Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marbnrg und Kirchhain.
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So scheint als» die Geldgier, die schon auf allen deren Gebieten eine so große Rolle spielt, zu einem stimmende« Faktor auch in den Beziehungen der Wller sich auszuwachsen. Uns Deutschen können bei er Wahrnehmung eigene Gedanken kommen. Wenn britische Politik nun einmal von den Interessen Großkapitals beeinflußt wird, s» brauchen t8’ ja t immer die Besitzer von Goldgruben zu sein, die Kurr angeben, der gesteuert werden soll. Es eu ja auch einmal diejenigen Sroßkapitalisteu zur
Politik und Speculation.
** Daß die englische Regierung de« Krieg mit Transvaal zum Theil unter dem Einfluffe der Träume wi der Beherrschung Afrikas von Kairo bis zum
, zum Theil aber auch, uud nicht zum kleinsten Theil, unter dem Einflüsse der Spcculamenkretse her- gerufen hat, denen da» Dynamit-Monopol der uren-Republik nicht behagt und die sich übeihaup g der Ausbeutung der Goldgruben unter englischer errschast größere Vortheilc verspreche», daS leugnet wer, der einigermaßen über die Strömungen in ndou unterrichtet ist.
Es ist nicht das erste Mal, daß die britische plomatie in solcher Weise verfährt, und Herr ambcrlain wird nicht den Ruhm in Anspruch hmen, ein neues Motii in die britische Politik eführt zu haben; er kann vielmehr bescheidentlich «af große Vorgänger Hinweisen, die eS nicht anders gemacht haben. Die Ausbreitung der Macht der aglisch-ostindischen Compagnie im letzten Drittel deS dorigen Jahrhunderts, die Eroberungen dieser ur» sptünglich doch nur zu Handelszwecken gegründeten Gesellschaft, daS ganze System des General.Gouverneurs Karren Hastings, die Streitigkeiten der indischen Miste» zur Erwerbung neuer Landstriche und An- chvuvg von Reichthümer» zu benutzen, das aller war
1 kr das junge Mädchen mit dem Brief eintreten i. sprach er lächelnd:
re nun dem Grafen die vielerlei geheime» Ser» JW«, mit denen der Baron sie gequält, und die ^schließlich, da sie ihn energisch zurückgewieseu, stmem Racheakt in Tronville geführt hatten. Der Graf hörte ihr schweigend zu.
^«chdem fie geendet, erhob er sich und ging v Male auf und ab, dann blieb er »et ’ stehen,, und indem er ihr beide Hände reichte, '» ans:
»Ach danke Ihne», Mademoiselle, Sie haben «ich 'Mem Schuldner ans immer gemacht. Sie be»
tt)0l :n it.'
W nichts anderes als Politik im Dienste der Sprcula- W iio«. Als 1839 die chinesische Regierung das Opium- S rauchen unterdrücken wollte und die Auslieferung 1 1 aller Opiumvorräthe an befahl, sodaß die englischen
■ Kaufleute über 20000 Kisten ausliefern mußten, die ■ 1 sofort vernichtet wurden, — da benutzte die humane
mglische Regierung die Tödtung eine» Chinesen durch englische Matrosen, um Händel mit China avzufangen, e» tarn zu d m berüchtigten Opiumkriege, der de» Itoeck hatte, der engltsch-ostindtschen Compagnie den übertroffil ^nerni)en Absatz von Opium in China zu sichern ein Krieg auf Speculatio» war's, uichtS anderes.
........ Die Engländer machen Schule mit ihrer Krieg»- ■H» fnhrung im Dienste der Gewinnsucht. Die Aankees und« Ihb gelehrige Schüler gewesen. Ihr Krieg gegen »ul- Lnba war nichts anderes als ein Unternehme» beute- chl lustiger Spcculanten, die das nationale Selbstgefüh!
der breite» Schichten des Volkes auszubeuten Set» staude».
Nachdruck verboten
M Widerstreit der Gefühle.
Roman von C. Wild.
lFortsetznug.)
Eva nahm Thyra'S Brief mit, fie konnte fich weßhalb der Graf nach ihr schickte. Sie den alten Herrn vor seine« Schreibtisch, uud
^»Wollen wir unsere Correspondevz austauschen? il,,.. F1 schrieb mei» Sohn, Ihnen meine Tochter, und (6SJ Re ich aus Olaf'» Brief schließe, berühreu beide den» nnfl 1 F*” Gegenstand. Wollen Sie mir mitrheileo, wa» a,lu Achen Ihnen und Baron Willmanus vorgefallen So ungern ich auch da» Gespräch auf et» ■——< Aema lenke, das Ihnen unavgeuehm und schmerz» U)Cl* w, m°0» so gebietet mir doch «eine Vaterpflicht, * 5T jeden um möglichen Eiublick in den Charaker des
'Qrg.
wpi" •Reg, Hm Vie Hand meiner Tochter bemüht.* t um GotteSwilleu, Herr Graf, gebe» Sie
Dhyra nicht!' rief Eva erschreckt au» uud er-
Geltung komme», die durch Beherrschung des Trusts ihren Gtwiun aus der industriellen Production ziehen. Diese Vertreter der industriellen Kreise Englands aber haben zur Zeit keinen grimmiger gehaßten Feind als die deutsche Industrie. Wir Deutschen find ihnen überall im Wege, an jedem Punkte der Erde werden wir ihnen lästig. Von solchem Gesichtspunkte wäre für England fast noch wünschenSwerther, diL Deutschen, al» die Buren in einen Krieg zu verwickeln. Freilich direkt mit dem deutsche» Reiche anzubinden, wird in England keinem einfallen. Aber unS wo es nur irgend geht in einen Krieg mit einer direkten Macht zu verwickel», das wäre schon eher ein Ziel für eng lische Geschäftspolitiker. Wie schön, wenn durch polt» tische Verwickelungen die deutsche Industrie gestört, oder wenn sie wohl gar durch einen Krieg schwer geschädigt, vielleicht ganz vernichtet würde!
Solche Gedanke» gelte» leicht für phantastische Hlrvgespinnste. Wer aber um des GelddursteS von Speculauteu willen zu einem Kriege mit den Buren schreitet, der kau» viel eher um der Jntereffen der Jndustriekönige willen darauf ausgehen, das deutsche R ich in Feindseligkeiten mit andern Mächten zu verwickeln. I» diesem Jahrhundert ist in Europa kaum ein Feuerbrand entstanden, bei dem England nicht in irgend einer Weise, direkt oder indirekt, die Hand im Spiele gehabt hätte. Es wird von seiner Ge» wohnheit gewiß nicht ablassen, wenn die Interessen einflußreicher Privatleute sich in die Politik mischen dürfen. Im Segentheil, man wird da vielleicht noch eifriger zu Werke gehen. Nun, wir Deutschen wußten ja längst, waS wir von England zu halten haben. Aber die Politik gegenüber den Buren lehrt unS das noch etwas eindringlicher, und diese Lehre wird im deutschen Volke hoffentlich nie vergeffen werden.
Umschau.
Die relative Verelendung.
Der agitatorisch wichtigste Theil des „Erfurter Programms" ist jener Satz, daß die best.-hende Ordnung der Dinge für den Handarbeiter die wachsende Zunahme der Unsicherheit der Existenz, des Elends, deS Drucks, der Knechtung, der Erniedrigung und der Ausbeutung sei. Der Glaube au diese „Ber- elendungstheoiie' hat der sozialdemokratischen Agitation die Zugkraft verliehe». Aus diesem Glauben erst wuchs die Hoffnung und Zuversicht auf die bessere Welt, die nach Enteignung der gegenwärtigen Besitzer und Machthaber dank der Weisheit der Herren Bebel und Genossen alles in Gleichheit, Freiheit und Brüderlichkeit schlichten und ordnen soll, und führte der Sozialdemokratie die Massen ihrer Anhänger zu. So war es denn begreiflich, daß die Rede Bebels, die das Erfurter Programm der sozialdemokratischen Partei in seiner gegenwärtigen Gestalt retten sollte,
lohne» das Böse, das mau Ihnen getha» Hai, mit einer Wohlthat, ich werde das nie vergessen. Und »uo will ich Ihnen auch hiermit die Versicherung gebe», da» Thhra de» Baron Willmanus nicht heirathet. Alles Weitere wollen wir der Zukunft überlaffeu. Ich danke Ihne» »ochmals u»d nun lebe» Sie wohl, ich reife »och heute nach Trouville und werde meinen Kindern Ihre Grüße bringe». Gott schütze Sie, Sie find ein braves, muthiges Kind, und er führe Sie bald in den Schooß Ihrer Familie zurück'.
XX. Capitel.
In den ersten NachmittagSstunden eines herrlichen Tages kam Eva wohlbehalten in Metz an. Eine ehr geputzte, große und starke Dame erwie» fich al» Mme. Bonardel nnd betrachtete Eva mit verwunderten Blicken, als fich ihr diese näherte und vorstellte. DaS Gefühl deS Erstaunens war übrigens gegenseitig, benn Eva erkannte in der Dame sofort die Frau deS Parvenüs, während Mme. Bonardel wohl nicht erwartet hatte, eine solche Dame der großen Welt z» inde», als welche sich Eva auf de» ersten Blick »er» rieth. Nichts destoweniger war die Begrüßung auf beiden Seiten sehr fteundlich, nur erregte Eva'S großes Gepäck abermal» Mme. Bonardel einen großen Schrecken Sie sprach das auch au», al» das junge Mädchen wie zur Entschuldigung sagte:
„Ich habe mir für Trouville erst »och eine ganze Menge Sachen machen lasse».'
„Sie waren in Trouville, Fräulein, jetzt kürzlich? Ihr Brief kam aber au» Paris?'
„Ja wohl, gnädige Frau, ich schrieb Ihnen aus der Avenue Hortense, wo das Palai» de» Grafen ist.'
„Avenne Hortense? Ach das ist ja eine himmlische Gegend, und überhaupt, Pari» ist ganz und
vor allem diese, ans dem eigenen Lager als unhaltbar angefochtene Theorie um jeden Preis zu retten versuchte. Da die Thatsacheu aber deutlich dagegen sprechen, half fich der sozialdemokratische Führer mit der Konstruktion einer „relativen Verelendung', die dahin zu verstehen sei: Für die große Masse der Bevölkerung habe fich trotz des durchschnittlich höheren Einkommens die allgemeine Lebenslage um kein Jota verbessert, nämlich — im Vergleich zu den reichen Klassen.
Die „Kölnische Zeitung' wendet sich nun gegen diese Behauptung Bebels uud stellt die Gegenbehauptung auf, daß auch relativ die äußere Lebenshaltung der Arbeiterbevölkerung weit größere Fortschritte gemacht, als die der Bourgeoisie. Dafür führt sie einige Stichproben an. In den Werken der Firma Krupp, die gegen 42 000 Personen beschäftigen, beträgt der DurchschntttSlohn für mehr als zwei Drittel aller Arbeiter täglich 4 Mk., die übrigen verdienen über 3 Mk., und der Rest von noch nicht 10 pCt. der unter 3 Mk. Tagelohn hat, besteht größtentheils aus jugendlichen Personen und Lehrlingen. Als Alfted Krupp im Jahre 1826 als Knabe das väterliche Erbe übernahm, war der Tage- lohu für Schmiede und Schmelzer „von 18 Stüber auf 71/, Silbergroschen erhöht'. Kann im Handwerk oder im Handel, namentlich bei den kleinern Betriebe», auch nur annähernd von einer ähnlichen Durchschnittssteigerung gesprochen werden? Vergleichende Zahle» geben weiter die Ausweise über die Bergarbeiterlöhne. Im Jahre 1898 hob sich der Jahresverdienst des Arbesters beim Steinkohlenbergbau in dem nahezu die Hälfte aller preußische» Bergarbeiter beschäftigende» Oberbergamtsb^ ^Dortmund, wo der durchschnittliche Nettolohn r=^ ,ahre 1897 bereits 1128 Mk. betrug, um 4,2 £ in Oberschlesteu nm 7 pCt. Der Reiv verdienst der im Dortmunder Bezirk unter Tage beschäftigtin Arbeiter stieg von 1897 zu 1898 von 1328 auf 1387 Mk. jährlich per Kopf oder von 4,32 auf 4,55 per Schicht. Im ersten Vierteljahr 1899 trat eine weitere Steigerung auf 4,72 Mk. ein, das macht gegen 1897 eine Erhöhung von 40 Pfg. per Schicht oder über 9 pCt. Gegen 1895 ist der Durchschnitts- Verdienst aller Bergarbeiter d-8 Dortmunder Bezirks um mehr als 200 Mk. »brr 21 pCt. gestiegen. In den Jahren 1867 bis 1872 wäre» die Durchschnittslöhne von 765 auf 1093 Mk., also um 43 pCt. gestiegen. Nach den Schwankungen der Zwischenzeit beträgt die Steigerung gegenüber 1867 also rund 410 Mk., öder 53 bis 54 pCt. des Lohnes von 1867. Sämmtliche preußischen Bergarbeiter Überhaupt, einschließlich der jugendlichen und weiblichen, verdienten im Jahre 1898 durchschnittlich pro Kopf 1010 Mk. gegen 964 im Jahre 1897, 900, 848 und 838 in de» drei vorangehenden Jahren. Dabei find alle Nebenkosten (fürVersicherungSbeittäge u. s. w.) abgezogen.
gar himmlisch! Ist Ihr Reisekleid »eu? Trägt raun jetzt diese fest anschließenden kleinen Lasagne» ohne jede Garnirnng in Paris? Ach, Sie müssen mir viel erzählen au8 Paris und auch ans Trouville. O, ich glaube, wir werde« uns sehr lieb gewinne»!'
Eva wagte im Stille» an dieser Versicherung zu zweifeln. Sie empfand tat Segentheil ein mit jedem Worte der Dame wachsendes Gefühl der Enttäuschung, den» obgleich sie fich im Voraus bewußt war, mit wie anderen Menschen fie jetzt würde zusammen leben müsse», so hatte fie doch in dieser Spezies, welche Madame Bonardel repräsentirte, keine Er- fahrung. Sie schalt fich selber und faßte ganz ernst, lich de» Vorsatz, die Menschen ihrer neuen Umgebung zu nehme», wie fie eben waren. Zu ihrer großen Freude fand fie in ihren Zöglingen ein Paar liebens- würdige Kinder, welche ihr jedoch Anfangs ziemlich schüchtern entgegen traten. Papa Bonardel war leider nicht zu Hause, wie seine schönere Hälfte be- dauernd berichtete.
„Nun, dann führen mich die Kinder wohl auf meta Zimmer, damit ich mich umziehe, um «ich dem Hausherrn nicht mit dem Reisestaub zu präsentireu', schlug Eva vor.
„Gewiß, gewiß Mademoiselle!' riesen Beide gleichzeitig, „aber Mama, wenn Mademoiselle nur nicht zu groß ist für ihre Stube,' fügte die Kleinere bedenklich hinzu.
Da» war nun allerdings nicht vielversprechend für Eva, und in der That fand Letztere ein Räumchen, welche» etwas höher war als fie selber, dessen eine Wand mit einer Nische gebaut war, in welcher ihr Seit stand. I« Uebrige» enthielt e» nur eine kleine Garderobe, ein kleine» Schränkchen für Wäsche, eine kleine Toilette, und an de« Fenster befestigt eine
Die Lohnerhöhung betrug also gegen 1894: 172 Mark, d. i. mehr als ein Fünftel. Gegen die „relative' Verelendung sprechen »och mehr die statistischen Nachweise über die allgemeine Lebenshaltung. Der Bierverbrauch ist gestiegen von 1878 bis 1898 von 87,4 Liter auf den Kopf auf 123,1 Liter; der Tabakverbrauch in derselben Zeit von 1,3 aus 1,8 kg; der Verbrauch an Zucker in derselben Z it von 7,4 auf 11,8 kg, an Baumwollen- waareu von 4,19 auf 6,30 kg, an Kaffee von 2,3 auf 2,8 kg, an Reis von 1,7 auf 2,5 kg, nur durch die Zunahme des Verbrauchs in Arbeite:kreisen. Jeder Arbeiter braucht nur um fich zu sehen und in seiner Erinnerung zurückzugreifen, und die Steigerung seiner Lebenshaltung mit der Steigerung der Lebenshaltung der arbeitenden Mittelklassen zu vergleichen, die ihm als ausbeutende Kapitalistengesellschaft vorgeführt werden, dann wird er sofort erkennen, daß es kein hohleres Schlagwort geben kann, als die Bebel'sche „relative Verelendung.'
Der Satz: Religion ist Privatsache
ist in der ersten Sitzung des Hannover'schen Sozialistentages von Herr» Auer wieder einmal illustrirt worden. Dieser „Genosse' antwortete auf die Beschwerde wegen zu später Veröffentlichung der Parteitagsanträge, die „Genossen' möchten ihre Anttäge früher einbiingen, dann werden fie auch früher veröffentlicht werden können. Hierauf äußerte er: „Also befleißigen Sie sich einer etwas größeren Pünktlichkeit und Schnelligkeit in diesen Dinge», dann wird es mit Gottes Hilfe schon besser werden.' Der Bericht des „Vorwärts' verzeichnet nach diese» Worte» „Heiter- kett'. Herr Auer hatte wohl auch keine» andere» Zweck mit dem Mißbrauche deS Namens Gottes in dieser Gesellschaft- als den der Herausforderung des Hohnes. Und dabei behaupten die Sozialdemokraten, die Religion als Privatsache zu betrachten!
Der Krieg in Südafrika.
_ Die Berichterstattung über die Ereignisse in Südaftika läßt sehr viel zu wünschen übrig. Man ist durchweg auf englische Telegramme angewiesen, die an sich schon nicht ungünstig für die Engländer berichten werden. Dazu kommt noch, daß die englische Regierung die Censur über alle aus Natal kommenden Telegramme verhängt hat. Dieselbe Maßregel wird jedenfalls demnächst auch über Kapstadt verhängt werden. Nach neueren Meldungen aus Capstadt wurde dort wegen der Gefahr hoch- verräthischer Umtriebe amtlich verkündet, daß Civilisteu in den Feldlagern nur gegen besondere Passe zn- gelassen werden. Zettnugsberichterstattern wurde eS nicht erlaubt, die Truppen zu begleiten, es sei denn, daß sie Erlaubnisscheine vom englische» Kriegs- rainisterium besitzen.
Klappe, die zur Noch als Tischchen dienen konnte, einige Stühle und einen kleinen Spiegel.
Wie armselig Eva dieser Raum »vrkam, kann man fich denke»; es befiel fie eine förmliche Verzweiflung, als fie fich umsah.
Die Mädchen schienen die» zu fühlen, wenigstens sagte die Nettere:
„Es ist fteilich sehr klein, Mademoiselle, aber Mama sagte erst noch gestern, als AL fertig war (e» war nämlich ftüher Mamas Garderobe): „Mademoiselle wttd ja auch wenig Zett haben, in ihrem Zimmer zu sei», fie hat ja außer den Vormittagsstunden immer mit Euch zu thuu, uud bann werde ich fie auch wohl ab uud zu beanspruchen. Mademoiselle, wir haben uns so gefreut, daß Sie das Zimmerche» bekamen, den» sehe» Sie nur,' uud dabei öffnete fie eine Seitenthür, „hier ist unsere Stube, wir haben Sie dann immer nahe bei nu», und es war immer so schrecklich des Abends, wenn Papa und Mama ausgingen und Niemand in unserer Nähe war.'
„Ich kanu Ihnen noch einen Kaste» in meiner Kommode abgeben,' rief jetzt die Kleinere, — „und ich noch einige Riegel in meiner Kleider- schravkhälste,' die Größere, — „und an meinem Schreibtischchen müssen Sie immer fitze»,' die Kleinere, — „und fich immer vor meinem großen Spiegel an« ziehe»,' die Größere, — kurz, die Kinder überboten fich in Frenndlichketten, so daß Eva fich unwillkürlich zu ihnen hingezogen fühlle. Sie reichte beiden die Hände, und indem fie ihnen herzlich dautte, fragte fie »ach ihre» Namen, die ihr beide sehr gut gefiele«: Eleonore und Josephine, abgekürzt in Elli nnd Jost. Andere Kinder waren nicht vorhanden, ein jüngere» Schwesterchen war gestorben, doch hatten die Mädchen kaum mehr eine Erinnerung daran. (Forts, folgt.)