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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

rflii«ebBtrlofl: Joh. Aug. Koch, Univrrsitäts-Vuchdruckerei fa Marburg. Verantwortlich für die Redaktion: Redakteur HanS Hupfer in Marburg.

Expedition: Markt 21. Telephon SS. *''*'**'*' Redaktion: Markt 21. Telephon 55.

M 235

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Ouartals-Abonmments-Preis bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,25 Mk. (ejfl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr: die ge­spaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen: die Zeile 25 Psg.

Warburg

Freitag, 6. Oktober 1899.

Anzeigen nehmen entgegen: die Expedition dieses Blattes, die Annoncen- Bureaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Magdc- n i

bürg, Wien; Rudolf Masse, Frankfurt a. M., Berlin, München, Köln; -)4.

C. L. Daube & Co., Frankfurt a. M Berlin, Hannover, Paris 2t.

Liberia deutsch!

mk. Die wichtigen deutschen Interessen in Liberia behandelt der folgende Aufsatz, den wir der »Deutschen «olonialjeitung" entnehmen:

Mehrfach find in letzter Zeit Notizen durch bie blsuialfreundliche« deutschen Blätter gegangen, die ntf die Bedeutung hinwiesen, welche die Negerrepublik zibrria an der Westküste Aftikas für die gesammte «utschc Kolonialpolitik und für unsere Kolonie Kamerun n Speziellen hat, aber immer dringlicher scheint sich «ch uns neuerdings zugegangenen Nachrichten die jage für das deutsche Interesse daselbst zu gestalte», >a die Franzosen ernstlich Miene zu machen scheine», in morschen Herrschaft der amerikanischen Neger dort ein Ende zu machen. Vielleicht besteht schon ejn ÜM Einvernehmen diesbezüglich zwischen Frankreich i mb dem gleichfalls interesstrten England, das bei vp Mount im Norden mit seiner Sierra-Leone- klonie an die Negerrepublik grenzt, während Frank- eich in stiller, zielbewuß er Kolonialarbeit nicht nur «8 gesammte Hinterland von Liberia in seine Hand i ebracht, sondern sogar im Süden deS Landes an « Küste seine Grenze bis an den Cavally-Flutz auf berianisches Gebiet vorgeschoben hat. Die Errichtung iues stehenden diplomatische» Postens Seitens Frank­reichs in Monrovia sollte gleichfalls zu denken gebe«.

Die R'publik Liberia, die von freigelassenen iegersklaveu aus den Südstaaten Amerikas an der nstaftitanischen Küste unter amerikanischem Protektorat Mündet wurde, hat nie eine staatliche Ordnung in em von ihr occupirte» Lande herzustellen gewußt, »»der» von jeher ihre ^Herrschaft auf wenige Küsten­latze, deren hauptsächlichste neben der am St. Paul'S iiver gelegenen Hauptstadt des Landes, Monrovia, «p Mount, Gran Basta, Sinn und Kap Palmas inb, beschränkt.

Infolge des ungeregelten Zoll- und Geldwesens, er Korruption der Beamten, ständiger Kriege mit i en Eingeborenen geht Liberia seiner demnächstigen lnflösung entgegen, die sicher längst erfolgt wäre, l m England nicht den erschöpften Finanzen des i Staates bereits mehrmals unter die Arme gegriffen äste. Ein Punkt, der wieder zu denken giebt, da wsne Vettern von jenseits des Kanals außer in inem größeren rubber syndicate überhaupt nicht »mmerziell in Liberia interesstrt sind.

Ein Zusammenbruch Liberias aber muß nicht »ur infolge des nothwendigerweise nächstens erfolgen- «n Staatsbankerotts eirtreten, sondern auch weil : « Eingeborenen allenthalben im Lande sich zu regen ügmnen, um sich gegen die schonungslose AuS- «tzungspolitik aufzulehnen, welche die schwarzen »American gentlemen gegen sie anwenden.

Nm ist Liberia ein Plantagenland, wir außer \ «»trnn wohl kaum ein zweites an der ganzen «estküste Aftikas. Der Liberi«. Kaffee ist berühmt, "k lauge Küste besitzt vorzügliche Reede». Daß *8 Hinterland französisch ist, kommt nicht in Betracht,

Nachdmck verbot«

3m Widerstreit der Gefühle.

Roman von 6. Wild.

(Fortfotzsng.)

Aber Fräulein Eva, was ist Ihnen denn eigentlich? haben ja noch kein Wort gesagt! Thyra und ^schwatzen unaufhörlich und Sie find so zerstreut, ^ülk» »US kaum zu hören; was haben Sie nur?"

»3«, wahrhaftig, und Du stehst auch ganz elend | Eva, was ist geschehen? fragte die Comteß be- p* und fügte bann hinzu:Auf solchen ^>ßm> zu bestehen! bei solcher Hitze dar Aller backe» l da mußt Du ja ganz kapnt sei», piam hast Du »icht Alles, was Du brauchst, nur ^-«gelegt? Estelle hätte er Dir doch mit Freude» p* und alles A»derr hättest Du ruhig stehe» und lassen Unneu, wie eS war. Du bist wirklich zu Schaft, Eva! «h, da ist ja Estelle! Aber Kinder, und laßt u»S speisen. Estelle, »er.

Eie nicht, mich morgen ftüh zu wecke»! P Eva, s» komm doch, ach, Dn bist langwellig i furchtbare» OrdnungSfinn," schwollte die

1 p' und begauu zuzugretfev.

^d« riß fich mit Mühe von ihren trübe» Gedanke» I? »ib ließ sich »eben Thyra »iedrr, die munter karrte und Eva'» Befinde» schon wieder vergeffe» Nicht so Graf Olaf deffe» »licken el nicht |S®e, daß Eva nicht »or angegriffe», sondern ent» liedergeschlagen anSsah.

da die Plautagenwirthschaft, so lange nicht Eisen­bahnen das Land erschlt.ße», nur in den Küsten­bezirken wirklich gewinnbringend fich gestaltet. Zwei Drittel sämmtlicher in Liberia handeltreibender Firmen befinden fich in deutschen Hände». Soll all' die deutsche Arbeit, all' das interessirte deutsche Kapital einst in fremde Hände fallen, nur weil wir vielleicht zu spät zugreifen?

Doch viel werthvoller als die weitesten Strecken fruchtbaren PlantagenlandS, als die Gummiwälder und die Piaffavasträucher in dem gesegneten Liberia­lande find die tüchtigen, arbeitsamen Eingeborenen vom Stamme der Kru und Wey. Kein Schiff an der ganze» Westküste Afrikas vom Senegal bis zum Kap, das nicht seine Kru-Besatzung aus Liberia an Bord hätte. In der sengenden Fieberhitze ist kein Europäer im Stande, Wache um Wache in den engen Heiz- und Maschinenräumen zu gehen, Tag und Nacht int Raume des Schiffes zu bergen und zu staue». Da treten helfend die athletischen Kru- Neger an die schwersten Poste». An der langen, flachen westafrikanischen, so hafenarmen Küste kennt keiner die Brandung, die verborgenen Riffe und Felsen so gut wie der Kru Manu, der als Kind schon zur Bootsarbeit auf de» Steamer hinausgeschickt wird. Eine westafrikauische Haudelsschifffahit ohne Kru-Leute ist kaum denkbar. Und die Wey-Leute wieder, diese muntere», gewandten Burschen, bilden bei allen Expeditionen, die von der Westküste Afrika» ausgehen, den Stamm der Soldaten und Träger. Dem Europäer unbedingt ergeben, find die Kru- und Weh- Neger überall in Westafrika zu Wasser und zu Lande unentbehrlich; für unsere Kamcrunkolonie mit ihren große» aufblühenden Plantagen aber würde ein Aus­bleiben der Arbeiter aus Liberia geradezu einen wirthschaftlichen Ruin bedeute»; denn die Duallas in den Küstendistrikten find jeder geregelten Thätigkeit abhold^ und die Eingeborene» aus Inner-Kamerun muffen erst allmählich an systematische Arbeitsleistungen gewöhnt werde». Gerade eine junge Plantage ab.r braucht verhältnißmäßig viel geschultes Personal.

WaS nun also, wen» Frankreich oder England in Liberia zugreift und uns die Arbeiterzufuhr stoppt?

Noch ist eS Zeit! Sehen wir zu, daß wir uns auch tu Westafrika unseren Platz an der Sonne vahren 1

Umschau.

Die Haltung Portugals.

In Portugal macht sich eine starke Störmung gegen England bemerkbar, die in diesem Augenblick besondere Beachtung verdient, da die portugiesische» Häfe» in Südafrika, speziell in Lourentzo Marques, als Landungsplatz für Truppe» und Munition von wesentlicher Bedeutung sind. Die republikanische Partei in Portugal steht England durchweg schroff gegenüber und sympathisirt offenkundig mit den Bure». Die Monarchisten haben ebenfalls wenig freundliche

Gefühle für Eogland, vermeiden es aber, zu der Transvaalfrage öffentlich Stellung zu nehmen. Die Regierung hat fich noch nicht geäußert, es ist aber Grund vorhanden, aozunetzmen, daß Portugal im Kriegsfälle sich für neutral erklären wird. Sehr wahr­scheinlich wird die portugiefische Regierung britischen Truppen den Durchzug über Louren^o Marques nicht gestatten, und es ist ganz ausgeschloffen, daß Portugal jetzt schon die Delagoabat an England abtreten oder englische Besatzung t» Lourenyo Marques dulden wird. Andererseits hat die portugiefische Regierung bekanntlich stillschweigend zugelassen, daß zahlreiche Waffen- und Munitiovssendungen, die für Transvaal bestimmt waren, über Louren^o Marques gingen; und eS kann keinen Zweifel darüber geben, daß der größere Theil der in Südafrika ansässigen Portugiesen nichts weniger als englandfreundlich und besonders in der TranS vaalfrage mehr oder minder offen mit de» Buren sympathisirt.

England und Transvaal.

Wir haben gestern bereits die Aufsehen erregende Meldung deSReuter'schen Bureaus gtbrtdjt, die dahin geht, nach einem Telegramm des Lanrdrosten von BoShof hätten die englischen Truppen bei Kimberley die Grenze deS Oranje-Freistaats über­schritte». Träfe daS zu, bann wäre bet Krieg in aller Form eröffnet. Eine Bestätigung biefer Alarm- Nachricht ist aber »och von keiner Seite eingegangen, eS scheint also blinder Lärm gewesen zu sei». Wie darRenter'sche Bureau" meldet, läßt sich au» ver­schiedene» Mittheilungeo scho» jetzt der Feldzugspla» der Buren ersehe». Die Hauptstreitkcäfte der Suren werden den schmalen Streifen von Natal umringen, der zwischen Transvaal und dem Oranje - Freistaat liegt. Die Kommandos von Transvaal werden Laignsneck, Charlestown und Dundee bedrohe», während im Oranje - Freistaat daS Kommando von Harrismith vom VanreenenS Paß aus operiren und Ladysmith bedrohen wird. Je länger übrigens die Buren zaudern, desto mehr englische Verstärkungen treffe» ein. Neuerdings kam in Durban das Trans­portschiffSccunbera" mit einer Batterie Feld- artiHerie unb Sanitätsabtheilungen von Indien a»; die Truppe», die von dem TransportschiffLalpoora" auSgeschifft worden sind, ginge» sofort nach der Front ab.

lieber daS angebliche Ultimatum Transvaals werben nunmehr auch einige Einzelheiten bekannt. Es h ißt, eS werbe in bemselben bie Zurückziehung bet englischen Truppen von Transvaal innerhalb 48 Stunde» verlangt werden. DaS Ultimatum solle Montag überreicht worden sein. Wen» dem Ultimatum keine Folge gegeben werde, würde Transvaal also Donnerstag die Feindseligkeiten beginnen.

Nicht ausgeschlossen ist, daß die Engländer die Basuto'S aufwiegeln. DieDaily Mail" erfährt aus Pietermaritzburg, daß die Basut» im briti­schen Gebiet an der Ostgrenze des Freistaates

Thyra erzählte, wie fie fich amüfirt hatte, wie eS in Parts, ttotz der vorgerückten Jahres- zeit, noch gar nicht langweilig sei, und wie fie es doch sehr bedauerlich fände, daß der Papa jetzt schon durchaus »ach Trouvtlle gehen und nicht bis zur eigentliche» dortige» Saison warten wolle.

DaS ist'S ja gerade, was er vermeiden will, Schwesterchen," unterbrach sie der Bruder,er will nun endlich einmal ganz frei fein. Du darfst doch nicht vergeffen, daß Papa verhältuißmäßig viel älter ist, als Mama, und daß diese endlose Kette von Gesellschaften, die unserer Mutter »och Vergnügen gewähren, ihm scho» feit Jahren eine Last ist. Er hat mir erst heute Abend, al» wir bei Rosambert'S im Vestebül auf Euch «arteten gesagt, wie er fich freue, nun endlich für einige Wochen seine Familie zu genießen und Ruhe zu habe». Ich muß gestehe», ich freue mich unendlich auch auf Trouville, ich bin auch diese» ewige» Ingens »ach Lust und Abwechselung müde. Ich eigne mich absolut »icht zum Pariser Flaneur, und wo fich meine Kameraden köstlich «möfire», langweile ich mich sträflich. Ich glaube, an mir ist ein deutscher Professor verdorben, meine» Sie nicht auch, Fräulein Eva?"

Wenigstens muß ich gestehe», daß Sie fich meiner »»ficht »ach vortheilhaft von be* Übrigen fangen Attach s auSzeichne», die ich i» den letzte» Monate» ferne» gelernt habe; sie fi»d Alle »o» einer fabel- hasten Eitelkeit u»b scheinen fich einznbilde», daß ei» Diplomat gleichbedeutend sei mit einem Sott. Für meine echt deutschen «»fichten Über diesen Gegenstand war da» manchmal recht lächerlich."

Ach, nun fangt Ihr Beide wieder an, langweilig zu werden", rief Thyra, nicht Professoren, nein, Schul­meister hättet ihr Beide werden sollen. Adieu, ich bi» schon müde genug ohne Eure Abhandlungen! Gute Nacht! Schlaft wohl!" Damit schwebte da» gedankenlose junge Wesen hinaus und ließ die Beide» allein.

Eva war in ihrem augenblicklichen GemüthS- zustande unangenehm von diesem Benehmen Thyras berührt. Noch vor wenigen Stunden hatte man ihr an dieser selben Stelle bewiesen, welche Deutung fich diesem Alleinsein mit Graf Olaf beilegen ließ, und so hatte sie jetzt nur den Wunsch, den junge» Grafe» so schnell als möglich zu verabschiede». Sie stand also auf und sagte so ruhig und fteundlich als möglich:

Ja, Thyra Hai Recht, es ist Zeit zur Ruhe zu gehen, und ich fühle mich auch recht abge­spannt; verzeihen Sie mir also, wenn ich mich zurückziehe".

@ilen Sie doch nicht, Eva", entgegnete der Graf, der das junge Mädchen feit ihrer Begegnung auf dem Balkon häufig nur bei ihrem Vorname» nannte und dies auch jetzt that,Sie mflffen mir »och Rede stehen. Ihre Züge habe» einen so »er. änderte» leidenden «»«druck angenommen, feit wir uns »ach dem Diner getrennt habe», daß irgend etwa» pasfirt sei» muß, wa» die» veranlaßt hat. Habe» Sie schlechte Nachrichten von Hause gehabt? Ist irgend wer von den Leuten etwa ungezogen gegen Eie ge- wesen?"

Sie schütteste den Kvpf und schwieg.

unruhig werden. Die Basuto könnten eine aus­schlaggebende Rolle spielen, und trotzdem England emphatisch erklärt hat, keine Eingeborenen gegen die Buren ins Feld zu führen, würde e» der Kolonie Natal gewiß ganz angenehm fein, wenn die Basuto in den Freistaat einfielen.

Deutsches Reich.

* BerHtt, 5. Oktober.

Unser Kaiser sandte an Crispi folgendes Glückwunschtelegramm:Mit aufrichtiger Freude er« greife ich die Gelegenheit, welche Mir der Geburtstag, den Eure Excellenz heute feiert, darbietet, um Ihnen Meine besten Glückwünsche zu senden. Ich nehme lebhafte» Antheil an dieser Feier, welche Ihrer langen glänzenden Laufbahn besonderen Glanz verleiht. Seien Sie überzeugt, daß Ich niemals die werthvolle Mitarbeit vergessen werde, welche Euer Excellenz dem Friedenswcrke gewidmet haben, das die Jntereffen Italiens und Deutschlands eng verknüpft."

Bei der Erörterung der Verhältnisse des Detailhandels wurde auf der letzte» Generalver­sammlung de» Vereins für Socialpolitik die Frage der Besteuerung der Waarenhäuser ge« streift. Die Regierung verfolgt, wie dieB. P. N." höre», den Gedanke» einer solchen Besteuerung nach wie vor. Die Arbeiten an einem Gesetzentwurf werden fortgesetzt, und man hofft bald zu einer Lösung der Frage zu gelangen. Jedenfalls werden auch die Parlamente schon bald in die Lage gebracht werden, ihre Ansichten über die Besteuerung darzuthun und ihr Votum über einen Gesetzentwurf abzugeben.

Wege» Vorkommens einiger Pestfälle in Portugal, sowie einer pestverdächtige» epidemischen Krankheit im russische» Gouvernement Astrachan wurde neuerdings in Preußen allgemein durch Bezirks-Polizei- Verordnungen die Anzeigepflicht für Pest und Pe st verdacht eingeführt. Keineswegs haben jedoch etwa scho» vorliegende bedenkliche Krank- heitSerscheinungeu innerhalb deS Deutsche» Reiches oder Preußens, sondern lediglich die Vorsicht dazu geführt, die für andere ansteckende Krankheiten bereits bestehende Anzeigepflicht auf die Pest auszirdehnen. Bei der durch Enlsendung einer Sachverständigen Kommission nach Bombay gewonnenen genaue» Er- kenntniß der Natur, sowie der Verbreüungs- uud Bekämpfungsweise der Pest und bei der durch die Fortschritte der öffentliche» Gesundheitspflege herbei- geführten geringere» Empfänglichkeit der einheimischen Bevölkerung für diese Seuche liegt daher zur Be­unruhigung durchaus kein Anlaß vor.

Ausland.

Stellten. Franzesco EriSpi beging an diesem Mittwoch seinen 80. Geburtstag. Er ist der thatkräftigste Förderer deS Dreibundes in Italien gewesen. Seine staatsmännische

Haben Sie vergesse», daß Sie mich als Ihren Bruder und Beschützer betrachte» sollen? Sitte ver­trauen Sie mir an, war Sie bedrückt; es macht mich sehr traurig, Sie so altertet zu sehen! Bitte, bitte, reden Sie!"

Während der letzte» eindringlich gesprochene» Worte hatte Graf Olaf eine Hand EvaS ergriffen und'drückte sie nun herzlich.

Sie haben Recht, Graf, e» ist mir etwas Un- angenehmes geschehe», aber ich kan» es Ihne» unter keine» Umstände» mittheilen, am wenigsten hier und jetzt. Gehe» Sie also; Gute Nacht!" und damit geleitete fie de» jungen Mann zur Thüre, welche fie selber öffnete.

Gras Olaf blickte ihr noch einmal tief in die Augen und zog, schon auf der Schwelle, EvaS Hand a* seine Lippen. In diesem Augenblick öffnete fich die Thüre von dem gegenüberliegenden Cabinet deS jungen Grafen und der ftanzöstsche Kammerdiener des Grafen trat heran». Ein flüchttgeS widerliches Lächeln, welches Eva wohl bemerkte, huschte über sein Gesicht, als er die kleine Gruppe sah, dann sagte er jedoch in demüthigem Tone:

Ich habe soeben einige Bücher vom Herrn Grafen heraufgebracht und dem FranconiS Übergeben. Herr Graf, können dieselben nicht mehr unterbringen, wünschen daher, daß Herr Graf Olaf fie möchten mitpacken lasten."

Dann grüßte er, schritt die Treppe hinab und gleich darauf hörte man ihn in daS Schlafzimmer de» Grafen treten.

(Fortsetzung folgt.)