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x«ck und Verlag: Joh. Slug. Koch, Universitäts-Buchdruckerei tu Marburg. Expedition: Markt 21. — Telephon 55.
Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg nnb Kirchhain.
Jllnstrirtes Sonntagsblatt. &wi* in
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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Ouartals-Abonnements-Preis bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,25 Mk. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen: die Zeile 25 Psg.
^SlarBurg
Sonntag, 24. September 1899.
Anzeigen nehmen entgegen; die Expedition dieses Blattes, die Annoncen- Bureaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg, Wien; Rudolf Mosse, Frankfurt a. M„ Berlin, München, Köln; C. L. Daube & Co., Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris re.
34. Jahrg.
An unsere Leser!
3hir noch wenige Monate trennen uns von der Wgehkure» Gesetzesumwälzung, welche die jetzt lebende Kmeration durchzumachen hat. Am 1. Januar 1900 tritt nicht nur ein fast das gesammte bürgerliche Recht Wfaffendes Bürgerliches Gesetzbuch i» Kraft, neben km aber zahlreiche Reichsgesetze privatrechtliche» Zuhalls weiter bestehen, sondern außerdem ein neues Handelsgesetzbuch, ein Gesetz über die Zwangsver- ftigerung und Zwangsverwaltung, eine Gruadbuch- irbmg, ein Gesetz über die Angelegenheiten der frci- Migen Gerichtsbarkeit, der Civilproceßordxung und kt Concursordoung. Das neue Recht ergreift alle kebiete des moderne» Privatrechtsverkehrs. Miethe mb Pacht, Dienstvertrag und Werkvertrag, Gesell- tzaftsvertrag, die Folgen aus unerlaubten Handlungen, der gesammte Grundbuchverkehr, die Stellung et Frau im Recht, Eheschließung und Scheidung, bas eheliche Güterrecht, die Rechtsverhältnisse zwischen Ellern und Kinder, die elterliche Gewalt, insbesondere ie der Mutter, die Vormundschaft, das gesetzliche ftbrecht und das Testament — das sind einige von «n unendlich vielen neuen Rechtsgestaltungen, die im lglichen Leben für Jeden von groß m Interesse find md deren Kenntniß, in den Gruudzüge» wenigstens, ör Jeden unerläßlich ist.
Um unsere Leser in dieses Rechtsgebiet einzu« ähren, werde» wir vom 1. Oktober ab regelmäßig » angemessene» Zwischenräumen gemeinverständlich ieschriebene, anregende Artikel über die verschiedenste» Lhemata des Rechtslebens aus der Feder namhafter luristcn, welche in enger Fühlung mit dem praktt- chen Leben stehen, veröffentlichen. Zunächst gedenken nr die nachstehenden, hochinteressanten Aufsätze zu Wn:
Das Mtcthsverhältnitz an Wohnungen nach dem Bürgerlichen Gsetzbuche. Von Amtsrichter a. D. E Mantay.
Die Haftung der Gaftwirthe für eingebrachte Sachen der Gäste. Von Rechtsanwalt und Notar | W. Hohl.
Unsere Dienstboten. (Dienstherrschaft und Gesinde nach dem 1. Januar 1900.) Von Rechtsanwalt AlphonS Roffon.
\ Die rechtsgültigen Formen des fetzigen nnd späteren Teftirens. Von Demselben.
Die Berjährnng von Forderungen nach dem «ärgerlichen Gesetzbuch«. Von Rechtsanwalt und Notar W. Hohl.
Da» verlöbnitz nach de« Bürger lichen Gesitz dache. Von Demselben.
: Die gesetzliche Erbfolge bor und nach dem 1. Jam Bon Amtsrichter a. D. Mantey.
$ie Pflichten und Rechte der HandelSangeftellten "»ch de« 1. Januar 1900. Von Chef • Redakteur D. Damm.
Nachdruck verboten
3w Widerstreit der Gefühle.
Roman von E. Wild.
(Fortsetzung.)
Lucie fuhr fort: Ich weiß von mehrere» unserer ^kLsde, das unzählige Mütter auf ihn gehofft haben Ae Töchter. Hat seine Zuneigung zu Dir daS Alles ^»auert, fe kannst Tu auch sicher sei», ihm zu genügen, K'che auch gar nicht, anders zu werden, sondern immer Du selbst, dann gefällst Du ihm gewiß, n-hst Tu, Anfangs fand sich nicht gleich Je- u86 Tüt mich, und später bildete sich daun in mir stanz entschiedene Wunsch aus, nicht zu heirathe», es wäre ja auch gar nicht gegangen. Wer 2* den» für all die Anderen sorgen, »een ich da wäre sowohl für die Schwester» als auch E •« Brüder? Glaube mir, Martha, bis jetzt v ”) mir noch keine» Augenblick unnütz borge» ^tn, im Gegentheil, ich finde, die Andern könnten fertig werden, wenn Tante Lucie nicht
^»Da hast Du fteilich Recht; ich ». hätte ja ^ hierher gekonnt, wenn Du nicht mitgekommen Auf Dich rechne ich hauptsächlich für Eva.
Lj® Du Dich ihrer an. Mir hat sich der »eg Herzen, wie eS scheint, augenblicklich ganz gDwffeu, sie ist absolut unzugänglich für mich und J* mich mit verletzender Kälte zurück. Du glaubst Mir wehe mir daS thut, es stört mir mein ^ies GlückSgefühl.'
»Das laß nur Erich ja nicht merken," entgegnete - utkundin, „es könnte ihn gegen Eva erbütern
Was haben die Borstände von Vereinen nach de« 1. Januar 1900 mit Rückficht ans die Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches zu thun k Von Rechtsanwalt und Notar W. Hohl.
Was kostet ein Zivilproze«^ Von Dr. jur. A. von Hagen.
Die Rechte des Angeklagten im Strafprozeß. Von LandgerichtSrath Dr. Tnchatsch.
Weitere interessante Artikel werden sich den obige» anschließen.
Wir hoffen, daß diese wichtige Neuerung Anklang finden und uns zu unseren vielen alten Freunde» recht zahlreiche Neue erwerben wird.
Wochenschau.
** Die Manöver sind zu Ende, der Kaiser hat seine Jagdfahrt nach Schweden angetreten, die innere Politik ruht auf einige Zeit, wenigstens soweit das i» der Oeffentlichkett sichtbar ist. Hinter den Eoulissen mag es lebhaft genug zugehen. Auf der einen Seite giebt das Verhältniß der preußischen Regierung zur ko»servativen Partei und zum Bunde der Landwirthe reichlichen Stoff zu Verhandlungen; der Wunsch, die Dinge nicht aufs äußerste zu treiben und die auf beiden Seiten tu der Kanalftag« an den Tag gelegte Entschiedenheit gerathen da hart aneinander. Auf der anderen Sette sind Bestrebungen im Gange, im Wege der Gesetzgebung doch irgend welche Maßregel» zum Schutze Arbeitswilliger zu Stande zu bringen. In der nationalliberalen Partei ist dieser Wunsch augenscheinlich sehr lebhaft; man erblickt hier wohl auch ein Mittel, um zu größerem Einfluß zu gelangen. Gerade jetzt ist ein solcher Schluß sehr naheliegend. Aber die Partei birgt auch Elemente, die von solchem Ei»lenken nichts wissen wollen, da giebt'8 denn also noch viel zu überlegen und — zu überreden.
Ein erfreuliches Ergebniß langer Zeitungsdebatten kann der Wochenchrovist melden. Dr. ß i e 6 e r geht nicht nach China. Der geheime Reichsregent kann zweifellos stolz darauf sein, daß mau seinen Reise- pläuen eine solche Beachtung geschenkt hat; die Aufregung über die Reise war in den Zeitungen gar gewaltig. Man brachte den Reiseplan mit einer veränderten Stellungnahme des Centrums zum Arbeits- willtgengesetz in Verbindung und »ahm an, daß Dr. Lieber nur de» Schwierigkeiten entgehen wolle, die ihm seine bekannte Rede gegen die Vorlage bet Ge- legenheit der ersten Berathung des Entwurfs jetzt bereite» könnte. Dr. Lieber hat in Folge dessen in letzter Zeit gar manches zu hören bekommen; man bespöttelte seine Fahnenflucht nach allen Richtungen hin, so lange, bis Dr. Lieber anderen Sinnes wurde und die tröstliche Nachricht verbreite« ließ, daß er »NS erhalten bleiben wird. Mau wird also zu Be-
und daS wäre für die Zukunft nicht gut. Laß nur Eva erst bei uns fein, bau» wird sich sch»» Alles besser machen, als Du Denkst! Ich werde ihr das Köpfchen schon zurecht setzen !'
Martha konnte sich in den nächsten Tagen nun doch nicht Erich's Dränge» entziehe» und mußte die Vormittage dazu benutzen, Möbel, Stoffe und tausenderlei Dinge für daS neue HauS eiszukaufen, auszusuchen und zu bestellen, und endlich trat dann Erich auch mit der Bitte hervor, gleich de» Hochzeitstag festzusetzeu. Er «Laschte Weihnachteu im eigenen Hause zu verlebe», und Aller, waS Martha erreiche» konnte, war, daß er versprach, bis kurz »ach dem neuen Jahre zu warten. Demgemäß wurden den» auch alle Bestellungen und AuftSge gemacht. E» war dies eine ermüdende Aufgabe, so daß Martha ftoh war, als der Tag ihrer Abreise nahte und sie wieder auSruheu konnte.
Erich ließ sie »nr ungern scheiden, um so mehr, als sie sich erst zur Hochzeit Wiedersehen konnten, die in aller Stile in der Oberförsterei gefeiert werden sollte. Die Zeit dünfte Erich eine Ewigkeit, obgleich eS in Wahrheit doch nur wenige Wochen waren, die ihn von dem ersehnten Ziele trennten.
Erichs Vater versprach zur Hochzeit zu komme», wenn die Jahreszeit es nicht gar zu böse meinte, die Professorin konnte nicht mehr reifen. Sie sprach Martha auch vor der Abreise noch nach besten Kräften Muth und Trost ein wegen Eva; als Martha aber fort war, meinte fie zu ihrem Manne:
„DaS ist eine böse Geschichte mit Evcheu. Die wird ihnen allen einen schweren Stand machen, ich kenne sie doch am besten".
ginn des nächsten Reichstags wiederum das erhebende Schauspiel eines prächtigen Eiertanzes haben.
Der Taumel, der in Folge der abermaligen Ver- urtheilung des D r e y f u S einen Theil der d e u t s ch e n Presse ergriffen hatte, scheint allmählich gewichen zu fein. Nur etwas katzenjämmerliche Stimmung ist noch zurückgeblieben; der Feldzug, den man gegen Frankreich richtete und in dem der Boykott der Weltausstellung der höchste Trumps war, hat freilich auch mit einem gor zu jämmerlichen Fiasko geendet. Deshalb hat man die neuesten Ereignisse in Frankreich mit etwas mehr Besonnenheit ausgenommen.
Die Zurücknahme des von Drepfus gestellten Re- vistonSantrageS, die zur Begnadigung des ExkopitänS führte, paßte allerdings auch unfern Dreyfuslern gar zu schlecht in den Kram. Man suchte zwar einen Ausweg, indem man behauptete, es werde auch nach der Begnadigung auf die Nichtigkeitserklärung des Urtheils hingearbeitet werden. Zu einem Umfloßen des Urtheils aber wird mau wohl in Frankreich kaum bereit sein. Man betrachtet dort, das haben die litzte» Ereignisse deutlich gezeigt, die „Affäre" lediglich vom polftischen Standpunkt auS. Man will — das hat zur Begnadigung des DreysuS geführt uud wird zu einer allgemeinen Amnestie führen — unter allen Umständen einmal Ruhe im Hause habe». Der große Schwamm der in der Panama-Affäre schon seine Rolle gezielt hat, soll auch diese Angelegenheit wegwische». Deshalb wird wohl auch die Verhandlung, die jetzt vor dem Staatsgerichtshof gegen die „Verschwörer" geführt wird, diesen nicht allzuviel Strafe eintragen. Die Verschwörung selbst ist ja auch nach dem Inhalt der Anklageschrift nicht sonderlich ernst zu nehmen. Mit dem Apparat, über den die Angeklagten verfügten, hätten sie schwerlich etwas auSrichten können. Auch Guerin, der nach 40tägiger Belagerung und nach eingehenden Kapitulationsverhandlungen das „Fort Chabrol" übergeben hat, wird man wohl nicht sonderlich wehe thun.
In Oesterreich sind die Versuche, durch den Präsidenten des Abgeordnetenhauses, Fuchs, die Deutschen zur Wiederaufnahme der parlamentarischen Arbeit zu gewinnen, fehlgeschlagen. Die Deutschen haben sich von dem schlauen Fuchs nicht bethören lassen, sonder» die einzig richtige Antwort gegeben, daß sie für nichts zu haben find, so lange die Sprachverordnungen in Kraft sind. Der Minister- Präsident Graf Thun hat sich, indem er sich hinter de» Präsidenten des Abgeordnetenhauses versteckte, wieder ein rechtes Armuthszeugniß ausgestellt. Aber der Dauerhaftigkeit seines Ministeriums thun solche Beweise staatsmännischer Befähigung keinen Eintrag. Er ist noch immer Minister. O du mein Oesterreich!
Der Konflikt England mit Transvaal reist sich allmählich zum Kriege aus. Die „Reformen", von denen in den Zeitungen und bei den diplomatische» Verhandlungen so viel die Rede ist, sind natürlich nur der Vorwand; der Wunsch Englands, sich zum
Und Großmama Saalfeld hatte Recht.
Als Martha in L. ankam, war dort bereits wieder ein Brief von Eva eingetroffen, in welchem sie sagte, daß sie komme» wollte, sobald die Mama zu Hause sei, und fie bäte Fra» von Altenhof, sich doch schon immer nach einer Stellung für fie um- ruseheu, ihr wäre jede nm einigermaßen annehmbare Pofition recht. — „Keinesfalls", so schrieb fie unter Anderem, „keinesfalls teil ich zu Mamas Hochzeit noch hier fein, und da mir Großpapa mit getheilt hat, welcher Termin dafür festgesetzt worden ist, so muß ich Euch schon Bitten, recht eifrig in Euren Bemühungen für mich zu fei». Tante Lucie wird schon Rath wissen."
„Wieder Tante Lucie!" sprach diese lächelnd. „Nun ja, ich will Dir auch helfe», wen» ich irge»d kann, Du armes Vögelchen, aber zuerst will ich Dir ein wenig Moral lesen und versuchen, Dich zu bekehren."
AuS L. sagte die Majorin ihre Gegenwart bei der Hochzell zu, da Martha fie herzlich darum bat und hinzusügte:
„Ich habe ja sonst gar kein Mütterchen, das mich meinem neuen Herrn zuführt."
Lucie sollte schon einige Tage vor der Hochzeit kommen und nachher beim Oberförster bleiben, dir fein Nachfolger ankäme, das ganze Hauswesen aufgelöst wäre und er selber dann gänzlich zu de» Kindern in die Residenz ziehen würde.
XV. Capitel.
„Eva, willst D« Dir nicht einzelne Möbelstücke auSsnchen?" fragte einige Tage später Martha ihre Tochter, als diese fie »nn um die Erlaubuiß gebeten hatte, ob fie jetzt zu Altenhofs reifen dürfe. „Du
Herren von ganz Südastika zu machen, ist der Kern» punkt des ganzen Streitfalles. Das wissen die Buren recht gut und darum sind sie den britische» Forderungen gegenüber, die doch nur Spiegelfechterei sind, viel zäher als sie sonst wohl sein würden. Wenn Transvaal noch so nachgiebig wäre, so würden die englischen Staatsmänner immer wieder mit neuen Forderungen kommen. Großbritannien kann sich eben nicht für beftiedigt erklären, sonst müßte es auf feine Pläne verzichten. Wie der Verlauf der Ereignisse nun im einzelnen sein wird, wenn eS zum Kriege kommt, mag dahingestellt bleiben; über den schließlichen Ausgang der Sache kann kein Zweifel bestehen. Der Transvaal-Republik werden einzelne Eifolge nicht viel helfe»; zuletzt wird sie doch durch die eeglifdje Uebermacht erdrückt werden. Das deutsche Volk aber wird den Verzweiflungskampf des braven Burenvolkes mit lebhafter, wenn auch leider unfruchtbarer Theilnahme folgen.
Umschau.
Zusammenwirken deutscher und französischer Streitkräfte in Afrika.
DaS Zusammenwirken deutscher und französischer Truppen an den Grenzen von Togo bildet ein weiteres erfreuliches Anzeichen für die augenblicklich herrschenden guten amtlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich. Das Telegramm, daS von diesem Zusammenwirken Kunde giebt, ist vom Gouverneur von Dahomey an die französische Regierung gerichtet und lautet:
„Um den Widerstand zu brechen, welchen die eingeborenen KafiriS der mit der Abgrenzung von Togo beschäftigten deutsche französischen Kommission enigegensetzien, haben sich die deutsche und die fron» zösische Abtheilung in völligem Einvernehmen und unter der Leitung des französischen Kommissars, Majors 616, genöthigt gesehen, sich mit Gewalt den Weg zu bahnen, und haben am 17. September in der Umgegend der Dorfes Lama mehrere Gefechte liefern müssen, in welchen die Eingeborenen zurückgeworfen wurden und beträchtliche Verluste erlitten haben. Wir haben unsererseits nur den Tod eines eingeborenen Reiters zu beklagen."
Unwillkürlich gedenkt man beim Durchlesen obiger Meldung des Ministeriums Ferry, dessen Ziel eS war, ein Zusammengehen mit Deutschland in kolonialen Fragen zu ermögliche». Noch selbst im Auslande sollte der Franzose den Deutschen als Erbfeind bewachten, so wollten eS damals die Pariser Schreier, und Ferry selbst, der „Tonkinese", fiel, weil man seine Politik gegenüber Deutschland verwarf. Heute wird mancher Franzose mit Bedauern jener Zeit gedenken und wünschen, man könnte fie noch einmal zurückrufen. Vielleicht wäre bann Faschoda Frankreich erspart geblieben.
weißt, daß deS Großvaters Abschiedsgesuch in kurzer Zeit zurückkomweu muß; willst Du also Einiges behalte» außer Deinem eigenen Zimmer, daS ich ja natürlich mitnehme, so bestimme das jetzt, ehe Du reisest, da ich gar nicht absehen kann, wie schnell die Auflösung hier eintritt, und ich für Tante Lucie doch Alles nach Möglichkeit erleichtern möchte."
„Willst Du meine Stube wirklich mitnehmen?" fagte Eva betroffen, „ich habe schon die Erlaubuiß, einiges bei Altenhofs einzustellen, was ich gern behalten möchte.
»Das hast Du gar nicht uöthig, mein Kind," entgegnete Martha; „wo des Großvaters nnd meine Sachen bleiben, da werden auch die Deinen ihr Heim finden, uud hoffentlich kehrst Du selber bald in 'dasselbe ein."
Erich hatte Martha gerathen, so wenig als möglich mit Eva über die jetzige Verstimmung zu sprechen, sondern Eva ruhig gewähren und ihren Weg gehen zu lasse».
Martha hatte eS auch getreulich befolgt, so schmerzlich eS ihr auch war, dem eigenen Kinde dadurch wie eine Fremde gegenüber zu stehen.
„Könnte ich wohl Dein Clavier behalte», Mama?" fragte Eva, „eS ist ja »icht mehr besonders g»t, das ist richtig, aber eS knüpfen fich mir doch unzählige liebe Erinnerungen daran, ich werde nie vergessen, wie ich beim selige» Papa die erste» Tonleiter darauf gelernt habe, n»d den Nähtisch von der Großmama," fuhr fie schnell fort, als sie sah, wie eine Wolke über Martha'S Antlitz zog. „Und nimmst Du auch des Großvaters Geweihzimmer mit? Das darfst Du in keine fremden Hände übergehen lassen! Und Deine Kindermöbel, Mama, die hätte ich auch wohl gern,"