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? Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

h, M.M» Jllustrirtes Sonntagsblatt.

__ L,, , s?hn^.m^ta sn«;P'ku?"m. ^ertagtn. flt*F> 11 Vfr Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dieses Blattes, die Annoncen-

llo 264 ßStt? WSw*Äm arr btJ^btt,n 2 ^V bei allen Bureau; von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Mägde- q,

Postämtern 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebuhr: die ge- .. , « iura, Wien' Rudolf Molle Frankfurt a M Berlin Müncken Köln» o4. -sQhtÜ

svalteue Zeil« oder deren Raum 10 Pfg Reklamen: di« Zeile 25 Pfg. Donnerstag, 9. November 1899. k L. Daube & So, Frankfurt a. M Berlin, Hannover, Paris rc'

Me Flottenfrage keine Parteifrage, i n. In eingehender Weise ist jüngst bei Er- Lrimmg des neuen Flottenplanes von einem frei» Srsigen Blatte der Reichshauptstadt dargelegt worden, » die Flottenfrage keine Parteiftage sein dürfe. Wiise Darlegungen sind der Zustimmung weitester Ukkisc sicher; denn tatsächlich gehört ein außer- pvöhuliches Maß parteipolitischer Verbissenheit und «dsttheit dazu, um eine Angelegenheit, wie die erstärkung unserer Seemacht, bei der das Wohl ih Wehe des gesammteu Vaterlandes in Betracht rount und alle Stände und Klassen gleichmäßig itensfitt sind, zur Parteisache stempel» zu wollen.

Man kann ein hochkonservativer Beamter oder d socialdemokratischer Arbeiter, ein katholischer Micher oder ein nationaler Kaufherr sein und lbei die nämliche Befriedigung darüber empfinden, die deutsche Flagge immer stärkere Geltung auf » Meere erringt. Den Beamten erfreut die icht des Vaterlandes, zu dessen Dienste er be- chr ist, während der Arbeitermit Genugthuung wahr- dmt, wie der verstärkte Flotteubau den ärmeren »lkskreisen reiche Arbeits-Gelegenheit schafft und das Sei unverschuldeter Armuth mindern hilft. Der Eiche freut sich über die größere Sicherheit für die issiouare und der Kaufmann über den Schutz, den - für seine Geschäfts - Interessen findet. Die ver- tirdeusten Berufs-Klassen erblicken in der Förderung «Marine ihren Vortheil und sehen ein, daß eine -rke Flotte eine allgemein nützliche, nationale Sache Md »icht die Sache einer Partei ist. Eine Schiffs- Wwehrung bedeutet unter allen Umständen eine Ver- mruug de» gesammten VolksbefitzeS und wirkt als Müßende Waffe des Staates' in fernen Meere» und Atiheilen, wo der Staat sonst nicht schützen kann. «ist immer produktiv.

Wag dann weiterhin die gesetzgeberische Behänd- W des Flottenplanes anbetrifft, so erblickt das üstnnige Blatt auch in der Stellungnahme zn dem «schlage, Schiffsbauten in einem bestimmten Um» «je auf siebzehn Jahre hinaus festzulegen, keines- V eine Parteifragc, sondern lediglich eine Frage 6 Zweckmäßigkeit oder Unzweckmäßigkeit. Treffend kdeu die Redensarten widerlegt, wonach jener Vor- l°g ei» Eingriff ti das Verfassungsrecht, ja eine »ere Beleidigung des Reichstages sei, »eil er von b« Mißtrauen gegenüber der Vertretung des Üscheu Volkes zeuge. Um eine weitauSschaueude Nationale Politik treibe» zu können, so heißt es, ch «an auf lauge hinaus wissen, welche Justru- «» man dazu zur Verfügung hat. Soldaten kann a dewaffne», auch wenn die FriedenSpräsenzstärke 8ft war, aber Schiffe lassen sich nicht über Nacht Welle». Sie müssen gebaut worden sei».

Zum Schluffe wendet sich der Verfasser »och be« an seine eigenen Parteigenosse», die auf den Mer» der alten Demokratie stehende» Freisinnige», schreibt:Eine große deutsche Flotte war ein Wstitel in dem alten demokratischen Programm. « «-danke der Achtundvierziger hat sich heute die Mgen Widersacher und die Regierungen ewonuen. I ^sollte man, statt sich des Sieges zn fteuen,

die Thorheit begehen, die endlich groß gewordene nationale Angelegenheit wieder auf das niedrigere Niveau der Parteisache herabzudrücken, weil man über die Form und den Umfang der jetzigen Pläne anderen Anschauungen huldigt?*

Solche Worte, wie immer man auch über ihre geschichtliche Berechtigung denken mag, beweisen jeden­falls den Enischluß, die Parteibrille abzulegen und eine nationale Sache auch vom rein nationalen Standpunkte unbefangen und vorurtheilsfrei zu be­handeln. Damit aber ist äußerst viel gewonnen; denn bei einer Prüfung des neuen Flotteuplans, die alle außerhalb des Gegenstandes liegenden Partei- Rücksichten und Bedenken beiseite läßt, steht mit Sicherheit zu erhoffe», daß das gewaltige Schwer­gewicht der sachlichen Gründe sich siegend Bah» brechen wird.

Umschau.

Zum Besuch des Zarenpaares in Potsdam.

Am heutigen Mittwoch stattet das Zarenpaar unserem Kaiser und unserer Kaiserin in Potsdam einen Besuch ab. Aus diesem Anlaß schreibt die Nordd. Allg. Ztg.*: Der Besuch wird als ei» neues Unterpfand der zwischen dem deutschen und dem rusfischen Herrscherhaus wie zwischen dem deutsche« und dem russischen Reiche bestehenden werthvolle» Freundschaftsbeziehungen von allen Kreisen unseres Volkes freudig begrüßt. Wir verehren in Kaiser Nikolaus II. eine» hochbegabten, edelfinnige« Monarchen, der die Geschicke eines mit Deutschland in bester Nachbarschaft lebende« Weltreiches zu große« Zielen lenkt, und der, weit über die Grenze« Ruß­lands hinaus, das politische Leben und Denken aller Völker des Erdballes an der Grenzschcide zweier Jahrhunderte mit neuen verheißungsvollen Anregungen befruchtet hat. Wir erblicken in dem erhabenen Vor­kämpfer der besten menschlichen Bestrebungen zugleich de« erprobten Träger der altüberlieferten bewährten Freund­schaft zwischen Deutschland und Rußland. Auf dem durch die herzliche» Beziehungen beider Herrscher verbürgte», für beide Länder gleich segensreiche» Ei»vernehme» zwischen Deutschland und Rußland beruht es, daß die deutsche und die russische Macht in Europa fried­lich nebeneinander wirken und sich außerhalb dieses Welttheils vertrauensvoll weiteren Aufgaben zuweudeu könne». In der festen Zuversicht, daß sich an den morgigen Tag für die Wohlfahrt und den Frieden der Welt glückliche Folgen knüpfen werden, heißen wir den erlauchten Herrscher Rußlands und seine hohe Gemahlin als Gäste unseres KatserpaareS ehr­erbietig und herzlich willkommen.

Novelle zu den Unfallversicherungs- Gesetz e n.

Die Novelle zu den Unfallversicherungs-Gesetzen, welche dem Buudesrath zugegangen ist, enthält in vier Anlagen die vorgeschlagenen Abänderungen für daS Gewerbe-Unfallversicherungs-Sesetz, daS Unfall­versicherungs-Gesetz für Land und Forstwirthschaft,

daS Bau- und See-Uufallversicherungs-Gesetz. In praktischer Weise ist, wie im vorigen Jahre bei der Vorlage des Invalidenversicherungs-Gesetzes, der ganze Text der bisherige» Gesetze mitgetheilt und daneben die neue Fassung gesetzt. Der Novelle ist eine Umfangreiche Begründung, ein allgemeiner und ein besonderer Theil beigegeben. Es wird darauf hingewiesen, daß seit Erlaß der Unfallversicherungs- Gesetze praktische Erfahrungen gesammelt und Be- dürfnisie hervorgetreten sind, welche eine Ab­änderung dieser Gesetze und eine Erweiterung ihres Wirkungskreises angezeigt erscheinen lassen. Des­halb ist bereits 1896 dem Reichstage eine Novelle zu- gegaugen, die zwar «icht zur Verabschiedung gelangte, aber einer eingehenden Berathuug in einer besonderen Kommission unterzogen wurde. Die gegenwärtige Vorlage knüpft an die damals geschaffene werthvolle Vorarbeit an und übernimmt eine große Anzahl der KommisfionSbeschlüsse. Von einer Verschmelzung der verschiedenen Zweige der Arbeiter - Versicherung: Kranken-, Unfall-, Invaliden-Versicherung, ist Abstand genommen. Eine Zusammenlegung der genannten BerficherungSzweige ist zwar im Grundsätze wünschens- werth, doch ist es bisher nicht gelungen, dafür annehmbare Grundlagen anfzufinden. De« Be­schlüssen der Reichstags-Kommission, welche sich auf eine Umgestaltung der Fürsorge für die Verletzten während der ersten dreizehn Wochen nach dem Ein­tritt des Unfalles beziehen, ist in der Novelle nicht Folge geben worden. Im einzelnen wird in den Motiven die Erweiterung der Unfall - Versicherung begründet für den ganzen Umfang der Gewerbe-Be­triebe, welche sich auf Bauarbeiten erstrecke« (Tischler, Schlosser, Schmiede, Fensterputzer), auf daS gesamte Fleischergewerbe, auf die Handwerksmäßige« Betriebe der Brauereien u. s. w. Besondere Abschnitte be­handeln die Erweiterung der Leistungen der Berufs- Genossenschaften, Entlastung der Versicherungs-Acmter und die Beibehaltung der Karrenzzeit. I» einem besonder» Gesetz-Entwurf ist schließlich einem Be­schlüsse, den der Reichstag auf Anregung seiner Kommission gefaßt hat, Rechnung getragen und eine Unfall-Fürsorge für Gefangene in Vorschlag gebracht worden.

Der südastikanische Krieg.

Vor Ladysmith.

Noch immer hört man nichts über das Schicksal Ladysmiths. Das Kriegsamt hat bekanntlich erklärt, daß keineinteressanten* Nachrichten eivgegangen wären; man darf daher annehme», daß dieSieges- bulletins* der Presse nicht auf Wahrheit beruhen, oder allzuweit zurückliegen. Drollig geradezu ist fteilich auch der Inhalt dieser Siegesuachrichten. So berichtet ein Telegramm des Reuter - Bureau's ganz ernsthaft.Ein schweres Geschütz der Bure» auf dem Hepworth-Hügel ist zum Schweige» gebracht worden.*' Dieses Burengeschütz auf dem Hepworth- Hügel muß ein zähe- Leben haben. Nach den englische» Berichte» ist es mindestens schon fünf Mal demontirt worden und feuert dann doch immer wieder. Einen recht schlauen Plan scheint General White

das

Nachdruck verboten

Des Vaters Flach.

«me Erzählung von Sophie Eben.

(Fortsetzung.)

-Der Fluch soll ruhen auf diesem Geschöpf, gisch,ffen scheint, rings Segen nm sich zu ver- 3» tiefer Bewegung entringen sich die ss? den Lippen des jungen Mannes.Bauer, »Marie Eurem verhärtetem Herzen keine» Segen ^den, Eurem finsteren Hause kein Licht gebracht, i*« Schuld. Ihr verschließt dem Sichte trotzig ^.hur und lebt trübselig im Dunkel» weiter.*

Augen find fencht geworden.

steht geschrieben: Er wird die Sünden der mchen an den Kindern bis inS dritte und ^Glieds* Gewaltig dröhnt des Alten Stimme 6v*8 Gemach, wo die Anwesenden, wie nnter ^«v»e der furchtbaren Worte daS Haupt senken.

alte Bäuerin schluchzt leise; es legt sich wie »tlsialast ans die Herze», schwer »nd drückend ** « in der Luft.

iZr*8 Verhängnis naht heran,* fährt der Alte ^-erster Erregung fort,er wird fie und Dich ts» c r®! So nimm Sie denn mit Dir, ihre '««leitet mein Fluch, als fie mit dem Ver- t Haus verließ, ihr kann ich meinen Segen

Wie vernichtet ist Marie zu Boden gesunken, ohne Thränen, ohne ei» Wort der Klage. Franz faßt die beinahe Besinnungslose mit starken Armen-; sie blickt um sich, stalren Auges, dann wankt sie, von seinem Arm unterstützt zur Thür. Dort aber wendet sich der junge Mann noch einmal um und, die Hand gegen den Alten erhebend, schleuderte er ihm in furcht­barer Erregung die Worte entgegen:

Gebt acht, Bauer, daß der Fluch Eurer Tochter sich »icht dereinst wende gegen Euer graue» Haupt!*

Dau» tritt er mit dem Mädchen hinaus in die Dunkelheit.

Schweigend legt er mit ihr den Weg nach der nahen Kreisstadt zurück, und beide finde» Unterkunft bei Marie's Onkel, der fich, nachdem ihm daS Vor­gefallene bekannt geworden, bereit erklärt, die Nichte ür mehrere Tage bei fich aufzunehmen. Marie ist tetS sein Liebling gewesen und er hat sich, als Bruder ihres verschollenen Vaters, ost erboten, das Mädchen zu sich zu nehmen. Der alte Bauer hat h» jedoch stets zurückgewiesen und gesagt, eS sei eine Pflicht, die Enkelin bei sich zn behalte»; die erfülle er, wen» auch nichts darüber. Am nächsten Morgen reist Franz ab, nm fich von neuem nm die ht Aussicht genommene Stelle zu bemühen. Er er­hält den gewünschten Dienst nnb einige Wochen später begleitete ihn Marie in ihre nene Heimat nach­dem sie am Tage vorher im Hause ihres OnkelS Franz angetraut worden.

ES ist November. Spärlich nur dringen die blasse» Strahle» der S»»»e durch de» Rebel und huschen wie Gespenster über da» gelbe gefallene Laub und die kahle» Neste. Wie eine Mauer, wie eine Ahnung kommenden Unheils legt sich der Rebel auch auf die Herze» der Bewohner des Bauernhauses; sie rüsten sich, um mit Klaus und Barbara, die mittler- weile ein Paar geworden, der neuen Welt entgegen zu segeln, denn am ersten Dezember ziehen die neuen Besitzer in das alte Haus auf dem Hügel am Walde ein.

Bann.

Drei Jahre find ins Land gezogen. ES ist ein Tag im Vorfrühling. Hell und klar lacht die Sonne, wie ein freudig aufblitzendes Ange blintt fie vom goldenen Knopfe des Kirchthurms, gleitet nieder auf die bunten Kirchenfenster, daß fie in doppelter Farben- tiefe aufglühen, und eilt dann lachend hinab auf die Sttaße, in jedes Herz, auf jede Lippe ein hoffnungs­schönes Lächeln zaubernd. Die Vorgärten des kleine» thüringische» Städtchens Warnsdorf schmücken sich, noch zaghaft, mit dem ersten Grün. Ein elegantes Coup« macht soeben vor eine« villenartigen Gebäude Halt. Ein Diener springt an den Schlag und hilft dem alten Herrn und der Dame au» dem Wagen; der Kutscher aber wendet in schlankem Logen seine Pferde, fährt »ach dem nahe» Stall, wo er fie sorg­sam abreibt, ih»en die Krippen voll stisches Heu schüttet, und schreitet, nachdem er ihnen liebkosend auf

gehabt zu habe». Er schickte, wie das Kriegsamt mittheilt, am Freitag einen Brief an Joubert und bat darin um die Erlaubniß, Nichtcornbattante», Kranke und Verwundete nach dem Süden gehen zu lasse». Das hätte ihm passen können, da er bann mit feinem Proviant länger gereicht hätte. Die Buren fielen aber nicht darauf hinein. Joubert lehnte baS Gesuch ab, gestattete aber, baß bic Nicht- kombattanten n. s. w. sich in ein besonderes Lager südlich von Ladysmith (jedenfalls aber innerhalb der Cernierungslinie) begeben.

General White meldet Wetter, daß am vergangene» Freitag einschneidiger Ausfall* uach Dew - d o r p z» stattgefunden hat.Truppen unter Bröckle- hurst trieben die Buren ans eine erhebliche Entfernung zurück und machten eine Kanone unbrauchbar. Auch bei Bulwana wurde gekämpft. Unsere Verluste im Ganzen sind 8 Todte und ungefähr 20 Verwundete. Die Posilion hier wird nun für ganz sicher gehalten." Ueber den Ausgang des Treffens meldet General White vorsichtiger Weise nichts. Daß die Buren anfangs zurückgegangen find, will bei ihrer bekannten Taktik wenig besagen.

Die Erstürmung deS Burenlagers bei B e st e r S, von der der Bericht der Engländer so großes Wesen machte, stimmt jetzt selbst die eng­lische Presse nachdenklich, der nachgerade ein Licht über die Siegesflunkereie» aufgeht. DieDaily Mail*, die gewiß nicht in den Verdacht kommen kann, die Bedeutunggroßer Erfolge* der Briten bewußt abschwächen zu wollen, bemerkt zu den diesbezüg­lichen Nachrichten:Der Bericht vo» Besters muß mit großer Vorsicht aufgenommen werde». General French soll einen unvermutheten Angriff auf eine Ab- theilung von Freistaatlern gemacht und ihnen schwere Verluste beigebracht haben. Wen» diese Schlacht aber am 2. November stattfand, dann erscheint e8 sonderbar, daß bisher noch kein amtlicher Bericht darüber im Kriegsministerium einlief. Auch geht aus der vorliegenden Depesche nicht mit Bestimmtheit hervor, wie die Sache ausging, und das Endergebniß mag möglicherweise am Schluß nicht so günstig ge­wesen sein, wie man ursprünglich vermuthete. Es wird jedenfalls gut sei», weitere Details abzuwarten und nicht zu frohlocken."

Uebrigens haben die Boeren Grund, sich mit dem Angriff auf Ladysmith jetzt etwas zu beeilen, denn nach einer Londoner Meldung werden für heute in Kapstadt vier Transportschiffe mit 3500 Mann, für morgen vier Transportschiffe mit 5550 Mann, für den 9. zwei Schiffe mit 3605 Mann, für den 10. vier Schiffe mit 3997 Mann und vier Artillerie- Abtheilnngen, für den 11. zwei Schiffe mit 570 Man», für de» 12. fünf Schiffe mit 3065 Mann und zwei Batterien erwartet. Die Engländer sind denn auch schon sehr siegesgewiß. Die Londoner Zeitungen melden: AIS Datum der Besetzung Pretorias wird Ende Februar angekündigt. Vielleicht kommt es ein wenig anders.

Von bei Besatzung cwn Colens» fehlt »och immer jebe Nachricht, Weber in Durban noch in Pieter­maritzburg weiß man etwas von ihrem Verbleibe. Es scheint also boch, als ob fie gefangen genommen

ben glänzenden Hals geklopft, seiner kleinen Kutscher­wohnung zu.

Plötzlich huscht ein glückliches Lächeln über die Züge des ManneS; er hat sein Weib in der HanS- thür erblickt unb beschleunigt seinen Schritt. Sie blickt ihm ftöhlich entgegen, bie Augen mit der Hand gegen die Sonne schützend; braune Flechten um­rahmten ihr aumuthiges Antlitz und ihre sanfte» rehbraune» Augen blitzen freubig auf, als er ihr die Hand reicht. Sie treten in das Wohnzimmer, wo schon der Tisch zum einfache» Mahl gerüstet steht. Slenbenb weiße Gardinen umrahmen die mit Gold­lack und Geranium geschmückte» Fenster; bie alten einfachen Möbel, noch von bes Kutschers Eltern her- rührenb, geben bem Zimmer etwas ungemein behag­liches ; von bem Antlitz bei jungen Frau aber scheint der Sonnenschein auszugehen, bei alle Gegenstände freundlich unb licht erscheinen läßt.

Ein Aprilabenb, trübe und regnerisch, wie blefer launischste unter allen Monaten deren so viele bringt. Marie sitzt in ihrem saubere» Wohnstübche», ein Nähzeug in der Hand und horcht, wie Stegen u»b Wind ans Fenster klopfe». Der kleine Hans, ein blondgelocktes Kind von 2 Jahren, ist müde vom vielen Umherspringc», setzt sich auf ein Fußbänkchen neben fie und bettelt mn ein Märchen. Unb Marie beginnt ein Märchen, de» Jahren und dem Sinn de» KinbeS angepaßt; erst klingt ihre Sttmme träumerisch, bann wirb fie lebhafter. (Fortsetzung folgt).