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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marbnrg und Kirchhain.

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Expedition: Markt 21. - Telephon 55. VVinHWJJVVlWIl» Redaktion: Markt 21. Telephon 55.

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kstaud.

Geben wir Samoa auf?

** Aus den Verhandlungen des Kolonialraths wirb nachträglich bekannt, daß der Minister deS ilskwärtigen, Graf Bülow, den Mitgliedern des Hlooialraths vertrauliche Mitthetlungen über den

wird hjß jetzigen Stand der Samoafrage gemacht hat; er wollte, igen W st wird gemeldet, ein Gutachten darüber hören, ob erselbst a tl zur Beseitigung der Dreiherrschaft mit ihren

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(666 «nwigfaltigen Unzuträglich ketten ralhsamer sei, sich bat Lefitz der Hauptinsel Upolu durch Zugeständnisse

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Sodener lesonden

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a anderen Punkten zu sicher», oder die Stellung in Samoa gegen bestimmte Kompensation aufzugeben.

ES wird dieser Meldung beigefügt, daß der alrath in seiner Mehrheit sich dahin geäußert ein Aufgebe» unserer Ansprüche sei mit unfern Mischen Interessen wohl vereinbar, wenn wir

angemessene Entschädigung dafür erhalte».

Die Verhandlungen über diese Angelegenheit waren icher Natur. Man kann daher nicht erfahre», bereits bestimmte Vorschläge Englands vorliegen «der ob der Kolonialrath bestimmte Forderungen in auf die Entschädigung aufgestellt hat. Wir unS daher vorläufig nur mit der principiellen g der offenbar von England aufgeworfenen

e zu befasse». Da ist nun zunächst zu sage», wir Deutsche im Allgemeinen keine sonderliche g zu Tauschgeschäften mit England haben.

Sansibar - Vertrag liegt un» dach noch zu sehr Mage» und daS, was mau bisher über das iöse deutsch englische Abkommen gehört hat, ist nicht de geeignet, das Mißtrauen zu beseitige», das man

uet nut Jeschus ders: itaro

Diesen, geordnete Zustände auf der Insel herbei Ehren. Eine Verlängerung des bisherigen Ueber- mkommenS der drei Vertragsmächte erscheint daher dicht wünschenSwerth, einmal um der Inseln selbst Een, dann aber auch, weil sie den Keim neuer Eivickluugeu zwischen den drei Mächte» in sich trage» Ede. Die Vereinigte» Staate» würden nun am Wen geneigt find, von dem Vertrage zurückzutrete».

w darf allerdings auf der anderen Sette uicht - dvgiflc» werden, daß die jetzigen Verhältnisse auf [6564 Samoa völlig unhaltbare find. Die unleidliche Drei- »«rschaft hat schwere Schädigungen im Gefolge ge­rbt und sich neuerdings wieder als völlig ungeeignet

uns im Volke gegen Handelsgeschäfte mit England egen gt. Man scheint jetzt auch in unserer Diplomatie ngen äs Allmählich zu diesen Anschauungen gekommen zu sei»; ihxnungs. wenigstens hat Graf Bülow im Kolonialrath keine X|! 'sondere Neigung zu einem neuen Tauschgeschäft be- ----21. lebet. Er hat sich dahin ausgesprochen, daß er in rkung! Pst« Linie die Wahrung unserer alten Stellung auf , Eamoa in Betracht ziehe. Damit befindet sich der ilwasser- &iter unserer auswärtigen Politik zweifellos in reise von tller Uebereinstimmuug mit der öffentlichen Meinung.

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'sn «? oasur ewgeiauiwr r yeitze Lyranen rannen ihr Antlitz und fie konnte ein leises Schluchzen unterdrücken.

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Ich danke Dir, daß

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C®» ich muß Dich erst wieder i* Leit sehe», »u» gute Nacht, Du kleiner Flüchtling!' ^Dabei küßte fie daS Kiud und kehrte in ihr ff*« Bett zurück. Sie war gerührt durch diesen S**8 der schnell erwachte» Zuneigung in dem kleinen und sagte sich, daß darin schon ein großer "pta für fie liege. Ihre Gedanken kamen »ach

an die Liebe, die fie hinter sich zurückgelaflen «re, daheim und in Trouville, und was hatte ® «un dafür eingetauscht? Heiße Thräueu rannen

Eva gedachte aller abrathende» Worte der Mutter fie vor diese» Erfahrungen hatte bewahren wollen, bene» sie sich stark genug geglaubt hatte. Sie

Da fühlte sie sich plötzlich vou einem Paar weichen gKrarmen umschlungen, und dicht an ihrem Ohre Jofi's Stimme:

was, adert 1 der H»1 uE i. 1.26' s, Enee

Nachdruck verboten

> Widerstreit der Gefühle.

Noma» von 6. Wild.

biS ira ytng anj-.

0002«. h »8Jo kommst Du her, Jofi?' fragte fie, .lauf urieder in Dein Bett. Ich danke Dir, daß v ix 2 '"'ch lieben willst, und ich habe Dich auch schon

»,-O, Mademoiselle, Sie müffe» nicht weinen! zur fr tootIcn Sie ja auch sehr lieb habe», ich und *2 wir find Ihnen beide schon sehr gut und wolle»

/all? ZL|er, und ich werde auch nicht mehr »einen, Du Dein Versprechen hältst! »der nun

,i ' s. * W Sanz folgsam fein.'

- ^«va war gerührt durch diese Wärme de» ihr P noch fremben kleinen Wesens und setzte fich

Sie würden mit der Ueberlaffuug des Hafens Pago - Pago, eventuell eines zweiten Hafens zu be­friedigt sein. Die Auseinandersetzung würde dem­nach nur zwischen England und Deutschland schwebe», würde also wesentlich vereinfacht sein. Zweifellos würde England für die Aufgabe seiner Ansprüche einen hohe» Kaufpreis verlange», uns würde aber anderersttts der Gedanke an dar in Samoa vergossene deutsche Blut und die deutsche Arbeit, die auf jene» Inseln geleistet worden ist, es nahe zu zur Unmöglichkett machen, uns zurückzuziehen. Principiell würden wir also gerade jener Imponderabilien wegen den Standpunkt einnehmcn, auf den sich auch Graf v. Bülow gestellt hat und zunächst an die Wahrung unserer bisherigen Stellung auf Samoa denken.

Die weitere Behandlung der Angelegenheit wird natürlich von den Vorschlägen Englands abhängen. Daß es, wie einige Bläiter behaupten, Sansibar an uns abtreten wird, klingt unglaublich. Ob es uns aber sonst aus seinem jetzigen Besitzstände angemessen entschädigen kann, wird sorgfältiger Prüfung be­dürfe». Sollte es dazu komme», daß wir unsere Ansprüche auf Samoa aufgeben, dann werden wir uns sicherlich nicht wieder, wie es in dem deutsch-eng­lische» Abkomme» bezüglich der Delagoa-Bai der Fall gewesen zu sein scheint, mit Wechseln auf die Zukunft begnügen.

Umfdjau.

Herr Bassermann.

lieber den Gesetzentwurf betreffend den Schutz des gewerblichen ArbcitsverhältnifleS hat fich neuer­dings Herr Abg. Baffermann in einer nationalliberalen Wählerversammlung wieder aaSgesprochr». Herr Baffermann war eS bekanntlich, der bei der ersten Lesung der Vorlage im Reichstage sich zu Aeußerungen verstteg, welche ihm gerade überschwengliche Lobes­erhebungen Seitens der Sozialdemokratie einttugen. Es scheint ihn nach einer neuen Auflage derselbe» gelüstet zu haben. I» der erwähnten Versammlung nämlich hat Herr Baffermann erklärt, daß er durch die Vorgänge im Sommer, durch welche bekanntlich klar wurde, wie s-hr der Grundgedanke der Vorlage auf die Sympathien der weitesten Streife der Be­völkerung zu rechnen hat, nicht im Geringsten in seiner ablehnende» Haltung, beeinflußt sei. Das mag Herr Baffermann halte», wie er will. Der Umstand, daß in seiner eigenen Reichstagsfraktion bereits An trage vorbereitet werden, welche den Vorgängen im Sommer Rechnung zu tragen geeignet sind, wird ihn darüber belehren, daß ein Theil seiner Parteigenossen, und voraussichtlich ein ziemlich bedeutender, völlig anders zu urtheile» gewillt ist. Aber wenn Herr

dieser Einsicht sehr zur Ruhe und schließlich schalt fie fich egoistisch, da fie vergeffen hatte, daß fie doch eigentlich hier ein viel reicheres Feld zur segensreichen Thätigkeit fände, als die» im gräflichen Haufe der Fall gewesen. Freilich, dort hatte sie genommen, hier konnte und sollte fie geben, dort hatte sie eigentlich nur fich selber gelebt, hier sollte sie für Andere leben, und fie wollte es auch, und mit diesem Entschluß und Vorsatz beschloß fie diesen Tag.

Der nächste Morgen ließ fich ganz gut an. Die Kinder standen gleich auf, als Eva fie weckte, waren frisch und ftöhlich beim Anziehen und beim Früh­stück und führte» Eva munter de» Weg zur Schule, de» fie da»» ganz allein zurück machte und fich auf­merksam umschaute, um Mittags die Kinder wieder abholen zu können.

Metz machte keinen schöne» Eindruck auf Eva; eS war int ganzen eng gebaut. Als Eva »ach Haufe zurückkehrte, wußte fie eigentlich nicht, womit fie fich beschäftigen sollte. Madame »ouardel war zwar auf, hatte jedoch noch nicht »ach ihr gefragt oder »erlangt. Sie kehrte also in das Kindelzimmer zurück und versuchte fich unter den Sachen der kleinen Mädchen zu orientiren, indem fie alle Schubkästen und Fächer entleerte und Wäsche und Kleidungsstücke, Bücher rc. ordnete und wieder einränmte. Sie fand dabei eine Menge schadhafter und eine größere An- zahl schlecht reparirter Gegenstände vor, welche sie heranlegte, nm fie gründlich auSzubefferu und zu ordnen. Bei dieser Arbeit traf fie Madame Bonardel, welche in einem rothen Plllschschlaftock mit seidenem Futter hereingerauscht kam.

»Guten Morgen, Fräulein! Sind die Kinder zur Schule? Was machen Sie denn da? Ach, Sie räumen auf, da» wird Roth thnn. Sind da» Alle» unbrauchbare Sachen? Sie wollen fie

Baffermann bei dieser seiner Erklärung fich gleich­zeitig in Schimpfereien auf die Großindustrie ergeht, wie man sie sonst nur an socialdemokratischen Ergüssen gewohnt ist, so muß ihm doch bedeutet werde», daß der' Befitz eines Reichrtagsmandate» in Deutschland noch nicht von der Pflicht, für Behauptungen auch Be­weise zu erbringe», entbindet. Herr Baffermann hat der Großindustrie Heuchelei vorgeworfen und ihr nach gesagt, daß, wenn fie für den Schutz der arbeitswilligen Elemente eintrete, fie nur den Schutz derhöchst- eigenen Interessen und die Pflege ihrer eigenen Machtbedürfnisse meine. Verleumderischer hätte auch et» Socialdemokrat von der Großindustrie und ihrem Eintreten für den dem Reichstage vorliegenden Ent­wurf nicht sprechen können, er hätte aber wahr­scheinlich wenigstens den Versuch gemacht, einiges Material zur angebliche» Begründung dieser Anklage zusammenzustoppeln. Herr Baffermann thut- nichts dergleichen. Er hat es gesagt, und die Welt hat es zu glauben. Herr Baffermann int fich aber sehr. Im Laufe des Sommer» haben sich die Dinge sehr erheblich geändert. DaS wird sich bei der Wieder­eröffnung des Reichstages zeigen.

Der südafrikanische Krieg.

* Auf dem westlichen Kriegsschauplatz sind nunmehr, wie es scheint, Bure» und Engländer in einem größeren Gefecht znsammengestoßen, daS fich um den Besitz Mafekings drehte. Englische Blätter melden, daß Oberst Baden - Powell das Ge­fecht gesucht hatte, um gegen die Mafekiug um­stellende» Bure» einen Ausfall zu mache». Der Kampf soll heftig gewesen fein. Auf Seite der Buren sollen allein 300 Mann getöbtet sei», auf englischer Seite habe es nur 18 Tobte gegeben. Spätere De­peschen melden, daß der Kampf nördlich von Maf-king sich weiter fortgesetzt hatte. »Nach dem zweiten Ge­fecht so heißt es in dem betreff.nden Telegramm, zogen sich die Engländer auf die Stadt zurück, kehrten aber kurz darauf zurück und nahmen den Angriff wieder auf. Zwei Burphers wurde» getöbtet, drei verwundet. Das Burenkommando war infolge Mangels an schwerer Artillerie im Nachtheil und er­hielt solche später vom General Cronje.' Eine Meldung deS LondonerEaeninq News' besagt endlich, daß die Bure» dreimal mit schwerem Verlust zurückgeschlagen worden wäre». Zunächst ist zu diese» Meldungen zu bemerke», daß die Verlust- Ziffern offenbar unrichtig find; in dieser Beziehung kennt man ja die zuverlässigen englischen Berichte auS dem spanisch - amerikanische» Kriege zur Genüge. Dan» aber läßt es sich auch nicht annehme», daß die nur 600 Man» starke Besatzung Mafekings bei einem Ausfall gegen die in der Uebeizahl befindlichen Buren solche Erfolge davongettagen habe». Wett

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sorgfältiger nähe»? Ach, das ist nicht nöthig man bessert daS oberflächlich a»S, und wenn eS wieder zeniffen ist, da»» kauft »an Neue»! Wir werde« uns doch nicht mit Flickereien quälen! Sage» Sie mir, was trug die Gräfin für Schlafröcke? Plüsch »der Sammet? hell oder dunkel?'

Um die jetzige Jahreszeit nur leinene Peignoirs in Naturgrau, gnädige Frau, übrigens habe ich die Gräfin nur sehr selten und ausnahmsweise im Schlafrock gesehen,' entgegnete Eva der Wahrhett gemäß.

Die vorige Bemerkung über das AuSbefferu hatte sie wieder sehr ftappirt und ihre peinliche deutsche Ordnungsliebe verletzt.

Womit soll ich mich als» beschäftigen während der Bormittage, w» die Kinder mich nicht beanspruchen, gnädige Frau?' fragte fie nun.

Beschäftigen? Ach, komme» Sie bitte mit wir. Sie sollen meine Vögel füttern und meine Blumen begießen, und dann machen Sie mir wohl mein Haar, wie man es jetzt in Paris trägt! Wie trug die Gräfin daS Haar?'

Eva war förmlich erschrocken, und da» lag auch wohl in ihrer Stimme, «l» fie jetzt znrückftagte:

Ich soll Sie frifire», gnädige Frau? 3a, erstens verstehe ich dar gar nicht, und dann dachte ich auch. Sie hätten mich für die Kinder engagirt I Ich bin Lehrerin!'

9hm, ja, freilich, aber wir nehmen da» nicht so genau; wir vollen doch wie zwei Freundinnen mit einander leben, und da helfen Sie mir, wo ich der Hülfe bedarf, besonder, so lange die Kinder nicht da find'.

Eva wußte nicht, wie ihr geschah; sollte fie diese Zumnthung znrückwetsen? War Madame Bonardel so harmlos, wie fie that, oder war ihre laute B»nhommie

eher ist anzunehmen, daß die holländischen Berichte zuverlässiger sind, die den endgültige» Ausgang wesentlich anders darstellen. Danach sei Mafe­kiug durch die Buren eingenommen. Die Sieger sollen schon in der dortigen Kirche einen Dankgottesdienst abgehalten haben. Daß die Eng­länder eine solche Schlappt so lange wie möglich verschweigen werden, ist sicher.

Um RecognoScirungSgefechte, die zeitlich vor dem obenerwähnten ernsthaftin Zusammen­stoß liege», handelt es sich bei folgenden Nachrichten vom 14. d. M.: Ein schweres Gefecht fand heute früh im Süden vou Mafekiug statt. Ein gepanzerter Zug, der abgelaffen war, um die zerstörte Linie wieder herzustclle», eröffnete ein Feuer auf Buren­truppen. Ein Bur wurde getöbtet, zwei verwundet. Die Engländer hatten 9 Verwundete. Ein zweite» Treffen mit Truppen deS Generals Cronje fand neun Meilen nördlich von Mafeking statt, «»selbst die Eisenbahnbrücke zerstört war.

lieber das Schicksal Kimberley's liegen bestimmte Nachrichten eb.»falls noch nicht vor. Ge­rüchte behaupten, daß der Kampf um die Stadt begonnen habe; die Engländer hoffe», daß die Stadt sich halten werde, doch sei eine fofortfge Rettungs- expeditio» uothwendig. Die Engländer wolle» bei einem RecognosclrungSgefecht den Buren einige Verluste beigebracht haben. Es wird gemeldet:Ein gepanzerter Zug fuhr behufs Recognokcirung nach Spytfontein und kam in ein Gefecht mit Buren. Fünf Buren wurden getöbtet, sieben verwundet. Auf britischer Seite war kein Verlust zu verzeichnen.' Die Buren haben die Bah» vo» Belmont an besetzt und eine lange Strecke derselben zerstört. Sie solle», so sagen die Engländer, eine Belohnung von 5000 Lstrl. demjenigen ausgesetzt haben, der den in Kimberley befindlichen Cecil Rhodes tobt oder lebendig fange.

Auf dem östliche» Kriegsschauplatz gestaltet sich die Lage für die Engländer immer schlechter. Die Bedrohung der rechte» Flanke hat, wie wir gestern melden konnte», die Engländer ver­anlaßt, ohne Kampf Dundee zu räumen. Die Bure» wenden fich »unmehr gegen daS nur 5 Meilen von Dundee entfernte Glencoe. Die Stadt ist be­reits von drei Seiten von den Buren eingeschlossen. General Stzmons zog am Freitag seine letzten Vor­posten ein, nachdem ihm eine Patrouille eine Viertel­stunde vor der Stadt auf der Straße nach Dre Jagers Drift von den Buren weggefangen und ebenso auf dem Bahnkörper nach Dannhanser ein Piquet aufgehoben worden war. Der Burengeneral Joubert hat sein Hauptquartier in Charlesiown (Natal 'aufgeschlagen; dort wurde ei» Telegraphen­amt für den Dienst mit Transvaal und eine Ver­bindung mit Laings Nek eröffnet. Es dürfte nach

nur der Deckmantel für den Mangel an Bildung und für die insolente U-berhebung, welche glaubte, für Geld von jedem Menschen Alles fordern zu können? Eva dachte an die guten Vorsätze vom gestrigen Abend, fie dachte an die Kinder und ohne Erwiderung folgte fie jetzt Madame, welche ihr voran nach dem Speise­saal und dann in den Salon schritt, wo fie Eva weitschweifige Verhaltungsmaßregeln über die Behand­lung der Blumen und Vögel gab, die fie fich natür­lich hätte sparen können, da Eva ganz !>aau wußte, wie fie mit beiden umzugehen hatte. Dann ging eS in MadameS Toiletten Kabinet und Eva wurde hier auf8 Neue schokirt durch die Ungenirtheit der Dame. Als fie fich dann bei der Frisur etwas unbeholfen »»stellte, ftagte Madame ziemlich unfteundlich:Haben Sie denn der Gräfin nie bei der Toilette geholfen?'

Nein, gnädige Fra»!'

Nun, wer that eS denn?'

Bei der Gräfin sowohl al» bei der Komtesse die Jungfern; zu solchen Dienstleistungen bin ich nie herangezogen worden.'

Das merke ich,' entgegnete Madame mürrisch und entließ Eva mtt dem Befehl, punkt ein Uhr in der Schule zu fein, um die Kinder nach Hause zu geleiten, »nd fich dann, nachdem fie umgekleidet wäre«, um halb zwei Uhr mtt ihnen zum Dejeuner einzufinden.

Eva ging lautlos in ihr Zimmer zurück; was sollte fie auch bei Madame? Sie verstand diese Mensche» nicht aber u»ch weniger wurde sie von ihnen verstanden. Sie ging ernstlich mit fich zu Rothe. Sollte fie gleich heute ein Ende machen, »och ehe fie recht begonnen? Da» wäre aber doch sehr kleinmüthig, sollte fie nicht wenigsten» erst eine« Versuch machen, fich einzn- leben? (Fortsetzung folgt.)