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Expedition: Markt 91. — Telephon 65.
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(Fortsetzung folgt).
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Recht eigener Briefmarken zu willigen, so doch wenigstens Mittel und Wege gefunden um später, nach einigen Jahren vielleicht, seitigung dieser Reservatrechts zu ermöglichen.
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Gegen Abend hat der junge Seien einen seiner unruhige» Spaziergänge, auf denen er sich die Se> gleitung seiner Freunde auf das Bestimmteste verbeten, nnternommen und ist in Gedanken versunken durch Wald und Feld gestreift. Er blickt nach der Uhr; es ist sieben und Zett zur Heimkehr. Gleich- giüig wendet er sich und verfolgt seinen Weg, dufter das Haupt zu Boden gesenkt. Serworren und sprung-
Häuschen zu verkaufen und mit Dir in zu ziehen.*
Marie lächelte bitter. Er sieht eS
r stand der junge Kutscher vor ihr, sich verlegen Hände reibend bei ihrem plötzlichen Anblick.
Bon Rußland, das steht fest, trennen uns keine feindseligen Interessen. Auf der andern Seite aber haben wir auch gar keine» Anlaß, nns als Sturmbock gegen die englische Politik benutzen zu lassen. Wenn andere Mächte dem Vordringen Englands ruhig zusehen, wir können gewiß ruhig bei Fuß stehen.
Ob die Leitung der auswärtigen Politik des Reiches bei einem großen sich zusammenballenden Konflikt den rechten Augenblick geschickt ergreift, um sich geltend zu machen, und ob sie nicht etwa vorher sich »ach der einen oder der andern Sette hin die Hände gebunden hat, darauf wird's aukommen.
Republik die Hand gereicht, um mit ihr die englische Politik zu durchkreuzen. Der damalige französische Minister des Auswärtigen, Berthelot, hat neuerdings behauptet, er habe damals von der Reichsregierung keine Eröffnungen über diese Angelegenheiten erhalten. Wenn er selber glaubt, was er da behauptet,- dann muß er ein seltsamer Diplomat sein. Im diplomatischen Verkehr braucht man bekanntlich nicht bloS Noten und amtliche Audienzen zum Meinungsaustausch zwischen den Regierungen, eS werde» be, namentlich in den ersten Stadien einer Angelegenheit, viel zartere Fäden gesponnen und sehr vorsichtig die Fühler auS- gestreckt. Die französische Regierung wußte damals ganz gut, was Deutschland wollte; aber sei eS, daß man der deutschen Politik nicht ttaute, oder sei es, daß man die alle Abneigung gegen Deutschland noch nicht ganz überwunden hatte, man verzichtete auf daS Zusammengehen mit dem deutschen Reiche. Ja, noch mehr: man machte in London Mittheilung von der Haltung DentschlandS und bot sich dort zum Bundesgenossen an, wen» Deutschland etwa Miene machen sollte, gegen England aufzutreten. Wie es scheint, waren die englischen Staatsmänner aber klüger als die ftanzöstschen: sie machten, aller Wahrscheinlichkeit »ach, ttl Berlin Mittheilung von dem steuvd- lichen Eibieten Frankreichs und schoben dadurch einen Keil zwischen Deutschland und Frankreich, der den Jntereffen der britische» Politik vorzüglich diente. Das Schildbürgerstückiein der Franzosen hatte de» deutsch-englischen Vertrag zur Folge, aber auch — Faschoda. Heute sehen die meisten Franzosen wohl ein, wie thöricht die damalige Haltung der Republik war; sie möchten gern, daß es in de» astikanischen Dingen wieder zn einer Verständigung zwischen beiden Mächten käme. Aber nach dem, was geschehen, wird das deutsche Reich selbstverständlich aus seiner Zurückhaltung nicht herausgehe», sondern Alles ruhig an sich herankomme» lassen. Wenn nun einmal Frankreich eine kleine Lektion verdient hat, so muß sie auch, soll sie wirksam sein, nachdrücklich ettheilt werden.
Daß mit der strengen Neutralität im Transvaal. Kriege, die für das deutsche Reich die ganz naturgemäß vorgeschriebene Politik ist, keineswegs eine machtlose und unthätige Politik des Reiches an anderer Stelle verbunden sein muß, bedarf wohl keiner besonderen Versicherung. Gerade die Gegnerschaft Englands und Rußlands, die sich mit den Jahren immer mehr herausbilden muß, bietet einer weitausschauenden, klugen und entschiedenen Staats- knnst volle Gelegenheit; die Interessen Deutschlands wirksam wahrzunehmen. Wir haben freilich keine Veranlassung, uns von der russischen Politik auS- nutzen zu lassen, wie fie's allem Anscheine nach mit dem lieben französischen Verbündeten thnt. Aber wir können bei sich darbietender Gelegenheit doch sehr wichtige Dienste leisten, wenn man sich ihrer durch entsprechende Zugeständnisse zu versichern versteht.
Deutschland mit der franz. Republik auf diesem biete gemacht hat, lasten für das Reich jetzt die güllige Miene des unbetheiligten Zuschauers als angemessenste erscheinen. Es gab eine Zeit, — war damals, als unser Kaiser daS bekannte Leiern an den Präsidenten Krüger schickte —, da man in Berlin gern der französischen
Antwort darauf gefunden! — Hebei mich ist es gekommen, wie ein Sturmwind und jetzt, da ich fort- gehen will —*
»Du willst fortgehen?* unterbricht ihn daS Mädchen, und ihre lachenden, glückseligen Augen füllen sich mit Thräuen. Es ist, als ob eine düstere Wolke sich urplötzlich über eine schimmernde Frühlings- laudschaft gebreitet habe.
„Ja, ich will und muß fort, das wttst Du begreifen; ich geh' noch Mitte des Monats, und der dort oben — * Franz deutete nach dem Schlosse — wird mich ziehe» lasten 1 — Und nun wollte ich Dir »och einen Rath geben, alS Freund, Marie,* seine Stimme fentte sich zum Flüstern herab: „Geh' auch Du weit weg, Du wirst nie vor ihm sicher.*
„Ich ging wohl gern,* erwiderte sie mit einem Seufzer, „aber die Großeltern, ich kann sie doch nicht allein lasten.*
„Sie haben ja noch ihren Sohn und die Schwiegertochter, aber, wen» Dein Gewissen Dich
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Der südafrikanische Krieg.
Wie steht'S um Ladysmith?
Ueber dar Schicksal von Ladysmith weiß man immer noch nichts Sicheres. Die Nachricht von der Kapitulation der Stadt, die Amsterdamer Blätter meldeten, hat eine gewisse Bestätigung dadurch erfahren, daß der Transvaalgesandte Dr. Leyds in Brüssel die Meldung von der Kapitulation Ladysmiths und der Gefangennahme der Generals White erhielt. Die Meldung ist jedoch nicht officiell. Auch die englischen amtlichen Kreise verbreiten darüber noch nichts. Sie geben jetzt aber allmählich zu, daß die Buren Eolenso in Besitz haben. Das Kriegsministerium drückt das vorsichtig folgendermaßen ans: „das Kolonialministerium erhielt die Meldung, daß die britischen Truppen von Kolens» zurückgezogen und mehr im Süden concentrirt wurden. Das Kriegsministerium fügt hinzu, daß eS aber keine Nachricht habe von einem Treffen, das in dieser Gegend stattgefunden habe.* Nun, diese Nachricht wird allmählich auch schon eintreffen. Und dann wird wohl auch durchfickern, daß White eine schwere Niederlage erlitten und Ladysmith aufgegeben hat. Jnterestant ist übrigens, daß Dr. Jameson in Ladysmith eingeschlossen sein soll.
Eine verdächtige Meldung bringen die „Kentral News* vom 2. Nov. Sie lautet: Während die Mariue-Brigade heute Morgen die Buren-Batterien weiter beschoß, wurde eine Abtheilung englischer Kavallerie mit Freiwilligen ausgeschickt; sie umschliche» die Hügel, überraschten und nahmen eines der Lager der Buren. Vom 2. Nov. Nachmittags meldet ferner die „Central New»*: Die Buren wurden bei BesterS Hügel völlig geschlagen und erlitten schwere Verluste. Da» ganze Lager wurde genommen. Dazu ist zn bemerken, daß die „Kentral News* sich durch unzuverlässige Berichte auSzeichnen und daß, falls die Nachricht wahr wäre, daS Kriegsministerium sicherlich nicht gesäumt hätte, sie bekannt zu geben.
fremden Flotten brachten, heißt eS am Schluffe« „Amerika verstärkt den Bestand feiner Flotte innerhalb der nächsten drei Jahre au fertigen Schiffen um 11 Linienschiffe, 4 Monitors, 4 Panzerkreuzer, 7 große und kleine Kreuzer, sowie 35 Torpedo Fahrzeuge. Japan wird in dieser Zeit eine meist auf englischen Werften entstandene Flotte der gewaltigsten Schlachtschiffe fertig habe». Rußland und Frankreich haben ihre Bedrückung durch Englands Seemacht erkannt und da» Tempo ihrer Flotien-Ver» größernng verdoppelt, und England baut jetzt jährlich soviel Schlachtschiffe und Panzerkreuzer, wie das gesamte übrige Europa herstellt. Das find gewiß sehr schwerwiegende, früher noch nicht vorhanden gewesene Gründe, die wohl genügen, um unferm Volke eine möglichst schnelle Besttzerlangung einer starken Seemacht wünschenswerth erscheinen zn lasse».*
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gern!*
„Ich will'» überlege», * meinte sie und zögernd hinzu: „In der Kreisstadt habe ich
'W auf dem Kirchhofe. Es muß mir herunter vom i^rzeul Ich kenn' Dich gar wenig,* fuhr er mit Minder Stimme fort, „aber gleich, wie ich Dich P8 «stenmale angeschaut habe, ist mir'S ins Herz Wichrew, »gß ich Dich nimmer habe vergessen können. 'M und Nacht hast Du vor mir gestanden mit M>r» lieben blauen Augen und hast mich stumm „Glaubst Du, waS die Leute »vn mir Wik»?' wie damals, al» ich Dich heimbrachte, nach- tz? die Buben Dich verhöhnt hatten l Und ich habe gegrübelt, warum Du mich wohl so äuge- und ob Dir an der Meinung eines Fremden f“ etwa» gelegen sein könne; aber ich habe keine
sekretär v. Podbielski fand in seiner Besprechung mit dem bayerischen Ministerpräsidenten insoweit ein freundliches Entgegenkommen, als die Vorschläge der Reichspostverwaltung unter Voraussetzung der Aufrecht- erhaltung des Reservatrechtes zur Verhandlung angenommen, jedoch aus Gründen polttischer Erwägung erst später oerttagsmäßig geregelt werden sollen. — Während hier also mehr formal-politische Gründe entgegenzustehen scheinen, werden von Stuttgart aus gegen die Pläne des Reichspostamts auch Gründe materieller Art geltend gemacht. Die Schwierigkeiten, die der Lösung der Briefmarkenfrage entgegen fielen, seien, so heißt eS, keineswegs gering. Sie liege» sowohl auf finanziellen und politischen als auch auf den wirthschaftlichen Gebieten. Es handle sich für Württemberg nicht um eine kleinliche Anklammerung an ein äußeres Hoheitszeichen, sondern es seien Er- Wägungen sehr realer Natur maßgebend. Die Selbstständigkeit des württembergischen Postwesens würde namentlich insofern gefährdet fein, al» die dem Publikum zu Gute kommende billige Tarifirung nach dem Anfhören der eigenen Briefmarke kaum aufrecht zu erhalten sei. Voraussichtlich werde auch der Landtag einer Beschränkung dieser Selbstständigkeit nach der einen oder anderen Sette hin nicht zu- stimmen. ___________
Flottenverstärkuug im Auslände.
In einer längere» Darlegung, welche die „Berl. Poltt. Nachrichten* jüngst über die Verstärkung der
bei ihnen hält, so suche sie dazu z» bewegen, ihr die Stadt
Umschau.
Die Einheitsmache.
Die Bemühungen des Staatssekretärs von Podbielski, durch mündliche Verhandlungen mit den Ministern der süddeutschen Bundesstaaten der Ein- führuvg einer deutschen Einheitsbriefmarke näher z» kommen, brauchen nicht als aussichtslos bewachtet zu werden. Wenn auch namentlich in Bayern zur Zeit keine Geneigtheit besteht, in einen Verzicht auf das
hast kommen ihm die Gedanken; sie eilen zu der nächtlichen Szene im Walde. Die Adern auf seiner Stirn schwellen, denn noch immer hat er jenen Elenden nicht entdeckt. — Er ist jetzt an der Dorfkirche angelangt und schreitet eben an der Kirchhofsmauer vorüber, aI8 e» ihn auf einemal durchzuckt und er, gierig lanschend, inne Hütt. Deutlich unterscheidet er hinter der Mauer zwei Stimmen: ste kommen näher und näher. Die eine ist Marie'» Stimme, die andere eine klangvolle Männerstimme, — die gesuchte. Vor Aufregung am ganzen Körper bebend, ttttt er zur offenstehenden Pforte und steht Marie und seinen Kutscher Franz engnmschlungen, in harmloser Glückseligkeit, den großm Mittelweg herab und gerade auf ihn zukommen. Mit einem Sprunge ist er bei dem Paare und packt den Ueberraschten an der Kehle.
Hab' ich Dich! Jetzt, Bursche, sollst Du e» mir büßen.*
Fest klammern fich seine Hände um den Hal» Hals des Gegners, jedoch dieser ist ihm überlegen, und während Marie händeringend und jammernd dabei steht, hat er den Angreifer abgeschüttelt und drückt gewaltig den jungen Mann, der wohl zu reiten und zu fechten verficht, der rohen Straft gegenüber so gut wie wehrlos ist, wie ein Kind zu Boden.
„Laß mich los, Elender, oder ich hetze Dich mll Hunden vom Hofe samt Deiner Dirne!' keutscht dieser athemlo», außer fich/
„Wir gehen schon m selbst; ich wäre so wie so nm meine Entlassung eingekommen, jedoch die Marie dort habt Ihr kein Recht, von ihrem Grund und Boden zu jagen; ste geht aber freiwillig mit und
Onkel -*
„Stein, in die Kreisstadt darfst Du auf keinen Fall,' sagte er bestimmt; „dort würde er Dich er- reichen. Du mußt wett, — wett fort! — Ach, wie gerne sagte ich zu Dir: Marie, laß alles hinter Dir;
Die deutsche Politik.
** Die Sympathien, mit denen man bei uns jg Deutschland die Buren bei ihrem Verzweiflungs- timpf begleitet, lassen es für einen großen Theil Meres Volkes schmerzlich empfinden, daß weder M Deutschland noch von einer anderen der aropäischen Großmächte der Versuch gemacht wird, glaub an ber Vergewaltigung ber kleinen süd- chikamscheu Republiken zu Hinbern. Aus biesen Sefühle» heraus läßt es sich erklären, wenn von Zeit zu Zett bte Nachricht auftaucht, einzelne bet Sroßmächte planten eine Einmischung in die Ttans- Mlftage und auch bei der in diesen Tagen verbreiteten Keldung, ei» Dazwischentreten Deutschlands, Frank-
s und Rußlands sei gefidjert, wird wohl nur der Wunsch des Vater des Gedankens fein. Deutsch- b kann aber auch nicht von bei Linie strengster eutialität abweichen. DaS mag manchem Poli-
, bei die Gefühle gern in Thaten umsetzen
diinglichei fort:
„Du mußt weg. Meinetwegen such' Dienst; ein rüstiges und gutes Mädel nimmt
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folge mir und «erde mein liebes Weib! Eine feste Anstellung steht mir jeden Augenblick offen. Ehe ich hierher kam, sollte ich schon in die Dienste einer reichen Herrschaft in Thüringen eintteten: aber das war in einer kleinen Stadt, und ich wollte aufs Land gehen. Die Stelle ist noch unbesetzt. Aber sieh', ich weiß nicht, ob Du mich liebst, und daun — Du bist schwer reich, und meine Eltern haben mir keinen Heller hinterlassen.'
Ein Freudenschrei unterbricht ihn und als er erstaunt, halb beseligt, halb noch zweifelnd, zu ihr niedergebeugt in ihrem Antlitz forscht, da legt sie beide Arme um seinen Hals und jubelt:
„Ich bin arm, arm wie eine Kirchenmaus, und ich hab Dich lieb, feit ich Dich kenne!*
Ein Vöglein schmettert fein Abendlied auf die beide» Glücklichen herab, und am Grabe der Mutter fitzt ihr überseliges Kind, in den elften reinen Freuden der Liebe schwelgend. Dann berichtet sie dem Geliebten von der unglücklichen Mutter, und zum elften» male weint sich die Einsame an einem treuen, liebenden Herzen aus.
„Nun wird e» mir auch noch zum Segen*, jubelte sie, „daß der Großvater meine Mutter enterbt, kenn die reiche Erbin hättest Du verschmäht!* —
g Ht»; dadurch ermuthigt, Begann er treuherzig: l. »Ich habe Dich gesucht, Marie, denn seit langem Mt'» mich rnhelo» umher. Man sagte mit, Du
Nachdruck verbot«
Des Vaters Flach.
Sine Erzählung von Sophie Ebe».
(Fottsetzung.)
Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marbnrg «nd Kirchhain.
gg^medDorlag: Joh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdruckrrei in Marburg. Jllustrirtes Sonntagsblatt. Derantvortlich für die Redaktion: Redakteur HanS Hupfer i» Marburg.
rtvßl trrt Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dieses Blattes, die Annoncen-
y Bureaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Mägde» o *
rr 1 Qnn iur& 5®icn; Rudolf Masse, Frankfurt a. M„ Berlin, München, Köln; o4. ^(UjTQ
Dtellstllg, 7. ytObCtltDCr 1899. £ & Daube & Co., Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris rc.
Erscheint täglich außer an Werttagen nach Sonn- und Feiertagen.
OuartalS-Abonnements-Preis bei der Expedition 2 Mk., bei allen e/ISL tiVti Postämtern 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). JnsertionSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen: die Zeile 25 Pfg.
8m folgenden Abend saß Marie Schwanow wieder 01 Stabe ihrer Mutter, in trübes Sinnen versunken, hörte auf das Läuten der Abendglockeu; der eine welcher sie die letzten Tage beschäftigt, war * »uch bis hierher gefolgt, — der Gedanke, daß r- i>km Kutscher Franz, der sie nun zum zweiteurnale M bedrängter Lage Befreit, noch gar nicht eigentlich 7*®tt habe für seine Dienste. Auf einmal fuhr ihrem Brüte» auf, denn ein fester Fußtritt Arte sich ihr auf dem Kies und wenige Augenblicke
röchle, schmerzlich sein, aber eS findet in der tlage genügende Begründung. Wir können, ffen gestanden, mit unserer geringe» Seemacht gar t daran denken, England in den Arm zu fallen; man seinen Worten im Nothfall nicht mch die That Nachdruck geben kann, bann macht au am besten nicht viel Worte, sondern erklärt sich unbeteiligt an der Sache. Wir dürfen eben icht vergessen, daß die günstige Stellung, die Deutsch- d bald nach dem Kriege hatte, seitdem fich gründ» geändert hat; nicht durch irgend ein persönliches schulden, sondern durch die Wucht der thatsäch- Verhältnisse, insbesondere die Steigerung des ltverkehrs. Damals war der europäische Kontinent r Schauplatz für alle wichtigen politischen Fragen; ' ihm konnte dar Deutsche Reich mit feinem stattlichen Heer jederzeit ein gewichtiges Wort mitsprechen, e aber ist dieser Schauplatz ganz gewaltig er» itert; die ganze Erde wird heute von den Interessen Mächte umspannt, an jedem Punkte kann eine itische Frage auftauchen. Da ist für eine Macht, mit ihren Streitkräften diesem jähen Wechsel nicht folgen können, vorfichtize Zurückhaltung die beste . itik.
Aber wenn nicht allein, warum sollte das Deutsche " h nicht int Verein mit Frankreich und Rußland britischen Politik entgegentreten ? Ob zu einem en Zusammenwirken überhaupt schon die Sorbe« „w.-gungen gegeben sind, ist nicht bekannt und darf M^svohl bezweifelt werden. Gerade die Erfahrungen,
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