ldr» v t («5
ls
1891
ches itQt lach tz
I Ich
(611
OßechßW Jeilmg.
Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
orfm* »erleg: Joh. Sag. Loch, Universitäts-Bllchdrnckerei «»Marburg. »crantworüich für die Redaktion: Redakteur Han, Hupfer in Marburg.
Expedition: Markt 21. — Telephon 55. wVHmUlJPvlWH» Redaktion: Markt 21. — Telephon 55.
Warburg
re.
f
’fet
26.
ff en:
in
ffe 9.
vtT I
keu,
18 000.
f
i«
(ad
689 776
666 760
682 981
666 018
stich«
(686
vorztz (6861 gattur,
Die Sterblichkeitsziffer ist so günstig wie seit langer
Zeit nicht. _________
(688
Olt
34. Jahrg.
ES starben tat Jahre
1895
1896
1897
1898
'n,
blatt" und „Verloosungsliste der -gl. preußischen Klassenlotterie" »erden von allen Poftanstalten, Landbrief-
Deutschland und die Niederlande.
** Wie sich doch die Zeiten ändern 1 Von unser» lirderdeutschen Stammvetter» in Holland haben wir bisher wenig Freundlichkeiten erfahre», 1870 hätte irr damalige König der Niederlande am liebste» gegen uns marschieren lasse», wenn ih» seine »et» duftigen Minister nicht vor solchen Thorheiten be-
Auf 1000 Einwohner kamen 1895: 38,3 Geburten, 16,2 Eheschließungen, 23,2 Sterbefälle; 1898: 38,6 Geburten, 17,2 Eheschließungen, 21,6 Sterbefälle.
käme kaum in Betracht gegenüber dem Gebiet, das wir den Holländern öffneten. UeberdieS wäre eine solche Zolleinigung kaum denkbar ohne eine gewisse staatsrechtliche Annäherung, denn wenn z. B. bei Abschluß vo» Handelsverträge« außer der Zustimmung des deutschen Reichstages auch noch die der nieder» ländischen Volksvertretung eingeholt werden müßte, so würde stch das deutsche Reich ohne Roth damit unter Umständen eine sehr lästige Fessel anlegen.
Etwa» anderes ist es, wenn in den Niederlanden jetzt ganz augenscheinlich der S-darke au staatsrecht' licheu Anschluß au daS Deutsche Reich Boden gewinnt. Dessen könne» wir uns herzlich freuen. Davon »nuten unter Umständen beide Theile Hortheil habe». Daß größere Militärlaste» für die Holländer damit verbunden sein würden, darüber sind sie stch selbst klar. Ohne Opfer find eben keine Vortheile zu erlangen, da» gestehen die Befürworter des Anschlusses an Deutschland offen ein. Aber ste hätten daun auch einen Rückhalt in den Stürmen der Zeit. Nun, das find weitausschauende Gedanken, und wir Deutschen werde» fie am besten bei den Holländern selbst auSreife» lasse», ohne allzu lebhaft zu ihnen Stellung zu nehmen. Aber es ist doch nicht ohne Interesse, von ihnen Kenntniß zu nehmen. Sie entstammen nicht de» Phantasien jugendlicher Brauseköpfe, sondern den nüchteinen Erwägungen kühl denkender, holländischer Kaufleute.
Schutz für ihre staatliche Existenz. Beides soll das Deutsche Reich ihnen gewähren.
Der Wunsch, in Deutschland einen möglichst offenen Markt zu finden, ist für den Augenblick natürlich der dringendste. Er ist wohl verständlich. Die Niederlande mit ihren Häfen Amsterdam und Rotterdam find durch ihre Lage ganz unverkennbar darsuf hingewiesen, für einen Theil Deutschlands die Vermittler mit dem Meere und damit dem Welthandel zu spielen. Sie find es auch lange gewesen und haben stch nicht schlecht dabei gestanden. Aber allmählich erheben sich doch einige Schwierigkeiten. Bet dem heutigen scharfen Wettbewerb, bei welch«« alle Voitheile auSgenutzt werden mflfftn, hat es sein mißliches, wenn die Seehäfen einem andere» Zollgebiet angehören, als das. Hinterland. Das Beispiel Bremens und Hamburgs seit ihrem Eintritt in dar Reichs-Zollgebiet zeigt, wie vortheilhaft eS ist, wenn Seehäfen und Hinterland zollpolitisch zu einem Ganzen verwachsen sind. Ueberhaupt haben Bremen und Hamburg ja einen großartigen Aufschwung genommen, Emden droht auch in die Höhe zu kommen, Köln macht alle Anstrengungen, direkten Verkehr zur See zu pflegen. Die Lage ist für die holländischen Häfen garnicht günstig, zumal ste auch in ihren baulichen Anlagen etwas zurückgeblieben stud. Da ist es wohl verständlich, wenn fie ein wenig näher an Deutschland heranrücken möchten. Wenn fie ein Zoll- und HaudelS- bündniß mit dem Reiche hätte», so würde sich ihnen das westliche Deutschland schon eher als Absatzgebiet erhalten lasten, der Verkehr zwischen dem Reiche und den Niederlanden würde stch dann ganz naturgemäß heben, denn wen» die Zollschranken fielen, würde die geographische Lage ihr Gewicht ganz von selbst geltend machen.
Ebenso verständlich find die Wünsche für einen kräftigen Schutz bei etwaiger Bedrohung der staatlichen Existenz. Man ist in dieser Hinsicht nirgends in den kleine» Staate» ohne Sorgen. Man sieht, daß im kommenden Jahrhundert die großen Mächte noch ein gewaltiges Ringen werde» zu bestehe» haben, und fürchtet, daß die Kleinen die Zeche werden bezahlen müssen. DaS wäre ja auch nicht unmöglich, da» erste Mal wäre es jedenfalls nicht, daß die Große» stch schließlich auf Kosten der Kleinen vertragen hätten. Die holländischen Kolonien könnten übrigens die Begehrlichkeit wohl reizen. Da wäre es als» garnicht so Übel für HoSand, unter den Fängen des deutschen Adlers Schutz zu suche».
In Deutschland wird man an solchen Erwägungen, die in der holländischen Presse ganz unbefangen geäußert werden, jedenfalls mit Jrtteresie Kenntniß nehmen, aber verrnuthlich sich nicht über die Linie vorsichtiger Zurückhaltung hinauSbegeben. Bon einem einheitlichen Zollgebiet mit den Niederlanden würden nicht wir den Vortheil habe», sonder» die Niederlande; daS Absatzgebiet, daS unsere Industrie dort fände;
Die Kaiserreise nach England.
Eine gewiffe Sufmerksarnkett erregt eine officiöse Berichtigung, die folgendermaßen lautet: »Mit be
ll e b e r die Nothweudigkeit deutscher überseeischer Kabelverbindnugen schreibt die „Hamb. Börseuhalle": Die lakonische Meldung, daß in Aden eine Militärzensur eingerichtet ist für alle Telegramme über das Kabel Aden- Sansibar, bedeutet in der Praxis nicht mehr und nicht weniger, als eine Sperrung des Telegraphenverkehrs auf dieser Linie für andere als die Telegramme der englischen Regierung. Wie man uuS mittheilt, find die Depeschen hiesiger Firmen an ihre Häuser in Delagoabat, ja sogar in Madagaskar in Aden einfach angehalten unb nicht befördert worden. Daß daS eine ungemeine Erschwerung, fast eine Lahmlegung des Geschäftsverkehrs mit diesen Hegenden bedeutet, ist klar; und da für de» Dritten stet» die Unterscheidung zwischen sogenannter „offener- und „verabredeter" Sprache schwierig, eigentlich unmöglich ist, so wird eine strenge Militärzensur immer einem direkten Verbot der Depeschenbeförderung gleichkommen. Daß Depesche» nach dem gänzlich neutrale» Madagaskar angehalten werden, beweist allerdings, daß die englische Zensur übermäßig streng gehandhabt wird; das Gleiche zeigen ja übrigens die Beschränkungen, die man in Südafrika selbst den Preß- telegrommen auferlegt. In diesem Falle zeigt sich aufs deutlichste, welchen gewaltigen Borsprung vor allen anderen Nationen England dadurch voraus hat, daß es fast alle überseeischen Kabel beherrscht; man denke sich einmal, welche Stockung in dem Verkehr mit Ueberfee einte tm müßte, wenn eine andere Macht oder gar vir selber mit England in Krieg geriethen l So wie die Derhältniffe jetzt liegen, müßte eine völlige Unterbindung der überseeischen Kommunikationen die Folge sein, von den militärischen Konsequenzen, die sich jeder leicht ausmalen kann, gar nicht zu reden. Darum ist es die höchste Zeit, daß dieses Monopol Englands durchbrochen w<.rde, die Legung deutscher Kabel nach Uebersee, insbesondere nach unseren eigenen Besitzungen, ist ein bringendes Er« sorderniß. Einen Anfang hat man bereits bamit gemacht, und es ist zu wünschen, daß der Fortschritt bald und kräftig erfolge. Die telegraphische Nach- richtenübermittelung spielt heute im Weltverkehr eine so große Rolle und ist auch bei uns bereits so ans« gedehnt, daß «n der Nothweudigkeit und der Rentabilität deutscher Kabel nach Uebersee nicht zu zweifeln ist. Reichsregierung und Privattnitiative
der Niederlanden finde» in immer wachsenden Umfange, Besprechungen Aufnahme, welche die Anbahnung eines Zoll- und Handelsbündnisses zwischen Deutschland wd den Niederlanden befürworte», ja sogar bie Her- Btlnng eines staatsrechtlichen Verhältnisses zwischen da beiden Ländern wirb erörtert. Bei der An-
eiietfl
itnittde
rsttz.
istititi
feiten sich verbünden, um solche Unternehmen schleunigst fördern.
Umschau.
Bevölkerung in Preußen.
Hand i» Hand damit geht eine Abnahme bet Sterbefälle. Sie betrug im Jahre 1898 allein
** Die Ziffern über die Bewegung der Bevölkerung Preußen im Jahre 1898 zeigen dasselbe Anwachsen, welches schon in den »orangegangenen Jahren
h(>§ taie Engländer macht keine Späße mehr über die v-« Sklaverei, die in Deutschland herrscht, und Über die iVtCl W des deutschen Militärdienstes. In den Zeitungen
Bestellungen
fit die Monate November und Dezember auf die
beobachtet worden ist. Die günstigen wirthschaftlicheu Verhältnisse kommen hier deutlich zum Ausdruck. Die Zahl der Eheschließungen hat gegen das Vorjahr um rund 5700, die der Geburten um 26 000 zugeuommen. Die Zunahme in den letzten Jahren, seit dem wirth- schaftlichen Aufschwung, veranschaulichen folgende Ziffern:
(68® trägem, in der Expedition (Markt 21), sowie ^8 Ml unseren Filial-Expeditionen in Kirchhain und Neustadt entgegengenommen.
f H nebst deren Gratisbeilagen
„sireis blatt für die Kreise Marburg uni ebilltz Krchhain", „Illustriertes Sonntags
desenheit der Königin Wilhelrnina t» Berlin spräche» holländische Zeitungen sogar die Hoffnung ans, daß »vrschland, Holland und Belgien gemeinsam noch , timml dem Vordringen Englands in Afrika schranken setze» würde», nnb es schien, al» blicke van auf Deutschland als de» natürliche» Verbündeten Zukunft.
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn-nnd Feiertagen. tW* Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dieses Blattes, die Annoncen-
OuartalS-Abonnements-PreiS bei der Expedition 9 Mk., bei allen v VVl X- y Bureaux von Haasenstein L Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Magde-
Postämtern 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). JnserttonSgebühr: die ge- — ____r,__-tonn bürg, Wien; Rudolf Mosse, Frankfurt a. M„ Berlin, München, Köln;
spaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen: die Zeile 25 Pfg. SjOltltCrltflg, Lv. xJltODCt lotffi. E. L. Daube & Co.. Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris
toahtt hätten, und feit der Wiederaufrichtung deS deutschen Reiches ist man an der Mündung des ▲ jU|K5eme8 die Besorgniß vor der deutschen Begehrlichkeit licht losgeworden. Man blieb mißtrauisch gegen n». Und nun ist man dort wie umgewandelt. Der
Was hat diesen Wandel bewirkt? Zweierlei vgenscheinlich trägt dazu bei, daß man in de» Preist «derlandeu die Lage heute anders anfleht als Wer. De» Niederlanden fehlt heute ein Absatz- Mt für ihre» Handel, und e» fehlt ihnen bei
Eheschließungen
Geburten
1895
2537-9
1208443
1896
264822
1 226 252
1897
274693
1234303
1898
280 394
1260 297
riet
Nachdruck verbot«
, vorM
3* Widerstreit der Gefühle.
Roma» von 6. Wilb.
(Fortsetzung.)
Auch für Walter waren e» keine leichte Minuten,
I Pf
>alz
. Pf"
ck
> Pf"
I unb damit auch meta ganzes Beben. Freilich j ich Dein Herz nicht zwingen, und wenn e» noch ___■
-Aeiu, nein," unterbrach ihn hier Eva hastig und dann leiser fort: „Du wirst mich »erachten, W ich Dir meine Schwäche gestehe» würde."
1»,.3ch Dich verachte», Eva? DaS kau» unmöglich
Ernst fein — ich habe Dir gesagt, ich liebe Dich, L *»b Du weißt doch, die Liebe verzeiht Alle», ent- WEistt «le»!"
L^»Du bist viel zu gut, Walterl" fuhr Eva erregt k9- „Siehst Du, ich war so jung, unb er stand L?och und bebentenb vor mir, überall der Erste, ptal der Beste, er war ja liebevoll und zärtlich
pfb.
en st iränch [68!
latil
»havst
picken, i Koche
< I **• wu*wl vw UUlv VHIIMCm/
Eva's Schweigen sagte ihm genug nnb er mußte a» de» Gedanken erst gewöhnen, daß eine» M, k^!ten Bild da» Herz bereit» ganz eingenommen *»?, welcher er so gern al» sei» an»schließltches *0«thum befitzev wollte.
»Doch nut kurze Zeit dauerte bei Walters gesundem k?» bieser Zustand, dann zog er Eva» Hände von ff*® Gesicht und sprach tief bewegt:
».Laß gut fei», Evcheu, sage mir, ob Du mir ' Zukunft anvertrauen willst, ob Du glaubst, K M', 5 Du lernen kannst, mich zu lieben ? Allerdings u i«b mich in mancher Hinsicht nicht mit Profeffor 0 M" Alfeld messe» — aber eta» habe ich Dir zu biete», doch wohl nicht z» unterschätze» ist: mein ganze»
zu mir, daß ich gar nicht anders konnte, ich mußte ihn ja lieben, Walter—ich habe kein unberührte» Herz mehr ,n verschenken. Ich bin Dir von jeher herzlich gut gewesen, das weist Du u»d ich habe die Thor- hett meiner ersten Neigung einsehen gelernt. Habe ich doch auch in Pari» es lebendig vor Augen gesehen, wa» für ein MißverhSltuiß es giebt, wenn ein älterer Manu eine viel jüngere Frau heirathet. Freilich habe ich immer »och ein lebhafte» Schmerz- Empfinden, wenn ich nach v. denke, doch ist e» da- mit in der letzten Zett viel bester geworden —'
„Nun bann wird ja Alle» gut werden," unterbrach fie ®alter herzlich. „Ich kann mir wohl denken, mit wie viel Ernst nnb Eifer Du gegen Dein Ge- uhl gekämpft hast, Du arme» Kindl Freilich hast Du den fichersten Weg zur Heilung eingeschlagen, und bitte Dich nm Verzeihung, daS ich Dir auch nur in Gedanken Unrecht gethau habe; in Worten habe ich für Dich gekämpft, habe stet» Deine Partei genommen unb Taute Martha hat mir auch in den letzten Zeilen dafür gedankt nnb mich „Deinen wahren Ritter genannt l"
„Kannst Du mir Mamas letzten Brief nicht zeigen»' bat Eva.
„Ja, aber erst laß un» hier auJfteigen nnb ein tnije» Weilchen zu Fuß gehen! Der Wagen kann uns hier erwarten!"'
Nachdem bie jungen Leute ein Stückchen gegangen waren unb Eva sich an dem reizenden landschaftliche» Bllbe entzückt hatte, zog Waller sein Taschbnch hervor unb reichte seiner Gefährtin be» Brief. Daun begann er selber recht» und lief» am Wege Gräser und dergleichen zu pflücken, nnb ließ die lesende Eva voran gehen.
Martha sprach erst ihr und ihres Mannes Bedauern ans über Evas wenig angenehme Stellung im Bonardel'schen Hanse, und wie fie nichts sehnlicher wünsche, «l» daß ihre Tochter dieselbe aufgebe und wie fie ihm, Waller, danke, daß er darauf Hin- Wirken wolle. Dann fuhr fie fort: „Welche Ant- wort ich Dtt auf Deine Bitte geben würde, meta lieber Waller, daß wußtest Dn wohl im Boran». Ich muß Dir gestehe» ich habe Jahre laug die steub- liche Hoffnung gehegt, daß er so komme» würde, und daß Du, der meinem Herzen stet» nahe gestanden, dereinst mein lieber einziger Sohn würdest. Manche Schatten batten mit allerdings in den letzten Jahren diese ftohe Hoffnung verdunkelt, Schatten die auch in Eva» Leben gefallen sind, und bie nur fie allein bannen kann. Ich weiß, baß Ihr Beide Euch gegenseitig beglücken könnt, wenn Eva ihren großen Fehler, ihren Stolz ablegen nnb Dtt mit edler Offenheit einen vollen Einblick in ihr Her, gewähren will Thut fie das so bi» ich Eure» Glücke» gewiß, denn nur dem Manne gegenüber, de» fie liebt, wird fie t» können. — Diese Worte mögen Dtt räthselhaft erscheinen, aber ich habe bie Rechte Zuverficht, ja fast bie freudige Gewißheit »ach Evas letzten Briefen, baß Eva Dtt bie» Räthsel lösen wirb. Ihr selber vielleicht unbewußt, haben ihre Zetten un» doch klar erkennen leffe», welche Wandlung in ihr vorgegangen ist, unb so hoffe ich den», baß es Dtt gelingen wttb, mtt meta Sind zurückzuführen."
Walter »ar langsam gefolgt, plötzlich blieb fie stehen nnb ließ bie Hand finken, welche den Brief hielt. Wallet eilte auf fie zu, sie hörte ihn wohl kommen, wandte sich aber nicht nach ihm um, aber al» Wallet neben sie ttat, seinen Arm nm fie schlang nnb sie sonst an fich zog, da »ehrtt sie ihm nicht,
sondern neigte da» Haupt nnb ließ e» langsam auf feine Schulter sinke».
„Eva, «ein Evchen," jubelte Walter nnb drückte die Geliebte »uu stürmisch an seine Brust, „ist e» den» wahr, willst Du mich beglücken und meta liebe» Weib sein?"
Eva schluchzte leise, aber bald erhob fie da» Antlitz zu dem seinen und sprach saust:
„Wenn ich Dir gut genug schein:, so wie ich bin, so nimm’ mich, Waltet, ich weiß uut nicht, ob ich Dtt auch Liebe genug weide geben können!"
„Unb Dich nennt Taute Martha stolz?" tief Wallet glückselig, indem et Eva, die wie in einem Traum befangen schien, herzlich küßte, „nun, da» muß ich mir von ihr nun aber seht «rtbitte», Du bist j« so weich nnb gut, viel zu gut für mich wilden Jungen. — Ach, Evchen, ist eS dem» möglich, willst Du denn wirklich »eta Evchen fein? — Ich kann es noch gar nicht glauben, sage mit’», bitte, nochmal», bist Du wirklich meine süße Braut?"
Errötheud schmiegte fich Eva an ihn, «bet anstatt aller Antwort reichte fie ihm nun ihre Lippen bar und besiegelte so ben Bund für’» Lebe».
Nach einigen Minuten begann dann Waller lachenb:
„Wa» wirb aber nun, mein Mäbchen? Bet diesen abgeschmackten Menschen, ben Bouardel'S lasse ich Dich keinen Tag länger, — noch heute mache ich Dich steil" —
„So, so Du lieber Stürmer, und ich soll bau» wohl heut noch meine Siebensachen packen und reifen? — Rein, so geht e» doch nicht, obgleich ich nun auch nicht mehr bleiben mag oder kann. Aber ich will Dtt einen Vorschlag machen: schreibe en Lutte uub bitte ste zu kommen; Du weißt ste ist immer bereit,