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bei Komoru steht ganz unter Wasser. In Preßburg ist bereit» die innere Stadt überschwemmt. Der Kuß Waag stiebt infolge des hohen Wasserstands bä Dona« zurück. Biele schon heimgeführte Saaten find vernichtet. In Siebenbürgen droht große Gefahr, ßz regnet daselbst ohne Unterlaß.

BermMes.

* Der Kaiser in den ReichSlauden. Bon bau letzten Besuche unseres Kaisers in den Reichs- bmde» wird uns nachträglich von einem Freunde unseres Blattes geschrieben: Ein Casselaner, der bei de« 83 eru gedient hat und Eisenbahnzug-

oll alsb, festgch, 600 $ n Wegs. : gewähr itunj, । hne weih ignete Beifüg« eS bis D »voistch

75 « 6gIj stattgefunde» hat, der das ForsthauS der- berat»/' Gürtete. Ob Menschenleben zu Grunde gegangen 7^^ tob ist noch nicht bekannt. — 25 Einwohner von Ergraben bei Traunstein haben nach der .Münch.

er' i <oft* eia Telegramm an die Generaldirektion der « Tn? I «..kebrSanstalteu und die Mioisterialfsrstabtheilung -aichtet, in dem eS heißt: .Durch Mitverschulden ial etfrJ L SahnaerarS bez». deS ForstaerarS Katastrophe ■ft getw Mkittteu. Hab und Gut steht auf dem Spiel. zahlreiZ »erlangen Entschädigung »ach Gerechtigkeit.

Ebsdo^! Aus Oesterreich-Ungarn kommen gleichfalls trübe

)tm bitfe Nachrichten. Die Donau steigt in Ungar» rapid. Hier iltea. »ehe« die unteren Quais unter Wasser und mehrere i Marbm geller find bereits inundirt. Aus 45 Gemeinden jrtnbe Militär requirirt. Besonders gefährdet sind 6 das », »aab, Komoru und Preßburg. Die Elisabethinsel o , f AAttl ttMfW Alw

tt.

Drei tu den ReichSlauden, jetzt in Straßburg, ist, theilt mir kürzlich seine Beobachtungen bei der letzten Kaiserparade in Straßburg mit: Der Jubel war unbeschreiblich; hervorzuheben ist aber, daß sich zahlreiche Franzosen, viel mehr als bei

biete.

Radfahtz i Solwü llhr ftai

, früheren Gelegenheiten, als Zuschauer eingefunden tzenrem, |aytB- gn liberalster Weise waren diesmal Tribünen- und W jaijen 6e$to. Passierscheine auch an sie abgegeben

»orden. Gruppenweise standen sie in der Menge, machbatz geincr Don ihnen blieb, wie man das früher bei hr Gr» ähnlichen Anlässen bemerken konnte, mit bedecktem Haupte Besitz« gehen, wen« der Kaiser vorbeiritt. Aber auch nicht mehr bei dk schweigend verhielten sie sich, nein, mit lauter Stimme ?eit st 1 ließen sie, von der allgemeinen Begeisterung mitge- ‘Lunde ä rissen, ihr «ns wohl bekanntes: „Vive l’Empereur!“ ani)- < Majestät entgegenschallen. So haben sich die Zeiten att“L d geändert, und es könnte einem fast bedünkeu, daß an Wahi j,je enthusiastisch „Vive l’Empereur“ rufenden ® Franzosen sich im Herzen sagen: .Eure Monarchie * H ist doch besser als unsere Republik I", aremach i Raubmord in Berlin. Wir haben bereits ©dLe# Sester» unseren Lesern von dem neuesten Raubmord in oralll La Berlin Kenotniß gegeben. Die zu dem entsetzlichen l “n.a Verbrechen vorliegenden Nachrichten fassen wir in = J'j Folgendem zusammen: Valentiui kam vor 14 Jahren g ' n i en$ Italien hierher und richtete Wllhelmstraße 118 immen t eine Werkstatt ei», in der er sich meist mit Unfertig- versicha oa9 von Stuckaleurarbeiten und Spiegelrahmen be- d-r vw- schästigte. Er war Junggeselle, wohnte im ersten

Etock der Gartenhauses und hielt sich eine Auf-

sicher lli in em Na he Stasi srer Ack

Wärterin. Durch rührige Arbeit war er im Laufe der Jahre wohlhabend geworden und beschäftigte 6 bis 8 Gehilfe». Haus Wilhclmftraße 118 ist das dckaunte „VcrcinShaus", in dem zahlreiche Verfamm-

Höhe bi langen seit Jahren abgehalten werden. In dem iter. 8i Saitenhause hatte sich Lalentini zur ebeien Erde seine er Bem Werkstelle eingerichtet. Im zweiten Stock wohnt der Pförtner deS Hauses, P. Müller. Am Sonntag standen

aug d, Werkstatt und Atelier den ganzen Tag leer. Lalentini n Gicßi 8at Nachmittags ausgegangen und kehrte erst Nachts inend de ßege» 12V3 Uhr zurück. Die Tochter des WirtheS hrend d b°m Vereinshause, die vom Buffet des BaterS einen 'ollcrie b Augenblick auf den Hof hiuauSgegangen war, sah Spring« LH» und tauschte mit ihm einen Gruß aus. Sie Hirte auch noch, daß er die Thür deS QuergebäudeS

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l * Bite schloß. Um VIt Uhr begab sich der Hausdiener r »,ht( bchwandt auf den Hof und bemerkte, daß au der ’’ ^hür geklinkt wurde. Er schloß auf. Zwei junge . . Männer gingen, sobald er die Thür öffnete,

!*, «a ihm vorbei über den Hof hinweg auf die Straße. Hausdiener beachtete sie toeitei nicht, da er » "'"ahm, daß sie im Hause zu Besuch gewesen wären. ^Le beiden Männer waren gut gekleidet und etwa Mrftrr « 30 Jahre alt. Sie scheine» die Thäter zu sein. ' d M ^Le Leiche wurde heute Morgeu 63/4 Uhr von dem “l Hausdiener Valentinis in einem Klosetraum gefunden, ft „H,bei an dem Aufgang zu Valentinis Wohnung liegt,

886 zeigte eine klaffende Wunde am Hinterkopf. Die haben dem Italiener vor seiner Wohnung e ~ enfgelauert und ihm drei Gipssäcke i» den Weg ge- so daß et stolpern mußte. Dann wurde er mit t*,tm Stemmeisen niedergeschlagen, so daß das Blut ayip J ta die Wand spritzte. Die Leiche wurde auSgeraubt tob daun in den Klosetraum geschleift. Ein mit 8lat und Haaren beklebtes Brechwerkzeug fand man Ä der Wohnung. Diese stand offen und alle Be- Mttniffe in ihr waren erbrochen und durchwühlt. ®tlb und Briefschaften waren verschwunden. Lalentini toe erst kürzlich von einer Bank einen größeren »osten abgehoben und außerdem Rechnungen bezahlt ^halten. Er pflegte seinen Seldvorrath in Papier * einer Brieftasche unter der Weste zu tragen. Die «este war aufgeknöpft und die Brieftasche geraubt. °iae» Metallbehälter für Zehvpfennigstücke haben die Mörder an Ort und Stelle geleert und dann ihrem tyfer auf die Brust gelegt. Von de» Thätern fehlt to$ jede Spur. DaS Polizeipräfidinm hat auf die toltdeckung der Thäter eine Belohnung von 1000 Mk. "«gesetzt.

Die Entdeckung det Raubmörders Gönczi, "e wir bereits am Sonnabend melden konnten, ist Arm österreichischen Commis zu danken. Dieser Mann hat den Mörder erkannt und recoguoScirt. Er $ anf die Spur gebracht 'worden durch den Steck» •tief und die Photographie, welche auf dem öster- "ichffchen Konsulat in Rio ausgehangen haben.

Gönczi und seine Frau bestlitten zuerst, daß sie die Gesuchten seien. Aber sie find überführt worden durch den großen Wolfsspitz Butzi, welchen sie aus Berlin mitgebracht hatten. In die Enge getrieben, gaben sie vor dem deutschen Konsul Weder zu, daß sie die Lerfolgten find. Sie leugneten jedoch be» harrlich, die Thäter zu fein. Weitere Recherchen er­gaben Folgendes: Gönczi und Fran nannten sich Josef und Anna Foenze. Sie find im November 1897 unter diesem Namen von Antwerpen aus mit dem Dampfer .Mainz* vom Lloyd nach Brastlteu gekommen. Sie ließen fich zuerst in der Stadt Sao Paulo nieder, wo sehr viele Deutsche wohnen. Da sie fich dort nicht sicher fühlten, gingen sie nach Rio de Janeiro. Dort betrieb Gönczi einen Haustrhandel mit Fleischwaren, wobei ihm seine Frau half. ES ging ihm aber schlecht, er war immer in Geld­verlegenheit. Daher versetzte er vor einiger Zeit seine Uhr bei dem erwähnte« Commis. Dieser Mann erinnerte fich später an Gönczi, als er sein Bild auShängen sah. Hierdurch wurde die Ermittelung herbeigeführt. Der CommiS erhebt Anspruch auf die für die Ergreifung deS Mörders ausgesetzte Prämie. Die Ehefrau GöncziS war, da fie der Gatte nicht ernähren konnte, zuletzt Köchin in einem deutschen Kosthause in Rio. In diesem WirthShguse wurden beide verhaftet.

Aus Gelehrten- und Künstlerkreifen. Hebet die Störungen wissenschaftlicher Unter­suchungen durch elektrische Bahnen theilt der Observator Prof. Eschenhagen in Wiedemanns Annalen mit, daß die Untersuchungen über den Einfluß der vagabondirendeu Ströme elektrischer Bahnen als größte Entfernung, bis zu welcher noch Störungen von 0,00001 C. G. S. deutlich wahrnehmbar fest­gestellt werden konnte», 7,5 Km. ergaben. — Im Sitzungssaale der Ersten Kammer im Landhaus- gebäude zu Dresden fand Montag eine vom königlich sächsischen KriegSmtnisterium einberufene Konferenz deutscher Archivare statt. Hierbei hielt Ober- Regierungsrath Dr. Posse als Berichterstatter des KrtegSministeriumS einen Vortrag über die Erhaltung schadhaft gewordener Akten und Handschriften, in welchem et« ganz neues, im sächsischen Kriegs- minifterium entdecktes und seit längerer Zeü mit großem Erfolge gehandhabtes Verfahren zur 3m» prägvirung schadhaft gewordener Akten und Hand­schriften besprochen wurde. — Die G roßeBerlin er Kunstausstellung 1899 ist Sonntag Abend geschloffen worden. Die Ausstellung der Berliner Sezession bleibt noch bis zum nächsten Sonntag ein­schließlich geöffnet. — Den Eintritt des Kaisers i« Damaskus stellt ein großes Gemälde dar, welches im Auftrage des Kaisers Professor Knackfuß während der vorjährigen Orienreise d-s Kaiserpaares geschaffen und nach der jetzigen Vollendung in Cassel ausgestellt hat.

Ganze fünf Pfennige Kommunalsteuerzuschlag entrichtet die Wittwe Frau Pauline Grube, geborene Müller alljährlich an die Gemeinde Charlottenburg. Die Sache hängt wie folgt zusammen: Frau Grube ist Eigenthümerin eines Stückchen Landes, das, seinem Werthe entsprechend, mit einem Jahrcsbetrage von drei Pfennigen zur Grundsteuer veranlagt worden ist. Zu dieser Steuer erhebt die Stadt Charlottenburg einen jährlichen Kommunalsteuer. Zuschlag vo« 180 pCt., da? macht auf das Jahr fünf Pfennige, oder, da die Steuer vierteljährlich erhoben wird, viertel­jährlich li/4 Pfennig. Von dieser Thatsache erhält die grundsteuerpflichtige Cenfitin alljährlich einmal durch ein amtliches Schreibe» Mittheiluog, das dem Staat zehn Pfennig Porto kostet. Glücklicher Weise ist es ihr gestattet, den Jahresbetrag der Steuer in der Höhe von fünf Pfennigen auf einmal zu ent­richten ; müßte fie quartaliter zahlen, so würde es ihr schwer fallen, ein geeignetes Zahlungsmittel zur Be­gleichung ihrer Steuerschuld zu finden. Den Betrag der Steuer auf zwei Jahre pränumerando in Gestalt eines ZehnpfennlgstückeS abzuliefern, ist Frau Grube dagegen nicht möglich, da der Annahme dieser Voraus­zahlung, wie ihr erklärt wurde, gesetzliche Bedenken entgegen stehen.

Seltsame Hochzeittgebräuche auf den Philippinen. lieber die sonderbare» HeirathSge» brauche der Eingeborenen auf den Philippinen weiß ein englisches Blatt Interessantes zu berichte». Der junge Mann, der fich zu vetheirathen gedenkt, muß zuerst die Eltern seiner Braut zu gewinnen suche». Dann muß er auf einem öffentlichen Platze mit dem Mädchen einen Wettlauf beginnen und ihr so lange nachlaufen, bis er fie in feinen Armen auffängt. Sie darf fich losmachen und erklärt fich nicht früher als Braut, als bis et fie mehrere Male gefangen hat. Dan« kann er sie im Triumph zum Hause ihrer Elter» führen. Auf zwei Leitern, die außer- halb deS HauseS angebracht find und zur Wohnung der Brauteltern führen, müsse» Bräutigam und Braut in die Wohnung steigen. Der Bräutigam wird vom Brautvater in's Zimmer gezogen, die Braut von ihrer Mutter. Dann müssen die beiden nieberfnieen und der Batet gießt au8 einer KokoSnußschale Wasser übet fie. Ihre Köpfe werden hierauf au einander- geschlagen und die Cerewonie ist beendet. Ihre Flitterwochen verbringen die Neuvermählten tief drinnen im Gebirge und für 5 Tage sind fie für alle Welt verschwunden. Nach dieser Zeit kehren fie wieder zu ihrer täglichen Beschäftigung zurück. Manchmal wird die Ceremonie so durchgeführt, daß Bräutigam und Braut statt der Leitern zwei eng ■eben einander wachsende, ganz junge Bäume besteigen. Die Schößlinge werden hierauf von einem älteren Mitglied der Familie so lange gegen einander ge­bogen, bis die Köpfe des jungen Paares fich mit einem Kuß oder einem heftigen Anprall — daS hängt ganz von der flraft des Stoßes ab — berühren.

Die Berührung der Köpfe macht die Berichten zu Mann und Selb.

Geographie schwach. Einen ergötzlich neuen Beleg für die bekannte Schwachhett der Franzose« betreffs der geographischen Kenntnisse liefert heute die „Patrie". Unter der fettgedruckte» lleberschrlft „Uebetfätoentmungex tu Bayern" bringt fie tele­graphische Meldungen aus Dresden, Hirschberg und Zwickau 1 Selbst daß darin die betreffenden Flüsse Elbe, Mulde ec. namentlich angeführt waren, hat den Redakteur nicht stutzig zu machen vermocht.

Ans den „Mrggendorfer Blättern". In der Sommerfrische. Sommergast: „Sind in diesem Zimmer auch Flöhe?" — Wirth (entrüstet): „Niemals 1" — Sommergast: „Schädel Bei dem langweilige» Wetter hätte ich fie bresfireu können".

AnS Nah und Fern. Fünf Wegelagerer griffen de» Sekretär beS „Consolidateb Main Reef Mines", welcher mit einer großen, zur Lohnzahlung bestimmten Summe Geldes vom Bankgebäude in Johannisburg nach der Mine fuhr, an. Der Kutscher des Wagens wurde durch fünf Schüsse verletzt, der Sekretär erschoß einen der Wegelagerer, die übrige» vier ergriffen die Flucht. — In WalburgSkirchen (Niederbayern) wurde ein sechs Wochen altes Kind ermordet aufgefunden. Ueber diese That ist jetzt ei» entsetzliches Licht verbreitet worden: Die eigene Mutter hat ihre beiden Kinder, die sechsjährige ThereS und die neunjährige Hedwig, zu dem Mord an dem jüngsten Kinde angeleitet, fie hat den Beide» Spiel­zeug versprochen, wenn fie daS kleine Würmchen nm- bringen würden! Und die Kinder waren folgsam und thaten, was ihnen die Mutter befohlen hatte. Sie ttugen das Kind in den Wald und zertrümmerten der Kleinen den noch welche» Schädel. Das »»■ natürliche Weib wurde verhaftet. — Der Redakteur und HeranSgeber der Zeitung „DaS russische Tur- kestan", Smorguner, wurde in der Kanzlei deS Kreis- gerichtS vo« dem Oberste» SiafchewSki erschossen, weil er in seinem Blatte daS Regiment des Oberste» beleidigt hatte.

Eingesandt.

(Ohne Verantwortung der Redaktion.)

Die Wahle« zur Handwerkerkammer.

I» Kurzem sollen die Wahle» zu den Hand­werkskammern vorgeuomme» werde», welche gewisser­maßen den Schlußstein der Handwerksorganisation bilde» und die so lange gewünschte, gesetzlich an­erkannte Vertretung der Handwerker sein sollen. Die Handwerkskammern sollen die Interessen des Hand­werks bet bet Gesetzgebung unb bet Verwaltung bcs Staats vertreten unb zwar sowohl durch Erstattung der von den Staatsbehörden einzuholenden Gutachten als auch durch die aus ihrer eigenen Initiative hervorgeheude» Anregungen.

Es ist hiernach wohl jedem klar, daß eS im Interesse aller Handwerker liegt, daß in diese Handwerkskammern die richtigen Leute geschickt werden, welche wissen, wo den Handwerker der Schuh drückt, und den guten Willen haben, soweit dies überhaupt noch möglich ist, bestehenden Mängeln abzuhelfen, welche ober auch so selbständiger Denkungsart find, daß fie »öthigenfalls auch gegen die Regierungs­organe die Interessen der Handwerker vertreten werden.

Die Mitglieder der Handwerkskammern werden gewählt:

1) von be» Handwerker - Innungen, welche im Bezirke der Handwerkskammer ihren Sitz habe», auS der Zahl der Jnvungsmltglieder.

2) von denjenigen Gewerbeverelaeu, welche mindestens zur Hälfte ihrer Mitglieder auS Hand­werkern bestehen und im Bezirke der Handwerks­kammer ihre« Sitz haben, auS der Zahl ihrer Mit­glieder.

Da nun bis jetzt nur 4 »der 5 Innungen dahier bestehe», ist alle» übrige» Handwerkern nur durch ihren Anschluß an den hiesigen Sewerbeverein die Möglichkeit geboten, die ihrer Ansicht nach geeigneten Vertreter zu wähle»; dem Vernehmen nach will der Gewerbeverein diesen Anschluß möglichst erleichtern und zur Aufklärung über die bei der demnächstigen Wahl zur Handwerkskammer in Frage kommenden Punkte auf Montag, den 25. ds. Mts. eine öffentliche Handwerkerversammlung anberaumen. Wir wollen hierdurch allen Handwerkern den Be­such dieser Versammlung dringend empfehle», denn nur dadurch, daß die Handwerker sich jetzt einmal auftaffen und an den demnächstigen Wahlen, sei eS als JnuuugS- oder Gewerbevereinsrnttglieder be­theiligen, kann eine den Interesse» der Handwerker entsprechende Vertretung in der Handwerkskammer erreicht werden.

Neueste Telegramm?

WolffS Büreau.

Dreyfns beguadigl!

PariS, 19. Septbr. Der Ministerrath beschloß im Princip die Begnadigung des Dreyfus. Dieselbe wftd in einigen Tagen zur Ausführung gelangen. Dreyf«« wftd seinen RevifionSanftag zmückziehen. — Scheutet -Kestner ist gestorben.

Die Kaiser-Reise «ach Schwede«.

Swi«emü«de, 19. Sept. Der Kaiser hat heute Morgen 4 Uhr an Bord der „Hohenzollern" die Resse nach Schweden angeftete».

Die Reise Dr. Lieber s.

Berlin, 19. Sept. Die „Germania" dementftt die Blättermeldungen von der Abreise des Abgeord»

neten Lieber nach Ostafien. Sie thellt mit, Dr. Lieber werde zu Begin» der Relchstagssesfio« wieder t» Berlin sein.

Zrrrn Hochwasser.

München, 19. Sept. Znm Besten der durch daS Hochwasser Geschädigten werden Professor Frithjof Nansen und der Leiter der deutsche» Tieffee-Expedition hier öffentliche Vorftäge halten. Der Schnellzug. verkehr zwischen München und Salzburg ist wieder hergestellt.

ZWicka«, 19. September. Beim Zurückgehe» des Hochwassers der Mulde ergab sich, daß mehrere Schächte größeren Wafferzufluß erhielte», jedoch kein Schacht völlig ersöffe» ist.

Verschwör««- gege« die Republik.

Paris, 19. September. Die Blätter der Revisionisten und fortschrittliche» Republikaner drücken die Meinung aus, man könne, nachdem die Anklage­schrift des Oberstaatsanwalts vor dem Staats­gerichtshof verlesen worden ist, unmöglich das Vor­handensein eines Complotts in Abrede stellen. Sie beglückwünschen Waldeck-Rousseau dazu, daß er fich seiner Aufgabe, die Republik zu schützen, bewußt ge­wesen fei. Die antftevistonistischen und antiministetielleu Organe find der Anficht, daß die Anklageschrift nicht» Neues vorgebracht habe und keine Beweise enthalte.

Ei« Orka«

Lo«do«, 19. Sept. Nach einer Meldung der „Times" wurde die Küste von Neufundland von einem verheerenden Sturme hetmgesucht. Schifffahrt und Fischerei erlitftn ungeheuren Schaden. Nach den bisherigen Meldungen find 26 Personen umge­kommen.

Die Revolutio« in Venezuela.

Caracas, 18. Sept. Die Lage für die Regierung ist günstiger. Ihre Truppen eroberten Puerto Cabello wieder und konctotrlerten fich dort und in La Victoria.

Zur Transvaalkrise.

Prätoria, 19. Septbr. Staatssekretär Reitz erklärte in einem Interview, Regierung, Volksraad und Volk seien einig in der Haltung, die Transvaal eingenommen und bestrttt die Richtigkeit der Gerüchte vo» Meinungsverschiedenheiten. Er bemerkte, man sei zu dem Entschluß in Uebereinstimmnng mit dem Oraojefteistaat gelangt.

Berlin, 19. Septbr. Die Morgenblätter melde» au» Posen: In Siedler bei Kostschiu ist eine Frau mit ihren 4 Kindern nach dem Genuß giftiger Pilze gestorben, der Ehemann schwer erftankt.

Roworeffijik, 19. Sept. Durch ein Größ­te ll e r wurde der hiesige große Getreideelevatot zer­stört. Der Schaden ist bedeutend.

Pirna, 19. Septbr. ReichStagSersatz- wahl. Dem „Pirnaer Anzeiger" zufolge wurden bisher gezählt: für Fraeßdorf (Soz.) 9371, Lotze (Antisemit) 8395, Strohdach (fress.) 1586 Stimmen. Fünfzig Ortschaften fehlen.

Marktberichte.

Frankfurt, 18. Septbr. (Getreidemarkt). Arn heutigen Wochenmarkt war das Angebot in einheimischen Brodfrüchten ausgiebig bei ziemlich lebhaftem Handel zu unveränderten vorwöchentlicheu Preisen, ebenso hielt sich das Geschäft in ausländischen Brodfrüchten bei behaupteten Preisen. In Gerste war lebhafteres Geschäft bei etwa» besseren Preisen. Hafer preishaltend bei unverändertem Geschäft. In Mai» guter Bedarf bei etwa» erhöhten Preisen. ®8 notiren nach Qualität: Weizen, hiesiger «»» Wetterauer 16,80-16,10, kurhesfischer M. 16,00—16,10 norddeutscher 00,00- 00,00, russischer M 17,00—18,CO, Redwinter Mk. 17,20-17,40 Laplaia Mk. 16,25—17,26, KansaS Mk. 17,10-17,40. Roggen, hiesiger Mk. 14,76-16 00, Pfälzer 00,00—00,00, Westernroggen 00,00—00,00, russisch« 15,75 bi» 16,CO, amerikanischer Mk. 00,60-00,00, Gerste, hiesige 16,76-17,50 Mk., Pfälzer 17,76 18,00 Mark, fränkisch, Mk. 17,60-18,00, Riedgerste Mk. 17,50 bi» 18,00, ungarische Mk. 00,00— 00,00, Hafer, hiesiger neuer Mk. 13,80—14,20, daher, neuerMk.13,80 -14,20, russisch, aller Ml. 13,76—16,00, amerikalt.Mk. 00,00—00,00. Mai», mixed XI. 10,46-10,66, Donaumai» Mk. 00,00 - 00,00, Laplata Rk. 10,30-10,60. Alle» per 100 Kilo netto effektiv loco hier. Mehl unverändert. Es netiit nach Qual.: Weizenmehl, hief. Nr. 0 Mk. 24,50 bi« 26,00, feinere Marken 27,60 bis 28,00, Nr. 1 23,60—24,00, feinere Marken 24,50 bi« 26,00, Nr. 2 Mk. 22,50—23,00, feinere Marken Mk. 23,60 bi» 24,00, Nr. 3 20,60—21,00, feinere Marken 21,50 bi» 22,00, Nr. 4 18,00-18,60, feinere Marken 19,00—11,60, Roggenmehl, hiesige» Nr. 0 Mk. 24,26—24,75, Nr. 1 Rk. 21,75—22,25, Nr. 2 Mk. 16,76-16,60. Alle» per 100 Kilo ind. Sack loco hier. Futterartikel knapp u. preishaltend.^ ES notiren: Weizenschalen Mk. 4,40 4,50, Weizenkleie Mk 4,60 - 4,76, Roggenkleie 6,40-5,60, Futtermehl 6,00 Ml 7,00, Biertreber, getrocknet, Mk. 5,10- 6,15 je nach Qualität. Alle» per 60 fltio netto effektiv loco hier.

Frankfurt a. M., 18. Septbr. (Biehmarkt.) Der heutige Biehmarkt war mit 296 Ochsen, 28 Bulle», 743 Kühen, Rindern und Stieren, 394 Kälbern, 301 Schafen x> Hämmeta, 1487 Schweinen befahren. Die Presse stellten fich wie folgt: Ochsen 1. Qual. 67-70 Ml., 2. Qual. 63 bi» 65 Mk., Bullen 1. Qual. 65—57 Mk., 2. Qual., 60 Ml 58 Mk., Kühe, Rinder und Stiere 1. Qual. 61—83 Rk., 2. Qualität 66—68 Mk. Alle» per 50 Kilo Schlacht- gewicht. Kälber 1. Qualität 76 - 80 Pfg., 2. Qual. 72 M»

76 Pfg. Hämmel 1. Qual. 61-63 Pfz^ 2. Qual. 64 bi»

57 Pfg. Schweine 1. Qual. 56 - 00 Pfg., 2. Qual. 66 bi»

00 Pfg. Alle» per */> Kilo Schlachtgewicht. Au» Oester­

reich standen 16 Ochsen zum Verkauf. Geschäft gut, Ueberstand unbedeutend.

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von Barmen j 26S verlangt

WT Der heutige« R«m«rer liegt hei «retsblatt Rr. 80.