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dies zu dem Zwecke gethan haben, nm ungestörter sich dem Spiel hiugeben zu können. ES liegt somit kein sicherer Schluß für die Gewerb?Mäßigkeit des Spiels vor, am wenigsten bei v. Schachtmeyer. Der Gerichtshof hat deshalb auf ein non liquet aner­kannt. lieber die moralische Seite ei» U theil zu fällen, sei nicht Sache des Gerichtshofes. Wie die öffentliche Meinung darüber denkt, werden die An­geklagten wohl erfahre» haben. Die Angeklagten sind hiernach freizuspreche» und die Kosten der Staatskaffe aufzuerlegen.

Ein Zwischenfall bei einer Trauung. In Tri-nt fand die Vermählung des StatthaltereiratheS Grafe» Zdenko Thun mit Gräfin Theresina Thun statt. Beim Ringwechsel kam die Braut einer Kerze zu nahe, und ihr Schleier gerieth in Brand; im Augenblick stand das leichte Gewebe in Flammen. Man riß den Schleier der zu Tode erschrockenen Dame vom Haupte, und es zeigte fich, daß fie keine Verletzung erlitten hatte. Nachdem fich die Braut von ihrem Schrecken erholt hatte, konnte die Cermonie beendet werde».

ichten vor einigen Tage» die Nachricht, daß der ßtrc Studierende der Technischen Hochschule zu

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M,«ar Meyer, Quartett aus Berlin bringen wird. M vorzügliche Künstler • Bereinigung zeichnet fich Lrch besonders ans, daß neben de» Streich­elten, Herr Waldemar Meyer, der lange Jahre L Corcertmeister der königl. Capelle zu Berlin g <18 Solist fich hören lassen wird. Der 14. tagst bringt dann wieder ein Orchester»Concert,

nstadt Heinrich Kopf aus Frankfurt a. M., ier wegen Mißhandlung zweier Kaufl-ute zu

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versuch dem Amtsrichter Mark in Offenbach gegen­über versucht zu habe». Die Beweisaufnahme fällt, besonders was Punkt zwei und drei anbelangt, zu Ungunsten KüchlerS aus. DaS Urtheil lautete: Der Landgerichttdirektor Küchler ist in fünf Fällen des Vergehens im Sinne des Artikels 9 der Verord­nung über die DiSciplinarverhältniffe der richterlichen Beamten vom 31. Mai 1879 schuldig und wird in eine Geldstrafe von inSgesammt 350 Mk. und zur Tragung der Kosten au */5 vermtheilt. Vs der Kosten falle» der StaatSkaffe zur Last. Ja zwei Fällen wurde der Angeklagte wegen Mangels genügender Beweise fteiaesprocheu; für nicht hinreichend erwiesen toinbe die Abänderung des Strafbefehls und die miß­bräuchliche Verwendung der Schreibgehilfe» zu Privat- zweck-» erachtet. Für de» Fall der versuchten Ab­änderung des Strafbefehls erhält der Angeklagte eine Geldstrafe von 25 Mark, für die Berechnung der zweiten Klasse auf Dienstreise» statt der benutzten dritten eine Geldstrafe von 150 Mk. für die miß bräuchliche Benutzung des Hektograph:» des Land­gerichts Gießen zu Privatzwecken eine von 25 Mk., für sein Verhalten in der Büttelborner Ortsgerichts­affäre eine Geldstrafe von 100 Mk. und für sein Verhalten im Falle Marx-Offenbach eine Geldstrafe von 50 Mk., insgesammt 350 Mk.

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Herr» H. M., Marburg. Wir bedauern. Ihr Ein- gesandt nicht aufnehmen zu können. Sie wenden fich barix gegen eine Behauptung, die garnicht ausgestellt worden ist.

ÖC* Der Gesammt-Auflage unserer heutigen Nr. liegt ein Prospekt dcS b-kannte» Bankhauses G. H. Hoffmann, Lübeck bei, betr. III. Wohlfahrts-Geld- Lotterie, worauf wir unsere Leser besonders aufmerk­sam machen; die Loose der eisten und zoeiteu Wohlfahrts-Lotterie waren lange vor der Ziehung anSoerkauft und dürfte eS sich empfehlen, mit Be­stellung der Loose nicht länger zu wait-n.

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Neueste Telegramm

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Der südafrikanische Krieg.

London, 23. Octbr. Eine amtliche Depesche des Generals White über die Einnahme von Elandslaagte besagt: DaS wirkliche Gefecht begann um 3l/g Uhr Nachmittags. Die Buten hatten eine hervorragend feste Stellung auf felsige» Hügeln inne. Unsere Geschütze posttrte» sich auf seinem Bergrücken, 4100 Aards vom Feinde entfernt, der sofort ein gutes, wenn auch etwas hochgerichtetes Feuer begann; seine Granaten krepirte» gut. Nach dem Artillerie- kawpf, der mit dem Schweigen der Burengeschütze endete, ging die Infanterie zum Angriff vor, das Devonshireregiment an der Spitze. Während die Devonshires und GordonS die linke Flanke der Bure» umgingen, nahmen deren Geschütze, wenn sie auch zeitweilig schwiegen, bei günstiger Gelegenheit das Fmer immer wieder aus. Die Geschütze der Buren wurden mit großem Muthe bedient. Nach heftigem Kampfe nahm die Infanterie Nachmittags 6V2 Uhr die Stellung. Der Feind hielt bis zuletzt mit groß-m Muth und Ausdauer bei den Geschützen Stand. Unsere Kavallerie attakirte dreimal mit gutem Erfolge die zurückweich:nden Buren. Zwei Geschütze und das ganze Lager wurden ge­nommen. Die Verluste der Buren sind beträchtlich. Wir nahmen den Buren den eroberten Zug nnd neun englische Gefangene ab. Der Verlust auf unserer Seite beträgt etwa 160 Tobte und Verwundete.

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Da- Urtheil im „Harmlosen"-Procrß. Die Anträge des Staatsanunlis in dem Proceß ver­mochten wir bereits am Sonnabend unsere» Lesern mitzutheilen, dos Urtheil, das um V27 Uhr ver­kündigt wurde ging dahin: Der vom Reichsgericht festgestellte Begriff des gewerbsmäßigen Glücksspiels kann auf die Angeklagten nicht angewendet werden. Sie befanden fich zwar nicht in besonders günstigen Verhältnissen, aber fie hatten doch Mittel um das Spiel einmal beginnen zu können. Sie waren nicht ganz mittellos. Würde Mittellostgkeit Vorgelegen haben, so würde §§ 284 sich leichter anwenden leffen. Die Angeklagten sagen selbst, fie seien keine Gewerbs­spieler gewesen., sondern nur einem hohen Grad von Leichtsinn verfallen. Man kann ihnen nicht ins Herz sehen und deshalb muß, wenn Zweifel obwalten, die den Angeklagten günstige Ansicht Platz greifen. Des­halb liegt nachweislich gewerbsmäßiges Glücksspiel bei ihnen nicht vor. Allerdings haben die Angeklagten einen erheblichen Aufwand getrieben, daß ihr Wille ober von vornherein darauf gerichtet war, fich die Mittel zu diesem Aufwand durch Spiel zu erwerben, hat sich nicht nachweisen lassen. Selbstverständlich haben sie größere Aufgaben gemacht wenn sie ge­wonnen hatten. Auch die Gründung des Klubs kann nicht gegen die Anreklagt-u spr-chen, denn sie konnten

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Schlachtfest wozu freundlichst einladet 6801) John Schneider.

Kapstadt, 23. October. Die Buren beschieße» Dundee aus große Distanz. Ihr Feuer iß nicht wirksam. — Der Bnreugeneral Kock erlag feine» Wunde», Die Burenabtheilung, welche bei ElaidS Laagte focht, umfaßte auch das holländische, deutsche und die übrigen fremden FreicorpS.

Capstadt 22. October. Die Bnrenabtheilnng, welche gestern das Lager von Glencoe angegriffen hat, ist die Hauptmacht der Nordkolonne. Die Eng- läuder waren in guter Stellung verschauzt. Der Führer des deutschen Freico PS, Oberst schiel,W bei Elands- laagte gefangen genomme». ^»4 pas’!«..

---Ti.'Z 3*'

Berlin, 23. Oct. In der vergangenen Nacht wurden ia der Siegesallee 7 Nebenfiguren der Denk­mäler Albrecht» des Bären, Otto I., Otto II. und Albrecht II. wahrscheinlich durch Hammerschläge be­schädigt.

Darmstadt, 23. October. Auf der Neben­bahnstrecke Griesheim—Darmstadt wurde ein Attentat auf den nach Darmstadt fahrenden, stark besetzten Zag verübt. Ein Bahumetsterwagen wurde in der Nacht quer über daS Geleise geschoben. Infolge des dichte» Nebels fuhr der Lokomotivführer auf den Wagen anf. Menschenleben sind nicht zu beklage»^

London, 23. Octbr. Die Königin richtete an bett Kriegsminister ein Telegramm, worin sie sagt, ihr Herz blute über die schweren Verluste. Auch heute sei ein großer Erfolg errungen, aber sie fürchte, derselbe sei theuer erkauft. Dan» bittet die Königin he« Minister, ihre herzliche Thflluahme bett Ange­hörigen bei Gefallene» zu übermittel» nnd ihnen ihre Bewunderung über dir Haltung heiselbe» auszu- sprechen. *

Dados, 22. Oktober. Die feierliche Grund­steinlegung der deutschen Heilstätte für weniger bemittelte Lungenkranke fand hier heute bei herrlichem Wetter statt.

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agta , 8 Agnaten und 2 Wochen Gefängniß vermtheilt ast, j war von dem Großherzog begnadigt worden sei. ob u» j|e[e Thatsache ist wohl richtig, eS ist aber diese hat dj Hiche dahin zu ergänze», daß sowohl der verletzte geferbg jyfmaen, der bei bei Affäre ein Auge eingebüßt v»u h sowie Student Kopf gemeinsam ein Gnaben- t Sch, Ach um Erlaß bet Reststrafe richteten und baß zjk Bewilligung beffelben von ber Zulassung einer Geldbuße an bett Verletzten abhängig gemacht gerbe. Diese Buße war auf bte Summe von 6000 «irf und Tragung sämmtlicher Kurkosten festgesetzt Egb erst nach vollständiger Regelung dieser Angelegen- »eit soll der Großherzog, ber Begnadigung des Wpf zu-estimmt haben. Man hatte also gar keinen rund, sich über die Begnadigung so aufzuregen.

Dormstodt, 21. Okt. Das zweite Disciplivar- llfahren gegen Landgerichtsdirktor Küchler wurde ier in diesen Tagen verhandelt. ES standen folgende if Punkte zur Anklage: Der Angeklagte soll . a) einen von einem Amtsrichter erlassenen Straf, in den 80er Jahren eigenmächtig abgeändert ta, b) anfangs der 90er Jahren versucht haben, ra Amtsanwalt zur Aenderung eines Strafbefehls -- i veranlassen, 2. als Untersuchungsrichier in Gießen 1 l Diätenverznchniß, obwohl er dritte Wagenklasse isahren war, die zweite Klasse fortgesetzt benutzt zu eben, 3. Schreibgehilfen für seine Privatgeschäfte mutzt habe», ohae ihnen die Auslagen e.setzt und e entsprechend entlohnt zu haben; bei dieser Gelegeu- nt auch dem Gericht gehörende Schreibmaterialien, ckographen rc für sich benutzt zu haben, 4. die «ichtsmitglieder zu Büttelborn zu einer Handlung «leitet zu haben, infolge bereit dieselben nachher iiciplinarisch b.straft wurden, 5. einen Beeinfl-ssungs-

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