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Expedition: Markt 21. Telephon 55.

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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Jllustrirtes Sonntagsblatt. '* ®"w

tat und Verlag: Joh. Ang. Koch, Univerfltäts-Buchdruckerei in Marburg, »rzeva» - .... - - - -

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Die Sozialdemokratie und das

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5657 n.

Milizsystem.

de. Der sociazialdemokratische Parteitag in Han- »Dti hat einen breiten Raum in seinen Leihand- Hage» unter Anderem der Militärfrage gewidmet, ft hat bei dieser Gelegenhet seine unversöhnliche Kindschaft gegen das, waS die Sozialdemokratie .Militarismus" za bezeichnen pflegt, von Neuem bekräftigt und demjenigenGenossen", der der be-

fthenden deutschen Heeresorganisation einzelne, wenn «ich geringwerthige Zugeständnisse einzuräumen ge «igt war, seine Mißbilligung ausgesprochen. Der Knteitag hat den Artikel 3 des Erfurter Programms btt Sozialdemokraten durch Annahme einer Resolution,

i/rttf 60188 wiederholt in journalistischen Arbeiten die Un- lU-lll. Mnglichkeit des von demGenossen" Bebel und

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»rtwähia

Prei albe auf u Jnsm

Diese Stellungnahme derGenossen" macht dem losen Gerede bürgerlich-demokrattscher und frei» ITP1 ET8e£ blätter von der Neigung eines Theils der 11 ö* Sozialrevolutionären, unter Umständen das für den utz des Vaterlandes Unerläßliche zu bewilligen, Ende. DerGenosse" Schippel, welcher neuer-

«lche jenem Artikel gewissermaßen eine Erläuterung imfüzt, für den Klasseukampf schärfer zugespitzt. Das Sehende Heerwesen soll, so wird behauptet, seiner ga»M Entwickelung und Organisation nach das drruehmste Machtmittel sein, um die Klassenherrschaft n 3 B der kapitalistischen Gesellschaft in Volks- und arbeiter- ie feindlichem Sinne aufrechtzuerhalten und zu be- ^feßigen. Daher will die Socialdemokrakte danach streben, das Heerwesenvon Grund aus urnzuge- stalten"; sie verlangt eine auf demokratischer Grund­lage aufgebaute Organisation der Landes- und

Lolksvertheidigung, durch welche jeder wehrfähige ,ernowMkd°n» zum Waffendienst verpflichtet und seine Aus- len da« brauchbaren Wehrmann durch eine ent-

' (65 sprechende Jugenderziehung herbeigeführt werden soll. Den parlamentarischen Vertretern der Partei wird Utfm aufsetrageu, daß sieauch künftig keinerlei Mittel HV7*|für das bestehende Militärsystem bewilligen".

" , «deren warm befü-worteten Milizsystems aufgedeckt ill. Mat && stch auf dem Parteitage zu dem Zugeständniß - Norm daß die Miliz eines der Endziele der sozialisti- (24! «en Entwicklung sein und bleiben müsse. Und der inwea 4 ?®taeffe Heine, von dem behauptet worden war, ffstadt 2 «i er Eiuzelfalle die Mittel zur Anschaffung von «wonen nicht verweigern werde, erklärte in Hannover, ---76 erdieser" Regierung nie einen Mann oder r wien Groschen bewilligen werde. Von anderen 0 I^kvossen" ferner wurde auf dem Parteitage, ohne u ein Widerspruch erfolgt wäre, der Sozialdemokratie Verpflichtung auferlegt, den sogenannten MitituriS-

I J*8 »öom Scheel big zur Zehe" zu bekämpfen; es 1 - die Ueberzeugung verlautbart, daß jedes Zu- 3UTT. EEaodniß an das bestehende Heerwesen den Kampf

federn.

sowie

Nachdruck verboten

M Widerstreit der Gefühle.

Roman von C. Wild.

(FortsetzrenL)

:u Preist ,Sollen wir Ihne» auspacken helfen?" ftagteu (gbDstk, als Evas Koffer gebracht wurden.

L. 24. L. »®er, wenn Ihr wollt und wenn wir noch ---dazu haben."

»Unser Diner ist erst um sechs Uhr, bis dahin ^^^^rden wir »och fertig," rief Elli erfreut,machen tS nur auf und reiche» Sie mir Ihre Wäsche zu, ^^kmoiselle, ich lege Alles in Packeteu zusammen S HMJhr Bett und nachher ordnen wir eS in den *lg£*Mabe«, da» ist reizend. Ach, wie schöne elfen. Jc^Men Sie haben! Die müffen Sie in unsere ""sbauen, ober lassen Sie sie lieber in dem pv tT Koffer, wenn er leer ist, sonst sagt Mama, (eE^dnll fix im Salon placiren und bau» habe» wir --at$t8 davon, in Ihrem Koffer dürfen wir sie p'manchmal sehen. Wo wir den Koffer laste» ? L das ist schlimm! Aber ich weiß Rath, Mdyf «de» Ihre Reisedecke darüber u»d stellen ihn -L-^mlserer Stube vor die Thür, welche in daS Fremden» führt, dann haben wir dort noch einen Divan." und die Kisten von unseren ArbestSstühlen «erbE^ wir hinten gegen die Thür, dann fieht'S I^tch <x8 wie ein Divan," meinte die anscheinend -H^ruhigne Jost, und dabei liefen sie Beide ge» h. i. hm und her.

5,118 ®fe für schtue Kleider haben, Made» ** begann Elli wieder nach einiger Zeit,viel

0,5,8 TP« «18 Mama's da» heißt, sie find ja einfacher, } > schön, so geschmackvoll. Ach, Jofi, sieh

der Sozialdemokratie um das Endziel verlangsamen und die Anqriffskraft des P oletariats auf die gegen- wärtigen Ordnungen in Staat und Gesellschaft schwächen könnte.

Ueber die völlige Unbrauchbarkeit des Milizsystems für den Schutz und die Vertheidigung des Vater­landes braucht an dieser Stelle kein Wort verloren zu werden. Der Kriegsminister Generalleutnant v. Gvßler hat nach dem Erscheinen einer Broschüre Bebels über die vermeintlichen Vorzüge einer Volks wehr dem stehenden Heere gegenüber im Reichstage (21. Februar 1898) das Trügerische und Verkehrte der Milizschwärmerei in überzeugender, bisher nach keiner Richtung widerlegter Weise dargethan. Der sozialdemokratische Parteitag hat auch gar nicht den unfruchtbaren und vergeblichen Versuch gemacht, die angebliche Ueberlegenheit des Milizsystems über unser nationales Heerwesen ncchzuweisen ober klarzulegen; sein grimmer Haß gegen die Heereseinrichtungen des Deutsche» Reichs und seine Schwärmerei für die Volkswehr entspringen lediglich der Erkenntniß, daß das nationale Wehrsystem ein unüberwindliches Boll­werk den Umsturzmächten gegenüber darstellt. Der Abg. B-bel hat es mit wünschenswerther Offenheit ausgesprochen, daß das Milizsystem nur Mittel zum Zweck, eine Handhabe der Demokrasie zur Verschärfung des Klassenkampfes sein solle. DasVolk t» Waffen" so meinte er würde sein eigener Herr sein und mit den Waffen in der Hand denen Antwort geben, die seineangeborenen Rechte" anzutasten wagen sollten. Andere Redner haben dasVolks» Heer" als den Vollstrecker des Volkswillens gepriesen, eineGenossin" hat die Volksmiliz zurVertheidig. ung auch gegen die inländischen Unterdrücker" ver­pflichtet.

Die Verweigerung jeglicher Mittel zur Landes- vertheidigung, solange das Heerwesen den sozialdemo­kratischen Endzielen nicht dienstbar ist, stempelt die Genosten" zu Feinden des Vaterlandes, mit denen es für die Vertreter und Vertheidiger unseres natio­nalen Staates und der bestehenden Gesellschaft keinen Frieden und keine Einigung geben kann.

Umschau.

Z»r Samoafrage.

Die unsererseits sofort angezweifelte Blätter­meldung, daß England gegen eine anderweitigeEnt­schädigung" Deutschlands die Hauptinsel Upolu er­halten solle, wird auch von derNordd. Allg. Zig." für irreführend erklärt; das offiziöse Blatt istviel­mehr mit gutem Grund überzeugt, daß die maß­gebenden deutschen Stellen ihren Standpunkt in der Samoafrage nicht geändert haben". Aus dem inhaltlich schon bekannten Bericht der Samoakommissio», der jetzt vom englischen Auswärtigen Amte der Oeffentlichkeit übergeben ist, verdient hervorgehoben

nur dies weiße Voile-Kleid, und der graue Cachemir» Anzug I Und was ist denn in diesem Mulltuch? Ei» weißes Atlaskleid, und eine blaue Surrah- Toilette! Mademoiselle, wo habe» Sie das denn Aller getragen? Ach, die können Sie hier gar nicht anziehen! Ach, wie schade!"

Dann zieht sie Mademoiselle einmal für uns ganz allein an, wenn Popa und Mama ausgegangeu find," schlug Jost vor,Mama darf sie aber ja nicht sehen, sonst will sie ihr gleich nachmachen. Mademoiselle, die Kleider lasten Sie nur auch int Koffer!"

Eva hörte die Kinder mit Staunen so sprechen; der erste Eindruck, den sie von der Mutter empfangen hatte, war also der richtige gewesen! Wie mochte nun wohl der Vater sein? AndersettS schmerzte eS fie auch wieder, daß die Kuder mit so wenig Ehr» furcht von den Eltern redete».

DaS war allerdings ein reiches Feld für fie, aber daß ihr eine mühevolle Thättgkeit bevorstand, empfand fie dl den erste» Stunde» ihres Hierseins. DaS sollte fie aber nicht beirren; fie fühlte anderer» eit«, daß fie etwas Gutes leiste» konnte, und dies öewußtsein war ihr Sporn genug.

Nachdem fie mit Hilfe der Kinder die Koffer zum Theil geleert und Alle» anscheinend für fie Un­nütze nach dem Rathe ElliS in einem Koffer unter» gebracht hatte, kleidete fie sich um und nach kurzer Zeit ilopfte Jofi an ihre Thür und fragte, ob fie fertig sei, der Papa sei zu Hause und das Diner werde eben servirt. SM? -=>

Eva war bereit und folgte Jofi in das Eßzimmer, daS mit dem Zimmer des Hausherr» verbunden schien, wenigstens waren die Zwifchenthüreu aufgeschoben und im zweite» Raum bemerkte Eva die Familie

zu werden, daß die Kommissare ihre eigenen Vor­schläge (Abschaffung deS samoanischen Königihums und Neuorganisation der Dreiregierung) keineswegs als Radikalkur betrachtet. Sie erkläit vielmehr aus­drücklich, daß die einzige natürliche und normale Re­gierungsform für die Inseln, das einzige System, das dauernd Wohlstand und Ruhe gewährleisten kann, in der Regierung durch eine einzige Macht liegt". Daß als diese Protektoratsmacht nur Deutschland in Bettacht kommen könnte, ist nach Lage der Jnteressen- verhältniffe selbstverständlich.

Der südafrikanische Krieg,

* Die mangelhafte Kriegsberichte!stattung, die fich daraus ergießt, daß man lediglich auf die eng­lischen Berichte angewiesen ist, macht sich heute fühl­barer denn je. Die Nachrichten lauten ziemlich ver­worren. Insbesondere wird man über die Ereignisse auf dem östlichen Kriegsschauplatz nicht klar. Soviel steht aber fest, daß die Bure» in Natal ihren Vor­marsch fortgesetzt haben. Sie besetzten unter Viljoen und Schiel Newcastle und rückten dann weiter auf Ladysmith vor. Alle Hauptpässe aus dem Frei­staat und Transvaal nach Natal sind mit Geschütz besetzt, und Feldbefestigungen sind bei dem Van Reenens-Paß und bei Längs Nek bis meilenweit nach Natal hinein aufgeworfen.

In Newcastle stehe» 1500 Buren, die zwei Kanonen mit fich führen. Gleichzeitig mit Ladysmith bedrohen Burenkoips Glencoe und Dundee; sie sollen bereits Daunhausen, die letzte Station vor Glencoe besetzt haben. Auch bei Dundee sind sie offenbar bereits bis dicht vor die englischen Linien gerückt; es wird wenigstens gemeldet, daß bei Dundee einige Schüsse zwischen einer englischen Patrouille und einer Abtheilung Buren, welche den Buffalo überschritten, gewechselt wurden.

Ueber die Vorgänge auf b;m westlichen Kriegsschauplatz liegen gleichfalls «och keine ausfühtlichen Meldungen vor; insbesondere fehlt noch eine Bestätigung der gestrigen Telegramme über das Gefecht bei Spytsfontein. Dagegen find be­stätigende Nachrichten über den Angriff der Buren auf M a f e k i n g und Kimberley ein­getroffen. Aus Maseking wurde kurz, ehe die Tele­graphenverbindung zerstört wurde, gemeldet, daß die Stadt von den Buren unaufhörlich mit Bomben be- worfen wurde. In Kapstadt g-ht das Gerücht von der Kapitulation MafekingS, doch ist nichts Zuverlässiges bekannt.

Kimberley wird von den Buren in Masse belagert. Details fehlen noch. Die Buren haben den Telegraphen durchschnitten, und Kimberley ist total isolirt. Die englischen Abtheilungen bei der Modderbrücke und der Oranjebrücke find stark. Die Buren besetzten den Bahnhof von Spytsfontein

beisammen. Bei ihrem Eintritt erhob sich Herr Bonardel aus einem bequemen Lehnstuhl, er war wie seine Frau, groß, stark und unfein, und schritt ans Eoa zu, die er mit durchdringendem Blick musterte. Er streckte ihr seine rechte Hand entgegen, und indem er die ihre stark schüttelte, sprach er: Seien Sie will­kommen, mein Fräulein; ich glaube, wir können uns gegenseitig gratulireu, daß wtt unS gefunden haben", und dabei lachte er laut.

Epa verbeugte fich bescheiden und sprach die Hoffnung aus, daß fie den Kindern nützen könne.

Madame Bonardel musterte inzwffcheu prüfend Eva's Anzug, der ja sehr einfach war, aber der Dame sehr zu gefallen schien. Er bestand in einem prünefarbigen plisfirteu Atlasunterrock und einer Tnnique und Casaque aus gleichfarbigem Satin, reich mit russischen Haudspitze» en öeru Farbe gornirt.

Bei wem ließen Sie in Paris arbeiten?* fragte Madame, während man zu Tische ging und Monsieur die Suppe anfgab.Sie müssen mir die Adresse Ihrer Schneiderin geben, fie scheint vortrefflich zu sein."

Gern," entgegnete Eva kühl,doch dürste fie kaum auswärtige Kunde» bediene» könne» da fie »»gemein besetzt ist."

O, da kennen Sie die Schneiderinnen schlecht," erwiderte Madame lächelnd, während Sie dabei ihre Suppe,fie bevorzuge» stet» die am Besten zahlenden Kundinnen, und ich kann ihr ja jeden Preis gewähre», de» sie nur fordert, nicht wahr Jean?"

Gewiß, mein Kind, Du weißt, daß Dein Kredit bei mir unbegrenzt ist, wie gottlob der meinige draußen," und dabei wischte Monsieur wohlgefällig die

bei Kimberley und warfen Schanzen auf. Es ist also nicht unwahrscheinlich, daß bei Spytsfovtein ein Gefecht stattgefunden hat. Der Zweck des energischen Vorgehens der Buren ist der Wunsch, Rhodes zu fangen. Viertausend Mann sind für die Vertheidigung Kimberleys aufgebracht. Achthundert Buren aus dem Koloniegebiet, aus Griquatown und Beischuanaland, sollen sich dagegen den Transvaalem angeschlossen haben. Zudem scheint noch von Norden her eine Abtheilung auf Kimberley vorzurücken. Es wird wenigstens gemeldet, daß die Buren die zwischen Vryburg und Kimberley belegene Bahnstation Borderstding besetzt hätten. Im Süden ist die Eisen­bahn vom Oranjefluß bis Kimberley ganz in der Gewalt der Buren.

Eine Aufsehen erregende Nachricht kommt aus Kapstadt selbst. DerEoening News" wird von dort gemeldet, daß das aus Afrikandern zusammen­gesetzte Ministerium der Kapkolonie sich geweigert hat, die Freiwillige» e i» z u b er u f en. Die englischen Behörde» haben nun auf eigene Faust die Freiwilligen einberufen. Danach scheint die Lage im Kopland selbst für die Engländer recht kritisch zu werden. Daß es auch in Natal gährt, bew ist die Proklamirung des Kriegsrechts für die Bezirke New­castle, Dundee, Klipriver, Umfinga und Upper Tugela. In der betreffenden Proklamation wird erklärt, es sei Grund zu der Annahme vorhanden, daß die Bürger von Natal b en Feind unter­stützen und fich ihm in einigen Fällen anschloffen. Wenn es den Buren gelingt, den Engländern in Kürze eine größere Schlappe beizubringen, dürften die Engländer in ihren Besitzungen noch manches erleben.

Die Aussichten des südafrikanischen Krieges.

DerDeutschen Tagesztg." wird aus Antwerpen geschrieben:

Der hier anwesende Sohn eines der größten Grundbesitzer in Transvaal, Herr Erasmus, gab über die Aussichten des beginnenden Krieges folgende Auf­schlüsse : Es giebt sich bei uns Niemand einer Täuschung über die Tragweite des Kampfes hin. Wir werden zeigen, daß die neuerdings so oft aus­gesprochenen Behauptungen von der sittliche» und körperlichen Entartung der Buren falsch sind; wir werden kämpfen, wie eS unsere Väter gethan haben. Mein Vater ist nach ttansvaaltschen Begriffe» ein reicher Mann, er hat, ebenso wie meine Brüder, die Flinte ergriffen und steht bereits an der Grenze. Ich selbst werde mit allen in den Niederlanden lebenden waffenfähigen Buren binnen zwei Monaten auf bem Kriegsschauplätze sein. Trotzdem halten wir alle es für möglich, daß bie Engläuber mit ihre» größeren Kriegsmitteln Erfolge über die Buren erringen. Aber

Suppeureste aus dem Bart. Später mußte Eva dann noch den Salon bewundern, bie Bilder be­trachten, das Piano probieren und sich bei jedem Stück den Preis erzählen lasten, was ihr natürlich höchst fatal war; sie tröstete sich jedoch mit dem Ge­danken, daß fie alle diese Informationen doch nur einmal zu höre» brauche und war also froh, daß fie fie hinter sich hatte. Darauf sagte ihr Madame noch, baß sie mit ben Kinder» um u^t Uhr im Speisesaal ftühstückeu und fie danach zur Schule bringen müsse, und dann entließ fie das junge Klee­blatt, wie fie fich, nach Evas Anficht, ziemlich takt­los ausdrückte.

Bitte, bitte Mademoiselle, lasten Sie uns noch aufbleiben und Ihnen helfen," baten die Kinder, Sie könnten ja noch gar nicht zu Bett gehen, eS liegt ja Alle» »och so umher bei Jhueu, und bann müssen Sie doch erst Ihre Bilder aufhänge»."

Ich hole ;bie Nägel unb Hammer," tief Elli, ich bie Heine Stuhlleiter aus bei Küche," Jofi, nnb fort Ware» Beide wie der Wind.

Eva lachte herzlich über ben Eifer ber Kinder und fühlte fich angezogen durch die Munterketten nnb Bereitwilligkeit, ihr zu helfen. Mtt ihrer Hllse räumte fie »och alle ihre Wäsche und Kleider auf Seite, stellte einige Bücher unb Kleinigkeiten mit auf ben Schreibtisch bet Kinder, brachte bann diese zur Ruhe unb konnte endlich ebenfalls tobtmftbe ihr Lager aufsuchen.

Der Wechsel an» ben vorigen Verhältnissen in bie jetzige» würbe ihr entsetzlich schwer, unb erst hier in bieftm Hause fühlte sie fich unter Fremben, roa» fie eigentlich in bet gräflichen Familie doch nie so ganz empfunden hatte.

(Fortsetzung folgt.)