerüchte über ein englisch-portugiesisches Abkommen wegen Delagoa und über Deutschlands Wunsch nach einer Kompeusatton dafür stammten aus Kreisen, denen Deutschlaud ebenso bas Ziel bes Uebelwollens sei, wie England. Die Franzosen seien bereit, den Beeren alles zu geben, außer wirksamer Hilfe; fie hätten die Unabhängigkeit der Hovas gewissenlos vernichtet »nd bedienten sich schamlos des Besitzes von Mabagascar als Grund, England Ungelegenheiten zu bereiten. Diese Pläne würden in Potsdam keine günstige Aufnahme finden, der deutsche Kaiser sei viel zu aufgeklärt, um ein Werkzeug der französischen Nadelstiche Politik zu werden, und sein kaiserlicher Gast werde seine Verpflichtungen gegen die französischen Bundesgenossen nicht übertreiben. Der europäische Friede werde von keinem patriotischen Herrscher leichtherzig gefährdet werden und die Erwiderung, welche
„Es ist umsonst," schluchzt sie; „der alte stolze Mann wird von uns keine Hilfe annehrnen wolle». Er weiß ja nicht, daß man fich an uns gewandt, sonst würde er eS wohl zu vereiteln gewußt haben."
„Und doch muffen wir eS versuchen, „ beschwichtigt er.
„Jawohl, wir müssens versuchen," und ihre Stimme klingt in fmchtbarer Erregung durch den Raum. „Aber wen» er mich mit dem Fluch begrüßt, so überlebe ich es nicht, denn meine Person ist heilig jetzt, weil ich eine Mutier bin! Und doch hat er mit ihr kein Erbarmen gehabt — und sie war doch auch eine Mutter!"
Sie ist aufgesprungen und die Erinnerung kommt ihr an die vielen kleinen und großen Ungerechtigkeiten und Lieblosigkeiten, womit der alte Manu sie gequält von Kindheit an; sie gebeult des letzten Auftrittes im großelterlichen Hause und eine große Bitterkeit wallt in ihr auf. Rathlos eilt fie an das Bettchen des Kindes, dort sich Trost zu holen. Und in schwerem Kampfe, der zuletzt in ein Mes Gebet übergeht, kniet fie dort dir zum Morgengrauen.
„Gieb mir Kraft, o mein Gott, um des Kindes willen," flüstern ihre Lippe», „damtt ich de» Fluch in einen Segen verwandele."
Auf der Chaussee, welche von Neuwalde in der Neumark »ach Damnor führt, Wander» Franz und Marie. Ringsum blüht und sproßt eS. Aber das junge Menschenpaar achtet nicht auf die herrliche Natur. Schwelgmd »erfolgt eS feilen Weg. Die junge Fran ist bleich nnd manchmal entringt fich ein schwerer Seufzer ihrer Brust. Die Sonne finkt und wirst dnnkelglühmde Strahlen über das Feld, »er«
die englischen Staatsmänner auf jedwede Ankündigung einer Einmischung geben würbe», fei den Betreffenden kein Geheimnis." — Die Angst leuchtet doch gar zu deutlich aus diese» Zeilen heraus.
Zum Samoa-Abkomme».
Nach ben Erläuterungen und Ergänzungen, die das „Berl. Tagbl." zu bem neue» Vertrag aus dem Auswärtigen Amt erhält, ist es nicht unwahrscheinlich, baß baS Schiedsrichteramt über die Entschädigungs- fcage in Samoa bem König von Schweden angeboten wird.
Das neue Samoaabkommen wird in der „Nordd. Allg. Ztg." und in der „Kreuzztg." ohne jede weitere Bemerkung abgedruckt. Die „Berl. Reuest. N a ch r." halten rein wirthschastlich die von Deutschland gemachten Konzesstonen für nicht zu groß. Die politische Bedeutung des Abkommens fei darin zu suchen, daß gewisse Fragen, die das gute Einvernehmen Deutschlands mit England und Amerika ständig bedrohte», ihre Erledigung gefunden habe». Die „Deutsche T a g e s z t g." betrachtet das Abkommen vom geschäftlichen Standpunkt aus. Sie möchte nicht gerade behaupte», baß Deutschland ein glänzendes Geschäft gemacht habe. Für den Verzicht der Exterritorialität in Sanstbar hätte Deutschland anderweitige Entschädigungen erhalten könne». Die „P o st" begrüßt das Abkomme» mit freudiger Genugthuung. Ueber die Kompensationen, die Deutschland für Anerkennung feiner Alleinherrschaft auf Upolu und Saval England gewährt habe, seien die sachverständigen Kreise zuvor gehört worden, und sie hätte« aus vollster Ueberzengung ihre Zustimmung ertheilt. — Die „Nationalztg." bezeichnet ba8 Abkommen als einen großen Erfolg, der nicht beeinträchtigt wird durch die Entschädigungen.
Der südafrikanische Krieg.
Die Lage um Ladysmith entwickelt sich in der bisherige» Form weiter. Kommandant Lukas Meyer hat seinen Vormarsch über Colenso unter Zurücklassung eines Kommandos auf dem Doornkop, dessen Geschütze die Bahnlinie beherrschen, bis Escourt fortgesetzt, das die Engländer geräumt haben (das scheint am 2. resp. 3. November geschehe» zu sein), und steht jetzt vor Pietermaritzburg. Die letzten Depeschen der verschiedensten englischen Quellen bestätigen jetzt, daß am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag nicht nur ein fortgesetztes Artillerieduell zwischen ben Truppen General Whites und denen Jouberts ftattfanb, sondern der englische General auch, und zwar am ersten Tage gegen Colenso hi», am zweiten zwischen Klipfluß und Jsim- bulwana vergebens durchzubrechen versuchte, um am dritten Tage, nachdem er an ben beiden vorange-
goldet die Wipfel der am Weg gepflanzten Birken und webt einen flimmernden Heiligenschein um Maries braune Stirnlöckchen. Da ertönt ei» lang hallender, halb schwermütiger, halb trostvoller Klang; es find die Damnorer Glocke». Wie oft hat Marie a» dem Grabe ihrer Mutter dem vertraute» Klang gelauscht I
I» wenige» Minuten ist das Dorf erreicht. Nu» geht'S an dem Hause vorüber, wo Marie ihre Jugend verlebt, eine freudlose Jugend, u:;b dann — stille, wie im geheimen Einverständnis schreite» beide der Kirchhofspforte z». Morgen ist Sonntag, — und noch immer lauten die Glocken. Mit gefalteten Händen weilt daS Paar an dem kahlen Hügel und gebeult bet Stunde, da diese vom Vaterfluch getroffene Stätte seine erste Glückseligkett mit angesehen. Nach einem stillen Gebet schreiten fie auf der Dorfstraße dem Schlöffe zu und frage» bann, angelangt, im Erdgeschoß nach dem gnädigen Herrn. Doch ehe der Diener ihnen Auskunft gegeben, höre» sie langsam schwerfällige Tritte die Treppe herabkommen. Sie erblicke» eine» alten Man» mit gebeugter Haltung; hell blinkt fein weißer Haar in der bereits einge- tretenen Dämmerung; schwer stützt er fich auf eine kleine, schmächtige Frauengestalt die unter feiner Last unsicher schwankt.
„Seht Euch vor, fallt nicht, ruft der Diener dem alten Mann zu, ihm gutmüihlg die Hand reichend, um ihm übet die letzte Stufe zu helfe». Dann zündete er die große Petroleumlampe auf bem Flure an. Im selbe» Augenblick stürzt Marie vor, stößt eine« kurze» Schrei aus und taumelt zurück ; ihr Gatte tritt zu ihr und umschlingt fie fest; mit »eit offene», leeren Äugen starrt fie hinüber zu de» alten Paare.
(Fortsetzung folgt).