Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Ul geb Berke: Joh. Aug. Koch, UniverfitätS-Buchdmckerei tu Marburg. Verantwortlich für die Redaktion: Redakteur Hans Hupfer in Marburg.
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Marburg Bureaux von Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M., Cassel, Magde-
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Unter den tn Marburg täglich erscheinenden politischen Magen ist die
„Oberhessische Zeitung"
und und
Mhnngsliste« der König!. Preuß. Klaffen-Lotterie Ä gelesenste und am weitesten verbreitete. Mit dem £ Mi 1899 beginnt auf sie ein neues Viertel- Hehrz-Abonuement.
| Die .Oberhessische Zeitung"' hat es sich in Sn Reihe zur Aufgabe gestellt, einzutreten für die Macht ib das Ansehen von Kaiser und Reich, für Thron, Vater- ed und Altar!
rt dem Kreisblatt für die Kreise Marburg «rchhain sowie Jllustrirtrs Sonutagsblatt
Di« .Oberhessische Zeitung" ist bestrebt, «all, wo st« gelesen wird, das rationale Bewußtsein, am zur Monarchie, Liebe zum Vaterlande, Gottesfurcht O religiöstu Sinn, wie Achtung vor unseren Gesetzen und »ährten staatlichen Einrichtungen zu fördern!
Die .Oberhessische Zeitung" sucht dies Ziel mH gediegene, sachlich gehaltene, populär geschriebene «taitikel zu erreichen. In ihrer Rubrik .Umschau" wird itoi« bisher eine Ueberficht über die wichtigsten TageS- eigajffe auf dem Gebiete der inneren und äußeren Politik s deren Besprechung bringen, und die Vorgänge in den nlaminten, in Reich und Staat, unter dem Tagesbericht ii bisher zusammenstellen.
Durch ihre Verbindung mit der Continental • Tele- »hm-Compagnie in Berlin ist die .Oberhessische eitun g" in der Lage, ihren Lesern in Original-Tele- nmtn dir neuesten Ereignisse im In- und Auslande derzüglich zur Keuntniß zu bringen.
Den Vorgängen in unserer Provinz, wie dem lokalen Mile wird die .O b e r h e s s i s ch e Zeitung" ganz be- •tae Aufmerksamkeit widmen, auch wird ste nicht nur ein gediegenes Feuilleton, wie durch Zusammen- Mmg unterhaltender verschiedener Nachrichten für ihre Wr Sorge tragen, sondern, wie einestheils den Vorgängen ■f dem Gebiete von Kunst und Wiffenschaft, so anderer- Ö dem volkswirthschaftlicheu und l a n d w i r t h s ch a f t- ^«u Jutcrefle durch einschlägige Veröffentlichungen thun- W «utgegenzukommen allezeit bestrebt sein.
Inserate finden, die sechSspaltige Zeile 10 Pfg. ’, großen Auflage der ,O b e r h e s s i s ch e n •iinng* in derselben die geeignetste und weiteste Ver- ^bmg. Dadurch, daß alle Staats- und Kommunalbehörden ! * die .Oberhessische Zeitung" zu ihren i «uutmachungen benutzen, ist das Halten derselben von ^brechendem Nutzen für jeden Leser.
Schließlich bitten wir unsere Leser, Freunde und 7"' unter ihren Bekanntenkreisen für di« Weitere Leitung der.Oberhessischen Zeitung" thun- ' ” Mitwirken und so auch ihrerseits Helfer und Förderer ^ nationalen und loyalen Politik sein zu wollen, einer j die sich aller umstürzlerischen Tendenz der heutigen 1 8 Mnüber treu bleibt in der Devise: .Mit Gott für ^r und Reich, für König und Vaterland!"
] i Marburg, int September 1899.
Redaction uno Verlag der »OberhessischenZeitung."
Nachdruck verbotm
3» Widerstreit der Gefühle.
Roman von C. Wild.
i (Fortsetzung.)
weiß ich ja nun alles, mein Kind, und bin ich auch wieder unentschlossen, wie ich soll. Eines aber steht fest und mit un- ^-!cher Klarhest: Erich liebt Dich nicht, und ^Faktum muß in dieser Sache doch unser ^T8 beeiufluffen, ja sogar bestimmen. Selbst lch Erich abwiese, wüst Du dadurch doch nicht J®1 glücklich. Er hat bewiesen, eine wie treue *ft; er hat das Gefühl für mich zwanzig । to>0 gehegt, — ich glaube nicht, . ein anderes neueres Empfinde» es ver- kann. Eva ich habe mich gefreut auf die d>o Du heimkehreu und wie eine Schwester leben würdest, und dank Erich's vortreff I Eitung bist Du ja so viel reifer und weiter i?ele andere Mädchen Deines Alters. Als $7“ »un frage ich Dich jetzt auch: glaubst Du, 68 »ne gute und echte Liebe wäre, die bei ^/rnsten Manne die durch zwanzig Jahre r** Liebe seiner Jugend verdrängen könnte? — *7“ Du ihn nun in gereifte«« Jahren noch ®tefer Liebe untreu werden, würde das Dich ^sten können, ihm Treue für eine neue Liebe
Ein Thema der Einigung.
In einem Augenblicke wo der schlimme Riß in den preußischen Verhältnissen alle weitblickenden Vaterlandsfreunde mit der schweren Sorge belastet, wie man für die große» Aufgabe» unserer Reichs- Politik, für die nationalen Eroberungen in den Grenzlande», für die Flottenvermehrung und das Arbeitswilligen-Gesetz im Reichstage eine Einigung der nationalen Parteien erreiche» will, nachdem sie im preußische» Landtag zerstört ist — in solche» Augenblicke« ist es nützlich und tröstlich zugleich, wieder einmal vo» der Flottenvermehrnng zu sprechen, deren Nothwendigkeit, wie wir zu uuserer Freude feststellen können, mehr und mehr und nicht nur bei den eingeschworenen Nationalgesinnten begriffen wird. Der „Alldeutsche Verband" hat seinen gesunden Instinkt und seine vorwärtstreibende Kraft aufs neue darin bewährt, daß er zum zweiten Male in dieser Frage, zum zweiten Male ohne direkte Ermuthigung von oben die Rolle des Drängers übernahm und auf seinem letzten Verbandstage in Hamburg erklärte, daß die weitere Flottenvermehrung, unbekümmert um den jetzt auszuführenden Flottenpla», sofort wieder begonnen werden müsse. Hoffentlich läßt er dieser Ankündigung mit Begin» des Winters die That folgen.
Es muß möglichst bald mit der Agitation begonnen werden. Und den Anfang dazu muß eine möglichst anschauliche, allen Deutschen ohne Ansehung der Partei und des Berufes verständliche Aufklärung über die Nothwendigkeit einer weiteren Marine-Vermehrung bilden. Da ist es nun sehr erfteulich, daß der Flottenveiein eines seiner thätigsten Mitglieder, ben Gymnasialoberlehrer Dr. Rassow in Elberfeld, mit den Mitteln ausgestattet hat, ein Flotten-Flugblatt „Deutschland» Seemacht", welches auf den Raum einer mäßig großen Wandtabelle alles zum Verstäudniß nöthige Material durch Schrift und Skizze darstellt, nunmehr bereits im 4. und 5. Hunderttausend zu verbreiten.
Die Nothwendigkeit unserer stärkeren Seekraft ist heutzutage der Punkt, bei dem jede Überlegung unserer auswärtigen Politik und unserer inneren wirthschastlichen Verhältnisse schließlich ankommt. Sie wird bald das Ceterum censeo unserer gesummten Politik sein, und darum finden wir es nur begreiflich, wenn unsere besten Vaterlandsfteunde der Agitation für die Flottenvermehrung stetes Nachdenken widmen. Als ein Beispiel einer unseres Ermessens sehr brauchbaren Anregung theilen wir hier folgende Zuschrift aus dem Leserkreise der „Deutschen Zeitung" mit:
„Sie sollte», wie mir schri»t, viel öfter in Ihrem Blatte darlegen, daß mit der l-tzten Flottenvorlage noch längst nicht auszukommen ist. Lassen Sie sich nur ja nicht durch das zu erwartende Geschrei der Neinsager und der Handelspolitiker in unserem Centrum beirren! Glauben Sie vielmehr, daß die Stimmung überall im Reiche es im entscheidenden Augenblick den Reichstags-Politikern garnicht erlauben wird, eine neue Forderung für unsere Flotte abzu
zuzutrauen? Mir wäre es kein großes Opfer, Erich abzuweisen, obgleich ich ihm in grevzeuloser Dankbarkeit und Hochachtung ergeben bi«, ich riffe mir damit eben nur das leicht und schnell zusammengeträumte Zukunftsgebäude ein; aber waS wäre es für Erich, dessen Wohl und Zukunft nun gewissermaßen auch in meine Hand gelegt ist? Soll ich ihm schreiben: Ich kann Dich nicht annehmen, weil mein Kind Dich liebt und ich Dich ihm überlaffe» möchte?"
„Nein, nein, und tausendmal nein," stieß Eva entsetzt hervor, „er darf nie ahnen, welch' thörichtes Mädchen ich bin, aber Dir, Dir kann ich es ja sagen, Du weißt ja doch Alles, ich Hebe ihn grenzenlos, und darum bin ich auch grenzenlos unglücklich. Somit erhob sich Eva und rang verzweifelnd die Hände.
Martha konnte nun das Schluchzen auch nicht länger unterdrücken und so machte sich das Gefühl Beider in heißen Thränen Luft. Die Mutter gewann zuerst etwas Faffuug» ste trat auf die Tochter zu und begann wieder leise zu ihr zu rede».
„Weiß der Großpapa hiervon?" stieß Eva plötzlich hervor.
„Kein Wort," entgegnete Martha beschwichtigend.
„Er darf es auch nie wisse», nie ahnen; ich bet» ginge vor Scham, wen» irgend ein Mensch vo» meiner Schwäche wüßte".
„Da denke ich, übertreibst Du nun auch ein wenig", wandte hier die Mutter ein. „Es ist ja
lehne». Aber freilich muß auch von der maßgebenden Stelle für die Volksthümlichkcit der Sache noch mehr Verstäudniß und Entgegenkommen gezeigt werden. Wir haben unseren Kriegsschiffen bereits die Namen von deutschen Staaten beigelegt; es gießt da bereits ein „Bayern", „Sachsen", „Baden", „Württemberg", „Oldenburg" u. s. w. Diese Namengebung hat ja offenbar den Zweck, die deutsche Heimathliebe in den Dienst einer guten Sache zu nehme«. Aber man richtet auf diesem Wege noch viel mehr aus, wenn man dieselbe Absicht in anderer Weise und noch viel planmäßiger ausführt. Warum will unsere Marine-Verwaltung die künftige« Kriegsschiffe nicht nach den Hauptstädten unserer Einzelstaaten benennen ? Glauben Sie nicht, daß die Stimmung von ganz München für solch ein Schiff, das den Namen dieser Stadt trüge, mit Erfolg mobil gemacht werden könnte? Man dürfte die Sache, wenn sie recht wirken sollte, freilich nicht sozusagen in kaltem Verfahren erledigen, indem irgend eine osficielle Persönlichkeit das Schiff auf de» Namen „München" taufte und bann die Sache ein für alle Mal erledigt wäre. Nein, der Bürgermeister von München selber müßte die Taufe vollziehen im Beisein von Stadtverordnete«, Vertreter» von Vereinigungen u s. w. Die Taufe des Schiffes müßte ein Fest für die Münchener an Ort und Stelle werden. Wappen und Wahrzeichen der Stadt müßten auf dem Fahrzeuge dauernd ihren Platz finden, und zwischen den Osficieren und der Mannschaft Schiffes und den Bürgern Münchens müßte — natürlich in den Grenzen des Dienstes — eine Art Kartell - Verhältniß herrschen, eine Anhänglichkeit, die sich jahraus jahrein, auf Reisen und im Hafen durch allerlei Aufmerksamkeit bethätigen könnte. Stellen Sie sich vor, daß ans diese Weise mit der Zeit alle Hauptstädte des-Reiches zu unserer Marine ins Verhältniß - der Pathenschast kämen, und Sie werde« mir Recht geben, daß so etwas Seestimmung ins ganze Reich bringe» würde, denn auf solche persönlichen Behaglichkeiten verstehe sich der Deutsche wie kein anderer. So etwas liegt in ihm".
Wir halte» in der That diese Anregung für sehr brauchbar und empfehlen sie hiermit unserer Marinebehörde ous's Dringlichste zur Ausführung, sagt die „St. Ztg.".
Deutsches Reich.
* Berlin, 14, September.
— Der Kaiser hegte eine ausgesprochene Vorliebe für die Stammburg seines Geschlechts der Hohen- zollern. Er besucht sie öfter, als einer feiner Vorfahren es geihan. Auch j tzt benutzte er von Calw aus, wohin sich das Manöver gezogen, die Gelegenheit, den Zoller zu besuchen. Der Fürst von Hohm- zollern, der fich mit dem KönigShause in den Besitz der gemeinsamen Stammburg thcilt und an ben Kaiserparaden in Stuttgart und Karlsruhe theilge- nemmen, war vorausgeeilt, um den hohen Stammverwandten auf hohenzollernschem Boden zu empfangen. Mit großem Gefolge traf der Kaiser ein und fuhr mit dem Fürsten sogleich zur Burg hinauf. Der Kaiser besichtigte wieder mit lebhaftem Aniheil die
ziemlich begreiflich, daß Erich's glänzende Geisteseige»- schafte», seine Zärtlichkeit und Fürsorge für Sich und seine schöne männliche Erscheinung Deinen Sinn vollständig für ihn eingenommen haben, und Du hast auch gar keinen Grund, Dich dieses Gefühles zu schämen".
„Nein, deS Gefühles nicht", unterbrach Eva die Mutter fast heftig, „aber besten, daß er dieses Gefühl nicht erwidert. Wie konnte ich auch denken, daß ich gut genug fei? Ich weiß ja, daß er kindliche Einfalt, gepaart mit einem starken Geist, für das höchste im Weibe hält, und beides besitze ich doch nicht. Du bist fein Ideal, und ich, — e Mutier, vergib mir, — ich erhob mich im Geiste zuweilen über Dich, bedauerte Dich wegen Deiner kleinen Welt hier, in der Du leben mußtest, und in all der Zeit sah er in mir nur die Tochter meiner Mutier und liebte mich nur um Deinetwillen. O Mutter, Mutter, mein Hochmuth ist schwer geschlagen worden! Mein ganzes Lebensglück ist mit ihm gleichzeitig zertrümmert worden!"
„Das denke ich nicht!" sprach Martha der Tochter leise und eindringlich zu. „Laß uns nur erst einige Tage älter fein, dann wiist'Dn auch dieses Ereigniß mit anderen Augen betrachten lerne». Glaube mir mein Kind, ich kann Dir aus Erfahrung sagen, daß jeder große Schmerz anfänglich diese Wirkung auf uns hat. Man ist wie betäubt, man kann gar nicht begreifen, daß alle Andere nicht dasselbe empfinden.
Räumlichkeiten der stolzen Burg und bewies eine geradezu überraschende Keuntniß aller die Geschichte der Burg, der Umgegend und des Hauses Hohen- zollern überhaupt betreffenden Angelegenheiten. Von der Stammburg begab sich der Kaiser nach Karlsruhe zurück, während der Fürst mit seinem Gefolge nach Sigmaringen bezw. nach der Weinburg fuhr.
— Der Kaiser hat dem Kronprinzen von Japan den hohen Orden vom Schwarzen Adler verliehe». Das Kaiserliche Handschreiben an den Kronprinzen ist ans Burg Hohenzoller» unten» 9. d. M. ergangen. Diese Ordensverleihung dürfte aus Anlaß des Besuches erfolgt fein, ben Prinz Heinrich in diesem Sommer dem japanischen Hofe abgestattet hat.
— Prinzessin Viktoria Luise, feierte am Mittwoch ihre« 7. Geburtstag. Die Prinzessin ist die einzige Tochter des Deutschen Kaiserpaares und am 13. September 1892 im Marmorpalais in Pots- bam geboren.
— Herzogin Albrecht von Württemberg wurde in Potsdam von einer Tochter entbunden.
— Dir Meldung, daß die russische» Majestäten auf ihrer Reise nach Darmstadt jetzt Potsdam berühre» würde», ist nicht richtig. Eine Begegnung zwischen Kaiser Wilhelm und Kaiser Nikolaus ist für später in Aussicht genommen. Die Ordre, die das Alexander-Regiment plötzlich nach Berlin rief, ist widerrufen worden.
— In den letzten Tagen haben wir verzeichnet, daß einige Blätter Nachrichten über die Nenbe- s e tz u n g einzelner erledigter Oberpräsidien brachten. Diese Angaben werden in der „Nordd. Allg. Ztg." als „Reportercombinationen" dargestellt. Daß der Oberpräsident vo» Posen, Frhr. v. Wilamowitz- Möllendorff, seine Entlassung nachgesucht habe, wird jedoch vo» der genannten Zeitung bestätigt.
— Der Vorstand des Bundes der Industriellen hat bei de» Mitgliedern des Bundes nachstehende Frage» über ben Schutz bet Arbeitswilligen in Umlauf gesetzt: 1. Erkennen Sie bie Nothwendigkeit eines Schutzes der Arbeitswilligen an? 2. Welche Fälle der Anwendung von Zwangsmitteln gegen Arbeitswillige Seitens der Ausständigen sind Ihnen bekannt? 3. Halten Sie eS für möglich, durch freie Vereinigungen der Arbeitgeber den Schutz der Arbeitswilligen herbeizuführen? — Oder: 4. Sind Sie der Meinung, daß nur auf gesetzlichem Wege — durch Erlaß von Strafbestimmungen — dieser Schutz herbeigeführt werden könne? Das durch diese Umfrage erlangte Material soll einer Berathung über die Mittel und Wege zum Schutz der Ärbeits- »illigen dienen nud dem Reichstage unterbreitet werden. Sie Angelegenheit wirb bie am 16. unb 17. Oktober d. I. hier zusammentretende Generalversammlung beS Bundes beschäftigen.
— Nach bet im Reichs-Eisenbahuamt aufgestellte» Nachweisung ber auf beutsche» Eisenbahnen — ausschließlich Bayerns — im Monat Juli b. I. vorgekommenen Betriebsunfälle waren zu verzeichnen: 29 Entgleisungen, 17 Zusammenstöße und „172 sonstige Vorkommnisse". Hierbei wurden ge»
Man meint, Alles außer einem müßte versinken oder mit anfgehen in demselben Leid, unb doch tritt bei gesunden Nature» bald eine heilsame Reaktion ein, und so wird bald eS auch bei Dir fein, mein Kind: Du wirst bald wieder froh fein lernen, und Dein jetziger Kummer wird Dir mit jedem Tage kleiner erscheinen."
„Nie, niemals kann ich wieder ftoh werden," unterbrach sie Eva, „und nicht nur die getäuscht». Hoffnung habe ich zu tragen, Mutter sondern auch daS demüthigeude Bewußtsein, einen Manu mit wahrer Vergötterung geliebt zu haben, der in mir gar nichts Liebenswerthes sah, o, das ertrage ich nicht."
„Du bist sehr ungerecht in Seinen jetzigen Ge- fühlsansbrüche». Du hast gar nicht nörh^g, Dich gedemüthigt zu fühle», mein Kind. Du hättest alle» Grund, Erich zu lieben; verdient seine edle Handlungsweise nicht die besten Gefühle Deines Herzens? Es wäre U-idark von Dir, wenn Du nicht mit ganzer Seele an ihm hingest und ihm bei jeder Veranlassung Deine Verehrung zeigtest."
„Dazu werde ich nie wieder Gelegenheit haben," fuhr Eva laut auf, „denn ich werde ihn nie, nie wieder sehen, Mutter."
Martha wußte nicht, was ste hierauf erwidern sollte; ste hatte ja natürlich eine sehr lebhafte Erregung von Eva erwartet, fand sich aber derselben gegenüber ziemlich machtlos. (Fortsetzung folgt.)