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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

eqckand Verlag: Ioh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdruckerei iu Marburg. Verantwortlich für die Redaktion: Redakteur HanS Hupfer in Marburg.

Expedition: Markt LI. - Telephon 55. Redaktion- Markt LI. Telephon 55.

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4 Vvl 1 y Burcaux von Haaseusteiii & Vogler. Frankfurt n. M., Cassel, Magde-

~ .. 4 onn bürg, Wien; Rudolf Masse, Frankfurt a. M., Berlin, München, Kol»;

öOHltflDßHu, 14. XyltOvCI lo99. C. L. Daube <L Co., Frankfurt a. M.. Berlin. Hannover, Paris re.

34. Jahrg.

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bc. Die ersten BerathungStage des focial-

ipvj« jeuiolcatifchenParlaments" in Hannover ^^Mmhen Richtungen hin lehrreich gewesen.

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Die socialdemokratische Heerschau in Hannover.

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als dasjenige der Aibeiter-

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Nachdruck verboten

Wie man sieht, boten die Darlegungen Bebels r sachlichen Kritik so werthvolle Anhaltspunkte,

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in Abrede zu stellen vermag. Statt der absoluten mstruirt er eine Art relativerVerelendung des iroletariatS", indem er behauptet, daß das Ein- »mmeu derbesitzenden* Klassen in noch stärkerer

haben es sich die redend auftretenden Seuossen* dringend angelegen sein lassen, jeden sei an der Aufrechterhaltung und Verschärfung revolutionären Charakters der Soctaldemokratie das Entschiedenste zurückzuweisen. Selbstverständlich die neuerdings von Bernstein vorgetragenen über den Entwickelungsgang des Socialiemus den Vordergrund der Diskussion gerückt werden, die Behauptung einer angeblich beginnenden Mauserung" und einer sich vorbereitenden Spaltung Sociaidemokratie sich auf diese Ideen gestützt hatte, erkenswerth ist es nun in hohem Maße, daß die schroff gegenüber stehenden Freunde und Gegner Bernstciuschen Theorie» eigentlich nur eine Frage en, die Frage nämlich, ob Bernstein die lutionären Ziele aufgegeben habe oder nicht, sgesproche» verbarg sich hinter dieser Diskussion beiden Seiten die unerschütterliche Ueberzeugung, Bernstein der Socialdemokratie noch angehöre, falls an diestn Ziele» festhalte, u»d daß er aufgehört Socialdemokrat zu feto, falls er diese Ziele auf­haben sollte.

Herr Bebel hielt es taktisch für richtig, in seiner die Thatenbereitschaft des alten Revolutionärs orzukehren, der vor der Gewalt nur deßhalb ckfchreckt, weil er sich von ihr einen durchschlagenden olg zunächst noch nicht versprechen kann. Die thwendigkeit der Expropriation, die Beseitigung des chischeu und nationalen Staates ist ihm ein ckbareS Dogma. Die vollendete Verkommen­derherrschenden Gesellschaft* ist in seinen eu über jeden Zweifel erhaben, wen» er auch als stveis uur auf die Lebensgewohnheiten der in de»

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westen Spielerprozeß verwickelten Persönlichkeiten (65 Mweisen vermag. Auch an derVerelendungS- ^hrorie* hält er »och fest, wiewohl er eine Steigerung, a theilweise eine Verdoppelung des Arbeitsverdienstes

SifflijEu e8 den Vertretern der Bervstein'schen Theorien iruküa- l Achtes gewesen wäre, die Widersinnigkeit der kl wbl. ebel'schen Leitsätze uachzuweisen. Davor aber habe» die zu Worte gelangten Anhänger Bernsteins

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kW« Progression gewachsen sei als dasjenige der Ärbeiter- toft, ein Satz, den zu beweisen der Redner sich

ssen > Undings nicht bemüht hat.

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M Widerstreit der Gefühle.

Roman von 6. Wild.

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Der Graf erhob sich, ergriff Eva's Hand und sie au seine Lippen; er sollte reden, doch Eva bittend auS:Schonen Sie mich, Graf Olaf, stehe Sie an, sagen Sie mir nichts mehr, Sie mich! Gute Nacht!* Damit schritt sie in

Schlafzimmer und schloß die Thür hinter sich.

e Augenblick darnach hörte sie den Grafen den verlassen und in seine Stube gehen. Sie e in den Salo» zurück und sank hier auf etoeu hl nieder.

Bisher hatte sie in förmlicher Starrheit gesprochen sich bewegt, jetzt lösten sich ihre erregte» Gefühle sie fand Linderung in wohlthätige» Thräueu. nicht lauge saß sie so, dann erhob sie sich und ohne ferneres Verweilen in ihr Bett. Sie Thyra heute Abend nicht mehr spreche», es bester, das ermüdete Mädchen jetzt schon zur gehe» z» laste». Thyra würde morgen lauge

d«m hatte Eva Alles gepackt, ehe die Zieste erwachte, und die trübe Zeit dis zu ihrer "ü konnte daun um »och nach Viertelstunden . Eva löschte bei Licht, und faßte uu» im der Nacht ihre Pläne. Sie wollte, wen» »ach Paris kam, eine ruhige Unterredung mit dem

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rto« -iDchton, o» diese Zusammenkunft. Dann wollte iMe Sache» i» Paris ordentlich packe» und inzwischen »b sie in den deutschen Zeitungen nicht irgend ein

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sorgfältig gehütet. Sie beschränkten sich vielmehr auf die Vertheidiguvg und auf den Nachweis, daß Bern­stein nicht eine einzige der socialdemokratischen Forderungen aufgegebcn habe. Als Vertheidiger Bernsteins erklärte derGenoste* David, daß es auf die Verelendungstheorie nicht ankomme, daß auch seiner Ansicht nach die Arbeiter keinerlei Ursache hätte», zufrieden zu sein, daß aber durch die von Bernsteiu behauptete Verbesserung der wirthschaft- lichen Lage der Arbeiterschaft die Kampffähigkeit der letzteren zur Herbeiführung der socialistischen Gesell­schaftsordnung wachse. Die Höherbewerthnng der Gegenwartsarbeit befähige die Arbeiter in höherem Maße zur Eivbernug der politischen Macht.

Nach diesen Darlegungen der Vertheidiger Bern­steins kann es keinem Zweifel unterliegen, daß dem Letzteren durch seinen Ausschluß aus der sozialdemo­kratischen Partei bitter Unrecht geschehen würde. Denn er ist und bleibt in demselben Maße ein Feind der bestehendtn Kultur und Gesittung, ein Feind des monarchischen und nationalen Staates wie Bebel und Genossen. Daß er die sogenannteEmanzipation* des vierten Standes durchOrganisation* und nicht, wie Bebel, durchExpropriation" herbeigeführt wisse» will, ist eine Streitfrage, deren Erörterung man ruhig denGenossen" überlasten kann. Für die Vertheidiger der bestehenden Staats- und Gesellschafts­ordnung bilden die Anhänger wie die Gegner der Bernstein'sche» Theorien innerhalb der Sozialdemo­kratie eine einzige kompakte revolutionäre Masse, deren Ansturm mit alle» Machtmitteln des Staates begegnet werden muß.

Herr Bebel spottet über den bestehenden deutschen und preußischen Staat und scheint dessen Wider- standskraft sehr gering einzuschätzen. Diese geringe Meinung von der Widerstandskraft unserer Monarchie und des nationalen Staates sollte aber eigentlich schon durch de» Umstand widerlegt werde», daß innerhalb unseres Staatsgebiets ohne Erschütterung der öffentlichen Ordnung eine große, aus allen Theilen des Vaterlandes beschickte Versammlung tagen kann, deren einziger Zweck die Berathung der geeigneten Mittel und Wege zur Vernichtung eben dieses be­stehenden Staates ist. Und in der Stunde schicksalsschwerer Entscheidung wird es sich zeige», wie sehr die Sozial­demokratie die sittliche Kraft und den idealen Gehalt des deutschen Staates unterschätzt hat, den das lebende Geschlecht als kostbares und unveräußerliches Erbe einer großen Zeit und ihrer geistesgewaltigen Zeugen überkommen hat.

Umschau.

Deutschlands Seemacht.

Nach dem beschlossenen Flotten - Gesetze soll Deutschland im Jahre 1903 eine Schlachtflotte von 19 Linienschiffen haben. Auf den erste» Blick scheint

Stellenangebot fände, welches ihr zusagte. Sie schwankte, ob sie gleich nach Hause zurückkehren sollte. Nein, sie konnte sich dazu nicht entschließe», konnte nicht einzestehen, daß sie freilich ohne ihre Schuld, ein solches Fiasko in der Welt gemacht hatte, denn als solches be­trachtete sie selber die Affaire mit Baron Willmanns, auf besten Einfluß ja doch die neuesten Ereigniste zurückzuführe» wäre». Vorläufig also nur fort von hier daS Weitere mußte und würde sich ja daun schon finde», und mit diesem Gedanken entschlief Eva wirklich.

Nach wenigen Stunden erwachte sie jedoch wieder. Thyra schlief ruhig neben ihr. Ob sie wohl schon wußte, daß sie die Freuudin verlieren sollte? Eva erhob sich leise und ging a» ihre Arbeit: als sie eingepackt hatte, Neidete sie sich gleich au zur Reise und setzte sich dann an den Schreibtisch.

Gleich darauf llopfte es jedoch, und auf ihr Herein!* trat Graf Olaf ei».

Ich habe Sie schon lange gehört, Eva, und komme jetzt, »m Ihnen Adien zu sagen. Ich könnte eS nachher nicht in Gegenwart aller Andere» u»d möchte doch nicht ohne Abschied von Ihne» scheide». Wolle» Sie diesen Neineu Ring von mir annehme» ? fuhr er fort, indem er ihr etu lletues Etui reichte, er sollte Ihr VerlobuugSring feto, nehmen Sie ihn nun als letztes Geschenk von mir. Ich werde nie aufhöreu, Sie zu liebe», das möge Ihnen der end- lose Reif sagen, und so unwandelbar wie das Licht des kleinen Edelsteines darauf wird auch mein Gefühl für Sie feto. Leben Sie wohl!*

Eva tonnte nichts erwidern; sie war zu ergriffen, denn sie fühlte, daß sie von einem guten Menschen Abschied nahm.

Leben Sie wohl, Graf Olaf,* flüsterte Sie nud

das nicht wenig zu sein; jene Schiffe würden in der That eine ansehnliche Macht verkörpern, wenn sie sämmtlich vollwerthig wären. Das ist aber nicht der Fall. Mehrere Schiffe, dieals noch brauchbar" in de» Plan ausgenommen wurden, sind in Wahr­heit minderwerthig und sollen später ersetzt werden.

So werden wir Ende 1903 nur 14 vollgiltige Linienschiffe haben, 1907 deren 16, und erst im Jahre 1910 werden alle 19 Linienschiffe so sein, daß man sich auf sie verlassen kann. Mit den Kreuzern sieht es noch schlimmer ans. Nicht vor Ende 1906 wird eS Deutschland erreichen, daß die Hälfte seiner auf 12 bestimmten großen Kreuzer, wie sie es alle sein sollten, wirkliche Panzerkreuzer sind, während die für die Geschützstände und die Wasserlinie panzerloseKaiserin Augusta" erst 1911 ersetzt sein wird. Bis dahin wird es auch dauern, daß die als Aufllärungs-Schiffe dienenden, viel zu langsame» älter» kleinen Kreuzer aus der Flottenliste gestrichen werden können.

Daß es sich weder mit den politische», noch mit den wirrhschaftlichen Jntereffeu des Reiches bei der veränderten internationalen Lage verträgt, wenn wir mit der Ausgestaltung unserer Seemacht zu einem Faktor, mit dem jeder ernstlich rechne» muß, so lange warten solle», wie es im vorige» Jahre noch zur Noth angängig schien, das wird kein weiter blickender Deutscher mehr bestreiten könne». In England, in Frankreich und in Italien haben ver- schiedenemale die Parlamente die Initiative ergriffen, um die Regierung zu erweiterten Martoe-Forderungen zu bestimme»; und jetzt kommt auS Rußland die Meldung, daß noch vor Schluß dieses Jahres ein Ergänzungs-Anschlag über etwa 130 Millionen Mark ausgestellt wird, welcher den vorjährigen 430 Millionen- Plan um de» Bau von drei Schlachtschiffen erster Klasse und fünf Torpedobooten zur Küsten-Ver- theidigung erweitern soll.

In Deutschland hat sich die Regierung ausdrück­lich an daS vorjährige Gesetz gebunden erklärt. Dessen Fassung enthält jedoch schon die Bestimmung, daß eine frühere Ersatzbeschaffung von Schiffen der Ge­nehmigung durch den Reichstag bedarf. Es wäre daher die Aufgabe der dentsche» Volksvertretung und ein der Stimmung des deutschen Volkes sicher ent­sprechendes Vorgehen, die Reichs Regierung schon In der nächsten Tagung zur Vorlage eines entsprechenden Entwurfs zu veranlasse». Für dessen Annahme und die entsprechenden Ausführungs-Bestimmungen würden ja selbstverständlich die Finanzlage des Reiches und die Leistungsfähigkeit unserer Industrie entscheidend sein. Von letzterer hört man, daß schon in diesem Jahre die Werften neun Schiffe mehr, als auf dem Stapel stehen, aufl-gen könnten, und daß die in Frage kommenden industriellen Werke im Stande wären, jährlich die Panzerung für vier Linienschiffe zu liefern. Auch die Finanzlage des Reiches gestattet

Thräne» verdunkelten ihr Auge».Sott segne Sie für Ihre Liebe zu mir und sende Ihnen bald ein reiches Glück. ES blüht in Ihrer nächsten Nähe ein liebliches Knöspchen, das vorläufig uoch von Niemanden beachtet wird. Wenn Ihnen mein Urtheil etwas gilt, so versuchen Sie über Felicitas zu wachen. Sie werden mit den FecarnpS ja nun viel zusammen feto, Thyra liebt Cecile, ich werde aber Felicitas auch ihr besonders empfehlen, und wenn mich nicht Alles täuscht, so wird diese dereinst eine süße Mädchenblume werden. Sie wollen davon vorläufig noch nichts hören, das begreife ich, aber vergeffen Eie meine Worte nicht, dort können Sie glücklich werden, und ich wünsche Ihne» von Herze», daß es so geschehe. Nochmals lebe» Sie wohl!*

Eva reichte ihm die Hand, keines von de» Beide» sprach mehr, dann trennten sich die beiden jungen Mensche».

Eva fand in dem Kästchen ein feines goldnes Reifchen, auf dem ein köstlicher Brillant-Solitär zu schwimmen schien. Sie schob den Ring an ihren Finger, dann trocknete sie ihre Angen und setzte sich abermals nieder, nm einige Abschiedsbriefe zu schreiben. 8n Felicitas sandte sie einige LiebeSworte mit Grüßen an die älteren Schwestern, dann begann sie einen Brief an die Gräfin. Sie wußte nicht recht, wie Sie zu der Frau sprechen sollte, die sie so schwer verletzt hatte, aber sie war die Mutter von Graf Olaf und Thyra, und deshalb überwand sie sich und schrieb: GW»» -x- g »

Frau Gräfin! Ich habe in Ihrem Hause von Ihnen selber nnb von Ihren Angehörigen so viel Freundliches und Liebes genoffe», daß die Erinnerung daran fast mächfiger ist, als der Schmerz, den Sie mir gestern Abend mit Ihren

durchaus ohne neue Steuern einen beschleunigten Ausbau der Flotte.

Es kann keinem Zweifel unterliege», daß, wen» das Flottengesetz schon 1892 im Anschluß an die Fertigstellung derBrandenburg. Division* erlassen, also heute schon zum größten Theil verwirklicht wäre, unsere Inter: ssen anders, als es so der Fall gewesen ist, berücksichtigt wären.Unsere Zukunft liegt auf dem Wasser", in der reichen, mächtigen Entfaltung unseres WnthschaftslebenS. Die Erhaltung des Friedens für unser Vaterland beruht nicht mehr allein auf unferm starken Landheere, sondern auch auf einer machtvollen Flotte. Möge diese Ueberzeugung bald Gemeingut der'deutschen Nation werde»!

Der südafrikanische Krieg.

Der Krieg ist thatsächlich eröffnet. Die Buren haben keine Zeit verloren. Die Londoner Abend- blätter melden, daß die Buren sofort nach Ablauf der in dem Ultimatum gesetzten Frist Laings Nek besetzten. Sie rücken jetzt in großen Massen in Natal ein und besetzen die Jngogo-Höhen. Prinsloo wurde zum Höchstkommaudirenden des Oranje-Frei­staats gewählt.

Jetzt zeigt sich auch, wie fadenscheinig daS Mäntelchen war, mit dem England seine Einmischung iu die Angelegenheiten Transvaals d.ckte. Es gab bekanntlich an, die Rechte der Ausländer vertreten zu müssen. Nunmehr sind nahezu sämmtliche in Pretoria ansässige Angehörige fremder Natonalitäteu zur Front abgerückt, um für die Unabhängigkeit Transvaals zu kämpfen. Sogar gegen 100 britische Unterthaven haben der Republik Treue geschworen; in Transvaal und im Oranje- Freistaat herrscht dir größte Begeisterung in Folge der festen Haltung der Regierung. AuS allen Lager» treffe« Telegramme ein, welche stegesfreudige Zuver­sicht ausdrücken.

Auf englischer Sefte scheint von solcher Zuversicht wenig zu spüren zu feto; sonst hätte man nicht solche Mordgeschichte» wie die von uns gestern erwähnte über die Tödtung der britischen Agenten zu erfinden brauchen. Daß die ganze Geschichte nur erfunden war, um Stimmung gegen die Buren zu machen, ergießt sich aus dem neusten in London aus Pretoria eingegangenen Telegrammen, wonach am Mittwoch Nachmittag 6 Uhr 50 Min. der britische Agent Greene Abschied von Krüger nahm und mit Sonderzug nach Kapstadt gefahren ist. Solche Lügen werden den Herren Engländern wenig helfen, gerade so wenig wie die recht durchsichtigen Bemühungen, den Buren die Verantwortung für den Krieg zuzuschieben. Jeder, der die Vorgeschichte des Krieges nur einigermaßen verfolgt hat, kann nur lachen, wenn er z. B. in der Times* liest:

Wir haben lange und eifrig nach einer diplomatischen Lösung gestrebt. Die Leiter

ungerechten Anklagen bereitet haben. Ich reife heute mit dem Vormittagszuge, möchte jedoch Ihr Haus nicht verlaffen ohne Ihnen für die mir be­wiesene Güte zu danken. Das Böse habe ich Ihnen vergeben, ich fühle mich Ihne» gegenüber ganz frei von jeglicher Schuld und hoffe, daß Sie Ihren Jrrthum allmählich einsehen werden. Schließlich habe ich noch die Bitte, ob Sie mir Ihre» Kammerdiener für meine Reise nach Paris zur Verfügung stellen wollten. Ich habe selbst­verständlich Gras Olafs Beglestung abgewieseu, fühle aber kaum de» Muth im fremden Lande ganz allein zu reifen. In bet Hoffnung keine Fehlbitte gethau zu haben, zeichne ich als Euer Hochgeboren ergebenste Eva Hochberg.*

Sobald Eva die Zeile» couverttrt hatte, suchte sie die Jungfer der Gräfin auf unb bat sie, ihrer Herrin diese» Brief mit der Bitte um Antwort zu übereicheu, sobald sie aufwachen würde.

Frau Gräfin haben bereits ihre Chokolade ge­nommen,* entgegnete die Jungfer und trat sofort bei der Gräfin eta. Nach kaum fünf Minuten er» schien der Kammerdiener bei Eva im Zimmer unb fragte nach ihren Befehle», da ihm die Gräfin habe bestelle» laffen, sich ihr zur Disposition zu stellen.

Eva thellte ihm nur mtt, daß er sie nach Paris begleite» solle, was natürlich eta großes Erstaune» hervorrief, doch versprach er, zur Zeit reisefertig zu sein, alles Gepäck n. s. w. zu besorgen. Gleich darauf erschien auch Estelle, nm ihren Kummer über Made­moiselle» Fortgang anSzudrückev, denn Eva hatte sich durch ihre ruhige, sich immer gleichbleibeude Freundlichkeit den Leuten gegenüber die allgemeine Liebe und Anhänglichkeit erworben.

(Fortsetznug folgt.)